Ich bin Marie!

Kennt ihr das? Ihr hört ein Lied, ihr lest ein Gedicht, schaut einen Film und ihr fühlt euch so verstanden, dass euch das Herz überläuft? Oft passiert das in unschönen Lebenssituationen und ganz besonders bei schrecklichem Liebeskummer, denn welches Thema beherrscht so sehr jegliche Form von künstlerischem Gefühlsausdruck und was schmerzt jeden von uns so stark wie verlassen zu werden? Ich denke da an „My immortal“ von Evanescense, bei dessen Text ich dachte, es sei eigens für mich geschrieben worden. Noch heute erinnert mich das Lied an durchheulte Nächte und grausigen Herzschmerz.


Doch hier geht es nicht so sehr um Drama, sondern um dieses Verständnis für eine spezielle Lage, die nur diejenige kennt, die selbst eine ist: eine Mama!
Ich habe mir das neue Album von Judith Holofernes besorgt und sitze so nichts ahnend an meinem Schreibtisch und nähe auch noch passenderweise die Karnevalsröcke für meine Schwester und mich, und da erklingt:

 Ich weiß, die Kinder kotzen dir 
in die Schuhe
und der Mann hat dir die Absätze zersägt.
Dein T-shirt riecht nach
Traurigkeit und Windeln
aber hey, Marie, du weißt
wie man das trägt
 (…)
 Ich weiß, du hast Angst
aber ich weiß, was du kannst
und dass sich so was vertanzt
komm, zieh dich an
Nimm meine Hand, zieh dich an
wir wollen tanzen gehen, Marie
(Pechmarie aus dem Album Ein leichtes Schwert von Judith Holofernes, Därängdängdäng Records 2014)

Nicht, dass ich momentan besonders traurig bin, aber das eigene Leben dreht sich mit kleinen Kindern doch manchmal zu wenig um die eigene Person und nach so manchem erschöpfendem Tag habe ich diese Leere empfunden, die daher kommt, wenn einem alles über den Kopf wächst. Nun stehen kommendes Wochenende die ersten beiden Nächte ohne meine Knirpse an und ich fahre zum Kölner Karneval, um mit meiner kleinen Schwester mal richtig abzufeiern, und da singt Judith dieses Lied. Ich schwebe auf Wolken und werde mir den Text wenn nicht auf die Unterarme, dann wenigestens auf meine Zimmerwand tätowieren. Und allen anderen Mamas wünsche ich, wenn euch mal wieder alles zu viel wird, ein Abend voll Musik, Tanz und Prosecco.

Übrigens hat mich auf dieser wundervollen CD noch ein weiteres Lied ganz besonders berührt:

Du sagst,
ich fühl mich heute nicht so gut
ich sag, Mann, reiß dich zusammen
Du sagst, dass dir der Kopf wehtut
ich sag, meiner steht in Flammen
Du sagst, du bist so müde
ich sag, mir ist schlecht
Das ist Liebe, das ist Liebe jetzt erst recht!
(Liebe Teil 2 aus dem Album Ein leichtes Schwert von Judith Holofernes, Därängdängdäng Records 2014)

Denn in Zeiten voller Schlafmangel, schlechter Laune und gegenseitigen Schuldzuweisungen wachsen wir als Eltern doch so eng zusammen und lieben uns jeden Tag ein wenig mehr!

Hört das tolle Album und lasst euch immer mal wieder von Musik das Herz zum Überlaufen bringen,
eure Glücksmarie Pia

Pia Laura Froehlich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.