Der Traum von Freiheit und wieso du auch mal weinen darfst!

Mit 15 Jahren träumte ich davon, endlich mobil und damit unabhängig von meinen Eltern zu sein. Überall zu jedem Zeitpunkt selber hinfahren zu können, nicht die Eltern fragen zu müssen oder auf den dämlichen Bus zu warten. Mittlerweile habe ich seit 18 Jahren meinen Führerschein und Autofahren fühlt sich nicht mehr so richtig nach der großen Freiheit an. Schon praktisch, aber Freiheit sieht aktuell bei mir ganz anders aus. Nach dem Führerschein kam die nächste große Freiheit: Die eigene Wohnung! Aber auch das wurde irgendwann zur Selbstverständlichkeit.

Jetzt bin ich 36 Jahre alt, habe ein eigenes Auto und lebe im Eigenheim mit Mann und drei Kleinkindern. Gefühlt ist immer einer krank und jeglicher Plan nach etwas Ausgleich zum Alltag wird durch diverse Krankheiten durchkreuzt. Ich befinde mich in einem riesigen Hamsterrad und erreiche noch nicht mal mehr das Ende des Strohhalms. Zuhause wird einfach nur noch funktioniert, also mehr oder weniger. Ende 2017 dachte ich schon, dass so langsam nichts mehr geht und plante für meinen Mann und mich ein Wochenende ohne Kinder, um mal wieder etwas Kraft zu tanken. Ein Tag vor dem geplanten Wochenende bekam Lasse Scharlach… Abends mal den Babysitter zu uns holen klappt leider auch noch nicht, da Bosse aktuell zu sehr fremdelt. Dann ist mein Mann sehr häufig auch übers Wochenende weg und ich am Rande des Wahnsinns (Ja…ich zergehe aktuell etwas in Selbstmitleid;-).

Also was ist aktuell Freiheit für mich? Wenn ich spontan antworten müsste, würde ich wohl sagen, dass ich gerne abhauen würde 😉 Rucksack packen und ab in den Flieger! Vier Wochen oder länger nur für mich sorgen und einfach nur tun, was ICH möchte! Vor kurzem war ich seit einer halben Ewigkeit mal wieder auf einem Konzert und dachte mir spontan, ob ich nicht einfach mal die Nacht durchfeiern solle. Einfach so, ohne an den nächsten Tag zu denken. In einer Selbsthilfegruppe würde ich mich aktuell so vorstellen: „Hallo, mein Name ist Nina und ich bin eine ausgebrannte Mutter von drei Kindern!“ Ich brauche einen Anker! Einen Lichtblick! So wie es jetzt läuft, kann es nicht mehr lange laufen und die schlechten Phasen und das ständige Kranksein muss aufhören.

Generell versuchen wir Blogger am Ende unserer Texte ja immer noch den Dreh ins Positive zu bekommen, aber mal ehrlich, ab und zu dürfen wir auch mal alles viel zu anstrengend finden. Manchmal tut es kein Yoga, gesunder Smoothie, Micro-Abenteuer mit den Kids oder dem Verweis auf Vollmond, wenig Schlaf…manchmal ist es einfach nur anstrengend und ätzend und das einfach nur, weil es so ist! Das Leben mit Kindern ist manchmal (und manchmal auch öfter) unfassbar hart und anstrengend. In den Phasen darf man auch mal getrost ins Kissen heulen!

