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#Entspannungsprojekt

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Ich habe dir hier neulich von meiner geplanten Mutter-Kur erzählt. Im Herbst fahre ich drei Wochen lang nach Oberschwaben in eine Kurklinik. Dort habe ich mein eigenes Zimmer, morgens und abends ein leckeres Buffet, Sportangebote und Zeit für mich. Neulich aber stand das Vorhaben auf der Kippe.

Schreckliches Heimweh

Als ich für die große Bloggerkonferenz Blogfamilia in Berlin war, also echt weit weg von zuhause, kamen mir große Zweifel. Zwei Tage lang habe ich die Reise in die Wahnsinssstadt genossen. Alleine abends durch die Straßen zu ziehen, Herr meiner Zeit zu sein, mich um Niemanden kümmern zu müssen, dazu diese fantastische Stadt mit ihrer Lebendigkeit – ich war selig. Sonntags dann, einen Tag vor der Abreise, bekam ich unglaubliches Heimweh nach Anton und den Kindern. Ich kam mir so alleine vor, ich habe die Kinder schmerzlich vermisst und ich wollte endlich von Anton in den Arm genommen werden. Ich hätte mich am liebsten heulend an den Straßenrand gesetzt, Berlin kam mir laut und gruselig vor und ich überlegte kurz, mich einfach sofort in den Zug zu setzen.

Wie soll ich es nur aushalten, drei Wochen lang weg von meinen Lieben zu sein? Dieser Gedanke traf mich wie der Blitz und die Kur erschien mir nicht länger wie ein großes, fernes und schönes Ziel, sondern wie ein schrecklicher Fehler.

Alleine verreisen, dürfen Eltern das?

Wenig später schrieb meine Bloggerkollegin Alu vom Blog Grosse Koepfe von ihrer kleinen Auszeit in Griechenland. Die Überschrift lautete: In den Urlaub fahren ohne Kinder, darf man das?  Na klar, darf man das, schoss es mir sofort in den Kopf und ich beteiligte mich ein wenig an der Diskussion auf Facebook. Man muss sogar, rutschte es mir heraus, worauf mich eine andere Mutter fragte: „Ja, warum denn?“

So habe ich mir Gedanken gemacht, warum wir Eltern meiner Meinung nach auch mal alleine sein müssen. Ich finde wirklich, das müssen sie. Nicht gleich drei Wochen, wie bei einer Kur, aber ab und an ein paar Stunden sind meiner Meinung nach unerlässlich. Mütter und Väter müssen ganz oft ziemlich stark sein. Das Leben mit Kindern ist anstrengend und nervenzehrend. Es gibt alleinerziehende Eltern, Eltern von sehr kranken Kindern, Eltern, die selber krank sind, Familien in Armut oder mit Schicksalsschlägen anderer Art, die verdaut werden müssen. Und auch Familien, die gesund sind, genug Unterstützung, einen Arbeitsplatz und Freunde haben, kämpfen doch tagtäglich mit Vereinbarkeit, Schulproblemen, Streit mit den Kindern oder ihrer Wohnsituation. Diese Kraft, die wir als Eltern brauchen, können wir nur aufbringen, wenn wir Zeit für uns selber finden. Ein Abend alleine auf dem Balkon, eine halbe Stunde Laufen, Ausgehen mit der besten Freundin, ein Wanderwochenende mit der alten Clique, Wellness zu zweit oder sogar ein ganzer Urlaub alleine, das lädt die Akkus auf und lässt die Seele baumeln. Und noch was anderes passiert dabei: wir kommen dazu, über uns selbst nachzudenken. Das ist nicht immer leicht, aber es ist nötig. Wenn wir uns mit uns selbst nicht auseinandersetzen, gährt da etwas in uns. Jeder hat Ängste und Sorgen, kann sich mal selbst nicht leiden, fragt sich, ob der jetzige Weg der richtige ist. Wenn wir diese Dinge mit Arbeit und Emsigkeit zuschütten, holen uns diese Sorgen irgendwann ein.

Wege zu mir

Ich merke das vor allem, wenn ich Stress habe. Wenn viel zu tun ist und ich nicht weiß, wie ich diesen turbulenten Alltag schaffen soll. Wenn dann auch noch größere Sorgen hinzukommen, sagen wir mal über die finanzielle Zukunft meiner Selbstständigkeit, dann werde ich von Tag zu Tag aufbrausender. Dahinter stecken all die Ängste, mit denen ich mich nicht auseinandersetze. Gehe ich dann eine Runde laufen und habe Zeit, ein wenig nachzudenken, oder teile bei einem Glas Wein meine Sorgen mit Anton, dann geht es besser.

Ich komme zurück zum Thema: von der Mutter-Kur verspreche ich mir, ein wenig näher zu mir selbst zu finden. Das macht nicht immer Spaß und ich werde auf Stolpersteine stoßen. Aber Zeit mit mir alleine wird mir gut tun, das weiß ich. Ich stelle oft zu hohe Ansprüche an mich, der Stress, den ich mir dann mache, ist auch für meine Familie spürbar. In der Kur werde ich die Gelegenheit haben, etwas an mir selbst zu ändern. Dazu brauche ich Zeit und Abstand, auch wenn dieser Abstand schmerzen wird.

Insofern bin ich der Meinung, dass alle Eltern Zeit für sich selbst brauchen. Das Heimweh macht mir Kopfzerbrechen, aber ich werde mich davon nicht abbringen lassen. Manchmal schleicht sich in mir der Verdacht ein, dass man sich auch hinter seinen Kindern verstecken kann. Ich brauche sie und sie brauchen mich, darum kommt eine Kur nicht in Frage, könnte ich sagen. Klar, wenn einer in der Familie für eine Zeit lang weg ist, wird das für alle schwierig. Andererseits werden alle davon profitieren: Mama kommt erholt nach Hause und mit etwas Glück rettet sie die Erholung in den Alltag. Papa schafft den Haushalt auch, vor allem dann, wenn alle mitanpacken. Die Kinder vermissen die Mama und es ist nicht schön ohne sie. Aber auch diese Zeit geht rum und jeder hat etwas Neues dazu gelernt.

Angst vor der eignen Courage

Auch Alu hat in ihrem schönen Text beschrieben, wie sie sich Gedanken machte. Geht es allen gut zuhause, darf ich die Kinder überhaupt alleine lassen? Aber irgendwann konnte sie ihren Urlaub genießen:

Ich habe Angst mich manchmal selbst wieder zu entdecken ohne das Label Mutterschaft im Hintergrund. Ich tue mich schwer mit dem Loslassen und dem Dasein im Moment und bin lieber in Strukturen gebunden als zu frei. Nach 48 Stunden geht es dann doch irgendwie, der Schalter kippt um, ich sitze allein am Strand und schaue aufs Meer. Ich genieße die Zeit ohne Logistik, ohne Termine und ohne Plan. Ich sehe mich selbst an und sehe noch viel mehr als nur eine Mutter oder eine Freundin. Ich sehe mich.

Wir Mütter sind nicht ersetzbar, keine Frage. Aber für eine Zeit lang geht es auch mal ohne uns, da bin ich mir sicher. Vielleicht hast auch du den Mut, eine Kur zu machen oder mal ein paar Tage wegzufahren. Mach dich wieder auf den Weg zu dir selbst nach einer langen Zeit, in der du dich tagtäglich gekümmert hast. Du bist vor allem Mutter, aber eben nicht nur. Du bist auch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Träumen. Ich denke, es ist ein wenig so wie mit der alten Weisheit: nur wenn wir uns selbst lieben, können wir von ganzem Herzen Liebe verschenken. Und nur wenn wir mit uns selbst ganz zufrieden sind, können wir diese Zufriedenheit auch zuhause weitergeben. Ich war zuhause oft genug unzufrieden und habe gemeckert. Das möchte ich ändern.

Deshalb bin ich der Meinung, dass Eltern unbedingt auch mal Urlaub alleine machen dürfen. Wenn es bei dir im Moment nicht für mehr reicht als einen Abend alleine auf dem Balkon: auch das kann eine kleine Mutterkur sein. Und von meiner Kur werde ich dir im Herbst berichten. Vielleicht können wir gemeinsam etwas lernen!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Das schwarze Loch

Ich habe ab und zu das Gefühl, durchzudrehen. Ich meine nicht das alltägliche Gefühl, wenn ich mich mal dringend zwei Minuten aufs Klo einschließen muss um durchzuatmen, weil die Tochter mal wieder keine der angebotenen Jeans anziehen möchte. Nein, ich meine so ein Gefühl, das sich langsam anbahnt. Eine bleierne Alltagsmüdigkeit überkommt mich dann und Freudlosigkeit beim Aufstehen. Ich sehe nur noch schwarz, nicht mehr die Sonne draußen, das Kinderlachen und den freundlichen Blick von Anton, wenn er mir den Kaffee reicht. Ich sehe nur Berge von Wäsche, lange To-Do-Listen und habe einfach keine Lust mehr auf mein turbulentes Familien-Beruf-Vereinbarkeitsleben.

Mama hat den Baby-Blues

Meist bin ich nach ein, zwei Tagen wieder fit und finde wieder Freude am Alltag. Es kam aber auch schon vor, da verging dieses Gefühl wochenlang nicht. Und es machte mir Angst. Das erste und schlimmste Mal war es da, als Jimmy geboren wurde. Er hat sehr viel geschrien und ich war erschrocken von meinem neuen Leben mit Baby alleine zuhause. Während alle Neumütter in der Rückbildungsgruppe strahlten, hätte ich weinen können. Der Schlafentzug, das viele Weinen und meine eigene Leere hat mich total fertig gemacht. Als ich heulend mit dem Frauenarzt sprach und der mir sagte, dass meine Gefühle normal sind, war ich ein wenig beruhigt. Und als ich dann noch Rike Drusts Buch Muttergefühle. Gesamtausgabe (Affiliate Link) las und zum ersten Mal merkte, dass auch andere Mütter ihr neues Leben ab und zu ganz schön schwierig finden, war ich einigermaßen wiederhergestellt.

Mutter-Kind-Kur – eine gute Idee?

Beim zweiten Baby wusste ich, was auf mich zukam. Ich fand alles viel einfacher und war beruhigt, weil ich in spätestens einem Jahr wieder mehr Schlaf, mehr Zeit und mehr Freiheit haben würde. Aber nach genau einem Jahr überkam mich trotzdem wieder dieses schwere Gefühl und alles wurde mir zu viel! Der Vierjährige, das Krabbelkind, der Haushalt, der Start ins Berufsleben – was ich da zu wuppen hatte, war auch echt ne Menge. Als wir dann Freunde besuchen wollten und ich beim Kofferpacken war, konnte ich nicht mehr. Ich habe mich in die Küche gesetzt und nur noch geheult, bis Anton kam. Die nächsten Tage fühlte ich ein Kribbeln in den Händen und mir wurde immer wieder schwindelig. Ich bin eine schlimme Hypochonderin, ergoogelte mir die schlimmsten Diagnosen und saß dann mit zitternder Stimme beim Hausarzt und erzählte ihm, dass ich depressiv sei und zudem an einer schweren Muskelerkrankung leide. Ich hatte ein zweites Mal Glück mit dem Doktor und er fragte ein wenig nach. Seine professionelle Diagnose war weitaus harmloser: Er bestätigte mir, dass Kindererziehung Schwerstarbeit ist und diese Erschöpfungssyndrome deshalb leicht erklärbar wären. Er empfahl mir eine Mutter-Kind-Kur und ich fand die Idee sofort genial.

