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Ein kleines Paradies: der Bio-Bauernhof Schöll

Urlaub mit Kindern kann wunderbar sein, aber auch ziemlich anstrengend. Lange Anreise, enges Hotelzimmer, wenig Möglichkeiten, damit auch die Eltern mal abschalten können – die Liste ist lang und wir haben schon vieles ausprobiert. Inzwischen wissen wir, was uns gut tut: Familienurlaub auf dem Bauernhof.

Wir wollen schnell am Ziel sein, brauchen genug Platz für all unser Zeug und die Eltern wollen auch mal ein paar Stunden Ruhe haben. Wir haben deshalb einen traumhaften Tipp für euch, wie ihr alle auf eure Kosten kommt. Nach einer Woche auf dem Bio-Bauernhof in Riegis, Niedersonthofen, sind wir braun gebrannt, ausgeruht und vollkommen happy zuhause zurücl. Für das nächste Jahr ist wieder eine Woche fest gebucht und bis dahin träumen wir von unserem kleinen Paradies, das ich euch heute vorstellen möchte.

Herzlicher Empfang

Unser Bauernhof liegt oberhalb von Niedersonthofen. Es geht mit dem Auto nochmal knapp fünf Minuten den Berg hinauf und so haben wir oben von Riegis einen sensationellen Blick ins Allgäu und runter zum Niedersonthofener See. Zum zweiten Mal sind wir zu Gast bei den Schölls und machen einen Familienurlaub auf dem Bauernhof. Anne, die Gastgeberin, empfängt uns mit einer Tasse Kaffee für die Erwachsenen und Eis für die Kids. Wir machen es uns  im schattigen Garten gemütlich: Die Großen springen auf dem Trampolin, Oskar sitzt im Sandkasten und schaufelt sich Sand in Eimer und Mund, wir liegen auf den Liegestühlen und schließen die Augen – was für ein Glück!

Bio Bauernhof Schöll

Der Hof liegt abseits der Straße an einem kleinen Weg, den nur die Familie, die Gäste und die Bewohner des zweiten Schöll-Hofs nutzen, der um die Ecke liegt. Wir können die Kinder also ohne Bedenken springen lassen und abends auch mal in Ruhe auf unserem Balkon sitzen.

Kein Familienurlaub auf dem Bauernhof ohne Pferde! Luise begrüßt das geliebte und trächtige Mini-Shettlandpony Jojo und das neue Pony Muffin. Oskar und ich bestaunen die Araberherde, die mit ihren langen Beinen und der schlangen Statur über die Wiese hinter dem Hof galoppieren. Es gibt noch zwei Dutzend Kühe, Ziegen, Katzen und Häschen, sodass jedes Kind seinen Liebling findet.

Bio Bauernhof Schöll

Stallzeit für alle

Unsere Ferienwohnung ist im zweiten Stock und der Blick in die Berge von dort oben noch schöner. Wir finden alles, was wir brauchen. Auch für Babybett und Kinderstuhl ist gesorgt. Nachdem wir die Koffer ausgepackt haben, die Kinder sind längst wieder im Garten, setzen wir uns gemütlich auf den Balkon und stoßen auf den bevorstehenden Familienurlaub auf dem Bauernhof an. Als das Gläschen leer ist, rufen Luise und Jimmy schon von unten: die Kühe müssen von der Herde getrieben werden und Tante Lisa soll helfen, die Kaninchen in den Stall zu bringen.

Toller Service

Luise ist selig, als sie Jojo striegeln darf. Anne erzählt, dass das Fohlen im September auf die Welt kommen soll und wir können uns kaum vorstellen, wie süß so ein Mini-Winzling-Pferd sein muss. Bevor wir zum Abendessen hoch gehen, holen wir noch Limo aus dem Keller, ein paar Eier, Butter und frische Milch bekommen wir von Anne, die außerdem die Brötchenbestellung für die Woche abfragt – was für ein Service!

