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Haushalt & Ordnung

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Ideen für einen entspannteren Familienalltag

Kennst du das Gefühl, dass dir mal wieder alles über den Kopf wächst? Im Alltagstrott fühle ich mich manchmal wie eine Ertrinkende, die Mund und Nase gerade so über Wasser hält und jederzeit davor steht, unterzugehen. Ich organisiere mich eigentlich recht gut, bereite den nächsten Tag vor und kümmere mich gemeinsam mit Anton um Haushalt, Kids und Co. Aber dauernd kommt etwas dazwischen und ich fühle mich alle paar Tage wie eine Schülerin, die nicht wusste, dass heute Abiklausur ist.

Verloren im Alltagswahnsinn

Die Kindergärtnerin erinnerte mich neulich daran, dass Luise dringend ausgeblasene Eier braucht. Und der Fußballverein mahnte, weil ich die Jahresgebühr für Jimmy nicht überwiesen habe. Die Kinder meckern, weil ich eigentlich noch in dieser Woche mit ihnen in den Märchengarten gehen wollte und meine Freundin ruft mich an und fragt, warum ich ihr auf die Whats-App-Nachricht nicht antworte. Alles, was ich mir in diesen Momenten wünsche, ist mehr Übersicht in all dem Chaos. Etwas weniger Termine, Ordnung im Zettelwust und einen Alltag mit einer auf das Notwendigste reduzierten To-Do-Liste.

Der Minimalismus-Trend kommt sicher nicht von ungefähr, denn Emails, Whatsapp-Nachrichten und Social Media-Kanäle vermitteln den Eindruck, jederzeit verfügbar sein zu müssen. Eltern sind in dieser Hinsicht besonders gefordert, denn keine Klasse ohne Whatsapp-Chat, keine Krabbelgruppe ohne Terminabsprachen. Klamottenberge, Spielzeugtürme, Speisepläne, die verschiedenen Geschmacksrichtungen entsprechen sollen und unendlich lange Packlisten vor jedem noch so kleinen Übernachtungsausflug kommen täglich dazu.

Mein Weg aus dem Chaos

Ich sage es dir ganz ehrlich: ich habe keinen Weg. Manchmal ist die einzige Möglichkeit, das Chaos zu akzeptieren. Niemals werden Kinderzimmer immer aufgeräumt sein und Verreisen mit Familie bedeutet nun einmal, einen Tag lang Listen abzuhaken. Wenn das Haus grundgereinigt ist, ist es ziemlich sicher 24 Stunden später wieder unordentlich. Ein sauberes Klo in einem Haushalt mit drei Kindern unter acht Jahren hat eine Halbwertszeit von fünfzehn Minuten. Ich sage dir eine zweite ehrliche Tatsache: ich mag es gerne sauber und ich kann definitiv nicht die Beine hochlegen, wenn sich drei Ladungen Wäsche übereinander türmen. Das Sprichtwort „Gute Mütter haben schmutzige Böden und glückliche Kinder“ macht mir jedes Mal ein schlechtes Gewissen, weil meine Kinder Unglücksraben sein müssen, so oft wie ich staubsauge. Aber ich merke, dass ich mich auch ein wenig verändern kann. Wenn ich nach Hause komme und meine vier liebsten Menschen sitzen inmitten einer Küchenschlacht, weiß ich, dass in einer halben Stunde alles aufgeräumt sein könnte. Und wenn ich mal wieder von der Lehrerin daran erinnert werde, zehn Euro für die Klassenkasse zu zahlen, weiß ich, dass davon die Welt nicht untergeht.

Hier kommt ein Buchtipp

Außerdem wurde ich neulich auf ein gutes Buch aufmerksam gemacht. Der Rohwolt Verlag hat mir „Minimalismus für Eltern“ (Affiliate Link) von Asha Dornfest und Christine Koh als Rezensionsexemplar geschickt und ich muss sagen, dass ich einige tolle Tipps übernommen habe. Zwei Mütter stellen hier in verschiedenen Kapiteln alltagstaugliche Strategien vor, wie Zeitplanung, Schule und Freizeit entspannter gestaltet werden können.

