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Eltern sind keine Bittsteller

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Liebe Leser und Eltern, dies ist ein Brief an den Gemeinderat in Fellbach, der uns eine Erhöhung der Kindergartengebühren beschert hat. Dazu kommt, dass die Mieten in Fellbach und Umgebung durch die Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart extrem hoch sind: wir liegen nun bei 12,99 Euro pro qm, der deutschlandweite Schnitt beträgt 7,97 Euro. Im Rahmen eines Zeitungsartikels, den ich über die Erhöhung schrieb, habe ich recherchiert und mittlerweile auch mit einem Mitglied des Gemeinderates gesprochen, das sich vehement für die Mehr-Kosten für Familien ausspricht. Der Inhalt dieses Briefes geht uns alle was an. Mir war vor der Recherche vieles nicht klar, was nun offensichtlich ist. Ihr seid als Familie alle von der Situation betroffen, selbst wenn eure Stadt sozialverträglichere Gebühren für Kinderbetreuung beschlossen hat. Der Brief ist lang und das Lesen macht nicht unbedingt gute Laune. Der Inhalt ist aber von großer Bedeutung und geht uns alle etwas an. Insbesondere…

Vor einiger Zeit habe ich hier zwei Texte veröffentlicht, die sich mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie befassten. In Mütter in der Zerreißprobe beschrieb ich, wie Mütter unter dem Druck leiden, zuhause für die Familie da zu sein und gleichzeitig den Anspruch an sich stellen, auch beruflich, sportlich und kreativ alles geben zu müssen. Wird das nicht einfach zu viel? Da viele Frauen fragten, warum denn die Männer nicht zur Sprache kamen, habe ich mit dem zweiten Text Papas an den Herd die leise Vermutung ausgesprochen, dass sich einige (und lange nicht alle) Väter um die Verantwortung zuhause drücken. Auch da haben sich wieder viele Eltern zu Wort gemeldet und ich möchte sagen, wie wichtig und wertvoll ich diese Diskussion finde, vor allem wenn sich Männer dazu äußern. Natürlich sind nicht DIE Frauen schuld, weil sie sich zu viel Druck machen. Genauso wenig ist das Problem, dass DIE…

Abends sieht es so aus, als hättest du deine Familie im Stich gelassen. Du kommst erst um halb neun nach Hause und deine Frau ist alles andere als begeistert. Sie hat die Kinder ins Bett gebracht und ist müde und kaputt. Du schaust noch einmal in die Kinderzimmer und siehst deinen Sohn, der fest schläft. Sein geliebter Hockeyschläger lehnt an der Wand. Wieder ist ein Tag vorbei, an dem du nicht mit ihm trainieren konntest. Deine Tochter wollte dir heute Abend noch ein Bild zeigen. Du bist zu spät gekommen und das Blatt mit den bunten Sternen liegt neben ihrem Kissen. Warum bist du eigentlich nicht für deine Familie da, wenn sie dich braucht? Was keiner sieht Keiner sieht, dass du heute morgen voller Liebe in die schlafenden Gesichter deiner Kinder geblickt und dich leise rausgeschlichen hast, um sie nicht zu wecken. Wie gerne wärst du an diesem Mittwoch mit…

Spielplätze nerven Hans Ulrich Spieth Heute morgen sitze ich in der Küche, trinke einen heißen Kaffee und nehme mir den Fellbacher Stadtanzeiger Nr. 23 als Zeitungslektüre vor. Aber was muss ich da lesen? Gemeinderatsmitglied Hans-Ulrich Spieth von der CDU-Fraktion schreibt in einem rhetorisch beeindruckenden und sprachlich geschliffenen Text über die Grünflächengestaltung in unserer Stadt: „Es gibt viele und gute Spielplätze (…). Daneben findet man aber auch eine ganze Reihe von Platzgestaltungen, an denen der Zahn der Zeit nagt und die dringend der Erneuerung bedürfen. Als Beispiele nenne ich den Park der Schwabenlandhalle, den Theodor-Heuss-Platz und den Klosterplatz in Oeffingen. Nicht jeder Platz darf zum Spielplatz umgebaut werden, wir brauchen auch Aufenthaltsorte für Personen, die Ruhe und Erholung suchen.“ Eltern, ich höre euch förmlich wutschnauben. Aber jetzt mal ganz ehrlich: hat Hans-Ulrich Spieth, pensionierter Konrektor einer Grundschule und von euch gewähltes CDU-Gemeinderatsmitglied nicht etwas ausgesprochen, was viele Bürger längst denken? Nirgends…

Nichts zu bereuen und ein Grund, es anders zu machen Ich habe schon einige Dinge bereut! Mir mit 12 Jahren die Haare abzuschneiden, so manches Date in meiner Jugend oder die Entscheidung, ein rein geisteswissenschaftliches Fach zu studieren. Niemals aber habe ich bereut, Mutter zu werden. Eines würde ich allerdings anders machen, wenn ich noch einmal mit dem besten Mann der Welt voller Vorfreude und Ungeduld beschlossen hätte, eine Familie zu gründen: Mit ihm über unsere berufliche Zukunft zu reden, über Haushaltskram und Arbeitsaufteilung. Das hatte ich nicht auf dem Schirm, als ich mit 27 Jahren schwanger wurde. Ich machte mir Gedanken um den richtigen Namen für das Kind, um den besten Kinderwagen und schadstofffreie Wickelunterlagen. Wie es aber mit mir in den nächsten Jahren so weitergehen sollte, das habe ich ausgeblendet. Ich habe ein Jahr Elternzeit beantragt, danach wollte ich in Teilzeit wieder arbeiten gehen. So machen es schließlich…