Bio Bauernhof Schöll

Am nächsten Tag können wir die Kinder kaum überreden, sich vom Hof loszueisen. Jimmy spielt Fußball auf der Wiese, Luise lässt den Drachen steigen und Oskar macht ein Nickerchen im Schatten. Wir wollen schwimmen gehen und fahren mit dem Auto runter zum Baden. Das Wasser ist bei der Hitze genau richtig und wir verbringen einen traumhaften Tag am wunderschönen See.

Rodelspaß im Sommer

Kein Familienurlaub auf dem Bauernhof ohne ein paar tolle Ausflüge in die Berge! Einen Tag später besuchen wir den Alpsee bei Immenstadt. Dort fahren wir mit der Sesselbahn hoch, genießen unser Mittagessen auf der Alpe Bärenfalle und düsen danach mit der längsten Sommerrodelbahn Deutschlands sieben Minuten ins Tal. Tante Lisa marschiert mit Oskar den Weg hinab, denn er ist für dieses Abenteuer noch zu klein. Aber die Fahrt ist eine Wucht und Luise und ich hören nicht auf zu jubeln.

Urlaub auf dem Bauernhof

Auch die nächsten Tage sind traumhaft: wir verbringen die größte Hitze im schattigen Garten auf dem Schöll-Hof, wo selbst bei 38 Grad noch ein laues Lüftchen weht. Wir besuchen das nahe gelegene Bauernmuseum mit vielen Attraktionen für Kinder, wandern am Söllereck, kaufen im Birkenstock-Outlet fesche Sandalen, fahren Tretboot am Alpsee und Luise macht Pony-Ausritte auf Muffin. Abends grillen wir mit den anderen Familien, backen Stockbrot und die Mädchen spielen Pferd auf dem Reitplatz.

Lisa und ich gönnen uns eine geniale Massage, für die extra eine Masseurin auf den Hof kommt. Einen anderen Nachmittag ist eine Märchenerzählerin zu Besuch, die in Annes Märchenhäuschen Geschichten erzählt. Ein Highlight ist die Kutschfahrt mit Opa Benedikt. Seine Haflinger sind zahm wie Lämmchen und ziehen mit vereinten Kräften sechs Personen samt Kutscher die Berge hinauf. Wir genießen die Fahrt, die zauberhafte Gegend und die saftigen Wiesen um uns herum. Wir sind ein wenig traurig, dass unser Familienurlaub auf dem Bauernhof so schnell zu Ende geht.

Zum Abschied ein Fest

Am letzten Abend dürfen wir mit zum Johannes-Feuer. Bei selbstgemachter Holunder-Limonade, Rosen-Sprizz und kühlem Bier sitzen wir mit Anne und ihrer Familie am Feuer und sehen die Sonne über den Bergen untergehen. Was für ein grandioser Höhepunkt für den perfekten Familienurlaub auf dem Bauernhof!

Bip Bauernhof Schöll

Die Familie Schöll ist unglaublich liebenswürdig, allen voran Anne, die gute Seele. Die Unterkunft ist sehr gemütlich und perfekt ausgestattet für Kinder jeden Alters. Wer eine traumhafte Woche im Allgäu verbringen, Natur und Umgebung genießen und kinderfreundliche Wanderungen machen möchte, der sollte einen Urlaub in Riegis bei Familie Schöll buchen. Wir können unserer Woche im Paradies im nächsten Jahr kaum erwarten.

Ps.: Urlaub bei den Schölls ist zu jeder Jahreszeit schön. Im Herbst machen die Wanderungen mindestens so viel Spaß wie im Sommer, im Winter versprechen die Berge ne Menge Rodel- und Skispaß. Direkt vom Schöll-Hof startet eine Langlauf-Loipe und Opa Bene schallt seine Haflinger vor den Schlitten…

Pps.: Dieser Beitrag ist nicht gesponsert und wir haben unseren Aufenthalt bei den Schölls ganz regulär bezahlt!