Ganz tief in meinem Inneren weiß ich, dass mit dem kommenden Frühling die Kinder weniger krank sein werden und meine Stimmung wieder hoch gehen wird. Aber jetzt werde ich einfach noch mal kurz eine Runde ins Weinglas weinen…

Lass Dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar, deine Nina

 

Vielleicht hast du ja Lust meinen Alltag ab und zu in Bildern zu verfolgen? Dann folge mir gerne auf Instagram

Nina

22 Comments

  1. Ich kann deinen Text so gut nachempfinden! Hier waren seit dem Jahreswechsel auch alle in Folge krank, letztes Jahr war der Mann mehrere Monate nicht fit und das meiste blieb an mir hängen. Und ich stille das Baby noch voll, das auch mit 8 Monaten noch so gar nichts anderes will als Milch – dadurch weine ich vor allem ins Wasserglas. Für den Sommer hab ich mir fest vorgenommen, mal wieder auszugehen, vielleicht sogar die ganze Nacht. Der Mann ist hart im Nehmen, der kriegt das mit dem Räupchen schon hin. Muss sie halt doch mal aus der Flasche trinken. Aktuell bin ich fast nur noch Mama und lange geht das so echt nicht mehr. Aber ich weiß ja, dass das Baby älter wird. Bald schieben wir beide Kinder auch mal über Nacht zu den Großellis ab und machen mal wieder zu zweit High Life!

  2. Danke. Danke. Danke. Genauso fühle ich mich gerade. Bin 36, habe Mann, Haus, Auto und 3 Kinder (3,5 und 2x 1) und wir – inkl. ich selbst – waren ungelogen den ganzen Winter krank. Seit November geht hier nix mehr (Hand-Mund-Fuß, Magendarm, Grippe, Mandelentzündung und wieder von vorn). Ich habe mich noch nie so sehr auf den Frühling gefreut, wie in diesem Jahr. Seit Wochen hoffe ich, dass wir endlich alle gesund werden, aber heute war ich zur Abwechslung schon wieder beim Kinderarzt…. hab da echt ne Dauerkarte.
    So ausgebrannt und motzig kenne ich mich nicht. Und so mag ich mich auch überhaupt nicht. Aber ohne Schlaf, mit extrem viel arbeitendem Mann und 3 kränkelnden Kleinkindern ist die Welt kein Ponyhof. Da kann man schonmal das heulende Elend bekommen. Da gibt’s nix zu beschönigen. Da gucke ich manchmal voller Neid auf verreisende Freunde ohne Kinder.
    Sorry für den langen Text. Und nochmal Danke, dass es Mamas gibt, denen es auch so geht. Alles Liebe

  3. Hat mir gerade so gut getan deine ehrlichen Zeilen zu lesen…… und zu wissen man ist nicht alleine!!! Danke dir

    • Hallo Kathrin, vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Es tut unheimlich gut so etwas zu lesen. Liebe Grüße Nina

  4. Liebe Nina,
    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte.
    Mir geht es momentan ähnlich… seit Mitte Januar ist bei uns immer mindestens einer krank (Ich habe 3 Jungs, darunter auch Zwillinge:) ) Das zährt immens an den Kräften.
    Es wird wirklich Zeit, dass Frühling wird. Wenn erstmal die ganzen Krankenheiten überstanden sind und die Sonne unser Gemüt aufhellt, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus:)
    Ist bestimmt nicht mehr lange.
    Und so Phasen sind im Leben mit kleinen Kindern ganz normal, da braucht man definitiv kein schlechtes Gewissen haben. Wir sind halt keine Maschinen!!
    Ich bin schon diverse Male durch diese “dunklen” Phasen gegangen, aber am Ende scheint dann doch immer wieder die Sonne.
    Wir schaffen das:)
    Alles Liebe,
    Maud

  5. Super Ende, auch wenn es nicht postitv ist…. obwohl….. ich glaube, es ist doch positiv, denn weinen hilft doch einem auch mal weiter! Danke für die wahren Worte – ich fühle so mit dir und der Text hätte auch von mir sein können 😉 ersetze nur Scharlach durch diverse grippale Infekte 😀
    Vielen Dank und alles Gute für dich/euch!
    LG, Cati

