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Mental Load

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Einige Frauen kennen vielleicht folgende Situation: da stehen sie abends an der Spüle und machen den Abwasch. Ihr Partner will gerade mit den Kindern hochgehen, um sie ins Bett zu bringen, da wirft er ihnen einen zweideutigen Blick zu. „Treffen wir uns nachher oben?“ soll das wohl heißen. Sie aber verdrehen die Augen und denken sich Folgendes: Wenn der wüsste, was ich heute noch zu tun habe! Meine Liste ist lang und wie immer habe ich vieles von dem, was ich heute tun wollte, nicht geschafft. Nachher möchte ich endlich die Mail an den Steuerberater schreiben. Vorher muss ich noch Strümpfe zusammenlegen, denn die Kinder haben kaum noch welche im Schrank. Ich muss noch ein paar Geschenke im Internet bestellen, im Flur die Jacken aufräumen und Seife und Klopapier im Bad auffülllen. Romantik auf der To-do-Liste Natürlich ist er zur Stelle, wenn sie ihn bittet, die Liste mit abzuarbeiten. Aber…

Bei uns in der Grundschule werden zwei Jahrgänge gemeinsam unterrichtet, darum verlässt nach jedem Schuljahr die Hälfte der Kinder den Klassenverband. Zum Abschied gestalten die jüngeren SchülerInnen einen Gruß. Meine Tochter bemalte freiwillig und mit viel Freude zwölf Karten und ich war überrascht, wie viel Mühe sie sich machte. Mein Sohn hatte keine Lust. Ich konnte das gut verstehen, denn ich finde schon, dass das eine hohe Erwartung an die Kinder ist. Wir waren während der Corona-Krise beim Homeschooling so oft aneinandergerasselt, dass ich es jetzt nicht für eine gute Idee hielt, ihn zum Gruß-Karten schreiben zu verdonnern. Keine Lust auf Karten schreiben! Also dachte ich mir eine unkomplizierte Sache aus: Jimmy diktierte mir seinen Lieblingswitz, ich druckte ihn vierzehn Mal aus und dann sollte er die Witze einfach auf die Karten kleben. Auch das war ihm der Mühe nicht wert, generell ergab diese ganze Aktion für ihn keinen Sinn…

Vor einer Weile bat ich auf Instagram um eure Mental Load-Geschichten und Theresa hat mir ihre geschrieben. Ich finde es sehr berührend, wie Theresa (@threetravelkids auf Instagram) erklärt, wie sie immer trauriger wird, und was das mit ihrer To-do-Liste zu tun hat. Ich finde, dass im Text klar wird, wie Eltern manchmal aneinander vorbei reden. Jeder fühlt sich im Stich gelassen, ist hilflos, wird wütend. Theresa schrieb mir: „Man kann da nur gemeinsam raus finden.“ Und da hat sie so Recht! Die mentale Last Hier sitze ich nun heulend und ganz allein. Es ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein. Wie eine Ausgestoßene komme ich mir vor von meiner eigenen Familie. Gestern kam er nach drei Wochen Abwesenheit wieder, mein Ehemann und der Vater meiner drei Kinder. Wir hatten uns sehr auf ihn gefreut, ich hauptsächlich weil ich mir davon Entlastung in einem Alltag…

Mental Load und Denkarbeit neu FAIRteilen Eine Frage der Verantwortung Nach der Geburt unserer Tochter und der beiden Söhne war ich ganz klassisch ein Jahr zuhause und kümmerte mich um die Kinder, machte einen Großteil des Haushalts und organisierte die Familie. Wieso sollte sich mein Mann um den anstehenden Kindergeburtstag kümmern, um Kindergarten-Angelegenheiten, das Zeitungs-Abo oder unsere Bekannten einladen, wenn er in Vollzeit arbeiten ging, fragte ich mich. Gleiches betraf Packlisten für bevorstehende Urlaube oder Ausflüge, den Einkauf oder die Speiseplanung. Während dieser Elternzeit-Jahre bin ich langsam zum Organisations-Genie geworden und hatte unseren Alltag (meist) im Griff, war aber auch immerzu erschöpft. Jedes Mal freute ich mich auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben, aber dort, an meinem Arbeitsplatz, kam ich gedanklich nie richtig an. Immerzu waren meine Gedanken bei den Kindern und bei all den Dingen, die es zu erledigen galt. So sieht es eben aus, das Familien-Leben, aber wieso war…

Wenn eine Aufgabe die nächste nach sich zieht Sicher kommt dir folgende Situation bekannt vor: du willst eigentlich nur noch schnell eine Ladung Wäsche in die Trommel schmeißen und dann mal eben eine wohl verdiente Pause machen. Aber als du die Unterwäsche, die Shirts und Hosen in der Hand hast, fällt dir ein, dass das Kind so gewachsen ist, dass kaum noch was passt. Luise zum Beispiel hat gerade nur noch zwei Shorts und Jimmy fehlen mal wieder Socken, weil alle kaputt sind. Jedenfalls ging es mir gestern so, weshalb ich dann, anstelle Kaffee zu trinken, mal eben die Kleider durchsortiert und eine kleine Liste gemacht habe, was fehlt. Wir haben im Keller Kisten mit Klamotten, die nicht der Jahreszeit entsprechen. Dort habe ich erst einmal durchgeschaut, ob nicht ein paar Sommerhüte und kurze Hosen zu finden sind, die ich übersehen habe. Also stehe ich im Keller, gucke in die…

