Category

Uncategorized

Category

Runterkommen mit den Badekristallen von Kneipp

Bei uns ist gerade am frühen Abend die Hölle los. Oskar ist mit seinen zweieinhalb Jahren in der schönen Autonomiephase. Das bedeutet, er möchte gerne alles haben, was ihm so in den Sinn kommt. Da wäre Papas Handy, ein Glas Nougatcreme, Luises Taschenmesser oder Mamas Fotoapparat. Wenn wir das Gewünschte nicht aushändigen, gibts Wutausbrüche, die sich gewaschen haben. Das ist anstrengend, sehr anstrengend. Außerdem habe ich bis abends neben diversen Ausbrüchen noch massenhaft Streits geschlichtet, Tränen getrocknet, Kartoffelbrei gekocht, Katzen und Pferde gemalt – was man als Mama oder Papa eben so macht.

Mein #placetobe

Weil ich abends echt fix und alle bin, muss ich mir was gönnen und habe ein tolles Ritual etabliert: weil die Tage kühler werden, ist die Badesaison eröffnet und ich steige mindestens einmal die Woche in ein Schaumbad. Meine absolute Empfehlung sind dafür die Badekristalle von Kneipp mit ätherischen Ölen. Dazu gibts eine Playlist mit guter Musik und einen traumhaften eisgekühlten Weißen-Tee-Smoothie.

Jetzt ist MEINE Zeit

Ehrlich gesagt ist mir abends nach so einem Tag mit den Kindern nach Flucht zumute. Ich möchte irgendwohin , wo es ruhig und entspannt zugeht. Aber für einen Trip in die Stadt oder eine Joggingrunde durchs Dunkle bin ich zu unmotiviert. Aber warum auch in die Ferne schweifen, wenn mein Lieblingsplatz im Haus ist? Im Bad gibts einen Schlüssel für ungestörte Ruhe, einen Lautsprecher für meine Playlist und eine Badewanne! Die fülle ich mir abends mit den Kneipp Badekristallen #placetobe, schalte das Smartphone auf Flugmodus und bin für eine Stunde unerreichbar. Diese Extrakte aus Lotus und weißem Tee sind so duftig gut, dass ich schnell runterkomme und den Stress mit Autonomie-Oskar vergesse. Was übrigens auch gut tut, ist der hohe Anteil an naturreinem Thermalsolesalz. Klasse finde ich aber vor allem, dass die Kneipp Badekristalle ohne tierische Bestandteile sind.

Rezept für einen gefrosteten Weißer-Tee-Smoothie

Übrigens habe ich mir passend dazu einen Smoothie ausgedacht. Das Rezept dafür geht so:

Du brühst 100 ml weißen Tee auf und lässt ihn abkühlen. Dann gibst du ihn zusammen mit 50 ml Mandelmilch, etwas Vanille-Aroma, ein bisschen Zimt und einem EL Ahornsirup in den Mixer. Dazu kommen eine Handvoll Eiswürfel und dann kommt dabei ein köstlicher gefrosteter Tee-Smoothie raus. Wenn dein Mixer nicht stark genug ist, gibst du die Eiswürfel hinterher dazu. Oder du magst das Getränk lieber heiß? Während es dir in der Badewanne mollig warm wird, trinkst du das leckere Getränk, lauscht deinen Lieblingsliedern und inhalierst die ätherischen Öle der Kneipp-Badekristalle – was für ein Abend!

Und weil ich die Badewanne nicht jeden Abend zur Entspannung volllaufen lassen will und selbiges für mich gilt, mache ich mir als Alternative ein warmes Fußbad. Das funktioniert mit den Kristallen auch ganz toll.

Bleib locker mit Kneipp

Übrigens gibt es noch mehr Varianten der Badekristalle mit dem coolen Hashtag. #lockerbleiben mit Hanf und Patchouli zum Beispiel. Die hübsche kleine Packung eignet sich auch prima zum Verschenken. Weil meine Mutter sich um ihre Enkelkinder immer so Sorgen macht und vor allem während des Schwimmkurses so aufgeregt war, bekommt sie von mir nun einmal #lockerbleiben. Weil ich weiß, dass sie sich abends immer selber die Finger manikürt, habe ich ihr ein kleines Set aus den Badekristallen, einem neuen Lack und etwas getrockneten Kräutern gemacht. Die Kristalle sind nämlich auch super für ein kleines Handbad.

Wow, läuft bei dir!

Meine beste Freundin hat erst vor kurzem einen erfolgreichen Berufststart nach der Babypause hingelegt. Um ihr zu diesem tollen Schritt zu gratulieren, habe ich die #läuftbeimir-Badekristalle von Kneipp mit Kakao und Vanille-Extrakten gewählt, dazu gabs leckere dunkle Kakaoschokolade und Vanille-Tee. So kann sie abends mal in die Wanne springen, sich ein Fußbad machen und sich ein wenig selber feiern – das sollte nie zu kurz kommen, oder?

Kann es sein, dass du auch mal eine Auszeit brauchst? Ob mit oder ohne Badewanne, mit schöner Musik und deinem Lieblingsgetränk, für warme Füße oder schicke Finger – die Badekristalle mit ihren ätherischen Ölen verwöhnen deine Sinne und lassen dich den Alltagsstress vergessen.

Gewinnspiel

Damit du auch in diesen Genuss kommst, verlose ich hier zwei Sets aus je drei Badekristallen. Schreib mir einfach einen Kommentar.

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 28.09.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend werden die beiden Gewinner einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail von ihrem Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse nutze ich ausschließlich zum Versand deines Gewinns per Post und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus drei der genannten Badekristalle von Kneipp
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Die Preise dürfen nicht getauscht oder übertragen werden
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Seitdem wir Kinder haben sehen unsere Urlaube etwas anders aus 😉 Wir brauchen und genießen guten Service im Urlaub. Vor allem möchte ich mich mit Kindern nicht als Störfaktor für andere Urlauber fühlen. Daher haben wir in den letzten vier Jahren ausschließlich Urlaub in Familienhotels gemacht und waren immer begeistert. Alles Negative was wir vorab gehört hatten traf für uns nicht ein. Es gab keine Massenhaft kranken Kinder und bei den Mahlzeiten ging es nicht wie auf einem sehr lauten Schlachtfeld zu 😉

Dieses Mal durften wir dank Familotel das erste mal eines ihrer Hotels besuchen. Urlaub auf familisch im Sonnenpark in Willingen für ein ganzes Wochenende. Und wenn ich diesen Urlaub mit einem Lied beschreiben müsste, wäre es folgendes „Egal ob es regnet, stürmt oder schneit…“ Denn ganz ehrlich was ist bei Urlauben immer eine meiner größten Ängste? Schlechtes Wetter! Mit Kindern ja auch noch mal eine Nummer, wenn einem drinnen die Decke auf den Kopf fällt.

Also diese Sorge brauchten wir uns an unserem herrlichen Wochenende nicht machen, denn ob draußen oder drinnen es gibt im Sonnenpark einfach unzählige schöne Spielmöglichkeiten. Trampoline, Hüpfburg, Tollhaus, versch. Wasserbecken (drinnen und draußen), Softplayanlage, Pferde, Hasen, Hamster, Tischtennis, Kinoraum, Kinderbetreuung und und und. Wir hatten keine Pläne und haben uns das komplette Wochenende von den Kindern leiten lassen, die einfach nur happy waren. Es war wirklich das rundum sorglos Paket. Ach und als absolute Weinliebhaberin war ich natürlich sehr angetan von der allabendlichen Weinempfehlung, bei der es auch jeweils (rot und weiß) eine alkoholfreie Variante gab.

Eine Sache macht mich jedoch immer noch ganz traurig. Wir hatten absolut keine Zeit uns in dem wunderschönen Spa/Wellness Bereich aufzuhalten. Tagsüber haben unsere Kinder uns in Beschlag genommen und Abends waren wir einfach zu müde. Dafür hätten wir sicherlich noch ein paar Tage länger dort gebraucht.

