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Drei Kinder

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Die Entscheidung für ein 3. Baby

Drittes Kind, ja oder nein? Neulich habe ich auf der Online-Seite der Eltern gelesen, dass eine Redakteurin sich eben diese Frage stellte. Und da habe ich natürlich auch so meinen Senf zuzugeben. Schließlich haben wir uns diese Frage ja auch mal gestellt. Nun haben wir das dritte Kind und um es vorweg zu nehmen, es war wohl eine der drei besten Entscheidungen, die wir je getroffen haben.

Drei Kinder, ja oder nein

Ein drittes Kind?

Angefangen hat alles mit diesem Gefühl. „Du, Anton, da wartet noch einer im Froschteich auf uns, der ruft ganz laut: Mama, Papa, wann holt ihr mich endlich?“ Antons Reaktion war so mittelmäßig begeistert, denn a) war er hundemüde, weil er sich in der Nacht davor mal wieder um Luise gekümmert hat, und die Aussicht auf einen weiteren Rabauken, der die Nacht zum Tag macht, in dieser Situation eher düster ist und b) bei Männern die Alarmglocken losgehen, wenn sie ihre Frauen so reden hören, denn wer sagt, dass sie dieses Argument nicht immer und immer wieder bringen, endlos von sich geben, bis eine Fußballmannschaft durch die Bude tobt? Ein drittes Kind, ja oder nein? Anton hätte wohl spontan „Nein“ gesagt.

Keine Sorge, Anton, aller guten Dinge sind drei, waren meine beruhigenden Worte, und diesem abgedroschenen schlagfertigen Argument konnte der beste Papa der Welt dann nicht widerstehen.

Drittes Kind, ja oder nein

Was es bedeutet, drei Kinder zu haben

Das Platz-Problem

Wer über ein drittes Kind nachdenkt und dabei gleichzeitig bemerkt, dass ein Familienzuwachs aus Platzproblemen einen Umzug mit sich bringen wird, der sei gewarnt: In Ballungszentren könnt ihr euch auf eine äußerst harte Suche gefasst machen. Wir leben in der Nähe von Stuttgart und haben definitiv in den nächsten Jahren ein Platzproblem. Die Suche nach einem Häuschen hat uns in den letzten Wochen und Monaten in die Verzweifelung getrieben. Mittlerweile sind wir so verzweifelt, dass wir wieder lachen können und ich kann nur schlussfolgern: der hiesige Immobilienmarkt ist eine Ausgeburt der Hölle. Drittes Kind, ja oder nein? Definitiv ja, aber was das Wohnproblem betrifft, sind wir keinen Schritt weiter gekommen. Wir hoffen weiter und kuscheln uns so lange in unseren vier Zimmern zusammen.

Neues Auto gefällig?

Ein drittes Kind bedeutet oft, dass ein neues Auto angeschafft werden muss. Wir hatten Glück, in unseres passen drei Kindersitze auf die Rückbank. Wobei wir das dritte Kind sicher nicht von der Frage nach dem richtigen Auto abhängig gemacht hätten. Wer in der Stadt wohnt und gut in Selbstorganisation ist, der könnte über Carsharing nachdenken und sich den obligatorischen und meist unansehnlichen Familen-Van sparen. So lässt sich die Frage drittes Kind, ja oder nein bezüglich des Autos schnell klären!

Zeit zu zweit? Fehlanzeige!

Was ich definitiv sagen muss, ist dass Zeit zu zweit Mangelware ist. Anton und ich sehen uns unter der Woche erst abends. Dann stehen Abendessen, Kinder ins Bett bringen, Wäschekörbe verteilen und Müll rausbringen an. Spätestens um neun schläft der erste vor Erschöpfung ein, am Wochenende wirds nicht besser. Da wird dann der Großeinkauf erledigt, die Bude geputzt und dann gehen wir mit den Kids raus. Zeit zum Quatschen bleibt dabei kaum, abends sind wieder alle platt. Zusammen Ausgehen ist ebenfalls schwer: die drei Mäuse ins Bett zu bringen ist schon eine größere Geschichte, die wir derzeit niemandem zumuten möchten. Was die Partnerschaft betrifft ist die Frage „drittes Kind, ja oder nein“ also schon eine

Wäscheberge – a never ending story

Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Wäsche mit nur einem kleinen Menschen so viel mehr werden würde. Aber Spucktücher, Sabberlätzchen, Brei-verschmierte Pullover und all das Kleinzeug machen echt was aus. Und so verarbeiten wir täglich Korb um Korb. Würden wir auch noch bügeln, müssten wir eine Halbtagskraft einstellen.

Krank sein

Krank werden im Winter nun nicht mehr nur Anton, Jimmy, Luise und ich im Wechsel, sondern jetzt auch noch ein Baby. Und wenn ein Winzling erst einmal einen fetten Schnupfen hat, dann ist die Hölle los. Von einer fiesen Magen-Darm-Infektion ganz zu schweigen. Gefühlt waren wir diese Kalt-Saison nicht einen Tag komplett gesund. Auch der Punkt Kinder-Krankheiten sollte in den Katalog mit den Kriterien für ein drittes Kind, ja oder nein unbedingt mit einbezogen werden.

