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Nachhaltigkeit

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Heute möchte ich dir erzählen, wie für unsere Familie das Projekt #GutesaufdenTeller ausgegangen ist. Im ersten Text habe ich dir vorgestellt, was Rachel vom Blog Mamadenkt erarbeitet hat und dir berichtet, wie wir für gewöhnlich in einem regulären Supermarkt einkaufen. Im zweiten Text ging es dann um Einkaufen im Unverpackt-Laden. Da es einen solchen Laden bei uns nicht gibt, habe ich mir Alternativen gesucht. Leider war dieser Einkauf für uns nicht so zufriedenstellend.

Gegenüberstellung

Der Preis

Klar, waren die Lebensmittel im Bio- und Hofladen teilweise teurer (die Milch komischerweise nicht). Aber ich finde es auch selbstverständlich, für diese Qualität mehr zu zahlen, denn mir geht es dabei um unsere Gesundheit und um die Umwelt. Diese Glyphosat-Geschichte kann ja nicht gesund sein, genauso wenig der viele Dünger, der auf unsere Felder geschüttet wird. Ich bin auch ein großer Fan von Lebensmitteln, die nach dem Demeter-Prinzip angebaut werden. Ich mache die Erfahrung, dass Obst und Gemüse oft kleiner und verschrumpelter daher kommt. Dafür ist der Geschmack besser und das zahlt sich dann wieder doppelt aus. Allerdings muss ich sagen, dass ein Einkauf im Bio- und Unverpacktladen schon eine Frage des Geldbeutels ist. Rachel hat mit ihrer Familie einen tollen Weg gefunden, denn sie verzichten dafür auf viele andere Dinge. Aber sicher schaffen das die wenigsten Familien, denn es gehört schon Disziplin dazu. Ich bin ehrlich: Konsum-Verzicht ist auch nicht gerade mein zweiter Vorname.

Konkret sieht mein Vergleich in Zahlen so aus

  • Gurken im Bio-Laden 1,43 Euro für 350 Gramm, im Supermarkt halb so teuer
  • Dinkelmehl im Bioladen 2,29 Euro, Bio-Dinkelmehl im Supermarkt 1,75 Euro
  • Frischhefe, Würfel 0,49 Euro, 0,15 Euro im Supermarkt
  • Trauben 3,50 Euro für ein halbes Kilo, im Supermarkt 1,99 Euro (Trauben sind übrigens oft pestizidbelastet, wieso hier Bio-Qualität auf jeden Fall vorzuziehen ist, auch wenn das echt teuer werden kann)
  • Butter 2,69 Euro, im Supermarkt 1,59 Euro
  • Möhren 350 Gramm für 0,70 Euro, im Supermarkt 1,59 Euro für einen Bund Möhren
  • Kartoffeln 2,5 kg 3,99 Euro, 1,5 kg Bio-Kartoffeln im Supermarkt 1,79 Euro

Die Verpackung

Wie schon in meinem zweiten Text berichtet hat mich das Thema Verpackung weder auf dem Wochenmarkt, im Hofladen noch im Bioladen überzeugt. Da finde ich im normalen Supermarkt bessere Wege, um auf Plastik zu verzichten. Hier hilft tatsächlich nur ein Unverpacktladen. Damit es mehr von diesen gibt, ist so ein Projekt äußerst wichtig, denn indem wir uns mit dem Thema beschäftigen und andere informieren, bringen wir es in die Öffentlichkeit. Könnte doch sein, dass es in ein paar Jahren in jeder Stadt mehrere solcher Läden gibt? Übrigens habe ich gelesen, dass sich sogar Discounter immer mehr mit dem Thema Verpackungsmüll beschäftigen und daran arbeiten, Alternativen zu Plastik zu finden. Daher bin ich ganz optimistisch, was das angeht.

Der Aufwand

Wir fahren einmal die Woche mit dem Auto los und machen einen Großeinkauf. Den Rest erledigen wir zu Fuß vor Ort. Der Biomarkt ist etwas weiter entfernt, außerdem gibt es in der Ludwigsburger Innenstadt einen Alnatura-Laden, allerdings mit beschränkten Parkplatz-Möglichkeiten. So, wie wir wohnen, ist mir die Fahrerei und der ganze Aufwand echt zu groß. Ich kann aus logistischen Gründen nicht drei verschiedene Läden anfahren und bin sowieso immer darum bemüht, das Auto stehen zu lassen. Hätte mich der Bioladen verpackungstechnisch überzeugt, würde ich darüber nachdenken. So kommt es für uns nicht in Frage. Allerdings überlege ich mir, wieder eine Biokiste zu abonnieren. Dann muss ich den Rest der Lebensmittel nur noch im Supermarkt holen.