Ich ließ mich beraten und war schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit einem einjährigen Kind ist das nämlich nicht so einfach. Die meisten Kur-Kliniken nehmen so kleine Kinder nicht auf. Die Frau von der Beratungsstelle sagte mir außerdem, dass die Eingewöhnung dann meist so lange dauert, bis der Aufenthalt fast zu Ende ist. War ja irgendwie auch logisch und nachvollziehbar, dass sich so ein kleines Kind nicht mal eben in einer fremden Kita-Truppe abgeben ließe. Also nahm ich den Antrag zurück. Aus dem Loch holte ich mich mit Hilfe meiner Eltern, Anton und einer Menge frischer Luft raus, aber so einen Rückhalt haben schließlich nicht alle Mütter.

Ich fahre alleine!

To make a long story short: auch vor einem halben Jahr saß ich mal wieder weinend vor einer Ärztin. Dieses Mal hatte ich grauenvolle Rückenschmerzen und der ganze Alltag erschien mir wie eine Last. Bei der Beratungsstelle erfuhr ich, dass es Kliniken gibt, die Zweijährige mit aufnehmen. Aber dann lag ich nachts mit meinen hustenden Kindern im Bett und malte mir aus, wie das wohl wäre: drei Wochen mit allen Dreien in einem Zimmer, womöglich noch ein fieser Husten oder Mageninfekt, der uns alle niederstreckt – ich habe noch am nächsten Tag meine Kuridee verworfen.

Zufällig erzählte mir eine liebe Freundin von einer Mütter-Kur ohne Kinder, und dass ihr Aufenthalt himmlisch gewesen sei. Ich ging zur Beratungsstelle und dort erklärte mir die nette Dame, dass das tatsächlich möglich ist. Während meiner Abwesenheit würde uns eine Haushaltshilfe bewilligt, weil Anton nicht drei Wochen Urlaub nehmen kann. Sie empfahl mir eine Kurklinik, die nicht zu weit weg von zuhause ist. Als sie mir von der Landschaft und dem Frühstücksbuffet vorschwärmte und mir bewusst wurde, dass ich dort ein Zimmer nur für mich, drei Mahlzeiten am Tag sowie Sportangebote in Massen haben würde, habe ich wieder geweint. Dieses Mal vor Glück.

Und jetzt freue ich mich wie verrückt auf meine Auszeit im Allgäu. Na klar, ich werde ungeheuerliches Heimweh nach meiner Familie haben. Aber sicher wird es mir gut tun, mich nach so vielen Jahren wieder nur um mich zu kümmern. Ich verspreche mir vor allem, dass ich dort lerne, den Alltag besser bewältigen zu können. Mehr auf mich schauen, die Ansprüche runterschrauben und Pausen machen – ich bin mir sicher, das wird mir künftig besser gelingen.

Burn Out vermeiden, mein Ziel für die Kur!

Auch meiner Familie mute ich damit etwas zu. Anton hat aber zum Glück Unterstützung von meinen lieben Eltern und weil es nicht so weit zu mir ist, können sie mich alle mal besuchen. Die Kinder werden sicher auch traurig sein, aber sie werden profitieren von einer Mama, die entspannter und gesunder heim kommen wird. Und weil ich weiß wie es sich anfühlt, wenn die große Traurigkeit zuschlägt, ist mir bewusst, dass Depressionen kein Schnupfen sind. Wir Mütter (und natürlich auch Väter) leisten jeden Tag eine ganze Menge. Uns vor einem Burn Out zu bewahren sind wir unserer Familie schuldig, aber vor allem uns selbst!

Wenn du also auch darüber nachdenkst, eine Kur zu machen, ob mit oder ohne Kinder, dann informiere dich bei deiner Krankenkasse. Erziehende haben im Grunde genommen alle vier Jahre Anspruch auf eine Kur. Welche Bedingungen da genau erfüllt sein müssen, um den Antrag bewilligt zu bekommen, musst du mal erfragen. Mir hat am meisten die Beratung des Kreisdiakonieverbands unseres Landkreises geholfen. Außerdem kannst du bei Kerstin von Chaoshochzwei nachlesen, wie es bei ihr zum Kurantrag kam und Beatrice von BeatriceConfuss hat es gewagt – sie war mit ihren Dreien an der Ostsee. Hier ist noch ein Erfahrungsbericht einer Mutter, der in der FAZ zu lesen war.

Juchuuu, es gibt was zu gewinnen!

Und jetzt schenke ich dir eine Mini-Kur nur für dich. Du kannst mit etwas Glück das ganz wunderbare Buch der genialen Marlene Hellene gewinnen: Man bekommt ja so viel zurück. Leitfaden für verwirrte Mütter (Affiliate Link). Ich habe ein Rezensionsexemplar erhalten und mich beim Lesen kaputt gelacht. Nichts hilft so viel gegen den Alltagsüberdruss wie ein richtig guter Lachanfall, und diesen wirst du beim Lesen dieses Krachers auf jeder zweiten Seite haben. Außerdem gibt es das beste Medikament für Mütter gratis dazu. Es besteht aus dem guten Gefühl, dass es uns allen ähnlich geht. Und dass Fernseher anmachen, Schokomüsli verabreichen und Fragen von Kleinkinder mit Ist halt so zu beantworten unter Eltern nicht strafbar ist. Wir machen es doch alle, seien wir ehrlich!

Übrigens gibt es eine zweite Verlosung auf meinem Instagram-Kanal!

Mama macht Stress

Ich bin zuhause eine echte Meckerziege. Andauernd schimpfe ich und nörgle an Anton und den Kindern rum. Das stresst auch die Familie sehr. Ich habe hier Anfang dieses Jahres mein Entspannungsprojekt gestartet und Auslöser war tatsächlich der Wunsch, entspannter zu werden. Wie wäre es, die Wäsche auf dem Boden, einen umgekippten Becher mit Milch oder kleine Sandhaufen im Flur nicht mehr als Katastrophe, sondern als Begleiterscheinung des Familienlebens zu sehen? Mir fällt das nämlich echt schwer und eine Saftlache auf Tisch und Boden kann in mir an manchen Tagen eine Wutexplosion hervorrufen. Anton bleibt gelassen und ich frage mich, wie macht er das nur? Warum können andere Menschen die kleinen Missgeschicke, die nun einmal passieren und die die Kinder nicht mit Absicht machen, so locker hinnehmen?

Was Stress mit uns macht

Neulich hörte ich mal wieder meinen Lieblingspodcast SWR1 Leute, dieses Mal mit der Bestsellerautorin und Psychologin Stefanie Stahl, die über die Kindheit sprach. Wenn Eltern so viel meckerten, bliebe in den Kindern das Gefühl, nicht zu genügen. Sie bezögen die Wut auf sich selbst und nehmen das mit ins Erwachsenenalter. Oh nein, habe ich gedacht. So viel, wie ich motze, müssen meine Kinder einen Schaden fürs Leben davontragen. Andererseits liefen dann die meisten Menschen mit einem gehörigen Dachschaden rum, denn welche Mutter schafft es schon, immer verständnisvoll und ruhig mit den Kindern umzugehen oder den Erklärbär zu spielen, auch wenn die Meute tobt?

Aber es hat mich schon interessiert, was Stefanie Stahl damit meinte. Und ich habe mir ihr Arbeitsheft Das Kind in dir muss Heimat finden. In drei Schritten zum starken Ich (Affiliate Link) als Rezensionsexemplar vom Kailash-Verlag kommen lassen und einfach mal begonnen. Es ist der Nachfolger ihres Bestsellers Das Kind in dir muss Heimat finden (Affiliate Link). Darin geht es darum, dass wir gewisse Glaubenssätze in der Kindheit aufnehmen, die uns und unsere Persönlichkeit später noch stark prägen. In uns gibt es demnach das Schattenkind mit den negativen Glaubenssätzen, das Sonnenkind hingegen beinhaltet den positiven Anteil unseres „inneren Kindes“.

Nachdem ich mit Hilfe des Buches mein Schattenkind analysiert habe, fiel mir eines auf: ich habe dauernd das Gefühl, dass ich in der Familie zu kurz komme. Die Kinder wollen ständig etwas von mir, ich muss durch meinen Halbtagsjob zwangsläufig einen großen Teil des Haushalts machen, obwohl ich viel lieber arbeiten würde. Ich muss mich um Termine kümmern, um Schul- und Kindergartenfragen und um so viel anderes Zeug noch. Dann kommt abends Anton um die Ecke und fragt mich, ob er bald mal wieder mit seinem Kumpel Billard spielen gehen kann. In mir macht es dann „Kawumm“ und ich lasse meiner Wut freien Lauf. Dann schreie ich sowas wie „immer ich“ und „für alles zuständig“ und sowas. Klar, das Leben mit Kindern, die Berufstätigkeit und der Haushalt – all das ist anstrengend, da beisst die Maus keinen Faden ab. Aber ich gehe immer wieder deshalb an die Decke und werde böse auf Mann und Kinder. Dabei können die vier wirklich nichts dafür. Die Kinder sind einfach ganz normale Kinder mit Streit und Chaos und umgekippten Bechern und Anton ist der hilfsbereiteste Mensch, den ich kenne. Die Umstände sind bei uns nun einmal, wie sie sind und wir sehen im Moment beide keine Alternative.

Woher kommt die Wut?

Ich aber gräme mich, fühle mich unglaublich machtlos und habe das Gefühl, in einer Falle zu stecken. „Keiner achtet auf meine Bedürfnisse, ich komme zu kurz, alles bleibt an mir hängen“ – das läuft wie ein Mantra in mir ab und ist der Auslöser vieler Wutanfälle. Stefanie Stahl schreibt dazu:

„Aufgrund der Unterlegenheitsgefühle ihres Schattenkindes bekommen sie (die Menschen mit der Selbstschutzstrategie Attackieren und Fordern) Bemerkungen leicht in den falschen Hals und interpretieren auch Handlungen ihrer Mitmenschen schnell als respektlos und gegen sie gerichtet. Ihr Schattenkind ist leicht zu kränken. Kränkung ist ein Gefühl, das ungeheure Wut freisetzen kann.“ (S. 50)

Mit Hilfe des Buches, den Fragen, den Erklärungen von Stefanie Stahl für unser menschliches Verhalten und den Übungen aus dem Heft ist mir klar geworden, dass ich Angst habe, kein Einfluss auf meinen Alltag zu haben und das starke Gefühl empfinde, nichts bewirken zu können. Abgesehen davon, dass in meinem Leben ein paar Gegebenheiten gesetzt sind, bin ich aber gar nicht so machtlos. Und das kann ich mir als neues Mantra vorsagen: ich bin verantwortlich dafür, wie ich auf mein Leben blicke. Außerdem kann ich so vieles tun! Ich kann auf meinem Blog über Frauen und Gleichberechtigung schreiben, ich habe einen tollen Mann, der mich unterstützt und mit mir darauf hinarbeitet, dass wir Job und Familie noch besser und vor allem gemeinsam wuppen. Außerdem habe ich eine Familie und Eltern, die mich lieben und wollen, dass es mir gut geht.

