Papas an den Herd! Was die Männer mit der Zerreißprobe der Frauen zu tun haben

Prolog: Vor vier Wochen habe ich hier einen Artikel über die Zerrissenheit der Mütter veröffentlicht. Keiner meiner Texte fand so viel Anklang wie dieser. Manche Frauen stemmen den ganzen Haushalt, kümmern sich um die Kinder, arbeiten in Teilzeit – und sind völlig überfordert. Unser Anspruch an uns selbst ist zu hoch, aber auch die Lebensumstände spielen eine Rolle.

Aber was ist eigentlich mit den Männern, haben viele LeserInnen gefragt. Warum war von ihnen im Text nicht die Rede? Darauf möchte ich heute eine Antwort geben. Ich will hier überhaupt kein Lebensmodell in Frage stellen, das gut funktioniert und mit dem sich die Familien wohl fühlen. Wer zuhause bleibt und die Hausarbeit macht, ist ja eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass Vater und Mutter zufrieden sind und ihre Entscheidungen gemeinsam treffen. Viele Mütter, mit denen ich rede, fühlen sich aber nicht frei in ihrer Entscheidung und schlimmer noch: sie sind überfordert und sehen sich unter Druck gesetzt. Ob die Männer da wohl helfen können?

Freunde-Besuch

Ich weiß, liebe Männer, auch euer Leben ist nicht nur Zucker. Ihr arbeitet Vollzeit, unterstützt eure Partnerinnen am Wochenende mit den Kindern, müsst Kredite abzahlen und Rechnungen begleichen, die Frauen aufmuntern und die Söhne und Töchter bespaßen. Dennoch empfinde ich ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen! Es liegt Einiges im Argen und für mich muss sich etwas sehr Grundlegendes in unserer Gesellschaft ändern, allem voran in unserer Arbeitswelt. Aber auch ihr seid gefragt, schließlich geht es hier um die Frauen, die ihr liebt, und um die Mütter von euren Kindern.

Daniel auf Erfolgskurs

Da ist Daniel, ein alter Freund von mir aus der Grundschule. Er ist ein toller Typ und ein klasse Vater, lebt mit seiner Frau und den zwei Kindern in Stuttgart, arbeitet als Finanzberater bei einer Bank, ist beruflich erfolgreich und hat ein spannendes Hobby: er macht Poetry Slam. Aber er ist unzufrieden, als wir bei einem kühlen Bierchen sitzen und reden. Mit seiner Frau gibts immer wieder Ärger. Sie arbeitet halbtags als Physiotherapeutin und kümmert sich nachmittags um die Kinder. Obwohl er eigentlich mal viel Zeit mit seinen Kindern verbringen wollte, ist er abends nicht vor sieben Uhr zuhause, weil sein Chef ihm stapelweise Projekte auf den Tisch legt. Und irgendwie findet er das ja auch gut, denn die Arbeit macht ihm Spaß und er genießt das gute Teamwork und die Gehaltserhöhung, die er in regelmäßigen Abständen bekommt. Warum sich Sara trotzdem dauernd beschwert, versteht er nicht so richtig. Das mit den Kindern ist doch halb so wild, sagt er. Immerhin geht auch die Tochter bald zur Schule. Dennoch meckert sie dauernd rum, sie hätte so viel zu tun und er würde sich am Wochenende nur um seine Poetry Slam-Auftritte kümmern. Er gesteht mir, dass er eine Kollegin hat, die sich sehr für seine Gedichte interessiert. Sie wäre immer so gut gelaunt und höre ihm zu.

Micha auf der Flucht

Micha, mit dem ich neulich geskypt habe, ist ziemlich fertig. Seit er und seine Freundin ein Baby haben, hat sich ihr Leben gewaltig verändert, und das schlaucht ihn. Melli kriegt es ganz gut hin mit dem Kind, erzählt er. Sie hat zwar mit Rückenschmerzen zu kämpfen, aber macht es echt tapfer und hat auch den Haushalt im Griff. Er ist echt froh, dass er wieder ins Büro geht. Acht Wochen Elternzeit hat er genommen, mehr wäre in seiner Abteilung nicht drin gewesen. Und überhaupt muss er schauen, dass er am Ball bleibt, damit er in den nächsten Jahren in das Führungskräfte-Programm der Firma kommt. Melli hat ihre Arbeit erst einmal an den Nagel gehängt und ihr macht es nichts aus, dass er drei Mal die Woche zum Volleyball-Training geht, sagt er. „Manchmal ist sie ein wenig traurig, weil sie die Kinder aus ihrem Kindergarten vermisst, in dem sie gearbeitet hat. Aber ich glaube, sie ist sowieso mehr so der Hausfrauen-Typ, der nicht so viel Wert auf den Job legt“, sagt Micha.

Boris scheut das Risiko

Mein Nachbar Boris erzählte mir neulich von seinem Dilemma, als wir gemeinsam die Mülltonnen rausstellten. Er wollte so gerne mehr Zeit mit den Kindern verbringen und seine Frau möchte wieder arbeiten. Aber das ginge ja nicht. Warum, fragte ich ihn. „Naja, wenn ich im Büro mit der Bitte um Teilzeit ankomme, wird der Chef blöd gucken. Dann wars das mit der Weiterbildung! Ich wäre gerne öfter zuhause, aber es ist einfach nicht möglich. Schließlich muss ich die Kohle nach Hause bringen und die Raten für das Haus abbezahlen. Tanja verdient nicht genug. Das finanzielle Risiko ist mir einfach zu hoch.“

Ungerechte Arbeitsteilung?

Irgendwie hinterlassen diese Gespräche ein blödes Gefühl in mir. Alle drei Männer sind echt nette Kerle, sie sind beruflich engagiert und geben auch zuhause ihr Bestes. Sie haben ebenso wenig Freizeit wie die Frauen und machen auch mal eine Nacht am Bett des kranken Kindes durch. Dennoch finde ich, die drei machen es sich leicht.  Am Ende sind es immer sie, die über das Schicksal der Familie entscheiden. Sara, Melli und Tanja arbeiten alle drei gerne in ihrem Beruf, aber sie haben keine Wahl: sie arbeiten gar nicht, wenn die Kinder Babys sind und später maximal in Teilzeit. Das höhere Gehalt des Mannes, der Hauskredit oder das finanzielle Risiko sind zwar nachvollziehbare Gründe für den Lebensentwurf der Familien, aber irgendwie geht dieser Entwurf auf Kosten der Frauen. Wenn sie am Ende den Druck nicht mehr aushalten, den Halbtagsjob und den gesamten Haushalt nicht mehr wuppen können und zusammenbrechen, dann hilft kein Eigenheim und kein Karrierejob von Papa. Dann hat die ganze Familie ein dickes, fettes Problem!

Care-Arbeit ist wertvoll, aber…

Wenn die drei Paare bei der Kinderplanung oder spätesten jetzt mal in Ruhe und völlig gleichberechtigt besprechen würden, wie sie das mit der Kindererziehung und den Jobs handhaben wollen, dann wäre das schon mal ziemlich zielführend. Wenn eine der Frauen laut und deutlich sagt: „Ich möchte bei den Kindern zuhause bleiben und den Haushalt machen. Ich verzichte auf meine Berufstätigkeit und widme mich ganz der Familie!“, dann ist das ja auch keine schlechte Idee. Die Care-Arbeit zu erledigen ist eine wertvolle Arbeit und verdient großen Respekt. Wenn die Frau dann auch noch finanziell abgesichert ist, falls dem Mann etwas passieren sollte und sich das Paar auch noch Gedanken über die Rente im Alter gemacht hat, finde ich diese Art der Arbeitsteilung durchaus in Ordnung, solange die Frau zufrieden ist und der Herr des Hauses nach Feierabend auch mit anpackt.

Wenn die Frau aber, und so erlebe ich es im Freundes- und Bekanntenkreis oft, von der Schwangerschaft in die Elternzeit und danach in die Teilzeitfalle schlittert und die Doppelbelastung von Job und Haushalt zum großen Teil alleine stemmt, dann kommt sie da nicht mehr raus! Die Kinder fordern eine Menge Aufmerksamkeit, der Chef erwartet eine kompetente Teilzeitkraft und nebenher ist sie für Haushalt, Urlaubsplanung und Kindergeburtstage zuständig sowie für hunderttausend Dinge von A wie Abfall rausbringen bis Z wie Zeugnisse unterschreiben – kein Wunder, dass sie am Ende fix und alle ist. Die Männer aber begründen diese Lebensform damit, dass sie Karriere machen, das Geld brauchen oder der Chef eine Arbeitszeitreduzierung sowieso nicht erlaubt.

Liebe Männer, es ist klar, dass in eurem Büro kein Ponyhof wartet und euer Tag nicht nur aus Muffins essen und Pläusche halten besteht, aber ihr habt diese eine dicke Baustelle. Eure Frauen koordinieren mehrere Baustellen gleichzeitig, ihre Kontoauszug dagegen wiegt diesen Mörderstress leider niemals auf.

Dazu kommt, dass die Frauen mit ihrem Lebensentwurf ein gewisses Risiko eingegangen sind. Es ist bewiesen, dass die Lücke, die die Elternzeit in die Vita schneidet, karrieretechnisch nie wieder aufzuholen ist. Leider, und das ist ein großes Manko unserer Gesellschaft, bekommen Menschen, die Care-Arbeit leisten, in keinster Weise angemessene Rentenpunkte auf ihr Konto. Wenn da mal bloß nichts dazwischen kommt: Daniels Frau reisst sich auf zwischen Kids und Halbtagsjob und ist ziemlich gestresst von ihrem Leben. Ist es da ein Wunder, dass sie abends keine Lust auf Daniels Poesie hat? Lasst uns die Daumen drücken, dass Daniels Kollegin es nicht auf den attraktiven Mann abgesehen hat. Denn sonst ist Sara nicht nur gestresst und nervlich im Eimer, sondern bald auch alleinerziehend….