Das Allgäu – unser Ferienparadies und Sehnsuchtsort

Wir lieben das Allgäu unglaublich und besuchen diese herrliche Landschaft, wann immer wir können. Zum Skifahren waren wir in Bolsterlang, im Sommer fahren wir an die Niedersonthofener Seen und immer wieder treffen wir uns mit Freunden in Rettenberg auf der Skihütte meines Heimat-Sportvereins. Möglichkeiten für Unternehmungen mit Kindern gibt es dort zu Hauf und obwohl wir schon so oft dort waren, finden wir immer wieder neue tolle Orte. Auch Ausflugsziele mit Kindern bei schlechtem Wetter sind vorhanden – also der optimale Urlaub für Familien, zumal die Anfahrtszeit aus dem Raum Stuttgart mit dem Auto nur knapp zweieinhalb Stunden beträgt.

Urlaub im Allgäu

Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres treffen wir uns in Rettenberg, Wolfis. Das Örtchen liegt gleich beim markanten Berg Grünten, auf dessen Abhängen ich schon als Jugendliche Ski gefahren bin. In der Nähe liegt außerdem der Alpsee bei Immenstadt, der im Sommer wunderbar zum Baden geeignet ist.

Urlaub im Allgäu

Wir testen die schönsten Unternehmungen mit Kindern

Wanderung mit Lamas

Die Kinder freuen sich schon wie verrückt, einander zu sehen und stürmen als erstes die gemütliche Hütte. Wir Erwachsenen überlegen schon mal, welche Unternehmungen für Kinder wir dieses Mal in Angriff nehmen. Zum Glück habe ich vorher schon ein wenig im Netz geschaut und uns für den Nachmittag zu einer Lama-Erlebniswanderung angemeldet.

Urlaub Allgäu mit Kindern

Wir ziehen mit drei wunderschönen und kuscheligen Lamas durch satte, grüne Wiesen, erfahren viel über diese gutmütigen und interessanten Tiere und machen auf einem Spielplatz eine Rast. Die Lamas fressen Gras, die Kids toben herum. Anschließend marschieren wir zurück und sind nach gut eineinhalb Stunden wieder in Nesselwang.

Mit der Gondel hoch hinaus

Auf der Suche nach weiteren schönen Unternehmungen mit Kindern im Allgäu fahren wir zur Alpspitzbahn in Nesselwang und nehmen eine Gondel zur Mittelstation. Das alleine ist für unsere fröhlichen Fünf ein Erlebnis wert, aber es wird noch besser: wir wandern ein kleines Stück bergab und nehmen die Sommerrodelbahn ins Tal. Was für eine Fahrt! Am liebsten würden wir gleich noch einmal düsen. Wer ein wenig Geld sparen möchte, nimmt anstelle der Gondel den Wanderweg und ist schätzungsweise nach einer Stunde an der Mittelstation. Übrigens gibt es für Eltern mit guten Nerven noch den Alpspitzkick, eine überdimensionale Tarzanbahn für Erwachsene, mit der mutige Adrenalin-Junkies an einem Drahtseil 1,2 Kilometer talwärts düsen. Spitzen-Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern sind möglich. Wir haben mit den Kids schon genug Nervenkitzel und setzen uns lieber im Tal in die Sonne und genießen eine Portion Kaiserschmarrn.

Urlaub im Allgäu mit KindernUrlaub mit Kindern im Allgäu

Erfrischung am Alpsee

Am nächsten Tag strahlt die Sonne vom Himmel und es ist ganz schön heiß. Also nichts wie an den Alpsee! In Immenstadt ist mächtig was los und wir ergattern einen der letzten Parkplätze am See. Übrigens gibt es hier einen Kletterpark, eine weitere Sommerrodelbahn und ein Tretboot-Verleih – also der optimale Ort für schöne Unternehmungen mit Kindern im Allgäu! Wir finden ein schattiges Plätzchen und wagen uns in das noch etwas kühle Wasser. Anschließend essen wir Eis, betrachten die sagenhafte und nahezu unbebaute Landschaft und sind einfach happy hier zu sein.

