Ordnung im Kinderzimmer

Jimmys Schatz

Ich bin ein großer Fan von Ordnung jeglicher Art. Ausmisten und Platz schaffen bedeutet für mich Entspannung, Durchatmen, Übersicht und Freiheit. Diese Weisheit teilt Jimmy nicht mit mir. Er ist der Herr der Dinge, der stolze Besitzer von Diesem und Jenem, ein Sammler und Aufheber. Und eigentlich soll er in seinem Kinderzimmer machen und sammeln, was er möchte. Hin und wieder aber überfällt mich die große Lust, ein wenig zu entstauben und ein paar Sachen zu entsorgen – ein großer Fehler. Denn ich hielt den Zoo-Plan, den wir beim letzten Wilhelma-Besuch mitgenommen haben, für Müll. Keine zwei Tage Später lief Jimmy verzweifelt durch die Wohnung, um eben genau diesen Plan zu suchen. Ich habe mich ziemlich schlecht gefühlt. Seitdem mache ich es anders: Dinge, die ich für wertlos halte, kommen für mindestens acht Wochen in eine geheime Kiste in meinem Arbeitszimmer und werden erst dann entsorgt, wenn Jimmy in dieser Zeit nicht danach fragt.

Ihr mögt mich herzlos schimpfen, aber die Masse an Dingen, die Jimmy aufhebt, ist einfach so riesig groß, und das mit dem Schwesterlein geteilte Kinderzimmer hat nur einen begrenzten Raum zur Verfügung. Und außerdem werde ich verrückt, wenn die Kinder in diesem riesigen Chaos immerzu irgendwas suchen und nicht finden, weil Spielzeug, selbst gebasteltes und Werbegeschenke aller Art Überhand nehmen. Jimmy sucht die Arztspritze, die fliegt aber garantiert in der Legokiste rum. Luise findet Opa aus dem Puppenhaus nicht mehr. Der liegt vermutlich zwischen Topf und Löffel im Kinderbackofen. Jimmy ist empört, weil er seine Playmobil-Schwerter nicht findet. Die hat Luises nämlich erst gerade hinter die Heizung fallen lassen.

Nun habe ich die Chance genutzt, und Jimmys Regal entstaubt, das über seinem Bett angebracht ist, während er im Kindergarten ist. Und weil sein Sammelsurium bei näherem Hinsehen so rührend ist, wollte ich euch dieses in Bildern festhalten. Zur besserten Übersicht habe ich die Dinge in Kategegorien eingeteilt:

Kalender

Die wohl größte Kalendersammlung Deutschlands ist hier noch nicht einmal komplett aufgeführt. Und sie vermehrt sich ständig, auch dank Oma, die für reichlich Nachschub sorgt. Der rote Kalender für Lehrerinnen und Lehrer führte bei Jimmy übrigens für reichlich Verwunderung. Wo gibts denn sowas, dass ein Jahr im September beginnt? Besonders beliebt sind übrigens Kalender aus früheren Jahren oder aus der Zukunft. Es gibts nichts Spannenderes für das Kind, als zu schauen, an welchem Tag im Jahr 2012 Weihnachten war. Und auch Schaltjahre sind großartig. Jeden Morgen werden akribisch alle aktuellen Kalender verstellt und wehe, es fehlt einer! Jedenfalls fliegen bei uns überall und in wirklich jeder Ecke irgendwelche Kalender herum. Manchmal kann ich sie nicht mehr sehen.

Forschungsinstrumente

Jimmy nennt seinen Kompass „Weguhr“
Hier wird immerzu eifrig gerechnet
Unverzichtbar, wenn Mama abends das Licht ausmacht: die Taschenlampe
Im Urlaub unentbehrlich!
Die Vermessung der Welt

Neben seiner Tätigkeit als Kalenderforscher ist Jimmy noch in vielen anderen wissenschaftlichen Bereichen aktiv. Eigentlich liebt er alles, wo Zahlen drauf stehen, vom Taschenrechner über Papas Metermaß bis hin zum Messbecher.

Musikinstrumente

Wie alle Kinder in seinem Alter liebt Jimmy Musikinstrumente. Am meisten schätzt er die Mundharmonika, auf der auch kein Anderer spielen darf. Pfeife und Tröte gehören auch zu seinem Repertoire. Insgesamt darf es also gerne laut und schrill zugehen.

Allerlei

Ein Armband, das nachts leuchtet – welch ein Schatz
Bloß nicht auf den Balkon damit!
Zum Abreagieren bei großer Wut auf Mama und Papa
Ach du dickes Überraschungsei
Selbstgemacht!
Und jetzt habe ich still und leise doch ein wenig Ordnung in das Chaos gebracht. Die Kalender liegen gesammelt in einer Schublade, für die anderen Wertgegenstände habe ich eine perfekte Schatzkiste gefunden. Und so ist auf dem Regal über Jimmys Bett ein wenig Ruhe eingekehrt. Was er wohl sagt, wenn ich ihn gleich aus dem Kindergarten hole?
Und hier noch ein paar Ratschläge für mehr Ordnung im Kinderzimmer:
  • sortiert das Spielzeug regelmäßig durch. Dinge, mit denen die Kinder überhaupt nicht mehr spielen, könnt ihr verkaufen oder verschenken. Ich bringe die Sachen zum Second Hand Laden und die Kinder dürfen sich einmal im Jahr von dem Geld etwas Neues aussuchen. Spenden an die Tafel oder an Flüchtlingsheime sind eine andere, sinnvolle Lösung.
  • Sucht zusammen mit den Kindern ein paar Dinge aus, die für eine Weile in den Keller kommen. Nach gewisser Zeit wird getauscht. Der Arztkoffer, der ein paar Wochen entbehrt wurde, ist auf einmal wieder spannend und die riesen Legokiste hat eine Pause verdient.
  • Wenn die Kinder größer sind, mistet mit ihnen gemeinsam aus. So lernen sie auch, sich von Gegenständen zu trennen, die unnötig Platz weg nehmen.
  • Sammelt dieses nervige Kleinzeug aus Überraschungseiern, Werbegeschenke und kleinteiligem Schnick Schnack in schönen Gläsern. Das sieht ganz hübsch aus und das Leeren eines Glases ist eine tolle Beschäftigung für Regentage. Hauptsache, es fliegt nicht überall rum.
  • Super Tipp für Ordnung überall: die Dinge brauchen einen Platz. Dann ist auch das Aufräumen leichter. Vielleicht haben die Kinder auch tolle Ideen für Aufbewahrungsmöglichkeiten.

Als letztes habe ich noch einen tollen Tipp: Unter www.geliebte-ordnung.de hält Julia Poetsch tolle Tipps für Haushalt und Kinderzimmer bereit. Und nun, ran ans Chaos!

Pia Laura Froehlich

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