Geldangelegenheiten

In meinem eigentlich ganz gut sortierten Leben gibt es eine Schwachstelle: mein Konto. Da fließen Beträge rein und raus und für mich ist es immer eine große Überraschung, wenn ich ab und zu reingucke, denn mal ist noch viel übrig, mal eher weniger. Dauernd werden ominöse Beträge abgebucht (Einkauf im Drogeriemarkt) oder es kommt was rein (Verkauf auf ebay-Kleinanzeigen). Dieses Wirrwarr ist stressig, weil ich nicht weiß, was ich eigentlich im Monat für ein Budget habe. Vielleicht könnte ich meine Arbeitszeit oder meinen Konsum reduzieren, was zu mehr Zeit und weniger Stress führen würde? Auf Anregungen des Buches habe ich mir eine Haushalts-App besorgt, in die ich einmal im Monat Ein- und Ausgänge eingebe. Jetzt habe ich einen Überblick und den Beweis, dass ich hier und da zu viel ausgebe (wenn du weißt, wie gerne ich Kleider kaufe, kannst du dir die Antwort vorstellen…)

Netz hat Pause

Diese ewige Verfügbarkeit per Smartphone ist echt krass, oder? Selbst wenn ich es nicht nutzen will und es mal zuhause lasse, stresst es mich, denn garantiert ist irgendwas Wichtiges vorgefallen und es warten 22 Whats-App-Nachrichten, gelesen zu werden. Ich war es neulich leid, mir all die Nachrichten der Fußballvereinseltern durchzulesen, denn deren Message, dass die Söhne krank sind, erreicht JEDEN! So habe ich aber auch überlesen, dass der Trainer Grippe hat und Jimmy und ich standen vor verschlossenen Türen. Aber ich habe mir jetzt vorgenommen, nachmittags das olle Ding wegzulegen und auch abends möchte ich es nicht mehr auf dem Nachtisch liegen haben. Solange wir wissen, dass es Kindern und Mann gut geht, kann doch so viel Schlimmes nicht passieren, oder?

Alltags-Erleichterer

Und noch ein paar kleine Dinge habe ich aus dem Buch übernommen. Weil ich immer vergesse, Jimmy sein Taschengeld auszuzahlen, ist es nun ein fester Bestandteil unseres Kalenders. Außerdem habe ich neben meiner Schaltzentrale in der Küche eine Sammelmappe mit abgetrennten Registern angelegt, in die ich Termine, Unterlagen und Post einsortiere. So fliegt dieses Papierzeug nicht mehr rum. Außerdem habe ich eine Aufräum-Playlist erstellt, zu der wir abends alle gemeinsam aufräumen.

Und jetzt habe ich noch eine gute Nachricht: ich darf zwei Exemplare verlosen. Was du dafür machen musst? Einfach nur ein kleines Kommentar dalassen. Kennst du auch dieses Chaos? Und wie gehst du damit um?

Das Gewinnspiel läuft bis zum 06.04.2018 Uhr um 23.59 Uhr. Eine Barauszahlung des Gewinnwerts ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren, die in Deutschland wohnen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Eines bekommst du kostenlos mit den Kindern dazu: eine Ausbildung in Sachen Kindermedizin. Niemals in meinem ganzen Leben war ich so oft beim Arzt und leider auch im Krankenhaus, wie in den letzten sieben Jahren, in denen ich drei Kinder bekommen habe. Zum Glück wird man mit jedem weiteren Kind ein wenig lockerer und weiß Bescheid, sodass man das Ausmaß von Schnupfen, Husten und Magenweh ganz gut einordnen kann. Muss ich wirklich zum Kinderarzt oder warte ich erst ab? Diese Frage kann ich nun entspannter beantworten. Dass Mamas beim ersten Kind Dauergast in der Kinderarztpraxis sind, ist vermutlich normal. Nun sieht unser Arzt uns höchstens drei Mal im Jahr zum Impfen oder für die Vorsorgeuntersuchungen (*klopfaufdentisch*). Ziemlich wichtig ist aber, eine Hausapotheke mit den wichtigsten Arzneimitteln da zu haben. Was da genau drin ist, unterscheidet sich von Familie zu Familie und hängt natürlich auch damit zusammen, wie man zu Homöopathie und Medikamenten aus der Apotheke steht.

