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Kinder erziehen

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Béa vom Blog Tollabea hat neulich gefragt, ob Kinder klare Ansagen brauchen. Da wurde dann viel diskutiert, wie das nun einmal so ist bei Erziehungsfragen. Und natürlich habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht. Klare Ansagen, mache ich die? Ehrlich gesagt, ja. Ich würde hier nicht behaupten, dass die Kinder sie brauchen, aber leider brauche ich sie.

Warum ich an die Decke gehe

Wie du vielleicht weißt, halte ich viel von bedürfnisorientierter Erziehung, von gewaltfreier Kommunikation und Ansprache auf Augenhöhe. Es gibt aber am Tag mindestens einen Moment, da lasse ich die gute Kinderstube hinter mir und mache eine ordentliche Ansage. Nicht weil ich es für pädagogisch richtig oder wertvoll halte, sondern weil es sein muss. Ich wurde von Natur aus nicht mit grenzenloser Geduld gesegnet, bemühe mich aber jeden Tag. Zum Beispiel versuche ich ruhig zu bleiben, wenn eines meiner Kinder die Schuhe anzieht. Das kann bei einem von den Dreien gerne mal zehn Minuten dauern. Denn während das Kind in aller Seelenruhe die Schuhe zunächst einmal sucht, dann gaaaanz langsam alle Klettverschlüsse einzeln löst, um sie dann umständlich in die Schlaufen zu friemeln, erzählt es auch noch alle möglichen Dinge, die ihm im Kopf rumschwirren. Das hält ihn dann vom Friemeln ab und ich verweise auf die Zeit, die knapp ist. Dann gebe ich den Ratschlag, dass es schneller gehen könnte, wenn das Kind sich konzentrieren und nicht reden würde. Als nächstes bitte ich flehentlich und erwähne den Zahnarztstuhl, auf dem wir in fünfzehn Minuten sitzen müssen. Dann kommt, was kommen muss – eine Ansage: „Jetzt quatsch nicht, sondern mach. Wir müssen los, sonst kommen wir zu spät. Du machst mich wahnsinnig.“ Das hören dann nicht nur die Nachbarn, sondern auch alle anderen Anwohner im Umkreis eines Kilometers.

Stress, Ärger, Wut und Angst: Boten einer Ansage

Ansagen mache ich immer dann, wenn ich gestresst oder verärgert bin. Manchmal ist das Chaos im Kinderzimmer so riesig und die Motivation der Kinder, da Ordnung reinzubringen, winzig klein. Wenn ich dann über einen Tischkicker fliege oder in Legosteine trete, dann gibts eine Ansage. Oder wenn es beim Abendessen wieder zugeht wie bei Hempels. Wenn Becher umkippen, massenhaft gekrümelt wird und beim Essen der Mund sperrangelweit offen bleibt.

Ansagen gibts auch dann, wenn es gefährlich wird und die Kinder nicht hören. Wenn ein Kind verträumt durch die Gegend schaut und vergisst, links und rechts zu gucken. Da kriege ich es dann mit der Angst zu tun und die löst immer wieder Ansagen aus, die es in sich haben. Ich bin dann oft außer mir, weil sich in meinem Kopf die schlimmsten Unfälle abspielen. Das setzt mein Denkvermögen dann außer Gefecht und ich tobe wie ein Rumpelstilzchen.

Müssen Ansagen sein?

Bringts denn was, die Ansage? Ja, hin und wieder. Wenn die Kinder sich erschrecken und dann schnell machen, was ich sage. Finde ich nicht so doll, wenn sie erschrecken. Daraus lernen sie auch nichts. Und manchmal werden sie dann selber sauer, es gibt mehr Schreierei und Vorwürfe, Wut und Gezicke auf allen Seiten. Auch nicht so prima. Schöner wäre es gewesen, wir hätten das alles in Ruhe gelöst. Aber manchmal gehs einfach nicht anders.

Ich glaube, es funktioniert einfach nicht ganz ohne. Weil Ansagen entweder wichtig sind, um Gefahren vorzubeugen oder weil sie wichtig sind, um den Wutpegel der Eltern zu verdeutlichen. Am Ende sind wir auch nur Menschen und Kinder möchten diese Menschen kennen. Daher fordern sie vermutlich die Wut auch manchmal heraus. Wie weit kann ich gehen, bis die Mama ausflippt? Ich denke, das ist ganz normal. Die Kinder träumen, wir wollen los. Die Kinder möchten alle Spielsachen im Raum verteilen, wir brauchen Ordnung. Ab und an krachen diese verschiedenen Bedürfnisse gegeneinander und entladen sich in Ansagen mit anschließendem Streit. Ich finde, so lange wir in den Ansagen kein Kind runter machen oder abwerten und uns versuchen, so lang es geht in Geduld zu üben, ist das ganze auch nicht schlimm. Ansagen bringen meist nicht viel, aber ich fühle mich ein wenig erleichtert, weil ich meine Wut ausdrücken kann.