Und was spricht für ein drittes Kind?

So, und nun erwartet ihr die lange und endlose Pro-Liste, oder? Die, die euch die Entscheidung für ein drittes Kind leicht macht, oder? Die Antwort auf die Frage: drittes Kind, ja oder nein? Also, da habe ich nur einen Punkt, aber der hat es in sich: Wir haben zwar nie so beengt gelebt wie jetzt, sind nie so unkomfortabel Auto gefahren wie jetzt, waren nie so selten als Paar für uns, haben nie so viel Hausarbeit gehabt und waren auch niemals so viel krank, aber wir waren auch niemals so glücklich wie jetzt.

Wenn ihr ein wenig mehr über das Leben mit drei Kindern erfahren wollt, dann lest doch mal meinen Artikel darüber, wie ich versuche, allen drei Kindern gerecht zu werden. Und unter dem Titel Wie mache ich morgens drei Kinder fertig erzähle ich, wie es so morgens bei uns zugeht.

Übrigens, auch zwei Kinder sind ganz famos und eine weise Entscheidung, ebenso wie in einzelnes Kind oder gleich sieben Stück. Das entscheidet jede Familie für sich und da spielen ja viele weitere Faktoren eine Rolle, die ich hier gar nicht erwähnt habe. Und manchmal gibts ja auch nichts zu entscheiden. Wir sind jedenfalls äußerst zufrieden mit unserer Familienkonstellation. Neulich sagte Anton, er höre manchmal ein kleines Kätzchen auf einem Baum maunzen, das rufe immerzu nach seinen Eltern. „Holt mich hier runter, ich warte auf euch, miaut Anton vor sich hin. Ich habe in mich gehört und dem besten Papa der Welt mitgeteilt, dass ich leider nichts höre, rein gar nichts. „Vielleicht läuft es uns ja auch zu“, hat Anton dann gesagt. Um Himmels willen, war mein einziger Gedanke!

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Drei Kinder: Die Eltern laufen halt so mit

Und, wie ist es so mit Dreien? Nach „Mama, hast du was zu essen dabei?“ und „Spielst du mit mir Fußball?“ die meist gestellte Frage an mich auf dem örtlichen Spielplatz. Da in meiner Umgebung ein großer Bedarf an Antworten besteht, dachte ich, ich gebe sie hier auf meinem Blog. Schließlich habe ich mir selbige Frage bis vor vier Monaten auch gestellt. Das Resumé lautet kurz und knapp: Die Eltern laufen halt so mit.

Dass das Baby halt so mit läuft, ist leider ein Gerücht. Geglaubt habe ich es sowieso nie, denn dass ich mal ein ruhiges, ewig lächelndes Kind bekommen würde, das im Kinderwagen liegt und ohne fremde Hilfe einschläft, schien mir so unwahrscheinlich wie eine durchgeschlafene Nacht in den nächsten drei Jahren. Wer jetzt denkt, die Überforderung, die Eltern beim ersten Baby empfinden, multipliziere sich einfach mit der Zahl der Kinder, den kann ich allerdings beruhigen. So müde, so kaputt und so ratlos wie nach Jimmys Geburt vor fünf Jahren bin ich seitdem nie mehr gewesen. Es ist tatsächlich so, dass Eltern mit ihren Aufgaben wachsen und was scheinbar unmöglich schien, dann nach einer gewissen Übungsphase doch ganz gut klappt, wie zum Beispiel das Ins Bett bringen von drei kleinen Mäusen oder ein Freibadbesuch mit vollzähliger Kinderschar.

Selbst und ständig

Was die Kinder allesamt in dieser kurzen Zeit gelernt haben, ist Rücksicht zu nehmen. Luise und Jimmy müssen zum Streiten, Musik machen und Rumbrüllen ins Kinderzimmer gehen oder einfach mal leise sein, wenn Baby Oskar schlafen will. Hat er Hunger, müssen die Großen eben eine Weile warten, bis ich beim Toilettengang helfe oder Sprudel nachfülle. Das hat natürlich hin und wieder für Frustration gesorgt, aber da Geduld nicht gerade zu den Stärken kleiner Kinder gehören, betrachte ich dies als feine Persönlichkeits-Schulung. Was Jimmy und Luise auch gelernt haben: sie müssen mit anpacken. Habe ich ihnen früher ihr Spielzeug, die Kindergartenrucksäcke und die Wasserflaschen hinterher getragen, müssen sie dies nun zwangsläufig alleine tun. Außerdem haben sie in der kurzen Zeit gelernt, sich alleine anzuziehen, ein Brot zu bestreichen, die Taschen für den Oma-Besuch zu packen und die Autotüren selbst zu schließen. Wer sich an dieser Stelle an den Kopf fasst und sich wundert, wieso sie das erst jetzt tun: irgendwie neigen wir Erwachsenen manchmal dazu, den Kindern viel zu viel abzunehmen, obwohl sie es schon selber können….