Eines habe ich in den letzten Jahren gelernt: die Hausapotheke gut zu sortieren ist genauso wichtig. Denn wie oft standen Anton und ich nachts hundemüde vor unserem Chaos-Schrank und suchten Nasentropfen für Säuglinge oder ein Zäpfchen gegen Übelkeit. Heute erzähle ich dir, wie ich Ordnung ins Chaos bekommen habe und möchte damit meinen Beitrag zur Blogparade von Anitas Blog Rosanisiert, Sabines Blog Ordnungsliebe, Sundays Blog the organized cardigan postenhen: Alles neu macht der Frühling: Mein Tipp für ein ordentliches 2018

Wie du deine Hausapotheke sortieren kannst

Ganz wichtig, wenn du dir deine Hausapotheke vornimmst, ist das Beachten des Verfallsdatums. Als ich mir die Medikamente genauer angeschaut habe, bekam ich einen richtigen Schreck. Eine Wund- und Heilsalbe aus dem Jahr 2011 und Zäpfchen, die vor vier Jahren abgelaufen waren, kamen sofort in den Müll. Alle anderen Medikamente habe ich erst einmal rausgeholt und auf den großen Esstisch gelegt. Dann habe ich sortiert und zwar nach folgendem Schema: Alle Medikamente für uns Erwachsene habe ich auf die eine Seite gelegt, die Kindermedikamente auf die andere Seite. Diese beiden Seiten habe ich wiederum nach Thema sortiert. Bei uns Großen ist das

  • Erkältung (Nasentropfen, Halstabletten, Hustensaft, Wärmelampe, Nasendusche etc)
  • Haut (Pflaster, Cremes, Antipilzmittel und sowas)
  • Muskeln und Verspannung (Wärmekissen, Massageöl, Cremes, Igelbälle)
  • Magen (Kohletabletten, Anti-Übelkeittabletten, Kirschkernkissen etc.)

Diese Themen habe ich dann in Kisten sortiert (du kannst auch Schuhkartons nehmen) und beschriftet. Zum Beschriften nehme ich übrigens immer Kreppband, denn das lässt sich schnell und vor allem rückstandslos entfernen.

Dann habe ich mich der Kinderapotheke gewidmet. Die stelle ich dir ein bisschen genauer vor. Ich selber benutze keine homöopathische Medizin, bin aber der Meinung, dass es eine wunderbare Sache für Familien ist, in denen sie funktioniert. Unsere Art, mit Medikamenten umzugehen, ist folgende: wir versuchen immer, so weit es geht mit natürlichen Mitteln zu heilen. Da gibt es nämlich eine ganze Menge, was gegen unbedenkliche Erkrankungen wie Schnupfen oder Magen-Darm-Infektionen hilft. Wenn das nicht klappt, greife ich auch zu Medikamenten aus der Apotheke, die uns unser Kinderarzt empfohlen hat. Zum Arzt gehen wir so selten wie möglich, allerdings war ich immer vorsichtiger, als die Kinder Babys waren. Da finde ich, geht man besser einmal zu viel als zu wenig. Wenn sich Erkältungskrankheiten nach drei Tagen nicht bessern, der Husten weh tut oder das Fieber nicht sinkt, gehe ich zum Arzt. Es ist ein großes Glück, wenn du wie ich einen Kinderarzt hast, dem du vertraust.

Apotheke für Kinder

Hier habe ich vier kleine Plastikkisten zusammengestellt:

Hals-Nasen-Ohren

  • Erkältungsbalsam für die Großen mit Eukalyptus
  • Erkältungsbalsam für den Kleinen mit Thymian-Myrte
  • Halströster für Wickel und Mundspülungen
  • Wärmebalsam für die Füße
  • Nasentropfen (für jedes Alter, abschwellend)
  • Kochsalzlösung für die Nase
  • eine Ohrenkompresse gegen Ohrenschmerzen
  • Inhaliergerät und Kochsalzlösung
  • getrocknete Kräuter für einen Tee
  • Engelwurzbalsam (unter die Nase reiben)

Außerdem habe ich mir aus einem wunderbaren Buch mit dem Titel Wickel und Co. Bärenstarke Hausmittel für Kinder (Affiliate Link) herausgeschrieben, was ich bei Husten, Schnupfen und Halsweh tun kann. Nämlich immer, wenn es den Kindern schlecht geht, fällt mir in sorgenvollen Momenten nichts mehr ein und ich habe auch keine Nerven, nachzulesen. Ich habe dir hier eine Liste eingefügt, die du dir ausdrucken, ergänzen (Word-Dolument) und in deine Apotheke legen kannst:

