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Mental Load

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Meine beste Freundin arbeitete in Berlin im Büro von Frau Prof. Rita Süssmuth und so bekam ich die Gelegenheit, die beeindruckende Politikerin am Telefon zu interviewen. Wir haben über Frauenrechte und Gleichberechtigung gesprochen und die Forderung, dass sich endlich etwas ändern muss. Das Gespräch fand im September 2019 statt, ist nun aber angesichts der Tatsache, dass in der Corona-Krise viele Frauen die Hauptlast der Familien-Organisation schultern, aktueller denn je. Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie sind Mütter doppelt benachteiligt: gegenüber Männern und kinderlosen Frauen. „Corona könnte das noch verschärfen“, lautet das Ergebnis, das in der Zeit vorgestellt wurde. Interview mit Prof. Dr. Rita Süssmuth Seit nunmehr 100 Jahren haben Frauen das Wahlrecht, aber in Sachen Gleichberechtigung gibt es immer noch viel zu tun: Große Lohnunterschiede, patriarchale Strukturen in Politik und Wirtschaft, die Last der Familienverantwortung und drohende Altersarmut machen Frauen das Leben schwer. CDU-Politikerin Prof. Rita Süssmuth, ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie…

Die Frau fürs Leben Heute ist ein besonderer Tag: mein Buch ist erschienen. Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles. Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen (Affiliate Link) ist seit heute im Buchhandel erhältlich. Und falls du keine Zeit zum Lesen hast, gibt es den Ratgeber auch als Hörbuch. Worum gehts? Mental Load ist hier auf meinem Blog schon lange ein Thema und ich habe in diesem Buch meine eigene Geschichte beschrieben, bin dem Muttermythos auf den Grund gegangen, habe die vielen negativen Konsequenzen für Frauen (und Männer) untersucht, eine Psychiaterin, eine Soziologin und einen Journalisten interviewt und ganz viele Lösungsideen aufgeschrieben, mit denen Eltern ihren Mental Load reduzieren und gerechter verteilen können. Die zauberhafte Helke Rah hat die Illustrationen gemacht, und sie sind wunderschön geworden… Die legendäre Liste zum Download Dazu gehört neben ein paar Tricks in der Kommunikation (wie sag ichs meinem…

Puuuh, war das mal wieder anstrengend! Morgens die Kinder fertig gemacht, dann ab ins Büro gedüst, Kinder abgeholt, Mittagessen gemacht, Hausaufgaben betreut, nachmittags auf den Spielplatz, Abendessen und alle fürs Bett fertig machen. Oder acht Stunden am Schreibtisch sitzen und sich in den wenigen freien Minuten um die Kinder kümmern, damit sie nicht zu kurz kommen. Oder den ganzen Tag mit einem Babyzuhause sein, das viel weint und am liebsten 24 Stunden am Stück auf dem Arm ist. Oder zu Corona-Zeiten Teenies erklären, dass Hausaufgaben wichtig sind, nebenher Mails beantworten, Einkaufslisten schreiben und Telefonate entgegennehmen. So war das nie gedacht! Eltern sein ist mitunter echt stressig und ehrlich gesagt war es niemals so gedacht, das alles alleine zu schaffen. Wenn wir ehrlich sind, reichen nicht einmal zwei Personen für so einen Alltag, denn am besten hat man überall HelferInnen, die einen dabei unterstützen, unsere geliebten Kinder groß zu ziehen und…

Schon länger frage ich mich, was Eltern für sich selbst tun können, um ihren Mental Load ein Stück zu reduzieren. Vor allem alleinerziehende Mütter und Väter wird die Frage interessieren, die aktuell niemanden haben, mit dem sie die mentale Last teilen können. Die ultimative Lösung aller Probleme wird es so schnell nicht geben, dafür brauchen Familien in erster Linie gesamtgesellschaftliche Unterstützung wie flächendeckende Kindergartenplätze und Ganztagsschulen mit Sportangeboten und intensiver Hausaufgabenbetreuung. Aber so lange das noch in den Sternen steht, können wir auch etwas im Privaten tun. Mutter unter Druck Seit Jahren wird Elternschaft immer professioneller. Es gibt kaum ein Thema, zu dem es keinen Ratgeber gibt, und wir planen viele Ereignisse wie Großprojekte. Kindergeburtstage, Buffetbeiträge fürs Kindergartenbuffet, selbstgenähte Kostüme zu Fasching – viele Eltern hängen sich beim Selbermachen richtig ins Zeug und achten bei Kleidung und Nahrung auf beste Qualität. Manchmal scheint es, als wären selbstgebastelte Schultüten und Wolle-Seide-Bodys…

Das Problem erklären Die Frage, die mir in meinen Webinaren oder auf Instagram oft gestellt wird, lautet: wie erkläre ich das Mental Load-Problem meinem Partner und wie kann ich ihn davon überzeugen, dass wir das Problem gemeinsam lösen können? Mental Load birgt ein gewisses Konfliktpotential, weil es schnell so wirkt, als sei einer von beiden Schuld an all dem. Dann ist da noch diese Angst vor dem Gespräch, dass man das Problem mit dem Mental Load nicht erklären kann oder es lächerlich erscheint. Nach wie vor gibt es da dieses Missverständnis von Care-Arbeit und Familien-Organisation als einer Tätigkeit, die Mütter aus reiner Liebe tun. Scheinbar fällt es ihnen nicht schwer, sie machen alles aus dem Stehgreif und tun es vor allem gerne. Naja, ich spiele vielleicht gerne mit meinem Kind eine Runde Ligretto oder denke mir ein Geburtstagsgeschenk aus, aber nahezu die Hälfte all der Aufgaben tue ich nicht gerne,…

