Tagesmutter oder Kinderkrippe

Als Mutter möchtest Du natürlich, dass Dein Kind in guten Händen ist und einen schönen Tag verbringt, wenn Du wieder arbeiten gehen musst/willst. Es gibt schon einige Seiten, die auf die Vor- und Nachteile von Tagesmüttern und Kinderkrippen eingehen, aber hier bekommt Ihr einen Erfahrungsbericht der Extraklasse, denn meine Tochter Lisa hat schon jedes Konzept getestet und ich kann für beide Konzepte Positives wie auch Negatives berichten.

1. Versuch Kinderkrippe:

Zunächst war ich mega froh überhaupt einen Krippenplatz bekommen zu haben und das auch noch in einem komplett neu gebauten Gebäude, indem alles noch unbespielt war. Ich dachte besser kann es kaum laufen! Dann kam die Eingewöhnung! Und ich kann vorneweg sagen, dass ich mich auf die ein oder andere Stunde ohne Lisa doch ein klein wenig gefreut habe. Am ersten Tag haben wir Lisa’s “Bezugsperson” kennengelernt. Ein recht junges Mädel mit ausgebeulter Jogginghose, verwaschenem T-Shirt und fettigem Haar. Hhhhmmm okay… Vielleicht hatte sie ja keine Zeit zu duschen oder Wäsche zu waschen und ich habe sie am falschen Tag kennengelernt (nein habe ich nicht!). Ich kann es voll und ganz verstehen, dass man als Erzieherin nicht seine besten Sachen anzieht oder sich auch etwas praktischer kleidet, aber zwischen praktisch und ungepflegt gibt es nun mal einen echt großen Unterschied! Nun begeben wir uns zum Frühstück, welches von der Einrichtung gestellt wurde…Eigentlich kann ich es bis heute nicht glauben. Tag 1: Blätterteig gefüllt mit Nutella und Paprikastreifen (NEIN! Kein Brot, Käse etc. Es gab wirklich nur das eben Genannte!) Auf meine Frage, ob denn die Dame, die für das Frühstück zuständig ist, schwanger sei gab es nur Schweigen… Tag 2: Schoko-Pops und Cornflakes Tag 3: Es wurde vergessen für das Frühstück einzukaufen Tag 4: Ich habe für Lisa das Frühstück selbst mitgebracht und auch noch andere Kinder damit glücklich gemacht. Lisa wurde auch so gar nicht warm, denn in der Gruppe (5 Kinder, 3 Erzieher) waren immer mindestens 4 Kinder am Weinen. Tag 5: Lautes Weinen, Geschreie und überforderte Erzieher. Hatte dann ein Gespräch mit der Leitung und Lisa sollte zu einer älteren und “erfahrenen” Erzieherin wechseln. Tag 6: Kennenlernen der neuen Erzieherin und Lisa war jetzt sagen wir mal nicht soooo angetan von ihr, aber man muss dem Ganzen ja etwas Zeit geben. Zwischendurch musste ich auch noch das eigene Wasser auspacken, da auch dies irgendwie ausgegangen war…Tag 7: Lisa und ich kommen an und sie sitzt im Eingang erst mal beobachtend auf meinem Schoß. Plötzlich kam die neue Erzieherin und riss sie mir vom Schoß mit den Worten “SO wir gehen dann jetzt mal zusammen in die Gruppe!” Ich habe meine Tochter noch nie so schreien gehört und ich war noch nie so kurz davor jemanden eine zu scheuern! Ich habe ihr dann Lisa entrissen und mich mit ihr auf einen Stuhl gesetzt. Mein weinendes Kind und gleichzeitig dieser inkompetente Haufen, haben mich dann dazu bewogen aufzustehen und mit Lisa den Laden für immer zu verlassen! NIEMALS hätte ich meine Tochter dort gelassen! Man kann jetzt natürlich mutmaßen ich wäre nicht locker genug an die Sache herangegangen und wegen meiner Angespanntheit hat das alles nicht geklappt….Ich finde jedoch, dass die Fakten hier eine ziemlich deutliche Sprache sprechen!