Und wie sagt man so schön? Bilder sagen mehr wie Worte, daher gibt es jetzt mal ein paar Impressionen für dich. Indoor habe ich vieles nicht fotografiert bekommen, weil ich selbst auf die Hüpfburg und die Trampoline bin 😉

Was ich auch sehr besonders am Sonnenpark fand, war die Liebe zum Detail. Überall waren kleine Highlights versteckt und es gab kein liebloses zusammen stückeln. Ich glaube, dass Familie Vollbracht (Besitzer des Sonnenparks) einen besonderen Faible für schöne Leuchten hat 😉

So, und wer jetzt so richtig Lust bekommen hat kann gerne mal auf die Seite von Familotel gehen und sich die Hotels in Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol und Ungarn angucken. Da ist sicherlich für jeden das passende dabei. Familotel kennt sich auf jeden Fall super gut mit Familien und deren Bedürfnissen aus, denn sie Blicken auf 20 Jahre Erfahrung und 60 individuelle Hotels die alle eins vereint „Schöne-Ferien-Garantie“

Es gibt ein ganz bekanntes Buch über französische Familien. Ein Buch indem steht, dass es in französischen Familien meist viel zivilisierter zugeht. Wieso? Na da quarkt kein Kind dazwischen, wenn die Eltern sprechen und die Wohnzimmer sind Wohnzimmer und keine umfunktionierten Spielzimmer. Bis heute kann ich nicht verstehen, wieso dieses Buch so beliebt ist. Mich hat es genervt von so viel perfekten kleinen leisen Kindern zu lesen, die brav nur in den dafür vorgesehen Bereichen spielen und am besten hinter sich die Tür schließen.

Klar möchte ich abends auch nicht auf Lego&Co. Sitzen, aber das Spielzeug meiner Kinder ist aktuell zumindest noch sehr Raum einnehmend und ich finde das nicht schlimm (solange am Ende des Tages einigermaßen Ordnung gemacht wird). Trotzdem dürfen sich meine Kinder im Haus und auch im Garten spielerisch entfalten.

Einfach mal umdenken

Wir überlegen seit Monaten wie wir unseren Garten vor dem Haus kinderfreundlich/spielfreundlich gestalten sollen und waren mehrfach ganz kurz davor einen großen Spielturm zu kaufen. Aber jedes Mal kurz vor dem Kauf konnte ich mein Bauchgefühl nicht ignorieren. Ich finde nämlich, dass es eine riesengroße Verschwendung ist, wenn in jedem zweiten Garten ein großer Spielturm steht. Wenn man bei uns im Ort alle Spieltürme zusammen stellen würde, könnte man vermutlich eine Kleinstadt nachbauen. Außerdem haben gute Freunde von uns einen Spielturm samt Trampolin bei sich im Garten und es wäre doch viel cooler, wenn die Kids etwas Abwechslung von Garten zu Garten hätten.

Do not disturb

Zu meinen Überlegungen kam die Aktion von LEGO DUPLO „Do not disturb“ also „ungestörte Spielzeit“ wie gerufen und wir durften zwei schöne LEGO DUPLO Sets zum Thema „Bauernhof“ testen.

LEGO DUPLO spielen alle meine Kinder super gerne, wobei jeder so seine eigene Art hat. Lisa baut total gerne nach Anleitung, Lasse baut die verrücktesten Fahrzeuge zusammen und Bosse baut gerne in den Himmel. Und genau das ist das schöne an LEGO DUPLO. Jeder kann auf seine ganz eigene Art damit spielen und ist nicht durch irgendwelche Regeln und Vorschriften beschränkt.

Man beachte beim folgenden Bild mal die Schuhe der Tochter 😉 Das ist mir auch erst beim Bilder angucken aufgefallen.

Und um die Kids aus dem „normalen“ zu holen, habe ich die Aktion genutzt und das Spielen etwas verändert. Denn wo spielt man mit LEGO DUPLO in der Regel? Genau, drinnen. Ich habe also die Spielzeit nach draußen gelegt. Im Garten haben die Kids dann in unserem Tipi oder am Tisch fleißig gebaut und konnten nach Lust und Laune zwischendurch anderen Abenteuern im Garten nachgehen. Was habe ich in der Zeit gemacht? Ich habe entspannt mit einem Buch auf der Sonnen-Liege gelegen 😉 Für jeden war also etwas dabei.

GEWINNE GEWINNE GEWINNE:

LEGO kann man nie genug haben, sagen zumindest mein Mann & die Kinder 😉 Daher gibt es diese Woche über viele schöne Blogs zerstreut LEGO-Sets zu gewinnen und natürlich schöne Beiträge in denen ihr erfahrt wie in anderen Familien mit Spielzeiten umgegangen wird..

Wer wie wo was und wann seht ihr hier:

SO: Beatrice von Beatrice Confuss

MO: Hanna von familiert

DI: Natalia von simplylovelychaos

MI: Kerstin von tagaustagein

DO: Nina von heuteistmusik

FR: Alu von grossekoepfe

Laura & ich verlosen ein schönes LEGO DUPLO Set über Instagram, also gerne schnell rüber hüpfen! Das Gewinnspiel erscheint heute im Laufe des Tages.

Keine Lust zu spielen

Gehts dir auch manchmal so? Du bist mit den Kindern zuhause und solltest dich eigentlich mit ihnen beschäftigen. Memory spielen vielleicht oder eine Runde Uno. Mit dem Kleinen einen Turm bauen oder mit der Tochter wie die Pferdchen durch den Flur galoppieren. Du hast aber einfach keine Lust dazu! Mir geht es jedenfalls öfter so und ich gebe zu: ich spiele zuhause einfach nicht gerne mit den Kindern. Ich habe nicht genug Phantasie für Bahnhöfe aus Holzklötzen, für kuschelige Höhlen oder Pappkarton-Häuser.

Ich habe manchmal auch einfach keine Lust auf Spielplätze. Möchte keine Sandförmchen einpacken, die Schaukel anschubsen und mein Kleinkind zehn Mal auf die Rutsche heben. Ich möchte mich nicht mit anderen Eltern unterhalten und nicht in der Kälte rumstehen.

Ich bin auch keine Bastelfee. Mich nervt es, dass die Wasserfarben nach dem Malen einfach überall sind, vor allem auf Tisch, Stühlen und den Gesichtern der Kinder. Ich finde Knetkrümel auf dem Boden ätzend und ich habe keine Geduld, Fensterbilder für Ostern mit der Nagelschere auszuschneiden.

Was tun gute Eltern eigentlich?

Ich habe nicht selten ein schlechtes Gewissen deshalb, denn für mich bastelt und spielt eine gute Mutter einfach gerne mit ihren Kindern. Sie malt mit Wachsmalkreiden bunte Monster und buschige Tiger aufs Papier, sie rennt lachend über die Spielplatzwiese und spielt am Nachmittag mit ihnen eine Runde Uno nach der anderen.

An diesem Wochenende hatte ich ein Gespräch mit einem sehr guten Freund, der zu Besuch war. Er erzählte mir, dass er weder leidenschaftlich gerne mit den Kindern Klötze stapelt noch mit Freude auf Spielplätzen rumhängt. Dafür nimmt er sie mit in eine tolle Fotoausstellung und zeigt ihnen in der Dunkelkammer, wie Bilder entwickelt werden. Spielplätze findet er öde, dafür hat er aber in einem Park einen umgestürzten, noch lebenden Baum entdeckt. Dorthin geht er mit den Kindern, nimmt eine Picknickdecke mit, liest in Ruhe Zeitung und sieht Tochter und Sohn zu, wie sie über die Äste klettern.

Spaß für alle

Ich fand es einfach toll, wie er das so selbstbewusst erzählte. Und ich weiß, dass die Kinder mit ihrem Vater super viel Spaß haben. Ich finde es toll, dass Eltern ihre Kinder an die Orte mitnehmen, an denen sie selber gerne sind und ihnen ihre Hobbys zeigen, anstelle so zu tun, als stapelten sie gerne im Kinderzimmer Klotztürme. Wenn Eltern mit ihren Kindern das tun, was sie selber so lieben, dann ist das unglaublich wertvoll, oder? Versteh mich nicht falsch – ich bewundere Eltern, die toll mit ihren Kindern spielen können. Wenn sie selber mit Freude dabei sind, ist das für das Kind das tollste! Und es kann zauberhaft sein, gemeinsam die riesen Rutsche runter zu rutschen und im Kinderzimmer Burgen zu bauen – wenn Mama oder Papa mit Eifer mitmachen.

Ich selber spiele natürlich auch ab und zu zuhause mit meinen Kindern und gehe auch mit ihnen auf den Spielplatz, wenn sie mich darum bitten. Aber ich finde, dass ich als Mama ein Recht darauf habe, dazu auch mal keine Lust zu haben.