In meinem Text Frauen in der Zerreißprobe habe ich über die Zerrissenheit geschrieben, die Frauen empfinden. Sie möchten modern und unabhängig sein, aber gleichzeitig steckt der Anspruch in ihnen, auch als Mutter perfekt sein zu müssen. Heute aber möchte ich nachtragen, dass die Zerrissenheit der Frauen nicht nur hausgemacht ist. Damit sich da was ändert, müssen auch die Männer ran. Sie müssen eintreten für mehr Zeit mit IHREN Kindern, für flexible Arbeitszeitmodelle und für die Entlastung der Frau im Haushalt.

Daniel, Micha und auch Boris scheuen sich, andere Wege zu gehen. Keiner von ihnen kommt auf die Idee, dass sie und ihre Frauen zu gleichen Teilen für die Familie zuständig sind. Es müsste doch selbstverständlich sein, dass Tanja, Melli und Sara ein Mitspracherecht bei der Arbeitsaufteilung haben und es durchaus denbar wäre, wenn auch mal der Kindsvater den Job reduziert, um zuhause bei den Kinder zu bleiben. Das Thema Geld spielt eine große Rolle, das ist klar. Irgendjemand muss all die Anschaffungen bezahlen, die eine Familie tätigen muss oder will. Aber da gibt es zumindest in diesen drei Familien Spar-Potential und ehrlich gesagt finde ich eine intakte Partnerschaft und zufriedene Eltern ein besseres Argument als das freistehende Eigenheim, den Zweitwagen oder den jährlichen Skiurlaub. Patrizia vom Blog das Nuf hat dazu übrigens einen sehr feinen Artikel mit der treffenden Überschrift betriebswirtschaftlich maximierte Elternschaft geschrieben. Die Möglichkeit, die Arbeitszeit reduzieren zu können, haben ein paar Eltern gar nicht. Sie sind froh über den einen Job, der die Familie ernährt. Aber solche Sorgen haben Micha, Daniel und Boris nicht.

Leserkommentare

Eine Leserin schrieb unter meinen letzten Text, dass die teilweise horrenden Kitagebühren, die Fahrtwege und der Hauskredit viele moderne heterosexuelle Paare in traditionelle Rollenmodelle fallen lassen. Auch die Erfahrung teile ich und habe hier schon einmal über Kindergartengebühren oder die hohen Wohnkosten geschrieben. Aber haben diese drei Paare wirklich keine andere Wahl, als das Geld als Grund für ihre vertrackte Situation aufzuführen?

Eine andere Leserin hat unter meinem Text zum Thema „Frauen in der Zerreißprobe“ kommentiert: „Was ich vermisse ist, dass hier mal die Männer in die Pflicht genommen werden. Es sind übrigens auch ihre Kinder! Wie wäre es denn mal mit Elternzeit, die beide Partner zu gleichen Teilen nehmen?“ Tatsächlich habe ich das bei den wenigsten Eltern erlebt. Die Männer nehmen maximal ihre acht Wochen und verweisen auf den Chef, der leider nicht mehr genehmigen würde. Und ich glaube ihnen das auch gerne: Lange Elternzeiten sind bei vielen Arbeitgebern nicht gerne gesehen und so mancher Kollege hat vermutlich einen dummen Spruch auf den Lippen. Aber die Karrieren der Frauen sind auch im Eimer, warum denkt da keiner dran? Unter Karriere meine ich übrigens nicht einmal einen flotten Aufstieg Richtung Chefetage oder eine schicke Geschäftskarre, sondern einfach nur einen normalen Job, mit dem sie ihr Leben und vor allem im Alter eine Rente finanzieren können.

Auch Kirsten fragte unter meinem Artikel, wieso hier die Väter nicht genannt würden. Wenn ein Mann Vollzeit arbeitet und seine Frau Teilzeit, müsste er nach Adam Riese auch in etwa ein Drittel der Hausarbeit übernehmen, schreibt sie. Kirsten meint, dass Frauen ihren Gatten viel zu oft in Schutz nehmen. Ich kenne das: Meine Freundinnen erzählen, dass ihr Mann nach einem harten Arbeitstag seinen Sport brauche und aus diesem Grund zwei Mal die Woche zum Fußball müsse. Aber was ist mit meinem Freundinnen, die über Rückenschmerzen klagen, aber abends um 21 Uhr noch Wäsche bügeln?

Zum Ende dieses langen Textes möchte ich meine Worte an die drei Bekannten richten: Daniel, deine Frau ist einfach im Eimer, weil sie sich um alles kümmern muss. Ich weiß, dein Job macht dir Spaß, aber du wirst zuhause gebraucht. Und ganz ehrlich: die Sache mit der Kollegin geht gar nicht! Männer, die ihre Frau den ganzen Tag mit all dem Haushaltskram alleine lassen und sich am Ende beschweren, dass sie so ein Gesicht zieht, um dann der verzückten und entspannten, weil kinderlosen Kollegin selbst geschriebene Poesie vorzulesen, denen möchte ich mal gepflegt in den Allerwertesten treten. Einem Freund kann ich sowas ja sagen!

Und Micha: auch wenn du noch so scharf auf deinen Führungsjob bist – am Ende deines Lebens wirst du sicher nicht bedauern, dass du zu wenig gearbeitet hast. Du wirst bedauern, dass dir dein dicker Schlitten und deine Karriere wichtiger waren als deine Kinder und du viel zu wenig Zeit mit ihnen verbracht hast. Wenn du nicht erkennst, dass Melli ihren geliebten Job als Erzieherin vermisst und gerne wieder arbeiten würde, wenn das Baby größer ist, hast du bald eine sehr unglückliche Frau an deiner Seite.

Boris, warum hast du nicht genug Mumm und fragst deinen Chef einfach mal, ob eine kleine Reduzierung der Arbeitszeit drin wäre? Irgendeiner muss schließlich mal damit anfangen. Und was ist schon ein finanzielles Risiko gegenüber dem großen Unglück, wenn ihr beide euch nur noch streitet und sich deine Frau von dir im Stich gelassen fühlt? Mehr als „Nein“ sagen kann dein Boss ja nicht, aber ein Versuch wäre es doch wert, oder?

Dran bleiben!

Solange ich keine einzige Geschichte kenne, in der ein Vater zuhause bei seinen Kindern bleibt, die Frau Karriere macht, ihr Mann nach den ersten Jahren ordentlich gestresst ist von all der Arbeit daheim, seine Frau auf einer Geschäftsreise einen tollen Typ kennenlernt, der nicht dauernd grätig ist, sich verliebt und ihre Familie verlässt, der Mann traurig, arm und verlassen mit den Kindern dasteht und seine Frau auf Unterhalt verklagen muss, solange ist für mich noch einiges zu tun, meine Herren!

Bleibt fröhlich und unperfekt, setzt euch mal an den Tisch, sucht GEMEINAM nach Lösungen, um die Frauen von ihrem Druck zu befreien.

Eure Laura

Ps.: Ich habe einen Aufruf gestartet und nach Familien gesucht, in denen Mutter UND Vater beide reduziert arbeiten. Es haben sich viele Paare gemeldet und sie werden mir einige Fragen beantworten: Ein dickes DANKESCHÖN an euch! Ich erzähle euch bald davon, vielleicht inspiriert euch das ein oder andere Lebenskonzept?!

Pps: Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, dem empfehle ich das Buch Keine Kinder sind auch keine Lösung (Affiliate Link) von Juramama Nina Strassner, außerdem das Buch von Susanne Garsoffky und Britta Sembach: Der tiefe Riss (Affiliate Link). Aber vorsicht, danach seid ihr ziemlich auf Krawall gebürstet und haut vielleicht bald wie ich in die Tasten.

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Laura

50 Comments

  1. Klassische Perspektive der gehobenen Mittelschicht – so passiert es scheinbar überall um uns herum, so lange wir uns unserer Filterblase bleiben. Ich arbeite seit der Geburt meiner Kinder nur noch in Teilzeit und habe – nachdem die Mutter die Ehe aufgegeben hat – die Kinder fast in der Hälfte der Zeit bei mir. Ich kann mich in den beschriebenen Stereotypen nicht wiederkennen und fühle mich auch nicht angesprochen.

