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Leben mit drei Kindern

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Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, wie gestresst ich derzeit bin und dass mir der Alltag mit den Kindern gerade zusetzt. Immer wieder habe ich so eine Phase und dann bringt mich jede Kleinigkeit auf die Palme. Wenn aber momentan keine großen Veränderungen möglich sind, die mich entlasten, wie kann ich mir dann selber etwas Abhilfe schaffen?

Die Schwarmintelligenz ist ein tolles Mittel, um kreative Ideen zu sammeln und deshalb habe ich die Müttersprechstunden-Community auf Instagram befragt. Was machen andere Eltern so, um ihren Alltag zu entlasten? Viele Nachrichten haben mich erreicht, die ich dir hier nicht vorenthalten möchte. Wetten, die ein oder andere Anregung ist auch etwas für dich? Mach doch mittags mal einen Power-Nap mit dem Schlüsseltrick, um ein wenig Kraft zu tanken! Oder wäre es nicht spitze, einmal im Monat einen Nachmittag lang einen Babysitter zu buchen und nur etwas für dich zu tun? Wohnung ausmisten, Brotdosen am Abend vorbereiten…. los gehts, such dir aus, welche Idee etwas für dich wäre!

  • Am Wochenende eine Stunde im Bad einschließen. Duschen, Rasieren, Nägel lackieren, dabei Musik hören und Tee trinken. Alle anderen Familienmitglieder müssen draußen bleiben. Vielleicht geht der Papa einfach mit den Kindern raus?
  • Gönn dir eine Haushaltshilfe. Kostet Geld, aber ist super investiert. Kannst du irgendwo etwas abzwacken? Weniger Schuhe kaufen oder den Coffee to go einsparen?
  • Das Kind ein oder zwei Mal die Woche länger im Kindergarten lassen. Manchmal lassen sich Betreuungszeiten ja flexibel ändern. Du bist keine Rabenmutter, bloß weil dein Kind etwas länger im Kindergarten bleibt und du die Zeit für dich nutzt. Dein Kind wird sich über eine glückliche Mutter umso mehr freuen!
  • Wieso nicht ab und an den Lieferservice bestellen! Heute mal keine Lust zu kochen, den Tisch zu decken und abzuräumen? Pizza bestellen und mit den Fingern essen, die Kinder werden jubeln.
  • Öfter mal im Hier und Jetzt sein! Ist schwer, ich weiß, und bedarf der Übung. Aber wie oft denken wir im Büro an die Kinder und nachmittag auf dem Spielplatz an den Schreibtisch? JETZT sitze ich hier und verdiene Geld, alles andere ist egal. JETZT sortiere ich die Wäsche und höre Musik, JETZT liege ich hier mit meinem Kind und kuschele.
  • Simpel und doch so schön: eine halbe Stunde in der Sonne sitzen und Tee trinken. Mach dein eigenes kleines Tee-Ritual draus. Es gibt die feinsten Teesorten zu kaufen und du findest garantiert deinen Lieblingsplatz, auch ohne eigenen Garten.
  • Powernap machen. Dir fallen nachmittags die Augen zu? Dann leg dich mit einem dicken Schlüsselbund in der Hand aufs Sofa, die Hand mit dem Schlüssel hängt über dem Boden. Sobald deine Muskeln schlaff werden und der Bund auf den Boden fällt, war der Schlaf lang genug und du fühlst dich wach und frisch, versprochen!
  • Nein sagen. Zugegeben, ein oller Kalauer, aber „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ ist ein weiser Spruch. Wenn jemand eine Bitte an dich trägt (Elternbeiratsposten übernehmen, Kuchen backen, Bericht schreiben), du aber im Stress bist und keine Zeit hast, antworte: „Ich würde dir gerne helfen, aber ich kann gerade einfach nicht.“
  • Wenn deine Kinder größer sind, lass sie nachmittags Verabredungen treffen. Dann sind sie für ein paar Stunden aus dem Haus und du hast ein wenig Zeit für dich.
  • Zwischen Job und Kindern unbedingt eine Pause einlegen. Mach das, was dir gut tut: Serien schauen, zocken, Musik hören, ein Buch lesen, in einer Zeitschrift blättern.
  • Abends Dinge tun, die dir so richtig Spaß machen. Spiele zocken, Karaoke singen, Schal stricken, Schaumbad nehmen. Und freu dich schon den ganzen Tag drauf.
  • Sachen aussortieren. Nehmt euch gemeinsam ein Wochenende und mistet aus. Wer weniger Dinge besitzt, räumt schneller auf. Das Instandhalten, Aufräumen und Anschaffen all der Sachen ist ein ewiger Zeiträuber und wir brauchen viel weniger als wir denken.
  • Mach auch am Wochenende Pausen. Nach dem Mittagessen bittest du die Kinder, für eine halbe Stunde das Wohnzimmer zu verlassen. Leg dich aufs Sofa und ruh dich aus, bevor ihr eure Unternehmungen macht.
  • Mach den Haushalt, auch wenn die Kinder da sind. Bezieh sie ein oder lass sie zuschauen. Mach nicht die ganze Arbeit in der wenigen Zeit, die du für dich hast.
  • Gönn dir doch einfach einen Babysitter. Einmal im Monat, mitten in der Woche, einen Nachmittag lang. Schenk dir diese Zeit ganz bewusst.
  • Bereitet gemeinsam abends schon den nächsten Tag vor: Kleider rauslegen, Frühstückstisch decken, Brotdosen fertig machen. Das spart Zeit und Nerven am Morgen, wenn alle noch grummelig sind.
  • Einer von euch erledigt den Supermarkteinkauf einfach abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann spart ihr euch die Action am Tag.
  • Lasst euer Kind mal bei Freunden übernachten, wenn es das möchte.
  • Wenn das Kleinkind seinen Mittagsschlaf macht, kann das ältere Kind Hörspiele hören und die Mama ausruhen
  • Wenn du das Glück hast, Oma und Opa in der Nähe zu haben, spann sie so oft es geht ein.
  • Täglich Bewegung und Sport tut total gut. Egal ob Joggingrunde, Spaziergang oder kleine Wanderung.
  • Ich weiß, fällt vielen schwer, aber das Chaos ignorieren (lernen).
  • Eine Mama hat den Newsletter von Casablitzblanka empfohlen, um schnell Ordnung in die Bude zu bekommen.
  • Kleinen Tischkalender anschaffen und alle Termine eintragen. Gute Organisation spart Nerven.
  • Mittagessen vorkochen und einfrieren.

Wahnsinn, die Liste, oder? Wenn Mütter (und Väter) ihre Ideen teilen, kommen Inhalte für ein ganzes Buch zusammen. Ich werde in zwei Wochen zu einer dreiwöchige Kur ohne Kinder aufbrechen und da sicher eine ganze Menge weitere Tipps kennenlernen, mitnehmen und dir dann berichten. Das Leben mit Kindern kann wirklich anstrengend sein und da ist es umso wichtiger, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ich hoffe sehr, du kannst mindestens eine Idee verwerten. Wenn dir noch mehr einfällt, schreib mir doch gerne in die Kommentare. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Und vielleicht hast du Lust, auch mal in die Müttersprechstunde zu kommen? Ich freue mich auf dich!

Drei Kinder habe ich in meinem Leben bekommen. Die Schwangerschaften, die Geburt und die Zeit danach gehören zu den emotionalsten meines Lebens. Gut überstanden habe ich sie vor allem mit Hilfe von Anton. Er war da für mich, wenn ich mal wieder unter Heißhungerattacken und schlechter Laune litt. Er war in den Stunden da, als ich Schmerzen hatte, die mich fast wahnsinnig werden ließen. Und er war da, wenn ich trotz duftendem Säuglingsglück nur noch heulen wollte.

Meine emotionalsten Momente mit Hebammen

Aber da waren noch mehr Personen, ohne die ich das alles nicht so gut hätte meistern können: meine Hebammen. Sobald ich das Video von Pampers sehe, bin ich ziemlich gerührt. Das geht mir bei vielen Videos so, die Geburten zeigen, aber in diesem wird mir irgendwie klar, wie sehr auch ich von der Hilfe vieler wunderbarer Frauen profitierte. Ich erinnere mich ganz besonders an ein paar Situationen. Da war Miriam, die meinen ersten Rückbildungskurs nach Jimmys Geburt leitete. Sie hatte lange Dreadlocks und weite Pluderhosen und ich erwartete, dass sie wie gewohnt das Lied vom Stillen und Dauertragen des Säuglings singen würde. Ich war zu diesem Zeitpunkt völlig fertig von meinem neuen Leben. Das Baby schrie, ich tat nichts anderes als es zu stillen und herum zu tragen, wie ich es in den Vorbereitungskursen gelernt hatte. Aber Miriam sagte etwas, das mich überraschte und zu Tränen rührte. „Wisst ihr was, ihr leistet so viel mit den Babys. Ihr seid sicher völlig fertig, müde und genervt vom Zuhause bleiben. Macht es doch so: Pumpt einmal die Woche Milch ab oder kauft euch Milchpulver im Drogeriemarkt, drückt Baby und Flasche eurem Mann in die Hand und geht für zwei Stunden raus. Ihr braucht den Abstand!“

Quelle: Pampers.de

Ohne Hebamme völlig verunsichert

Ich hätte Miri in den Arm fallen können, weil sie so viel Last von mir nahm. Sie wusste, dass die erste Zeit mit Baby nicht immer nur rosig ist, sie ahnte, dass Mamas manchmal am liebsten wieder alleine sein wollen und sie hatte kein Problem damit, dem Baby ein Fläschchen zu geben. Weißt du, heute hätte ich damit sowieso kein Problem. Aber damals war ich völlig verunsichert und dachte, einfach mal das Haus zu verlassen, das würde eine gute Mutter nicht tun. Diesen scheinbar unbedeutenden Moment, diese Worte von Miri in diesem Kurs am Mittwochmorgen, das werde ich nie vergessen.