Es gibt Familien, da dreht sich schon früh morgens beim Aufstehen alles um das Kind. Eltern fragen sich stets, was sie tun können, damit ihm keine Sekunde langweilig ist, damit es den ganzen Tag beschäftigt und gefördert ist. Es werden Kinderführungen im Museum gemacht und Kinder-Indoorspielplätze besucht, Kinderurlaube gebucht und Kindertheater geguckt. Jede freie Minute gehört dem Kind und wird ihm mit Inbrunst gewidmet. Mama und Papa in ewiger Aktion, um das Söhnchen oder die Tochter zu unterhalten und perfektes Entertainment zu bieten. Natürlich gibt Mama für die Kinder ihr Hobby auf und Papa geht nicht mehr zum Sport. Aber profitiert denn das Kind überhaupt davon, frage ich mich.

Am Leben teilhaben

Ich glaube, dass es für Kinder am wichtigsten ist, am Leben der Eltern teilzuhaben. Sie wollen nicht im Mittelpunkt stehen, nicht der König oder die Königin mit Elternhofstaat sein. Sie wollen wissen, was Mama Spaß macht und zugucken, wenn sie Hosen näht. Sie möchten sehen, was Papa so viel bedeutet und dabei sein, wenn er auf Fotosafari geht. Eltern dürfen, nein, sie müssen weiterhin das tun können, was sie lieben. Sicherlich eingeschränkt und kindgerechter. Einen ganzen Samstag lang shoppen gehen und die Kinder mitschleifen ist für alle mäßig fein. Aber mit der Mama mal in den Lieblingsladen gehen und zuschauen, wie sie drei Röcke anprobiert, das darf man einem Kind sicher zumuten. Vor allem dann, wenn es sich am Ende noch ein schönes Halstuch aussuchen darf. Eine zweistündige geführte Tour durch das Museum mit abstrakter Kunst ist für Eltern mit Kindern sicher nicht die beste Wahl, aber ein Besuch der neuen Ausstellung im Technikmuseum mit gemeinsamem Kuchenessen im Café macht bestimmt allen Spaß.

 

Pause für Mama

Das Gleiche gilt für zuhause. Ich selber sage meinen Kindern manchmal, dass ich jetzt eine halbe Stunde Ruhe brauche oder dass ich im Moment keine Lust habe, etwas vorzulesen. Und natürlich baue ich am nächsten Tag mit meinem Sohn einen Zoo für seine Tiere, weil er sich das wünscht. Ich mache gerne mal etwas für meine Kinder, was mir keinen so großen Spaß macht. Aber ich mache es nicht dauernd und finde auch, dass es nicht meine Aufgabe ist, ständig für Unterhaltung zu sorgen. Kinder brauchen Liebe, Interesse, Respekt und Fürsorge – ein ständiges Entertainment-Programm, bei dem Mama die ganze Zeit liest, bastelt, baut, klebt und singt, das brauchen sie meiner Meinung nach nicht.

Sie brauchen Eltern, die auch mal egoistisch sind. Die sich Zeit für sich selber nehmen und von den Kindern auch mal einfordern, dass ihre persönlichen Grenzen gewahrt werden. Nur so lernen sie, dass auch sie selbst Grenzen haben dürfen, die von anderen eingehalten sein müssen. Ich jedenfalls werde künftig nicht mehr denken, dass ein Tag ohne Spielplatz kein guter Tag für die Kinder ist. Und ich werde nicht mehr so oft ein schlechtes Gewissen haben, weil ich nicht gerne mit Plastikponys spiele. Aber ich habe mir ein paar andere Sachen ausgedacht, die ich mit meinen Kindern machen möchte:

  • mit ihnen auf eine kleine Fotosafari gehen und sie selbst Schnappschüsse schießen lassen
  • mit ihnen das Kunstmuseum in Stuttgart besuchen und jeder sucht sich ein Lieblingsbild aus
  • in mein Lieblingscafé gehen, Kaffee und heiße Schoki bestellen und feine Herrschaften spielen
  • mit meiner Tochter Sandalen im Partnerlook einkaufen
  • mich mit ihnen in den Park auf eine Decke legen und Bücher lesen
  • in den Wald gehen und Moos für das Osternest sammeln

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und eine neue Woche mit vielen schönen Stunden zusammen mit deinen Kindern. Sei mal egoistisch und tu, was dir gefällt. Garantiert macht das auch deinen Kindern richtig viel Spaß!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Gewinnspiel

Weil dir Cappuccino trinken oder heißen Tee schlürfen ganz bestimmt viel Spaß macht, haben wir ein tolles Gewinnspiel für dich. Wir dürfen aus dem wunderbaren Online-Shop Ginger&June einen ganz handschmeichelnden und megaschicken To-Go Becher aus Bambus verlosen. Schau mal auf die Facebookseite-Seite. Dort findest du alle Infos und Teilnahmebedingungen. Lass es dir gut gehen und mach öfter mal ne Pause!

Alu vom Blog Große Köpfe hat in einem schönen Artikel Blogger aufgerufen, etwas über die Wahl und unsere Wäherpflicht zu schreiben. Sie hat recht, das kommt neben all den Kuchenrezepten und DIYs viel zu kurz, deshalb möchte ich dir jetzt erzählen, warum ich es so unglaublich wichtig finde, am kommenden Sonntag wählen zu gehen. In erster Linie geht es mir um deine und meine Kinder und um die Gesellschaft, in der sie künftig aufwachsen. Ich jedenfalls wünsche mir eine Welt, in der sie mit offenem Herzen auf fremde Menschen zugehen, in der sie Verfolgten zu helfen versuchen und ihre Mitmenschen nicht auf Grund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion verurteilen. Ich denke, wir können mit unserer Stimme Einfluss nehmen auf die Welt, in der unsere Kinder groß werden. Lasst uns abstimmen und mit jedem einzelnen Wahlzettel laut und deutlich zu verstehen geben, dass wir Parteien mit rechter Gesinnung und ausländerfeindlichen Parolen nicht als unsere Volksvertreter sehen. Tobe, zürne, misch dich ein, sage NEIN!*

Rechte Hetze

Gestern bin ich mit meinem großen Sohn zum VfB-Spiel gefahren. Wir haben die Stadtbahn genommen und die Fahrt durch Stuttgart genossen. Jimmy liest bereits sehr gut und schaut sich genau an, was auf all den Plakaten steht, die an den Haltestellen hängen. Das sind zur Zeit natürlich in erster Linie Wahlplakate und das ist ihm auch aufgefallen. Wir diskutieren fleißig über die Parteien, er fragt mich über die Unterschiede aus, will meine Meinung wissen und hat bei der Stuttgarter Kinderzeitung selbst einen Wahlschein ausgefüllt.

Wir blieben in Stuttgart Münster stehen und blickten auf ein Plakat der AfD. Abgebildet waren zwei afrikanische junge Männer, die an der Straße stehen, ein Smartphone in der Hand. Darunter steht in großen Buchstaben: „Konsequent abschieben!“

Wie erkläre ich das Unerklärliche

„Was bedeutet Abschieben?“ fragt Jimmy. Ich sitze in meinem Sitz und schäme mich. Ich schäme mich für ein Land, in dem solche Plakate aushängen. Plakate, die Menschen auf eine solch scheußliche Art und Weise diskriminieren, die mit dem Schicksal Anderer so respektlos umgehen, die mit ekelhaften Parolen aufhetzen wollen. Das alles muss ich jetzt meinem Sohn erklären und kann dabei meine Wut kaum unterdrücken. Wie müssen sich die Menschen fühlen, die aus Afrika kommen und diese Plakate lesen, ob Asylsuchende oder solche, die seit langem hier wohnen? Wie müssen sich alle anderen fühlen, die um Asyl bitten? Die aus wirtschaftlich schwachen Ländern kommen, aus Kriegsgebieten fliehen oder aus sonstigen Nöten ihr Zuhause verlassen haben? Ich will hier nicht über Flüchtlingspolitik debattieren und Abschiebung ist vermutlich in vielen Fällen unumgänglich. So reich Deutschland ist und so groß die Möglichkeiten, Asyl finden hier in erster Linie die, deren Leben bedroht ist. Dass aber auch die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge sicher nicht aus Jux und Tollerei herreisen, sondern in ihrem Land keine Zukunft sehen, ist auch traurig. Heimatland, Kultur und Familie zu verlassen fällt Niemandem leicht.

Klar, viele müssen unweigerlich zurückreisen, das ist nicht das Thema. Aber das Thema ist, dass diese Wahlplakate so dreist mit dem menschlichen Schicksal umgehen und bewusst Ressentiments gegen Menschen anderer Hautfarbe schüren. Ich möchte darüber sprechen, dass diese abscheulichen Wahlplakate so unglaublich respektlos und menschenverachtend sind. Wer diese Partei wählt, wählt Menschen ohne Herz. Und ich wette, dass die, die hinter solchen Plakaten stecken, sich nicht mit einem einzigen Schicksal eines von Abschiebung bedrohten Menschen beschäftigt haben.