    • Lieber Stefan, leider gibt es viel zu wenige Väter, die wie du in Teilzeit arbeiten und sich auch um die Kinder kümmern. Die klassische Perspektive der gehobenen Mittelschicht habe ich deshalb gewählt, weil es mich in dieser Schicht besonders ärgert. In anderen Familien kann der Vater aus finanziellen Gründen vielleicht nicht reduzieren, das kann man ihm ja nicht vorwerfen. Wenn es denn aber finanziell ginge, sollten es doch mehr Väter tun und sich mit den Frauen die Care-Arbeit teilen. Darum diese Perspektive und der Artikel. Ich wünsche dir alles Gute für dich und deine Kinder und finde es wunderbar, wenn Väter sich in diesem Maße kümmern. Liebe Grüße von Laura

  2. Hier kommt schon wieder mal ein Kommentar von mir auf einen alten Beitrag 😉 Aber da du den Betriebsrat erwähnst, habe ich dran gedacht, dass ich ja noch eine Anregung dalassen wollte: Jener Kollege meines Mannes, von dem ich in meinem ersten Kommentar geschrieben habe, ist auch im Betriebsrat und hat angeregt, in der BR-Zeitung einen Beitrag zum Thema Väterkarenz zu gestalten. Unter Mithilfe meines Mannes (und mir 😉 ) ist dann ein sehr gelungener 2-Seiter erschienen: 1/3 rechtliche Rahmenbedingungen in Ultrakurzfassung inkl. weiterführender Links, 2/3 Interview mit den beiden „frischgebackenen“ Karenz-Vätern. Ein abschließender Satz, in dem dem Unternehmen für das wohlwollende Entgegenkommen gedankt wird (ein bisschen schleimen darf schon sein…) Der Beitrag wird bestimmt nicht überall auf Verständnis stoßen; einige hingegen, die bisher nur im Stillen darüber nachgedacht haben, fühlen sich bestimmt moralisch unterstützt. Auf jeden Fall ist das Thema im Gespräch und einfach präsenter geworden. Immerhin bekommen ALLE die BR-Zeitung. In (entsprechend großen) Betrieben, in denen es dieses Medium gibt, halte ich es für eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Thema auf’s Tapet zu bringen. Wir alle haben die Möglichkeit, uns einzubringen – geht doch zum Betriebsrat und schlagt das Thema für die nächste Ausgabe vor! Gute Gelingen! 🙂

    • Liebe Angela, wow – was für eine gute Idee. Ich sitze gerade an einem Text zum Thema geteilte Arbeitszeit und werde deine Idee einbringen. Danke dir ganz herzlich!

  3. Liebe Laura, ich habe deinen Artikel schon vor ein paar Tagen gelesen und komme in Gedanken immer wieder darauf zurück. Ich gebe dir recht – hier besteht ein Problem. Ich denke, Ursache ist, dass wir trotz aller Emanzipation und Aufklärung in konservativen Rollenbildern denken und leben. Die stillschweigende gesellschaftliche Erwartung ist nach wie vor, dass der Vater in der Lage sein muss, die finanzielle Versorgung der Familie alleine zu gewährleisten. Und diese Erwartungshaltung hat weitreichende Konsequenzen: für Männer spielen bei der Wahl des Ausbildungsberufs/Studienfachs anschließende Karrierechancen eine große Rolle; bei der Jobsuche entscheidet, ob man mit dem Gehalt eine Familie ernähren kann. Auch ohne Kinder gibt es in den meisten Beziehungen in meinem Umfeld ein deutliches Einkommensgefälle. Das Hobby zum schlecht bezahlten Beruf zu machen oder nach der Hochzeit auch ohne Kinder nicht zu arbeiten, ist als Mann völlig indiskutabel. Zugegebener Maßen als Einzelfälle kommt beides auf weiblicher Seite in unserem Bekanntenkreis vor.
    Wenn ich an unseren Freundes- und Bekanntenkreis denke, lastet in den allermeisten Fällen (eine Ausnahme gibt es) zumindest der Großteil der finanziellen Verantwortung auf den Schultern des Vaters. So auch bei uns: würde ich meinen Job verlieren, würde das unsere Familie aus finanzieller Sicht an den Rand einer existenziellen Krise führen. Vor dem Hintergrund dieser Verantwortung ist es schwierig, Dinge wie eine Reduzierung der Arbeitszeit zu diskutieren. Dabei geht es nicht alleine darum, ob man auf 20 % oder 25 % des Gehalts verzichten kann, sondern auch um die Angst, dass man seinen Job in Gefahr bringen könnte.
    Um die von dir genannten Probleme anzugehen, ist es meiner Ansicht nach notwendig, die Rollenverteilung auch im Bezug auf die finanzielle Verantwortung zu hinterfragen.
    Liebe Grüße, David

    • Lieber David, da gebe ich dir Recht. Ehrlich gesagt spielt auch bei uns zuhause genau das angesprochene Thema eine Rolle. Es ensteht eine Art Teufelskreis: die Mutter bleibt beim Kind, der Vater sorgt für das Geld. Später verdient die Mutter nicht mehr genug. Meist kommt das nächste Kind dazu. Der Platz wird knapp, eine größere Wohung muss her, die heute teurer ist als jemals zuvor. Der Vater bringt immernoch den Großteil des Geldes nach Hause und erlebt die von dir genannte Belastung und den Druck des Hauptverdieners. Gut, dass du das ansprichst. Aber ist es wirklich ein so großes Risiko, zumindest mit dem Arbeitgeber über eine Möglichkeit der Reduzierung zu sprechen? Oder ich korrigiere mich: wäre es nicht wenigstens möglich, dem Arbeitgeber zu vermitteln, dass man als Familienvater einfach gebraucht wird und deshalb für eine Zeit lang weniger Überstunden macht, am besten gar keine? Es muss bei vielen Arbeitgebern ein Umdenken stattfinden. Ein Vater mit kleinen Kindern muss zuhause sein können, zumindest rechtzeitig zum Feierabend. (das gilt antürlich auch für Menschen, die Angehörige pflegen etc.) Wenn die Kinder groß sind, ist wieder mehr Power da, um auch mal im Job mehr zu geben. Damit bei den Arbeitgebern ein Umdenken stattfindet, müssen die Väter das ansprechen. Und zum finanziellen Risiko: da bedenke ich vor allem das der Frau. Wenn sie von ihrem Mann verlassen wird, ist sie im Eimer. Andersrum siehts geschmeidiger aus. Das ärgert mich. Ich sehe, wir haben viel zu besprechen und ich freue mich auf ein Wiedersehen. Drück dich, Laura

      • Dem Thema Reduzierung der Arbeitszeit wird sicher mit einem guten Maß an vorauseilendem Gehorsam begegnet.
        Würde ich einen Arbeitgeber nach einer Reduzierung der Arbeitszeit fragen, bin ich mir relativ sicher, dass es kein Problem wäre – zumindest oberflächlich. Das grundsätzliche Problem ist, dass Arbeitszeit bei uns eh nicht nachgehalten wird, sondern erwartet wird, dass jeder die anfallende Arbeit erledigt. Für mich ist es daher egal, ob in meinem Arbeitsvertrag 30, 35 oder 40 h steht, die Arbeit wird die gleiche bleiben.
        Eine Reduzierung der Arbeitszeit würde mich ziemlich sicher vor zwei Möglichkeiten stellen: entweder ich erledige den gleichen Job in weniger Zeit für weniger Geld oder ich erfülle konsequent die an mich gestellten Erwartungen nicht. Zumindest in meiner Situation hege ist starke Zweifel, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit den gewünschten Effekt zeigt. Mein Arbeitgeber bietet mir einige Möglichkeiten, die mir deutlich hilfreicher erscheinen: flexible Arbeitzeiten, Home Office, Kranktage der Kinder waren bis jetzt noch nie ein Problem und bei Betreuungsengpässen kann ich die Kinder mit ins Büro nehmen.
        Wir müssen auf jeden Fall zusehen, dass wir uns bald mal wieder treffen.
        Liebe Grüße, David

      • Lieber David, ich verstehe gut, was du schreibst. Und ich finde, dass wir durch die Diskussion an den Knackpunkt kommen. Wie in meinem Text erwähnt finde ich, dass auch die Väter ein ordentliches Päckchen zu tragen haben. Dass die Arbeitszeitreduzierung nicht immer die Lösung sein kann, ist ebenso meine Meinung. Dass damit manchmal eingergeht, dass du die gleiche Arbeit für weniger Geld machst, ist natürlich ziemlich bescheiden und die Gefahr sehe ich auch. Aber hier kommt mein nächster Gedanke: Viele Mütter können nicht mehr, darum gings im Ursprungstext. Und ich kritisiere, dass der Job in unserer Gesellschaft einen großen Stellenwert einnimmt. Auch ich kenne das Problem, dass Anton spät nach Hause kommt, weil es im Büro so viel zu tun gibt. Was mich daran auf die Palme bringt ist, dass ich jeden Tag um 13 Uhr mein Büro schließe, weil ich die Kinder betreuen muss. Da sitzen dann auch Kunden, die den Text aber gerne noch hätten, und zwar pünktlich. Das Problem kennen sicher aller ELtern, die reduziert arbeiten. Aber ich habe nun einmal Kinder, thats life. Die mit dem Vollzeit-Job, hauptsächlich Männer, die haben das Recht so lange zu arbeiten, bis der Schreibtisch einigermaßen leer ist oder der Chef zumindest etwas zufrieden. Der Chef muss zufrieden sein, denn sonst verlieren die Männer ja alle ruckzuck ihre Arbeit. Dass zuhause eine Frau sitzt, die nicht mehr kann und nicht weiß, wie sie nach einem so langen Tag die nölenden Kinder beruhigen, Brot kaufen, Essen machen und die Wäsche aufhängen soll, das ist zweitrangig. Und daher frage ich: kann sich nicht in unserer aller Beziehung zum Job was ändern? Was bringt den Papas ein aufgeräumter Arbeitsplatz und ein Chef, der den Feierabend abnickt, wenn die Frau nicht mehr kann oder Diskussionen wie diese die Beziehung eingreifen und Auswirkungen auf das Familienleben zur Folge haben? Daher fordere ich von den Vätern, dass sie die Frauen, die nicht mehr können, mehr unterstützen. Das ist schwer für alle, klar, und stellt die Männer vor große Herausforderungen. Wenn wie in eurem Fall flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Kranktage der Kinder helfen, ist das ja prima. Wer viel Geld verdient, kann sicher auch Babysitter, Haushaltshilfen oder Aupairs bezahlen, um zuhause zu unterstützen. Es gibt da sicher ganz flexible Ideen für jede Familie und keine Familie ist gleich. Reduzierung der Arbeitszeit ist sicher die erstbeste Lösung, aber nicht immer möglich. Dass die Papas aber im Büro sitzen mit dem Argument, es gibt noch so viel zu tun, und wenn sie jetzt den Bleistift fallen lassen, ist der Job und das gehalt weg, das geht mir ziemlich gegen den Strich. Ich bin im Betriebsrat gewesen und setze mich schon immer gerne für die Rechte der Arbeitnehmer ein. Wer einen 40 Stunden-Job hat, kleine Kinder zuhause und eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, der muss auch mal früher gehen. Wer einen AT-Vertrag hat, dementsprechend mehr verdient und ackern MUSS, der muss darüber nachdenken, ob er der Frau von der ganzen Kohle nicht eine andere Form der Untestützung zukommen lässt, um den ganzen Haushaltsmist hinzurkriegen. Da gibts dann halt mal keinen All-Inclusive-Urlaub, aber wenigstens eine Frau, die noch lachen kann. Bevor hier wieder die Wetterwachs-Omas aufschreien: wir sprechen hier von Eltern, die nicht um jeden Cent fürchten müssen. Die haben in der Tat andere Probleme, was das Leid der Frauen am Rande des Burnouts dennoch nicht leichter macht.
        Es muss ein Umdenken stattfinden, wenn wir über Gleichberechtigung reden. Und zwar vor allem im Arbeitsleben. Liebe Grüße, Laura