Urlaub im Allgäu

Gute Laune für die Damen

Auf dem Rückweg kommen wir am Duft- und Naturkosmetik-Shop Prima Vera vorbei. Wir lassen die Männer draußen und begeben uns in dieses Geruchs-Paradies. Jede schnappt sich ein Körbchen und wir packen fleißig ein. Roll-Ons für die Handtasche mit der Duftnote „Gute Laune“ und „Harmonie“ landen drinnen sowie ein Öl für die Duftlame mit dem verheißungsvollen Namen „Orange in love“. Wir schlendern rum, lassen uns noch ein wenig beraten und auch die Kinder fühlen sich in der Kinderecke pudelwohl. Leider nützt der Gute Laune-Stick nichts, als sich die Männer über den Kassenzettel brüskieren.

Urlaub mit Kindern Allgäu

Auf Wiedersehen im Allgäu

Am dritten und letzten Tag wandern wir noch ein wenig in der Umgebung Rettenbergs umher, tunken die Füße in die Iller und überlegen, welche Unternehmungen für Kinder wir beim nächsten Allgäu-Urlaub planen. Angedacht ist ein verlängertes Herbstwochenende und wir werden bis dahin schon mal Ausflugsziele mit Kindern bei schlechtem Wetter aussuchen. Auf jeden Fall wollen wir wieder den Moor-Erlebnispfad in Stötten entlang wandern, den wir letzen Herbst schon ausprobiert haben. So langsam sagen wir unseren geliebten Bergen „Auf Wiedersehen“ und freuen uns jetzt schon auf unseren Bauernhof-Urlaub in Niedersonthofen. Wir werden beichten!

Urlaub im Allgäu

Übrigens könnt ihr mal auf meinem Pinterest-Board zum Thema „Wandern mit Kindern“ vorbeischauen. Da habe ich viele Tipps gesammelt, von Ausflugszielen über kindertaugliche Wanderungen bis hin zu Wanderliedern und Motivations-Hilfen!

 

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Ich brauche Urlaub! Leider fällt der in diesem Jahr ins Wasser, denn mit Baby ist uns Packen und Verreisen zu anstrengend. Deshalb bleiben wir lieber hier. Wie ich neulich doch zu einem spontanen Kurztrip in die Ferne aufbrach, und zwar ganz alleine, erzähle ich euch heute.

Im Outdoorparadies

Am Donnerstag habe ich Jimmy und Luise vom Kindergarten abgeholt und weil das Wetter schön war und wir nichts anderes vor hatten, fuhren wir mit der S-Bahn nach Stuttgart, um einen Frozen Joghurt zu essen und anschließend Papa von der Arbeit abzuholen. Das Eis war köstlich und wir hatten noch ein wenig Zeit bis zu Antons Feierabend. Also spazierten wir ein wenig durch die Stadt. Da kam mir die Idee, in die Tübingerstrasse zum großen Globetrotter zu gehen, ein vierstöckiges Geschäft für Outdoor- und Reiseausstattung. Von einer Redaktionskollegin hatte ich gehört, dass es dort ein wahres Kinderparadies geben soll. Als wir den Laden betraten, liefen uns schon die ersten Kunden entgegen, die riesige Wanderrucksäcke probetrugen. Die Regale waren voll mit wetterfesten Jacken, schnell trocknenden Handtüchern, gut gepolsterten Schlafsäcken und allem, was man so zum Verreisen und Kampieren braucht. Sofort packte mich das Fernweh, und in diesem Geschäft bekommt sogar der größte Reisemuffel Lust auf Abenteuer, da bin ich mir sicher! Ab in die Wüste, in den Regenwald oder auf den Mount Everest, scheint es aus allen Ecken zu rufen.

