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Kinder erziehen

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Das schlechte Gewissen Was wäre denn, wenn ich mir die letzen Jahre völlig umsonst ein schlechtes Gewissen gemacht hätte? Wenn ich nicht dauernd an mir hätte zweifeln müssen, weil ich dachte, keine gute Mutter zu sein? Wenn mir klar gewesen wäre, dass es ganz normal ist, dass ich mich nach Ruhe und Abstand sehne? Dass es völlig ok ist, dass ich dem allgemeinen Mutterbild nicht entspreche, weil das Bild einfach totaler Unfug ist? Ja, was wäre dann? Beim Lesen von Susanne Mireaus neuem Buch „Mutter.Sein“ habe ich das Gefühl, dass mich Jemand in den Arm nimmt und mir erklärt, dass ich gut bin und richtig. Dass all die Ansprüche, die die Gesellschaft an mich stellt oder die ich von mir selbst erwarte, keinerlei guten Grund haben, sondern auf einem Mutter-Mythos beruhen, der uns von einer ganzen Menge konservativer und vor allem männlicher Menschen eingebrockt wurde. Dass wir einem Bild hinterher…

Bin ich als Mutter gut genug oder ist da noch mehr drin? Wenn ich Antworten darauf möchte, schaue ich einfach mal ins Ratgeberregal beim Buchhändler meines Vertrauens oder in Elternblogs, Foren oder Printmedien nach. Hier wird mir dann erzählt, warum es noch ziemlich viel Raum nach oben gibt, um eine gute Mutter zu sein. Stimmt, war nicht so brilliant, was ich da letzte Woche abgezogen habe. Ich habe die Kinder viel vor den Fernseher gesetzt und sie waren zu wenig draußen. Ich habe Pommes in den Ofen geschoben und Schoki statt Obst zum Nachtisch serviert. Es kommt aber noch viel schlimmer: Ich war ziemlich ungeduldig und habe sogar alle Kinder angeschrien. Hatte kein Verständnis dafür, dass mein großer Sohn wie ein Berserker aus der Schule kam und rumgepoltert hat wie ein Wilder. Dabei weiß ich es doch besser. Er muss sich den ganzen Vormittag anstrengen und lieb sein, also lässt…

„Hallo Sigurdsson“, sage ich, als ich die Kühschranktür öffne. Ich nehme mir die Milch heraus und stelle sie auf die Küchenplatte, um mir einen Kaffee zu machen. „Nimm doch den hier“, sagt Sigurdsson, und zeigt auf die Flasche isländischen Schnaps. „Du siehst aus, als könntest du einen gebrauchen.“ „Ach danke, aber wenn ich jetzt nachmittags anfange, Schnaps zu trinken, ist das das Ende,“ sage ich. Erst neulich habe ich beschlossen, unter der Woche abends kein Glas Wein mehr zur Entspannung zu trinken, weil das so sehr zur Gewohnheit wurde. So stand ich dann abends auf der Terrasse und begegnete meinem rauchenden Nachbarn, der mich auf eine Zigarrette einlud. Als ich am Glimmstengel zog, wurde mir bewusst, dass es eine ziemlich dämliche Idee ist, mit dem Rauchen anzufangen, damit ich nicht mehr trinke. Also aß ich am nächsten Abend eine Tafel Schokolade. Seit dieser Woche sind mir alle Hosen zu eng.…

Wie kommt es nur, dass ich hier so viel alleine mache, wenn ich nachmittags mit den Kindern zuhause bin? Ehrlich gesagt habe ich ihnen bisher zu viel abgenommen und lieber alleine gekocht oder aufgeräumt. Selber schuld also? Naja, ich habe hier auch echt eine Menge zu tun und muss schauen, wie ich alles hinkriege: Bevor die Kinder aus Kindergarten und Schule kommen, muss ich das Mittagessen kochen. Dann essen wir, ich räume die Küche auf, während die Kinder Hausaufgaben machen. Dann kommt oft Wäsche dazu, ein wenig aufräumen, Termine checken, Brot einkaufen gehen und einmal durch das Wohnzimmer saugen. Im Prinzip wäre es die beste Lösung, die Kinder von Anfang an bei allem mit einzubeziehen, damit sie es gleich lernen und es ihnen ins Blut übergeht. Mit einem Kind ist das auch noch machbar. Haushalt mit Kleinkindern Sich Zeit nehmen, es vorsichtig einen Teller holen lassen, „hier ist der Becher“,…

Gefühlsarbeit ist ein wichtiges Thema und für mich der Grund für ziemlich viel Stress bei Müttern. Warum aber kennen wir uns damit so gut aus? Wieso füllen wir die Schultüten der Kinder, denken über Geburtstagsgeschenke nach, haben alle Termine im Blick und sorgen dafür, dass sich alle um uns herum wohl fühlen? Ganz klare Sache ist in vielen Beziehungen, dass das Kümmern in den Händen der Frauen liegt. Wir haben es ja auch von klein auf so gelernt. Die Mutter hat früher schon die Weihnachtskarten geschrieben, hat Ausflüge geplant und die Bekannten eingeladen. So habe ich mitbekommen, wie wichtig diese Gefühlsarbeit ist und dass ich sie tun muss, weil auch ich eine Frau bin. Bis heute ist es in vielen Familien so: Die Männer bringen das Geld nach Hause, aber an die Weihnachtskarten zu denken oder sie gar zu schreiben ist für viele ein Ding der Unmöglichkeit. Sozialisierung und ihre…