Im Übrigen machen auch meine Kinder hin und wieder eine Ansage, und das ist auch ok. Es drückt aus, dass gleich eine Grenze überschritten wird oder das bereits passiert ist. Es ist kein pädagogsch wertvolles Mittel, aber ich bin auch keine Pädagogik-Expertin, sondern eine ganz normale Mama, die tut was sie kann. Kinder, die sich außerdem auch mal in Form einer Ansage ordentlich beschweren dürfen, wissen, dass sie gehört werden. Sie wissen, dass ihre Meinung zählt und wir respektieren, wenn auch ihr Geduldsfaden mal reisst.

Was sagst du dazu? Gibts bei dir hin und wieder auch mal eine ordentliche Ansage? Ich bin gespannt auf eine Diskussion. Danke an Béa für dieses spannende Thema, das hat mir sehr gefallen. Diese kleinen Fragen des Alltags bewegen uns im Punkt Erziehung doch am meisten!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Mein Kind ist krank

Na, wie oft hast du dich schon gefragt, ob ihr eine normale Familie seid? Ob das ein oder andere Kind vielleicht nicht der Norm entspricht, sein Verhalten wunderlich ist oder sein Charakter irgendwie abnorme Züge hat? Dann hast du gegoogelt, verschiedene Antworten bekommen, eine Diagnose erstellt und sie mit allen Freunden und Verwandten ausgiebig besprochen, oder?

Tja, dann ist wohl alles ganz normal. Denn ist es nicht so, dass wir irgendwie alle am liebsten normal wären und aus diesem Grund jede Abweichung, vor allem die unserer Kinder, besorgt betrachten und gedanklich bis zum Gehtnichtmehr bearbeiten? Ehrlich gesagt vermute ich, dass die meisten kleinen Abweichungen von der scheinbaren Norm eben eines sind: normal. Die meisten Eltern müssten sich eigentlich überhaupt keine Sorgen machen, könnten sich viele Arztgespräche und Therapien sparen und mal ganz gechillt die Füße hochlegen. Das ist aber nicht so einfach, schließlich sind die Kinder das wichtigste, das wir haben und ihr gesundes Großwerden unser bedeutendstes Ziel.

Natürlich gibt es viele Krankheiten, psychisch und physisch, die eine Behandlung oder eine Therapie mit sich bringen (müssen). Ob ADHS, eine Intoleranz, Schwierigkeiten mit dem Bewegungsapparat und viele andere Dinge – aber das alles meine ich hier nicht. Ich meine vielmehr folgende Überlegungen, die eine Mutter von drei Kindern vielleicht in dieser oder ähnlicher Form angestellt haben könnte, natürlich nur ganz theoretisch.

Diagnosen einer Mutter

  • Das ewig brüllende Kleinkind hat eine Persönlichkeitsstörung, vermutlich ausglöst durch das sorgenvolle Herumgegrübele in der Schwangerschaft über schadstofffreie Wickelunterlagen. Therapiert werden muss mit dreierlei Globuli, einem Badeeimer, Bernsteinketten und dem Lesen von drülfzig Baby-Ratgebern.

Dr. Laura würde heute raten: nur die Ruhe, einige Babys brüllen nun mal besonders viel, da beisst die Maus keinen Faden ab. Diagnose: Alles normal, Therapie: Durchatmen und Durchhalten!

  • Weil selbes Baby ausschließlich den Vater, nicht aber die Mutter anlächelt, ist die Mutter sicher, das Kind habe Baby-Autismus. Sie googelt und überlegt, es in der Pädiatrie vorzustellen.

Dr. Laura würde heute raten: das Baby ist genauso genervt von der Mutter wie sie von ihm. Es freut sich, endlich ein anderes Gesicht zu sehen und außerdem ist Papa im Gegensetz zu Mama immer völlig entspannt und googelt maximal nach neuen Kopfhörern oder einem Mountainbike. Diagnose: Alles normal, Therapie: chillaxen und Google abschalten.