Nun, mit drei kleinen Kindern geht es bei uns meist ins Allgäu oder an den Bodensee. Ich weiß, flexible Eltern trauen sich auch, mit Kleinkindern und einem VW-Bus ohne Klimaanlage durch die endlose Landschaft Australiens zu gurken oder zumindest in Nepal einen Dreitausender zu besteigen. Meine lieben Verwandten sind mit Einjährigem in die Transsib gestiegen und es war ganz wunderbar. Ich aber bin bequem und fürchte mich schrecklich vor langen Autofahrten oder anstrengenden Wanderungen, in denen mir meine Mäuse in die Ohren plärren. Also bewegen wir uns nur in einem Radius von höchstens 250 Kilometern.

In diesem vortrefflichen Geschäft in Stuttgarts Stadtmitte fuhren wir als erstes mit dem Aufzug in den dritten Stock und erkundeten die Abteilung für Outdoor-Küchen, Landkarten und Kletterausstattung. Jimmy bestaunte einen riesigen Globus und suchte das Land seiner Träume: Portugal, die Heimat Christiano Ronaldos. Das Highlight war aber die große Kuppel des Gebäudes. Hier geht man auf einem Glasboden und sieht bis hinunter ins Untergeschoss. Jimmy und Luise waren begeistert und tapsten wie auf Eiern herum. Gänsehaut und Höhenangst prickeln so schön und wir machten es uns auf den Glasstühlen für eine Weile bequem.

Wie wäre es mit einer Kanutour?

Dann fuhren wir mit dem Aufzug hinab in die Kinderabteilung – und die Kollegin hatte nicht zu viel versprochen. Neben einem prima Trampolin warteten kleine Hängematten und ein Piratensteuer auf die Kinder. Ruck zuck hatten sich Jimmy und Luise die Schuhe ausgezogen und turnten vergnügt herum. Dann entdeckten sie Wasser! Ein kleines, für Kinder bauchhohes Becken war gefüllt mit riesigen Quitsche-Enten und einem Piratenschiff. Während die beiden planschten, ließ ich mich mit dem Kinderwagen auf die Bank nieder, die an der Wand stand. Hier war wirklich an alles gedacht! Ich beobachtete die Kinder und war froh, eine Runde sitzen und ausruhen zu können. Oskar schlief friedlich und auch meine Augen wurden schwer…

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Da lief ein Verkäufer vorbei und blieb neben mir stehen. „Sie sehen so aus, als könnten sie Urlaub gebrauchen!“, sagte er, und ich musste unweigerlich nicken. „Wie wäre es mit einer kleinen Auszeit? Wir haben gerade ein tolles Angebot: Sieben Tage Kanutour in Norwegen an der Helgelandküste inklusive Ausstattung. Die Landschaft ist herrlich und Sie können dort die frische Luft und die Ruhe genießen.“

„Das klingt phantastisch, aber ich kann leider nicht. Was soll ich denn mit den Kindern machen?“

„Kein Problem“, antwortete der Verkäufer. „Die übernehmen wir. Hier gibt es genug zu entdecken und zu spielen. Schlafen können sie da hinten in den gemütlichen Schlafsäcken, und in einer Woche holen sie die drei Racker einfach wieder ab.“

Das Angebot klang einfach zu gut, und so stand ich von der Bank auf und begleitete den freundlichen Mann. Er holte schnell einen Einkaufswagen und ging mit mir durch die Etagen. Wir häuften eine ganze Menge Dinge an. Eine Schwimmweste, wetterfeste Kleidung, einen Campingkocher, ein Taschenmesser, Badesachen, Isomatte, ein kleines, transportables Zelt und eine Landkarte für die Helgelandküste. Zuletzt durfte ich mir noch einen großen Rucksack aussuchen, den ich dann wie die anderen Kunden 10 Minuten probetrug. Anschließend begleitete mich der Mann zur Hintertür. Hier wartete ein Auto, das mich zum Flughafen brachte. Am Schalter gab ich meinen Rucksack auf und keine halbe Stunde später saß ich im Flieger Richtung Norwegen.

