Wer wie was…

Mein Söhnchen ist klein und die Welt unendlich groß. Es gibt so viel zu entdecken und zu erforschen und dabei ist Jimmys Motto: „Wer nicht fragt, bleibt dumm!“. Also geht es morgens kurz nach dem Aufstehen um halb sieben los. Sobald die Milch aufgenuckelt ist, schießt ihm durch den Kopf: „Was ist heute für ein Tag, ist heute Sonntag?“ „Nein, heute ist Dienstag!“, lautet die Antwort. Darauf folgt die Frage, ob der Kindergarten und das Aldi auf haben, ob morgen Donnerstag und wann Sommer ist. Dann kommt sein Lieblingsthema an die Reihe, die Zahlen. Ob die vier auf die drei folgt, ob zwei und zwei zweiundzwanzig sind und wann er selbst endlich drei würde. Manchmal holen wir noch den Taschenrechner und tippen ein paar Nummern, am liebsten übrigens die acht.

Im Skiurlaub war Jimmy beigeistert über die Gondeln, die alle mit Nummern versehen waren.

 Dann wechseln wir das Thema und klären, ob Mama ein Mann oder eine Frau ist und ob sie aufs Damen- oder Herrenklo gehen soll. Auf dem Weg zum Kindergarten sprechen wir über Hausnummern, rote und gelbe Busse, Jahreszeiten, wiederholen die Reihenfolge der Wochentage und sprechen erneut die Öffnungszeiten diverser Supermärkte durch.

Seit Kurzem hat er die Kunst des Hinterslichtführens für sich entdeckt. Also zeigt er auf die gelbe Tasse und fragt, ob diese blau sei. Dem Nachbarn streckt er seinen Affen entgegen und ruft: „guck mal, ein Elefant!“. Mit seinem Opa diskutiert er regelmäßig über Fahrzeuge und ob diese einen Beifahrer haben, oder nicht. Das geht dann so: „Opa, hat der Bus einen Beifahrer?“ Darauf der Opa (entrüstet): „Aber Jimmy, der Busfahrer hat doch keinen BEIFAHRER“. „Opa, hat die Straßenbahn ein Lenkrad?“ – „Aber Jimmy, alle Schienenfahrzeuge haben KEIN Lenkrad“.

Manchmal bin ich abends einfach froh, wenn der kleine Mann endlich Ruhe gibt. Dann frage ich: „Bist du endlich eingeschlafen?“

Pia Laura Froehlich

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