Anleitung für die Hausapotheke

Anleitung für die Hausapotheke (Word-Dokument zum Ergänzen)

Magen-Darm

  • Kirschkernkissen
  • Elektrolyt-Lösung
  • Zäpfchen gegen Übelkeit
  • Kohletabletten
  • Salzstangen
  • eine kleine Flasche Spezi

Bei Magenbeschwerden hilft übrigens selbstgekochte Möhrensuppe besser als Spezi oder Cola, aber die Kinder freuen sich so, wenn sie mal Spezi trinken dürfen. Daher habe ich das immer parat. Hier habe ich schon einmal einen Text mit Tipps geschrieben, die bei Magen-Darm-Infektionen helfen.

Fieber und Schmerzen

  • Pflaster (mit bunten Motiven!)
  • Fiebersaft
  • Zäpfchen gegen Fieber
  • Thermometer
  • Mullwindeln für Wadenwickel
  • Zettel: was tun bei Fieberkrämpfen

Unser Kleinster neigt zu Fieberkrämpfen. Die sind zwar meist harmlos, aber wenn Eltern so einen Krampf das erste Mal erleben, ist es einfach fürchterlich. Wir waren nach dem ersten Anfall auch im Krankenhaus und haben Medikamente (müssen in den Kühlschrank) und Anweisungen bekommen. Daher möchte ich für einen solchen Fall alles sofort parat haben. Bei Fieber greife ich nicht so schnell ein, beim Kleinen gebe ich allerdings aus diesem Grund schon früher ein Zäpfchen.

Wickelkiste

  • Wickel (hier findest du eine Anleitung zum Selbernähen)
  • Mulltücher
  • Thymian-Amgelika-Öl für Wickel
  • Heilwolle
  • Bienenwachswickel
  • Ätherisches Öl Lavendel fein

Immer wieder überprüfe ich die Kisten und schaue, dass nichts fehlt. Denn diese nächtlichen Notfälle, in denen ein Kind nicht mehr aufhört zu husten (hier findest du einen Text mit Tipps dagegen), die Nase verstopft ist oder es sich auf einmal übergeben muss, sind für Eltern und Kinder schon schlimm genug. Wenn dann nicht die richtigen Medikamente zur Hand sind, werde ich hektisch und das hilft in diesen Momenten Niemandem. Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Sortieren. Meine Liste mit Medikamenten ist keinesfalls die einzig wahre. Ich denke, da hat jeder so seine Mittelchen. Aber die Einteilung nach Krankheiten ist wirklich hilfreich. Ich möchte dich noch darauf hinweisen, dass ich keine medizinische Ausbildung habe und all diese Infos auf Erfahrungswerten beruhen. Bitte geh mit deinen Kindern immer zum Arzt, wenn du dir Sorgen machst. Aber ich hoffe, du konntest ein paar Tipps gebrauchen.

Bleib fröhlich und unperfekt und vor allem eines: gesund!

Deine Laura

Gewinnspiel: Ein Satz warme Ohren

Und weil zur Zeit alle krank sind und vielleicht auch du unter Schnupfen leidest, habe ich was für dich! Ich verlose hier und auf Instagram zwei Stirnbänder mit stylischem Twist, die ich aus Baby-Alpaca-Wolle gestrickt habe. Mit diesem Stirnband bleiben deine Ohren ganz sicher muckelig warm, aber die Frisur unbeschädigt 🙂

 

So machst du mit beim Gewinnspiel: 

1. Hinterlass hier unten einen Kommentar

2. Folg HeuteistMusik bei Facebook ODER hier bei Instagram. 

Das Gewinnspiel läuft bis zum 28.02.2018 um 23.59h. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren aus Deutschland. Der/die Gewinner/in wird per Los ermittelt und via E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weiter gehts mit dem Entspannungsprojekt und zwar im Februar mit dem Thema Ordnung und Haushalt. Weil ich da immer wieder auf der Suche nach Inspiration bin, habe ich die wundervolle Anita vom Blog Rosanisiert gebeten, mir ein paar Fragen zu beantworten. Und ich habe mir nicht zu viel versprochen: Anita ist nicht nur kreativ und hat tolle Ideen für mehr Ordnung in der Familie, sondern sie ist auch noch super witzig und hat ein paar gute Gedanken zur Gleichberechtigung aufgeschrieben. Ich freue mich, dir heute diese wunderbare Gastbloggern zu präsentieren. Und hüpf unbedingt auf ihren Blog, es lohnt sich jedes Mal!