Mütter dürfen sich beschweren

Keine Angst, dieser Text ist kein Plädoyer für Mütter, sie sollten sich nicht über den Haushalt beklagen und zufrieden sein. Wenn du meinen Blog schon länger liest, weißt du, dass ich die Oberemanze bin.

Ich finde es auch gar nicht weiter schlimm, wenn man sich mal beschwert über all die Arbeit. Aber was ich erkannt habe, ist dass es nicht meine Familie ist, die die Gefühle von Wut in mir auslösen. „Diese Wahrnehmung verleitet uns dazu, andere Menschen oder das Schicksal für unsere Probleme und für unsere Stimmung verantwortlich zu machen. Wir nehmen uns ständig als Opfer unserer Umstände wahr. Tatsächlich sind wir es jedoch selbst, die sich mit ihren Interpretationen und Gedanken rauf- oder runterziehen“ (S. 92)

Stahl schreibt auch, dass wir verantwortlich dafür sind, gut drauf zu sein. Viele Menschen meinten, sie dürften erst genießen, wenn sie alle Arbeiten erledigt hätten. Das ist aber nie der Fall, also könnten sie nie genießen und fühlten sich schuldig, wenn sie nicht arbeiteten (Vgl. S. 95). Das trifft zum Beispiel stark auf mich zu und dieses Gefühl, immer aufräumen und ordnen zu müssen, führt dazu, dass ich meine Kinder und meinen Mann beschuldige, weil sie es nicht tun. Verstehst du, was ich meine?

Eine kleine Lebenshilfe

Es kann sein, dass du ganz anders tickst als ich. Sicher hast du aber auch den ein oder anderen Glaubenssatz, der in deinem Kopf rumort und dir das Leben schwer macht. Vielleicht müsstest du eher lernen, deine Grenzen stärker zu wahren, weil du immer nur tust, was deine Lieben von dir wollen. Oder du fühlst dich schnell eingeengt und hast Angst vor zu viel Nähe, weil das deine Freiheit einschränken würde. Ganz egal was es ist: dieses Heft ist echt nützlich, um den eigenen (negativen) Glaubenssätzen auf den Grund zu kommen und etwas gegen die Leitlinien zu tun, die uns bisher das Leben schwer gemacht haben. Viele unserer schlechten Gedanken, sei es Neid auf andere, ein negatives Bild von uns selbst, Angstgefühle oder Missmut kommen von diesen Glaubenssätzen, die wir mit uns herum tragen und nur schwer ablegen können. Schließlich leben wir seit Jahrzehnten mit ihnen. Aber es lohnt sich, ihnen auf die Spur zu kommen, denn es eröffnet uns viele neue Möglichkeiten, zufriedener und glücklicher zu werden.

Übrigens ist das Buch natürlich kein Problemlöser für Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, sehr krank oder einsam sind oder in Geldnot leben. Aber für gestresste Menschen wie mich kann es ein paar sehr entspannende Erkenntnisse bringen.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

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Ideen für einen entspannteren Familienalltag

Kennst du das Gefühl, dass dir mal wieder alles über den Kopf wächst? Im Alltagstrott fühle ich mich manchmal wie eine Ertrinkende, die Mund und Nase gerade so über Wasser hält und jederzeit davor steht, unterzugehen. Ich organisiere mich eigentlich recht gut, bereite den nächsten Tag vor und kümmere mich gemeinsam mit Anton um Haushalt, Kids und Co. Aber dauernd kommt etwas dazwischen und ich fühle mich alle paar Tage wie eine Schülerin, die nicht wusste, dass heute Abiklausur ist.

Verloren im Alltagswahnsinn

Die Kindergärtnerin erinnerte mich neulich daran, dass Luise dringend ausgeblasene Eier braucht. Und der Fußballverein mahnte, weil ich die Jahresgebühr für Jimmy nicht überwiesen habe. Die Kinder meckern, weil ich eigentlich noch in dieser Woche mit ihnen in den Märchengarten gehen wollte und meine Freundin ruft mich an und fragt, warum ich ihr auf die Whats-App-Nachricht nicht antworte. Alles, was ich mir in diesen Momenten wünsche, ist mehr Übersicht in all dem Chaos. Etwas weniger Termine, Ordnung im Zettelwust und einen Alltag mit einer auf das Notwendigste reduzierten To-Do-Liste.

Der Minimalismus-Trend kommt sicher nicht von ungefähr, denn Emails, Whatsapp-Nachrichten und Social Media-Kanäle vermitteln den Eindruck, jederzeit verfügbar sein zu müssen. Eltern sind in dieser Hinsicht besonders gefordert, denn keine Klasse ohne Whatsapp-Chat, keine Krabbelgruppe ohne Terminabsprachen. Klamottenberge, Spielzeugtürme, Speisepläne, die verschiedenen Geschmacksrichtungen entsprechen sollen und unendlich lange Packlisten vor jedem noch so kleinen Übernachtungsausflug kommen täglich dazu.

Mein Weg aus dem Chaos

Ich sage es dir ganz ehrlich: ich habe keinen Weg. Manchmal ist die einzige Möglichkeit, das Chaos zu akzeptieren. Niemals werden Kinderzimmer immer aufgeräumt sein und Verreisen mit Familie bedeutet nun einmal, einen Tag lang Listen abzuhaken. Wenn das Haus grundgereinigt ist, ist es ziemlich sicher 24 Stunden später wieder unordentlich. Ein sauberes Klo in einem Haushalt mit drei Kindern unter acht Jahren hat eine Halbwertszeit von fünfzehn Minuten. Ich sage dir eine zweite ehrliche Tatsache: ich mag es gerne sauber und ich kann definitiv nicht die Beine hochlegen, wenn sich drei Ladungen Wäsche übereinander türmen. Das Sprichtwort „Gute Mütter haben schmutzige Böden und glückliche Kinder“ macht mir jedes Mal ein schlechtes Gewissen, weil meine Kinder Unglücksraben sein müssen, so oft wie ich staubsauge. Aber ich merke, dass ich mich auch ein wenig verändern kann. Wenn ich nach Hause komme und meine vier liebsten Menschen sitzen inmitten einer Küchenschlacht, weiß ich, dass in einer halben Stunde alles aufgeräumt sein könnte. Und wenn ich mal wieder von der Lehrerin daran erinnert werde, zehn Euro für die Klassenkasse zu zahlen, weiß ich, dass davon die Welt nicht untergeht.

Hier kommt ein Buchtipp

Außerdem wurde ich neulich auf ein gutes Buch aufmerksam gemacht. Der Rohwolt Verlag hat mir „Minimalismus für Eltern“ (Affiliate Link) von Asha Dornfest und Christine Koh als Rezensionsexemplar geschickt und ich muss sagen, dass ich einige tolle Tipps übernommen habe. Zwei Mütter stellen hier in verschiedenen Kapiteln alltagstaugliche Strategien vor, wie Zeitplanung, Schule und Freizeit entspannter gestaltet werden können.

Geldangelegenheiten

In meinem eigentlich ganz gut sortierten Leben gibt es eine Schwachstelle: mein Konto. Da fließen Beträge rein und raus und für mich ist es immer eine große Überraschung, wenn ich ab und zu reingucke, denn mal ist noch viel übrig, mal eher weniger. Dauernd werden ominöse Beträge abgebucht (Einkauf im Drogeriemarkt) oder es kommt was rein (Verkauf auf ebay-Kleinanzeigen). Dieses Wirrwarr ist stressig, weil ich nicht weiß, was ich eigentlich im Monat für ein Budget habe. Vielleicht könnte ich meine Arbeitszeit oder meinen Konsum reduzieren, was zu mehr Zeit und weniger Stress führen würde? Auf Anregungen des Buches habe ich mir eine Haushalts-App besorgt, in die ich einmal im Monat Ein- und Ausgänge eingebe. Jetzt habe ich einen Überblick und den Beweis, dass ich hier und da zu viel ausgebe (wenn du weißt, wie gerne ich Kleider kaufe, kannst du dir die Antwort vorstellen…)

Netz hat Pause

Diese ewige Verfügbarkeit per Smartphone ist echt krass, oder? Selbst wenn ich es nicht nutzen will und es mal zuhause lasse, stresst es mich, denn garantiert ist irgendwas Wichtiges vorgefallen und es warten 22 Whats-App-Nachrichten, gelesen zu werden. Ich war es neulich leid, mir all die Nachrichten der Fußballvereinseltern durchzulesen, denn deren Message, dass die Söhne krank sind, erreicht JEDEN! So habe ich aber auch überlesen, dass der Trainer Grippe hat und Jimmy und ich standen vor verschlossenen Türen. Aber ich habe mir jetzt vorgenommen, nachmittags das olle Ding wegzulegen und auch abends möchte ich es nicht mehr auf dem Nachtisch liegen haben. Solange wir wissen, dass es Kindern und Mann gut geht, kann doch so viel Schlimmes nicht passieren, oder?

Alltags-Erleichterer

Und noch ein paar kleine Dinge habe ich aus dem Buch übernommen. Weil ich immer vergesse, Jimmy sein Taschengeld auszuzahlen, ist es nun ein fester Bestandteil unseres Kalenders. Außerdem habe ich neben meiner Schaltzentrale in der Küche eine Sammelmappe mit abgetrennten Registern angelegt, in die ich Termine, Unterlagen und Post einsortiere. So fliegt dieses Papierzeug nicht mehr rum. Außerdem habe ich eine Aufräum-Playlist erstellt, zu der wir abends alle gemeinsam aufräumen.

Und jetzt habe ich noch eine gute Nachricht: ich darf zwei Exemplare verlosen. Was du dafür machen musst? Einfach nur ein kleines Kommentar dalassen. Kennst du auch dieses Chaos? Und wie gehst du damit um?

Das Gewinnspiel läuft bis zum 06.04.2018 Uhr um 23.59 Uhr. Eine Barauszahlung des Gewinnwerts ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren, die in Deutschland wohnen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Finde deinen eigenen Stil: Teil 4 von 4

Heute liest du den letzten Teil meines Kleiderschrankprojekts. Falls du neu bist, willkommen! Du kannst einfach bei Teil eins anfangen. Da habe ich erzählt, wie du deinen Kleiderschrank ordentlich ausmistest. In Teil zwei ging es darum, deinem Stil auf die Spuren zu kommen. Im dritten Teil drehte sich alles ums Shoppen und heute verrate ich dir meinen super Trick: das Klamottenrezept. Das Ziel ist es, sich jeden Tag wohl zu fühlen, nie mehr zu viele Gedanken an Outfits zu verschwenden und morgens flott die richtigen Teile aus dem Schrank auszuwählen, und zwar in kürzester Zeit. Bist du dabei? Dann los!

Deine persönlichen Klamottenrezepte

Die Idee für die Klamottenrezepte habe ich wie so viele andere Inspirationen zu diesem Thema aus dem Buch „Das Kleiderschrankprojekt“ (Affiliate Link) von Anuschka Rees.