Wie mir Hebammen bei der Geburt halfen

Und es gab noch so viele Momente mehr. Bei der Geburt meiner Tochter hatte ich den Luxus, dass mich eine erfahrene Hebamme und eine Hebamme in Ausbildung begleiteten. Sie waren so lieb und ruhig, alle beide. Sie trösteten mich und machten mir Mut, dass ich das schon alles schaffen würde. Sie ließen Wasser für ein warmes Bad ein, sie machten Scherze mit Anton und streichelten mir über den Kopf, wenn ich das Gefühl hatte, es wäre nun aber genug mit diesen ätzenden Wehen.

Besonders in Erinnerung blieb mir diese zauberhafte sanfte Frau, Anja hieß sie, die meine dritte Geburt begleitete. Sie wusste, dass ich Erfahrungen hatte und nicht allzu viel Hilfe während der ersten Stunden brauchen würde. Sie ließ mich lange alles so machen, wie ich wollte. Sie war wie ein Engel, der die ganze Zeit über mir schwebte, aber mich in Ruhe ließ. Am Ende habe ich ihre Hilfe dann wieder sehr nötig gebraucht. Bei allen drei Geburten habe ich in den heißen Phasen Anton vergessen und mich wie eine verzweifelte Wahnsinnige an die Hebamme gewandt. Trotz schrecklicher Schmerzen konnte ich jedes Mal auf ihr Namensschild blicken und sie um Hilfe anflehen. Alle drei Hebammen haben jedes Mal gewusst, dass ich das schaffen würde und haben meine Hand gehalten, mir Mut zugerufen oder mich beruhigt. Ohne Anton im Hintergrund und ohne sie hätte ich nicht so stark sein können, das weiß ich genau.

Quelle: Pampers.de

Danke an alle Hebammen

Das emotionale Video von Pampers lässt diese Momente noch einmal aufleben, geht dir das auch so? Ich fühle mich sofort zurückversetzt in den Moment der Geburt und weiß genau, wie dankbar ich den Hebammen für ihre Hilfe sein kann. Hebammen sind da, um uns Mut zu machen und uns Frauen zu unterstützen. Wenn wir Angst haben vor dem, was kommt. Wenn wir tausend Fragen stellen, weil wir eine Geburt noch nie erlebt haben. Wenn wir nicht mehr können im Wochenbett und nur noch heulen. Und während der Geburt, wenn sie sich im richtigen Zeitpunkt zurückziehen und dann wieder da sind, um unsere Hand zu halten. Ohne Hebamme wäre ich alleine gewesen, schutz- und hilflos. Dafür möchte ich Danke sagen!

Und deine Erlebnisse?

Ging dir das mit deinen Hebammen genauso? Hattest du bestimmte Momente, in denen sie dir besonders viel Kraft gegeben haben? Und fühlst du dich auch an deine eigenen Geburtserfahrungen erinnert, wenn du das Video siehst? Was dabei zu bedenken ist: Hebammen haben es nicht einfach. Vor allem die teueren Versicherungen machen vielen von ihnen Sorgen und so manche kann deshalb ihren Beruf nicht mehr wie gewünscht ausüben. Aber was machen wir nur, wenn uns Hebammen nicht mehr begleiten? Ich freue mich auf eine Diskussion mit dir und bin gespannt auf deine Erfahrungen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Quelle: Pampers.de

Béa vom Blog Tollabea hat neulich gefragt, ob Kinder klare Ansagen brauchen. Da wurde dann viel diskutiert, wie das nun einmal so ist bei Erziehungsfragen. Und natürlich habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht. Klare Ansagen, mache ich die? Ehrlich gesagt, ja. Ich würde hier nicht behaupten, dass die Kinder sie brauchen, aber leider brauche ich sie.

Warum ich an die Decke gehe

Wie du vielleicht weißt, halte ich viel von bedürfnisorientierter Erziehung, von gewaltfreier Kommunikation und Ansprache auf Augenhöhe. Es gibt aber am Tag mindestens einen Moment, da lasse ich die gute Kinderstube hinter mir und mache eine ordentliche Ansage. Nicht weil ich es für pädagogisch richtig oder wertvoll halte, sondern weil es sein muss. Ich wurde von Natur aus nicht mit grenzenloser Geduld gesegnet, bemühe mich aber jeden Tag. Zum Beispiel versuche ich ruhig zu bleiben, wenn eines meiner Kinder die Schuhe anzieht. Das kann bei einem von den Dreien gerne mal zehn Minuten dauern. Denn während das Kind in aller Seelenruhe die Schuhe zunächst einmal sucht, dann gaaaanz langsam alle Klettverschlüsse einzeln löst, um sie dann umständlich in die Schlaufen zu friemeln, erzählt es auch noch alle möglichen Dinge, die ihm im Kopf rumschwirren. Das hält ihn dann vom Friemeln ab und ich verweise auf die Zeit, die knapp ist. Dann gebe ich den Ratschlag, dass es schneller gehen könnte, wenn das Kind sich konzentrieren und nicht reden würde. Als nächstes bitte ich flehentlich und erwähne den Zahnarztstuhl, auf dem wir in fünfzehn Minuten sitzen müssen. Dann kommt, was kommen muss – eine Ansage: „Jetzt quatsch nicht, sondern mach. Wir müssen los, sonst kommen wir zu spät. Du machst mich wahnsinnig.“ Das hören dann nicht nur die Nachbarn, sondern auch alle anderen Anwohner im Umkreis eines Kilometers.

Stress, Ärger, Wut und Angst: Boten einer Ansage

Ansagen mache ich immer dann, wenn ich gestresst oder verärgert bin. Manchmal ist das Chaos im Kinderzimmer so riesig und die Motivation der Kinder, da Ordnung reinzubringen, winzig klein. Wenn ich dann über einen Tischkicker fliege oder in Legosteine trete, dann gibts eine Ansage. Oder wenn es beim Abendessen wieder zugeht wie bei Hempels. Wenn Becher umkippen, massenhaft gekrümelt wird und beim Essen der Mund sperrangelweit offen bleibt.

Ansagen gibts auch dann, wenn es gefährlich wird und die Kinder nicht hören. Wenn ein Kind verträumt durch die Gegend schaut und vergisst, links und rechts zu gucken. Da kriege ich es dann mit der Angst zu tun und die löst immer wieder Ansagen aus, die es in sich haben. Ich bin dann oft außer mir, weil sich in meinem Kopf die schlimmsten Unfälle abspielen. Das setzt mein Denkvermögen dann außer Gefecht und ich tobe wie ein Rumpelstilzchen.

Müssen Ansagen sein?

Bringts denn was, die Ansage? Ja, hin und wieder. Wenn die Kinder sich erschrecken und dann schnell machen, was ich sage. Finde ich nicht so doll, wenn sie erschrecken. Daraus lernen sie auch nichts. Und manchmal werden sie dann selber sauer, es gibt mehr Schreierei und Vorwürfe, Wut und Gezicke auf allen Seiten. Auch nicht so prima. Schöner wäre es gewesen, wir hätten das alles in Ruhe gelöst. Aber manchmal gehs einfach nicht anders.

Ich glaube, es funktioniert einfach nicht ganz ohne. Weil Ansagen entweder wichtig sind, um Gefahren vorzubeugen oder weil sie wichtig sind, um den Wutpegel der Eltern zu verdeutlichen. Am Ende sind wir auch nur Menschen und Kinder möchten diese Menschen kennen. Daher fordern sie vermutlich die Wut auch manchmal heraus. Wie weit kann ich gehen, bis die Mama ausflippt? Ich denke, das ist ganz normal. Die Kinder träumen, wir wollen los. Die Kinder möchten alle Spielsachen im Raum verteilen, wir brauchen Ordnung. Ab und an krachen diese verschiedenen Bedürfnisse gegeneinander und entladen sich in Ansagen mit anschließendem Streit. Ich finde, so lange wir in den Ansagen kein Kind runter machen oder abwerten und uns versuchen, so lang es geht in Geduld zu üben, ist das ganze auch nicht schlimm. Ansagen bringen meist nicht viel, aber ich fühle mich ein wenig erleichtert, weil ich meine Wut ausdrücken kann.