Mental Load bedeutet, den Kopf voll zu haben mit Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Jede für sich ist oft keine große Sache, aber in der Summe werden die To-dos zu einem  riesigen Berg. Care-Arbeit ist eine Tätigkeit, die den Mental Load besonders fördert, und wird nach wie vor meist von Frauen gemacht, weshalb Mental Load vor allem ein Problem vieler Mütter ist. Grund genug, sich endlich mit den Folgen, dem Wert und der Wirtschaftsleistung dieser unsichbaren Arbeit auseinander zu setzen. Warum qualmt Menschen, die Care-Arbeit verrichten, der Kopf besonders stark und was ist der Unterschied zu einem Job am Computer oder am Fließband? Schauen wir uns doch mal an, was es zuhause alles zu tun gibt. Auf kleine Kinder aufzupassen ist zum Beispiel auch deshalb so anstrengend, weil sie laufend Bedürfnisse haben. Sie haben Hunger, sie sind müde und erschöpft, möchten spielen, müssen auf die Toilette, brauchen Hilfe, Motivation,…

Mutter weiß Bescheid „Wenn mein Mann die Wäsche wegräumen soll, legt er sie stapelweise in die Zimmer, ohne sie in die Schränke einzusortieren. Seine Begründung: er weiß nicht, wo die Kleidungsstücke hingehören. Ein Teil der Arbeit bleibt wieder an mir hängen und ich darf mich mit dem Sortieren rumschlagen“, klagte eine befreundetete Mutter. Dabei ist das ja nur ein Sinnbild für die Grundproblematik von Mental Load. Mamas funktionieren oft als Gehirn der gesamten Familie. Sie wissen eben, dass die blauen Socken in Größe 36 in die Schublade des Sohnes gehören, die schwarzen kurzen mit der 38 drauf in ihren eigenen Kleiderschrank, die nahezu identischen mit dem engen Bund in Größe 43 in Papas Strumpfkiste und alle bunten mit Schmetterlingen in die der Tochter. Sie wissen es, weil sie sich damit beschäftigen. Denn seien wir mal ehrlich, wer jeden Tag im Büro Dateien in entsprechende Ordner verschiebt, kann auch Socken sortieren.…

Fürsorge ist eine sehr bereichernde Arbeit. Ein Kind trösten, wenn es sich weh getan hat, für Freunde da sein, wenn es ihnen nicht gut geht, dafür sorgen, dass es alten und kranken Menschen besser geht, indem wir uns kümmern – es gibt kaum einen besseren Grund, sich anzustrengen. Ohne die Sorge füreinander geht es nicht, das spüren wir jetzt in der Krise besonders stark. „Fließbänder kann man stillstehen lassen, Kinder und Schwerkranke alleine zu lassen, ist unmenschlich“, schreibt Barbara Vorsamer in der Süddeutschen Zeitung (Bezahlschranke). Das macht deutlich, dass Fürsorge nicht nur bereichernd, sondern auch überlebensnotwendig ist. Diskriminierung von Fürsorge Wäre es nicht an der Zeit, diese Fürsorge-Arbeit endlich zu würdigen, sie besser zu entlohnen und sich einmal damit zu beschäftigen, was das für Folgen hat für die, die diese Arbeit ausführen? Auch wenn Väter sich mittlerweile viel selbstverständlicher um ihre Kinder kümmern, als sie das noch Generationen zuvor getan…

Home-Office ist jetzt in Zeiten der Krise in vielen Familien angesagt, und das stellt uns vor eine Menge Herausforderungen. Für mich ist das nichts Neues. Ich arbeite seit Jahren von zuhause aus und weiß genau, wie das funktioniert: während morgens mein Computer hochfährt, räume ich das Bad auf. Nach der Mail an die Kundin antworte ich der Oma, wie es den Kindern geht und melde die Mittlere direkt mal online im Sportverein an. Dann arbeite ich 20 Minuten am PC und auf dem Weg zur Toilette biege ich in der Wäschkammer ab, lege Kleidungsstücke zusammen und schmeiße direkt noch eine Ladung schwarze Wäsche in die Maschine. Schnell zurück an den Schreibtisch und für den Text recherechieren, den ich schreiben muss. Während ich konzentriert arbeite, ruft die Sektretärin der Schule an: der Sohn fühlt sich komisch. Ob ich ihn abholen könne? Also los, Sohn abholen, vor den Fernseher setzen, weiterarbeiten. Sohn…

Stell dich nicht so an! Ich habe mal wieder Post bekommen. Mittlerweile kann ich eine ganze Schublade mit Liebesbriefen füllen, in denen steht, dass ich ein Luxus-Problem habe. Der Inhalt der Nachrichten lautet meist ungefähr so: Wie kannst du dich nur darüber aufregen, dass du es bist, die die Rolle Toilettenpapier auswechselt? Hast du keine anderen Probleme? Übrigens: Wer sich für Kinder entscheiden, muss sich auch um sie kümmern, also jammere nicht rum. Probiers mal mit Meditation und komm runter. Unter den Absendern sind übrigens ebenso viele Männer wie Frauen, wobei es doch immer wieder erschreckend ist, dass Frauen so denken. Aber kein Wunder: Wir leben in einer patriarchal geprägten Welt, in der Frauen die unbezahlte und unsichtbare Fürsorge übernehmen. Sie kümmern sich um die Kinder, sie sorgen für kranke Angehörige und sehen diese Arbeit oft als selbstverständlich an. Vielleicht sind gerade deshalb einige wütend, wenn wir die Richtigkeit dieser…