Gruseliges Wahlprogramm

Es gibt noch so viele andere widerliche Plakate der AfD, die mich aufregen. Aber gestern Nachmittag in der Bahn ist mir noch einmal bewusst geworden, wie wichtig es ist, das Erstarken rechter Parteien zu verhindern. Wir müssen es vor allem auch für unsere Kinder tun, denn ich möchte nicht, dass meine Söhne und meine Tochter in einem Deutschland aufwachsen, in dem Gauland, Höcke und Konsorten etwas zu sagen haben. Im Wahlprogramm dieser rechten Partei stehen Forderungen nach einem lockeren Waffengesetz, nach einer Privatisierung des öffentlichen Fernsehens, es werden Alleinerziehende diskriminiert und gefordert, dass Frauen zuhause bleiben. Die AfD will mehr staatliche Überwachung, will, dass Kinder früher ins Gefängnis müssen, sie möchte Sozialleistungen kürzen und ist sowohl gegen ein vereintes Europa als auch gegen eine Frauenquote. Dafür möchte die AfD die Atomenergie ausbauen.

Misch dich ein, sage Nein!

Mir kommt dieses Wahlprogramm vor wie ein schlechter Witz. Kein Witz sind aber die vielen Stimmen, die die AfD bei den letzten Landtwagswahlen eingefangen hat. Und obwohl ich denke, dass wir in Deutschland vor einem so furchterregenden Wahlausgang wie dem in den USA gefeit sind, so ist der Cclown mit dem orangenen Haar, der mir jeden Tag aus der Zeitung entgegenblickt, einfach zu real. Einen solchen Präsidenten hätten wir nie für möglich gehalten.

Aus diesem Grund möchte ich mit meinem Text aufrufen, wählen zu gehen. Wir müssen mit jeder unserer Stimmen verhindern, dass eine solche Hetzer-Partei, deren Politiker ohne mit der Wimper zu zucken die Leistungen deutscher Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg loben, nicht noch mehr Macht bekommt. Wir müssen verhindern, dass diese Typen weiterhin ihre Hetz-Plakate aufhängen. Wir müssen verhindern, dass diese Menschenhasser die Welt unserer Kinder mitgestalten. Deshalb müssen wir am Sonntag wählen gehen und unsere Stimme Parteien geben, für die Gleichberechtigung, ein vereintes Europa, unsere Umwelt und vor allem Menschlichkeit einen hohen Stellenwert hat.

Übrigens hat am Samstag der VfB gewonnen, und zwar durch ein Tor von Chadrac Akolo, der 2009 als Flüchtling aus der Demokratischen Republik Kongo nach Europa geflohen ist. „Wie dumm die sind, die von der AfD. Wenn sie alle Afrikaner abschieben wollen, sieht es für unseren Fußball schlecht aus,“ hat Jimmy auf dem Heimweg gesagt.

Ob als Penner oder Sänger,
Banker oder Müßiggänger,
Ob als Priester oder Lehrer,
Hausfrau oder Straßenkehrer,
Ob du sechs bist oder hundert,
Sei nicht nur erschreckt, verwundert,
Tobe, zürne, misch dich ein
Sage nein!

(*Konstantin Wecker, Sage nein!)

#dubistdemokratie

Merken

Merken

Mit Kindern gewaltfrei kommunizieren: wie geht das eigentlich?

Ich habe mich vor einiger Zeit zu einem Seminar für gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg angemeldet. So richtig wusste ich nicht, um was es geht, aber das Thema Kommunikation betrifft mich beruflich. Privat ist meine Art zu kommunizieren übrigens nicht ausnahmslos gewaltfrei. Da rutscht mir doch das ein oder andere Schimpfwort heraus und meine Kinder übernehmen das natürlich. Irgendwie war dann doch alles anders als gedacht und es ging nicht um Kackedoris oder Sch… die Wand an. Es ging vielmehr darum, dass ich die Verantwortung für mein Wohlbefinden und meine Bedürfnisse übernehme und diese gewaltfrei zu kommunizieren lerne. Für mich als Mutter ein Luxus: Es ging einzig und alleine um mich und mein Befinden und das fand ich einfach grandios. Was ich noch gelernt habe und wieso die gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg auch deinen Alltag verändern kann, das erzähle ich dir heute!

Mama kocht vor Wut

Vielleicht kennst du Situationen wie diese: ich koche abends, habe mir vorher was Leckeres ausgedacht, Gemüse geschnibbelt und angebraten. Dann habe ich noch gedeckt und das alleine, weil die Kids gerade so schön gespielt haben. Als ich den letzten heißen Topf auf den Tisch stelle, rufe ich alle zum Essen – keiner kommt. Ich rufe noch einmal, aber niemand zeigt eine Reaktion. Auch Anton bleibt im Kinderzimmer sitzen und baut die Eisenbahn zusammen. Genervt stehe ich in der Tür: „Wieso kommt ihr nicht? Ich habe für euch gekocht UND gedeckt und so langsam wird alles kalt.“ Die Kinder meckern, sie würden so schön spielen. Anton will nur noch die Brücke für Jimmy fertig bauen. Sauer setze ich mich alleine an den Tisch und fange an zu essen.

GFK nach Marshall Rosenberg

Vier Grundlagen nach Marshall Rosenberg

Als ich der Seminarleiterin diese Szene schildere, weil sie gefragt hatte, was uns in unserem Leben ärgert oder nervt, erklärt sie mir die vier Grundüberzeugungen der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg:

  1. Egal, wie wir uns verhalten, immer liegt diesem Verhalten ein Bedürfnis zugrunde.
  2. Jeder Mensch trägt im Grunde genommen unter folgenden Voraussetzungen gerne zum Wohl anderer bei: er tut es freiwillig, authentisch und im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen
  3. Jeder Mensch erfüllt sich seine Bedürfnisse lieber in Kooperation mit anderen als mit Gewalt
  4. Gewalt wenden Menschen nur dann an, wenn sie keine andere Möglichkeit sehen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

Mein Bedürfnis nach Wertschätzung

Merkst du was? Anhand dieser vier Grundannahmen Marshall Rosenbergs haben wir dann gemeinsam besprochen, dass ich das Bedürfnis nach Wertschätzung für meine Arbeit rund ums Abendessen habe, was ja irgendwie verständlich ist. Und dass für die Erfüllung meiner Bedürfnisse ich alleine verantwortlich bin. Wir haben aber meist nie gelernt diese zu äußeren und warten statt dessen darauf, dass andere möglichst schnell erahnen, was wir gerade jetzt brauchen. Meine Familie hat in jenem Moment nicht geahnt, dass ich gerne ein Lob für die warme Mahlzeit und einen sofortigen Beginn des Abendessens erwaretet hätte, waren sie doch so schön ins Spiel vertieft. Was könnte ich also anderes tun, als mich beleidigt an den Tisch zu setzen und mir die Kartoffeln in den Mund zu schieben?

So lautet mein Plan

Mit Hilfe der anderen Seminarteilnehmer, die im übrigen alle ganz ähnliche Konfliktsituationen in der Familie hatten, habe ich folgenden Plan geschmiedet: das nächste Mal kündige ich meinen Lieben schon früh an, dass es bald Essen geben wird. Wir könnten gemeinsam einen guten Zeitpunkt für eine Unterbrechung beschließen. Vielleicht kann ich das Essen ja auch noch ein klein wenig warm halten, bis die Gleise und der Tunnel fertig sind. Außerdem werde ich mich mit Mann und Kindern hinsetzen und ihnen erklären, dass ich zwar gerne für sie koche, es für mich aber nicht selbstverständlich ist. Ich möchte, dass die Arbeit gewertschätzt wird, wir uns mit dem Kochen auch mal abwechseln und die Regel gelten soll: wer deckt, darf sich beim Abräumen ausruhen.

Die eigene Haltung ändern

Stellt euch vor, mein Plan hat ganz gut geklappt. Natürlich lief von da an nicht alles rund ums Essen reibunglos, aber ich habe etwas erkannt: ich bin nicht das arme Opfer, das allen die Arbeit abnimmt und bei dem sich niemals jemand bedankt. Ich koche schließlich freiwillig und es macht mir auch Spaß, die Kelle zu schwingen. Aber ich möchte, dass meine Liebsten sich meinem Tun gegenüber respektvoll zeigen, zum Beispiel indem sie zum Tisch kommen, wenn das Essen fertig ist. Ich muss meine innere Haltung ändern und meine Bedürfnisse erst erkennen und dann äußern. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Tja, in der Realität musst du an dieser Einstellung fleißig üben, aber irgendwann wird sie dir in Fleisch und Blut übergehen, das hat die Seminarleiterin versprochen.

