Liebesbrief an euch, ihr wunderbaren Väter

Vor kurzem hat ein Vater einen unserer Facebook-Posts kommentiert. Er fand, dass Papas hier auf dem Blog manchmal zu schlecht wegkommen. Tatsächlich berichten wir hier aus der Sicht zweier Frauen und sind da sicher hin und wieder, sagen wir es mal, subjektiv. In jedem Fall tat mir das so leid, dass ich jetzt erzählen möchte, warum ich die heutigen Väter einfach toll finde.

Alles selbstverständlich?

Nun ja, die heutigen Väter… man kann nicht alle Menschen über einen Kamm scheren, das ist klar. Aber ich finde, dass sich in den letzten Jahrzehnten ganz schön viel verändert hat. Väter fiebern schon in der Schwangerschaft mit (ok, zumindest bei der ersten) und sind in den meisten Fällen bei der Geburt dabei, um ihren Frauen in den Stunden größter Schmerzen und manchmal auch fürchterlicher Angst beizustehen. Sie tragen nachts weinende Babys herum und lassen die erschöpfte Mama schlafen, obwohl sie tagsüber arbeiten gehen müssen. Sie wickeln und füttern, kochen Brei und tragen die Kinder im Tragetuch. Na klar könnten wir Frauen jetzt sagen, das ist doch selbstverständlich. Ist es ja an sich auch – schließlich ist es das gemeinsame Kind und es sollte die Last der Erziehung und Fürsorge nicht auf den Schultern der Frau liegen. Aber vor 50 Jahren war das eben alles ziemlich anders. Gebären war Frauensache und alles andere rund ums Kind in vielen Familien auch.

Allen Ansprüchen genügen

Es ist sicher gar nicht so leicht, ein Vater zu sein. Wir Frauen haben oft mit einer Zerreißprobe zu kämpfen, weil wir uns zwischen so vielen Rollen hin und hergerissen fühlen: sind wir fürsorgliche Mutter, karriereorientierte Geschäftsfrau, hinreißende Partnerin, sozial engagiert mit Sinn fürs Basteln und skandinavische Einrichtung oder etwa alles zusammen? Aber auch Männer müssen viele Rolle gleichzeitig spielen. Sie sollen zuhause mit anpacken und sich nicht um die Erziehung der Kinder drücken, aber so mancher Job ist auch kein Ponyhof und viele Chefs erwarten von einem dreifachen Vater volle Leistung mit Überstunden, Geschäftsreisen und Co. Sie sollen männlich daherkommen und eine Schulter zum Anlehnen bieten, aber auch Gefühle zeigen, sanftmütig und aufmerksam sein. Blumen schenken und Reifen wechseln, mit den Töchtern reiten gehen und mit den Söhnen Playstation zocken (oder umgekehrt).

Elternsein ist kein Pappenstiel

Und dann ist da oft ein finanzieller Druck: Die Ausgaben von Familien sind hoch und die Last, mit dem Einkommen alleine alles bezahlen zu müssen, schlägt vielen aufs Gemüt. Heute sind wir unseren Job schneller los als früher. Was eine Kündigung für einen Familienvater bedeuten mag, ist unermesslich. Mieten und Eigentumswohnungen sind teuer wie nie und die Höhe der Kitagebühren oder der Preis eines Schulranzen zieht so manchen Eltern die Schuhe aus. Nun ja, so ist es nun mal! Alles was ich sagen möchte ist, dass Elternsein sowohl von Frau und Mann einiges abverlangt, das war immer so und wird auch so bleiben.

Tausendsassas

Die Väter kommen hier manchmal schlecht weg? Dann möchte ich nun mal ein Loblied singen. Ich kenne nämlich so unglaublich viele tolle Papas, dass das kein Zufall sein kann. Papas, die tagsüber im Büro sitzen und während sich die To-Dos stapeln, verzweifelte Anrufe ihrer Frauen entgegennehmen, weil diese fix und fertig sind. Die dann früher gehen, obwohl der Chef das nicht gerne sieht, um zuhause erst die Große, dann die Kleinen zu trösten.

Es gibt Papas, die bleiben zwei Jahre zuhause und kümmern sich aufopferungsvoll um das Baby oder um ein Schulkind, pfeifen auf dumme Sprüche von Kollegen und verweisen beim Chef auf das Recht auf Elternzeit.

Ich kenne Papas, die ackern sich einen ab, weil das Geld nie reicht, sie ihrem Sohn aber so gerne einen feinen Schulranzen und der Tochter einen Schwimmkurs bezahlen möchten.

Papas, die mit ihrer Familie Ungeheuerliches wagen und in ein Boot steigen, das mit viel zu vielen Menschen belegt ist, damit Tochter und Sohn endlich in Sicherheit sind.

Papas trösten Kinder, spielen Fußball auf dem Rasen, machen den besten Möhrenbrei fürs Baby, lesen vor, saugen das Wohnzimmer und putzen Fenster. Sie sind stark und können zugeben, auch mal schwach zu sein. Sie tragen die Kinder auf den Schultern und einen riesen Berg Verantwortung gleich mit. Sie gehen respektvoll mit ihren Frauen um und legen hin und wieder am Abend auch mal das Smartphone beiseite, um deren Kopf zu kraulen (sorry, Anton, der musste sein!)

Die besten Papas der Welt

Ich selber habe einen ganz super tollen Papa, der immer für uns da ist. Damals, als meine Schwester und ich klein waren, ist er jeden Morgen um halb fünf aufgestanden, um ins Büro zu fahren, sodass er nachmittags wieder zuhause war und sich um uns kümmern und meine Mutter entlasten konnte. Als ich ein Baby war, hat er mich in einer rosafarbenen (!) Trage herumgeschleppt und nachts an meinem Bett gesessen, um mir den Rücken zu kraulen. Er hat sonntags am Morgen mit meiner Schwester und mir gespielt, obwohl er so gerne ausschläft, hat uns vorgelesen und war im Sommer jeden Abend mit uns im Freibad. Er hat im Urlaub Burgen und zu Weihnachten Puppenhäuser gebaut. Vielleicht habe ich mir auch deshalb den einzigen Mann auf der Welt gesucht, der es mit meinem Papa aufnehmen kann.

Und lieber Leser, der du neulich kommentiert hast: Wir kennen uns, und ich weiß, dass du garantiert ein richtig wunderbarer Papa bist. Ob du nun viel arbeitest oder oft zuhause bist, für die ganze Kohle oder einen ordentlichen Haushalt sorgst – ganz egal: ohne so tolle Menschen wie euch könnten auch wir Frauen nicht stark sein. Ohne eure Toleranz können wir nicht für unsere Rechte kämpfen. Und ohne eure Unterstützung können wir nicht die Menschen werden, die wir sein möchten. Füreinander da sein, das ist es doch am Ende, worum es geht. Ob Mann oder Frau, Vater oder Mutter – es zählt gegenseitiger Respekt, Unterstützung und die Liebe!

Anton, du bist alles für mich,

deine Laura

Laura live! Wenn du auch auf Instagram unterwegs bist, freue ich mich total, wenn du Lust hast mir zu folgen. Ich erzähle auf meinem Kanal jeden Tag ein paar Kleinigkeiten aus meinem Leben als Dreifach-Mama in den Instastorys und übe mich darin, schöne Fotos zu schießen. Außerdem plane ich gerade mein Kleiderschrankprojekt, das Entspannungsprojekt-Thema im März, und poste immer mal wieder mein Outfit des Tages

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