  4. Hallo Laura,
    ich mach mir selten die Mühe, alle Kommentare eines Blogs zu lesen, aber irgendwie wollte ich es dann doch wissen. Mir kreisen viele Gedanken im Kopf und ein paar will ich äußern. Schon deshalb, weil ich glaube, dass eine Diskussion ohne männliche Beteiligung an der Stelle nur scheitern kann.
    Du schreibst – und manche Kommentatorin auch – dass die Männer es sich zu leicht machen. Das kann ich nachvollziehen und das ist mitunter wohl auch so. Ich bin versucht in ein Ping-Pong-Spiel einzusteigen, das dann in einem: Aber die Frauen machen sich es auch leicht gipfelt und auch da kann ich aus dem persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis Beispiele nennen, wo es genau anders ist. Wo sie sich von ihm trennt, weil er sie aus der Mutterrolle gedrängt haben soll. Wo es nicht reicht, wie er sich engagiert, oder wo sie sagt: ich hab so lange gearbeitet, nun möchte ich die Elternzeit auch komplett als Auszeit nehmen. Ich fürchte, dass wir uns wechselseitig vielfältige Beispiele um die Ohren hauen könnten.
    Genauso kann man die acht Wochen Elternzeit so und so interpretieren. Auch den Zeitpunkt. Eine Kommentatorin schreibt sehr zynisch, dass diese am Anfang genommen werden, damit man ja nie alleine ist… Ich glaube, dass – speziell bei der Geburt des ersten Kindes, Männer unbedingt viel Zeit am Anfang dabei sein sollten und gemeinsam die Aufgaben bestreiten. Das sage ich aus einem systemischen und auch einem männerpolitischen Blickwinkel: wenn aus zwei drei werden sortiert sich das System neu. Wenn ich da (als Mann) keinen aktiven Part einnehme und nach 12 Monaten alleine alles machen soll werde ich vermutlich fast immer an der Erwartungshaltung scheitern. Denn dann hat sie das Feld sortiert und erwartet eine nahtlose Fortsetzung.
    Was mich beschäftigt ist das Thema der Erwartungen und der Haltung. Ich bin überzeugt davon, dass „wir Männer“ – sofern es das gibt – selbstverständlich keine Ahnung davon haben, was es heißt eine Kind in sich wachsend zu erleben, zu gebähren, zu stillen… Wie könnten wir auch? Diese Erfahrung ist uns verschlossen. Aber genauso wenig erlebt die Mutter wie es ist, daneben zu stehen, es miterleben zu wollen und letztlich an einer gewissen Grenze zu sein. Was ich sagen möchte: es braucht von beiden die Bereitschaft die andere Seite wertschätzend aufzunehmen. Nicht allen Männern geht es gut damit wie es ist. Und ich finde das Bild, dass Frauen da mitunter von Männern haben sehr bedauerlich. Wir sind nicht nur stumpfe Typen, die nix wahrnehmen und sich um nix Gedanken machen. Vielleicht bekommen Frauen da nicht immer alles mit, was bei Männern läuft. Ebenso wie Männer bei Frauen. Ich kenne viele Männer, die sich Gedanken um ihre Familie machen, die sich engagieren, zum Elternabend über Medienerziehung gehen (mein großer ist 12 und Medienkonsum ist eine deutlich größere Herausforderung als eine volle Windel zu wechseln!)
    Ich glaube auch, dass es wenig bringt zu argumentieren: die Männer müssen mal sehen wie schlecht, schmutzig etc. das alles ist. Hey, so sieht erfolgreiches Marketing sicherlich nicht aus! Ich kenn genauso Frauen, die ich für tolle Beschäftigte, mit hervorragender Qualifikation, tollen Ergebnissen und dem Potenzial für Führung halte, die sich sagen: für die paar Euro mehr tue ich mir den Stress in der Führungsposition nicht an.
    Und es vergessen sicherlich auch nicht alle Papas das Pausenbrot. Hier glaube ich, ist mitunter der mütterliche Kontrollzwang im Zaum zu halten. Nun werde ich etwas böser und das will ich gar nicht unbedingt. Ich möchte eher dafür werben, auch die männliche Sichtweise nicht für problembefreit zu halten. Und ich bin immer mehr davon überzeugt, dass männliche und weibliche Identität einfach unterschiedlich funktioniert.
    Auch wenn ich jetzt nicht wirklich die Kurve bekommen habe, so sind das vielleicht doch mal ein paar Gedanken aus einem männlichen Blickwinkel.
    Viele Grüße
    Patrick

    • Lieber Patrick, super stark, dass du dich meldest. Und du hast absolut recht: Männer müssen in diese Diskussion einbezogen werden, alles andere ist unfair. Weil es bei Männern wie bei Frauen auch solche und solche gibt – schließlich sind wir in erster Linie Menschen – habe ich den Text über diese drei Freunde geschrieben, die es so im Übrigen gar nicht gibt. Es gibt natürlich auch ganz andere Partner, die sich von vornherein nicht rausnehmen und zuhause ordentlich mit anpacken. Genauso gibt es Frauen, die die Männer nicht machen lassen. Sorry, dass hier das Klischee des vergessenen Pausenbrotes angerissen wurde. Es ist nur so, dass dieses ganze Kleinzeug des Alltags eingeübt werden muss, da ist es kein Wunder, dass so mancher erst einmal Kleinigkeiten vergisst. Aber was ist daran auch schon schlimm? Ich sehe die vielen Frauen, die ihren Männern den Umgang mit den Kindern oder die Haushaltsgeschichten einfach nicht überlassen wollen und nachher sauer sind, weil alles an ihnen hängen bleibt. Aber in der Tat ist so eine Diskussion immer schwer, weil es die unterschiedlichsten Menschen gibt, die all das unterschiedlich handhaben. Wenn ich so einen Text schreibe, dann ist das deshalb, weil ich eine Tendenz wahrnehme, und die sehe ich leider bei vielen Männern. Sie denken ähnlich wie meine Protagonisten. Ich sage dir aber noch etwas: die Reaktionen der Männer wie deine machen mir selbst total viel Mut. Und ich habe so viele Rückmeldungen von Eltern bekommen, die sich all das teilen, Haushalt und Kindern. Eine respektvolle Diskussion ist das allerwichtigste, damit wir gemeinsam das Abenteuer Familie wuppen, damit Eltern zufriedener sind und sich Männer und Frauen nicht den schwarzen Peter zuschieben. Ich danke dir für dein Kommentar, Laura

  5. Ich finde es gut, dass hier auch mal der „innerfamiliäre“ Part mangelnder Gleichberechtigung thematisiert wird. Das ist nach meiner Erfahrung im sozialen Umfeld sowie auch beruflich als Frau mit Personalverantwortung erschreckenderweise oft der entscheidende Teil des Problems.

    Sicher gibt es sie noch, die unbelehrbaren und kurzsichtigen Arbeitgeber mit der Erwartung, dass ein männlicher Mitarbeiter auch als Vater munter weiter Vollzeit arbeitet. Derselbe Arbeitgeber stellt ungerne gut qualifizierte Frauen ein, die ja mal ausfallen könnten. Letztlich zu seinem eigenen Schaden.
    Aber es gibt eben auch – immer mehr – offene, weitsichtige Arbeitgeber, die auf gut qualifizierte Kräfte nicht verzichten wollen. Egal ob Mann oder Frau. Und ihnen entsprechend beim Vereinbarkeitsthema entgegenkommen.

    Dennoch kenne ich zu viele junge Familien, in denen die klassische Aufteilung praktiziert wird, ohne expliziten Konsens darüber und ohne offene Diskussion über Konsequenzen für eine/n Partner/in oder Alternativen. Das finde ich wirklich erschreckend!
    Zu unserem Glück haben mein Mann und ich eine faire Aufteilung gefunden. Es gibt keine Themen und Aufgaben, für die nur der eine oder die andere zuständig ist, die berufliche Zufriedenheit beider ist wichtig, obwohl wir unterschiedlich gut verdienen (ich mehr als mein Mann) und Kinder und Haushalt teilen wir uns auf. Gleichberechtigt. Das bedeutet für uns, dass jeder phasenabhängig den Teil erledigt, der besser passt. Während der Elternzeit für K2 ich die Betreuung des Säuglings und einen Teil des Haushalts. Und er dafür ganz viel Betreuung von K1. Inclusive Kindergarten. Turnen. Schwimmkurs etc pp. In einigen Monaten tauschen wir die Rollen. Er ist dann in Elternzeit für K2. Ich gehe arbeiten und bringe K1 usw. Am Ende der ETZ arbeiten wir beide mit je 30 Stunden weiter. Und das fühlt sich für uns beide gut an!