Im Übrigen machen auch meine Kinder hin und wieder eine Ansage, und das ist auch ok. Es drückt aus, dass gleich eine Grenze überschritten wird oder das bereits passiert ist. Es ist kein pädagogsch wertvolles Mittel, aber ich bin auch keine Pädagogik-Expertin, sondern eine ganz normale Mama, die tut was sie kann. Kinder, die sich außerdem auch mal in Form einer Ansage ordentlich beschweren dürfen, wissen, dass sie gehört werden. Sie wissen, dass ihre Meinung zählt und wir respektieren, wenn auch ihr Geduldsfaden mal reisst.

Was sagst du dazu? Gibts bei dir hin und wieder auch mal eine ordentliche Ansage? Ich bin gespannt auf eine Diskussion. Danke an Béa für dieses spannende Thema, das hat mir sehr gefallen. Diese kleinen Fragen des Alltags bewegen uns im Punkt Erziehung doch am meisten!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Mein Kind ist krank

Na, wie oft hast du dich schon gefragt, ob ihr eine normale Familie seid? Ob das ein oder andere Kind vielleicht nicht der Norm entspricht, sein Verhalten wunderlich ist oder sein Charakter irgendwie abnorme Züge hat? Dann hast du gegoogelt, verschiedene Antworten bekommen, eine Diagnose erstellt und sie mit allen Freunden und Verwandten ausgiebig besprochen, oder?

Tja, dann ist wohl alles ganz normal. Denn ist es nicht so, dass wir irgendwie alle am liebsten normal wären und aus diesem Grund jede Abweichung, vor allem die unserer Kinder, besorgt betrachten und gedanklich bis zum Gehtnichtmehr bearbeiten? Ehrlich gesagt vermute ich, dass die meisten kleinen Abweichungen von der scheinbaren Norm eben eines sind: normal. Die meisten Eltern müssten sich eigentlich überhaupt keine Sorgen machen, könnten sich viele Arztgespräche und Therapien sparen und mal ganz gechillt die Füße hochlegen. Das ist aber nicht so einfach, schließlich sind die Kinder das wichtigste, das wir haben und ihr gesundes Großwerden unser bedeutendstes Ziel.

Natürlich gibt es viele Krankheiten, psychisch und physisch, die eine Behandlung oder eine Therapie mit sich bringen (müssen). Ob ADHS, eine Intoleranz, Schwierigkeiten mit dem Bewegungsapparat und viele andere Dinge – aber das alles meine ich hier nicht. Ich meine vielmehr folgende Überlegungen, die eine Mutter von drei Kindern vielleicht in dieser oder ähnlicher Form angestellt haben könnte, natürlich nur ganz theoretisch.

Diagnosen einer Mutter

  • Das ewig brüllende Kleinkind hat eine Persönlichkeitsstörung, vermutlich ausglöst durch das sorgenvolle Herumgegrübele in der Schwangerschaft über schadstofffreie Wickelunterlagen. Therapiert werden muss mit dreierlei Globuli, einem Badeeimer, Bernsteinketten und dem Lesen von drülfzig Baby-Ratgebern.

Dr. Laura würde heute raten: nur die Ruhe, einige Babys brüllen nun mal besonders viel, da beisst die Maus keinen Faden ab. Diagnose: Alles normal, Therapie: Durchatmen und Durchhalten!

  • Weil selbes Baby ausschließlich den Vater, nicht aber die Mutter anlächelt, ist die Mutter sicher, das Kind habe Baby-Autismus. Sie googelt und überlegt, es in der Pädiatrie vorzustellen.

Dr. Laura würde heute raten: das Baby ist genauso genervt von der Mutter wie sie von ihm. Es freut sich, endlich ein anderes Gesicht zu sehen und außerdem ist Papa im Gegensetz zu Mama immer völlig entspannt und googelt maximal nach neuen Kopfhörern oder einem Mountainbike. Diagnose: Alles normal, Therapie: chillaxen und Google abschalten.

  • Das Kleinkind läuft nicht, sondern liegt kurz vor dem ersten Geburtstag wie ein Käferlein auf dem Boden. Die Mutter attestiert eine Muskelschwäche und hyperventiliert, als der Kinderarzt sagt, dass sie bitte in einem halben Jahr mit dem Käfer wieder vorstellig werde, denn die meisten Kinder würden zu diesem Zeitpunkt wenigstens krabbeln.

Dr. Laura würde heute raten: Mutter, sei froh, dass dir der Käfer noch nicht davondüst und genieß die Zeit. Irgendwann laufen sie alle, die einen früher, die anderen später. Diagnose: Alles normal, Therapie: sich in den Park legen und all den nervösen Eltern zuschauen, die ihren Einjährigen hinterherrennen müssen.

  • Das Kleinkind interessiert sich nicht für Sand und Eimer, Frühmusizieren oder Klatschreime, es sehnt sich ausschließlich nach Straßenbahnen. Die Kindergärtnerin merkt an, das Kind würde den lieben langen Tag ausschließlich die Haltestellen der Linie U8 aufsagen. Die Mutter diagnostiziert sofort eine multiple Persönlichkeitsstörung und informiert sich über Hochbegabung und Asperger Syndrome.

Dr. Laura würde heute raten: kleine Kinder haben die abnormsten Interessen, bei denen sogar erfahrene Psychatrieärzte mit den Ohren schlackern. Das eine Kind geht nicht ins Bett, ohne ein Kaminwerkzeug fest umschlungen zu halten, das andere kann weder Mama noch Papa, dafür Trizaterops Trizeraldos sagen. Wieder andere gehen nicht ohne Taucherbrille aus dem Haus oder tragen im Hochsommer Gummistiefel. Diagnose: Alles normal, Therapie: sich einfach selber eine verrückte Eigenart ausdenken und diese zelebrieren.

  • Das Kind bekommt eine Schwester und interessiert sich keinen Zentimeter für das Baby. Es guckt nicht, spricht nicht und streichelt nicht. Die Mutter ist sich sicher, es verfüge über mangelnde soziale Fähigkeiten und würde vermutlich sein Leben lang keine menschlichen Beziehungen entwickeln können.

Dr. Laura würde heute raten: es gibt Brüder, die lieben ihre Schwester und zeigen das von Anfang an, es gibt aber auch Brüder, die lieben ihre Schwester, würden sie aber auch sofort gegen eine Miniaturstraßenbahn eintauschen. Das wird sich im Leben vielleicht sogar niemals ändern. Diagnose: Alles normal, Therapie: Menschen, die das Wort „Geschwisterplüsch“ verwenden, meiden, dafür unbedingt das Buch von Marlene Hellene, Man bekommt ja so viel zurück (Affiliate Link), lesen, der ging es nämlich genauso.

Einen Fall habe ich noch!

  • Das Kind hat zu Schulbeginn Schwierigkeiten, einen Stift zu halten, weil es zuvor noch nie einen Sinn darin gesehen hat, einen solchen zu benutzen. Die Mutter kommt noch einmal auf die Muskelschwäche zurück und denkt kurz darüber nach, mitsamt den andern Kindern einmal die Woche zu einer anstrengenden Ergotherapie-Sitzung zu dackeln (die in ganz vielen Fällen durchaus sinnvoll ist), auf die das Kind aber noch weniger Lust hat als aufs Schreiben.

Dr. Laura würde heute raten: Kinder, die nicht gerne malen, gibts genau so oft wie Kinder, die nicht gerne rechnen. Alles ist eine Frage der Übung und meist klappts nach einem halben Jahr schon viel besser. Diagnose: alles ganz normal. Therapie: Stifte mit Glitzerfußbällen oben drauf kaufen, Fußball-Sammelalben zum Ausfüllen besorgen oder Briefe an das Christkind schreiben lassen, zur Not auch im Hochsommer.

Alles normal, oder?

„Es ist normal, nicht normal zu sein“, lautet eine schöne Überschrift im Familienmagazin der Süddeutschen Zeitung, Mai/Juni-Aushabe von 2018. Darin spricht die Politikwissenschaftlerin Ursula Stark Urrestarazu über das Phänomen, dass Eltern so viel über die Eigenheiten ihrer Kinder nachdenken. Sie rät, dass sich Eltern bewusst machen sollten, wie vielschichtig und veränderbar Kinder sind. Jedes von ihnen trage so viele Eigenschaften, Interessen und Begabungen in sich, die sich ergänzen und auch widersprechen würden und fügt hinzu, dass die Bandbreite des Normalen viel größer ist, als wir denken.