Die mentale Belastung in Familien ist für Eltern oft sehr hoch, weil es so unglaublich viele Dinge gibt, an die es zu denken gilt. Sie wird noch höher, wenn große Schwierigkeiten dazu kommen: Sorgen um Gesundheit, um die Zukunft, um die Beziehung oder um finanzielle Angelegenheiten. Besonders hoch ist der Mental Load auch dann, wenn Familien von Rassismus bedroht sind. Zum ersten Mal stieß ich im Buch von Gemma Hartley „Es reicht!“ auf diese Last. Sie hat eine Schwarze US-Amerikanerin interviewt, die regelmäßig ignorante und unverblümt rassistische Fragen zurückweisen oder sich mit ihnen auseinandersetzen muss. Sie steckt täglich Mikroaggressionen ihrer Mitmenschen weg und muss dabei so tun, als sei alles in Ordnung. Diese Form der „Gefühlsarbeit“ werde von ihr erwartet, noch schlimmer aber – auch von ihren Kindern, denn von ihnen werde jederzeit auf Grund ihres Aussehens eine gewisse Unterwürfigkeit verlangt. „Du darfst als Schwarzes Kind nicht auf dieselbe Weise…

Ich habe auf meinem Instagram-Kanal Frauen nach ihrer Mental Load-Geschichte gefragt. Leiden Sie darunter oder sind sie vielleicht kein bisschen überlastet? Kommen sie darüber mit ihrem Partner ins Gespräch oder gibt es dauernd Konflikte? Sind sie alleinerziehend und haben derzeit keinen, mit dem sie sich den Mental Load teilen können? Leiden sie unter Armut oder Rassismus und haben durch große Sorgen eine intensive Last im Kopf? Mir hat Maria geschrieben (37 Jahre alt, berufstätig als Sozialpädagogin) und ich teile ihren Text hier auf dem Blog, weil er so spannend ist und etwas zu lang für einen Instagram-Post. Die Stärke meiner Mutter Mit vielen Glaubenssätzen und dem Vorbild einer stets berufstätigen und sehr emanzipierten Mutter, aufgewachsen und geprägt durch die Erziehung in der ehemaligen DDR, bin ich meiner Mutter heute ähnlicher als ich es jemals sein wollte. Ich wusste, bis ich selbst Mutter von zwei Kindern und Partnerin wurde, nicht wirklich,…

Meine beste Freundin arbeitete in Berlin im Büro von Frau Prof. Rita Süssmuth und so bekam ich die Gelegenheit, die beeindruckende Politikerin am Telefon zu interviewen. Wir haben über Frauenrechte und Gleichberechtigung gesprochen und die Forderung, dass sich endlich etwas ändern muss. Das Gespräch fand im September 2019 statt, ist nun aber angesichts der Tatsache, dass in der Corona-Krise viele Frauen die Hauptlast der Familien-Organisation schultern, aktueller denn je. Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie sind Mütter doppelt benachteiligt: gegenüber Männern und kinderlosen Frauen. „Corona könnte das noch verschärfen“, lautet das Ergebnis, das in der Zeit vorgestellt wurde. Interview mit Prof. Dr. Rita Süssmuth Seit nunmehr 100 Jahren haben Frauen das Wahlrecht, aber in Sachen Gleichberechtigung gibt es immer noch viel zu tun: Große Lohnunterschiede, patriarchale Strukturen in Politik und Wirtschaft, die Last der Familienverantwortung und drohende Altersarmut machen Frauen das Leben schwer. CDU-Politikerin Prof. Rita Süssmuth, ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie…

Die Frau fürs Leben Heute ist ein besonderer Tag: mein Buch ist erschienen. Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles. Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen (Affiliate Link) ist seit heute im Buchhandel erhältlich. Und falls du keine Zeit zum Lesen hast, gibt es den Ratgeber auch als Hörbuch. Worum gehts? Mental Load ist hier auf meinem Blog schon lange ein Thema und ich habe in diesem Buch meine eigene Geschichte beschrieben, bin dem Muttermythos auf den Grund gegangen, habe die vielen negativen Konsequenzen für Frauen (und Männer) untersucht, eine Psychiaterin, eine Soziologin und einen Journalisten interviewt und ganz viele Lösungsideen aufgeschrieben, mit denen Eltern ihren Mental Load reduzieren und gerechter verteilen können. Die zauberhafte Helke Rah hat die Illustrationen gemacht, und sie sind wunderschön geworden… Die legendäre Liste zum Download Dazu gehört neben ein paar Tricks in der Kommunikation (wie sag ichs meinem…

Puuuh, war das mal wieder anstrengend! Morgens die Kinder fertig gemacht, dann ab ins Büro gedüst, Kinder abgeholt, Mittagessen gemacht, Hausaufgaben betreut, nachmittags auf den Spielplatz, Abendessen und alle fürs Bett fertig machen. Oder acht Stunden am Schreibtisch sitzen und sich in den wenigen freien Minuten um die Kinder kümmern, damit sie nicht zu kurz kommen. Oder den ganzen Tag mit einem Babyzuhause sein, das viel weint und am liebsten 24 Stunden am Stück auf dem Arm ist. Oder zu Corona-Zeiten Teenies erklären, dass Hausaufgaben wichtig sind, nebenher Mails beantworten, Einkaufslisten schreiben und Telefonate entgegennehmen. So war das nie gedacht! Eltern sein ist mitunter echt stressig und ehrlich gesagt war es niemals so gedacht, das alles alleine zu schaffen. Wenn wir ehrlich sind, reichen nicht einmal zwei Personen für so einen Alltag, denn am besten hat man überall HelferInnen, die einen dabei unterstützen, unsere geliebten Kinder groß zu ziehen und…