Ich möchte dir auf jeden Fall meine persönlichen Tipps für den Einkauf im Supermarkt mitgeben. Mit denen lässt sich eine Menge Müll sparen:

  • Milch in Flaschen und in Bio-Qualität kaufen, am besten nicht von Großmolkereien (ich weiß von einem Bauern, dass sie für Bio-Milch zumindest annähernd faire Preise bekommen)
  • Natur-Joghurt gibts auch in Gläsern. Für Fruchtjoghurt Marmelade einrühren.
  • Obst und Gemüse immer ohne Plastik kaufen. Auf manches verzichten wir leider, zum Beispiel Sellerie-Stangen oder viele Tomatensorten
  • Zwiebeln und Kartoffen oder empfindliches Gemüse in Netze füllen und so abwiegen (lassen)
  • Ketchup, Oliven und Saft nur in Flaschen kaufen
  • auf Fertigessen verzichten und selber kochen (ist gesünder und geht schneller, als du denkst)
  • Bei Süßigkeiten darauf achten, dass sie wenigstens nicht doppelt in Plastik verpackt sind
  • Wurst und Käse an der Theke: meist gibt es aus hygienischen Gründen keine Möglichkeit, sich die Sachen in Dosen packen zu lassen. Aber immer mal wieder nachfragen lohnt sich, denn je mehr Kunden das tun, desto schneller überlegen sich die Händler Ideen, um die Folien zu sparen
  • Generell weniger Fleisch essen und mit den Kindern überlegen, was sie anstelle von Leberwurst und Lyoner aufs Brot legen mögen
  • Leitungswasser und Tee trinken, denn auch für die Produktion von Glasflaschen wird sehr viel Energie verwendet

 

Übrigens lohnt es sich total, mal bei den anderen Bloggerinnen vorbei zu schauen. Hier hat Rachel über ihre Unverpackt-Woche berichtet und hier ist der Text von Schokolica zum selben Thema. Außerdem zieht Lila von Erdbeerpause ihr Resümee vom Unverpackt-Einkauf. Ich bin froh, dass ich bei diesem wertvollen Projekt dabei sein durfte und finde es ungemein wichtig, über Müllvermeidung nachzudenken.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Ich muss sagen, dass ich das Projekt immer wichtiger finde, das Rachel vom Blog Mamadenkt da auf die Beine gestellt hat. Denn leider stoße ich hier vor Ort echt an die Grenzen, wenn es um nachhaltiges Einkaufen geht. Ich bin sogar richtiggehend frustriert! Warum – davon erzähle ich dir heute. Also ist die einzige Lösung, das Thema präsent zu halten, damit sich langfristig was ändern kann. In der ersten Woche habe ich von meinem Einkauf in einem regulären Supermarkt erzählt. So kaufen wir eigentlich immer ein.

Weil wir keinen Unverpackt-Laden in der Nähe haben, habe ich nach Alternativen für den Einkauf geschaut und war sehr optimistisch und gespannt. Ich kaufe im Supermarkt sehr viel plastikfreie Lebensmittel ein, aber besonders bei Milchprodukten, Fleisch, Käse und Fisch stoße ich an Grenzen. Mir ist klar, dass viele Dinge auch einfach aus hygienischen Gründen gut verpackt sein müssen. Fisch bloß in Zeitungspapier einzuwickeln ist wohl kaum möglich, aber es gibt doch viele gute Ideen rund um unverpackte Lebensmittel.

Einkauf im Bioladen

Ich bin also mit den Kindern in den Bioladen einer Supermarktkette gefahren. Mit dem Auto sind es knapp zehn Minuten. Beim Obst und Gemüse fiel mir auf, dass es sowohl Papier- als auch Plastiktüten gibt und ich legte mir fünf grüne Netze für knapp drei Euro zu, die man wiederverwenden kann. Ich habe verschiedenes Obst und Gemüse eingekauft, das natürlich etwas teurer war als konventionelle Produkte. Dann ging es weiter zum Kühlregal, wo ich begeistert Butter in Papier gewickelt fand. Das war dann aber auch schon alles. Milch in Flaschen kaufe ich auch im Supermarkt (Bioqualität und nicht von Großmolkereien), hier habe ich Demeter-Milch mitgenommen. Leider war das ein Fehlkauf. Auch wenn nicht-pasteurisierte Milch vielleicht gesünder und nährstoffreicher ist – wenn sie flockt und ich Stücke in meinem Kaffee habe, dann geht das für mich leider gar nicht. Andere Molkerei-Produkte wie Käse, Frischkäse oder saure Sahne gab es nur in Plastik und auch im weiteren Verlauf des Einkaufs war ich enttäuscht. Nudeln, Reis und andere Nährmittel waren ebenfalls in Folie verpackt. Bis auf die Butter und die neuen Netze konnte ich für mich keinen Erfolg verbuchen. Außerdem habe ich noch etwas festgestellt: das Einkaufen im Bio-Markt ist echt teuer. Klar, wir könnten uns woanders einschränken und das Geld dann hier ausgeben. Aber es gibt genug Familien, für die die Preise einfach nicht zu bezahlen sind, denn ein Großeinkauf für eine fünfköpfige Familie kostet ein kleines Vermögen, wie ich schätzen würde. Also ist für mich nach wie vor die beste Lösung, normale Supermärkte zum Umdenken zu bewegen. In der Süddeutschen Zeitung Nr. 16 war vor kurzem ein Beitrag mit dem Titel „Gang zum Gewissen“, der sich damit beschäftigte, dass einige Discounter an alternativen Verpackungen basteln und sich immer mehr Läden über plastikfreie Ware Gedanken machen. Ein Hoffnungsschimmer?

