Ausflug ins Schweden-Paradies

Lach- und Krachgeschichten

Große Preisfrage: wohin fährt die einfallslose Mutter von zwei Kindern, wenn es unerträglich heiß draußen ist, es regnet, schneit, die Familie von akuter Langeweile befallen ist oder einfach nur die Teelichter ausgegangen sind? Richtig, zum Möbel- und Zimtschneckenparadies Ikea!

Traumhaft, dieser Zeitvertreib im schwedischen Konsumtempel, denn ich kann hier meiner Sammelboxen- und Ordnungskisten-Leidenschaft fröhnen. Ich packe also die Kinder ins Auto und wir düsen los. Auf dem Parkplatz angekommen, kann ich nicht anders, als über die vielen Menschen zu schimpfen, die ausgerechnet zum gleichen Zeitpunkt dieselbe Idee hatten! Für alle Nicht-Eltern und Billy-Aufbauverweigerer, die sich fragen, was an einem Ausflug zu Ikea toll sein soll, sei Folgendes erklärt: die super cleveren Erfinder der Teelicht- und Sammelboxen-Köder wissen nämlich genau, wie man Eltern in ihre Falle lockt: Mit der Aussicht, seine (älteren) Kinder guten Gewissens im Bälleparadies abgeben zu können, um ausgiebig Bettwäsche und Kissenbezüge zu shoppen, oder ein Kindersparmenü für unschlagbare 1,50 Euro zu erwerben, bei dem sich Mama und Papa selbst den Bauch mit Nudeln zum Selbernachfüllen vollschlagen können, Windeln, Babybrei und Lätzchen für umme und einen kuscheligen Platz direkt neben dem Krabbelspaß-Center im Ikea-Restaurant, um eine Tasse Kaffee  zu trinken.

Jimmy, Luise und ich jedenfalls haben immer Spaß zusammen und jeder Anfall von schlechter Lauen wird mit der Aussicht auf Zimtschnecken meinerseits gekonnt verhindert. Nach nur einer halben Stunde ist der Wagen voller Spielzeug-Sortierkisten und Jimmy und Luise amüsieren sich in der Kinderzimmer-Abteilung. Ich mache eine kleine Pause, denn bis hierher habe ich das Märchen von Frau Holle in Dauerschleife erzählt und nebenher mit sämtlichen Handpuppen, die an jeder Ecke zum Verkauf angeboten werden, eine kleine Vorführung geben.
Nachdem Jimmy und Luise vehement und wie gewohnt die kleinen Schaukeln und Häuschen gegen fremde Kinder verteidigt haben, können wir weiter ziehen. Jeder darf im Aufzug ins Erdgeschoss einmal auf den Knopf drücken und weiter gehts. Ich befriedige meine Dosensucht mit ein paar Gefäßen für Nudeln und Reis und stapel in der Sortier-Abteilung noch schnell ein paar Boxen vom Typ Samla und Wiederfinda auf den übrigen Einkauf. Jimmy, stolz wie Oscar, scannt an der Selbermachkasse alles ab und wir belohnen uns mit den heiß geliebten Zimtschnecken.

Wir kommen sicher bald wieder vorbei. Hey da und vi ses snart!

Pia Laura Froehlich

2 Comments

  1. Hahaha, selbst ohne Kinder finde ich mich in dem Artikel wieder. Sehr schön und treffend beschrieben… Ein hoch auf Kötbulla, Billy & Vanillekerzen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.