Oma und Opa – ein starkes Team

Ich habe ganz wunderbare Eltern, die nicht nur für mich eine tolle Mama und ein toller Papa, sondern ganz besonders fantastische Großeltern für meine Kinder sind. Das liegt zum einen daran, dass sie sich sehr viel kümmern, uns immer unterstützen und die Kinder liebevoll betreuen. Vor allem liegt das aber daran, dass sie die Drei genau so nehmen, wie sie sind und sie in ihren Leidenschaften unterstützen. Mein Vater zum Beispiel fand sein ganzes Leben lang kein Interesse am Fußball. Fußballspieler fand er überbezahlt und hatte keine Ahnung, wann die Bundesliga beginnt. Auch von Pferden hielt er nicht viel. Er hatte große Bedenken, meine Schwester und ich könnten „Pferdetussies“ werden und so bezahlte er uns Klavier- und Tennisunterricht, aber niemals eine Reitstunde.

Zauber-Kuchen für die Enkelkinder

Bei Opas Enkelkindern ist das anders. Jimmy ist bekanntlich der größte Fußballfan unter der Sonne. Er spricht den lieben langen Tag von nichts anderem als von seinem Lieblinsverein Borussia Dortmund, von Champions League und Meisterschale und seinen eigenen Fortschritten bei den ortsansässigen Bambinis. Opa muss sich Sammelalben anschauen, Tischkickerrunden zocken und Fußball-Quizfragen stellen lassen. Das alles macht er mit großem Vergügen, weil es doch sein Enkel Jimmy ist. Für ihn hat er zwei Fußballtore im Garten aufgestellt und baut aktuell an einem Regal für die Tip Kick-Figuren. Jedes Jahr, am Geburtstag der Kinder, zaubern Opa und Oma in meisterhafter Kooperation einen Kuchen für den kleinen Jubilar. Das geht wie folgt von statten: Oma sucht in ihrem Tablet nach einer tollen Torte, besorgt die Zutaten und instruiert Opa, diesen nachzubacken. Gemeinsam stehen sie dann in der Küche, nicht selten geht es heiß her und es entbrennen saftige Wortgefechte. Am Ende steht dann ein Meisterwerk da, bei dem jeder Konditor mit den Ohren schlackern würde. Dank Omas Engagement, Opas Feingefühl und gemeinsamem Co-Working sind in den letzten Jahren folgende Torten entstanden:

Jimmy hatte mit zwei Jahren eine große Leidenschaft für die roten S-Bahnen in Stuttgart. Wir haben mit ihm stundenlang am Bahnhof gesessen und den Bahnen beim Ein- und Ausfahren zugeschaut. Opa und Oma haben dann diesen Kuchen gezaubert, über den Jimmy den ganzen Tag gestaunt hat:

Mit drei Jahren schwärmte er für Straßenbahnen, die in Stuttgart gelb sind. Opa und Oma haben eine gebacken, sogar mit Oberleitung. Leider war es an diesem Tag so heiß, dass die Bahn auf dem Weg zu Jimmy einen kleinen Dachschaden erlitt.

Wenig später fand Jimmy, er sei nicht länger ein kleiner Junge, sondern eine Katze namens Lilly. Er maunzte den ganzen Tag, schleckte seine Morgenmilch mit der Zunge und stellte sich anderen Menschen mit dem Namen Lilly vor. Er trug eine von mir genähte Katzenjacke mit Schwänzchen und Ohren und außerdem zwei Plüschkatzen mit sich herum. Oma und Opa backten natürlich Katzenmuffins für den vierten Kindergeburtstag:

Mit vier Jahren verliebte sich Jimmy unsterblich in den Fußball. Deshalb bekam Jimmy zum fünften Geburtstag diesen fantastischen Fußball-Kuchen mit grünen Kokosraspeln als Wiese und Zuckerguß für die weißen Spielfeldlinien.