2. Versuch Tagesmutter Vol. 1:

Auf den ersten Blick war es super! Neben Lisa hatte die Tagesmutter nur ein Kind und ab und zu die eigene Tochter. Lisa hat sich auch direkt mega wohl gefühlt und auch die Tagesmutter war sehr liebevoll. Leider kamen hier auch schnell gravierende Nachteile, welche ich vorher nicht bedacht hatte: Die Tagesmutter hatte noch 2 Jungs in der “Spätbetreuung”, welche täglich abgeholt wurden. Das bedeutete, dass Lisa am Tag zwischen 15 und 16 Uhr im Auto gesessen hat. Das war mir am Anfang leider nicht so klar. Das ist natürlich nicht bei jeder Tagesmutter so, aber man sollte es abklären! Auch, wie mit Arztterminen umgegangen wird! Das andere Tageskind war nämlich mal bei der Darmspiegelung der Mutter von der Tagesmutter dabei! Ja und jetzt kommen wir zu dem für mich gravierenden Minuspunkt bei Tagesmüttern: Die 3 jährige Tochter der Tagesmutter war einfach ständig krank und somit gab es eigentlich alle paar Tage keine Betreuung… In 12 Wochen Tagesmutter ist diese an 6 Wochen ausgefallen….Ich weiß nicht, welcher Arbeitgeber so flexibel ist oder wer Lust hat seinen kompletten Jahresurlaub so schnell aufzubrauchen. So leid es mir tat, weil Lisa sich echt wohl gefühlt hat, mussten wir auch hier wieder wechseln.

 

3. Versuch Tagesmutter Vol. 2:

Dieses Mal eine Tagesmuttervereinigung mit Ausfallkonzept: Hier kann ich nur sagen, genauso habe ich es mir vorgestellt! Zwei Tagesmütter, die sich eine schöne Altbauwohnung angemietet und alles mit gaaanz viel Liebe eingerichtet haben. Die Gruppen waren klein und man ist super individuell auf die Kleinen eingegangen. Neben den beiden Haupttagesmüttern, gab es noch eine Studentin und eine weitere Tagesmutter, die im Notfall ausgeholfen hat. Es wurde täglich frisch gekocht und es hat einfach immer gut gerochen! Hach… es war einfach perfekt! Leider sind wir so weit weggezogen, dass Lisa dort nicht bleiben konnte (Jetzt so beim Schreiben hört sich das echt an, als hätte Lisa schon wirklich “Schlimmes” mitmachen müssen, aber an die erste KiTa erinnert sie sich auf keinen Fall und an die erste Tagesmutter auch nicht mehr. Und jetzt bleibt sie auch wo sie ist ;-))

 

4. Kindergarten:

Was war ich traurig unsere super Tagesmütter verlassen zu müssen und was hatte ich Angst vor dem neuen Kindergarten! Aber die Sorgen waren unbegründet. Es gibt zwar nicht das mega Bio-Essen und die super schöne Altbauwohnung (das ist Lisa vermutlich auch echt schnuppe), aber die Erzieher sind super, man geht hier auch sehr gut auf die Kleinen ein und der Kindergarten hat eine super Einstellung zum Thema Draußen spielen! Eigentlich sind die Kids so gut wie bei jedem Wetter draußen und Mittwochs gibt es einen Waldtag.

 

Also wie Ihr seht, gibt es bei jedem Konzept positive, wie auch negative Beispiele. Alles steht und fällt mit den Menschen, die dort arbeiten! Wichtig ist, dass Ihr ein gutes Gefühl habt und wenn nicht: Es gibt IMMER eine andere Lösung!

Nina

3 Comments

  1. Ich muss eine Lanze brechen für Kinderkrippen, denn ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht: Unsere Tochter kam mit 6 Monaten für 4 Tage pro Woche in die Krippe. Wir hatten eine kleine Krippe (maximal 6 Babys, maximal 11 grössere Kinder, entsprechender Betreuungsschlüssel). Die Krippe hat Hannah von Anfang an gut gefallen, die kleine Gruppengrösse ermöglicht eine sehr individuelle Betreuung.
    Als wir umgezogen sind, wollten wir aus „Logistikgründen“ die Krippe wechseln. Gefunden haben wir eine Tagesmutter (wie „Vol. 2“ – also angemietete Altbauwohnung, ergänzende Betreuerinnen etc.). Unsere Tochter (zu der Zeit 3 Jahre alt) war manchmal mit 2 anderen Babys bei der Tagesmutter, manchmal mit 1 anderen Kind, 3 anderen Kindern am Vormittag, nachmittags ohne andere Kinder etc. Sie fühlte sich sehr allein, es waren ihr viel zu wenig Kinder dort, Singkreis oder basteln alleine macht keinen Spass, nach 3 Wochen mochte sie überhaupt nicht mehr hingehen. Da es auch mir das Herz gebrochen hat, sie so zu sehen, sind wir zurück zur Krippe – und fahren eben morgens eine etwas längere Strecke.

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