Was mich am Reiseziel erwartete, war traumhaft und übertraf meine Vorstellungen: schmale Fjorde, majestätische Berge und unzählige Inseln taten sich vor meinem Auge auf. An der Küste stand ein gelbes Kanu bereit und eine Norwegerin wies mich auf Englisch in die Kunst des Paddelns ein. Dann ging es auch schon las. Es war gar nicht so schwer und ich genoss das mühelose Dahingleiten auf dem ruhigen Wasser. Paddel rein, Paddel raus – es war fast wie Meditation. Die Luft war tatsächlich wunderbar frisch und ich fühlte mich so wach und klar, wie seit langer Zeit nicht mehr. So ging der Tag dahin. Als es Abend wurde, suchte ich einen schönen Platz am Ufer. Dort legte ich an, baute mein kleines Zelt auf und erhitzte auf dem Campingkocher eine Dose Ravioli. Nach dem norwegischen Jedermannsrecht, das in der Landessprache „allemansretten“ heißt, hat jeder das Recht, überall in freier Natur für 48 Stunden seine Zelte aufzuschlagen. Und diese Gastfreundschaft nutzte ich auch. Als es ganz dunkel war, machte ich es mir in meinem Schlafsack gemütlich und schlief 12 Stunden ruhig und friedlich. Niemand weckte mich, morgens mussten keine Windeln gewechselt und keine Kindergartenbrote geschmiert werden.

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Am nächsten Tag paddelte ich ein bisschen weiter und machte nach zwei Stunden an einer Inselgruppe halt. Mein Reiseführer sagte mir, dass es sich um die Lofoten handelte und ich kletterte auf die Berge, von denen ich eine wahnsinnige Aussicht auf die klare, blaue See hatte. Abends genoss ich die Sonnenuntergänge und die milden Sommernächte. Mein Kopf war herrlich leer. Keine Termine, kein Essen das ich planen musste. Einkaufen, Organisieren, Putzen und Aufräumen – nichs dergleichen musste erledigt werden.

Das große Erwachen

Und so saß ich eines morgens vor meinem Zelt, schloss die Augen, ließ die Sonnen in mein Gesicht scheinen und freute mich auf einen weiteren Tag auf See. Da wurde ich auf einmal nass gespritzt, und zwar so richtig. Das Wasser war kalt und meine Outdoor-Klamotten mit einem Mal pitschenass. Als ich die Augen öffnete, traute ich meinen Augen nicht. Ich saß auf der Bank in der Kinderabteilung, vor mir standen Jimmy und Luise und spritzen mit Wasser. Sie selbst waren durchnässt bis auf die Unterhose. In diesem Moment begann Oskar zu schreien. Da stand ein Verkäufer vor mir, und reichte uns Handtücher. „Bieten Sie eigentlich auch All-Inklusive-Reisen an, die ich sofort antreten könnte, zum Beispiel nach Norwegen?“ fragte ich ihn. Er schaute verwundert und schüttelte dann bedauernd den Kopf.

„Schade“, murmelte ich noch, und verließ mit meiner Lausebande den Globetrotter.

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Wir machen Urlaub. Wobei der Begriff „Urlaub mit Kindern“ eigentlich ein kleines Witzchen ist, denn wenn die Kinder noch in einem gewissen Alter sind, ist das so eine Sache mit dem eigenen Urlaub. Mitunter verstehen wir unter der schönsten Zeit des Jahres Entspannung, Zeit für sich selbst, Muße, Wellness und Pause vom Alltag. Mit Kindern jedoch ist eher  „alles wie sonst auch, nur woanders und ohne Kindergarten und Spülmaschine“.