  • Das Kleinkind läuft nicht, sondern liegt kurz vor dem ersten Geburtstag wie ein Käferlein auf dem Boden. Die Mutter attestiert eine Muskelschwäche und hyperventiliert, als der Kinderarzt sagt, dass sie bitte in einem halben Jahr mit dem Käfer wieder vorstellig werde, denn die meisten Kinder würden zu diesem Zeitpunkt wenigstens krabbeln.

Dr. Laura würde heute raten: Mutter, sei froh, dass dir der Käfer noch nicht davondüst und genieß die Zeit. Irgendwann laufen sie alle, die einen früher, die anderen später. Diagnose: Alles normal, Therapie: sich in den Park legen und all den nervösen Eltern zuschauen, die ihren Einjährigen hinterherrennen müssen.

  • Das Kleinkind interessiert sich nicht für Sand und Eimer, Frühmusizieren oder Klatschreime, es sehnt sich ausschließlich nach Straßenbahnen. Die Kindergärtnerin merkt an, das Kind würde den lieben langen Tag ausschließlich die Haltestellen der Linie U8 aufsagen. Die Mutter diagnostiziert sofort eine multiple Persönlichkeitsstörung und informiert sich über Hochbegabung und Asperger Syndrome.

Dr. Laura würde heute raten: kleine Kinder haben die abnormsten Interessen, bei denen sogar erfahrene Psychatrieärzte mit den Ohren schlackern. Das eine Kind geht nicht ins Bett, ohne ein Kaminwerkzeug fest umschlungen zu halten, das andere kann weder Mama noch Papa, dafür Trizaterops Trizeraldos sagen. Wieder andere gehen nicht ohne Taucherbrille aus dem Haus oder tragen im Hochsommer Gummistiefel. Diagnose: Alles normal, Therapie: sich einfach selber eine verrückte Eigenart ausdenken und diese zelebrieren.

  • Das Kind bekommt eine Schwester und interessiert sich keinen Zentimeter für das Baby. Es guckt nicht, spricht nicht und streichelt nicht. Die Mutter ist sich sicher, es verfüge über mangelnde soziale Fähigkeiten und würde vermutlich sein Leben lang keine menschlichen Beziehungen entwickeln können.

Dr. Laura würde heute raten: es gibt Brüder, die lieben ihre Schwester und zeigen das von Anfang an, es gibt aber auch Brüder, die lieben ihre Schwester, würden sie aber auch sofort gegen eine Miniaturstraßenbahn eintauschen. Das wird sich im Leben vielleicht sogar niemals ändern. Diagnose: Alles normal, Therapie: Menschen, die das Wort „Geschwisterplüsch“ verwenden, meiden, dafür unbedingt das Buch von Marlene Hellene, Man bekommt ja so viel zurück (Affiliate Link), lesen, der ging es nämlich genauso.

Einen Fall habe ich noch!

  • Das Kind hat zu Schulbeginn Schwierigkeiten, einen Stift zu halten, weil es zuvor noch nie einen Sinn darin gesehen hat, einen solchen zu benutzen. Die Mutter kommt noch einmal auf die Muskelschwäche zurück und denkt kurz darüber nach, mitsamt den andern Kindern einmal die Woche zu einer anstrengenden Ergotherapie-Sitzung zu dackeln (die in ganz vielen Fällen durchaus sinnvoll ist), auf die das Kind aber noch weniger Lust hat als aufs Schreiben.

Dr. Laura würde heute raten: Kinder, die nicht gerne malen, gibts genau so oft wie Kinder, die nicht gerne rechnen. Alles ist eine Frage der Übung und meist klappts nach einem halben Jahr schon viel besser. Diagnose: alles ganz normal. Therapie: Stifte mit Glitzerfußbällen oben drauf kaufen, Fußball-Sammelalben zum Ausfüllen besorgen oder Briefe an das Christkind schreiben lassen, zur Not auch im Hochsommer.

Alles normal, oder?

„Es ist normal, nicht normal zu sein“, lautet eine schöne Überschrift im Familienmagazin der Süddeutschen Zeitung, Mai/Juni-Aushabe von 2018. Darin spricht die Politikwissenschaftlerin Ursula Stark Urrestarazu über das Phänomen, dass Eltern so viel über die Eigenheiten ihrer Kinder nachdenken. Sie rät, dass sich Eltern bewusst machen sollten, wie vielschichtig und veränderbar Kinder sind. Jedes von ihnen trage so viele Eigenschaften, Interessen und Begabungen in sich, die sich ergänzen und auch widersprechen würden und fügt hinzu, dass die Bandbreite des Normalen viel größer ist, als wir denken.