Kennst du das? Vor einem riesigen Regal voller Joghurts weißt du einfach nicht mehr, welcher dir überhaupt schmeckt. So geht es uns morgens auch oft vor dem Schrank! Hosen, Kleider, T-Shirts, Pullis, Tops – die Auswahl ist groß und die Kombinationsmöglichkeiten unendlich. Was aber wirklich zusammenpasst und worin wir uns wohl fühlen, ist uns ein Rätsel.

#meinKleiderschrankprojekt
Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt, Dumont Verlag 2016

Schau doch mal zurück: Ist dir bei unserer Recherche ein bestimmtes Outfit immer wieder ins Auge gestochen, einfach nur in verschiedenen Varianten? Zum Beispiel enge Jeans + T-Shirt + Strickjacke + Sneakers? Dann ist das dein erstes Rezept. Oder du findest Kleid + Halstuch + Stiefel toll? Dann ist auch das ein Rezept. Sagen wir mal, du hast zwei enge Jeans, die du gerne trägst, vier T-Shirts und zwei Strickjacken, dann hast du schon eine Menge Kombis und alleine diese Teile geben Outifts für eine ganze Woche her. Hast du jetzt noch ein Lieblingskleid, drei Schals, die dazu passen und zwei paar Stiefel, sind wir jetzt schon bei mindestens zehn schönen Outfits. Damit du noch ein bisschen besser verstehst, was ich meine, schreibe ich dir meine Rezepte auf. Du selbst kannst dabei so konkret werden, wie du magst:

  • enge Jeans + lockeres Shirt/Seidentop + Strickjacke + derbe Stiefel
  • High Waist-Jeans + enges Shirt + kurzer Pullover + Sneaker
  • Lockeres Kleid + Leggings + Stiefel
  • Jeansrock + Strumpfhose + Bluse + Stiefel
  • Latzhose + Leggings + Pullover + Musselinschal
  • Langer Rock + kurzer Pullover + derbe Stiefel

Von den einzelnen Teilen habe ich dann ein bis drei Varianten. Das ergibt Klamottenkombis, die mir für einen ganzen Winter reichen. Für den Sommer habe ich ein paar neue Rezepte. Wenn du dir nun deine eigenen Rezepte überlegst, schreibe sie auf ein Blatt Papier und hefte sie in deine Kleiderschranktür. Noch besser ist, wenn du dir bestimmte Outfits direkt mit dem Handy fotografierst, sie ausdruckst und dazu pinnst. Diese Visualisierung hilft enorm, das verspreche ich dir!

Ein paar Mode-Regeln

Wichtig ist, dass du dich an ein paar Regeln hälst, die auch mit deinem eigenen Stil zu tun haben. Ich bin nicht so der elegante Typ, also muss ich zum schicken Rock immer was Derbes anziehen. Diese Regel ist natürlich individuell. Was aber auf jeden zutrifft: wenn ein Teil weit geschnitten ist (Hose, Rock), sollte das andere enger sein (Shirt, Pullover). Dieses Gefühl, unförmig auszusehen, kommt daher, dass man eine weite, bauschige Hose mit einem weiten Oberteil kombiniert. Auch wenn du eine weibliche Figur hast, darfst du ruhig mutig sein mit dem Schnitt. Für eine High Waist-Jeans musst du keine Größe 36/38 haben. Erst ein runder Po und Hüften machen den Look richtig interessant und schick. Wichtig ist am Ende natürlich, dass du dich wohl fühlst.

Lerne dich neu kennen

Du siehst, wie du dich kleidest, hat auch eine ganze Menge damit zu tun, wie gut du dich kennst. Was bist du für ein Typ? Bist du eine Frau zum Pferde stehlen und liebst Kapuzenpullover? Dann ist das dein perfektes Outfit und du bist in deinem Wohlfühl-Look wunderschön. Vielleicht bist du aber auch eine elegante Person und zur Zeit frustriert, weil der Kinderalltag dich zu Outdoor-Jacke und Latschen zwingt. Dann bring ein bisschen Gefunkel in deinen Alltag und trag Kostümjacke und Perlenohrringe zu Jeans.

Klar, es gibt wichtigerer Dinge als Kleidung. Aber es kann Spaß machen, auf die Suche nach sich selbst zu gehen, sich anzunehmen, wie man ist und das beste daraus zu machen. Es gibt da diesen Fotobildband für Mädchen, der den Untertitel trägt: am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen. Mit der Mode ist es ähnlich, aber es gibt noch einen Zusatz: am schönsten bist du, wenn du niemandem gefallen willst, nur dir selber. Ich hoffe, dir hat das Kleiderschrankprojekt Spaß gemacht. Mein Ziel war es nicht, dich zu einer Modepuppe zu machen. Wenn ich dir ein klein wenig helfen konnte, dass du künftig besser weißt, was du gerne trägst, nicht mehr zu viele Fehlkäufe tätigst, Spaß an Kleidung und vor allem mehr Zeit für wichtigere Dinge hast, dann bin ich super happy.

Übrigens habe ich mich so riesig über das Foto einer Freundin gefreut, die mir ihren sortierten Kleiderschrank fotografiert hat. Wenn du Lust hast, schick mir doch auch ein Bild oder erzähl mir, wie es bei dir lief und ob meine Tipps geholfen haben.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

(Werbung) Das Kleiderschrankprojekt – finde deinen Stil!

Teil 3 von 4

Weiter gehts mit unserem Kleiderschrankprojekt. Vielleicht hast du bereits deinen Kleiderschrank ausgemistet und dir neue Inspirationen für deinen ganz eigenen Stil geholt? Wenn nicht, kein Problem. Du kannst alles noch mal in den beiden ersten Texten nachlesen. Falls doch, sind wir jetzt auf dem besten Weg, deine ganz persönliche und individuelle Garderobe zusammenzustellen. Es lohnt sich, auch wenn du ein wenig Arbeit investieren musst, denn mit all den Infos, die du sammelst, bastelst du ganz automatisch an einer Grundlage für deinen optimal bestückten Kleiderschrank und bist für den nächsten Shopping-Trip gewappnet. Dabei hast du dann immer deinen persönlichen detailierten Katalog all deiner Vorlieben, der dich vor Fehlkäufen bewahren wird. Das spart dir Geld, Zeit und Nerven, ich verspreche es dir!

Welche Vorbilder hast du?

Nun aber los! Hast du eifrig gepinnt oder Inspirationen aus Zeitschriften zusammengesammelt? Vielleicht ist dir dabei aufgefallen, was dir genau gefällt. Sind die Outfits eher sportlich, elegant, schick? Und welche Schnitte scheinen dir zuzusagen? Nun kann es ja sein, dass du bereits viele Outfits mit deinen Kleidern aus dem Schrank zusammenstellen kannst. Am besten, du notierst dir die Kombination oder machst ein Foto. Hefte das direkt an deinen Kleiderschrank – et voilá: du hast die erste perfekte Kombi für dich gefunden. Ich rate dir generell, weniger nach einzelnen Kleidungsstücken zu suchen als nach ganzen Outfits. Ich selber hatte oft schöne Stücke im Schrank, die ich aber nicht zu kombinieren wusste. Wenn du mal einen Blick in meine Sammlung werfen magst, schau einfach mal auf mein Pinterest-Board. Ich habe mir meine Favoriten ausgedruckt und sie in die Tür meines Kleiderschranks gehängt.

Kombis nachbauen

Vielleicht hast du nun auch Outfits gesammelt, die du teilweise „nachbauen“ kannst. Oft ist die Wirkung eines tollen Looks nämlich abhängig von Accessoires oder einzelnen, erlesenen Teilen. Könnte ja sein, dass dir Kombis mit auffälligen Schals gefallen, die Handtasche den Style abrundet oder dich viele Bilder ansprechen, auf denen Frauen einen weichen Wollmantel tragen. Notier dir diese Keypieces auf deine Einkaufsliste. Kann sein, dass du nur ein paar Anschaffungen machen musst und dein Kleiderschrank ist perfekt.

Alles neu?

Wenn dir Outfits gefallen, die so gar nicht mit deiner jetzigen Garderobe übereinstimmen, ist das auch nicht so schlimm. Keine Angst, du musst auf jeden Fall nicht sofort eine Menge Geld investieren, um deine gesamte Garderobe umzukrempeln. Gleiche noch einmal ab: die Teile, die dir gefallen, passen die auch wirklich zu deinem Alltag? Wenn du wie ich Kinder hast und mit ihnen viel zusammen bist, aber total auf schicke Büro-Styles stehst, ist es sicher nicht so klug, alle Jeans und Shirts auszumisten und Röcke und Blusen anzuschaffen. Aber du könntest mit einem einzigen Outfit beginnen und gucken, ob es sich im Alltag bewährt. Vielleicht stellt sich heraus, dass deine alte Garderobe doch ganz gut funktioniert und du schlichte Shirts lieber mit hochwertigen Tüchern oder einem edlen Gürtel aufwertest. Übrigens habe ich da noch einen Tipp für dich. Mir geht dieser ewige Jeans-Schlabber-Look manchmal gewaltig auf die Nerven. Dann gucke ich, welche meiner besonderen Teile ich einfach auch im Alltag anziehen kann. Jeansjacke über schwarzen Jumpsuit, edler Rock zu derben Doc Martens, Seidentop unter die Strickjacke – du wirst sehen, dass du auch im Alltag fein sein kannst und die schönen Sachen liegen nicht nur im Schrank herum.

Komplett-Veränderung

Wenn du dich echt von Kopf bis Fuß verändern möchtest, dann nimm eine Liste und schreib alle Kleider auf, die du haben möchtest und mache eine Einteilung nach Dringlichkeit. Nimm dir viel Zeit und fang mit ein paar wenige Teilen an. Wünsch dir zum Geburtstag die neue Jacke, mit der du liebäugelst oder spar immer mal wieder ein paar Euros. Übereile nichts und fall nicht in einen Kaufrausch, sondern habe das Ziel im Blick. Nach und nach wird sich der Inhalt deines Schranks von selbst ändern wenn du weißt, in welche Richtung es gehen soll.

Richtig shoppen

Noch einen Tipp möchte ich dir geben: ist dir aufgefallen, dass du am liebsten in Jeans und Tops rumläufst und darüber eine kuschelige Jacke trägst? Dann kauf dir doch einfach noch ein paar Jeans und mehr von deinen Lieblingstops. Wer sagt denn, dass du 20 verschiedene Looks im Schrank haben musst? Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst. Niemand wird auffallen, dass sich deine Garderobe immer gleicht, aber du fühlst dich eben in genau diesem Outfit gut und musst nicht aus Mangel an Shirts Kleider anziehen, die du eigentlich nicht magst.

