Neues aus Wochenbetthausen

Endlich zuhause! Nach insgesamt sieben Nächten im Krankenhaus freue ich mich, dass nachts keiner mehr im zwei Stunden Takt an die Tür klopft, selbige resolut öffnet und mir eine neue Infusion anhängt oder der Zimmernachbarin auf die Toilette hilft. Nach Erfahrungen wie diesen und dem mittlerweile dritten Kind sind die Nächte mit Guggilein wirklich mehr als erträglich. Ich will es nicht beschreien, aber die Verdauung von unserem Minni funktioniert und wird hoffentlich nicht, wie in Jimmys Fall, eine drei-monatige Tortur für alle Beteiligten.

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Fünf gewinnt

Wir gewöhnen uns also gerade alle aneinander. Luise lernt langsam, dass das Brüderlein schreit, wenn sie ihm in ihrer übergroßen Liebe den Schädel quetscht. Jimmy ist stolz, dass Oskar ihm so sehr ähnelt und Anton übt sich im Haushalts-Alltag. Wie immer macht er sich prima: neben Einkäufen erledigen, Kinder in den Kindergarten bringen und Berge von Wäsche waschen, repariert er auch noch unsere Telefonanlage und den Trockner. Dass der Küchenschwamm muffelt, Luises Kleiderkombinationen kontrastreich und meine Handtücher nicht so gefaltet sind, wie ich es mag, ist pillepalle. Ach könnten diese vier Wochen, in denen er frei hat, ewig dauern.

Einen kleinen Eindruck von dem, was lautstärkemäßig die nächsten Jahre auf uns zukommt, haben wir schon bekommen: während Jimmy beim Abendessen erst heult, weil die Paprika rot, nicht orange ist, er daraufhin vom Stuhl fällt und noch lauter heult, Luise die Leberwurst auf dem Tisch verschmiert und dazu auf ihrem Kinderkeyboard spielt, das Guggilein aufwacht und herzzerreissend weint, dröhnt mein Kopf wie irre. Das Wetter schlägt Kapriolen und das spüre ich mit meinem Wetterfrosch im Hirn sofort.

Ich schnappe mir das Guggilein und verziehe mich mit Kühlkissen ins Bett. Zur Aufheiterung lese ich von Johann König „Kinder sind was Wunderbares“ und kann schnell wieder lachen. Währenddessen beruhigt Anton die Großen, setzt sie vor das Sandmännchen („Bääh, ich will kein Pittiplatsch sehen“) und räumt den Tisch auf.

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Ich lache so viel wie selten – ein traumhaftes Buch

Wie gut, dass am nächsten Tag der Kindergarten wieder anfängt. So haben Anton und ich Zeit, diverse Anträge auszufüllen. Die Steuererklärung wartet auch auf Bearbeitung. So vergeht der Vormittag und schon bald stürmen Luise und Jimmy die Bude. „Guuuggi, wo ist Guuuggi“, höre ich das Töchterchen rufen. Das Babylein bekommt eine Kopfnuss samt Schmatzer und schon ist Luise auf dem Weg ins Kinderzimmer, um ihrem großen Bruder das Holzschwert über die Rübe zu ziehen. „Gehst du mit den beiden raus“, bitte ich Anton. Der schnappt sich das Fahrrad samt Anhänger und lüftet die Streithammel eine Runde bei rasanter Fahrt kräftig durch.

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Luises Geschenk für Guggi – eine Spieluhr

Ich mache es mir gemütlich, lese, trinke Fencheltee und genieße es ein letztes Mal, mir ohne schlechtes Gewissen Kalorien in Form von Schokolade einzuverleiben. Noch pennt Guggi vierfünftel des Tages, das muss ich ausnutzen und wühle mich durch die Zeit, Instyle, Apothekenmagazine und schriftliche Anweisungen der Hebamme zur Rückbildung.

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Am Nachmittag liege ich mit allen Mäusen im Bett: Jimmy spielt eine Runde Schach gegen seinen Lieblingsgegner – sich selbst, Luise sitzt im Beistellbettchen, schaut Peppa Wutz und verputzt ein Malzbier. Guggi trinkt und schläft und trinkt und schläft.

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Morgen geht es das erste Mal raus. Und ich bekomme endlich meine Jacken wieder zu, ein wirklich traumhaftes Gefühl. Hoffentlich geht es meinem Kopf bis dahin besser. Übrigens ist in der letzten Woche mein Gastbeitrag zum Thema Migräne auf Andreas Blog Runzelfüßchen erschienen. Ganz liebe Grüße an dieser Stelle an sie, die endlich auch mit frischem Winzling zuhause angekommen ist.

Laura

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Das einzige, das bei uns still ist: das Stillkissen

Laura

2 Comments

  1. „Das einzige, das bei uns still ist: das Stillkissen“
    Da musste ich gerade laut losprusten. 😀

    Du beschreibst dein Heimkommen wunderschön! Hab deinen Beitrag mit Wonne gelesen.

    Ich wünsche euch eine schöne Zeit zu fünft und dass ihr schnell einen gemeinsamen Alltag findet. Wir haben „nur“ einen Sohn und finden es da manchmal schon trubelig. Zu fünft muss es ja geradezu ein Abenteuer sein. (Aber ein schönes! Davon bin ich fest überzeugt.)

    • Liebe Sara, danke dir für deinen lieben Kommentar! Und glaub mir, manchmal war ich mit nur einem Kind ausgelasteter als jetzt. Das ist alles Gewöhungssache. Alles Liebe, Laura

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