Du merkst vermutlich selbst etwas! Damit alle in der Familie glücklich und zufrieden sind, muss es ganz besonders dir als Mutter gut gehen. Und damit es dir gut geht, musst du dafür sorgen, dass deine Bedürfnisse befriedigt sind! Seien es die nach Ruhe, Anerkennung für deine Mühen, nach Auszeiten von der Familie oder ganz viel Zeit mit deinen Lieben. Am besten, du machst sofort folgendes: Denk in Ruhe darüber nach, was dich im Alltag ärgert. Welches Bedürfnis könnte hinter dieser Wut stecken? Versuch, deine Worte ohne Vorwürfe an die anderen zu formulieren. Sprich von dir und deinen Wünschen und erarbeite gemeinsam mit deinen Familienmitglieder einen Plan, wie ihr deinen Befürnissen und auch denen der anderen nachkommen könnt. Du wirst sehen, Mann und Kinder (sofern sie ein wenig älter sind) werden ganz sicher alles ihnen mögliche tun. Denn jeder Mensch trägt gerne zum Wohl anderer bei, und wessen Wohl liegt ihnen wahrscheinlich ganz besonders am Herzen?

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

Die Gewaltfreie Kommunikation hat noch so viel mehr zu bieten und ich kann die empfehlen, dich näher mit dieser wunderbaren Theorie zu beschäftigen. Du kannst mit ihrer Hilfe Beziehungen vertiefen, lernen, wie du empathisch zuhören und deine eigenen Bedürfnisse aufrichtig und ehrlich formulieren kannst.

Mehr zum Thema Gewaltfreie Kommunikation

Ich habe noch eine Menge mehr von der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg zu erzählen, und zwar in Zusammenhang mit einer tollen Mama, die sämtliche Leitsätze schon lange verinnerlicht hat: Isabel Gößwein, Mutter von fünf Kindern, Musikerin bei der La-Luna-Familienmusik und Bloggerin bei Lebendige Familienzeit. Ich habe ihre Art, mit den vier Töchtern und dem Sohn umzugehen, schon lange bewundert und erst später erfahren, dass sie die GFK schon seit Jahren für sich entdeckt hat. Sie verrät uns in diesem Interview, wie sie die Trotzphasen ihrer Kinder umschifft hat und gibt dir ihre besten Tipps zum Thema Kommunikation in der Familie.

Also, es wird spannend. Und deine Lieblings-Schimpwörter kannst du ganz in Ruhe beibehalten. Manchmal hat man als Mutter einfach das Bedürfnis, ein leckt mich an den Füßen in die Kissen zu brüllen. Und da hätte sicher Marshall Rosenberg auch nichts gegen gehabt.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ps.: Ich empfehle dir übrigens zu diesem Thema das Buch „Die Familienkonferenz“ von Thomas Gordon, Heyne Verlag 2012, über das ich hier eine Besprechung geschrieben habe. Isabels Einstiegs-Tipps ist „Mit dem Herzen hört man besser – Einladung zur Gewaltfreien Kommunikation“ von Klaus-Dieter Gens, Junfermann Verlag 2007.

Mehr von Heute ist Musik! Wenn du Lust hast, öfter Beiträge von uns zu lesen, dann klick doch auf unserer Facebook-Seite auf Gefällt mir. Dort posten wir neben unseren Artikeln noch viele lesenswerte Texte anderer Blogger. Oder du trägst dich in der rechten Seitenleiste des Blogs mit deiner Email-Adresse ein. Dann bekommst du eine Mail, sobald ein neuer Text online geht. Wir freuen uns, dich hier wieder zu treffen!

Merken

Merken

Merken

Essen und Trinken für kleine Kinder

Vielleicht geht es dir ein wenig wie mir vor sechs Jahren: du hast Ahnung von deinem Job, du weißt, wie du einen Computer mit der neuesten Software bespielst und kannst eine dreiwöchige Rucksack-Tour durch Europa planen; aber du weißt nicht, wie du einem winzigen Minimensch das Essen beibringst und was du unter dem sperrigen Begriff Beikost einführen verstehen sollst. Ich bin keine Ernährungsberaterin und habe keine pädagogischen Ausbildung, aber ich habe diese Prozedur nun drei Mal recht erfolgreich über die Bühne gebracht und kann dir vielleicht ein wenig helfen, wenn ich dir beschreibe, wie ich das mit dem Beikost einführen gemacht habe. Dieser Rat ist wohl der wichtigste von allen: verlass dich auf deine Intuition und verlass dich auf dein Kind. Ihr beide werdet das gemeinsam meistern und ob Stillen, Flasche geben, Brei füttern oder Beikost einführen – vetrau darauf, dass du als Mutter weißt, was zu tun ist.

Stillen oder Flasche geben

Ich habe meine drei Kinder gestillt, aber es hat auch alles von Anfang an gut funktioniert, und das ist ja nicht immer selbstverständlich. Vielleicht ist das bei dir gerade nicht der Fall und du bist mit den Nerven am Ende, weil das alles irgendwie ganz anders läuft als gedacht. Wenn du nicht stillen möchtest oder kannst, dann lass dir bloß nicht von anderen reinquatschen. Manchmal können Hebammen sehr bestimmend sein und wollen dich unbedingt zum Stillen überreden. Letztendlich bist du die Spezialistin für dich und dein Kind und weißt, was für euch am besten ist. Nora Imlau hat mal einen tollen Artikel in der Zeit geschrieben: „Stillen ist Liebe…Fläschchengegen auch“, und hat sich gegen den Druck ausgesprochen, der auf Frauen lastet, wenn es ums Stillen geht. Als ich klein war, war Stillen out und ich bekam recht zügig die Flasche. Bis heute habe ich keine einzige Allergie, dafür aber ein sehr gutes und inniges Verhältnis zu meiner Mutter!

Jedenfalls kann ich aus Erfahrung sagen, dass Stillen, wenn es denn klappt, sehr praktisch ist. Meine drei Kinder hatten zwar acht Monate lang alle zwei Stunden Hunger – auch nachts. Aber nach dem ersten Schock über den Schlafentzug, den ich nach der Geburt meines ersten Söhnchens erlitt, kam ich damit einigermaßen klar. Jedenfalls ist es viel muckeliger einfach im Bett zu bleiben und zu stillen, als in die kalte Küche zu laufen und sich mit der Erwärmung von Leitungswasser auf exakt 35 Grad Celsius abzuplagen. Und so habe ich mal mehr und mal weniger tapfer die Ernährung der Minimäuse übernommen und bis sie knapp fünf Monate waren voll gestillt.

Beikost einführen: die Sache mit dem Brei

Immer zur Hand hatte ich ein etwas altmodisch bebildertes Heftchen vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zum Thema Beikost einführen, das ich vom Kinderarzt bekommen habe. An das Heft habe ich mich gehalten und bin mit den Ratschlägen darin immer ziemlich gut gefahren. Also habe ich bei allen Kindern mit knapp fünf Monaten den ersten Brei gekocht und ausprobiert, was sie denn dazu sagen. Meiner Erfahrung nach finden viele Hebammen diesen Zeitpunkt zu früh, wohingegen der Kinderarzt entgeistert schaut, wenn ich ihm sage, dass das Baby immernoch voll gestillt wird. Ich finde es am besten mich nicht auf die Meinung anderer, sondern auf mein Kind zu verlassen!

Wenn du ihm also ein Löffelchen anbietest und das Baby den Brei nicht will, ist es einfach zu früh. Dann probierst du es ein, zwei Wochen später noch einmal. Meine Mäuse jedenfalls haben erst ein bisschen verwundert geguckt, dann das Gesicht verzogen und als nächstes ein bisschen am Löffel genuckelt. Dabei habe ich es dann belassen und es am nächsten Tag wieder probiert. Luise zum Beispiel wollte dann nicht mehr, also habe ich sie mit dem Brei erst einmal in Ruhe gelassen. Oskar hingegen war selig und hat schon am ersten Tag mit Begeisterung drei Löffel pur verdrückt.

Übrigens kenne ich Kinder, die noch mit acht Monaten keinen Brei essen wollten und ich kenne Kinder, meist die zweiten oder dritten, die schon mit viereinhalb Monaten neidisch auf die Teller der anderen starrten. Am besten ist es, ihr klärt im Zweifel alles mit dem Kinderarzt ab. Aber so lange die Kinder keinen Mangel leiden und die Mutter kein Problem damit hat, werden sie halt weiter nur gestillt. Kinder sind so verschieden, das kannst du dir nicht vorstellen, und dennoch ist meist alles in bester Ordnung.