Egal, ob nun einfach nur Shirts und Jeans auf deinem Einkaufszettel stehen, du dir ein paar Keypieces dazu kaufen willst oder wirklich eine ganze Menge neu anschaffen möchtest, rate ich dir eines: kauf nie schnell und ohne zu überlegen. Mach dir Gedanken über den Stoff, den Schnitt, die Farben und auch, wieviel Geld du überhaupt zur Verfügung hast. Überleg dir außerdem ein paar Mantras für den Einkauf. Damit du weißt, was ich damit sagen will, verrate ich dir meine:

  • Renn nicht jeder Mode hinterher. Kauf lieber Kleider, die dir lange gefallen
  • Kauf keine verrückten und auffälligen Teile. Die kannst du schwer kombinieren und in ein paar Monaten magst du sie sowieso nicht mehr
  • Halte dich an dein Farbschema: Hauptfarben Weiß/Hellgrau/Schwarz/Dunkelblau, dann gerne auch mal Azurblau, Kobaltblau, Beerentöne, Olive oder Rot. Sei vorsichtig mit Rosa und kaufe niemals Grün
  • Kaufe keine Stoffe, die du bügeln musst und viel Mühe machen
  • Nimm dir Zeit, die Stoffqualität zu prüfen und kauf lieber weniger, dafür hochwertig. Kein Stretch in Jeans, die leihern sonst aus. Vorsicht vor Pilling und dünnen Stoffen, in die der Reissverschluss der Hose Löcher reißen kann
  • Finger weg von Schnitten die rutschen, an denen du rumzubbeln musst oder die nicht perfekt sitzen

Nimm dir Zeit

Wenn du dir Teile online bestellst, dann nimm dir in Ruhe Zeit, um sie anzuprobieren. Ich mache das abends, wenn die Kinder im Bett sind. Schau, ob du Kleidung zum Kombinineren hast, wie sich die Sachen angezogen anfühlen und ob die Größe stimmt. Mein größtes Problem ist und war, dass ich was überstülpe und nach zwei Sekunden denke: mmh, passt und sieht gut aus – nehm ich. Nachher war es dann doch nicht so gut und das Teil lag im Schrank, wie ärgerlich!

Online shoppen

Du suchst nach einem schönen Online-Shop? Ich gucke gerne bei Fashion ID. Dort habe ich mich ein wenig in ein dunkelblaues Strickkleid verguckt und überlege noch, mit welchen Jacken ich es gut kombinieren kann. Gehe auch beim Online-Shopping mit Bedacht vor und bestell dir lieber nicht einen ganzen Haufen Kleidung in verschiedenen Größen. Die Umweltbilanz ist vor allem dann schlecht, wenn viel Ware zurückgeschickt wird. Wenn nicht, gleicht sich das Online-Shopping in etwa mit einem Trip per Auto in die Stadt aus.

Live im Laden

Wenn du im Laden bist, gilt das gleiche: nimm dir Zeit! Dreh dich in der Kabine herum, schau dich von hinten an und setz dich. Nimm doch ein paar Kleidungsstücke von zuhause mit, für die du Kombinationen suchst und bitte ruhig auch eine Verkäuferin um Hilfe. Manchmal hast du Glück und sie hat tolle Ideen. Ich war mal im Breuninger in Stuttgart und da hat mich eine Dame eine halbe Stunde beraten, wie ich eine kurze Latzhose gut kombinieren kann. Mit vielen neue Ideen und ganz begeistert von der Inspiration bin ich nach Hause gegangen und trage diese Hose wirklich dauernd.

Hast du etwas gekauft, lass den Zettel noch dran und trage es eine halbe Stunde zur Probe. Bist du nicht sicher, mach ein Foto, frag eine Freundin und gib es im Zweifelsfall zurück. Behalte keine Klamotten, weil du vielleicht nach der Diät hineinpasst, eventuell irgendwann mal den Mut aufbringst, sie zu tragen oder aber denkst, dass bestimmt eine Zeit kommt, in der das Teil zu deinem Leben passt.

Übrigens macht es total viel Spaß, auf ein wertvolles Teil zu sparen. Ich habe eine Liste mit ein paar schönen Dingen, die teuer sind und die ich mir nicht einfach so leisten kann. Ich spare das Geld und irgendwann gönne ich mir das Teil. Und weißt du was? Manchmal gefällt es mir nach ein paar Wochen, in denen es auf meiner Liste steht, sowieso nicht mehr und ich kann es streichen. Juchuu, wieder ein Fehlkauf weniger. Momentan steht dort eine neue Sonnenbrille, eine schicke Handtasche und besondere Birkenstock-Sandalen. Aber gestern war ich in Stuttgart shoppen und habe mir einen neuen Mantel gekauft, der auch noch im Sonderangebot war. Zuhause habe ich ihn anprobiert und er darf bei mir einziehen. Ein schwarzes Top dagegen geht wiedere zurück in den Laden. Irgendwie hat es mich nicht überzeugt.

So, nun wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Einkaufen. Kaufe behutsam und bedacht und denke jedes Mal an deine Kleiderschrank-Party: nur die wirklich interessanten Gäste haben Eintritt. Zutritt verboten für schwierige Fälle, Billigzeug und unbedachte Trends.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Laura live! Wenn du auch auf Instagram unterwegs bist, freue ich mich total, wenn du Lust hast mir zu folgen. Ich erzähle auf meinem Kanal jeden Tag ein paar Kleinigkeiten aus meinem Leben als Dreifach-Mama in den Instastorys und übe mich darin, schöne Fotos zu schießen.

Das Kleiderschrankprojekt – finde deinen Stil!

Teil 1 von 4

Ich habe es schon öfter in den Instastorys erwähnt: im März geht es los, das große Kleiderschrankprojekt! Bereits im letzten Jahr habe ich hier und hier dazu geschrieben und weil es mir so viel Spaß gemacht hat, starte ich noch einmal durch. Ich wollte dich mit meinem großen Entspannungsprojekt ein wenig inspirieren, um etwas gelassener durchs Leben zu gehen, denn wir Eltern haben ziemlich viel zu tun und oft sind deshalb die Nerven blank. Das möchte ich mit meinem Projekt gerne ein ganz kleines bisschen ändern. Im Januar habe ich Sport und Meditation in meinen Alltag integriert und im Februar Haushalts- und Ordnungshacks ausprobiert. Nun geht es an den Kleiderschrank. Was hat Entspannung denn mit Klamotten zu tun, fragst du dich jetzt vielleicht. Pass auf, ich erkläre es dir:

Wir alle müssen uns ja zwangsläufig mit dem Thema Kleider befassen. Ob wir Mode nun gerne mögen (ich so: Yeaaaar!) oder nicht – etwas anziehen und hin und wieder was Neues einkaufen müssen wir schließlich alle. Die richtigen Kleider haben außerdem ganz viel mit Wohlfühlen zu tun, egal ob wir es gerne schick mögen, bequem, nachhaltig, elegant oder lässig. Vielleicht denkst du beim Thema Mode manchmal

  • Mist, der Schrank ist voll und ich habe nichts anzuziehen
  • Och neee, irgendwie fühle ich mich in diesen Klamotten nicht wie ich selbst
  • Warum sehen andere immer so klasse aus und ich fühle mich wie in er falschen Haut
  • Oh man, dauernd wahllos Klamotten einzukaufen ist ganz schön teuer
  • Ich kaufe oft Teile, die mir dann kurz darauf nicht mehr gefallen

Ich jedenfalls habe mir all diese Fragen dauernd gestellt und mit Hilfe eines Buches, das ich letztes Jahr gelesen habe, meine Probleme gelöst. Klamotten sind für mich kein Stress mehr, weil ich nun weiß, was ich mag, was mir steht und was ich kaufe. Ich habe mir Gedanken über meinen Stil gemacht, über die Farben, die ich mag und auch darüber, von welcher Mode ich besser die Finger lassen sollte. Herausgekommen ist mein ganz eigener Stil und eine kleine Anleitung, die ich im Kopf durchgehe, wenn ich mir ein neues Stück kaufen möchte. Mit dieser kleinen Anleitung kaufe ich nun weniger, bewusster und kritischer. Ich habe im letzten Jahr ziemlich viele Sachen, die ich anfangs klasse fand, wieder zurückgegeben oder gar nicht erst gekauft. Denn eines ist mir bewusst geworden: ich shoppte früher viel Kleidung und sortierte aber genauso viel wieder aus. Das ist schlecht für die Ökobilanz, für den Geldbeutel und das Gewissen.

Kleiderschrankprojekt

Eine Garderobe nur für dich

Und nun möchte ich dir zeigen, wie du mit einer Garderobe, die genau zu dir passt, viel weniger Stress im Leben hast. Wir sortieren gemeinsam den Kleiderschrank aus, schauen uns die Lieblingsteile an, fragen uns, was uns steht und worin wir uns wohl fühlen, sammeln bei Pinterest Inspirationen, erstellen unsere ganz persönlichen Klamottenrezepte und kaufen vielleicht das eine oder andere Stück. Das Ziel soll am Ende des Monats sein, dass du dich kaum noch mit dem Thema Klamotten beschäftigen musst und dich in jedem Outfit wohl fühlst, das du aus dem Schrank ziehst. Hast du Lust? Dann los!

Um mitzumachen musst du weder eine Top-Figur haben noch musst du meinen persönlichen Klamottengeschmack gut finden. Es geht nur um dich und wenn du hier von Bildern von mir zugeschüttet wirst, dann nur, um dir anschaulich zu machen, wie ich zu meinem eigenen Stil gefunden habe. Ich werde immer samstags dazu bloggen, damit alle Leser, die das Thema absolut Nullinger interessiert, Bescheid wissen und die Seite meiden können. Dazu gibts Bilder auf Instagram, kleine Videos in den Storys und ein paar Tipps auf Facebook. Natürlich wäre auch ein Austausch ganz wunderbar, in dem du mir von dir erzählst: schreib mir gerne über die Kommentare oder poste ein Bild auf Instagram, Facebook oder Twitter mit dem Hashtag #meinklamottenrezept. Und falls du dir sofort dieses wunderbare Buch zulegen möchtest, hier ist der (Affiliate)Link dazu: Anuschka Rees, Das Kleiderschrankprojekt.

#meinKleiderschrankprojekt
Anuschka Rees: Das Kleiderschrank-Projekt, Dumont Verlag 2016

Aufgabe eins: Ran an den Schrank

Für diese Woche stelle ich dir eine Aufgabe. Nimm dir eine Stunde Zeit und einen großen Spiegel, lade vielleicht sogar eine Freundin ein. Ich habe letztes Jahr meine Schwester um Hilfe gebeten. Dann machst du deinen Schrank auf und holst alle Klamotten heraus. Ja, wirklich alle. Die Schubladen mit Unterwäsche und Socken kannst du dir später vornehmen, aber Hosen, Shirts, Pullover, Kleider, Schuhe, Jacken – alles raus damit und auf einen Haufen. Jetzt gehst du jedes einzelne Teil durch und stellst dir diese Fragen:

Ziehe ich es gerne an, fühle ich mich darin wohl? Kann ich es schön mit anderen Sachen kombinieren und ist es noch in einem guten Zustand? Habe ich es im letzten Jahr getragen und passt es zu meinem Alltag (mit Kindern)? Wenn du alle Fragen mit ja beantworten kannst, darf es zurück auf den Bügel und in den Schrank. Stell dir den Schrank vor wie deine Geburtstagsparty. Hier haben nur ausgewählte und lieb gewonnene Gäste Eintritt!