Neulich habe ich in der Zeitung gelesen, dass es gar nicht stimmt, dass sich deshalb weniger Frauen für ein Technik-Studium entscheiden, weil Jungs besser in Mathe und Mädchen besser im Lesen sind. Der Grund liegt darin, dass Jungs nur ein bisschen besser rechnen und Mädchen sehr viel besser lesen. Ein Ergebnis einer anderen Studie lautet, dass sich Mädchen schon vor ihrem 15. Lebensjahr auch auf Grund von Stereotypen für einen Beruf entscheiden, bei dem es mehr auf die sprachliche Leistung ankommt. Eine dritte Meinung ist, dass das Elternhaus den entscheidenden Einfluss hat. Nun hatten wir die Gelegenheit, den Baukasten ADVANCED Funny Machines von fischertechnik zu testen mit einer Kettenreaktion, die unglaublich faszinierend ist. Luise und ich waren mindestens so begeistert wie Anton und die Jungs. Physik im Kinderzimmer Tatsächlich haben wir bisher das Buch übers Programmieren nur Jimmy gezeigt. Nun wird es höchste Zeit, dass wir es uns auch mal…

Wir kommen aus dem Urlaub und ich muss zugeben, dass ich auch dort geschmipft habe. Vorher habe ich das wunderbare Buch von Nicola Schmidt gelesen: „Erziehen ohne Schimpfen“. Hier habe ich so viele gute Ratschläge gefunden, konnte sie aber bisher noch nicht richtig umsetzen, weil ich viel zu gestresst war. Warum schimpfen Eltern eigentlich so viel und in welchen Situationen? Wann schimpfen wir? Bei mir ist es eindeutig dann der Fall, wenn ich zu viel um die Ohren habe. Die gleiche Frage habe ich auf meinem Instagram-Kanal gestellt. Wann schimpfst du besonders viel mit den Kindern?  Das sind einige der Antworten: Wenn ich selbst gestresst bin Wenn ich fünf Mal etwas sage und gekonnt ignoriert werde In Gefahrensituationen und wenn ich gestresst bin Wenn ich abgelenkt oder gestresst bin Wenn die Kinder trödeln, obwohl sie wissen, dass wir los müssen Wenn Eile vorherrscht, also besser vorplanen Wenn mir mal wieder…

„Und die Prinzessin war so lieblich und reizend, dass jeder Mensch sie liebhaben musste…“ hieß es neulich im Märchen, das ich Luise vorlas. Meine Kinder lieben Märchen und eine Kindheit ohne Aschenputtel und Dornröschen mag ich mir nicht vorstellen. Dennoch kann ich es nicht mehr lassen, nach solchen Sätzen kurz zu stoppen und Luise zu erklären, was es für ein Quatsch ist, dass Mädchen lieblich und reizend sein sollen. Wir reden dann auch noch gleich darüber, wieso immer der Prinz die Prinzessin rettet und warum nicht mal umgekehrt. Morgen wollen wir Schneewittchen mal mit vertauschten Rollen lesen. Dann ist die Haut des jungen Mannes so weiß wie Schnee und seine Haare schwarz wie Ebenholz und wird von der Prinzessin im Glassarg mit auf ihr Pferd genommen. Märchen gehören zu einer Kindheit einfach dazu und bieten dann eben genug Diskussionsstoff! Furchtbar finde ich aber die Geschlechter-Klischees in so manchen modernen Kinderbüchern,…

Letzte Woche saß ich im Auto. Wir waren unterwegs zu meinem Schwiegereltern und ich war nach der Woche so unglaublich müde und erschöpft. Aber nicht nur das! Zur Zeit bin ich die Mecker-Mutter in Person und schäme mich für meine Ausbrüche. Hier habe ich darüber geschrieben und viel Rückmeldung bekommen. Wir sind wohl eine ganze Motzgurken-Truppe! Wir fuhren jedenfalls auf der Autobahn und ich las das neue Buch Erziehen ohne Schimpfen (Affiliate Link) von Nicola Schmidt und es traf mich mitten ins Herz: Wie können wir sein – statt was müssen wir tun -, damit es leicht ist? (…) In diesem Buch werden wir uns selbst genauso fürsorglich behanden wie unsere Kinder. Das verspricht „Artgerecht“-Bestseller-Autorin Nicola Schmidt im Vorwort und ich war sehr gespannt auf den Inhalt. Um es vorweg zu nehmen: ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch habe ich an dem Wochenende verschlungen und war bereits am Montag voller…

Puuuh, zur Zeit stehe ich manchmal staunend vor einem meiner Kinder und weiß gar nicht, was ich sagen soll. Entweder wird ewig diskutiert, ein Problem gewälzt oder wir haben einen handfesten Streit. Die Kinder sind frech, ich spiele die Mama-Machtkarte aus und hinterher sind alle wütend und anschließend traurig. Zeit, mal wieder die Familienkonferenz in die Hand zu nehmen. Ich liebe diesen Klassiker und habe mein Exemplar noch von meinen Eltern. Hier steht, wie Kommunikation klappt, und zwar nicht nur mit Kindern. Und ich habe in der Müttersprechstunde darüber gesprochen, was bei der Kommunikation mit Kindern wichtig ist. Die Sprache der Annahme Weißt du, was uns allen so richtig gut tut? Wenn wir so angenommen werden, wie wir sind. Liebe und Zuneigung ist vor allem dann wie eine warme Dusche, wenn wir nicht gerde die beste Version unserer selbst sind. Wenn mich Anton drückt und meine Hand nimmt, obwohl ich…