Wenn ich auf Instagram poste, wie schlimm sich meine Kinder streiten, dann melden sich viele andere Eltern, die das gleiche erleben. Mir und ihnen tut es dann total gut zu wissen, dass das also normal ist. Denn wenn alles so läuft, wie es soll, dann haben wir ein gutes Gefühl und wissen, es geht in die richtige Richtung. Selbstverständlich sind wir und unsere Kinder in vielen Punkten auch ein wenig außergewöhnlich. Meine Kinder zum Beispiel streiten sich außergewöhnlich viel, der kleine Oskar wirft sich gerade außergewöhnlich intensiv brüllend auf den Boden und ich gehe in den Ferien außergewöhnlich oft in die Luft – und das ist eigentlich auch ganz normal!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Falls du Lust hast, zu unserer obercoolen Eltern-Austausch-Community dazuzustoßen, dann schau doch mal bei Instagram vorbei. Da kann man ganz passabel miteinander quatschen, sich austauschen und merken, dass es in jeder Familie laut, chaotisch, anstrengend und doch irgendwie ungemein lustig zugeht.

Es gibt so Tage im Leben einer Familie, die beginnen ziemlich unschön. Bei uns lief heute Morgen ein Drama in drei Akten ab, das absolut filmreif war. In den Hauptrollen sahen die Zuschauer einen Vater unter Zeitdruck, eine Mutter am Rande eines Nervenzusammenbruchs und ein wütendes Kleinkind. Gespielt haben die drei fantastisch, ihre Emotionen waren auf der Bühne wie auch in der Nachbarschaft spürbar. Das Publikum, eine Schwester des Kleinkinds und alle Nachbarn in der näheren Umgebung waren gebannt und nach der Aufführung mehr als beeindruckt von der schauspielerischen Leistung der drei Protagonisten.

Auf jeden Fall erwachte im ersten Akt ein etwa zweijähriger Bub mit knatschigem Temperament, der schon mal das Haus zusammenbrüllte. Auf die Bühne kamen außerdem Papa Anton mit zermatschter Visage, auch bei Mutter Laura hatte die Visagistin ganze Arbeit geleistet: die Augenringe hingen tief, die Frisur saß schief. Gemeinsam mit einer zauberfrischen Luise setzten sich drei miesepetrige Menschen an einen Tisch. Beim Frühstück wollte der kleine Oskar dann erst eine Milch, dann einen Löffel, dann lieber Wasser und Brot ohne Rinde. Die Milch fiel um, die Mutter schrie nach einem Lappen. Papa Anton verwies darauf, dass er jetzt ins Bad ginge, er habe einen frühen Termin. Geheule von Oskar, der nicht ohne Papa sein will, jetzt nicht und später nicht und überhaupt niemals.

Anton schaut mit gestresster Mine, „ich kann mich mit Oskar nicht schnell fertig machen“, fleht er. Aus dem Zuschauerraum klingt mitfühlendes „oh je“ und „ach, der Arme“. Da hat Mutter Laura ihren großen Auftritt: „Aber Oskar lässt sich von mir nicht wickeln“ zetert sie los und wischt dabei Milch vom Boden. „Immer ich und alles bleibt an mir hängen, du gehst und ich bin hier alleine mit den Kindern“ ruft sie ausdrucksstark und Nachbar Peter schaut neugierig zu den Fenstern hinein. Die Nachbarin macht wieder Theater, scheint er zu denken, und bleibt unauffällig hinter der Hecke stehen.

Auf der Bühne wendet sich nun das Blatt, Anton nimmt wutschnaubend das Kleinkind mit, das bis über beide Ohren mit Marmelade verschmiert ist. Von oben hört man aus dem Badezimmer Gebrüll und Gefluche. Währenddessen räumt die Protagonstin die Küche auf und wirkt gestresst, sie zieht sich den zweiten Kaffee hinein und scheint mit den Gedanken weit weg zu sein.

Der Vorhang schließt und öffnet sich kurz darauf zum zweiten Akt. Ein geduschter Anton und ein sauberer Oskar stehen bereit zum Abmarsch, Anton drängelt. Oskar packt ein Auto und einen Wecker in seine Tasche und sucht sein überdimensionales Müllauto. „Ich muss nun aber los, kannst du Oskar nicht bringen?“ ruft der Held in seiner Not, erbost von dieser Zumutung blitzen die Augen der Gegenspielerin, die nun in einer scheinbar spontanen Geste den Zeigefinger an die Stirn legt. Das Kleinkind flippt jetzt völlig aus, weil die Mutter darauf verweist, dass es heute auch mal ohne sämtliches Spielzeug los gehen möge, „schnapp ihn dir und bring ihn rüber“ ruft sie verzweifelt und zeigt ihr ganzes schauspielerisches Können, läuft rot an und rauft sich die wirren Haare. „Ist doch sch… sowas“ fasst der Vater die infame Forderung zusammen, denn er ist der Mann der Worte und der Zeit, kniet sich sonst nieder und bringt jedes Kind dazu, durch freundliches Zureden und kreative Ideen selbst rohen Brokkoli zu essen oder um halb sieben ins Bett zu gehen. Anton aber hat heute wirklich einen dringlichen Termin und geht nun aus dem Haus. Das Kind scheint alsbald zu platzen vor Entsetzen und erleidet einen Nervenzusammenbruch, weil der geliebte Herr Vater geht. Frau Mutter wirft mit dem Geschirrtuch nach dem Gatten und ruft Dinge, die sich hier aus Gründen der Pietät nicht niederschreiben lassen. Nachbar Peter schaut gebannt hinter der Hecke hervor, nachher im Büro hat er Einiges zu erzählen.

Im dritten Akt sieht man eine Mutter, die fix und alle und im Schlafanzug ein Kind wortlos bei der Tagesmutter abgibt und sich umdreht. Auf dem Weg nach Hause murmelt sie wirre Worte und heult herum. Leiser Applaus aus dem Publikum, sowas kann doch keiner spielen. „Oskar-reif“ ruft einer passenderweise, ein anderer wirft gelbe Nelken auf die Bühne. Zuhause haut sich die Heldin noch den nackten Zeh an der Haustür an und bricht auf dem Boden zusammen, nicht ohne „Bummsblöderbockmistmachteurenkramdochalleineichhabkeinelustmehrichgehejetztfürimmer“ herauszubrüllen. Dann fällt der Vorhang. Das Publikum ist außer sich und ruft laut „Zugabe“. Für morgen früh gibts noch Karten, Interesse?

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Lieber kleiner Oskar,

so einfach haben wir es gerade nicht, wir beide! Daher schreibe ich dir einen Brief. Ich bin eine müde Mama mit viel Stress, du bist ein zweijähriger Junge, der die Welt entdeckt. Was wir gemeinsam haben: wir kommen täglich an unsere Grenzen. Meine Grenzen sind seit jeher meine Nerven, deine Grenze ist vor allem die Sprache. In deiner lustigen Bobo-Siebenschläfer-Manier versuchst du uns mitzuteilen, was du möchtest. Wenn du dein Müllauto suchst, können wir dir helfen.  „Müüüh“ rufst du dann. Auch „Hamham“ verstehe ich gut, du hast Hunger oder Durst. Und dein kleines Rutschauto heiß „Tutut“, wenn du das aussprichst, vibrieren deine Lippen und es klingt wie ein kleiner Traktor. Aber ganz oft weiß ich auch nicht, was du möchtest. Du bist dann wütend, versuchst, mir etwas zu sagen. Ich verstehe dich nicht und dann schmeißt du dich auf den Boden. Ich kann dich nicht trösten, du drückst mich weg oder fängst in deiner Empörung an zu beißen. Ich weiß, jetzt am besten einfach neben dir sitzen bleiben und dir zeigen, dass es in Ordnung ist, zu toben und deinem Kummer Luft zu machen. Aber oft muss ich Jimmy bei den Hausaufgaben helfen, die Wäsche aus der Maschine holen oder das Telefon bimmelt in genau diesem Moment.

Alles eine Phase

Ich weiß, dass diese Phase normal ist. Damals bei deinem großen Bruder habe ich mir noch Sorgen gemacht. Was ist nur mit dem Kind los? Wieso flippt es dauernd aus und nölt den ganzen Tag rum? Was mache ich als Mama falsch? Nun ist mir alles klar. Beim Welt entdecken stößt du dauernd an Grenzen, nicht nur sprachlich. Du möchtest Gummibären in rauen Mengen essen, Bobo Siebenschläfer-Hörspiele hören, bis deinen Eltern die Ohren bluten. Du möchtest morgens früh um sechs mit deinen Geschwistern spielen oder abends bis zehn Uhr aufbleiben. Du möchtest alles alleine machen und die Glasflasche selber tragen. Und du verstehst einfach nicht, warum wir dauernd all die schönen Dinge verbieten. Ich weiß, am besten ist es, wir nehmen uns für dich Zeit. Wir hören dir zu, knien uns zu dir runter, nehmen dich ernst und helfen dir, wo es nur geht. Dann klappt es mit uns immer ganz gut. Dein Papa kann das auch ganz wunderbar, mir gelingt es manchmal nicht. Ich bin nicht so geduldig mit dir oder habe keine Lust, deine Schreiattacken stundenlang zu begleiten. Das muss ich ganz ehrlich zugeben.