Zutaten für den ersten Brei

Für den ersten Brei habe ich Bio-Pastinake gedünstet und dann püriert. Pastinake eignet sich so gut, weil es nicht so schlimme Flecken hinterlässt wie Karotte. Kürbis ist zwar ebenso tief orange, aber eignet sich auch ganz gut für die kleinen Mägen. Mach dir übrigens bloß keinen Stress, wenn du lieber Gläschen füttern möchtest. Da gibt es genau die richtigen Zutaten für das ensprechende Alter und die Fertigbreis aus dem Drogeriemarkt deines Vertrauens bestehen aus Biogemüse und sind ungewürzt. Lass dir bloß nicht erzählen, dass Gläschen Teufelszeug seien. Das ist der größte Humbug, den es gibt.

Beikost einführen bei Babys

Wenn du selber kochst, empfehle ich dir für den Anfang, kleine Portionen in Eiswürfelbehälter einzufrieren, da die Babys anfangs nur ganz wenig essen. Später habe ich größere Portionen in Marmeladengläsern eingefroren. Das ist umweltfreundlich und Glas ist mir einfach sympathischer als Plastik.

Übrigens gibt es auch die Methode, Beikost einzuführen ganz ohne Brei zu kochen. Mir war das mit dem Brei aber immer lieber, weil ich so besser im Blick hatte, wieviel die Kinder gegessen haben. Denn nach und nach kommen beim Gemüsebrei Kartoffeln, Fleisch (gibts auch als fertigen Bio-Fleischbrei im Gläschen) und Öl hinzu und ich wusste so immer, ob die Babys genug Kalorien und die wichtigen Nährstoffe zu sich genommen haben. I

Wenn der mittägliche Gemüsebrei gut ankommt, gehts für gewöhnlich weiter mit einem Getreidebrei am Abend. Ich habe anfangs Getreidepulver aus dem Drogeriemarkt mit Milch und Wasser angerührt und einen Löffel Obstbrei dazu gegeben. Was auch gut klappt: Zarte Haferflocken aufkochen und fein durchpürieren.

Der letzte Brei ist dann der Mittagsbrei. Hierfür ließ ich die Milch weg, kochte Haferflocken mit Wasser auf, pürierte alles gut durch und habe Obstmus dazu gerührt. Auch das ist ganz leicht und schnell selbstgemacht: Obst (Apfel, Mango, Birne, Pflaume) in Bio-Qualität  in wenig Wasser aufkochen und pürieren – fertig!

Etwas zum Knabbern: Fingerfood

Ich habe deshalb auch auf die Breifrei-Variante verzichtet, weil das mit dem Fingerfood auch so gut geklappt hat. Irgendwann haben nämlich alle kleinen Kinder die Nase voll vom Brei und wollen das, was die anderen essen. Ist doch auch logisch, oder? Außerdem habe ich den Babys, als sie etwas greifen konnten, mal eine zerkochte Karotte in die Hand gegeben, um daran zu lutschen. Mit zehn Monaten habe ich ihnen Leberwurstbrote in kleine Stücke geschnitten oder sie haben an einem Brezelärmchen gelutscht. Lasst euch am besten vom Kinderarzt sagen, welche Lebensmittel ungefährlich sind. Denn die Gefahr, etwas in den falschen Hals zu bekommen, ist bei Babys ja noch größer. Weniger riskant, so steht es in meinem Heftchen, sind Lebensmittel, die sich leicht im Mund auflösen wie Zwieback (ist aber meist zuckerhaltig) oder Dinkelstangen. Das alles hat natürlich auch damit zu tun, wann die Kinder ihre ersten Zähnchen bekommen. Unproblematisch ist es sicher, den Brei ab dem Alter von neun oder zehn Monaten Stück für Stück ein wenig gröber zu machen und anstelle des Pürierens das gekochte Gemüse mit der Gabel zu zerdrücken.

Beikost einführen

Meine drei besten Tipps für dich und dein Kind

  • Lass dich bloß nicht verrückt machen, wenn andere deinen persönlichen Weg kritisieren. Du bist die Spezialistin für dein Kind und weißt, was gut für es ist. Ein Baby braucht eine zufriedene und entspannte Mama nötiger als Muttermilch und in der Zeit, in der andere Brei kochen, kuschelst du vielleicht lieber ne Runde mit deinem Baby. Dafür verputzt es hinterher genüsslich ein gekauftes Glas Brei in Bio-Qualität, so what?
  • Wenn du magst, kannst du beim Selberkochen ne Menge Geld sparen. Das ist wirklich ein großer Vorteil. Du benötigst weder einen Thermomix noch ausgefallene Kunststoffbecher zum Einfrieren. Alles was du brauchst ist frisches Obst und Gemüse in Bio-Qualität, Milch, Wasser, das richtige Öl, Fleisch (aus dem Glas oder vom Metzger), einen Topf und einen Pürierstab. Frier kleine Portionen im Eiswürfelbehälter ein, größere in Einmachgläsern. Wenn die Kinder an Brei gewöhnt sind, kannst du im Hofladen um die Ecke feine Haferflocken kaufen und aus denen einen Getreidebrei herstellen.
  • Verlass dich bei Einführen von Beikost auf dein Baby. Es signalisiert dir ganz genau, wann es bereit dafür ist. Wenn es nur gestillt werden möchte, lass dich nicht verrückt machen! Es ist noch aus jedem Baby im Laufe der Zeit ein Brezel essendes Kleinkind geworden. Frag im Zweifel Hebamme oder Kinderarzt und sei immer vorsichtig, wenn diese mit dogmatischen Grundsätzen reagieren. Vertraue auf Menschen, die dir die Kompetenz für dein eigenes Kind nicht absprechen.

Und nun wünsche ich dir ein gutes Gelingen. Ich habe auf diesem Blog ein paar gute Kochbücher für Kinder vorgestellt, zum Beispiel Yummy Mummy oder Kinder, an den Herd. Ich kann dir versichern, dass wir Eltern mit der nötigen Zuversicht, Feingefühl für das Kind und einer gehörigen Portion gesundem Menschenverstand ein Kind in jedem Fall zu einem normalen Esser machen können. Für die Zukunft kann ich dir außerdem auf den Weg geben: wenn dein Kind in seinem ersten Jahr vom Broccoli zur schwarzen Olive alles isst und dann mit zwei, drei Jahren ein Oberschlecki wird, das außer Ketchup mit ein paar Pommes und Nutellabrot nichts zu mögen scheint – dann ist alles ganz normal und es gibt absolut keinen Grund zur Beunruhigung. Du hast alles richtig gemacht!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ps.: Noch ein wenig Humor gefällig? Dann lies doch mal diesen lustigen Text von der lustigsten aller Mütter: Marlene Hellene zum Thema Beikost einführen

Merken

Merken

Abschiedsfest im Kindergarten – Ein Protokoll

Kinderlose fragen sich ja manchmal, warum Mütter andauernd in ihr Mobiltelefon schauen. Nun ja, ich möchte einiges erklären. Mit Wiedergabe folgender Diskussion, die zwar fiktiv ist, aber rein theoretisch genau so auf vielen Handys Tag für Tag stattfinden könnte.

Es ist Abend, 20:15 Uhr. Ich sitze müde auf dem Sofa und schaue mir die Nachrichten an. Da höre ich den Messenger-Ton meines Handys. Könnte was wichtiges sein. Freundin Silvi müsste demnächst ihr Baby bekommen. Oder Papa hat eine Frage zum Computer. Also schnapp ich mir das Ding und öffne WhatsApp. Dort bin ich seit geraumer Zeit Mitglied der Gruppe „Mamas_Kindergarten Sonnenschein“. Im Übrigen erhielt ich auch eine Einladung zu „Reitstundenplan_Pony Liese“, „Mini-Fußballer TSG Neustadt“ und „Krabbelgruppe Jahrgang 2016“. Aber das nur am Rande. Jedenfalls macht das Telefon von nun an im Sieben-Sekunden-Takt nervös BlingBling. Anton schaut genervt rüber.

~ Petra: Hey Mädels. In zwei Wochen ist Abschiedsfest und wir brauchen noch Beiträge fürs Buffet. Bussi

~ Lilli: Mach Muffins mit Schoko

~ Inga: Klar, mach auch was. Cake Pops

~ Moni: WOW Inga, die sehen ja super aus. Hast du mir da ein Rezept?

~ Inga: Klar, schick dir den Link. Du musst nur aufpassen, dass dir die Kuchenbällchen nicht von den Holzstöckchen rutschen.

