Unser Weihnachtswahnsinn

So, wir sind mittendrinnen in unserem persönlichen Weihnachtswahnsinn. Hier sitze ich mit einer Tasse Kaffee und fühle mich wie nach einer 10-stündigen Programmkonferenz bei meinem Exarbeitgeber, inklusive Präsentation und Protokollschreiben. Dabei war ich doch nur zum ersten Mal im Jahr auf dem Weihnachtsmarkt – mit zwei Kleinkinder. So clever, schon zur Eröffnung um 11 Uhr in der wunderschönen Stadt mit ihrem zauberhaften Mittelaltermarkt zu sein, war ich ja schon mal. Und Unterstützung war auch dabei, denn der Kindergarten hat heute pädagogischen Tag und ein paar Eltern haben sich zusammen getan. Also Mäuse ins Winteroutfit gesteckt (für Kinderlose: ist ungefähr so, wie 10armigen Kraken in den Pullover zu helfen, diese sollten dabei aber laut schreien und eine laufende Nase haben), Kinderwagen, Tragehilfe und Rucksack ein gepackt und ab ins Auto. Dort angekommen ging alles gut, bis mein Sohn die Karussells entdeckte. Natürlich gab es eine Runde für alle Kinder, aber leider stiegen nur die anderen danach wieder ab. Mein Bärchen fing an, richtig Theater zu machen, mit Brüllen und Rotz und Zeter und allem, was dazu gehört. Ein Picknick, Kerzen ziehen und Eierwerfen halfen nichts. Kurzerhand habe ich mich mit meinen Minnis aus dem Staub gemacht, denn gemeinsames Plätzchenbacken wäre auch wegen akuter Müdigkeit nicht mehr drin gewesen. War es nun ein Fehler, dass wir auf dem Rückweg noch einmal am Karussel vorbei kamen, und zwar an einem besonders schönen mit einer Straßenbahn? Und habe ich schon erwähnt, dass mein Sohn einen riesen Straßenbahnfimmel hat? Das erste Theater nach Ende der kurzen Reise war ja nichts dagegegen, der Bär kann nämlich noch viel lauter weinen.
Auf dem Rückweg habe ich ihn dann in die Tragehilfe gesteckt, die Kleine ist nämlich echt tapfer und genügsam gewesen und im Wagen eingeschlafen. Zwar sind 13 einhalb Kilo auf den Schultern nicht gerade wenig, aber was Besseres viel mir dann nicht mehr ein. Zum Schluss ist er mir auch noch beim Rausheben aus dem Auto aus den Armen gefallen und hat sich eine große Beule zugezogen. War also ein richtig anstrengender Tag, aber es waren auch viele Perlen zu sammeln. Die selbstgemachte Kerze ist wunderschön, mein Töchterlein ist eine so friedliche Maus, der Wutbär ist sofort und ohne Theater im Bett eingeschlafen und ich bin total stolz auf mich.
Viel Spaß euch allen beim gemütlichen Glühweinschlürfen, trinkt einen für mich mit! Dazu komme ich nämlich dieses Jahr schon wieder nicht.
Pia

Pia Laura Froehlich

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