Kannst du eine der Fragen mit Nein beantworten? Dann leg das Teil auf einen von zwei Haufen: der erste Haufen ist der mit Kleidern, die du verkaufst/wegwirfst/verschenkst. Der andere Haufen ist der Fragezeichen-Haufen. So gehst du nun Stück für Stück durch. Probier so viele Teile wie möglich an und sei ehrlich zu dir selbst. Wenn Klamotten teuer waren, ist das kein Grund, sie sinnlos im Schrank hängen zu haben. Sieh den Fehlkauf als kleines Lehrstück und sei nicht traurig, denn wir lernen in den nächsten Wochen noch, wie du garantiert keine Kleiderleichen mehr anhäufen wirst.

Wenn du fertig bist mit der Anprobe, widmest du dich dem Fragezeichen-Haufen. Bei welchen Gelegenheiten könntest du die Teile tragen? Sind sie überhaupt alltagstauglich? Vielleicht fällt dir doch eine gute Kombination mit Klamotten ein, die im Schrank hängen. Wenn das der Fall ist, häng das Stück auf einen Bügel und ordne diesen falsch herum in den Schrank. Du wirst schnell merken, ob sich hier doch eine Kleiderleiche eingeschlichen hat, wenn das Stück nach drei Wochen immer noch so rum hängt. Ich habe auch mal ein Foto von mir in den Sachen gemacht. So habe ich immer schnell gemerkt, ob ich das Teil gut an mir finde und es nach LAURA aussieht oder nicht. Wenn du es auch nach drei Wochen nicht anziehen mochtest, weg damit! Es ist kein guter Gast auf deiner Klamottenparty…

Alle anderen Stücke, bei denen du nicht sicher bist, packst du in eine Kiste und stellst sie auf den Schrank oder unter das Bett. Wenn du all diese Teile ein halbes Jahr nicht vermisst, können sie allesamt weg. Übrigens kannst du auch bei T-Shirts, Leggings und Tops so vorgehen. Verbanne all die Teile, die fusseln, löchrig sind oder an denen sich kleine Fadenknötchen gebildet haben. Wenn du sowieso gerade in Schwung bist, kannst du direkt Socken, Strümpfe und Unterwäsche durchschauen und nach dem selben Plan vorgehen.

Was bleibt übrig?

So, nun hast du eine Schrank mit vielen Kleidern, die du gerne magst. Schau dir die Auswahl mal genauer an. Kannst du ein Schema erkennen? Ist alles schön bunt oder eher farblich gedeckt? Gibt es ein paar Farben oder Stoffe, die überwiegen? Wieso magst du diese Teile so gerne? Wenn du Muße hast, mach dir ein paar Notizen. Du hast nun schon viele Hinweise auf deinen eigenen Stil bekommen und weißt eine grobe Richtung deiner perfekten Garderobe. In der kommenden Woche trägst du einfach nur diese ausgewählten Kleider und machst jeden Tag ein Foto von dir oder von der Auswahl. Das geht mit dem Handy ja ganz schnell. Und nächsten Samstag sehen wir uns wieder.

Ich habe letztes Jahr eine ganze Menge aussortiert und der kritische Blick meiner Schwester hat mir dabei geholfen. Mir wurde außerdem klar, dass ich nur Kleider trage, die auch zu meinem Alltag passen. Eine Seidenbluse bügle ich niemals und empfindliche Stoffe sind mit kleinen Kindern sowieso schwierig. Auch tief sitzende Jeans mag ich nicht mehr, genauso wenig wie Kleider in Rosa- oder Grüntönen. Auch dieses Jahr habe ich in Vorbereitung auf das Projekt aussortiert und es sind nur drei Teile, die ich nicht mehr mag. Ich war richtig stolz, denn mein Kleiderschrankprojekt hat wirklich etwas bewirkt und ich freue mich sehr, wenn es dir genauso geht.

Jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Aussortieren!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Laura live! Wenn du auch auf Instagram unterwegs bist, freue ich mich total, wenn du Lust hast mir zu folgen. Ich erzähle auf meinem Kanal jeden Tag ein paar Kleinigkeiten aus meinem Leben als Dreifach-Mama in den Instastorys und übe mich darin, schöne Fotos zu schießen. Außerdem plane ich mit dir mein Kleiderschrankprojekt und poste immer mal wieder mein Outfit des Tages.

Eines bekommst du kostenlos mit den Kindern dazu: eine Ausbildung in Sachen Kindermedizin. Niemals in meinem ganzen Leben war ich so oft beim Arzt und leider auch im Krankenhaus, wie in den letzten sieben Jahren, in denen ich drei Kinder bekommen habe. Zum Glück wird man mit jedem weiteren Kind ein wenig lockerer und weiß Bescheid, sodass man das Ausmaß von Schnupfen, Husten und Magenweh ganz gut einordnen kann. Muss ich wirklich zum Kinderarzt oder warte ich erst ab? Diese Frage kann ich nun entspannter beantworten. Dass Mamas beim ersten Kind Dauergast in der Kinderarztpraxis sind, ist vermutlich normal. Nun sieht unser Arzt uns höchstens drei Mal im Jahr zum Impfen oder für die Vorsorgeuntersuchungen (*klopfaufdentisch*). Ziemlich wichtig ist aber, eine Hausapotheke mit den wichtigsten Arzneimitteln da zu haben. Was da genau drin ist, unterscheidet sich von Familie zu Familie und hängt natürlich auch damit zusammen, wie man zu Homöopathie und Medikamenten aus der Apotheke steht.

Eines habe ich in den letzten Jahren gelernt: die Hausapotheke gut zu sortieren ist genauso wichtig. Denn wie oft standen Anton und ich nachts hundemüde vor unserem Chaos-Schrank und suchten Nasentropfen für Säuglinge oder ein Zäpfchen gegen Übelkeit. Heute erzähle ich dir, wie ich Ordnung ins Chaos bekommen habe und möchte damit meinen Beitrag zur Blogparade von Anitas Blog Rosanisiert, Sabines Blog Ordnungsliebe, Sundays Blog the organized cardigan postenhen: Alles neu macht der Frühling: Mein Tipp für ein ordentliches 2018

Wie du deine Hausapotheke sortieren kannst

Ganz wichtig, wenn du dir deine Hausapotheke vornimmst, ist das Beachten des Verfallsdatums. Als ich mir die Medikamente genauer angeschaut habe, bekam ich einen richtigen Schreck. Eine Wund- und Heilsalbe aus dem Jahr 2011 und Zäpfchen, die vor vier Jahren abgelaufen waren, kamen sofort in den Müll. Alle anderen Medikamente habe ich erst einmal rausgeholt und auf den großen Esstisch gelegt. Dann habe ich sortiert und zwar nach folgendem Schema: Alle Medikamente für uns Erwachsene habe ich auf die eine Seite gelegt, die Kindermedikamente auf die andere Seite. Diese beiden Seiten habe ich wiederum nach Thema sortiert. Bei uns Großen ist das

  • Erkältung (Nasentropfen, Halstabletten, Hustensaft, Wärmelampe, Nasendusche etc)
  • Haut (Pflaster, Cremes, Antipilzmittel und sowas)
  • Muskeln und Verspannung (Wärmekissen, Massageöl, Cremes, Igelbälle)
  • Magen (Kohletabletten, Anti-Übelkeittabletten, Kirschkernkissen etc.)

Diese Themen habe ich dann in Kisten sortiert (du kannst auch Schuhkartons nehmen) und beschriftet. Zum Beschriften nehme ich übrigens immer Kreppband, denn das lässt sich schnell und vor allem rückstandslos entfernen.

Dann habe ich mich der Kinderapotheke gewidmet. Die stelle ich dir ein bisschen genauer vor. Ich selber benutze keine homöopathische Medizin, bin aber der Meinung, dass es eine wunderbare Sache für Familien ist, in denen sie funktioniert. Unsere Art, mit Medikamenten umzugehen, ist folgende: wir versuchen immer, so weit es geht mit natürlichen Mitteln zu heilen. Da gibt es nämlich eine ganze Menge, was gegen unbedenkliche Erkrankungen wie Schnupfen oder Magen-Darm-Infektionen hilft. Wenn das nicht klappt, greife ich auch zu Medikamenten aus der Apotheke, die uns unser Kinderarzt empfohlen hat. Zum Arzt gehen wir so selten wie möglich, allerdings war ich immer vorsichtiger, als die Kinder Babys waren. Da finde ich, geht man besser einmal zu viel als zu wenig. Wenn sich Erkältungskrankheiten nach drei Tagen nicht bessern, der Husten weh tut oder das Fieber nicht sinkt, gehe ich zum Arzt. Es ist ein großes Glück, wenn du wie ich einen Kinderarzt hast, dem du vertraust.

Apotheke für Kinder

Hier habe ich vier kleine Plastikkisten zusammengestellt:

Hals-Nasen-Ohren

  • Erkältungsbalsam für die Großen mit Eukalyptus
  • Erkältungsbalsam für den Kleinen mit Thymian-Myrte
  • Halströster für Wickel und Mundspülungen
  • Wärmebalsam für die Füße
  • Nasentropfen (für jedes Alter, abschwellend)
  • Kochsalzlösung für die Nase
  • eine Ohrenkompresse gegen Ohrenschmerzen
  • Inhaliergerät und Kochsalzlösung
  • getrocknete Kräuter für einen Tee
  • Engelwurzbalsam (unter die Nase reiben)

Außerdem habe ich mir aus einem wunderbaren Buch mit dem Titel Wickel und Co. Bärenstarke Hausmittel für Kinder (Affiliate Link) herausgeschrieben, was ich bei Husten, Schnupfen und Halsweh tun kann. Nämlich immer, wenn es den Kindern schlecht geht, fällt mir in sorgenvollen Momenten nichts mehr ein und ich habe auch keine Nerven, nachzulesen. Ich habe dir hier eine Liste eingefügt, die du dir ausdrucken, ergänzen (Word-Dolument) und in deine Apotheke legen kannst:

Anleitung für die Hausapotheke

Anleitung für die Hausapotheke (Word-Dokument zum Ergänzen)

Magen-Darm

  • Kirschkernkissen
  • Elektrolyt-Lösung
  • Zäpfchen gegen Übelkeit
  • Kohletabletten
  • Salzstangen
  • eine kleine Flasche Spezi

Bei Magenbeschwerden hilft übrigens selbstgekochte Möhrensuppe besser als Spezi oder Cola, aber die Kinder freuen sich so, wenn sie mal Spezi trinken dürfen. Daher habe ich das immer parat. Hier habe ich schon einmal einen Text mit Tipps geschrieben, die bei Magen-Darm-Infektionen helfen.

Fieber und Schmerzen

  • Pflaster (mit bunten Motiven!)
  • Fiebersaft
  • Zäpfchen gegen Fieber
  • Thermometer
  • Mullwindeln für Wadenwickel
  • Zettel: was tun bei Fieberkrämpfen

Unser Kleinster neigt zu Fieberkrämpfen. Die sind zwar meist harmlos, aber wenn Eltern so einen Krampf das erste Mal erleben, ist es einfach fürchterlich. Wir waren nach dem ersten Anfall auch im Krankenhaus und haben Medikamente (müssen in den Kühlschrank) und Anweisungen bekommen. Daher möchte ich für einen solchen Fall alles sofort parat haben. Bei Fieber greife ich nicht so schnell ein, beim Kleinen gebe ich allerdings aus diesem Grund schon früher ein Zäpfchen.