  6. Liebe Nina, ich kann das so gut nachvollziehen. Erst die Tage bin ich alte Beiträge durchgegangen und hab mir auch nochmal angeschaut, wie das damals war, als mein Mann und mich und unsere ganze Familie die massive Erschöpfung eingeholt hat.
    Und ganz ehrlich? Seitdem ist es ein Drahtseilakt. Ich versuche Veränderung zu schaffen, wo es geht, damit keiner von uns beiden wieder in eine solch belastende und erschreckende Situation gerät: Minimalismus von Arbeitszeiten, aber damit natürlich auch von Geld, sind ein Punkt, den wir konsequent umgesetzt haben. Aber natürlich gibt es dann äußere Rahmenbedingungen, an denen lässt sich nur schwer “schrauben” und mein Weg ist der, mich im Annehmen zu üben.
    Zum Glück gibt es Menschen wie dich, die dazu schreiben. Das macht mir Mut, wenngleich mir deine Situation auch unendlich leid tut.
    Ich wünsch dir viel Kraft und den Blick für dich in deiner Familie. Mir scheint, dass uns der am ehesten mal verrutscht. Alles Liebe, Rachel

    • Vielen lieben Dank Rachel! Man muss tatsächlich sehr auf sich achten und gucken, dass man nicht in ein tiefes Loch fällt! Manchmal hilft da ja schon das “auskotzen” und das Wissen, dass man nicht alleine ist 😉 Liebe Grüße Nina

  7. Liebe Nina,
    Danke für deinen Text – deine ehrlichen, für mich nachvollziehbaren Worte. ..ich gebe dir Recht: manchmal hilft auch kein Smoothie. Manchmal ist es einfach nur anstrengend. Manchmal bleibt nur das Earten auf den Frühling. Und bisher kam der ja zum Glück immer irgendwann. Ich schick dir einen lieben Gruß! Judith

    • Hallo Judith, lieben Dank für dein Kommentar! Und gott sei dank kann man den Frühling beinah schon riechen 😉 Liebe Grüße Nina

  8. Und das beste ist dann noch wenn der Mann zu einem sagt: Warum machst du dir das Leben selbst so schwer? LG (bin Mama von 3 Kindern die mich manchmal echt in den Wahnsinn treiben)

    • Hallo Melanie, oh dann würde ich vermutlich losziehen und mich mit einer Freundin betrinken und dem Mann viel Spaß wünschen 😉 Liebe Grüße Nina

  9. Oh, das kann ich so gut nachempfinden und ich habe “nur” zwei Kleinkinder zu Hause. Trotzdem weine auch ich öfter mal ins Kissen. Zum Glück geht es danach aber auch meistens wieder besser! Danke für den schönen und ehrlichen Text und hoffentlich ganz bald gesunde und nicht mehr fremdelnde Kinder ✊✊

    • Hallo Anna, vielen Dank für deinen Kommentar! Irgendwann wird ja immer alles wieder gut, aber manchmal darf man sich auch ohne schlechtes Gewissen beschweren 😉

  10. Hm ja. Aber sehen wir es mal so: Ich habe noch Zeit, den Artikel zu lesen, für den du die Zeit gefunden hast, ihn zu schreiben. Schlimmer geht immer 😉

    • Schlimmer geht es immer..da hast du recht, aber dieses Wissen hilft nur leider nicht wirklich weiter… mir zumindest nicht 😉

    • Liebe Anna, sich etwas von der Seele zu schreiben ist manchmal wie Medizin. Nina hat sich die Zeit genommen, weil es ihr sicher ein wenig besser ging. Wenn wir in schlimmen Zeiten mit Lesen und Schreiben aufhören würden, wie wäre es dann um uns bestellt? Außerdem eine kleine Anmerkung von Ninas Business-Partnerin: diesen Blog führen wir nicht mehr nur aus Spaß. Er ist für uns ein Projekt, das wir in unsere Arbeitszeit als selbstständige Texterin und PR-Frau integrieren. Nina hat den Text auch geschrieben, um einen Redaktionsplan zu füttern, den wir gemeinsam aufstellen, damit der Blog weiterbesteht und den Lesern (kostenlos) Freude macht. Liebe Grüße von Laura

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.