Anita räumt auf

Laura: Wie schaffst du es ein wenig Ordnung in das Familienchaos zu bringen?

Anita: Ganz einfach – ich habe angefangen darüber zu bloggen ☺. Auf meinem Blog Rosanisiert (= rosa & organisiert) dreht sich alles um Ordnung, Putzen und unser Familienleben mit drei Kindern. Wenn ich jetzt etwas putze oder aufräume, dann kann ich es direkt für einen Blogartikel verwenden. Dafür teste ich immer verschiedene Ordnungsstrategien aus, die sich auch gut mit Kindern umsetzen lassen. So habe ich also Haushalt und Arbeit perfekt miteinander verknüpft.

Laura: Wie wichtig ist Ordnung und eine gute Organisation für dich?

Anita: Ehrlich gesagt, sehr wichtig. Ich bin ein großer Fan von Ordnung und könnte Stunden damit verbringen, schöne aufgeräumte Zimmer bei Instagram oder Pinterest zu betrachten. Allerdings bin ich ja selbst leider eher unordentlich und bezeichne mich als anonyme Chaotin. Hier hilft mir die Arbeit an meinem Blog sehr, immer wieder etwas Ordnung in unser Alltagschaos zu bringen.

Laura: Sieht es bei dir manchmal chaotisch aus?

Anita: Chaotisch, bei uns? Niemals! Selbstverständlich ist bei uns alles immer perfekt aufgeräumt. Also bis auf das Kinderzimmer, da herrscht eventuell ein kleines bisschen Unordnung. Ok, und vielleicht in der Küche. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann auch noch im Wohnzimmer, im Bad und im Schlafzimmer. Aber unsere Abstellkammer, die ist wirklich wahnsinnig – nun ja unordentlich. Ihr seht, ich habe den Haushalt voll im Griff.

Laura: Wie räumt ihr zuhause auf, gemeinsam mit den Kindern oder machst du es eher alleine?

Anita: Mir ist es sehr wichtig, dass wir zuhause alle mit anpacken und nicht nur einer für die ganze Arbeit verantwortlich ist. Haushalt ist schließlich Familiensache und auch kleine Kinder können schon altersentsprechende Aufgaben (z.B. Tisch decken, Kleidung aufräumen, Spielzeug wegräumen) übernehmen. Trotzdem erlebe ich immer wieder Familien, in denen nur eine Person – meistens die Mutter – die Hauptarbeit übernimmt. Diese Zeit fehlt den Frauen dann aber häufig für die eigene Karriere oder eben für die Kinder oder den Partner. Natürlich muss das jede Familie individuell für sich regeln, aber ich glaube, hier gibt es trotzdem noch viel Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Arbeit im Haushalt wieder mehr wertgeschätzt wird und nicht als spießig, nebensächlich oder unwichtig angesehen wird. Alle Arbeiten rund ums Haus sorgen schließlich dafür, dass sich eine Familie zuhause wohl und geborgen fühlt – damit zählt die Hausarbeit mit zu den wichtigsten Aufgaben überhaupt.

Laura: Welches sind deine besten Tipps für Ordnung mit Kindern? Hast du da ein paar richtig gute Hacks die richtig was bringen?

Anita: Mit drei Kindern ist das tägliche Aufräumen natürlich immer eine Herausforderung. Bei uns funktioniert Aufräumen besonders gut, wenn wir ein lustiges Spiel daraus machen. Der Beitrag Die besten Aufräumspiele für Kinder zählt übrigens zu den meistgelesenen Artikeln auf meinem Blog.