Wenn ich auf Instagram poste, wie schlimm sich meine Kinder streiten, dann melden sich viele andere Eltern, die das gleiche erleben. Mir und ihnen tut es dann total gut zu wissen, dass das also normal ist. Denn wenn alles so läuft, wie es soll, dann haben wir ein gutes Gefühl und wissen, es geht in die richtige Richtung. Selbstverständlich sind wir und unsere Kinder in vielen Punkten auch ein wenig außergewöhnlich. Meine Kinder zum Beispiel streiten sich außergewöhnlich viel, der kleine Oskar wirft sich gerade außergewöhnlich intensiv brüllend auf den Boden und ich gehe in den Ferien außergewöhnlich oft in die Luft – und das ist eigentlich auch ganz normal!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Falls du Lust hast, zu unserer obercoolen Eltern-Austausch-Community dazuzustoßen, dann schau doch mal bei Instagram vorbei. Da kann man ganz passabel miteinander quatschen, sich austauschen und merken, dass es in jeder Familie laut, chaotisch, anstrengend und doch irgendwie ungemein lustig zugeht.

Lieber kleiner Oskar,

so einfach haben wir es gerade nicht, wir beide! Daher schreibe ich dir einen Brief. Ich bin eine müde Mama mit viel Stress, du bist ein zweijähriger Junge, der die Welt entdeckt. Was wir gemeinsam haben: wir kommen täglich an unsere Grenzen. Meine Grenzen sind seit jeher meine Nerven, deine Grenze ist vor allem die Sprache. In deiner lustigen Bobo-Siebenschläfer-Manier versuchst du uns mitzuteilen, was du möchtest. Wenn du dein Müllauto suchst, können wir dir helfen.  „Müüüh“ rufst du dann. Auch „Hamham“ verstehe ich gut, du hast Hunger oder Durst. Und dein kleines Rutschauto heiß „Tutut“, wenn du das aussprichst, vibrieren deine Lippen und es klingt wie ein kleiner Traktor. Aber ganz oft weiß ich auch nicht, was du möchtest. Du bist dann wütend, versuchst, mir etwas zu sagen. Ich verstehe dich nicht und dann schmeißt du dich auf den Boden. Ich kann dich nicht trösten, du drückst mich weg oder fängst in deiner Empörung an zu beißen. Ich weiß, jetzt am besten einfach neben dir sitzen bleiben und dir zeigen, dass es in Ordnung ist, zu toben und deinem Kummer Luft zu machen. Aber oft muss ich Jimmy bei den Hausaufgaben helfen, die Wäsche aus der Maschine holen oder das Telefon bimmelt in genau diesem Moment.

Alles eine Phase

Ich weiß, dass diese Phase normal ist. Damals bei deinem großen Bruder habe ich mir noch Sorgen gemacht. Was ist nur mit dem Kind los? Wieso flippt es dauernd aus und nölt den ganzen Tag rum? Was mache ich als Mama falsch? Nun ist mir alles klar. Beim Welt entdecken stößt du dauernd an Grenzen, nicht nur sprachlich. Du möchtest Gummibären in rauen Mengen essen, Bobo Siebenschläfer-Hörspiele hören, bis deinen Eltern die Ohren bluten. Du möchtest morgens früh um sechs mit deinen Geschwistern spielen oder abends bis zehn Uhr aufbleiben. Du möchtest alles alleine machen und die Glasflasche selber tragen. Und du verstehst einfach nicht, warum wir dauernd all die schönen Dinge verbieten. Ich weiß, am besten ist es, wir nehmen uns für dich Zeit. Wir hören dir zu, knien uns zu dir runter, nehmen dich ernst und helfen dir, wo es nur geht. Dann klappt es mit uns immer ganz gut. Dein Papa kann das auch ganz wunderbar, mir gelingt es manchmal nicht. Ich bin nicht so geduldig mit dir oder habe keine Lust, deine Schreiattacken stundenlang zu begleiten. Das muss ich ganz ehrlich zugeben.