Zu wenig Geduld

Gestern bin ich mit dir zum Bäcker gegangen, wir brauchten dringend ein Brot zum Abendessen. Weil du gerne ein Eis gegessen hättest, hast du fürchterlich geweint und bist aus deinem Wagen rausgesprungen. Ich musste nach Hause, weil Jimmy bald kommen sollte. Er war bei einem Freund zu Besuch. Dein Wutgeschrei ist mir sehr auf die Nerven gegangen, weil ich zuvor auf einem Kindergeburtstag war, bei dem alle kleinen Gäste in Trillerpfeifen gepustet haben. Mein Kopf war ein einziges wummerndes Fass. Deshalb habe ich dich immer wieder in den Wagen zurück gesetzt und dich am Ende angeschnallt. Das hat dir nicht gefallen, ich weiß!

Zuhause hast du dich an die Treppe zur Garage gesetzt und nach Papa gebrüllt, ich habe Essen gemacht und hätte mir gerne die Ohren zugehalten. Ich wundere mich ja auch gar nicht, dass du so ein Papa-Kind bist. Ich an deiner Stelle würde es genauso machen. Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dich ernst nehme und mir so gerne mehr Zeit nehmen würde für dich und eine Wünsche. Weißt du was, bald fahren deine Geschwister in den Urlaub und wir beide sind alleine hier. Wir lesen dann Bobo so oft du willst, gehen gemeinsam in den Märchengarten und werden ganz viele Gummibärchen essen. Vielleicht bekommst du sogar mein Handy, denn damit fotografierst du so gerne. Mein liebes kleines Bärchen, wir haben es nicht so leicht zur Zeit. Aber ich habe dich so unglaublich gerne. Ich liebe es, wie du die Familie zusammen hältst und immer nach Nanna und Tatta fragst, wenn sie mal nicht da sind, wie du lauhals lachen kannst und mit so großem Appetit und Konzentration isst und genießt.

Bitte entschuldige, wenn ich mal wieder ungeduldig bin, kleiner Bär. Es tut mir sehr leid. Deine Mama

Mehr Gedanken zum Elternsein gibts auf dem Heute ist Musik-Instagram-Kanal. Ich freue mich auf dich und den Austausch mit dir!

Viele Familien sind ja längst im Ferienmodus, bei einigen ist sogar schon wieder die Schule in Sicht. Ganz anders bei uns in Baden-Württemberg. Es gab nicht einmal Zeugnisse und wir haben noch ein paar Sommerabschlussfeste vor uns. Dennoch macht sich auch so langsam bei uns die Ferienstimmung breit. Das erste Mal haben wir ein Schulkind, das sich auf sechs Wochen Pause freut und das erste Mal frage ich mich, wie ich sechs Wochen Schulferien rumkriegen soll. Daher habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und erzähle dir heute, wie bei uns die nächsten sechs Wochen ablaufen.

Ab in den Wald

Leider, leider haben wir keinen Platz bei den Waldwochen mehr bekommen. Dort wollte ich Jimmy anmelden, damit er 14 Tage lang in der Natur verbringt, Stöcke schnitzt und Lagerfeuer macht. 15 Minuten vor Anmeldebeginn hatte sich Anton in eine Schlange gestellt, die sich drei Mal um das Gebäude schlängelte. Kurz bevor er dran war hieß es: „ab jetzt nur noch Warteliste“. Wir haben leider Pech und wissen nun für das nächste Jahr, dass wir wohl früher dran sein müssen. Aber ich habe mir dafür was anderes vorgenommen. Im Sommer, wenn das Freibad voll und die Luft stickig ist, bin ich gerne im Wald. Schatten, Natur und feiner Duft ist hier immer zu finden und so werde ich nachmittags die Kinder schnappen und einen Ausflug hin machen. Luise ist sowieso einmal die Woche mit dem Kindergarten dort und sie kann uns die schönsten Ecken zeigen. Hast du auch Bäume in der Nähe? Dann packt euch einen kleinen Picknickkorb und eine Decke ein und entert den Wald. Kostet nichts, tut allen gut und die Kinder sind garantiert beschäftigt.

Jugendfarmen – Paradiese ohne Eltern

Wir haben hier rund um Stuttgart viele Jugendfarmen, so auch in unsere Gegend. Ich bin immer begeistert von solchen Möglichkeiten, die Kinder unterzubringen. Das Tolle ist: Schulkinder dürfen hier ganz ohne Eltern sein, Feuer machen, Hütten bauen und Tiere versorgen. Es gibt sogar eine Ferienbetreuung für arbeitende Eltern. Allerdings ist die Jufa hier die ersten zwei Wochen zu, aber danach bringe ich Jimmy und seinen Freund sicher mal vorbei. Die Kinder werden dort von Pädagogen beaufsichtigt, dürfen aber in erster Linie machen, was sie wollen. Keine Mama, die meckert oder vor Gefahren warnt, eine große Gemeinschaft und vor allem eine bunt gemischte Bande. Ich halte nichts davon, Kinder in Wohlstandstruppen unterzubringen. Welches Leben lernen sie kennen, wenn überall nur gut behütete Akademikerkinder mit Gemüse in der Brotdose rumtoben? Ich mag es, wenn meine Kinder dort sind, wo alle anderen auch spielen. Lieber ein paar gepflegte Schimpfwörter als den ganzen Tag nur Helikoptereltern um sich herum! Schau doch mal, ob es sowas auch bei euch in der Nähe gibt. Für kleiner Kinder gibts Familien-Samstage, an denen auch Eltern kommen dürfen.

Angebote der Stadt

Städte, Vereine oder Kirchen bieten ziemlich viel Programm für Kinder an. Darunter picken wir uns gerne die schönsten Sachen raus. Jimmy hat sich ein dreitägiges Fußballcamp ausgesucht, Luise geht zwei Mal zum Ponyreiten. Der Nachbarsjunge hat sich für einen Einradkurs angemeldet und es gibt noch sehr viel mehr, sodass jedes Kind das richtige findet. Das Fußballcamp ist recht teuer, leider. Darum ist eine günstigere Idee, ein paar Jungs zusammen zu trommeln, zwei Tore aufzustellen oder zu zimmern und eine kleine Fußballweltmeisterschaft unter Nachbarn zu veranstalten. Schau doch mal, ob noch Plätze bei den Kinderveranstaltungen frei sind. Vielleicht ist ja auch etwas für deine Kinder dabei?

Kinderbetreuung teilen

Ich habe mich jetzt mal mit den Eltern von Jimmys Freunden abgestimmt. Wer ist wann im Urlaub und gibt es Zeiten, in denen alle hier sind? Dann teilen wir uns einfach die Kinderbetreuung. Ich nehme mal die Jungs mit auf den Spielplatz, ein Tag später darf Jimmy bei ihnen zuhause spielen. Auch Übernachtungspartys sind angesagt oder ein Zelt im Garten aufstellen ist eine spannende Aktion. In jedem Fall ist es immer gut zu wissen, wer von den Freunden und Nachbarn da ist, denn sicher langweilt sich gerade in diesen Momenten irgendwo ein anderer Junge.

Verreisen mit den Großeltern

Jimmy und Luise verreisen dieses Jahr mit den Großeltern und der Tante ans Meer. Uns ist die Fahrt mit dem kleinen Oskar zu weit und Anton muss viel arbeiten. Damit die Kinder aber dennoch in den Genuss von Salzwasser, feinstem Ostsee-Sand und Strandkorb-Glück kommen, gehts ohne Eltern eine Woche in den Verwöhn- und Spaßurlaub. Die Tante fliegt mit den beiden nach Hamburg, also wird es extra spannend, denn sie saßen noch nie in einem Flugzeug. Übrigens ist es in einem solchen Fall wichtig, dass die Kinder Reisepässe besitzen, auch wenn sie nur innerhalb von Deutschland fliegen. Und wir geben ihnen ein Dokument mit, in dem unsere Adresse steht und die Einverständniserklärung, dass sie mit Großeltern und Tante im Urlaub sein dürfen. Auch Krankenversicherungskarten und Impfpass sind dabei. Vielleicht wäre das auch mal eine Idee für euch? Wir haben hier zwar noch unseren Zweijährigen am Start, aber ich genieße eine Woche ohne Streiterei und freue mich dann umso mehr, wenn die beiden von so einer aufregenden Reise wiederkommen.

Urlaub auf dem Bauernhof oder mit dem Wohnmobil

Natürlich fahren auch wir noch eine Woche weg. Seit drei Jahren machen wir Urlaub auf einem wunderschönen Bauernhof im Allgäu. Luise kann reiten, Jimmy Fußball spielen, wir wandern und genießen die Ruhe. Es gibt kein W-Lan, dafür Berge, Seen und Tiere. Anton wünscht sich seit langem, mal in den Süden zu fliegen. Aber ich hänge so an den Bergen und mir graust es vor langen Autofahrten und Flugzeugen. Wir denken aber drüber nach, uns mal ein Wohnmobil zu mieten und nach Südfrankreich zu fahren. So ist die Reise nicht so lang, denn wir müssten die Strecke nicht an einem Stück bewältigen. Wer tolle Tipps und Tricks für so einen Urlaub hat, darf mir gerne einen Kommentar da lassen.

