Schon vor der Krise war er mein Rettungsort: der Panic Room. Immer mal wieder eskalierten es bei uns nachmittags. Meist stritten sich die Kinder über irgendetwas. Luise schrie und rannte Jimmy hinterher, Oskar verteidigte sie. Jimmy schlug zurück und alle lagen auf einem Haufen. Ewige Diskussionen folgten, Schuldzuweisungen und lautes Brüllen. Geschwisterstreit An manchen Tagen kann ich es gut ab. Ich weiß es einzuschätzen, denn auch Anton und ich haben früher  mit unseren Geschwistern gestritten. Drei Kinder ist eine ungünstige Konstellation, immer bleibt eine(r) übrig. Ich helfe dann beim Klären oder trenne die Streithähne, lenke ab und tröste. An anderen Tagen bin ich dazu nicht immer in der Lage. Ich hatte viel Arbeit und keine Pause, bekomme wetterbedingte Kopfschmerzen, war müde oder schlecht gelaunt. Dann explodierte ich, stimmte mit ein in die Brüllerei, haute auf den Tisch und drohte mit Süßigkeitenentzug und „nie wieder Peppa Wutz“. Völlig daneben, ich weiß,…

Home-Office ist jetzt in Zeiten der Krise in vielen Familien angesagt, und das stellt uns vor eine Menge Herausforderungen. Für mich ist das nichts Neues. Ich arbeite seit Jahren von zuhause aus und weiß genau, wie das funktioniert: während morgens mein Computer hochfährt, räume ich das Bad auf. Nach der Mail an die Kundin antworte ich der Oma, wie es den Kindern geht und melde die Mittlere direkt mal online im Sportverein an. Dann arbeite ich 20 Minuten am PC und auf dem Weg zur Toilette biege ich in der Wäschkammer ab, lege Kleidungsstücke zusammen und schmeiße direkt noch eine Ladung schwarze Wäsche in die Maschine. Schnell zurück an den Schreibtisch und für den Text recherechieren, den ich schreiben muss. Während ich konzentriert arbeite, ruft die Sektretärin der Schule an: der Sohn fühlt sich komisch. Ob ich ihn abholen könne? Also los, Sohn abholen, vor den Fernseher setzen, weiterarbeiten. Sohn…

Mental Load in den Griff kriegen, wie geht das nur? Das fragen sich tausende Mütter im ganzen Land und gemeinam haben wir schon Einiges erarbeitet. Immer wieder bekomme ich Rückmeldungen von Frauen, die mir auf Instagram erzählen, dass sie mittlerweile mit ihrem Partner die Familienorganisation und die Care-Arbeit neu aufgeteilt haben: „Hallo, ich wollt auch mal Danke sagen, haben uns gestern hingesetzt und mal den Mental Load durchgesprochen. Übung brauchen wir noch, gleichzeitig hat mein Mann am Abend selbstständig die Wäsche aus dem Keller geholt und dann (sonst stellt er sie einfach ab) hat er sie vor dem Schlafengehen ohne ein Wort meinerseits aufgehängt.“ „Liebe Laura, es ist viel passiert in den letzten Tagen. Ich habe für meinem Mann und mich mal visualisiert, was in unserem Leben anfällt. Wow, war das eine Menge. Er ist dadurch aufmerksamer geworden und geht auch bewusster damit um.“ „Liebe Laura, Dank den vielen…

Es gibt Tage, die fallen heraus aus dem Alltag, und zwar in ganz besonderer Weise. Gestern war so ein Tag, denn als der Postbote schellte und mir ein dickes Paket übergab, wusste ich sofort Bescheid: Die Wackelzahnpubertät ist da! Gemeint ist natürlich mein Buch, mein allererstes selbst geschriebenes Buch. Letztes Jahr ging mein Wunsch in Erfüllung, von dem ich schon als Kind träumte. Wenn man dann ein Exemplar mit dem eigenen Namen in den Händen hält, das es bald richtig und in echt zu kaufen gibt, dann ist das natürlich grandios. Und darum gehts: die Wackelzahnpubertät, das ist die Altersphase von 5 bis 8/9 Jahren, also das Vor- und Grundschulalter. Es gibt so viel zu entdecken, die Kinder entwickeln immer mehr individuelle Interessen, ihre Persönlichkeit schält sich heraus und wir wissen noch genauer, wen wir da vor uns haben: einen ganz wunderbaren Menschen, der unser Leben reicher macht. Aber an…