Ich kann das nicht!

Der folgende Beitrag ist vom März 2016 und wirklich positives habe ich aktuell leider nicht hinzuzufügen. Lisa befindet sich momentan in der Trotzphase (Die Bezeichnung Trotzphase klingt so harmlos…ich würde es eher die Wutprobe nennen) und ich erkenne meine Tochter wirklich teilweise nicht wieder! Vor einem Jahr dachte ich schon mal wir wären in der Trotzphase, aber das war ein Witz gegenüber der jetzigen sch… Phase! In Kürze kommt zum Thema „Trotzphase“ sicherlich noch mehr, denn auch Laura’s vierjährige Tochter ist aktuell wohl schief gewickelt 😉

Hier kommt mein etwas verzweifelter Text aus dem letzten Jahr:

Ich kann das nicht

Ich höre immer wieder von Müttern, die ihre Kinder Nacht für Nacht durch die Wohnung tragen. Es stundenlang schuckeln, streicheln, stillen. Mütter, die drei Jahre am Stück nicht durchschlafen oder vier Stunden am Stück als Durchschlafen bezeichnen! Mütter, die jeden Abend mit ihren Kindern zusammen ins Bett gehen und Händchen halten. Mütter, die jeden Tobsuchts-Anfall gelassen hinnehmen. Mütter, die gemeinsam mit dem Kind jeden Stein auf dem Weg zur KiTa bewundern. Mütter, die auch das 100. Mal “Wat mat Du?” in 5 Minuten mit “Ich lege immer noch die Wäsche zusammen!” beantworten. Mütter, die nach einem Tag, der morgens um 5 Uhr gestartet ist, zwischen 20 und 22 Uhr ihren Haushalt erledigen und danach noch einen Kuchen für den Krabbelkreis backen.

Mir fehlt die Kraft

Ich bewundere diese Frauen! Ich möchte auch so sein! Aber ICH KANN DAS NICHT! Ich geh schon am Stock, wenn ich eines meiner Kinder eine einzige Nacht durch das Haus getragen habe! Ich habe auch wirklich versucht die Welt mit Kinderaugen zu sehen! Aber für mich bleibt ein Stein ein Stein! Abends, wenn meine Kinder schlafen kann ich NICHTS mehr außer kraftlos zusammensacken. Da ist nichts mit Haushalt machen oder gar backen! Mein Akku ist dunkelrot und der sieht auch morgens nicht besser aus! Wie bitte machen das andere Mütter? Sind die mehr so wie der Duracell-Hase und ich habe eine Batterie der Marke Ja! drin? Ich liebe meine Kinder aus tiefsten Herzen und ich hätte gerne die Kraft sie Nacht für Nacht auf meinen Armen durch das Haus zu tragen!  Hab ich aber nicht! Ich habe sie nicht!

An meine Kinder: Es tut mir leid, dass ich häufig so ungeduldig bin und meine Zündschnur so kurz ist! Ich gebe täglich mein Bestes und versuche die Mama zu sein, die ich so gerne für euch wäre! Aber verdammt und zugenäht! Empathie für Eure Mutter wäre manchmal auch eine dufte Sache!

Irgendwo kommt immer ein Lichtlein daher

Ja! Wirklich! SO wie in den letzten Zeilen fühle ich mich wirklich manchmal! Und diese Tage wollen manchmal nicht enden! Aber dann, plötzlich und unerwartet wache ich auf, die Kinder schlummern noch und ich starte den Tag mit einer Dusche und einem Kaffee bis aus dem Babyphone ein “Mama!” ertönt und mein Herz vor Freude hüpft! Ich gehe in die Zimmer meiner Kinder und könnte platzen vor Glück in dem Wissen, dass das meine Kinder sind! An diesen Tagen hüpfe ich morgens um 7 Uhr schon lachend zu diversen Kinderliedern durchs Haus, puste an allen kleinen Speckbäuchen und verdrehe auch nicht bei Windel Nummer fünf in 30 Minuten die Augen! Und dann fallen mir meine Wort/Gedanken von gestern ein und ich frage mich, wer denn bitteschön diese übellaunige Person war! 😉

Und wie könnte dieser Beitrag heißen? “Aus dem Tagebuch einer Schizophrenen Mutter!”. Nein, mal im ernst! Mutter sein ist für mich ein Wechselbad der Gefühle mit unfassbar extremen Emotionen! Positiven wie negativen! Ich war in meinem Leben noch nie physisch und psychisch teilweise so sehr am Anschlag des Möglichen! Aber ich habe auch noch nie in meinem Leben so sehr geliebt!!!

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Nina

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