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Also gehen wir auf Nummer sicher und buchen nur Ferienwohnungen MIT Spülmaschine und nehmen Großeltern und Tante mit, sodass sich der Kinderbetreuungsschlüssel mehr als verdoppelt. Uns Eltern bleibt nun wirklich eine ganze Menge Zeit zu lesen, einen Mittagsschlaf zu machen oder einfach nur schön faul zu sein.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Angefangen hat alles natürlich mit den Stressfaktoren „Packen“ und „Anreise“. Da wir Skiurlaub machen, birgt das Einpacken so seine ganz besonderen Tücken. Skiunterwäsche, Skisocken, Jacke, Hose, Handschuhe, Mütze, Schal, Sonnencreme und all das kommen neben den üblichen Anziehsachen dazu. In diesem Jahr in dreifacher Ausführung (ich kugele mich in der dritten Saison lieber in die Berhütte als ins Tal herunter), ab dem nächsten Jahr Mal fünf („ACH DU MEINE GÜTE!). Nebenbei ist Luise endlich windelfrei und es stellt sich die Frage, ob wir besser 20 oder 30 Unterhöschen einpacken, denn wir haben bis zu drei kleine „Unfälle“ pro Tag zu beklagen.

Packesel

Viele Mütter werden es kennen: sie planen den letzten Tag vor dem Urlaub als „Packtag“ ein, gehen früher aus dem Büro, nehmen sich gleich ganz frei oder planen zumindest keine Nachmittagsaktivitäten. Dann werden Listen abgearbeitet, Keller nach Koffern durchforstet, noch ne Runde gewaschen und Taktiken geplant, wie und wo alles verstaut wird. Am Abend geht man gedanklich alles durch, notiert sich das eine oder andere und ist am nächsten Morgen noch ein paar Stunden damit beschäftigt, die Tasche mit Proviant für die Fahrt zu organisieren, Müll rauszutragen und den Briefkastenschlüssel dem Nachbarn auszuhändigen. Dann sitzt man endlich, bereit zur Abfahrt, im Auto und der Liebste am Steuer fragt: „Haben wir alles?“

Spätestens zu diesem Zeitpunkt fühlen wir uns urlaubsreif und verschieben den Gedanken, dass all die Dinge in einer Woche wieder an seinen alten Platz und sieben Waschladungen gewaschen, gefaltet und aufgeräumt werden müssen.

Jedenfalls haben wir dank schwesterlicher Hilfe und einem lieben Anton, der durchaus eine tolle Unterstützung ist und ein Auto ungefähr so genial packt, als müsse er bei den Tetris-Meisterschaften antreten, alles gut gewuppt. Selbst die Fahrt war zu ertragen, denn seit dem wir uns entschieden haben, lieber zwei Stunden ins Allgäu statt sieben Stunden nach Kitzbühel zu fahren, ist diese den Kindern auch zuzumuten. Klar, es wurde ordentlich gestritten, ob wir Pumuckel oder Conni hören, Jimmy hat sich mit seiner Wasserflasche die Hosen durchnässt und Luise hat die letzten 20 Minuten gebrüllt, sie wolle nun sofort aussteigen, aber auch diese Hürde haben wir nahezu bravurös genommen und sind nun also am Ziel unsrer Reise und genießen den „Urlaub mit Kindern“.

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Luise ist beim Skikurs nicht zu bremsen, Jimmy hat seine Leidenschaft für die Sauna entdeckt und ich beschäftige mich mit dem Gedanken, das heimische Büro aufzugeben und den Lebensunterhalt mit einer Sennerei in den Alpen zu verdienen. Mehr dazu in dieser Woche. Bis dahin wünsche ich allen, die noch vier Alltags- und Arbeitstage vor sich haben, den ein oder anderen Urlaubsmoment.

Laura