    • Liebe Anna, was du da über die Arbeitgeber schreibst, wie du es im positiven erlebst, macht mir Mut. Und ich finde es auch toll zu hören, dass es so viele Eltern gibt, die sich Gedanken über die Aufteilung der Arbeit machen. Wenn es dann noch so klasse funktioniert, wie bei euch, ist das natürlich noch besser. Danke, dass du das hier erzählst. Vielleicht macht es noch mehr Eltern Mut, diesen Schritt zu wagen. Liebe Grüße von Laura

  6. Hallo,
    ein sehr guter Text, der meine Erfahrung aus der Paarberatung von berufstätigen Eltern widerspiegelt. Aus männlicher Sicht erfahre ich oft, dass es Vätern an Mut und Vorbildern fehlt, den Weg mehr hin zur Familie zu gehen. Der Wunsch ist bei vielen vorhanden! Und manchmal – Achtung, nicht provokativ gemeint – machen es die Frauen den Männern auch nicht leicht. Gerade in den Beratungen erlebe ich es, dass Männer resignieren und den Kontakt zu den Kids missen, da die Frau/Mutter kaum Raum dafür läßt. Vater sein ist mehr als Praktikant der Mutter zu sein. Frauen empfehle ich oft, sich mehr um sich zu kümmern (Wochenende mit Freundin etc.) und den Mann alleine mit den Kids zu lassen. Also konsequent Verantwortung übertragen und loslassen. Und dabei ertragen, dass der Mann/Vater Sachen anders macht. Das fällt erstaunlicherweise vielen nicht leicht. Zugleich sind wir als Gesellschaft und Familien auf einen guten Weg – meiner Meinung nach.
    Viele Grüße
    Sascha Schmidt
    Paarberater & familylab-Seminarleiter

    • Lieber Sascha, da sagst du was ganz Wichtiges. Ich höre eine Freundin sagen: ich kann doch nicht in eine Mütter-Kur gehen, mein Mann würde die Kinder verlausen lassen und das Butterbrot für die Schule vergessen. Aber ich denke, die Männer würden das ganz gut hinkriegen. Klar, am Anfang vergisst Papa mal das Pausenbrot, aber das ist doch alles nicht so schlimm. Frauen müssen einfach lernen, die Verantwortung auch mal abzugeben und darauf zu vertrauen, dass die Väter das alles gut machen. Anders, aber sicher nicht schlechter. Was bringen denn gekämmte Haare, wenn Papa dafür morgens die weltbesten Spiegeleier brät? Was ist schon eine aufgeräumte Küche gegen eine entspanntere Mutter? Alles geht nun mal nicht… Ich denke, ein Umdenken auf allen Seiten ist notwendig. Danke für deine tollen Anregungen und dein feines Fazit. Ich glaube auch, es verändert sich gerade was – und zwar zum Guten. Viele Grüße von Laura

  7. Das Problem ist, dass wir in Deutschland viel zu wirtschaftshörig sind. Man müsste das ganze Elternzeit/Elterngeldthema noch sehr viel familienfreundlicher gestalten. Beispielsweise den Vater verpflichten genauso viel Elternzeit zu nehmen wie Mutter, so könnte jeder sechs oder sieben Monate Elternzeit nehmen. Die Elterngeldberechnung müsste viel einfacher und besser sein. Warum gibt es nur 67%? Warum ist schon bei 1800€ Schluss? Das sind so Sachen, die einfach so hingenommen und nicht hinterfragt werden, dabei müsste man hier ansetzen und das Herumgeheule der Wirtschaft einfach mal schön ignorieren.
    Manchmal muss man die Leute halt zu ihrem Glück zwingen, und die Rahmenbedingungen ändern wenn man was erreichen will – mit so einer gesetzlichen Regelung könnte sich keiner mehr rausreden.

    • Ich habe gehört, dass in einem skandinavischen Land die Eltern nur das gesamte Elterngeld bekommen, wenn beide sieben Monate zuhause bleiben. Das scheint wohl gut zu klappen. Es sollte sich sowohl bei den Gesetzen etwas ändern, als auch in den Köpfen der Menschen. Väter müssen dafür kämpfen, dass sie mehr Zeit mit den Kindern haben und dass Teilzeitarbeit wie in den Niederlanden etablierter wird. Das ist nämlich auch für Menschen interessant, die Angehörige pflegen wollen oder müssen. Es geht ja nicht nur um die Eltern. Liebe Grüße, Laura

  8. Danke für deinen Text – du schreibst mir aus der Seele. Ich verstehe vor allen Dingen nicht, dass so viele (insbesondere auch gut ausgebildete) Frauen das so hinnehmen. Und zwar nicht, weil sie unbedingt alleine die Kinder und den Haushalt machen wollen, sollen weil es „bei dem Mann einfach nicht geht zu reduzieren“.
    Mein Mann und ich sind Gott sei Dank mittlerweile beide bei 80% Arbeitszeit angekommen und haben die Elternzeiten 8/6 und 9/5 Monate geteilt. Das hat mich aber sehr viel Überzeugungsarbeit gekostet (3 Jahre lang). Und tatsächlich habe ich – insbesondere von Frauen – den Vorwurf gehört: „Wie? Du machst nur 8 Monate Elternzeit?“ und mein Mann hörte andauernd „Wie? Du machst 6 Monate Elternzeit? Warum so viel?“.
    Für uns beide sind die 80% Arbeitszeit nun echt fantastisch – wir genießen beide den Job, die Freiheit (einen Moment nicht Mama oder Papa zu sein) und auch die Anerkennung dort und gleichzeitig, dass wir auch beide Zeit für die Kinder haben. Ach, und finanziell wäre es im übrigen viel besser, wenn wir 100% / 60% machen würden, aber mein Mann hat mich Gott sei Dank nie spüren lassen, dass meine Arbeit weniger wert ist.

  9. Hallo Laura,
    ein interessanter Text, der in vielem mit den von mir schon mehrfach postulierten Thesen in meinem Blog übereinstimmt. Ich möchte aber noch einmal auf die Kommentatorin ganz am Anfang eingehen, die m.E. etwas Wichtiges anspricht: In einer arbeitsteiligen Welt kann es durchaus sinnvoll sein, nicht auf 50:50 zu bestehen, sondern alles so aufzusteilen, dass es für alle passt (jeder übernimmt die Aufgabe, die er gut kann, die sich für ihn gut umsetzen lässt).
    Die Frage ist ja auch, auf welchen Zeitraum sich das 50:50 bezieht. Sprechen wir über eine Woche, einen Monat, ein Jahr? Das täglich so zu leben, halte ich für illusorisch, wöchentlich wird schon schwer. Aber dass sich im Laufe eines Jahres es so einigermaßen ausgleicht, könnte ich mir vorstellen. So ein ähnliches Modell leben wir hier; bei uns packen aber auch schon die Kinder mit an, sie sind einfach schon größer. Mir geht es immer darum, dass keiner zu kurz kommt – der Mann soll sein Hobby leben können, ich meines. Wir machen auch vieles gerne gemeinsam und lassen die Kinder mal für 2 Stunden allein. Wir arbeiten dabei beide recht viel, ich allerdings selbständig mit vielen Freiheiten. Ich kann mich jedoch jederzeit darauf verlassen, dass hier alles weiterläuft, wenn ich viel zu tun habe oder unterwegs bin. Wir reflektieren auch regelmäßig darüber, schauen, wo man nachjustieren, also etwas verändern muss. Das scheint mir sehr wichtig, denn die Kinder werden älter, ihre Ansprüche an die Eltern verändern sich (Kindergarten ist anders als Grundschule, das Gymnasium anders als die Grundschule). Will sagen: Vereinbarkeit ist ein Prozess, der immer wieder neu bewertet und ggf verändert werden muss. Was gestern noch passte, funktioniert morgen eben nicht mehr. Und hier – da schließt sich der Kreis – sind ganz klar auch die Männer in der Verantwortung. Ihnen muss das Wohl der gesamten Familie genauso am Herzen liegen. Und zwar nicht nur verbal.
    Nochmals vielen Dank für Deinen Text.

