Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, wie gestresst ich derzeit bin und dass mir der Alltag mit den Kindern gerade zusetzt. Immer wieder habe ich so eine Phase und dann bringt mich jede Kleinigkeit auf die Palme. Wenn aber momentan keine großen Veränderungen möglich sind, die mich entlasten, wie kann ich mir dann selber etwas Abhilfe schaffen?

Die Schwarmintelligenz ist ein tolles Mittel, um kreative Ideen zu sammeln und deshalb habe ich die Müttersprechstunden-Community auf Instagram befragt. Was machen andere Eltern so, um ihren Alltag zu entlasten? Viele Nachrichten haben mich erreicht, die ich dir hier nicht vorenthalten möchte. Wetten, die ein oder andere Anregung ist auch etwas für dich? Mach doch mittags mal einen Power-Nap mit dem Schlüsseltrick, um ein wenig Kraft zu tanken! Oder wäre es nicht spitze, einmal im Monat einen Nachmittag lang einen Babysitter zu buchen und nur etwas für dich zu tun? Wohnung ausmisten, Brotdosen am Abend vorbereiten…. los gehts, such dir aus, welche Idee etwas für dich wäre!

  • Am Wochenende eine Stunde im Bad einschließen. Duschen, Rasieren, Nägel lackieren, dabei Musik hören und Tee trinken. Alle anderen Familienmitglieder müssen draußen bleiben. Vielleicht geht der Papa einfach mit den Kindern raus?
  • Gönn dir eine Haushaltshilfe. Kostet Geld, aber ist super investiert. Kannst du irgendwo etwas abzwacken? Weniger Schuhe kaufen oder den Coffee to go einsparen?
  • Das Kind ein oder zwei Mal die Woche länger im Kindergarten lassen. Manchmal lassen sich Betreuungszeiten ja flexibel ändern. Du bist keine Rabenmutter, bloß weil dein Kind etwas länger im Kindergarten bleibt und du die Zeit für dich nutzt. Dein Kind wird sich über eine glückliche Mutter umso mehr freuen!
  • Wieso nicht ab und an den Lieferservice bestellen! Heute mal keine Lust zu kochen, den Tisch zu decken und abzuräumen? Pizza bestellen und mit den Fingern essen, die Kinder werden jubeln.
  • Öfter mal im Hier und Jetzt sein! Ist schwer, ich weiß, und bedarf der Übung. Aber wie oft denken wir im Büro an die Kinder und nachmittag auf dem Spielplatz an den Schreibtisch? JETZT sitze ich hier und verdiene Geld, alles andere ist egal. JETZT sortiere ich die Wäsche und höre Musik, JETZT liege ich hier mit meinem Kind und kuschele.
  • Simpel und doch so schön: eine halbe Stunde in der Sonne sitzen und Tee trinken. Mach dein eigenes kleines Tee-Ritual draus. Es gibt die feinsten Teesorten zu kaufen und du findest garantiert deinen Lieblingsplatz, auch ohne eigenen Garten.
  • Powernap machen. Dir fallen nachmittags die Augen zu? Dann leg dich mit einem dicken Schlüsselbund in der Hand aufs Sofa, die Hand mit dem Schlüssel hängt über dem Boden. Sobald deine Muskeln schlaff werden und der Bund auf den Boden fällt, war der Schlaf lang genug und du fühlst dich wach und frisch, versprochen!
  • Nein sagen. Zugegeben, ein oller Kalauer, aber „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ ist ein weiser Spruch. Wenn jemand eine Bitte an dich trägt (Elternbeiratsposten übernehmen, Kuchen backen, Bericht schreiben), du aber im Stress bist und keine Zeit hast, antworte: „Ich würde dir gerne helfen, aber ich kann gerade einfach nicht.“
  • Wenn deine Kinder größer sind, lass sie nachmittags Verabredungen treffen. Dann sind sie für ein paar Stunden aus dem Haus und du hast ein wenig Zeit für dich.
  • Zwischen Job und Kindern unbedingt eine Pause einlegen. Mach das, was dir gut tut: Serien schauen, zocken, Musik hören, ein Buch lesen, in einer Zeitschrift blättern.
  • Abends Dinge tun, die dir so richtig Spaß machen. Spiele zocken, Karaoke singen, Schal stricken, Schaumbad nehmen. Und freu dich schon den ganzen Tag drauf.
  • Sachen aussortieren. Nehmt euch gemeinsam ein Wochenende und mistet aus. Wer weniger Dinge besitzt, räumt schneller auf. Das Instandhalten, Aufräumen und Anschaffen all der Sachen ist ein ewiger Zeiträuber und wir brauchen viel weniger als wir denken.
  • Mach auch am Wochenende Pausen. Nach dem Mittagessen bittest du die Kinder, für eine halbe Stunde das Wohnzimmer zu verlassen. Leg dich aufs Sofa und ruh dich aus, bevor ihr eure Unternehmungen macht.
  • Mach den Haushalt, auch wenn die Kinder da sind. Bezieh sie ein oder lass sie zuschauen. Mach nicht die ganze Arbeit in der wenigen Zeit, die du für dich hast.
  • Gönn dir doch einfach einen Babysitter. Einmal im Monat, mitten in der Woche, einen Nachmittag lang. Schenk dir diese Zeit ganz bewusst.
  • Bereitet gemeinsam abends schon den nächsten Tag vor: Kleider rauslegen, Frühstückstisch decken, Brotdosen fertig machen. Das spart Zeit und Nerven am Morgen, wenn alle noch grummelig sind.
  • Einer von euch erledigt den Supermarkteinkauf einfach abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann spart ihr euch die Action am Tag.
  • Lasst euer Kind mal bei Freunden übernachten, wenn es das möchte.
  • Wenn das Kleinkind seinen Mittagsschlaf macht, kann das ältere Kind Hörspiele hören und die Mama ausruhen
  • Wenn du das Glück hast, Oma und Opa in der Nähe zu haben, spann sie so oft es geht ein.
  • Täglich Bewegung und Sport tut total gut. Egal ob Joggingrunde, Spaziergang oder kleine Wanderung.
  • Ich weiß, fällt vielen schwer, aber das Chaos ignorieren (lernen).
  • Eine Mama hat den Newsletter von Casablitzblanka empfohlen, um schnell Ordnung in die Bude zu bekommen.
  • Kleinen Tischkalender anschaffen und alle Termine eintragen. Gute Organisation spart Nerven.
  • Mittagessen vorkochen und einfrieren.

