Dreck lass nach!

Bisher habe ich noch keinen Eintrag über meine kleine Tochter geschrieben. Das liegt wohl vorallem daran, dass es über ein plapperndes Kind viel mehr zu erzählen gibt. Aber nun, da die Maus immer größer wird und damit auch immer witzigere Sachen tut, will ich endlich nur über sie schreiben.

Mit 11 Monaten wird es von Tag zu Tag lustiger mit unserem Luischen. Sie ist so aufmerksam, lacht und will überall mitmischen. Sie zeigt auf alles, was ihr über den Weg läuft oder fliegt, plappert vor sich hin und klatscht wie eine Verrückte. Alles in allem ist es ein tolles Alter, wenn da nicht die eine Sache wäre: ich bin den ganzen Tag damit beschäftigt, Dinge aufzuheben und zu putzen. Luischen schmeißt alles auf den Boden, am liebsten Essen und ihre Trinkflasche. Das Geräusch von Plastikgeschirr, das mit einem lauten Rumms herunter fällt, macht mich irre. Über dicke Krater im Parkett ärgere ich mich schon sehr, sehr lange nicht mehr. Aber dass Würstchen, Äpfel, Brezelärmchen und Vollkornstangen mit einem provokanten Blick in Mamas Gesicht herunter gepfeffert werden, kann ich nicht leiden. Ein lautes „Nein, nein, nein!“ und ein erhobener Zeigefinger bewirken bei dem Kind so viel die wie genaue Nennung der drei binomischen Formeln.

Also bin ich den lieben langen Tag damit beschäftigt, Essensreste aufzuklauben, außerdem kehre ich ca. zehn Mal pro Tag den  Esszimmerboden und putze zwischen vier und fünf Mal Tisch und Kinderstuhl ab.Meine Hände sehen aus wie die einer hart arbeitenden Landwirtin und schmerzen schon den ganzen Winter. Richtig anstrengend wird es, wenn es ans Wickeln geht. Lusise dreht sich, was das Zeug hält, beim Legen auf den Rücken schreit sie empört. Dann stellt sie sich ratz fatz hin, räumt alles ab, was so um sie rumliegt, beißt in die volle Windel, pinkelt die Unterlage voll, packt die Feuchttücher erst aus, schmeißt sie dann herunter und alle Kleider hinterher. Dann fällt sie um, weint und wehrt sich beim Anziehen wie eine Katze.

Luise isst einen Apfel

Ich bin den lieben langen Tag damit beschäftigt, Wäschekörbe, Einkaufstaschen und Blumenkästen in Sicherheit zu bringen, deren Inhalt sonst sofort vernichtet und ausgepackt wird. Ist es lange still, weiß ich, dass wieder viel Arbeit und die ein oder andere Schrecksekunde auf mich zukommt: was hat sie denn da im Mund? Murmeln, Klobürste, Erde oder Essensreste? Auf dem Spielplatz klaubt sie im besten Fall alte Apfelbutzen, im schlimmsten Zigarettenkippen auf.

Ach, die Kleinkindphase kann so unglaublich bezaubernd und so unheimlich anstrengend sein. Langweilig wird es mir jedenfalls nie!!!
Viele Grüße von Pia

Pia Laura Froehlich

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