Außerdem akzeptieren Kinder Aufgaben leichter, wenn es eine klare Regel oder einen festen Plan gibt. Wir haben z.B. einen Kinderzimmerdienst, einen Baddienst, einen Küchendienst und einen KIKAdienst festgelegt, die täglich zwischen den Kindern wechseln. Dabei ist die Regel, dass jedes Kind zwar seine eigenen Sachen wegräumen muss, aber am Abend nicht mein Mann oder ich, sondern z.B. der Kinderzimmerdienst überprüft, ob das Kinderzimmer aufgeräumt ist. So halten sich die Kinder auch untereinander zu Ordnung an. Funktioniert super. Also meistens jedenfalls ;). Ehrlich gesagt klappt am besten der KIKAdienst, der das Fernsehprogramm auswählen darf.

Ein weiterer Tipp ist, die Wohnung so einzurichten, dass die Kinder leicht Ordnung halten können. Im Bad hat z.B. jedes Kind einen kleinen Korb in den abends die getragene Kleidung und morgens die Schlafanzüge kommen. Auch im Flur gibt es feste Haken für Jacken und Taschen/Ranzen und für jedes Kind eine eigenen Schublade, in die Mützen, Schals und Handschuhe geräumt werden. Auch in der Küche sind die meisten Dinge so eingeordnet, dass die Kinder auch beim Tischdecken mithelfen können.

Manchmal fällt dieses System aber auch auf mich selbst zurück. Wenn ich also meine Handtasche auf den Boden stelle, dann bekomme ich unter Garantie ein „Mama, was macht deine Handtasche in der Küche?“ zu hören.

Laura: Bist du manchmal genervt von dem vielen Aufräumen?

Anita: Hier kann ich nur mit Karl Lagerfeld antworten: “Ich kenne keinen Stress, ich kenne nur Strass.“ Mit anderen Worten, wie könnte man von einer so erfüllenden Aufgabe, wie dem Aufräumen genervt sein? Das habe ich eben auch zu meinem Mann Prof. M. gesagt und mich schnell mit dem Computer in ein Cafe verzogen, um deine Fragen zu beantworten. Ich glaube, er genießt es gerade sehr, endlich mal wieder aufzuräumen. Das Schöne am Aufräumen ist ja, dass es NIE aufhört. Man hat also jeden Tag eine erfüllende Aufgabe vor sich. Ihr seht – Einstellung ist alles ;).

Laura: Welcher Ordnungstipp bringt Entspannung im Haushalt?

Anita: Ganz einfach, so wenig wie möglich zuhause sein, eine schwache Brille tragen und natürlich nicht zu kritisch mit sich selbst zu sein und seine Idealvorstellung etwas an die Realität anzupassen. Für mehr Ordnung zu Hause hilft außerdem besonders gut, regelmäßig Besuch einladen. Das bringt zwar keine Entspannung, ist aber sehr effizient.

Laura: Wie entspannst du im Alltag und unter der Woche?

Anita: Mein Mann arbeitet im Ausland und ich bin oft alleine mit den drei Kindern zu Hause. An diesen Tagen fällt mir Entspannung immer sehr schwer. Ansonsten entspanne ich sehr gut beim Yoga und beim Shoppen, obwohl letzteres nicht gerade zuträglich für mehr Ordnung und das Familienbudget ist.

Laura: Wie planst du eure Termine?

Anita: Ich kann ja leider immer so schlecht nein sagen und will immer so viel wie möglich erleben und schaffen. Deshalb ist unser Terminplan immer viel zu voll. In diesem Jahr probiere ich zum ersten Mal ein Bullet Journal aus, das man ganz individuell anpassen kann. Das macht mir bisher sehr viel Spaß und hilft mir, beim Planen zu entspannen. Bullet Journals können ganz unterschiedlich sein, ich nutze meinen Planer als Kalender-, Notiz und Zeichenheft und schreibe auch meine To-Do-Listen dort hinein. So habe ich alles an einem Ort.

Laura: Hast du einen Rat für andere Mütter, die im Chaos versinken?

