Ich lebe hoch….

…. und mit schlechtem Gewissen!

Letztes Wochenende hatte ich Geburtstag und mir ging es so richtig gut. Die lieben Großeltern haben die Kinder übernommen und wir sind auf nach Köln, wo meine Schwester wohnt. Dort habe ich mich dann richtig verwöhnen lassen, geshoppt was das Zeug hält, lecker gegessen und die Füße hoch gelegt. Am Abend war ich dann so richtig verrückt und habe das getan, wonach mir am meisten war: mit Sekt und Schokolade vor dem Fernseher lümmeln und richtig ablästern über Markus Lanz und seine Wettkandidaten!

Traumhaft, oder? Dennoch saß ein molliger Moser-Mops neben mir, der mich dauernd piesackte: „Du bist ja ne ganz schön fiese Mutter. Sitzt hier, hast die Kinder abgeschoben, lässt deine Eltern all die Arbeit machen und es kommt sogar vor, dass du vier Stunden hintereinander nicht einmal an Söhnchen und Töchterchen denkst! Schäm dich!“

Und so mosert der hässliche Köter neben mir vor sich hin. Zwar kann er mir die Laune grundsätzlich nicht verderben, denn ich begieße ihn mit Sekt aus meinem Glas und schubse ihn immer wieder vom Sofa runter. Aber er ist hartnäckig. Also gebe ich nach und rufe die Mäuse an. Oma ist dran, Jimmy und Luise tanzen wild, spielen auf der neuen E-Gitarre und wollen gar nicht mit mir reden. Und ich strecke der gemeinen Töhle die Zunge raus und sage „Siehst du, die vermissen mich nicht einmal. Jetzt lass mich in Ruhe feiern und geh mir nicht auf die Nerven“. Der Mops legt sich unters Sofa, murmelt aber noch vor sich hin, dass andere Mütter ihre Geburtstage mit den Kindern ZUSAMMEN feiern und sie auch nicht zwei ganze Nächte am Stück alleine ließen.

Schon während unseres Einkaufsbummels am Mittag ließ Moser-Mops es sich nicht nehmen, mich zu begleiten. „Da ist ein Spielwarengeschäft. Bring deinen Kindern gefälligst was mit, anstelle dir hier ein Teil nach dem anderen zu kaufen. Du denkts nur an dich!“. Ich hab ihn dann getreten, so richtig mit dem Fuß in den dicken Bauch. Aber das hat ihn nur bestärkt in seiner Wut auf mich. Kurzerhand habe ich ihn an einem Poller neben dem Kölner Dom fest gebunden und hatte meine Ruhe. Aber er konnte sich losmachen und saß abends vor der Wohnung meiner Schwester.

So ist das als Mutter. Ein ewiges Dilemma: Im Alltagsstress sehne ich mich so sehr nach einer Auszeit ohne Kinder, als wäre ich in der Wüste und denke pausenlos an eine Flasche Wasser für meinen durstigen Rachen. Habe ich dann Zeit für mich, bin ich nicht in der Lage, das Wasser voller Genuss runterzukippen und glücklich zu sein über die wunderbare Erfrischung. Vielmehr schaue ich sie an, nehme einen Schluck und habe Heimweh nach trockener Kehle und heißem Sand.

Aber das Ganze hat auch sein Gutes. Die Sekunden, wenn die Kinder in Omas und Opas guten Händen sind, ich die Tür hinter ihnen zuschlage und mir bewusst wird, dass ich in den nächsten 48 Stunden der Herr über meine Zeit bin, sind einmalig schön. Ich fühle mich wie die Königin der Nacht und bin wieder 23 Jahre jung, unabhängig und sorglos und voll von Ideen, was ich jetzt anstellen werde.

In Aussicht steht mir außerdem die große Freude, wenn ich meine Kinder wiedersehe, und wir uns alle in den Arm nehmen. Der fette Mops trollt sich und lässt sich eine Zeit nicht blicken- Er steckt erst die Nase wieder in die Tür, als ich mir einen Kaffee mache und mich mit einer Frauenzeitschrift zu den Kindern ins Kinderzimmer setze. „Pah, eine gute Mutter würde jetzt Lego bauen!“ Dann bewerfe ich das ätzende Tier mit Jimmys Fußball und mache es mir gemütlich!

 Ihr lieben Leser: wenn euch mein Blog gefällt und ihr mir eine kleine Geburtstagsfreude machen möchtet, schenkt mir doch ein Brigitte-Herz für Bloggerinnen. Dafür müsst ihr nur hier klicken. Ich freue mich aber auch riesig über Kommentare und Weiterempfehlungen. Vielen Dank und vergesst nicht, eure eigenen Hunde vor die Tür zu schicken!!!

Pia Laura Froehlich

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