Wahnsinn, die Liste, oder? Wenn Mütter (und Väter) ihre Ideen teilen, kommen Inhalte für ein ganzes Buch zusammen. Ich werde in zwei Wochen zu einer dreiwöchige Kur ohne Kinder aufbrechen und da sicher eine ganze Menge weitere Tipps kennenlernen, mitnehmen und dir dann berichten. Das Leben mit Kindern kann wirklich anstrengend sein und da ist es umso wichtiger, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ich hoffe sehr, du kannst mindestens eine Idee verwerten. Wenn dir noch mehr einfällt, schreib mir doch gerne in die Kommentare. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Und vielleicht hast du Lust, auch mal in die Müttersprechstunde zu kommen? Ich freue mich auf dich!

12 Comments

  1. Lieeb Laura, Ich hab noch einen Tipp: die Sinne verwöhnen. Mit unserem Mama Helferspray Runterkommen mit Kamille und Lemongrass kann man wunderbar inne halten und entspannen. Nebenbei wirken die beiden ätherischen bio-Öle beruhigend und stärkend auf den Körper 🙂 Liebe geht durch die Nase. Dufte Grüße, Bettina PS: Wir haben auch was für mehr Selbstliebe, zum Yoga, zum Einschlafen, für entspanntere Hausaufgaben usw. <3

  2. Liebe Laura, vielen Dank für die Liste Deiner Ideen zur „Entstressung“ des Alltags 😉 Da waren wirklich tolle Ideen dabei! Eine Idee noch zum Thema Essen: Da handhaben wir es wie mit dem Hausputz. Wir lassen die Kids einfach mitkochen. Klar, dauert länger, sieht weniger schön aus. Lieferdienst ist hier in der Region keine Option (da gibt es nur Fasftfood und wir essen am liebsten Gemüse und frisch). Und dann doch lieber selbstgekocht…

    • Gute Idee. Und mit dem Lieferservice: klar, das ist nicht jedermanns Sache. Aber für manche Eltern ist es eine Option. Liebe Grüße, Laura

  3. Ich fibde, genau die Denke, dass alles geht, setzt einen unter Druck. Geht halt einfach manchmal nicht… und ich mach mur ne Flasche Rosé auf 🙂

    • Oh ja, alles geht selten, das trifft ja so ziemlich auf alles im Leben zu. Ich trinke einen mit dir: Auf das Leben und das Unperfektsein!!!