Weitere Ideen für die Ferien

  • mit den Kindern ein Wochenende zu den Großeltern an den Bodensee verreisen
  • ins Theater oder in die Kinderoper gehen
  • Zoo und Märchengarten besuchen
  • uns Singstar für die Playstation ausleihen und singen, was das Zeug hält
  • eine Brettspiel-Olympiade machen
  • Zusammen kochen und den Großeltern ein prächtiges Mahl servieren. In diesem Kochbuch (Affiliate Link) gibts dazu Rezepte
  • Ein kleines Grillfest für die besten Freunde veranstalten
  • Alle Freibäder testen und das beste küren
  • Ein Baumhaus bauen
  • Eine Führung in der Wilhelma (Zoo) buchen
  • An einem Badesee in der Nähe zelten gehen
  • mit der Handykamera einen Film drehen
  • zusammen mit den Kindern auf Festivals oder ein Konzert gehen
  • Momo (Affiliate Link) von Michael Ende lesen und dabei Kekse essen
  • ein riesen Planschbecken kaufen und aufstellen, auch wenn die Kinder schon größer sind
  • gemeinsam Kresse und Radieschen pflanzen und aufziehen
  • sich einen Hund im Tierheim ausleihen und Gassi gehen
  • Das Kinderzimmer ausmisten und einen kleinen Flohmarkt machen
  • im Park eine Slackline spannen und üben: Kinder UND Erwachsene
  • ein Bundesland-Ferien-Ticket für die Bahn kaufen und alle großen Städte in der Nähe besichtigen

77 weitere tolle Ideen für den Sommer findest du auf dem Blog Einer schreit immer. Und falls du wissen willst, was wir von unserern Vorhaben umsetzen, schau mal auf Instagram vorbei. Da nehme ich dich bei unseren Aktionen mit und erzähle dir auch von meiner kinderfreien Zeit. Und nun wünsche ich dir richtig schöne (Rest-)Ferien und ganz viel Spaß mit den Kindern. Und natürlich auch ohne *muhahahahahaha*

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ein Jahr Schulkind

Jimmy ist jetzt schon bald ein Jahr Schulkind und ich wollte dir mal von unseren Erfahrungen erzählen. Vielleicht geht dein Kind ab diesem Jahr auch zur Schule und du hast ein wenig Sorgen, weil du nicht weißt, was alles auf euch zukommt. Ich habe mich hier auf dem Blog mit dem Thema schon öfter beschäftigt und habe geschrieben, was ein Vorschulkind auf keinen Fall verpassen darf. Außerdem habe ich hier einen Brief an mein Schulkind veröffentlicht, denn ein komisches Gefühl ist es natürlich schon, wenn das erste Kind in die Schule kommt. Aber keine Sorge, alles was ihr als Eltern braucht ist ein dicker Batzen Vertrauen in euer Kind und ein paar gute Nerven, falls mal wieder Turnschuhe und Mäppchen verloren gehen. Es ist wie mit so vielem anderen auch: haben wir uns nicht gefragt, ob unser Kleinkind mit seinen 14 Monaten jemals auf die Beine kommt und laufen lernt oder der Dreijährige in den nächsten Jahren mal seine Windel ablegen wird? Wir haben uns gesorgt und Bücher gewälzt, den Kinderarzt interviewt und uns den Kopf über mögliche Ursachen zerbrochen. Mit ein paar Jahren Abstand kommt uns dieser ganze Aufriss lächerlich vor, denn ganz sicher hat auch dein Kind Laufen gelernt und Windeln wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr tragen.

Stell dir euch alle einfach in ein paar Jahren vor. „Weißt du noch, was ich mich gesorgt habe, als Paulchen in die Schule kam? Und dabei war es doch alles gar nicht schlimm“ wirst du sagen. Oder „was habe ich mir nur unnötige Sorgen um Mia gemacht. Trotz ein paar Anlaufschwierigkeiten hat sie alles gut gemeistert“, so werden deine Worte klingen, da bin ich mir sicher.

Ein paar Startschwierigkeiten

Natürlich geht es im ersten Jahr manchmal auch ein wenig holprig los, das ist wohl bei den meisten Kindern so. Anna kann sich nach zwei Wochen immer noch nicht so richtig von ihrer Mutter trennen, Luis verliert einfach alles, was er so bei sich trägt. Ayse dagegen hat bis in den Herbst hinein Schwierigkeiten mit der Stifthaltung und Fabi kapiert erst einmal nicht, wie das mit dem Zusammenzählen der einzelnen Finger so klappt. In vielen Familien gibts Ärger, weil die Erstklässler bereits in Woche drei mürrisch vor den Hausaufgaben sitzen und an manchen Betten werden ernste Gespräche geführt, weil es zwischen dem Söhnchen und den Klassenkameraden in den Pausen zu Handgreiflichkeiten kommt.

Und ist das ein Wunder? Eigentlich nicht, finde ich. Die Sechs- oder Siebenjährigen haben nämlich echt viel zu tun mit all dem Neuen, das da auf sie zukommt. Dem einen fällt das Soziale leicht, dafür haperts mit dem Lernen. Beim anderen I-Männchen ist es umgekehrt. Das ist bei uns Großen doch auch nicht anders. Ich habe im neuen Job immer schnell Anschuss gefunden, aber mich in eine unbekannte Computer-Ordnerstruktur einzuarbeiten finde ich schwer. Beim Kollegen ist es gerade andersrum. Dann ist mal der Chef ein schwieriger Typ oder wir können nicht mit der Frau am Empfang. Übertragen auf die Grundschule ist vielleicht die Lehrerin nicht gerade der Traumtreffer oder der Hausmeister macht einem Angst.

Auch wir hatten so unsere kleinen Stolperer. Ich möchte nicht zu viel von Jimmy erzählen, aber dass er alles verloren hat, das habe ich hier mal erwähnt. Mich hat es rasend gemacht und wir bekamen uns mächtig in die Haare. Die Autorinnen vom Buch „Das gewünschteste Wunschkind“ haben mir dann erklärt, dass diese Selbstorganisation für Kinder ziemlich schwer ist. Sie müssen das langsam üben und ein Zehnjähriger beherrscht das Turnbeutel-Mitnehmen bereits viel besser als ein Erstklässler. Außerdem müssen sich die Schulanfänger an so viel Neues gewöhnen. Da ist es ja kein Wunder, dass mal der Stift verloren geht. Jimmy würde zwar neben dem Stift auch seinen Kopf vergessen, so viel ist sicher, aber dafür läuft er von Anfang an alleine in die Schule und hat ne Menge netter Kumpels gefunden. Das Schreiben liegt ihm nicht so, dafür rechnet er wie ein Computer. Du siehst, keiner ist perfekt und das ist überhaupt nicht schlimm.

Was hat sich verändert?

Ein paar Dinge sind nun anders als früher. Der Tagesablauf ist geregelter und ein wenig ernsthafter. Wir achten mehr darauf, dass Jimmy pünktlich ins Bett kommt. Das frühe Aufstehen war gewöhnungsbedürftig, aber es ging ganz gut. Schlimm ist, wenn wir mal verschlafen. Da gehts dann ganz schön ab hier. Anfangs war der Morgen chaotisch, aber es wird immer leichter mit der Zeit. Wir sind noch besser organisiert, damit wir uns hier morgens gut vertragen und Jimmy frohgemut starten kann. Mittags habe ich manchmal ein wenig nervös auf mein Schulkind gewartet, da bin ich inzwischen cooler geworden. Die sieht, auch Eltern müssen dazu lernen. Und die Sache mit den Hausaufgaben klappt auch. Ich lasse Jimmy da ziemlich freie Hand, das ist aber sicher auch Typsache. Kann sein, dass das bei einem der anderen beiden Kinder mal weniger einfach ist. Übrigens brauchst ihr erst einmal keinen Schreibtisch. Die Kinder machen die Hausaufgaben doch lieber bei den Eltern in der Küche oder im Wohnzimmer. Sobald das Kind dann seine Ruhe will, wird es sich melden. Jimmy hat inzwischen einen Tisch und einen guten Stuhl, aber hin und wieder macht er seine Aufgaben bei mir in der Küche. Noch ein Rat: schaff keine zu teuren Sachen an. Ob Schirme oder Radierer, nimm erst einmal die günstigen Modelle. Dann ist es nicht schlimm, wenn was verloren geht. Und markier alles mit Namen oder Stickern. Verändert hat sich auch, dass das Kind gefühlt dauernd frei hat. Nun muss ich mich laufend um eine gute Organisation in den Ferien kümmern. Mal kümmern wir Eltern uns im Wechsel, mal buchen wir die Kernzeitbetreuung.

