Urlaub mit Kindern – Erholsam ist anders!

Urlaubszeit, schöne Zeit

Ich bin gerade ein paar Tage aus dem Urlaub zurück und es war wirklich schön – wirklich schön und anstrengend. So anstrengend, dass ich nun eigentlich noch ein paar Tage Urlaub vom Urlaub brauche. Vor zwei Wochen habe ich zuhause beim mir am Schreibtisch alles gegeben und für eine Woche vorgearbeitet, sodass ich in den Ferien mal eine Woche pausieren kann. Dann habe ich noch einen Abwesenheitsassistenten aktiviert und den Computer ausgemacht, eine Menge Bücher in den Koffer gelegt, Sonnencreme und meine Sonnenbrille dazu gelegt. Es sollte richtig erholsam werden, das hatte ich mir bei all der Arbeit ja verdient.

Sattel die Pferde, Mama!

Ich hätte es doch besser wissen müssen, denn ich bin nicht erst seit gestern Mama. Angekommen auf dem Ponyhof wurde ich gleich zum Ausreiten verdonnert. Du musst wissen, dass das nicht bedeutet, dass ich gemeinsam mit meiner Tochter durch Feld und Flur geprescht bin, dazu bin ich gar nicht in der Lage. Vielmehr hatte ich die Aufgabe, ein störrisches Pony aus dem Stall zu holen, ihm Zaumzeug umzubinden, es zu striegeln, die Hufe auszukratzen und den Sattel festzuzurren. Und das bei null Ahnung von Pferden, denn auf diesem Hof machen das die Eltern selbst.

Irgendwann hatte ich das liebe Tier endlich soweit und Luise saß selig drauf, schon bockte das lustige Tierchen los. Es wollte fressen, stehen bleiben, plötzlich losrennen und ich war schweißgebadet. Luise hat es gefallen und anstelle im Liegestuhl zu schmökern, war ich nun mit den Pferdchen beschäftigt. Wenn ich mal nicht wilde Ponys gesattelt habe, schlichteten Anton und ich Streitereien der Kinder, kochten Nudeln, wechselten Windeln, verarzteten kleine Wunden und weil ja Ferien waren und die Kinder lange aufblieben, ging der Spaß bis zehn am Abend.

Ein Ausflug nur für mich

Irgendwie war alles ein bisschen wie zuhause, nur dass die Kinder lange wach waren und die Spülmaschine fehlte. Jedenfalls habe ich einmal kurz in mein tolles Buch geschaut (Die neapolitanische Saga von Elena Ferrante, ein riesen Tipp!) und mich dann auf den einen Tag gefreut, an dem wir alle das machen würden, was ICH wollte: nach Konstanz fahren, in die Stadt meiner Träume.

Auch das hätte ich erahnen können, denn ich habe vor einem Jahr einen ähnlichen Text verfasst, der so endete:

So ist Urlaub mit Kindern. Es ist ein einziges großes Abenteuer und beginnt mit einem Tag unendlicher Packerei, geht weiter mit einer Fahrt, auf der viel gemeckert und gerufen wird „wann sind wir endlich da?“ Dann ist da eine Ferienwohnung, in der es genauso zugeht wie zuhause, nur enger und ohne Spülmaschine. Kinderklamotten aufheben, Spielsachen suchen, kochen, kehren, Kekse verteilen. Aber es lohnt sich, ich schwöre es. Es lohnt sich, weil wir zu fünft auf der Fähre sitzen, die Stadt unseres Herzens verlassend, auf die Wellen, die Alpen und die untergehende Sonne schauend und wissend: wir haben alles, aber auch alles richtig gemacht.

Wir liefen also bei bestem Wetter durch die mittelalterlichen Gassen, während die Kinder meckerten, was sie denn hier nur sollen. Leider gab es auf dem Spielplatz und im Biergarten eine Mückenplage, der Fährmann knöpfte uns aus Versehen das Doppelte an Fahrgebühr ab und beim Shoppen war ich nicht erfolgreich. Mit nöhlenden Kindern im Schlepptau saß ich im Bus nach Staad und hätte mir gewünscht, meine liebe Familie winkend am Ufer nach Meersburg zu verabschieden und mir einfach mal ein paar schöne Tage alleine zu machen. Pustekuchen, zurück ging es zum Ponyhof, schließlich wollte Luise abends unbedingt noch einmal aufs Pony.

Das einzige Bild, das ich in Konstanz gemacht habe…

Nun sitze ich wieder zuhause am Schreibtisch und finde es ganz erholsam. Abends lese ich endlich mein spannendes Buch und genieße es, wieder zuhause zu sein. Ich möchte nicht klagen, immerhin können wir Urlaub machen. Und der hatte natürlich auch ein paar ganz tolle Momente. Woanders sein, gemeinsam Zeit verbringen, abends bei einem Glas Wein auf der Terrasse sitzen und nicht ans Telefon gehen müssen, ein Tag mit Jimmy im Spieleland – alles hat seine sehr, sehr schönen Seiten.

Bleib fröhlich und unperfekt und genieß den Familienurlaub. Irgendwann liegen wir faul auf dem Liegestuhl und sehnen uns nach Pony-Action und ein paar wilden Mäusen, die sich den lieben langen Tag streiten und ärgern. Wetten?

Laura

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