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Kinder haben ist wie Autofahren

Mit dem Kinder haben ist es ein bisschen wie mit dem Auto fahren. Fragt sich der Fahranfänger zu Beginn, wie er nur gleichzeitig schalten, lenken und kuppeln soll, so gelingt es ihm ein paar Jahre später, neben dem Autofahren auch noch Cappuccino zu trinken, sein Smartphone zu bedienen und Navigationssysteme zu programmieren, natürlich nur in der Theorie!

Also bin ich mittlerweile ganz fit darin, drei Kinder bis 8:15 Uhr ausgehfein zu machen und dabei noch halbwegs ruhig zu bleiben. Ich selbst sehe nicht mehr so aus wie gerade aus dem Bett gefallen und habe auch noch ein paar Taschen mit Zeug gepackt. Vor fünf Jahren kam ich nicht einmal dazu, meine Haare zu kämmen, und vor 10:30 Uhr waren Baby Jimmy und ich sowieso nicht in der Lage, das Haus zu verlassen.

Zwischenmenschliche Kontakte

Was definitiv zu kurz kommt, ist der zwischenmenschliche Kontakt zum Vater der Kinder. Ein frühmorgendliches und nicht gerade liebevoll gehauchtes „Nimm du jetzt mal das Baby“ dient als Tagesgruß, mit „da bist du ja endlich“ wird Papa Anton am Abend mürrisch empfangen. Nach vier Körben Wäsche, einer halben Stunde Fernsehen und einem freundlichen Kopfnicken in Richtung Ehepartner geht der Tag kommunikationsarm und erschöpft zu Ende. Dank aufopferungsvollen Großeltern und bester Schwester und Nichte der Welt laben wir uns hin und wieder an drei Stunden Freizeit am Wochenende, halten dringend notwendige Mittagsschläfchen und träumen dabei von gemeinsamen und kinderlosen Urlauben in ferner Zukunft.

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Die Liste

10 Dinge, die mit drei Kindern nun ganz unmöglich geworden sind, habe ich in folgender Liste zusammen gefasst:

  • eine Mahlzeit in Ruhe und ohne umstürzende Wassergläser genießen
  • Nachts schlafen
  • abends zu zweit das Haus verlassen
  • ungestört die Abendnachrichten sehen
  • beim Autofahren Radio hören
  • sich mit dem Besuch länger als zwei Minuten am Stück unterhalten
  • auf einen krümellosen und spielzeugfreien Fußboden blicken
  • einen Babysitter engagieren, der sich der Sache gewachsen fühlt
  • die Kinder bei den Großeltern abschieben
  • shoppen gehen

Warum also drei Kinder?

Wieso sollten sich Eltern überhaupt drei Kinder zulegen, wenn sie das hier gelesen haben? Tja, das kann ich beantworten. Weil Kinder einfach so unglaublich witzig sind. Egal, ob die Dreijährige genau zur richtigen Zeit Peppa-Wutz-Zitate bringt („Ok, Papa, du frecher Schlingel“ nach der Aufforderung Antons, die nasse Badehose auszuziehen) oder der Fünfjährige stolz erklärt, nun so gut Fußball spielen zu können, dass er alleine die Schweizer Nationalmannschaft besiegen könne. Wenn das Baby den halben Tag kichert, gluckst und lacht und wir uns fragen, welch verrückten Dinge es sich wohl bald einfallen lässt: ob es wie der große Bruder mit zwei Jahren meint, es sei eine Katze namens Lilly, oder ob es wie die große Schwester „Die Geschichte vom Daumenlutscherbub“ frei und mit hochgezogenen Augenbrauen aufsagen kann.

Dann ist da noch dieses Gefühl von Stolz, wenn ich in unser Auto blicke, und sich dort Kindersitze aneinander reihen. Wenn ich im Supermarkt anerkennend gefragt werden, ob das alles meine Kinder seien, und wenn ich die Rasselbande ab und zu mal für 10 Minuten im Griff habe.

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Das schönste Gefühl ist aber das Glück, das ich empfinde, wenn ich abends durch die Zimmer gehe, und in drei kleine, friedlich schlummernde Gesichter blicke, die ein bisschen so aussehen wie die von Anton und mir. Die sechs kleinen Hände, die ich dann streichel, und die vielen dicken Kugelbacken, die ich noch einmal küsse. Dann schauen wir Eltern uns aus unseren müden und rot umrandeten Augen an und wissen, dass wir doch alles richtig gemacht haben. Und dass wir ohne unsere verrückten Drei sowieso gar kein Urlaub mehr machen möchten.

Möchtet ihr mehr über das Leben mit drei Kindern lesen? Hier habe ich aufgeschrieben, wie ich morgens drei Kinder fertig mache und bei Sarah Depolds Blogparade beantworte ich die Frage, ob Eltern drei Kindern überhaupt gerecht werden können. Und last but not least findet ihr hier eine kleine Entscheidungshilfe für das dritte Kind.

*Zitat aus dem Buch von Johann König: „Kinder sind was Wunderbares – Das muss man sich nur immer wieder sagen.“ Ein Lese-Muss für alle Eltern!

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