Leben mit drei Kindern

Bauchgefühl: Warum Eltern auf sich selbst vertrauen können (Werbung)

Ich hab oft auf meinen Bauch gehört. Zum Beispiel, als ich mich nach zwei Semestern gegen ein BWL-Studium entschieden habe. Auch dann, als mir dieser junge Mann auf dem Bild so gut gefiel und ich meinen Kumpel bat, ihn mir mal vorzustellen. Übrigens auch, als ich das Gefühl hatte, der nette junge Mann und ich, wir wären ganz tolle Eltern. Drei richtige Entscheidungen, die ich bis heute nicht bereue.

Als aber unser Sohn auf die Welt kam, ging mir mein Bauchgefühl abhanden. Ich fand es wahnsinnig schwierig, zu wissen, was richtig ist.

Die erste Zeit mit Kind

Tatsächlich hatte ich mich zuvor niemals um so ein kleines Baby gekümmert und suchte Rat bei Hebammen und Ärzten, Freundinnen und in Internetforen und bekam ebenso viele verschiedene Meinungen. Kind ins Bettchen legen oder neben mir schlafen lassen? Es sofort hochnehmen, wenn es weint, oder verwöhne ich es dann zu sehr? Ein halbes Jahr lang stillen oder unbedingt viel länger? Alle Entscheidungen waren so wichtig, ich wusste aber nicht, welche ich treffen sollte.

Mein Sohn hat sehr viel geweint und ich fühlte mich überfordert und einsam. Wenn ich heute zurückblicke und mir selbst einen Rat geben könnte, würde ich sagen: hör auf deinen Bauch! Lass das Baby einfach neben dir schlafen, alleine in seinem Bettchen fühlt es sich nicht wohl. Nimm das Kind immer hoch, wenn es weint, trage es so viel, es geht. Wenn es dir zu viel wird, spann Freunde und Bekannte zum Weitertragen ein und gönn dir selbst ganz viel Pausen. Stille, solange es für dich und das Kind passt, aber die Flasche zu geben ist durchaus eine Alternative.

Bauchgefühl, da bist du wieder!

Heute habe ich drei Kinder und über die Jahre mehr und mehr gelernt, auf meinen Bauch zu hören. Ich habe einen tollen Kinderarzt, dem ich vertraue, ich habe zwei, drei sehr gute Ratgeber für Eltern im Schrank und frage ab und zu meine Freundin. Die Entscheidung treffe am Ende ich, wenn ich meinen Bauch frage. Was fühlt sich gut an? Und fast immer ist es genau richtig.

Junge Eltern haben oft nicht den Mut, sich auf ihr Bauchgefühl zu verlassen. Das liegt sicher auch daran, dass Meinungen so vielfältig sind und das Internet voll davon. Dabei spüren wir relativ gut, was unser Kind braucht. Und manchmal noch viel wichtiger: was wir selbst brauchen. Denn die erste Zeit mit Baby ist anstrengend. Wer ganz viel trägt und stillt und wach ist, braucht auch ganz viel Ruhe und Entlastung. Und Eltern brauchen den Mut, die Sache mit dem Kind auf die eigene Weise zu machen, auch wenn die Schwiegermutter, die Hebamme oder die Freunde anderer Meinung sind.

Bauchgefühl: Das Thema im neuen Podcast

Ich habe neulich im neuen Podcast Wickelstammtisch der AOK Baden-Württemberg mit Arlett Drexler und Armin Braun über das Thema Bauchgefühl gesprochen. Die beiden Moderatoren sind ebenfalls Eltern. Arlett hat zwei Kinder, die drei und sieben Jahre sind, Armin ist erst seit vier Monaten Papa einer kleinen Tochter. Die beiden haben mich zu Käsekuchen und Cappuccino in Arletts Wohnzimmer eingeladen und der Plausch hat riesig Spaß gemacht, vor allem, weil wir nicht immer einer Meinung waren. Aber so ist das eben mit dem Elternsein. Wir machen es auf unsere eigene Art und Weise und ganz sicher immer mit bestem Wissen und Gewissen für unsere Kinder.

Wichtig finde ich, dass wir Eltern selbst nicht zu kurz kommen. Deshalb dreht sich der Podcast Wickelstammtisch auch vor allem um uns Eltern. Wie lebt es sich als frischgebackene Mutter, wie geht’s dem Vater in den ersten Tagen mit Baby? Warum sind manche Mamas von Wochenbettdepressionen betroffen, wie klappt Sport mit Baby und wie siehts aus mit Sex nach der Geburt?

Hör doch mal rein!

Den Podcast für werdende und frischgebackene Eltern von der AOK Baden-Württemberg gibt’s bei allen gängigen Podcast-Portalen wie Spotify, Deezer, TuneIn, Apple iTunes und Google Podcast. Ich höre ihn gerne beim Laufen, Autofahren oder abends im Bett, wenn ich neben meinen Mäusen liege und sie noch nicht einschlafen können. Denn irgendwann ist es auch mal Zeit für die Eltern, das sagt mir jedenfalls mein Bauchgefühl!

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