Wickelkiste

  • Wickel (hier findest du eine Anleitung zum Selbernähen)
  • Mulltücher
  • Thymian-Amgelika-Öl für Wickel
  • Heilwolle
  • Bienenwachswickel
  • Ätherisches Öl Lavendel fein

Immer wieder überprüfe ich die Kisten und schaue, dass nichts fehlt. Denn diese nächtlichen Notfälle, in denen ein Kind nicht mehr aufhört zu husten (hier findest du einen Text mit Tipps dagegen), die Nase verstopft ist oder es sich auf einmal übergeben muss, sind für Eltern und Kinder schon schlimm genug. Wenn dann nicht die richtigen Medikamente zur Hand sind, werde ich hektisch und das hilft in diesen Momenten Niemandem. Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Sortieren. Meine Liste mit Medikamenten ist keinesfalls die einzig wahre. Ich denke, da hat jeder so seine Mittelchen. Aber die Einteilung nach Krankheiten ist wirklich hilfreich. Ich möchte dich noch darauf hinweisen, dass ich keine medizinische Ausbildung habe und all diese Infos auf Erfahrungswerten beruhen. Bitte geh mit deinen Kindern immer zum Arzt, wenn du dir Sorgen machst. Aber ich hoffe, du konntest ein paar Tipps gebrauchen.

Bleib fröhlich und unperfekt und vor allem eines: gesund!

Deine Laura

Gewinnspiel: Ein Satz warme Ohren

Und weil zur Zeit alle krank sind und vielleicht auch du unter Schnupfen leidest, habe ich was für dich! Ich verlose hier und auf Instagram zwei Stirnbänder mit stylischem Twist, die ich aus Baby-Alpaca-Wolle gestrickt habe. Mit diesem Stirnband bleiben deine Ohren ganz sicher muckelig warm, aber die Frisur unbeschädigt 🙂

 

So machst du mit beim Gewinnspiel: 

1. Hinterlass hier unten einen Kommentar

2. Folg HeuteistMusik bei Facebook ODER hier bei Instagram. 

Das Gewinnspiel läuft bis zum 28.02.2018 um 23.59h. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren aus Deutschland. Der/die Gewinner/in wird per Los ermittelt und via E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weiter gehts mit dem Entspannungsprojekt und zwar im Februar mit dem Thema Ordnung und Haushalt. Weil ich da immer wieder auf der Suche nach Inspiration bin, habe ich die wundervolle Anita vom Blog Rosanisiert gebeten, mir ein paar Fragen zu beantworten. Und ich habe mir nicht zu viel versprochen: Anita ist nicht nur kreativ und hat tolle Ideen für mehr Ordnung in der Familie, sondern sie ist auch noch super witzig und hat ein paar gute Gedanken zur Gleichberechtigung aufgeschrieben. Ich freue mich, dir heute diese wunderbare Gastbloggern zu präsentieren. Und hüpf unbedingt auf ihren Blog, es lohnt sich jedes Mal!

Anita räumt auf

Laura: Wie schaffst du es ein wenig Ordnung in das Familienchaos zu bringen?

Anita: Ganz einfach – ich habe angefangen darüber zu bloggen ☺. Auf meinem Blog Rosanisiert (= rosa & organisiert) dreht sich alles um Ordnung, Putzen und unser Familienleben mit drei Kindern. Wenn ich jetzt etwas putze oder aufräume, dann kann ich es direkt für einen Blogartikel verwenden. Dafür teste ich immer verschiedene Ordnungsstrategien aus, die sich auch gut mit Kindern umsetzen lassen. So habe ich also Haushalt und Arbeit perfekt miteinander verknüpft.

Laura: Wie wichtig ist Ordnung und eine gute Organisation für dich?

Anita: Ehrlich gesagt, sehr wichtig. Ich bin ein großer Fan von Ordnung und könnte Stunden damit verbringen, schöne aufgeräumte Zimmer bei Instagram oder Pinterest zu betrachten. Allerdings bin ich ja selbst leider eher unordentlich und bezeichne mich als anonyme Chaotin. Hier hilft mir die Arbeit an meinem Blog sehr, immer wieder etwas Ordnung in unser Alltagschaos zu bringen.

Laura: Sieht es bei dir manchmal chaotisch aus?

Anita: Chaotisch, bei uns? Niemals! Selbstverständlich ist bei uns alles immer perfekt aufgeräumt. Also bis auf das Kinderzimmer, da herrscht eventuell ein kleines bisschen Unordnung. Ok, und vielleicht in der Küche. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann auch noch im Wohnzimmer, im Bad und im Schlafzimmer. Aber unsere Abstellkammer, die ist wirklich wahnsinnig – nun ja unordentlich. Ihr seht, ich habe den Haushalt voll im Griff.

Laura: Wie räumt ihr zuhause auf, gemeinsam mit den Kindern oder machst du es eher alleine?

Anita: Mir ist es sehr wichtig, dass wir zuhause alle mit anpacken und nicht nur einer für die ganze Arbeit verantwortlich ist. Haushalt ist schließlich Familiensache und auch kleine Kinder können schon altersentsprechende Aufgaben (z.B. Tisch decken, Kleidung aufräumen, Spielzeug wegräumen) übernehmen. Trotzdem erlebe ich immer wieder Familien, in denen nur eine Person – meistens die Mutter – die Hauptarbeit übernimmt. Diese Zeit fehlt den Frauen dann aber häufig für die eigene Karriere oder eben für die Kinder oder den Partner. Natürlich muss das jede Familie individuell für sich regeln, aber ich glaube, hier gibt es trotzdem noch viel Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Arbeit im Haushalt wieder mehr wertgeschätzt wird und nicht als spießig, nebensächlich oder unwichtig angesehen wird. Alle Arbeiten rund ums Haus sorgen schließlich dafür, dass sich eine Familie zuhause wohl und geborgen fühlt – damit zählt die Hausarbeit mit zu den wichtigsten Aufgaben überhaupt.

Laura: Welches sind deine besten Tipps für Ordnung mit Kindern? Hast du da ein paar richtig gute Hacks die richtig was bringen?

Anita: Mit drei Kindern ist das tägliche Aufräumen natürlich immer eine Herausforderung. Bei uns funktioniert Aufräumen besonders gut, wenn wir ein lustiges Spiel daraus machen. Der Beitrag Die besten Aufräumspiele für Kinder zählt übrigens zu den meistgelesenen Artikeln auf meinem Blog.

Außerdem akzeptieren Kinder Aufgaben leichter, wenn es eine klare Regel oder einen festen Plan gibt. Wir haben z.B. einen Kinderzimmerdienst, einen Baddienst, einen Küchendienst und einen KIKAdienst festgelegt, die täglich zwischen den Kindern wechseln. Dabei ist die Regel, dass jedes Kind zwar seine eigenen Sachen wegräumen muss, aber am Abend nicht mein Mann oder ich, sondern z.B. der Kinderzimmerdienst überprüft, ob das Kinderzimmer aufgeräumt ist. So halten sich die Kinder auch untereinander zu Ordnung an. Funktioniert super. Also meistens jedenfalls ;). Ehrlich gesagt klappt am besten der KIKAdienst, der das Fernsehprogramm auswählen darf.

Ein weiterer Tipp ist, die Wohnung so einzurichten, dass die Kinder leicht Ordnung halten können. Im Bad hat z.B. jedes Kind einen kleinen Korb in den abends die getragene Kleidung und morgens die Schlafanzüge kommen. Auch im Flur gibt es feste Haken für Jacken und Taschen/Ranzen und für jedes Kind eine eigenen Schublade, in die Mützen, Schals und Handschuhe geräumt werden. Auch in der Küche sind die meisten Dinge so eingeordnet, dass die Kinder auch beim Tischdecken mithelfen können.

Manchmal fällt dieses System aber auch auf mich selbst zurück. Wenn ich also meine Handtasche auf den Boden stelle, dann bekomme ich unter Garantie ein „Mama, was macht deine Handtasche in der Küche?“ zu hören.

Laura: Bist du manchmal genervt von dem vielen Aufräumen?

Anita: Hier kann ich nur mit Karl Lagerfeld antworten: “Ich kenne keinen Stress, ich kenne nur Strass.“ Mit anderen Worten, wie könnte man von einer so erfüllenden Aufgabe, wie dem Aufräumen genervt sein? Das habe ich eben auch zu meinem Mann Prof. M. gesagt und mich schnell mit dem Computer in ein Cafe verzogen, um deine Fragen zu beantworten. Ich glaube, er genießt es gerade sehr, endlich mal wieder aufzuräumen. Das Schöne am Aufräumen ist ja, dass es NIE aufhört. Man hat also jeden Tag eine erfüllende Aufgabe vor sich. Ihr seht – Einstellung ist alles ;).

Laura: Welcher Ordnungstipp bringt Entspannung im Haushalt?

Anita: Ganz einfach, so wenig wie möglich zuhause sein, eine schwache Brille tragen und natürlich nicht zu kritisch mit sich selbst zu sein und seine Idealvorstellung etwas an die Realität anzupassen. Für mehr Ordnung zu Hause hilft außerdem besonders gut, regelmäßig Besuch einladen. Das bringt zwar keine Entspannung, ist aber sehr effizient.

Laura: Wie entspannst du im Alltag und unter der Woche?

Anita: Mein Mann arbeitet im Ausland und ich bin oft alleine mit den drei Kindern zu Hause. An diesen Tagen fällt mir Entspannung immer sehr schwer. Ansonsten entspanne ich sehr gut beim Yoga und beim Shoppen, obwohl letzteres nicht gerade zuträglich für mehr Ordnung und das Familienbudget ist.

Laura: Wie planst du eure Termine?

Anita: Ich kann ja leider immer so schlecht nein sagen und will immer so viel wie möglich erleben und schaffen. Deshalb ist unser Terminplan immer viel zu voll. In diesem Jahr probiere ich zum ersten Mal ein Bullet Journal aus, das man ganz individuell anpassen kann. Das macht mir bisher sehr viel Spaß und hilft mir, beim Planen zu entspannen. Bullet Journals können ganz unterschiedlich sein, ich nutze meinen Planer als Kalender-, Notiz und Zeichenheft und schreibe auch meine To-Do-Listen dort hinein. So habe ich alles an einem Ort.

Laura: Hast du einen Rat für andere Mütter, die im Chaos versinken?