Anita: Als erstes sollten sie natürlich alle Beiträge von eurem tollen Entspannungsprojekt lesen, das ist schon einmal sehr inspirierend. Danach könnten sie das Rosanisiert-Prinzip anwenden: Es besagt, dass man versuchen sollte, dem Chaos und dem Aufräumen mit einer positiven Einstellung zu begegnen. Das gelingt natürlich nicht immer, aber man kann sich eine bestimmte Sichtweise auch ein bisschen antrainieren. Als nächstes finde ich immer ein tolles Outfit, in dem man sich wohlfühlt wichtig. Denn mit einem guten Look ist man gleich viel motivierter, nervige Arbeiten anzugehen. Das Outfit steht für mich dabei auch symbolisch für Selbstliebe. Im Alltagstrott kümmert man sich ja gerne immer zuerst um die Kinder und kommt dabei selbst zu kurz. Außerdem hilft es mir immer die Dinge systematisch anzugehen. Bei der Hausarbeit ist es ja meistens so, dass man eine Aufgabe beginnt und währenddessen tausend andere Orte entdeckt, die auch dringend geputzt werden müssten. Hier würde ich raten, wirklich erst einmal eine Sache abzuschließen, bevor man die nächste beginnt. So türmen sich nicht immer die halberledigten Vorhaben. Und natürlich am wichtigsten – die ganze Familie mit einbeziehen. Hausarbeit ist schließlich nicht nur die Aufgabe der Mütter. Wenn die Arbeit zuhause gemeinsam angegangen wird, ist sie nur noch halb so schlimm. Hier müssen viele Mütter aber auch lernen loszulassen und Verantwortung abzugeben, auch wenn der Partner oder die Kinder sie vielleicht auf eine andere Art erledigen als sie es machen würden.

Liebe Anita, ganz lieben Dank für deine tollen und humorvollen Antworten. Und dir, liebe Leserin oder lieber Leser, wünsche ich nun einen guten Start in die Woche. Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Laura live! Wenn du auch auf Instagram unterwegs bist, freue ich mich total, wenn du Lust hast mir zu folgen. Ich erzähle auf meinem Kanal jeden Tag ein paar Kleinigkeiten aus meinem Leben als Dreifach-Mama in den Instastorys und übe mich darin, schöne Fotos zu schießen. Außerdem plane ich gerade mein Kleiderschrankprojekt, das Entspannungsprojekt-Thema im März, und poste immer mal wieder mein Outfit des Tages. Übrigens ist auch Anita dort unterwegs. Sie hat sich 25 Klamottenteile aus dem Schrank ausgesucht und sich eine Capsule Wardrobe erstellt – ich bin super gespannt, wie die aussieht!

Neulich habe ich hier geschrieben, wie Anton und ich morgens drei Kinder fertig machen. Das ist immer mit ziemlich viel Stress verbunden und viele LeserInnen haben kommentiert, dass es bei ihnen auch ganz schön hektisch zugeht. Kinder seien nun einmal keine Roboter, schrieb eine Mutter, und so artet mancher Morgen im Chaos aus. Das ist alles ganz normal und gehört dazu, denke ich. Kinder kriegen nun einmal morgens einen Anfall, wenn die Hose die falsche Farbe oder die Müsliflocken nicht die richtige Konsistenz haben. Aber es gibt so ein paar Tricks, mit denen wir hier gegen unser alltägliches Chaos vorgehen, und davon will ich dir heute erzählen.

Kleidung im Flur sortieren

Schon im Skiurlaub habe ich gemerkt, dass bei drei Kindern ein wenig Organisation von Nöten ist, wenn wir morgens rechtzeitig und mit gesamter Montur in der Skischule sein wollen. Da habe ich mir drei grüne Körbchen aus dem Wohnzimmer der Ferienwohnung geschnappt und dort alles einsortiert. Das fiel mir neulich wieder ein, als ich in einer großen Kiste voller Mützen und Handschuhen überhaupt nicht mehr das fand, was ich eigentlich suchte. Kurzerhand habe ich mich einmal in den Flur gestellt, der in unserem Haus leider sehr klein ist, und mir genau überlegt, wie wir unser ganzes Zeug sortieren. Nun hat jedes Kind eine eigene Schublade, in der wir Matschhose, Schal und Co sammeln. Rucksäcke und Jacken hängen an der Garderobe und alles andere wurde in einen weiteren Schrank ausgelagert. Dort habe ich mit Hilfe von kleinen Schubladentrennern Turnschläppchen, Regenschirme, Schienbeinschoner und solche Sachen einsortiert. Den Flur einigermaßen aufgeräumt zu halten ist mit kleinen Kindern echt schwer, aber es erleichtert uns den Alltag enorm. Wenn du für deine Kinder auch Schubladen oder Kisten frei machst, könnt ihr diese ja noch mit Fotos oder bunten Bildern markieren, dann macht das ganze noch mehr Spaß.