Alternative Biokiste

Ich habe bereits vor einiger Zeit eine Biokiste abonniert und werde es künftig sicher wieder machen, denn auch wenn das Gemüse und Obst in Bio-Qualität teurer ist, finde ich das absolut gerechtfertig und sowohl für unsere Gesundheit als auch für die Natur ist mir der erhöhte Preis wert. Ich habe beim Händler angerufen und gefragt, ob es Käse und Molkerei-Produkte in alternativen Verpackungen gibt, aber das wurde verneint. Dieser Händler macht sich sehr viel Gedanken um Plastik, hat aber leider noch keine Möglichkeit gefunden, Käse und Co anders zu liefern. Auch im Online-Shop des Anbieters fand ich nichts.

Hofladen um die Ecke

Ab zum Hofladen, habe ich mir gedacht. Der liegt sehr geschickt auf dem Weg, wenn ich morgens Luise mit dem Fahrrad in den Kindergarten bringe. Aber das war dann der größte Reinfall. Der Hofladen gehört zu einem Geflügelhof, bei dem das Geflügel nie das Sonnenlicht erblickt. Nudeln, Linsen und Co sind in Plastik verpackt und alle Nährmittel enthalten Eier aus Bodenhaltung. Eine Flasche passierte Tomaten kostet das dreifache wie die Bio-Variante aus dem Kaufland-Supermarkt und ich bin ohne etwas zu kaufen wieder heraus gegangen.

Wochenmarkt – die Lösung?

Wie gut, dass am selbem Tag Wochenmarkt bei uns war. Leider war nur ein Gemüsestand aufgebaut und der Wurst- und Käsehändler an diesem Tag nicht da. Allerdings ist der Metzgerstand ein bekannter Händler aus der Region und ich weiß aus dem Rewe-Supermarkt, dass sie aus hygienischen Gründen Wurstware nicht in Tupperdosen geben. Ich habe dann Obst und Gemüse gekauft, aber auf die Bodenhaltung-Eier verzichtet. Letztendlich habe ich sechs weiße Eier für den Kindergarten im Penny-Supermarkt gekauft. Nur hier stand Freilandhaltung drauf.

Ehrlich gesagt habe ich mir das ganze viel erfolgreicher vorgestellt. Schlecht an meinem Einkauf diese Woche war vor allem die Fahrerei. Es war sehr zeitaufwendig, überall hin zu fahren und mittwochs, wenn Wochenmarkt ist, arbeite ich für gewöhnlich. Gäbe es hier in der Gegend einen Unverpackt-Laden, könnte ich es sicher schaffen, einmal in der Woche mit den Kindern einen Ausflug dorthin zu machen. Die Möglichkeiten, die ich diese Woche abgeklappert habe, haben mich aber nicht überzeugt. Schade, oder? Jedenfalls ist es für mich als berufstätige Mutter mit drei Kinder auf immer eine Frage der Zeit, wenn es um den Einkauf geht. Den erledige ich gerne einmal in der Woche, damit ich mich nicht jeden Tag von neuem mit diesem Thema beschäftigen muss.

Jetzt bin ich mal ganz gespannt, was die anderen Bloggerinnen so berichten. Und wenn du Lust hast, schau doch mal bei unserer Instagram-Challenge vorbei. Jeden Tag posten wir unter dem Hashtag #GutesaufdenTeller ein Bild zum jeweiligen Tagesthema.

Und hier findest du Beiträge der anderen Bloggerinnen:

Mamadenkt über das Projekt

Erbeerpause kauft im Supermarkt ein

Mysustainableme kauft im Supermarkt ein

Schokolica geht im Supermarkt einkaufen

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Übrigens hat mich noch eine Leserin darauf hingewiesen, dass es Nährmittel wie Reis und Nudeln auch in sehr großen Mengen in Papiersäcken gibt. Wenn du noch eine gute Möglichkeit weißt, sie zu lagern und vor Lebensmittelmotten zu beschützen, her damit! _fraulangstrumpf_ hat als Reaktion auf meine Instastory zum selben Thema erzählt, dass sie sich Hühner über Aktion Rettet das Huhn zulegen werden – auch ne Idee, um an Eier von glücklichen Hühnern zu kommen!

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