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Mental Load

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Und, was hast du heute so gemacht? Ach, nicht viel, irgendwie ist der Tag an mir vorbeigerauscht. Dann erzähl doch mal! Also morgens habe ich Frühstück für die Kinder gemacht, ihnen die Brotboxen gefüllt und ihnen geholfen, sich anzuziehen. Etwas später bin ich zur Arbeit und habe in der kurzen Kaffeepause mit meiner Freundin telefoniert, der es gerade nicht so gut geht. Nach dem Mittagessen bin ich schnell nach Hause gefahren, habe die Kinder in Empfang genommen und mit ihnen Hausaufgaben gemacht. Anschließend sind wir zusammen zu meiner Großtante ins Krankenhaus gefahren. Sie hatte einen Schlaganfall und freut sich immer so über Besuch. Den Sohn haben wir erst beim Fußballtraining abgesetzt und hinterher wieder abgeholt. Dann war es schon Zeit fürs Abendessen. Mein Mann ist gerade auf Geschäftsreise, daher habe ich die Kinder alleine ins Bett gebracht. Ich war abends richtig platt und hatte doch das Gefühl, vieles nicht geschafft…

Wie spreche ich nur über Mental Load und wie erkläre ich meinem Partner, dass ich so viel um die Ohren habe mit all der Familien-Organsation? Und wie vermeide ich dabei diese nervigen Schuldzuweisungen, die zu nichts führen? Ich habe da mal einen Brief geschrieben, den du gerne verwenden oder umschreiben darfst. Oder er inspiriert dich zu deinem ganz eigenen? Lieber XXX, gestern haben wir uns wieder gestritten. Der Grund war eigentlich lächerlich, denn es ging um die Windeln, die du nicht gekauft hast. Ich habe mich beschwert und du hast mir geantwortet, dass ich schließlich nichts gesagt hätte, als ich dir den Einkaufszettel in die Hand gab. Mein Vorwurf an dich war dann der, dass du selber einmal an etwas hättest denken können. Aber eigentlich ist genau das unser Problem. Ich denke an alles und delegiere an dich. Du führst aus und hast Feierabend. Ich habe nie Feierabend, wirklich nie.…

Von kleinen Auszeiten, meinem neuen Buch und einer Podcastfolge Gestern habe ich mir freigenommen und bin in die Therme gefahren. Es war wundervoll! Ganz in Ruhe habe ich mich umgezogen, bin durch die Saunas gezogen, geschwommen und habe mich im heißen Whirlpool durchstrudeln lassen. Anschließend konnte ich duschen und meine Haare föhnen, ohne dass Jemand etwas von mir wollte. Um den Abend perfekt zu machen, holte ich noch Pizza von unserem Lieblingsitaliener. Warum mache ich das nicht einfach öfter? Ich habe oft beschrieben, wie Anton und ich unsere Termine koordinieren. Wer kümmert sich um die Weihnachtsfeier im Kindergarten, wer geht mit dem Kind zum Logopäden, wer macht die Steuererklärung? Aber wir vergessen immer, die allerwichtigsten Termine zu koordinieren: die Zeit für uns. Deshalb werden wir im nächsten Jahr eine sehr wichtige Rubrik in unser Trello-Board aufnehmen. Darin notiere ich dann auch die Termine für mich. Friseur, Massage, Schwimmbad, Wochenende bei…

Gestern war der zweite Tag in Folge, an dem ich zitternd vor Wut im Auto saß. Mir klopfte das Herz und ich war außer mir, auch wenn der Grund simpel schien. Ein Kind, drei Jahre alt, gebeutelt von ein paar Entwicklungsschritten und Müdigkeit. Kenne ich, erlebe ich jetzt das dritte Mal, ist alles ganz normal. Was sich nicht normal anfühlt, ist meine eigene Aggression. Denn in meinem Kopf passt sie nicht in das Mutterbild, das ich habe. Mütter sind geduldig und lieb, sie trösten und nehmen in den Arm. Ich aber sitze hier im Auto und möchte gerne etwas kaputt schlagen. Oskar saß im Möbelhaus glücklich in seinem Einkaufswagen. Um der heimischen Enge zu entfliehen, haben wir uns zu diesem Ausflug entschlossen. Es war ein besonderer Einkaufswagen, ein kleines Auto, das man herumschieben kann. Wir mussten es hinterher auf dem Parkplatz zurücklassen, Oskar aber wollte das Auto behalten. Er schlug…

Meine Müttersprechstunde macht zur Zeit Pause, weil ich mit meinem Buch so viel zu tun habe. Aber endlich gibt es mal wieder eine Podcast-Folge, denn ich durfte die Müttersprechstunde einen Abend lang auf dem Elternmagazin-Kanal abhalten. Das Thema war klar: Mental Load, die mentale Belastung, die vor allem Mütter tragen. Was genau steckt dahinter, wieso tragen vor allem Frauen diese Last und was können wir dagegen tun? Wir haben fast eine Stunde gequatscht und sehr viele Frauen haben mitdiskutiert. Ich habe mein Shop Floor-Board gezeigt und Buchtipps gegeben. Von heute auf morgen ist das Problem nicht gelöst, denn es hat sehr viel mit stereotypen Rollenbildern zu tun, die wir seit hunderten von Jahren pflegen und die bis heute nicht aus unseren Köpfen verschwinden wollen. Was muss sich ändern? Wir möchten das Problem nicht an unsere Kinder weitergeben, darum ist es auch so wichtig, dass die Kinder zuhause erleben, dass sich…