~ Ayse: Da habe ich einen Trick mit Wäscheklammern. Mach die auch immer für Enes Kindergeburtstage.

~ Petra: Mädels, es geht ums Buffet! Also, wer bringt noch was mit?

~ Ayse: Dann backe ich Marmorkuchen

~ Kerstin: Guten Abend alle, ich finde es ehrlich gesagt nicht so gut, wenn wir nur was Süßes machen. Bisschen Obst und Gemüse wäre auch gut. Ich könnte Obstspieße und Bulgurtaler machen.

~ Inga: Super Idee. Was haltet ihr davon, Obststücke in Bechern anzubieten? Das kam neulich beim Tanzturnier von Emma richtig gut an. Wir müssen nur ein bisschen schnibbeln und ich bringe Plastikbecher mit

~ Kerstin: Plastikbecher finde ich aus ökologischer Sicht ziemlich daneben

~ Inga: Wir können sie ja hinterher wieder einsammeln, abwaschen und noch einmal verwenden.

~ Petra: Ist das nicht zu viel Arbeit?

~ Moni: Luis ist allergisch gegen Nektarinen, daran müssen wir bei den Obstbechern denken. Er hatte erst neulich wieder eine geschwollene Zunge, als er bei Freunden zum Spielen war und die Mutter einen Teller voller Nektarinen-Schnitze auf den Tisch gestellt hat. Haben einen Abend im Krankenhaus verbracht. Notaufnahme. Horror!

~ Anne: Sorry Mädels, habe bis jetzt die Kids ins Bett gebracht. Klar, bringe auch was zum Buffet mit. Einen Käseigel und Buletten.

~ Kerstin: Anne, bei dem Hofladen von Bauer Trieber gibt es jetzt Bio-Käse, der schmeckt klasse. Könnte ich mir gut für einen Käseigel vorstellen.

~ Anne: Nee, ich hole immer die geschnittenen Käsestücke beim Discounter. Das macht wenig Arbeit.

~ Kerstin: Musst du wissen…

~ Moni: Also ich finde Käseigel ne prima Idee, aber ich würde auch auf hochwertigen Käse achten.

~ Lilli: Mary-Lou isst keinen Käse. Und Bulgurtaler mag sie auch nicht.

~ Inga: machen wir jetzt Obst im Becher? Ich besorge alles und wir schnibbeln einfach ne Runde

~ Petra: das ist organisatorisch aber schwierig. Wann sollen wir das denn machen? Das Fest geht um 10 los und vorher müssen wir noch schmücken. Wer kann denn da helfen?

~ Maria: Huhu, ich bringe Muffins mit.

~ Lilli: Nee, die mache ich schon.

~ Maria: Aber ich kann nichts anderes

~ Inga: Lilli, dann mach doch du eine Biskuit-Rolle. Schau mal, die ist ganz einfach. Habe ich gestern mal eben gebacken:

~ Moni: Wow, da läuft mir das Wasser im Mund zusammen

~ Lilli: Aber Biskuit-Teig kriege ich nie hin. Das sieht dann immer so klumpig aus. Was nimmst du denn da zum Verquirlen?

~ Inga: Ach was, ich zeigs dir. Geht ganz easy. Biskuit mache ich nebenbei. Brauchst nur viele Eier – und einen Thermomix!

~ Kerstin: Aber passt wegen roher Eier auf. Da gibts doch diese Regel im Kindergarten. Nichts mit rohen Eiern, frischer Milch und Leberwurst.

~ Inga: Leberwurst? Das kommt bei mir nicht in den Biskuit.

~ Maria: Inga, wo hast du deinen Thermo-Mix her? Ich wollte schon immer mal einen haben.

~ Inga: Meike, die Tanzlehrerin von Sienna, macht Thermo-Mix-Partys. Die kommt zu dir nach Hause.

~ Moni: Cool, da wäre ich auch interessiert…

~ Petra: Mädels, wer kann denn jetzt vor dem Fest mit schmücken?

Es ist mittlerweile 21:20 Uhr und ich habe den Messenger-Ton auf lautlos gestellt, sonst wäre Anton ausgeflippt. Überlege, mich einzumischen. Aber ich kann auch nur Muffins. Kaufe einfach ne Ladung Brezeln, denke ich mir. Während ich mir einen Tee mache, leuchtet das Handy weiter auf.

~ Petra: und denkt dran, wenn ihr backt oder kocht – wir brauchen immer eine Liste mit allen Zutaten, das ist doch seit letztem Jahr Pflicht für alle Eltern.

~ Moni: Ach nee, das vergesse ich immer. So ein Blödsinn. Kann da nicht mal der Elternbeirat tätig werden?

~ Kerstin: Wieso, es ist doch wichtig, welche Zutaten in den Sachen sind. Zum Beispiel bekomme ich bei Nüssen immer Sodbrennen. Mit den Listen kann ich einfach nachgucken, welcher Kuchen ohne Nüsse ist…

~Anne: Kerstin, ich dachte, du bist gegen Süßigkeiten?

~ Kerstin: in Maßen finde ich Süßigkeiten nicht so schlimm. Ich ersetze Zucker sowieso IMMER duch Agavendicksaft aus dem Reformhaus.

~ Anne: Das schmeckt man bei deinen Kuchen auch…

~ Kerstin: Was soll das heißen?

~ Inga: Mädels, keinen Stress jetzt! Grillen wir eigentlich wieder? Dann müssten wir noch besprechen, wie wir das mit dem Fleisch machen!

~ Kerstin: Wir essen kein Fleisch

~ Anne: Und Liam auch nicht. Wir grillen Marshmallows

~ Moni: Beim Bauer Trieber gibt es Bio-Fleisch. Das haut Ingo oft auf den Grill. Schmeckt Yummy….

Es ist 22:30 Uhr und mir fallen die Augen zu. Ich mache das Handy aus und bin gespannt, was sich bis morgen alles so tut.

Als ich am nächsten Tag um halb sieben das Telefon anmache, habe ich 35 neue Nachrichten im Chat „Mamas_Kindergarten Sonnenschein“. Außerdem eine Anfrage im Chat „Reitstundenplan_Pony Liese“: „Liebe Reitfreunde. Wir wollen im Sommer ein großes Reitfest veranstalten. Wer bringt was fürs Buffet mit? Aber bitte nur vegan. Ihr wisst, wir sind Tierfreunde (SMILEY*****)

Merken

Merken

Merken

Hallo liebe Leserin,

na, heute mal wieder das eigene Kind angeschrien? Obwohl du dir vorgenommen hast, dass du das nicht mehr machen willst? Ach, du weißt, dass es total unfair ist, ein kleines Mädchen mit niedlichen Zöpfen so richtig rund zu machen, bloß weil es einen roten anstelle eines pinken Bechers will und deshalb lauthals zetert? Oder der kleine Junge eigentlich nur müde ist und aus diesem Grund seit einer halben Stunde meckert und an deinem Bein zerrt? Du hast ihm aber dennoch irgendwann ein „jetzt reichts mir aber“ vor den Latz geknallt, sodass es auch der Nachbar nebenan noch mitbekommen hat!

Kinder rund machen: warum tun wir das?

Vielleicht ist dir ja einfach die Hutschnur gerissen, weil du letzte Nacht schlecht geschlafen hast. Oder du hattest Ärger mit einer Kollegin und denkst schon den ganzen Tag darüber nach. Vielleicht hast du auch ne saftige Migräne hinter dir oder eine To do-Liste so lang wie ein Rapunzel-Zopf. Könnte es sein, dass sich bei dir ein Hauch von Panik breit macht, weil du nicht weißt, wie du diese Woche auch noch Geburtstagsgeschenke besorgen, den Impftermin für den Hund wahrnehmen und einen Termin mit der Lehrerin deines Sohnes ausmachen musst?

Und obwohl du dir fest vorgenommen hast, deinen Stress nicht mehr an den Kindern auszulassen und diese unschuldigen Geschöpfe nicht mehr anzubrüllen, ist es doch wieder passiert. Nun greifst du frustriert zum Smartphone, um ein wenig zu chillen und zu googeln und liest Artikel in Eltern-Magazinen, die die Überschrift tragen: „Weil Schreien blöd ist – so erziehen wir jetzt kindgerecht“ oder Blogbeiträge von einer achtsamen Mama, die da heißen „Wie Kinderseelen leiden: Mami, warum schreist du nur?“ Ein Facebook-Post reklamiert in deiner Timeline: „Schweres Traume nach harter Schelte. Kinder verkraften Schimpfworte der Eltern nur mit Mühe“. Und dann denkst du dir: ach du lieber Himmel… haben sich denn alle anderen Mütter im Griff? Wieso flippe eigentlich nur ich so aus? Was ist mit mir nicht in Ordnung und warum bin es immer ich, die ihre Kids im Supermarkt und beim Turnen ankeift, während bei allen andern FriedeFreudeEierkuchen herrscht?