Humor ist Liebe. Er macht die Unzulänglichkeiten etwas zulänglicher, den Schaden etwas leichter, den Schmerz etwas erträglicher. (Henri Nannen) Wenn ich mal schlechte Laune habe und so richtig genervt bin von meinem Leben und mir selbst, dann klappe ich den Computer auf und gucke mir eines von Martina Hills Knallerfrauen-Videos an. Am liebsten habe ich die, in denen es um Kinder geht. Schön ist zum Beispiel der Film, in dem sie bei den Nachbarn klopft und diese warnt, weil die Kinder am Wochenende das erste Mal seit langem außer Haus und sie und ihr Mann alleine sind. Es könne also laut werden, sie habe aber auch einen Aushang in den Flur gehängt. Am nächsten Morgen verteilt sie auch noch Spritzgebäck. Bei diesem Film kann ich mich vor Lachen nicht mehr halten. Wenn man trotzdem lacht Schon steigt meine Laune erheblich und die Welt ist nicht mehr so grau, mein Alltag…

Immer mal wieder schreibe ich hier, wie viel ich zu tun habe, dass ich unentspannt und gestresst bin. Ich überlege, wie mein perfekter Alltag aussehen würde, schreibe über Methoden zum Entspannen oder initiiere ein Entspannungsprojekt. Aber trotzdem ich mich andauernd mit dem Thema beschäftige, wird es nicht besser. Erst neulich war ich wieder der Verzweifelung nahe, weil ich nicht wusste, wie ich die Arbeit, die Kinderbetreuung, den Haushalt und all das schaffen soll. In den Instagram-Storys erzähle ich oft von meinem Dilemma und habe andere um Rat gefragt. „Kennt ihr das Gefühl auch, diesen ganzen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können? Habt ihr einen Rat?“ Das Risiko Ich habe ganz liebe Rückmeldungen bekommen, eine davon hat mich besonders beschäftigt. Mir schrieb eine Mutter, dass es ihr bis vor ein paar Jahren ähnlich ging. Auch sie war hin und hergerissen zwischen Familie, gesellschaftlichen Verpflichtungen, Job und Haushalt – bis sie einen…

Vor kurzem hat ein Vater einen unserer Facebook-Posts kommentiert. Er fand, dass Papas hier auf dem Blog manchmal zu schlecht wegkommen. Tatsächlich berichten wir hier aus der Sicht zweier Frauen und sind da sicher hin und wieder, sagen wir es mal, subjektiv. In jedem Fall tat mir das so leid, dass ich jetzt erzählen möchte, warum ich die heutigen Väter einfach toll finde. Alles selbstverständlich? Nun ja, die heutigen Väter… man kann nicht alle Menschen über einen Kamm scheren, das ist klar. Aber ich finde, dass sich in den letzten Jahrzehnten ganz schön viel verändert hat. Väter fiebern schon in der Schwangerschaft mit (ok, zumindest bei der ersten) und sind in den meisten Fällen bei der Geburt dabei, um ihren Frauen in den Stunden größter Schmerzen und manchmal auch fürchterlicher Angst beizustehen. Sie tragen nachts weinende Babys herum und lassen die erschöpfte Mama schlafen, obwohl sie tagsüber arbeiten gehen müssen.…

Prolog: Vor vier Wochen habe ich hier einen Artikel über die Zerrissenheit der Mütter veröffentlicht. Keiner meiner Texte fand so viel Anklang wie dieser. Manche Frauen stemmen den ganzen Haushalt, kümmern sich um die Kinder, arbeiten in Teilzeit – und sind völlig überfordert. Unser Anspruch an uns selbst ist zu hoch, aber auch die Lebensumstände spielen eine Rolle. Aber was ist eigentlich mit den Männern, haben viele LeserInnen gefragt. Warum war von ihnen im Text nicht die Rede? Darauf möchte ich heute eine Antwort geben. Ich will hier überhaupt kein Lebensmodell in Frage stellen, das gut funktioniert und mit dem sich die Familien wohl fühlen. Wer zuhause bleibt und die Hausarbeit macht, ist ja eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass Vater und Mutter zufrieden sind und ihre Entscheidungen gemeinsam treffen. Viele Mütter, mit denen ich rede, fühlen sich aber nicht frei in ihrer Entscheidung und schlimmer noch: sie sind überfordert…

Familien haben es schwer Wie ist es eigentlich so, Familie zu haben? In der Zeit-Ausgabe Nr. 28 gab es ein Vier-Seiten-Spezial zum Thema Familie. Da war zum Beispiel einen Bericht darüber, wie alleine Paare sind, die neben Kindern, Job und Haushalt auch noch kranke Eltern pflegen. Tatsächlich gibt es in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach ein ganz großes Manko: Pflegende, die sich um eigene Kinder, den Partner oder kranke Eltern kümmern bekommen für das, was sie tun, kaum Rentenbeiträge. Wer sorgt sich um die, die sich sorgen? Das sollte meiner Meinung nach wesentlich stärker thematisiert werden, wenn es um die Rentenversicherung in Deutschland geht. Ein anderer Artikel im Zeit-Special beschäftigte sich damit, wie Patchwork-Familien ihren Urlaub planen oder koordinieren. Ganz besonders interessiert hat mich Anna von Münchhausens Text „Die Unperfekte“, in dem sie beschreibt, mit welchen Herausforderungen sie in den 80er Jahren zu kämpfen hatte, als sie in Vollzeit beschäftigte…