Ein Jahr später, Oma und Opa haben Fondantdecken für sich entdeckt, gab es diesen Fußballkuchen. Opa hat den Fondant noch mit Lebensmittelfarbe schwarz gefärbt, mittlerweile gibt es ihn in fast jeder Farbe. (Den Fondant, nicht den Opa!) Die Halbkugel ist eine Backform, der Kuchen wird nach dem backen mit einer Butter- oder Frischkäsecreme bestrichen und mit der Fondantdecke bedeckt. Dann werden weiße Stücke ausgeschnitten und schwarze eingesetzt.

Zu Jimmys siebtem Geburtstag gab es dieses phänomenale Werk, denn die Fußball-Leidenschaft hat sich konkretisiert:

Auch Luise hat große Leidenschaften. Als sie drei wurde, sprach sie viel vom Tanzen. Sie wollte unbedingt Ballett machen, hatte ein kleines Tutu und besuchte sogar ein paar Mal Ballettstunden für kleine Mädchen. Opa und Oma schenkten ihr diesen Kuchen mit selbstgeformten Schühchen aus Fondant:

Dann packte Luise die Pferdeliebe, die bis heute anhält. Auch da ließ sich Oma von Pinterest inspirieren und gab Opa entsprechende Anweisungen für den Kuchen zu Luises viertem Geburtstag.

In diesem Jahr gab es dieses Prachtexemplar von Kuchen, mit Lakritzschnüren als Pferdemähne:

Natürlich bekam auch Oskar entsprechende Törtchen. Weil er von Geburt an unser Guggilein ist, zauberten Oma und Opa zum ersten Geburtstag einen Guggilein-Kuchen nach Otfried Preußlers „Die dumme Augustine“:

Vor kurzem gabs zu Oskars zweitem Wiegenfest einen Eisenbahnkuchen, weil auch ihn die Dampflok-Leidenschaft gepackt hat:

Ein anderes Geburtstagskind der Familie, das dem Windsurfen verfallen ist, bekam dieses Konditor-Meisterstück aus den Händen der beiden, mit Wasser und Wellen aus moussigem Schaum:

So ein Kuchen ist schon ein ganz besonderes  und persönliches Geschenk. Vor allem für die Kinder: sie haben meist eine sehr große Leidenschaft und diese als solche anzuerkennen, ist Oma und Opa wichtig. Die Beiden sind nicht nur Kreativkünstler und Meisterbäcker, sie nehmen die Kinder ernst. Wenn Jimmy Fußball liebt, wird Oma zur Fußballfachfrau. Weil Luise Pferde verehrt, backt Opa Pferdekuchen. Das ist das Großartige an diesen Geschenken. Danke, Oma und Opa, ihr seid grandios!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

3 Comments

  1. Wahnsinn, die beiden können wirklich was!!!! Und man merkt die Liebe darin 😉 Meine Mama hat damals bei unseren Kindergeburtstagen auch immer die tollsten Kuchen gezaubert. Ich erinnere mich auch an diverse Pferde (das war ich), Drachen und Monster, Hunde, Katzen und sogar verschiedene Disneyfiguren für meine Schwestern. Die Grundidee war immer die gleiche: Aus Limokuchenteig wurde ein dicker Blechkuchen gebacken bzw. je nach Komplexizität des Endprodukt auch zwei, und dann mit vorher auf Backpapier gezeichneten Schablonen in Puzzleteilartige Stücke geschnitten. Und dann kam eine Butter- oder Frischkäsecreme in vielen Farben drauf, und es wurde mit diversen Materialien verziert. Und der Kracher auf jeder Kinderparty waren auch immer die sehr simplen aber wunderschönen Marienkäfer- und Bienchencupcakes, die meine Mum sich selbst ausgedacht hatte, so ähnlich: http://justdivafood.blogspot.com/2014/07/mini-muffins-marienkafer.html Sie hatten noch Flügelchen aus habierten Backoblaten und kleine Fühler aus ungekochten Spaghetti. In manchen Jahren waren das auch Clowns oder Blumen, aber die Käfer waren immer am Start. Hachja. Kanns kaum erwarten dass mein kleines Monster Kuchen essen darf 😀

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