Vielleicht ist Schreien manchmal menschlich?

Dann sage ich dir jetzt mal was: nicht nur du flippst ab und zu mal aus. Ich tue es auch. Viele Menschen flippen aus und natürlich auch Mütter. Denn Mütter sind oft Menschen mit wenig Schlaf, einer Doppelbelastung aus Familie und Beruf und einer ganzen Menge heißem Scheiß auf der To Do-Liste. Zugegeben – manche haben sich mehr, manche weniger im Griff. Das ist natürlich eine Frage des Charakters. Und es gibt sie sicher auch, die Mütter mit Nerven aus Stahl, die auch das siebte, leibliche Kind, das endlos mault oder streitet, mit Engelszungen zur Räson bringen können. Und das bei 38 Grad Außentemperatur. Aber das dürften immer noch weitaus weniger sein als die Frauen, die einfach über einen ganz durchschnittliches Stresslevel verfügen und irgendwann, nach dem tausendsten „Mamaaa“ und dem millionsten Geschwisterstreit, irgendwann mal F***** rufen und die Faust gegen die Wand donnern.

Klar, wir können an uns arbeiten. Zum Beispiel schauen, dass der Stress ab- und die Ruhe zunimmt. Dann gehts uns besser, wir sind entspannter und lassen den Frust nicht in der Familie aus. Ich selber habe es mit Achtsamkeits-Meditation, Yoga und Co probiert und es haut echt hin. Aber dann kam der Alltag dazwischen mit all seinen Anforderungen und die CD mit den Mantras läuft seltener. Die Yoga-Matte staubt vor sich hin und jetzt denke ich jeden Tag: nun entspann dich doch endlich und mach nen Morgengruß, verdammte Axt!

Der Alltag holt uns ein

Aber schon klingelt das Telefon und Luise muss aus dem Kindergarten abgeholt werden, weil sie sich eine Perle ins Ohr gesteckt hat. Ihr kennt das, die kleinen Geschichten, die in Nachhinein lustig klingen, in Wirklichkeit aber den Puls auf 200 beschleunigen. Also bin ich spätestens am Abend wieder kaputt wie Bolle und kurz vorm Explodieren, wenn Jimmy nach der zweiten Geschichte immer noch mault, dass er nicht schlafen will. Rumms aus Micky Maus und ich gehe in die Luft wie ne Rakete.

Nicht mehr so viel schreien und achtsamer umgehen mit unseren niedlichen Nachkommen, das ist natürlich eine tolle Aufgabe, die wir uns immer wieder vornehmen können. Wir Eltern arbeiten jeden Tag an uns und sollten das auch nie unterlassen. Was wir aber auch tun sollten ist uns selbst zu sagen, dass wir normale Menschen mit normalen Nerven sind, die eben normalerweise auch mal an ganz normalen Stellen reißen. Deshalb sind wir trotzdem die besten Eltern für unsere Kinder. Ich lese jedenfalls keine Texte mehr, die mir ein schlechtes Gewissen machen, sondern hole lieber die Yogamatte raus oder köpfe ein Piccolo – damit spare ich mir nämlich den einen oder anderen Ausbruch zielführender als mit dem erhobeben Zeigefinger aus der Erziehungskiste.

Versteh mich richtig, auch ich finde die Schreierei nicht schön. Sie ist für das Kind sowie für alle anderen einschüchternd, nervig und erschreckend. Ich jedenfalls kämpfe Tag für Tag darum, mich zu beherrschen. Aber ich gebe offen zu: es gelingt mir einfach manchmal nicht. Am Ende entschuldige ich mich bei meinen Kindern und sage Ihnen, dass es nicht in Ordnung ist. So erleben sie immerhin eine authentische Mama, die einfach ab einem Punkt nicht mehr weiter weiß, die sich aber mit allem Einsatz anstrengt, respektvoll zu sein. Eltern, die sich in dieser Hinsicht immer im Griff haben, die bewundere ich aufrichtig. Ich wäre gerne so wie sie. Aber ich bin ich und auch mit meinen dünnen Nervenfäden kann ich Kinder ganz gut groß kriegen – da bin ich mir sicher.

Liebe Leserin, geh nicht so hart mit dir ins Gericht, sondern mach dir bewusst, was es heißt, Kinder zu haben. Es ist sicher die schönste, aber auch die anstrengendste Aufgabe deines Lebens. Dass da manchmal die Nerven reißen, ist völlig normal!

Merken

Merken

Was machen eigentlich Nina und Laura den ganzen Tag?

Heute bringen wir die 12 von 12 in etwas anderer Form. Ihr habt heute zum ersten Mal die Möglichkeit, Laura und mich im direkten Vergleich zu sehen. Zwei dreifach Mamas in zwei verschiedenen Bundesländern zur immer gleichen Zeit. Viel Spaß!

Lauras Tag war anstrengend und schön!

12 von 12 Juni
7 Uhr: Oskar spielt mit Holzeiern, Jimmy und ich sind fasziniert. Man beachte unsere Fußnägel: ich trage türkis, Jimmy gold. Der Morgen läuft bisher geschmeidig und ich bin froh, dass der Kindergarten wieder los geht.
12 von 12 im Juni
9 Uhr: Ich sitze am Schreibtisch und führe ein Interview mit einer neuen Kundin. Ich liebe meine Arbeit!
12 von 12 im Juni
12 Uhr: vor dem Mittagessen gönne ich mir einen Eiskaffee. Unbedingt ausprobieren: Cold Brew Coffee. Ist der Renner im Sommer und ich habe mein Rezept vom Blog Leckerleckerliese.
12 von 12 im Juni
Witzig, habe wie Nina ein Auto-Bild…Ich fahre nachmittags mit Oskar in die Stadt, Geschenke shoppen. Wir haben ein Geburtstagskind, das sich für Flaggen und Fußball interessiert.
Tata, habe ein Puzzle gefunden, ein Kinder-Sudoku und ein Buch über Flaggen. Wenn das mal keine gute Ausbeute ist!
Nach dem Abendessen noch eben den Geburtstagstisch gedeckt und die Kerzen eingepflanzt. Puuh, bin müde. Wie gut, dass meine Schwester zu Besuch ist und uns alle total entlastet.

Fazit: So ein Kindergeburtstag ist was Tolles und wir freuen uns jedes Mal alle. Aber es bedeutet auch immer enorme Vorbereitungen… Bin gespannt auf Jimmys Gesicht. Sicher ist er vor Aufregung wieder um sechs Uhr wach!

Hier kommt Nina’s Tag, der ein klein wenig einem WorkOut glich…

 

Mein Tag startet heute schon fast spät…nämlich um 6 Uhr. Die Jungs (vor allem Bosse haben seit ein paar Wochen diese grauenvolle Uhrzeit für sich entdeckt) Immerhin schaffen wir es Lisa nicht zu wecken…

 

Lisa ist in der KiTa und die Jungs beschäftigen sich netterweise alleine 😉 Sogar duschen durfte ich während sich die beiden neben mir kaputt gelacht haben, wenn ich lustige Lieder mit der Brause ins Gesicht geträllert habe 😉

 

Sie können ja soooo süß und lieb sein! Ich bin mit beiden beim Arzt: Lasse wegen Verdacht auf Scharlach (hat sich Gott sei dank nicht bestätigt) und Bosse bekommt mal einen Ultraschall der Organe (auch alles super!)

 

Zur Mittagspause wird der Papa auf der Arbeit überfallen.

 

Auf dem Weg nach hause Lisa abholen. Ich lebe zwar seit 2 Jahren auf dem Dorf und finde das auch wirklich schön, aber immer wieder wenn ich in der Stadt bin bekomme ich ein wenig „Heimweh“…

 

Zum Abschluss kommt noch eine Freundin mit ihrer Tochter vorbei. Ich würde es aber eher unentspannt nennen, da unsere Kinder ständig und andauernd am meckern sind und an ein Gespräch nicht so wirklich zu denken ist. Das nächste Mal treffen wir uns ohne Kinder 😉

 

Fazit Nina: Ein kompletter Tag mit den Kids alleine gleicht schon einem sportlichen WorkOut und ich bin recht froh, dass ich nun meinen Feierabend genießen darf 😉

Save

Save

Save

Merken

Merken