Zu wenig Geduld

Gestern bin ich mit dir zum Bäcker gegangen, wir brauchten dringend ein Brot zum Abendessen. Weil du gerne ein Eis gegessen hättest, hast du fürchterlich geweint und bist aus deinem Wagen rausgesprungen. Ich musste nach Hause, weil Jimmy bald kommen sollte. Er war bei einem Freund zu Besuch. Dein Wutgeschrei ist mir sehr auf die Nerven gegangen, weil ich zuvor auf einem Kindergeburtstag war, bei dem alle kleinen Gäste in Trillerpfeifen gepustet haben. Mein Kopf war ein einziges wummerndes Fass. Deshalb habe ich dich immer wieder in den Wagen zurück gesetzt und dich am Ende angeschnallt. Das hat dir nicht gefallen, ich weiß!

Zuhause hast du dich an die Treppe zur Garage gesetzt und nach Papa gebrüllt, ich habe Essen gemacht und hätte mir gerne die Ohren zugehalten. Ich wundere mich ja auch gar nicht, dass du so ein Papa-Kind bist. Ich an deiner Stelle würde es genauso machen. Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dich ernst nehme und mir so gerne mehr Zeit nehmen würde für dich und eine Wünsche. Weißt du was, bald fahren deine Geschwister in den Urlaub und wir beide sind alleine hier. Wir lesen dann Bobo so oft du willst, gehen gemeinsam in den Märchengarten und werden ganz viele Gummibärchen essen. Vielleicht bekommst du sogar mein Handy, denn damit fotografierst du so gerne. Mein liebes kleines Bärchen, wir haben es nicht so leicht zur Zeit. Aber ich habe dich so unglaublich gerne. Ich liebe es, wie du die Familie zusammen hältst und immer nach Nanna und Tatta fragst, wenn sie mal nicht da sind, wie du lauhals lachen kannst und mit so großem Appetit und Konzentration isst und genießt.

Bitte entschuldige, wenn ich mal wieder ungeduldig bin, kleiner Bär. Es tut mir sehr leid. Deine Mama

Mehr Gedanken zum Elternsein gibts auf dem Heute ist Musik-Instagram-Kanal. Ich freue mich auf dich und den Austausch mit dir!

Neulich saß ich morgens am Frühstückstisch und blätterte durch die Zeitung. Ein Artikel erregte sofort meine Aufmerksamkeit. Zu sehen war ein Bild mit einem Papa, zwei Kinder auf dem Arm, im Hintergrund die Wäsche. „Was ist bloß mit den Vätern los? Von wegen Vereinbarkeit! Sich um die Kinder zu kümmern macht Männer unzufrieden, sagt der Soziologe Martin Schröder“, lautete der Titel (Die Zeit, 21, Juni 18, Nr. 26)

„Da siehst du es!“ rief ich Anton zu, der gemütlich seinen Kaffee schlürfte. „Die Väter haben eben auch keinen Bock auf die Hausarbeit und den Vereinbarkeitswahnsinn. Aber wir Frauen sollen das ohne Murren machen.“ Bei diesem Thema geht mir ja immer die Hutschnur hoch, denn mindestens einmal pro Tag fluche ich, über die Dreckwäsche oder meine ewig streitenden Kinder gebeugt, dass ich es bin, die einen Großteil des Haushalts übernehmen muss. (Wir haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen) Dass Anton währenddessen gemütlich mit Kollegen plauscht und es sich in der Kantine mit Burger und Pommes gut gehen lässt, so stelle ich es mir jedenfalls in solchen Momenten vor, regt mich dann richtig auf und ich hadere mit meinem Schicksal. (Na klar, natürlich ist es nicht so. Anton hat einen Haufen Arbeit, Stress und manchmal keine Zeit, mittags essen zu gehen, ich weiß…)

Die schockierende Studie

Im Text ging es wirklich um eine wissenschaftliche Untersuchung. Der Soziologe Martin Schröder wertete Daten von fast 60.000 Personen aus dem Jahr 1984 bis 2015 aus. Gefragt wurde nach der Lebenszufriedenheit auf einer Skala Null bis Zehn. Demnach sind Männer mit Kindern am zufriedensten, wenn sie 50 (!) Stunden die Woche arbeiten. Besonders daran ist, dass nichts anderes so viel Einfluss auf ihr Lebensglück hat wie die Dauer der Arbeitszeit. Das findet sogar der Soziologe schockierend. Übrigens wurden dabei relevante Faktoren wie der Wohnort, die Art des Arbeitsplatzes und der Gesunsheitszustand der Männer mitberücksichtigt. Bei Müttern ist das anders, ihre Zufriedenheit hängt nicht von der Zahl der Arbeitsstunden ab. Spannend ist übrigens auch, dass die Zufriedenheit der Frauen mit der Arbeitszeit des Partners ebenfalls steigt, bis sie bei mehr als 50 Stunden außer Haus wieder sinkt.