    • Hey, danke für deinen Kommentar. Nun, ich denke auch nicht, dass 50:50 immer die Lösung ist, das hängt ja ganz von der Familie ab. Wenn sich die Frau ganz freiwillig für die Care- oder Hausarbeit entscheidet und damit glücklich ist, dann ist auch das prima, solange sie ihr Mann unterstützt und sie sich nicht im Stich gelassen fühlt. Viele Frauen wollen ja auch zuhause bleiben und da spricht für mich auch nichts dagegen, wenn sie das Problem mit der Rente später zumindest kalkulieren und vielleicht Vorsorge treffen. So, wie du es geschrieben hast und wie es bei euch läuft, das klingt für mich ganz wunderbar. Du bist deshalb vermutlich zwar auch geschlaucht, fühlst dich aber nicht fremdbestimmt oder haderst mit deinem Lebensentwurf. Aber genau um Frauen, die es so empfinden, genau um die ging es und um deren Männer, die das Dilemma erkennen müssen. Ich freue mich, dass dir der Text gefallen hat und bin total froh um Diskussionen wie diese. Liebe Grüße von Laura

  10. Ich persönlich halte die von vielen Frauen angestrebte 50/50 Aufteilung für fragwürdig. Vielleicht fühlt man sich anfangs gut, weil einem plötzlich alles so „fair“ vorkommt. Aber auf Dauer … denke ich, wird es nicht funktionieren. Wenn jeder alles macht, wird das Stresslevel ansteigen. Beide müssen zur Arbeit, beide Stellen sind gleich wichtig. Wenn der eine Partner mal mehr Zeit in seine Arbeit investieren muss, wird der andere nicht zurückstecken wollen. Es wird einen Kampf geben, wessen Arbeit die gewichtigere ist. Beide müssen zu gleichen Teilen die Hausarbeit und die Kinder erledigen. Gefühlt wird aber immer ein Partner mehr erledigen, als der andere. Zumal Frauen und Männer auch nicht gleichermaßen Haushalt führen. Frau wird mit dem Haushaltsergebnis von Mann unzufrieden sein und sich benachteiligt fühlen. Sie wird immer wieder sticheln, dass dies oder das nicht „richtig“ erledigt wurde und sich unfair behandelt fühlen. Letztlich muss alles nach Listen laufen und exakt ausbalanciert werden und jedes Ungleichgewicht wird in Unzufriedenheit enden.

    Warum ich das glaube? Weil ich es schon oft so erlebt habe. Die 50/50 Methode hat bei vielen Menschen in meinem Umfeld anfgangs funktioniert. Und letztlich waren alle unglücklich, die Paare streiten oft. Aus oben genannten Gründen.

    Ich kenne aber auch wenige Paare, die ein klassisches Rollenmodell gewählt haben. Jeder hat seinen eigenen Aufgabenbereich. Je nach Gehalt, kann auch der Mann zuhause bleiben. Jeder tut das, was er am besten kann, bzw. jeder wird in seinem Aufagbenbereich besser. Auf der Arbeit ist das ja auch nicht anders. Da sagt man auch nicht zum Programmierer, dass er die Halbe Arbeit des Grafikers übernehmen soll und der Grafiker die Hälfte der Arbeit des Programmierers. Weil es absolut ineffizient ist. Wer 40 Std/Woche arbeitet, braucht sich nicht noch um Haushalt&co zu kümmern. Wenn einer die Chance hat, ganz Zuhause zu bleiben, kann er sich nicht nur um Haushalt&co kümmern (mal ehrlich, das braucht keine 40 Std/Woche), sondern kann sich gleich auch noch um Versicherungen, Werkstatt, Rechnungen, Reparaturen uvm kümmern.

    Ich glaube im Übrigen, dass das Hauptproblem unserer Gesellschaft nicht die Aufteilung bei XY ist, sondern vielmehr, dass Arbeit mittlwerweile einen viel zu großen Stellenwert hat und viele Menschen diese als primär lebenserfüllende Aufgabe betrachten. Aber das ist ein anderes Thema und würde den Rahmen sprengen.

    • P.S. Was ich schrieb, bezieht sich natürlich nur auf Paare, „die es sich leisten können.“ Menschen, die am finanziellen Limit leben, haben leider keine Wahl und sind deshalb leider auch nicht von diesem Luxusthema betroffen.

      • Liebe Leserin, ich antworte gerne noch differenzierter auf deinen langen Kommentar, möchte mich aber zu deinem PS sofort äußern: die Not der Frauen und deren Druck ist kein Luxusthema. Burn out und Scheidungen sind harte Schicksalsschläge, verzweifelte Frauen weinen nicht, weil sie ein Luxusproblem haben. Gegen diese Bezeichnung möchte ich ein dickes, fettes VETO einlegen. Beste Grüße

      • Nunja, ich finde schon, dass es ein Luxusthema ist. Es gibt mehr als genug Menschen, die sich wünschten, die Frage nach dem „Wer arbeitet wieviel“ stellen zu können. Da gibt es keine Überlegungen in der Hinsicht. Beide Partner leben gleichberechtigt am Limit. Für sie ist diese Diskussion sicher ein Hohn. Aber wie bereits erwähnt, geht es ja nicht um sie. Deshalb lasse ich die Unterschicht nun außen vor.

      • Gut, unter diesem Aspekt kann ich hier meinen Blog zumachen, denn dann sind das alles Luxusprobleme. Deine Art, zu argumentieren, erinnert mich an das Phänomen „Whataboutism“: „Whataboutism (aus dem englischen What about? = „Was ist mit?“ und dem Suffix -ism = „ismus“ zusammengesetzt) ist eine oft als unsachlich kritisierte Gesprächstechnik, die unter diesem Namen ursprünglich der Sowjetunion bei ihrem Umgang mit Kritik aus der westlichen Welt als Propagandatechnik vorgehalten wurde. Es bezeichnet heute allgemein die Ablenkung von unliebsamer Kritik durch Hinweise auf andere wirkliche oder vermeintliche Missstände.“ (Quelle: Wikipedia) Denn der Kampf um Gleichberechtigung ist angesichts dem Elend der Welt, dem Krieg in Syrien und dem Leid vieler Menschen auch ein Luxusproblem. Selbst das Leid eines sterbenskranken Menschen kann hierzulande mit dem Argument, er könne froh sein, in Deutschland und nicht in einem Entwicklungsland zu leben, kleiner gemacht werden. Aber das nützt niemandem was, denn Probleme sind immer Probleme und Not ist Not, da spielt dann hin und wieder auch das soziale Mileu keine Rolle.

      • Ich behaupte, der Vergleich mit Syrien hinkt ein wenig. Mit dem Krieg in Syrien haben wir persönlich nur sehr wenige Schnittstellen. Menschen, die an der Armutsgrenze leben, können auch sehr wahrscheinlich gleich um die Ecke wohnen. Und wenn sie mal ausreichend Zeit haben sollten, wer weiß, vielleicht lesen sie sogar mal hier auf dem Blog. Deshalb sprach ich es an, un genau dieser Personengruppe zu sagen, dass meine Argumentation natürlich nicht auf sie trifft.

      • Mein Verdacht, dass du hier im Namen einer gewissen rechten Partei schreibst, verhärtet sich. Wir haben definitiv Schnittstellen mit Syrien. Das beginnt bei der Mitschuld des Westens am Konflikt dort und endet nicht nur damit, dass wir im Kindergarten eine Familie haben, die übers Meer und unter Todesgefahr hier her gekommen ist und deren Kinder nun endlich in Sicherheit leben können. Und unter solchen Gesichtspunkten sind in der Tat vieler unserer Probleme Luxus. Wenn wir das aber so sehen, brauchen wir uns für gar nichts mehr einzusetzen und stark zu machen.

    • Zum Thema 50:50: ich habe in meinem Text nicht davon gesprochen, dass das die Lösung ist. Alleine eine Arbeitszeitreduzierung des Vaters um ein paar Stunden die Woche könnte schon etwas bringen, das hängt natürlich von der Familie ab. Aber auch eine Reduzierung ist nicht immer der beste Weg und längst nicht immer möglich, das weiß ich auch. Ich kenne eine tolle Familie, da ist die Mutter zuhause und mit der GEMEINSAM getroffenen Entscheidung sehr glücklich. ABER: für ihren Mann ist es selbstverständlich, dass er sie mit der Hausarbeit am Abend unterstützt und auch mal früher heim kommt, wenn sie ihn bittet. Auch das ist eine ganz wunderbare Lösung und für mich durchaus feministisch, denn die Frau möchte es genau wie der Mann so und lebt selbstbestimmt und glücklich. Meine Kritik richtet sich an die Männer, die es für selbstverständlich nehmen, dass sie arbeiten und die Frau zuhause bleibt, sie dazu mit all der Hausarbeit alleine gelassen wird. Wenn sie dann unglücklich ist, dann muss doch über neue Wege nachgedacht werden, und das könnte, wenn möglich, eine Reduzierung der Arbeitszeit sein. Vielleicht spart man sich auch den Urlaub und stellt dafür einen Babysitter ein oder wie auch immer. Darum geht es mir!

      • Wenn du schreibst, dass Männer ihren Frauen keine Wahl lassen und sie mit Kind und Haushalt „allein“ lassen – Was glaubst du geht in den Männern vor? Glaubst du wirklich, dass Männer Vollzeit arbeiten gehen, weil es sie so unfassbar glücklich macht? Dass 40 Std+/Woche ihre lebenserfüllende Aufgabe sei? Also ich kann hier nur von meinem Umfeld sprechen, aber da arbeiten die meisten um Geld zu verdienen. Nicht jeder sitzt in einem hippen Start Up Unternehmen und schlürft mit den Kollegen einen Espresso. Nein, die meisten leisten harte Arbeit. Und wenn sie nach Hause kommen, nachdem sie 10 Stunden auf der Arbeit waren und völlig fremdbestimmt leben mussten, sollen sie noch im Haushalt helfen? Ich meine, einige haben nicht mal die Möglichkeit was Ordentliches auf der Arbeit zu essen. Da gibt es keine Kantine und auch in erreichbarer Nähe keine Möglichkeit sich etwas Sinnvolles zu besorgen. Sie können sich nicht mal 10 Minuten so aufteilen, wie sie es gerne hätten. Nicht mal einen Moment auf das Sofa setzen. Oder mit dem Smartphone surfen und entspannen.

        Wenn ich aber als Frau gar nicht bis Teilzeit arbeite, habe ich noch einen großen Teil des Tages Zeit, um mir meine Planung so zurecht zu legen, wie sie mir gefällt. Ich kann mit den Kindern nach dem Kindergarten eben mal zur Eisdiele fahren und mit ihnen Luft holen. Wir können erst mal nach Hause fahren und eine Runde vor uns hin malen, um den Kopf frei zu machen. Und die täglichen ToDos können wir nach freien Ermessen erledigen. Wir sind dann unserer eigener Herr.