Letzte Woche erschien auf Spiegel Online der sehr lesenswerte Text mit dem wunderbaren Titel „Advent, Advent, die Mutti rennt“ und viele Leserinnen haben mich extra darauf hingewiesen, weil er so gut zu meinem Thema passt. Er zeigt wieder mal so schön, dass es kein individuelles Problem einer Perfektionistin ist, die im November und Dezember so viel um die Ohren hat, dass sie am 23.12. am liebsten in eine lärmschutzisolierte Höhle ziehen möchte, sondern ein übergreifendes Phänomen. Tatsächlich wird das Ausmaß der Familienverantwortung nie so ersichtlich wie im Advent: Der November ist der Monat, in dem Frauen mittleren Alters sich in Supermärkten vor der sogenannten Quengelware herumdrücken, ihre Mittagspause in Ein-Euro-Shops verbringen und im Fahrstuhl geheime Bezugsquellen für zuckerfreie Zungentattoos austauschen. Betroffene wissen, wovon die Rede ist: Am 30. November muss der Adventskalender für die Kinder fertig sein. Als ich den Text auf Twitter teilte, antwortete mir ein Vater, dass seine…

Wir brauchen noch Mütter, die die Kinder beim Wandertag begleiten * bitte an 10 Euro Getränkegeld denken * wer kann beim Martinimarkt am Stand aushelfen und einen Kuchen backen? * bitte leere Klopapierrollen in den Kindergarten mitbringen * bis Ende des Monats brauchen wir zwei aktuelle Fotos Ihres Kindes * wer sammelt Geld für die ErzieherInnen? * bitte Wechselklamotten überprüfen * am 27.11. um 7:30 Uhr ist Eltern-Sprechstunde *  das Kindergarten-Klohäuschen wird neu gebaut und wir suchen fleißige Helfer für das Wochenende Das Kümmern teilen Das sind die To-Dos für drei Kinder in einer Woche. Anton und ich bekommen sie per WhatsApp, Brief oder Mail und alle einzelnen Punkte ziehen viel Arbeit nach sich. Wir müssen zum Beispiel Fotos aussuchen und sie in der Drogerie nachmachen lassen. Oder uns einen Tag frei nehmen, um die Kinder beim Wandertag zu begleiten. Dann muss sich einer von uns darum kümmern, dass wir…

Mütter, organisiert euch! Zeitmanagement-Tipps für Mamas ist heute das Thema bei der Instagram-Challenge #meetthemamapodcast und das ist ganz einfach. Alles, was du machen musst, ist morgens eine Stunde früher aufstehen alle drei Stunden eine kurze Meditation einlegen mit den Kindern den Moment genießen bei Wut und Ärger bis zehn zählen immer rechtzeitig mit sorgsam gepackter Wickeltasche aus dem Haus gehen abends ein Dankbarkeits-Tagebuch führen früh ins Bett gehen alles rechtzeitig für den nächsten Tag vorbereiten. Nein, das war natürlich ein Witz. Aber an diesen Witz habe ich noch vor einer Weile geglaubt. Vermutlich findest du hier auf meinem Blog eine ganze Reihe an Texten mit vielen Tipps für eine bessere Organisation. Spielzeug aufräumen, Termine in den Kalender eintragen und per Postmappe wichtige Unterlagen sortieren – ich habe mich eine Zeit lang mit nichts anderem beschäftigt, als unsere Familien-Organisation laufend zu verbessern. Mir ging nämlich immer etwas durch die Lappen und…

Gewaltfreie Kommunikation hat mich schon immer faziniert. Mittlerweile schmeiße ich für mich persönlich sämmtliche sogenannte Erziehungsmethoden für Kinder über Bord und richte mich einfach nach den Regeln der Gewaltfreien Kommunikation. Denn zwischen Kindern und Eltern geht es ja vor allem um eines: miteinander kommunizieren, von Anfang an. Wie sehen wir unseren Gegenüber, wie nehmen wir ihn wahr und wie respektieren wir ihn als Mensch? Aber auch die eigenen Bedürfnisse spielen eine Rolle und werden viel zu oft vergessen. Bei der GFK geht es nicht nur um den Gegenüber, sondern auch um einen selbst. Nachdem ich mich beim Schreiben meines neuen Buches über das Zusammenleben mit Vor- und Grundschulkindern (erscheint im Februar 2020) intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, ist mir klar, dass Kommunikation die Grundlage von allem bildet. Wie mich Fünffach-Mama und Pädagogin Isabel inspirierte Meine persönliche Lieblingsexpertin ist dabei seit langem Isabel Gößwein. Die Mutter von fünf Kindern begegnete…

So langsam werde ich unruhig, denn es wird kalt draußen und der Dezember naht. Im Supermarkt gibts schon lange Lebkuchen und die Oma fragt, wie wir das dieses Jahr mit den Adventskalendern für die Kinder machen sollen. Schoko, Geschenke, gekauft oder gebastelt? Bei mir springt das Hirn in den Weihnachtselfen-Modus und dann geht alles von alleine: Ich mache mir Gedanken und erstelle die ersten mentalen Listen. Ich überlege mir ein Adventskalendersystem, das auch nachhaltig ist. Nicht all diesen Plastikkram, denn das ist schlecht für die Umwelt. Lieber nette Kleinigkeiten, die entweder lecker oder nützlich sind. Nächste Woche bin ich doch in München, da kann ich Schokolädchen kaufen, ein Glitzerradiergummi für Luise, einen Fußball-Bleistift für Jimmy. Oskar bekommt ein Piratenschaumbad und dann besorge ich noch bliblablu…. Außerdem sollten wir uns dieses Jahr echt mal um einen Adventskranz kümmern. Unten im Keller, in der Kiste, da ist noch ein Rohling. Ich könnte…