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Wenn ein Geschwisterkind dazu kommt Eigentlich reicht ein einziges Kind, um als Eltern ge- und zeitweise auch überfordert zu sein. Ich jedenfalls hatte mit einem Baby die Hände voll zu tun und auch als Jimmy eins wurde, hätte ich mir kaum vorstellen können, wie ich da noch ein zweites Kind unterkriegen soll. Es geht ja dann aber doch und vielleicht kann ich die eine oder den anderen beruhigen: es geht nämlich sogar ganz gut. Denn während die Arbeit natürlich irgendwie mehr wird (Wäsche, Essen machen, Einkaufen), so gewöhnen wir uns doch an das Kinderhaben und machen uns beim zweiten Kind schon viel weniger Sorgen als beim ersten, sofern die Kinder gesund sind. Auf Instagram haben neulich viele Mütter gefragt, wie man das denn so am besten macht, wenn ein Baby in die Familie kommt und das Kind oder die Kinder, die schon auf der Welt sind, eifersüchtig seien. Darüber habe…

Frohes neues Jahr wünsche ich dir! Und, schon gute Vorsätze gebrochen? So ist es richtig. Und sehr wahrscheinlich hast du nicht einmal mehr Lust, einen Text über gute Vorsätze zu lesen. Ich schreibe dir dennoch einen, weil ich mir sicher bin, dass ich dieses Jahr einen besonders schönen Vorsatz habe, der nichts mit weniger essen, trinken oder mehr Bewegung und Effizienz zu tun hat. Ich habe mir nämlich vorgenommen, mir mehr Zeit zu nehmen – für mich selbst und die Kinder. Zu wenig Zeit Ich habe nämlich vor allem gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, sich mehr Zeit für die Kinder zu nehmen. Denn irgendwie ist ja immer was los. Es gibt bei uns im Haushalt ständig etwas zu reparieren, aufzuwischen, in die Wäsche zu stecken oder einzusortieren. Ich arbeite vormittags, dann mache ich das Mittagessen, hole den Kleinsten ab und nachmittags stehen verschiedene Termine an. Außerdem bin…

Neulich bin ich fast senkrecht die Decke hochgegangen. Das passiert mir so alle paar Wochen und die Gründe dafür sind vielfältig. Natürlich hat es meist mit Stress zu tun, viel zu wenig Pausen, um mal zu verschnaufen, mir selbst geht es nicht so gut und alles kommt zusammen. Zum Beispiel habe ich zu besagtem Zeitpunkt schlecht geschlafen und war auch mittags hundemüde. Die Kinder haben über das Essen gemeckert, Jimmy hatte keine Lust auf seine Hausaufgaben, Luise war wütend aus irgendeinem Grund und als ich Oskar von der Tagesmutter holte (das ist bei uns um die Ecke), wollte er nicht mit mit mitkommen. Bis ich ihn überredet hatte, doch noch nach Hause zu gehen, hatte Luise in der Zwischenzeit zuhause in ihrer Wut alle Brotdosen geöfnet und die vom Frühstück übriggebliebenen Brote und Obststücke im Wohnzimmer verteilt. Die Wut und das schlechte Gewissen Das war der bekannte letzte Tropfen, der…

Mein Kind ist krank Na, wie oft hast du dich schon gefragt, ob ihr eine normale Familie seid? Ob das ein oder andere Kind vielleicht nicht der Norm entspricht, sein Verhalten wunderlich ist oder sein Charakter irgendwie abnorme Züge hat? Dann hast du gegoogelt, verschiedene Antworten bekommen, eine Diagnose erstellt und sie mit allen Freunden und Verwandten ausgiebig besprochen, oder? Tja, dann ist wohl alles ganz normal. Denn ist es nicht so, dass wir irgendwie alle am liebsten normal wären und aus diesem Grund jede Abweichung, vor allem die unserer Kinder, besorgt betrachten und gedanklich bis zum Gehtnichtmehr bearbeiten? Ehrlich gesagt vermute ich, dass die meisten kleinen Abweichungen von der scheinbaren Norm eben eines sind: normal. Die meisten Eltern müssten sich eigentlich überhaupt keine Sorgen machen, könnten sich viele Arztgespräche und Therapien sparen und mal ganz gechillt die Füße hochlegen. Das ist aber nicht so einfach, schließlich sind die Kinder…

Familien haben es schwer Wie ist es eigentlich so, Familie zu haben? In der Zeit-Ausgabe Nr. 28 gab es ein Vier-Seiten-Spezial zum Thema Familie. Da war zum Beispiel einen Bericht darüber, wie alleine Paare sind, die neben Kindern, Job und Haushalt auch noch kranke Eltern pflegen. Tatsächlich gibt es in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach ein ganz großes Manko: Pflegende, die sich um eigene Kinder, den Partner oder kranke Eltern kümmern bekommen für das, was sie tun, kaum Rentenbeiträge. Wer sorgt sich um die, die sich sorgen? Das sollte meiner Meinung nach wesentlich stärker thematisiert werden, wenn es um die Rentenversicherung in Deutschland geht. Ein anderer Artikel im Zeit-Special beschäftigte sich damit, wie Patchwork-Familien ihren Urlaub planen oder koordinieren. Ganz besonders interessiert hat mich Anna von Münchhausens Text „Die Unperfekte“, in dem sie beschreibt, mit welchen Herausforderungen sie in den 80er Jahren zu kämpfen hatte, als sie in Vollzeit beschäftigte…