Anita: Als erstes sollten sie natürlich alle Beiträge von eurem tollen Entspannungsprojekt lesen, das ist schon einmal sehr inspirierend. Danach könnten sie das Rosanisiert-Prinzip anwenden: Es besagt, dass man versuchen sollte, dem Chaos und dem Aufräumen mit einer positiven Einstellung zu begegnen. Das gelingt natürlich nicht immer, aber man kann sich eine bestimmte Sichtweise auch ein bisschen antrainieren. Als nächstes finde ich immer ein tolles Outfit, in dem man sich wohlfühlt wichtig. Denn mit einem guten Look ist man gleich viel motivierter, nervige Arbeiten anzugehen. Das Outfit steht für mich dabei auch symbolisch für Selbstliebe. Im Alltagstrott kümmert man sich ja gerne immer zuerst um die Kinder und kommt dabei selbst zu kurz. Außerdem hilft es mir immer die Dinge systematisch anzugehen. Bei der Hausarbeit ist es ja meistens so, dass man eine Aufgabe beginnt und währenddessen tausend andere Orte entdeckt, die auch dringend geputzt werden müssten. Hier würde ich raten, wirklich erst einmal eine Sache abzuschließen, bevor man die nächste beginnt. So türmen sich nicht immer die halberledigten Vorhaben. Und natürlich am wichtigsten – die ganze Familie mit einbeziehen. Hausarbeit ist schließlich nicht nur die Aufgabe der Mütter. Wenn die Arbeit zuhause gemeinsam angegangen wird, ist sie nur noch halb so schlimm. Hier müssen viele Mütter aber auch lernen loszulassen und Verantwortung abzugeben, auch wenn der Partner oder die Kinder sie vielleicht auf eine andere Art erledigen als sie es machen würden.

Liebe Anita, ganz lieben Dank für deine tollen und humorvollen Antworten. Und dir, liebe Leserin oder lieber Leser, wünsche ich nun einen guten Start in die Woche. Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Laura live! Wenn du auch auf Instagram unterwegs bist, freue ich mich total, wenn du Lust hast mir zu folgen. Ich erzähle auf meinem Kanal jeden Tag ein paar Kleinigkeiten aus meinem Leben als Dreifach-Mama in den Instastorys und übe mich darin, schöne Fotos zu schießen. Außerdem plane ich gerade mein Kleiderschrankprojekt, das Entspannungsprojekt-Thema im März, und poste immer mal wieder mein Outfit des Tages. Übrigens ist auch Anita dort unterwegs. Sie hat sich 25 Klamottenteile aus dem Schrank ausgesucht und sich eine Capsule Wardrobe erstellt – ich bin super gespannt, wie die aussieht!

(Werbung) Ein feines Näschen: warum wir bei Düften vorsichtig sind

Ich bin ein totaler Duftmensch und liebe gute Gerüche. Meine Familie lacht mich sogar aus, weil ich immerzu an allem schnuppern muss. Witzigerweise habe ich diese Eigenart an meine Tochter weitergegeben, die ein ganz feines Näschen hat und sich immer freut, wenn sie irgendwo eine gute Brise erhascht. Seit meiner ersten Schwangerschaft hat sich mein Duftempfinden aber total verändert. Zuvor habe ich Parfüms, Waschpulver und Shampoos geliebt und genau diese Düfte wurden von nun an unangenehm. Seit fast sieben Jahren stehe ich deshalb total auf Naturkosmetik und benutze insgesamt viel weniger Düfte. Auch Waschmittel kommt bei mir nur noch in minimaler Dosis in die Maschine. Trotzdem kann ich ohne gute Gerüche nicht leben, denn sie lösen in mir schöne Gefühle aus: Mit dem richtigen Duft beame ich mich kurz mal raus aus dem Alltag und kann total gut entspannen.

Allerdings achte ich bei ätherischen Ölen immer auf Qualität, denn bei Kindern bin ich mit Raumbeduftung vorsichtig. Zunächst einmal wende ich immer nur ganz wenig davon an und schaue auch genau darauf, welche Düfte für Kinder geeignet sind. Am liebsten benutze ich die Duftöle von PRIMAVERA, denn sie sind naturbelassen und nicht verändert, enthalten keine synthetischen Zusätze und sind sortenrein, das heißt, dass sie nicht mit anderen Ölen gestreckt sind. Wir sind mindestens drei Mal im Jahr im Allgäu und dann gucke ich immer gerne in Oy-Mittelberg im Shop vorbei. Dort gibt es eine gigantische Duftauswahl und ich nehme mir immer einen neuen Lieblingsduft für mich und die Kinder mit.

Urlaub mit Kindern Allgäu

Oh, wie das hier duftet!

Weil wir vor einiger Zeit umgezogen sind und ich ein neues Arbeitszimmer eingerichtet habe, habe ich mich viel mit der Wohlfühlatmosphäre in diesem Raum beschäftigt. Mein Vater hat mir einen wunderschönen Schreibtisch gebaut, ich habe ein paar neue Regale gekauft und Bilder aufgehängt. Aber irgendwie fehlte mir noch etwas zu meinem Glück. Wie schön, dass ich den Duftvernebler gefunden habe. Dieses schöne Gerät von PRIMAVERA sieht nämlich nicht nur super aus, sondern verströmt auch zarte Nebelschwaden, die mit meinem Lieblingsduftöl mein Zimmer in eine richtige Wohlfühloase umwandeln. Vorher hatte ich ein Duftlämpchen hier drinnen, aber die Frage, ob ich es beim Verlassen des Hauses auch ausgemacht habe, hat mir die Nerven geraubt. Diese Lösung ist nun perfekt für mich. Als großer Lavendelfreund träufele ich zu dem Wasser, das in den Vernebler gefüllt wird, ein paar Tropfen Lavendel-Öl und schalte das Gerät an. Es plätschert ein wenig vor sich hin und schon duftet es herrlich. Orange ist mein zweiter Lieblingsduft und ich finde, dass es sich gleich viel entspannter arbeiten lässt.

Duftvernebler

Im Badezimmer habe ich nun auch ein Fläschchen mit Raumduft. Du kannst eines von PRIMAVERA fertig kaufen, ich liebe den Duft Gute Laune. Wenn ich davon genug habe, mische ich mir einfach ein neues an. Die Glasflasche lässt sich ganz einfach aufschrauben und befüllen. Du nimmst 10 Tropfen des Duftöls deiner Wahl, einen Teelöffel 90-prozentigen Alkohols aus der Apotheke (beim Kauf wies mich die Apothekerin extra darauf hin, dass er nicht zum Trinken sei!) und 100 ml destilliertes Wasser. Einfach schütteln und schon hast du einen neuen Raumduft gemischt.

Alltagspause mit Massage

Überhaupt kannst du mit dem Duftölen von PRIMAVERA eine ganze Menge tolle Sachen machen! Genial sind natürlich Massagen. Dafür gibt es das gut verträgliche Mandelöl in Bio-Qualität, von dem du einfach 100 ml nimmst und es mit 5-10 Tropfen deines Lieblingsöls vermischst. Ich habe öfter mal Nackenbeschwerden und bitte dann Anton, dass er mir den Nacken massiert. Frag doch mal deinen Liebsten, ob er das heute Abend für dich tun kann! Dazu setzt du dich bequem aufs Sofa und machst Nacken und Hals frei. Bei der Massage nun mit den Fingerspitzen langsam die Muskeln auflockern und die Finger dorthin legen, wo der Kopf mit dem Nacken verbunden ist. Beim Massieren einen sanften Druck ausüben und vom Nacken auf die Schultern übergehen. Ich wette, dass du nach einer 5-minütigen Massage ein ganz neuer Mensch bist, und auch deinen Kindern tut so eine kleine Massage richtig gut.

Eine tolle Idee ist auch eine sanfte Fuß- oder Handmassage. Dafür gibst du 50 ml Mandelöl, 8 Tropfen Lavendel Fein und 2 Tropfen Zeder in ein Schälchen und massierst dir selber oder deinen Kindern den Fuß oder die Hände. Das tut richtig gut, wenn ihr mal unruhig seid oder nicht einschlafen könnt.

Und ich habe noch eine Massage-Idee: Hast du dir schon einmal die Ohren massiert? Dafür gibst du 3 Tropfen Lavendel Fein und 1 Tropfen Zeder sowie 5 ml in ein Schälchen und massierst dir damit die Ohrmuschel. Das ist eine echte kleine Auszeit im Alltag und ich mache es manchmal in meiner Mittagspause. Das tut richtig gut und danach dufte ich auch noch so angenehm. Ich finde diese natürlichen Düfte viel angenehmer als jedes Parfüm!

Minze gegen Migräne

Ich leide immer wieder unter Migräne und was mir dann total hilft, ist der Aromastick Klarer Kopf mit Minze. Ich rolle ihn mir über Nacken und Schläfen und lege mich dann ins Bett. Das tut total gut auf der Haut und hilft gegen den Kopfschmerz. In meiner Handtasche ist auch einer dabei und ich kann ihn dir gegen jede Art von Kopfschmerz sehr empfehlen. Was in diesem Fall übrigens auch gut hilft, ist ein Säckchen mit Leinsamen.

Das kannst du ganz einfach selber nähen und mit Leinsamen befüllen. Lege es je nach Bedarf eine halbe Stunde in die Gefriertruhe oder eine Minute bei 400 Watt in die Mikrowelle. Danach legst du es dir über die Augen. Luise hat auch so ein Kissen, auf das ich noch ein bisschen Orangenöl gebe. Dann liegt sie in ihrem Bett und ich lese ihr eine Geschichte vor – ein Traum! Du kannst das Säckchen zusammen mit dem Roll-On auch gut an Kopfschmerzgeplagte verschenken!

Weitere Ideen für Duftöle

Aber es gibt noch so viel mehr, was du mit den ätherishen Duftölen von PRIMAVERA machen kannst. Das Gute ist, dass die Düfte naturrein sind, das bedeutet, dass sie ausschließlich von der angegebenen Pflanze stammen und einer strengen Qualitätskontrolle unterliegen. Der Duft Lavendel fein ist außerdem in Demeter-Qualität, das ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Lavendel fein benutze ich deshalb auch gerne für die Kinder, zum Beispiel für einen Lavendel-Wickel gegen Husten und Bronchitis. Wie du einen Wickel selber machen kannst, habe ich hier beschrieben.

Außerdem kannst du mit den ätherischen Ölen

  • ein Aromabad nehmen. 5-15 Tropfen Öl in ein bis zwei Löffel Honig rühren und in ein Vollbad geben oder 3-5 Tropfen sowie eine Handvoll Meersalz für ein Fußbad verwenden
  • deine Wäsche beduften. 1 Tropfen deines Lieblingsöls auf ein Stück Stoff träufeln und es in deinen Kleiderschrank legen
  • eine Gesichtsmaske machen. 2 Tropfen ätherisches Öl mit 1 Teelöffel Mandel- oder Olivenöl mischen und mit drei Esslöffeln Speisequark vermischen. 10 bis 15 Minuten einweichen lassen.
  • Putzmittel herstellen. 3 bis 5 Tropfen Öl mit etwas Flüssigseife mischen und in 5 bis 8 Liter Wasser geben. Diese Mischung reinigt super gut und verleiht dem Raum einen feinen Duft
  • die Wäsche beduften. Gib 2 bis 3 Tropfen Aromaöl anstelle eines Weichspülers in den letzten Spülgang

Und nun wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Entspannen. Leg die Beine hoch, mach es dir ab und zu gemütlich oder tut euch in der Familie mit einer Massage gegenseitig etwas Gutes.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ps.: Warum ist dieser Text mit „Werbung“ gekennzeichnet? Ich weiß dein Vertrauen zu schätzen und erzähle dir hier meine ehrliche Meinung, auch wenn es sich um eine Zusammenarbeit mit PRIMAVERA handelt. Wenn du mehr zum Thema Kooperationen bei Heute ist Musik erfahren möchtest, klicke einfach hier.