Mütze an die Jacke binden

Ein weiteres großes Problem, das bei uns für Ärger sorgte, waren die verlorenen Schals und Mützen. Vor allem das Schulkind hat sämtliche Winterausrüstungen innerhalb eines halben Jahres verlegt und wir beide sind zeitweise jeden Tag zurück in die Schule gegangen, um Verlorenes zu suchen. Ich habe bereits zu Schulbeginn alles mit Namen versehen. Viele Kinderkleider haben ja extra eingenähte Zettelchen für den Namen, ich habe mir aber noch Schildchen bestellt, die einfach aufzubügeln sind. Für Jimmys verlorene Schals habe ich aber eine andere Lösung gefunden: in den kleinen Aufhängerhaken im Nacken habe ich einen Schnürsenkel geknotet, dessen Enden kurz genug sind, damit er sie sich nicht um den Hals wickeln kann. An das eine Ende habe ich den Schal gebunden und an das andere ein Druck-Knöpfchen genäht. An diverse Mützen kamen dann die Gegenstücke des Knopfes. Jetzt kann Jimmy die Teile nicht mehr verlieren und wenn er beim Fahrradfahren unter dem Helm eine andere Mütze braucht, knipse ich sie einfach ab und die andere an.

Kleiderpakete schnüren

Viele Eltern haben unter meinen Text über das Fertigmachen von drei Kindern am Morgen kommentiert, dass es viel bringt, die Kleidung abends rauszulegen. Ich habe mir noch was Besseres überlegt: Einmal in der Woche packe ich kleine Klamottenpakete und sortiere sie bei uns in eine Kiste. Wenn wir dann gefrühstückt haben, holt sich jedes Kind sein Paket raus und zieht sich schnell an und zieht sich unter motivierenden Zurufen meinerseits an.

Spielzeug in Kisten räumen

Morgens, wenn Jimmy noch fünf Minuten zum Spielen hat, sucht er grundsätzlich seinen Fußballplan oder seinen Ball und löchert mich mit Fragen zum Fundort seiner sieben Sachen. Mich wurmt seit langen, dass die Kinder zwar einerseits nie aufräumen möchten, aber dennoch dauernd sauer sind, weil sie ihre Sachen nicht finden. Zwar befinden sich die meisten ihrer Spielsachen in ihren Zimmern, aber einen Teil davon tragen sie doch immer wieder zu uns ins Wohnzimmer. Nun habe ich beim Möbelschweden drei Stoffkisten besorgt und sie mit den Kindern zusammen kreativ beklebt. So hat jeder eine eigene Kiste im Erdgeschoss unseres Hauses, in die wir all den Kram reinräumen. Das dauert maximal fünf Minuten und ich habe zumindest von 20 Uhr abends bis 7 Uhr morgens ein spielzeugfreies Wohnzimmer.

Ich hoffe, ich konnte dir mit dem ein oder anderen Tipp ein wenig helfen. Tatsächlich bringt es viel, im Haus genug Kisten, Körbe und Stauräume zu haben. Dann finden alle Familienmitglieder ihr Zeug schneller und sparen sich Nerven und Zeit. Am Ende müssen wir Eltern uns einfach auch von dem Gedanken verabschieden, dass es dauernd aufgeräumt ist. Kinder haben bedeutet auch, im Chaos zu leben. Das zu akzeptieren ist schon einmal ein guter Weg zu mehr Entspannung im Familienalltag!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Es gibt Neuigkeiten! Demnächst erscheint das erste Mal unser fantastischer Heute ist Musik-Newsletter! Wenn du Lust hast, alle zwei Wochen eine Mail von uns zu bekommen mit Hinweisen zu tollen Texten von uns und anderen Bloggern, einem ultimativen Lecker-Schmecker-Rezept, Buchtipps und Lieblinks, dann kannst du ihn ganz einfach über das Anmelde-Formular abonnieren. Wir freuen uns riesig, dich in der Heute ist Musik-Community zu begrüßen!

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