        All diese Möglichkeit hat der Vollzeit arbeitende Part nicht. Wenn er nach Hause kommt, dann ist es das aller erste Mal am Tag, dass er etwas frei entscheiden kann. Und dann steht vor ihm die nörgelnde Frau, die ihm mitteilt, dass er den ganzen Tag auf der Arbeit chillen konnte und sich nicht ausreichend engagiert.

      • Liebe Leserin, oder lieber Leser, oder wer du auch immer bist, ich bin sehr froh über Diskussionen auf meinem Blog und bin offen für jede Meinung, solange sie nicht beleidigend gegenüber anderen Menschen ist. Deine Ansichten kann ich gar nicht teilen, das muss ich ehrlich zugeben. Aus deinen Worten lese ich Neid auf besserverdienende Menschen, die für dich alle nur im Luxus schwelgen. Ich könnte weiter argumentieren und mich mit dir austauschen, aber ich möchte ehrlich sein: du kennst meinen Namen, du kennst mein Bild. Du aber versteckst dich hinter einem Pseudonym und ich möchte mit Menschen, die nicht einmal einen Vornamen angeben, von denen ich nicht einmal weiß, ob sie vielleicht irgend ein Internetbot sind, der im Namen einer Partei Weltbilder postuliert, die mich schockieren, nicht weiter reden. Du musst, um dich an der Diskussion zu beteiligen, weder deinen ganzen Namen noch andere private Dinge angeben, aber für Meinungsaustausch mit Pseudonymen ist mir meine Zeit zu schade und zu wertvoll. Dir wünsche alles Gute, wer auch immer du sein magst. Und ich hoffe sehr, dass du bald ein zufriedeneres Leben führst, und nicht voller Verachtung auf all die „Hipster-Eltern“ herabschaust, die sich mit Luxusproblemen wie der Vereinbarkeit oder Gleichberechtigung die Zeit vertreiben. Laura

      • Dieser Kommentar meinerseits wird der letzte sein, keine Sorge.

        Aber einem möchte ich wiedersprechen:
        Ich gehöre ganz bestimmt KEINER rechten Partei an. Ich befinde mich nicht mal ansatzweise in der Nähe dieser. Mir dies zu unterstellen, nur weil ich deine Sorgen für unangebracht halte, zeigt, dass du mit deinem Latein am Ende bist und dir nur noch dieser beleidigende Weg bleibt, meiner Argumentation etwas entgegenzusetzen. Schade, dass Menschen, die den Feminismus kritisch hinterfragen direkt mit einer rechten Randgruppe gleichgestellt werden.

        Hinter einem Pseudonym verstecke ich mich, weil ich mit der Zeit gelernt habe, dass Frauen, die den feministischen Gedanken nicht teilen und dies öffentlich bekunden stark angefeindet werden, teils mit fiesen Drohungen und Mobbing. Deshalb bleibe ich guten Gewissens ein Pseudonym.

        Ich bin keineswegs neidisch und mein Leben könnte nicht schöner sein.
        Es mangelt mir an nichts. Weder finanziell, noch in irgendeinem anderen Lebensbereich. Ich bin überglücklich.

        Vielleicht nehme ich mir genau deshalb die Zeit und hinterfrage ab und an das „Elend“ der anderen gutgestellten. Vielleicht macht es mir auch einfach Spaß.

        Zu deinem anderen Kommentar bzgl. dass wir natürlich Schnittstellen mit Syrien haben: Natürlich haben wir die. Als Land. Aber doch nicht du oder ich persönlich. Ich schrieb es, weil ich dachte, dass evtl. auch jemand dieser Personengruppe mitlesen könnte und diese Diskussion und auch meine Argumentation als Hohn empfindet. Nicht an dich gerichtet. Oder ist dein Blog nur für Leser ab der oberen Mittelschicht gedacht und alle darunter haben hier nichts verloren? Dann solltest du das vielleicht irgendwo anmerken.

    • Wir leben sei Geburt unseres Sohnes vor zweienalb Jahren 50-50 (nach Mutterschutz eine halbe Stelle für Vater und Muttter, mittlerweile jeder 80 %; aus de Kita wird abwechselnd abgeholt; wer jeweils früher zuhause ist, kauft ein und kocht; den Rest des Haushalts machen wir abends zusammen). Es klappt ganz wunderbar und wir sind beide dankbar für unsere enge Bindung zum Kind, das gegenseitige Verständnis für den Alltag des anderen und die Freiheit zu einer Berufstätigkeit. Besonders schwierig oder stressig kommt mir daran nichts vor.

      • Das klingt ganz wunderbar, liebe Friederike. Ich wünschte, mehr Familien wären so glücklich mit ihrem Lebensentwurf. Alles Gute für euch! Laura

    • Das Thema 50/50 wurde ja inzwischen schon mehrfach angesprochen. Ich glaube auch, dass es in den allermeisten Fällen nicht um „objektive“ 50/50 geht, weil sich die nämlich subjektiv niemals so anfühlen werden. Viel mehr geht es bei der Gerechtigkeit zwischen Vätern und Müttern darum, dass die Wünsche beider Seiten gleichermaßen berücksichtigt werden – wie auch immer die ausschauen! Nicht zu vergessen ist, dass sich diese Wünsche über die Jahre vermutlich ändern werden (das hat MrsCGN weiter oben sehr schön beschrieben). Entscheidungsfreiheit für beide. DARUM geht’s.
      Es ist allerdings ein wesentlicher Unterschied, ob wir hier von Paaren reden, die keine Kinder (mehr) zu Hause haben, oder von Jungfamilien – und letzteres ist hier der Fall, soweit ich das verstanden habe. Und unter diesem Aspekt bin ich von deinem Statement „Wenn einer die Chance hat, ganz Zuhause zu bleiben, kann er sich nicht nur um Haushalt&co kümmern (mal ehrlich, das braucht keine 40 Std/Woche) …“ höchst irritiert. Denn dass kleine Kinder zu Hause meist eher ein 24/7- als ein 40h-Job sind, sollte inzwischen in allen Köpfen angelangt sein. Oder habe ich was falsch verstanden?

    • Ich verstehe viel von dem was du schreibst, aber das Satz „wer 40 h arbeitet braucht keine Hausarbeit und co machen“ geht in meinen Augen gar nicht. In vielen Fällen hat nämlich die Frau vor dem Kinderkriegen auch 40h gearbeitet und nebenbei noch Haushalt und co gemacht. In meinen Augen ist das große Krux, das die im Artikel erwähnten Männer (zum Teil) und auch viele andere auf ihrer Arbeit große Macher und Entscheider sind oder gern wären, aber zuhause „anwesend“ ohne Vorschläge, Ideen, Anregungen fürs Familienleben.

  11. LOL, oh ja, die 8 Wochen Männer-Elternzeit… Am besten deckungsgleich genommen mit den 8 Wochen nachgeburtlichen Mutterschutzes der Frau. Damit Vati nur ja nie alleine sein muss mit dem Baby. Und am besten gleich noch ’ne halbe Weltreise ansetzen, mit Kind ohne Grundimmunisierung und einer Frau, die gerade erst wieder aufrecht Sitzen lernt. „Jetzt haben wir doch endlich mal Zeit dafür!“

    Einer der Faktoren, die viele Männer so merkbefreit macht, ist die Tatsache, dass sie schlicht und ergreifend keine Ahnung haben, wie es ist, ein Kind überhaupt auch nur auszutragen und zu gebären. Kaum ist es raus aus dem Bauch, hat die Frau gefälligst wieder zu funktionieren. Und da das Kind nun mal versorgt werden muss und keinen Aufschub gewährt, „wuppt“ Frau den ganzen Mist eben auch immer irgendwie. Woraus Vati dann wiederum schlussfolgert trotz aller Ansagen, dass doch alles bestens ist. „Was willst du denn, es klappt doch alles super!“
    Und ganz überrascht ist, wenn seine Partnerin irgendwann und dann immer öfter ausflippt. Oder zusammenbricht. Oder geht. Oder eins nach dem anderen.

    Weil ein Leben alleine mit Kindern immer noch weniger Stress bedeutet als eines mit Kindern und einem Mann, der obendrein am Abend auch noch gepampert werden will. Der zwar mal den Mülleimer rausbringt, aber sich gar keinen Überblick über den Haushalt insgesamt verschafft. Der kein Stück der ganzen Denk- und Planungsarbeit mit übernimmt und die anstehenden Aufgaben gar nicht oder erst dann sieht, wenn Frau sie entnervt selbst erledigt. Der bestenfalls als Befehlsempfänger fungiert und sich dann noch über seine „herrische“ und „zickige“ Frau beklagt, die ihn seit der Geburt der Kinder nur noch rumkommandiert.

  12. Einige deiner Einwände kann ich verstehen – aber bei weitem nicht alle!

    Ich denke da ganz explizit an die finanzielle Seite. Ich stelle mir da die Erzieherin vor von der du schreibst. soll sie Vollzeit arbeiten gehen. und er zu Hause bleiben oder 20 Stunden arbeiten? Was wäre die Konsequenz? Das die Familie auf ALG 2 aufstocken muss. Na herzlichen Glückwunsch. Da hat die Familie ja mächtig was erreicht. Die Frau freut sich zwar über ihren Job muss dann aber auch voll ran klotzen. Und selbst mit Vollzeit als Erzieherin und einem Hausmann zu Hause rutschst du fast zwangsläufig unter ALG2. Dann ist sie wieder gestresst, weil sie will ja schon eine gute Mutter sein, hat aber gar keine Zeit dafür und das Geld für schöne Ausflüge am Wochenende, wenn sie dann Zeit hat, haben sie auch nicht mehr.

