10 Gründe, warum Kinder noch einmal das Bett zu verlassen

Warum Kinder nicht einschlafen können

Die letzte Stunde ist unter Eltern besser bekannt als die Rushhour des Tages: Kinder bettfertig machen, widerspenstige Mädchen zum Zähne putzen überreden, eine Runde Sandmännchen anschalten, Bücher vorlesen, Fragen beantworten, singen, Rücken kraulen, Küsschen geben, zudecken, Licht ausmachen und Ruhe brüllen.

Jetzt habe ich es mir gemütlich gemacht, sitze in Jogginghose vor dem Fernseher und knabbere Nüsse. Es könnte so schön sein: zwei Stunden Ruhe und Zeit um zu tun, was ich möchte. Was aber nun folgt, dürfte manchen Eltern bekannt vorkommen…

Abends, halb neun in Deutschland

Heute schreibe ich hier zehn Gründe nieder, warum unsere Kinder abends nicht einschlafen können. Es kommt vor, dass die Kinder alle zehn an einem einzigen Abend abarbeiten, immer schön nacheinander. So zieht sich die Einschlafzeit über knapp zwei Stunden hin und die Lieblinge schlafen genau dann seelenruhig, wenn Klaus Kleber die Spätnachrichten spricht und Papa auf dem Sofa eingeschlafen ist.

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  1. Das Glas Wasser ist leer, abgestanden, abwesend oder umgefallen. Es wird die Bitte geäußert, möglichst schnell für Flüssigkeit zu sorgen, da das Kind sonst umgehend verdursten könnte. Immer dann, wenn die Nerven der Erziehungsberechtigten am dünnsten sind, kippt ein volles Glas Sprudel um und Flüssigkeit sickert in Bettritzen, auf das gute Parkett oder benetzt die gesamte Bettwäsche.
  2. Das Kind friert oder ihm ist warm. Es möchte gerne eine weitere Decke, eine leichtere Decke oder gleich ein ganz neues Schlafgewand. Über letzteres wird noch fünf Minuten diskutiert, denn es möchte unbedingt genau den Schlafanzug, der just in diesem Moment in der Waschmaschine seine Runden dreht.
  3. Das Kind kann nicht einschlafen. Hier helfen auch keine Verweise der Eltern darauf, dass um diese Zeit garantiert schon die gesamte Kindergartentruppe tief und fest schläft und nur genau dieses Kind als einziges Kind auf der ganzen Welt jetzt noch wach sei.
  4. Das Kind hat Schmerzen. Oft im Hals (es verlangt nach einem Halsbonbon), meist im Bauch (ein warmes Kissen muss her), gerne im Bein (ein kühles Kissen würde helfen), hin und wieder auch am Knöchel (hier wäre ein Bibi&Tina-Pflaster von Nöten) oder im Ohr (Wie wäre es mit einem Zwiebelsäckchen?). Einige Erziehungsberechtigte vermuten mittlerweile, dass es sich dabei um Phantom-Schmerzen handeln könnte, die einzig und alleine auf Punkt drei zurückzuführen sind.
  5. Das Kind hat Fragen, die sich nicht aufschieben lassen. Sie betreffen den morgigen Tag, das heute erlebte oder der Urlaub vor einer Woche. Es kann sich aber auch um Weihnachten vor drei Jahren oder die Osterzeit 1985 handeln. Fragen wie „warum spielt Phillip Lahm nicht mehr für die Nationalmannschaft“ oder „Papa, warum hast du nicht Tante Teresa geheiratet“ verlangen meist auf der Stelle nach Antworten.
  6. Das Hörspiel ist zu Ende und das Kind möchte gegen 21:15 Uhr ein weiteres hören. Oder das Hörspiel ist zu langweilig und das Kind verlangt nach einer anderen CD. Oder der iPod spielt im Random-Modus auf einmal „Die drei Fragezeichen und das Monster aus dem Gruselbahnhof“ anstelle von „Bibi Blocksberg und das traurige Einhorn“, worauf das Kind vor Schreck lauthals zu schreien beginnt.
  7. Das Kind verspürt Hunger. Der Hinweis, dass es dann eben beim Abendessen ordentlich essen soll und dass vier Scheiben Gurken und Käse ohne Brot keinen Magen füllen, können die Erziehungsberechtigten gerne auch aus dem Fenster und in den Wind sprechen, es hätte den gleichen Effekt, und wird vom Kind mit stoischer Miene ignoriert.
  8. Das Kind möchte wissen, wie das Ergebnis des Bundesliga-Spiels lautet, dass nun um knapp 22 Uhr langsam sein Ende nimmt.
  9. Das Kind spürt komische Gefühle am Körper: Die Mückenstiche jucken! Beim Kratzen und um sich Treten hat sich das Kind außerdem den Fuß verletzt. Es verlangt nach Abhilfe, verwehrt aber Anti-Juck-Salbe, einen heißen Löffel oder den Bite-Me-Stick und steckt so in einer unlösbaren Situation.
  10. Das Kind hat Angst und möchte nicht mehr alleine schlafen. Es wünscht, samt Decke und Teddybär den Rest der Nacht im   zu ruhen.

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Was kannst du tun, damit endlich Ruhe herrscht?

Bei uns gibt es verschiedene Lösungen:

  • Die Kinder dürfen mit der Taschenlampe noch ein Buch anschauen, dann ist aber wirklich Schluss!
  • Ich halte einen Vortrag über Elternzeit und Feierabend und hoffe, dass dieser eindrücklich genug ist.
  • Die Kinder haben die Erlaubnis, ins große Bett zu wandern.

In diesem Sinne wünsche ich dir heute eine gute Nacht!

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Laura

5 Comments

  1. haha vielen Dank Laura, die Liste ist perfekt :D. Ich hab das auch zeimlich genauso fast jeden Abend mit unserer Kleinen. Ganz ganz schlimm ist es ohne ihren heißgeliebten Igel den sie zum 2 Geburtstag bekommen hat (er ist aber auch sehr sehr flauschig, kann ich sehr empfehlen, hilft unsere fast immer beim Einschlafen – http://www.nickis.com/designers/tartine-et-chocolat/tartine-et-chocolat-spielzeug-5341207.html). Aber wehe, wehe er riecht falsch, er ist aus dem Bett gefallen oder gar bei der Oma liegen geblieben, dann kann das Einschlafdrama auch gerne mal die ganze Nacht durchgehen. Weil ohne Igel geht es nicht :/. glg Klara

    • Liebe Klara, oh ja, vergessene Kuscheltiere, das ist schlimm. Bei uns ist das ein durchgeknuddelter Bär mit Schleife. Wenn der fehlt, dürfen wir uns auf eine ungeruhsame Nacht einstellen 🙂

  2. Aus meiner Sicht ist die Liste fast komplett:-) Bei uns fehlt nur – Samstag abend, wenn wir Erwachsenen-Spieleabend haben und wir großen uns über den Tisch hin anflüstern: „ich kann nicht schlafen. ihr seid so laut! Was spielt ihr? Kann ich mitspielen?“ Das Ganze ist übrigens unabhängig vom Einschlafort (Kinder- oder „großes“ Bett)

    • Hihi, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur, dass Jimmy hinzufügte: „Ich hätte Tante Teresa genommen“. Tja, mein Lieblingskind ist jetzt Luise :-))

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