Schule ist toll

Ich kann dir wirklich Mut machen für erste Zeit in der Schule. Macht euch nicht zu viele Gedanken, die ganzen Abläufe brauchen so ihre Zeit. Nach ein paar Wochen läuft meist alles ganz gut, Mutter und Kind gewöhnen sich an den neuen Tagesablauf und es macht sogar richtig Spaß. Die Kinder lernen gerne und ganz bestimmt werden auch deinem Kind die meisten Sachen ganz viel Freude bereiten. Sicher findet es neue Freunde und ist stolz auf all das, was es jetzt schon so alleine macht. Auch du als Mutter lernst eine Menge. Vor allem das Loslassen, das ist nämlich nicht immer leicht. Noch einen Tipp gebe ich dir: verzichte auf Kontroll-Apps im Ranzen oder in Uhren. Das macht dich nur wahnsinnig und ist eine Freiheitsbeschränkung für die Kinder. Lass dein Kind nach einer Weile alleine zur Schule laufen, übe am Anfang mit ihm zusammen und wenn es bereit dazu ist, schick es mit seinen Freunden los.

Ich finde die Schule spannend, bin immer neugierig, was da so los ist und wahnsinnig stolz auf mein Kind, das so viel Neues gelernt und gemeistert hat. Wenn du also auch bald ein Schulkind hast, dann gebe ich dir wirklich einen Ratschlag von Herzen. Wenn was nicht so gut läuft, dann schnauf erst einmal durch. Ich weiß, die Ruhe zu bewahren ist immer schwer, ich bin da selber nicht gut drin. Denk dir, dass das alles ganz normal ist und guck zusammen mit deinem Kind auf all das, was schon richtig gut läuft. Denk dir außerdem, dass es überhaupt nicht so prächtig ist, wenn einem alles in den Schoß fällt. Kinder müssen auch auf Widerstände stoßen, sie bezwingen und an ihnen wachsen. Alles was sie dann brauchen sind Eltern, die an sie glauben, die nicht sofort die Nerven verlieren und deren größtes Ziel keine Gymnasiumsempfehlung ist, sondern ein Kind, das Freude am Lernen hat.

Und jetzt wünsche ich dir erst einmal einen tollen Sommer. Falls dein Kind dann in die Schule kommt, wünsche ich euch außerdem einen riesig tollen ersten Schultag und ganz viel Freude im Alltag. Das ist ein aufregender und schöner Schritt, den ihr am besten gemeinsam und mit einer großen Portion Optimismus geht. Wir schauen auf ein schönes Jahr zurück und ich bin gespannt, was da noch kommt. Zusammen schaffen wir das, Jimmy und ich, das weiß ich. Alles andere ist egal. So wird das auch bei euch sein. Mach dir keine Sorgen!

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Lust auf mehr von Heute ist Musik? Auf meinem Instagram-Kanal übe ich mich im Nerven-Bewahren und halte ein paar gute Tipps für feine Kaffeepausen parat. Mehr Glitzer im Mama-Alltag können wir doch alle gebrauchen, oder? Ich freue mich auf dich!

Oma und Opa – ein starkes Team

Ich habe ganz wunderbare Eltern, die nicht nur für mich eine tolle Mama und ein toller Papa, sondern ganz besonders fantastische Großeltern für meine Kinder sind. Das liegt zum einen daran, dass sie sich sehr viel kümmern, uns immer unterstützen und die Kinder liebevoll betreuen. Vor allem liegt das aber daran, dass sie die Drei genau so nehmen, wie sie sind und sie in ihren Leidenschaften unterstützen. Mein Vater zum Beispiel fand sein ganzes Leben lang kein Interesse am Fußball. Fußballspieler fand er überbezahlt und hatte keine Ahnung, wann die Bundesliga beginnt. Auch von Pferden hielt er nicht viel. Er hatte große Bedenken, meine Schwester und ich könnten „Pferdetussies“ werden und so bezahlte er uns Klavier- und Tennisunterricht, aber niemals eine Reitstunde.

Zauber-Kuchen für die Enkelkinder

Bei Opas Enkelkindern ist das anders. Jimmy ist bekanntlich der größte Fußballfan unter der Sonne. Er spricht den lieben langen Tag von nichts anderem als von seinem Lieblinsverein Borussia Dortmund, von Champions League und Meisterschale und seinen eigenen Fortschritten bei den ortsansässigen Bambinis. Opa muss sich Sammelalben anschauen, Tischkickerrunden zocken und Fußball-Quizfragen stellen lassen. Das alles macht er mit großem Vergügen, weil es doch sein Enkel Jimmy ist. Für ihn hat er zwei Fußballtore im Garten aufgestellt und baut aktuell an einem Regal für die Tip Kick-Figuren. Jedes Jahr, am Geburtstag der Kinder, zaubern Opa und Oma in meisterhafter Kooperation einen Kuchen für den kleinen Jubilar. Das geht wie folgt von statten: Oma sucht in ihrem Tablet nach einer tollen Torte, besorgt die Zutaten und instruiert Opa, diesen nachzubacken. Gemeinsam stehen sie dann in der Küche, nicht selten geht es heiß her und es entbrennen saftige Wortgefechte. Am Ende steht dann ein Meisterwerk da, bei dem jeder Konditor mit den Ohren schlackern würde. Dank Omas Engagement, Opas Feingefühl und gemeinsamem Co-Working sind in den letzten Jahren folgende Torten entstanden:

Jimmy hatte mit zwei Jahren eine große Leidenschaft für die roten S-Bahnen in Stuttgart. Wir haben mit ihm stundenlang am Bahnhof gesessen und den Bahnen beim Ein- und Ausfahren zugeschaut. Opa und Oma haben dann diesen Kuchen gezaubert, über den Jimmy den ganzen Tag gestaunt hat:

Mit drei Jahren schwärmte er für Straßenbahnen, die in Stuttgart gelb sind. Opa und Oma haben eine gebacken, sogar mit Oberleitung. Leider war es an diesem Tag so heiß, dass die Bahn auf dem Weg zu Jimmy einen kleinen Dachschaden erlitt.

Wenig später fand Jimmy, er sei nicht länger ein kleiner Junge, sondern eine Katze namens Lilly. Er maunzte den ganzen Tag, schleckte seine Morgenmilch mit der Zunge und stellte sich anderen Menschen mit dem Namen Lilly vor. Er trug eine von mir genähte Katzenjacke mit Schwänzchen und Ohren und außerdem zwei Plüschkatzen mit sich herum. Oma und Opa backten natürlich Katzenmuffins für den vierten Kindergeburtstag:

Mit vier Jahren verliebte sich Jimmy unsterblich in den Fußball. Deshalb bekam Jimmy zum fünften Geburtstag diesen fantastischen Fußball-Kuchen mit grünen Kokosraspeln als Wiese und Zuckerguß für die weißen Spielfeldlinien.

Ein Jahr später, Oma und Opa haben Fondantdecken für sich entdeckt, gab es diesen Fußballkuchen. Opa hat den Fondant noch mit Lebensmittelfarbe schwarz gefärbt, mittlerweile gibt es ihn in fast jeder Farbe. (Den Fondant, nicht den Opa!) Die Halbkugel ist eine Backform, der Kuchen wird nach dem backen mit einer Butter- oder Frischkäsecreme bestrichen und mit der Fondantdecke bedeckt. Dann werden weiße Stücke ausgeschnitten und schwarze eingesetzt.

Zu Jimmys siebtem Geburtstag gab es dieses phänomenale Werk, denn die Fußball-Leidenschaft hat sich konkretisiert:

Auch Luise hat große Leidenschaften. Als sie drei wurde, sprach sie viel vom Tanzen. Sie wollte unbedingt Ballett machen, hatte ein kleines Tutu und besuchte sogar ein paar Mal Ballettstunden für kleine Mädchen. Opa und Oma schenkten ihr diesen Kuchen mit selbstgeformten Schühchen aus Fondant:

Dann packte Luise die Pferdeliebe, die bis heute anhält. Auch da ließ sich Oma von Pinterest inspirieren und gab Opa entsprechende Anweisungen für den Kuchen zu Luises viertem Geburtstag.

In diesem Jahr gab es dieses Prachtexemplar von Kuchen, mit Lakritzschnüren als Pferdemähne:

Natürlich bekam auch Oskar entsprechende Törtchen. Weil er von Geburt an unser Guggilein ist, zauberten Oma und Opa zum ersten Geburtstag einen Guggilein-Kuchen nach Otfried Preußlers „Die dumme Augustine“:

Vor kurzem gabs zu Oskars zweitem Wiegenfest einen Eisenbahnkuchen, weil auch ihn die Dampflok-Leidenschaft gepackt hat:

Ein anderes Geburtstagskind der Familie, das dem Windsurfen verfallen ist, bekam dieses Konditor-Meisterstück aus den Händen der beiden, mit Wasser und Wellen aus moussigem Schaum:

So ein Kuchen ist schon ein ganz besonderes  und persönliches Geschenk. Vor allem für die Kinder: sie haben meist eine sehr große Leidenschaft und diese als solche anzuerkennen, ist Oma und Opa wichtig. Die Beiden sind nicht nur Kreativkünstler und Meisterbäcker, sie nehmen die Kinder ernst. Wenn Jimmy Fußball liebt, wird Oma zur Fußballfachfrau. Weil Luise Pferde verehrt, backt Opa Pferdekuchen. Das ist das Großartige an diesen Geschenken. Danke, Oma und Opa, ihr seid grandios!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Die Zeit mit einem Neugeborenen ist ja immer ganz besonders und vor allem die ersten paar Wochen mit dem ersten Kind wird wohl keine Mutter jemals vergessen. Nie wieder widmet man sich einem einzigen kleinen Menschlein so sehr. Schon beim zweiten Baby ist das nämlich ganz anders, denn es gilt nun, zwei Mäuse zu versorgen. Und beim dritten Kind, nun ja, du kannst es dir denken – da wird das schlafende Bündel manchmal sogar ein wenig zur Nebensache, während Kind eins Hilfe beim Anziehen braucht und Kind zwei wütend in der Ecke sitzt, weil es seine Puppe nicht finden kann. Heute erzähle ich dir mal, wie ich diese erste Zeit mit den Babys wahrgenommen habe und wie die Unterschiede waren. Vielleicht bist du ja auch bald in dieser Lage oder du blickst auf ganz andere Erfahrungen zurück?