    Ja Männer sollten den Mumm haben es auszuprobieren. Sie sollten helfen eine neue Arbeitswelt zu prägen in der beide Stunden reduzieren können und es keinen von beiden die Karriere kostet.

    Genauso sollten sich aber Männer wie Frauen um die Frage kümmern wie Arbeit in unserem Land vergütet wird. Stichwort Equal pay. Dann wäre die Frage ob nicht beide Teilzeit arbeiten gehen auch einfacher zu beantworten.

    • Liebe Lillith, habe ich hier geschrieben, dass die Erzieherin Vollzeit arbeiten soll und der Mann dafür zuhause bleibt? Das war nie mein Vorschlag, und den finanziellen Aspekt habe ich auch erwähnt. Es geht mir nur darum, dass der Mann in aller Selbstverständlichkeit seine Karriere voran treibt, die Frau aber ohne ihren Job unglücklich wird. Mein Anliegen ist, dass beide ihren Lebensentwurf gemeinsam besprechen. Bei der Vergütung gebe ich dir Recht. Es ist ein Unding, dass Erzieherinnnen so schlecht bezahlt werden, ebenso die Tatsache, dass Frauen grundsätzlich weniger verdienen als Männer im selben Beruf. Du schreibst: „Ja Männer sollten den Mumm haben es auszuprobieren. Sie sollten helfen eine neue Arbeitswelt zu prägen in der beide Stunden reduzieren können und es keinen von beiden die Karriere kostet.“ –> genau das ist der Tenor meines Textes. Dass Micha zuhause bleibt und Melli in Vollzeit als Erzieherin arbeitet, davon war nie die Rede, auch wenn die Idee nicht mal schlecht wäre. Aber klar, dafür verdient sie sicher zu wenig, was aber nicht dazu führen darf, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Sonst hätte ja kein schlecht bezahlter Job eine Daseinsberechtigung. Liebe Grüße, Laura

  13. Hallo Laura,
    Danke für deinen Beitrag. Ich bin immer wieder schockiert zu lesen, dass in so vielen Familien die meiste Arbeit an der Frau hängen bleibt. Falls du noch auf der Suche bist: Mein Mann und ich haben alles so ziemlich genau 50:50 aufgeteilt: Haushalt, Kinderbetreuung, Arbeit, … und das läuft ziemlich gut und macht uns zufrieden.
    Liebe Grüße,
    Jana

  14. Ich weiß jetzt nicht Bescheid, wie das in Deutschland geregelt ist, aber in Österreich braucht man seinen Chef nicht erst um Erlaubnis zu fragen, wenn man in Elternzeit geht – man(n!) hat Anspruch darauf und braucht es nur innerhalb der Frist zu melden. Punkt. Trotzdem ist es natürlich erstrebenswert, sich nach Möglichkeit mit dem Chef abzusprechen – man will ja vielleicht noch länger in der Firma bleiben… Es gibt hier auch finanziellen Anreiz, die Kinderbetreuungszeit möglichst gleich zwischen den Eltern aufzuteilen, der macht allerdings in den allermeisten Fällen den Unterschied im Gehalt nicht mal im Ansatz wett…. Als wahre Motivation bleibt also der Wunsch der Väter, mehr von ihren Kindern mitzukriegen – oder aber lieber der entspannte „Wochenend-Papa“ zu sein… Unsere persönliche Erfahrung ist jedenfalls die: Beim ersten Kind war mein Mann 2 Monate daheim (in Ö die Mindestdauer, wenn man überhaupt daheim bleiben möchte), weil er sich einfach nicht länger „getraut“ hat, obwohl sein damaliger Chef durchaus Verständnis gehabt hätte. Beim zweiten Kind habe ich mir 4 Monate gewünscht, geworden sind’s dann 3 – und später meinte der (neue) Chef einmal: aus dienstlicher Sicht ist es ihm natürlich nicht recht, aus menschlicher Sicht soll er auf jeden Fall in Karenz gehen! Der positive Effekt: auch ein Kollege, der sich zuerst nicht drübergetraut hat, hat dann Karenz gemeldet. Natürlich gab es abschätzige Meldungen, aber es liegt hauptsächlich an einem selbst, wie man mit diesen umgeht. Jedenfalls konnte mein Mann bislang keine negativen Auswirkungen seiner Karenz bemerken (er strebt aber auch keine Karriere an). Es liegt wirklich an den Vätern, sich ihre Rechte und vor allem Wünsche bewusst zu machen, dann werden diese von der Umwelt auch viel besser aufgenommen. Zumindest war das meine Beobachtung: solange mein Mann sich selbst nicht ganz sicher war, was er möchte, hatte er viel mehr Bedenken vor möglichen negativen Auswirkungen im Job, und eine Vorwarnung an den Chef ist nicht besonders gut angekommen. Als er sich aber mal sicher war, hat er dem Chef so selbstverständlich seinen Wunsch (der ja in Ö auch sein Recht ist) kommuniziert, dass alles total easy war.
    Und genau das ist meiner Meinung nach ein Lösungsansatz: es braucht endlich eine kritische Masse an Vätern, die die Eier haben, die entsprechenden Prioritäten zu setzen (was aber auch nur funktionieren wird, wenn sie das wirklich selbst wollen, und nicht dazu genötigt werden)! Erst dann wird sich (langsam!) von innen was verändern – mein Traum ist es ja, dass es mal für jede Firma das gleiche „Risiko“ ist, einen Mann wie eine Frau einzustellen – weil beide einfach mal ein, zwei Jahre weg sein können. Aber damit das selbstverständlich wird, dürfen wir nicht darauf warten, dass sich die Randbedingungen von außen ändern.
    Zuletzt bleibt es natürlich für jede Familie ein individuelles Mosaik aus Lebensumständen und -entwürfen, die zu berücksichtigen sind. Aber meistens sind die Möglichkeiten (auch die finanziellen) bei weitem nicht so eingeschränkt, wie man zuerst meinen möchte.

    • Liebe Angela, was du schreibst, belegt meine These. Wenn die Männer sich einen Ruck geben und dafür kämpfen, kann es klappen. Sie erweisen damit vor allem den Frauen einen Bärendienst, denn wie du schon sagst: wenn es irgendwann mal egal ist, ob du einen Mann oder eine Frau einstellst, weil sie beide in Elternzeit gehen könnten, könnte so etwas wie Gerechtigkeit entstehen. Liebe Grüße, Laura

  15. Ach Laura,
    Du sprichst mir wie so oft sehr aus der Seele.
    Ich finde es unfassbar, wie sehr dieses Thema (wie leider viele andere wichtige Themen auch) auf Stammtisch-Niveau diskutiert wird. Und viele Frauen stehen sich selbst im Weg. Ich weiß nicht, wie oft ich den Spruch „ich hab kein Kind bekommen, um es abzugeben/nicht zu sehen“ gehört habe – vielleicht hab ich ihn sogar selber mal gesagt… aber ganz ehrlich, wer hat diesen Vorwurf jemals einem Vater gemacht, der sein Kind nie sieht, weil er von 07:00-19:00 für seinen Job unterwegs ist. Von Themen wie Teilzeitfalle und Altersarmut bei den Frauen, die sich so aufreiben, will ich gar nicht anfangen. Sofern ich das hier schreiben darf: empfehlenswert dazu ist auch das Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ von Helma Sick und Renate Schmidt.

    • Teilzeitfalle und Altersarmut sind bestimmt schwierige Themen, aber bei den aktuellen Entwicklungen traue ich mich da sowieso keine Prognosen abzugeben, ob in einigen Jahren überhaupt noch jemand Pension bekommen wird…
      Den obigen Spruch habe ich persönlich ganz bestimmt schon mehrmals gesagt – weil ich es einfach so empfinde. Aber das gilt natürlich für MICH. Ich kenne z.B. eine Uni-Professorin, die inzwischen das zweite Kind hat und jeweils nach 8 Wochen (Mutterschutz in Ö) wieder arbeiten gegangen ist (was ihr Mann macht, weiß ich nicht, geht aber auf jeden Fall auch arbeiten). Für mich völlig unvorstellbar, für sie passt’s! Ich glaube auch nicht, dass sie oft mit Vorwürfen konfrontiert ist, eher mit (wertfreiem) Erstaunen – weil sie ihren Weg gefunden hat und diesen ganz selbstverständlich lebt. Aber genau das: den eigenen Weg zu finden, das ist die größte Schwierigkeit, kommt mir vor (das meintest du, Katie, wohl auch mit „sich selbst im Weg stehen“). Den eigenen Weg finden, und die Wege anderer vielleicht als Inspiration nehmen, und jedenfalls nicht verurteilen, das wär’s. Wenn’s doch so einfach wäre……

    • Liebe Katie, na klar darfts du Buchtipps geben, immer her damit. Danke für deine Worte und ja, ich bin auch oft schockiert: Frauen haben manchmal ein seltsames Bild vom eigenen Geschlecht. Ich lebe meiner Tochter nicht vor, dass ich mich für die Familie aufopfere, sondern ich möchte, dass sie Gleichberechtigung schon zuhause erlebt. Liebe Grüße, Laura

  16. Hallo, mein Mann hat seine Arbeitszeit auf 25 Stunden reduziert und ich auf 34 Stunden… Da gab es mal einen Vorschlag von Frau Schwesig , als Sie noch Familienministerin war… Beide 32 h/Woche. Wenn man will kann man das gut leben! Interesse wie es bei uns dazu kam?

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