  4. Brote Abends für den nächsten Tag schmieren finde ich auch ekelig. Aber so Gemüse kann man ja schon je nach dem vorschnibbeln für 2-3 Tage. Also zum Beispiel Paprika, oder auch Möhren, wenn man sie in kaltes Wasser legt. Mini Tomaten sind auch toll und schnell für die Brotdose. Und den Apfel würde ich ehrlich gesagt einfach nicht schneiden sondern einfach im Ganzen einpacken, wenn mein Kind da so pingelig wäre. Wann haben Eltern eigentlich angefangen ihren Kindern alles klein zu schneiden? 😉
    Und ehrlich gesagt: Mir hilft es nicht, zu wissen, dass es allen so geht. Mir geht es ja nicht besser dadurch, dass ich weiß, dass es anderen auch schlecht geht. Für mich heisst das nur, dass irgendwas gewaltig schief läuft, wenn immer mehr Mütter an ihre Belastungsgrenze stoßen und keinen gesunden Ausgleich mehr für sich finden.
    Und zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp von mir, der noch nicht auf der Liste steht: Schafft euch wenn es geht einen Saugroboter an 🙂 Idealerweise gleich einen mit Putzfunktion. Warum nicht Aufgaben abgeben, wo es geht 😉

    • Liebe Greta, gute Idee, so ein Putzroboter. Mit dem Gedanken spiele ich auch schon länger. Liebe Grüße, Laura

  5. Danke für die guten Tipps!
    Noch als Ergänzung: Lebensmittel liefern lassen entlastet auch enorm. Bieten manche Supermarktketten an, aber auch Bio äußern etc.
    Wir bekommen z. B. eine Kiste mit Bio-Obst und -Gemüse einmal pro Woche nach Hause und bestellen dort gleichzeitig auch Milchprodukte, Brot etc. So reicht bei guter Planung alle zwei Wochen ein Großeinkauf und keiner muss sich täglich mit Kind oder spät abends in den Supermarkt quälen

    • Sehr guter Tipp, ich teste gerade die Obstkiste von etepetete… Liebe Grüße, Laura

  6. Danke für die guten Tipps!
    Noch als Ergänzung: Lebensmittel liefern lassen entlastet auch enorm. Bieten manche Supermarktketten an, aber auch Bio äußern etc.
    Wir bekommen z. B. eine Kiste mit Bio-Obst und -Gemüse einmal pro Woche nach Hause und bestellen dort gleichzeitig auch Milchprodukte, Brot etc. So reicht bei guter Planung alle zwei Wochen ein Großeinkauf und keiner muss sich täglich mit Kind oder spät abends in den Supermarkt quälen.

  7. Ich finde ja, ein bisschen Organisation ist hilfreich und ansonsten versuchen so gut wie möglich dran zu denken, dass wir nur dieses Leben jetzt mit den Kindern haben und es morgen vorbei sein könnte. Das relativiert viel. Brotdosen am Vorabend herrichten klappt nicht; das finden meine Kinder eklig. Ich persönlich find das auch nicht so lecker. Mein Sohn ist voll pingelig. Wenn ich um 7Uhr Gurkenscheiben oder Äpfel in die Dose schneide, sind ihm die um 10Uhr schon zu trocken bzw. Zu braun. Die Brotdosen sind echt mein grösster Stress am morgen. Für mich selbst muss ich auch was zu Essen richten. Grosseltern haben wir keine in der Nähe und ganz oft schleppt sich ein Elternteil abends um 8 oder 9 noch zum Supermarkt um die Ecke. Obst und Gemüse kann man dann vergessen. Den Putznewsletter von casablitzblanka habe ich abonniert. Aber wenn man das nur ansatzweise konsequent macht gehen da täglich auch 1h bis 1,5h für aufräumen und putzen drauf. Diese Zeit hab ich nicht, schon gar nicht am Stück. Ich zweifle immer wieder sehr an mir, weil ich denke, ich bin doch den ganzen Tag am Rödeln und werd und werd nicht fertig. Dann versuch ich nen Gang runterzuschalten und mach mir abends ein Bier auf 😉
    LG Anni

    • Liebe Anni, ich kenne das Gefühl, dass man irgendwie nur rödelt und doch nicht fertig wird. Und pingelige Kinder,da habe ich auch so ein paar. Aber weißt du, mir hilft es immer zu wissen, dass es irgendwie allen so geht. Alles Liebe, Laura

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