Liebe Erstlings-Mama, das hier ist keineswegs ein Brief mit lauter besserwisserischen gut gemeinten Ratschlägen, denn davon bekommst du sicher genug. Ob Mütter aus der Krabbelgruppe, deine Hebamme, der Kinderarzt, fremde Leute auf der Straße: sicher kannst du dich vor Tipps und Tricks rund um dein Baby nicht retten. So ging es mir auch. Trotzdem habe ich jetzt manchmal das Bedürfnis, meine Erfahrungen weiter zu geben, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Deshalb schreibe ich dir diesen Brief. Ich war wie du am Anfang ganz schön unsicher, habe mir einen riesen Kopf gemacht, Bücher gewälzt und zig Leute nach ihrer Meinung gefragt. Am Ende muss ich sagen, dass 85 % von all den Sorgen und Nöten rund um das erste Baby völlig umsonst waren. Und wie toll wäre das gewesen, wenn sich vor fünf Jahren eine Mutter bei mir gemeldet hätte, um mir diese weisen Worte zu verraten. Daher…

Jimmy, fünf Jahre alt, weint heute morgen, weil er keinen Schokonikolaus frühstücken darf. Jussuf, fünf Jahre alt, weint heute morgen, weil er kein Frühstück hat. Luise, drei Jahre alt, findet ihr Kuschel-Pferdchen nicht. Es hat sich unter ihrem Bett versteckt. Alima, drei Jahre alt, findet ihre Kuschel-Katze nicht. Sie liegt irgendwo unter den Trümmern. Baby Oskar, sechs Monate alt, nuckelt genüsslich an einem Schnuller. Baby Osman, sechs Monate alt, nuckelt genüsslich an einem alten Korken. Jimmy will heute unbedingt auf dem Spielplatz Fußball spielen, aber es regnet. Jussuf will heute unbedingt auf der Straße Fußball spielen, aber es regnet Fassbomben. Luise ist heute Morgen von der Müllabfuhr wach geworden und hat sich erschreckt. Alima ist heute Morgen vom Bombenalarm wach geworden und hat sich schrecklich gefürchtet. Baby Oskar hatte heute Nacht kalte Hädchen. Dann hat Papa ihn dick in seine Kuscheldecke gewickelt. Baby Osman hatte heute Nacht kalte Händchen,…

Vererbter Putz-Zwang Ich muss es von meiner Großmutter geerbt haben. Wenn mich jemand mit einer typischen Bewegung beschreiben müsste, würde er einen imaginären Staubflusen vom Boden aufheben. Und das beschreibt auch schon mein Problem: ich bin (leidenschaftlich gern) Mutter von drei Kindern und mag es gleichzeitig gerne sauber und rein. Ich ergötze mich an geputzten Böden und Fenstern, ich bin süchtig nach staubfreien und blanken Regalflächen, nach sterilen Kühlschrankböden und Fliesen, die sich in der Sonne spiegeln. Das widerspricht sich leider, wenn ihr versteht, was ich meine. Kinder lieben Dreck Meine Kinder lieben es allesamt chaotisch, dreckig und verschmiert; saubere Böden und blitzende Bäder sind ihnen herzlich egal. Bin ich gerade eben Herrin über eine blitzeblanke Wohnung, schreite stolz wie eine Putzprinzessin durch die Gemächer, kommen schon Jimmy und Luise aus dem Kindergarten, schütten einen Eimer Sand aus ihren Schuhen, schmeißen selbige in die Ecke, pfeffern Rucksäcke in den Flur…

Morgens, halb neun in Deutschland Der Morgen ist bekanntlich in vielen Familien die Rush-Hour des Tages. Los gehts mit Frühstück machen, Kinder anziehen, Taschen packen. Dabei summt und brummt der Kopf vor Fragen, die beantwortet werden müssen: kann das Kind nach Erkältung heute wieder in die Kita? Wird es heute warm oder kalt, müssen die Kids mit Sonnencreme oder Kälteschutzsalbe versorgt werden? Matschhose und Gummistiefel, oder Hut und Shorts? Fahren wir mit dem Auto, weil es in Strömen gießt, oder nehmen wir die Räder? Wo sind eigentlich die Kinderhelme? Und sollten wir nicht im Kindergarten leere Klopapierrollen / Teegeld / Wechselklamotten abgeben? Dabei reden wir unentwegt, bis die Stimmbänder heiser werden: Los, mach schon, du musst aufstehen! Nein, nicht den guten Rock, ihr geht doch heute auf den Matsch-Spielplatz! Bitte, Luise, nimm die Puppe ODER den Teddy mit. Wieso hast du schon wieder keine Unterhose an? Warte, ich muss dir…