Das erste Baby: so viel Neues und ziemlich viele Tränen

Als Jimmy vor sieben Jahren auf die Welt kam, war ich echt baff. Diese Erfahrungen, die wir Eltern bei der Geburt des ersten Kinders machen, auf die kann uns kein Buch der Welt und keine Hebamme richtig vorbereiten. Es ist unglaublich: so schön, so besonders und manchmal auch unglaublich anders als gedacht. So war das jedenfalls bei mir. Dass mit einem Baby nicht ausschließlich eitel Sonnenschein herrscht und ich dauernd selig lächelnd im Park sitze und ein Jahr lang die Füße hochlege, darauf war ich vorbereitet. Dass aber meine Augen brennen vor Schmerz, mir die ganze Zeit zum Heulen ist und das niedliche Baby einfach immer unzufrieden zu sein scheint – das ging dann doch über meine Vorstellungskraft. Zunächst einmal habe ich im Krankenhaus dieses hübsche Kerlchen bewundert, das da neben mir lag. Dunkle Haare, ein klitzekleines Näschen und so winzige Hände, dass es eine Wonne war. Zuhause angekommen aber wollte das hübsche Kerlchen nicht aufhören zu weinen und meine Nerven lagen blank. Nachts schlief er auf Anton oder mir, tagsüber trugen wir ihn durch die Gegend und wehe, man legte Jimmy mal in seinen Kinderwagen. Er mochte keine wärmende Badewanne, kein Tragetuch und kein Kirschkernkissen. In diesem Sommer, es war jeden Tag über 30 Grad heiß, mochte er ausschließlich in unseren Armen liegen oder unter dem Heizöfchen. Ich erinnere mich an eine Zeit ständigen Schwitzens und einen Kopf, der sich so dick anfühlte wie bei einem fetten Sangria-Kater. Die Mamas aus der Krabbelgruppe lächelten zufrieden und manche sogar ausgeschlafen, als wir uns trafen. Sie tranken Stilltee und legten ihre Babys neben sich auf eine Decke. Mir lief der Schweiß von der Stirn, wenn ich nur das Wort Tee hörte und man traf mich dauer-laufend-, -schunkelnd- oder -wiegend mit einem Jimmy im Fliegergriff, der unglaublich wütend auf diese inkompetente Frau zu sein schien, die sich seine Mutter schimpfte.

Das zweite Baby: Alltags-Routine und Kontakt zur Außenwelt

Kurzer Spoiler: die inkompetente Mutter hat es überlebt und sich trotz dieser Erfahrung für ein zweites Kind entschieden. Das kam dann zwei Jahre später auf die Welt und was soll ich sagen – angesichts des ganzen Elends der ersten Wochenbettzeit war ich auf alles vorbereitet und dieses Mal positiv überrascht. Auch Luise war kein Baby vom Typ „weint nur, wenn es Hunger hat und liegt zufrieden im Stubenwagen rum“, aber ich wusste doch, dass Neugeborene nun einmal viel weinen. Sie war auch keineswegs so überanspruchsvoll und genoss das Tragen im Tragetuch, wir konnten sie mit einem warmen Bad glücklich machen und sie hatte zwar alle zwei Stunden Hunger, schlief nach der Mahlzeit aber schnell wieder ein. Es ist ein wenig wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei: ist zuerst die Mutter gestresst und wirbelt das Baby auf oder umgekehrt? Egal, ich denke, diese Geschichten von einer ersten anstrengenden und einer zweiten stressfreieren Zeit kann wohl fast jede Mutter erzählen. Ich jedenfalls fand die Tatsache entspannend, dass wir trotz winzigem Baby recht flott wieder einen normalen Alltag bestritten. Dadurch, dass Jimmy in den Kindergarten ging, kam ich raus, hatte Kontakt zur Außenwelt und war vor allem routiniert. Mit Baby Jimmy war ich unsicher und von der Welt abgeschieden, das waren für mich die zwei Hauptgründe, warum die erste Zeit mit dem ersten Baby irgendwie unharmonischer war.

Das dritte Baby: Zu viel zu tun, um müde zu sein

Ich mag es gar nicht, wenn Mehrlingseltern auf eine Mama mit dem ersten Kind herunterschauen und süffisant grinsend „Ein Kind ist kein Kind!“ kalauern. Lass dir das niemals einreden. Ich selber war mit dem ersten Baby viel angestrengter als mit dem zweiten oder dritten. Mit dem ersten Baby war ich um die Mittagszeit nicht einmal geduscht, mit dem dritten Kind stand ich fix und fertig um halb neun mit drei angezogenen und satten Kindern vor der Kindergartentür und trug sogar selbst Hose und Pullover. Es ist ein wenig so wie mit einem Marathon. Ein ungeübter Läufer ist nach 20 Minuten Joggen am Rande seiner Kräfte. Ein Läufer dagegen, der täglich trainiert, kann sogar nach einer halben Stunde noch Bäume ausreißen. So war es auch mit dem dritten Baby. Manches musste ich doch noch einmal bei der Hebamme erfragen, aber die grundsätzlichen Dinge rund ums Wickeln, Stillen und Einschlafen wusste ich noch. Und ich wusste vor allem auch, dass Nerven bewahren der einzige und wichtigste Leitsatz des Tages war. Keine Sorge, ich lief mit dem dritten Kind nicht auf einer Entspannungswolke durch die Gegend. Auch mit Baby Oskar habe ich mal geheult, konnte nicht mehr oder wäre am liebsten einfach davon gelaufen. Aber ich wusste, die schlimmen Momente gehen vorbei, das große Glück über den neuen Erdenbürger überwiegt und irgendwann werden sie alle groß und flügge.

Heute bin ich froh, dass wir aus dem gröbsten Babyalter raus sind. Eltern haben echt ne Menge zu tun, wenn die Kinder so klein sind. Es ist eine wunderschöne und unvergessliche Zeit und sie zu genießen ist das Beste, was du machen kannst. Solltest du also gerade oder in den nächsten Wochen ein Baby zuhause haben, dann wünsche ich dir, dass ihr das große Glück festhalten könnt. Und mach dir bitte keine Sorgen, wenn es sich in machen Augenblicken in Luft aufzulösen scheint. Es ist ein Märchen, dass frisch gebackene Mütter immerzu strahlen. Es ist nun einmal ein verdammt harter Job, Eltern zu sein und da darfst du auch mal heulen und dich nach deinem alten Leben sehnen. Hab viel Spaß beim aufregendsten Abenteuer der Welt und sei dir bewusst, dass du zwar Mutter, aber auch immer noch ein ganz normaler Mensch mit dem Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe bist!

Gewinnspiel

Du bekommst bald ein Baby, hast bereits eines oder kennst eine Frau, die Mutter wird? Dann wäre dieser Gewinn sicher etwas für dich! Ich darf ein wunderbares Verwöhn-Paket von der Bahnhof-Apotheke in Kempten verlosen. Es besteht aus einem Baby-Pflegeset mit Baby-Kinderduschgel, Babyöl für empfindliche Haut, Windelbalsam, Fenchel-Kümmel-Öl fürs Bäuchlein und einem Seidenpüppchen, das mit Kamille gefärbt ist. Außerdem ist in dem Gewinn enthalten ein Mutter-Kind-Probier-Set mit Wochenbettbauchmassageöl, Stillöl, einem Sitzbad sowie ein paar hilfreichen Kleinigkeiten für die Babypflege. (Das rote Püppchen gehört Luise 🙂

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Sets genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mehr Infos zum Gewinnspiel findest du hier.)

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 12. Juni 2018, und endet am 20. Juni 18 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Hast du Lust auf mehr Musik? Dann klick dich doch mal auf meine Facebook-Seite! Dort teile ich viele spannende Artikel anderer Blogger und auf meinem Instagram-Kanal zeige ich dir, wie du etwas mehr Glitzer in den Mama-Alltag pusten kannst. Ich freu mich auf dich!