Die Ergebnisse scheinen also all dem zu widersprechen, was viele moderne Familien progagieren: dass Mutter und Vater sich die Arbeit zuhause und außerhalb der Familie teilen sollten. Denn stell dir vor, selbst dann, wenn beste Bedingungen für Mann und Frau herrschen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheinbar optimal klappen müsste, ist dieses Muster zu erkennen, und sogar noch deutlicher als in Familien, in denen das kaum möglich ist.

Die Erklärung

Der Soziologe erklärt sich dieses Phänomen so: in Deutschland ist es bisher immer noch normal und die Regel, dass der Mann in Vollzeit arbeitet. Und wir kennen das ja alle – es lebt sich angenehmer, wenn man es so macht wie alle anderen. Jede Frau, die berufstätig ist und nicht bei den kleinen Kindern zu Hause bleibt, kennt diese (vorwurfsvollen) Fragen. Warum machst du es nicht so wie alle anderen guten Mütter und bleibst daheim? Kein Wunder, dass sich auch die meisten Väter nicht gegen das wehren möchten, was eben schon immer so war; Der Mann als Ernährer der Familie geht tagsüber zum Geld verdienen ins Büro.

Im Übrigen verweist der Soziologe darauf, dass das alles Durchschnittswerte sind und es in vielen Familien natürlich anders sein kann. Aber die Zahlen belegen nun einmal, dass sich die meisten Männer mit der Reduzierung der Arbeitszeit schwer tun. Das kann ich als Feministin natürlich ätzend finden, aber Unzufriedenheit ist nun einmal ein Fakt, der nicht wegzudiskutieren ist.

Das ist unfair!

Auch Journalist Christoph Gurk meldete sich im Newsletter des SZ Familienmagazins zu der Studie. Er ist gerade nach einem Monat Elternzeit ins Arbeitsleben zurückgekehrt und noch ganz bezaubert vom Babyglück. Dann gibt er aber zu:

„Es ist schön, wieder im Büro zu sein. Ich mag meine Arbeit und meine Kollegen. Und die Wochenbett-Höhle ist ja auch oft eine Wochenbett-Hölle. Der Schlafmangel, das weinende Baby, die fordernde Vier-Jährige: Da ist es im Büro viel entspannter.“

Ich verstehe Journalist Gurk zu gut. Ich jedenfalls hätte mir wirklich an vielen Tagen mit einem kleinen Kind gewünscht, ins Büro fahren zu dürfen. Ich hätte jedes stressige Projekt gegen ein brüllendes Baby getauscht und auch heute noch würde ich keine Sekunde zögern, wenn mich jemand fragt: Wäsche oder Meeting? Aber als Frau spüre ich, dass ich in dieser Hinsicht benachteiligt bin. Weil mich mein Arbeitgeber nach der Schwangerschaft nicht mehr wollte, hätte ich gar nicht ins Büro gehen können. Frauen, die Kinder kriegen, sind oft raus aus dem Job, die Erfahrung haben viele andere Mütter gemacht.

Was macht uns zufrieden?

Was trägt denn überhaupt dazu bei, dass wir zufrieden sind? Ich denke, da ist in erster Linie das Gefühl, selbstwirksam zu sein. Dass das, was wir tun, einen Sinn und einen Nutzen hat. Wir möchten in unserem Leben dazu beitragen, dass es uns und unserer Familie gut geht, dass wir ein Teil einer Gemeinschaft sind und etwas bewirken können, wenn Probleme auftauchen. Schlimm ist das Gefühl, nichts ändern zu können. Hier kommt der Punkt: ich selber habe manchmal das Gefühl, als Frau an meiner Situation nichts ändern zu können. Daher hadere ich auch so oft mit meiner Rolle als Mutter, die den Großteil der Hausarbeit stemmt. Wer kennt nicht das Gefühl, den ganzen Tag für die Kinder hin und her gerannt zu sein, sich Wäsche und Kochtopf gewidmet zu haben und doch am Ende des Tages zu dem Ergebnis zu kommen: „Ich habe nichts geschafft!“ Klar, das ist nicht der Fall. Kinder zu versorgen, sie in den Arm zu nehmen, wenn sie weinen, auf sie aufzupassen und nebenher zu schauen, dass die Bude nicht völlig in Chaos versinkt, das ist eine große und wichtige Aufgabe. Aber es fühlt sich nicht immer so an. Dagegen fühlt es sich schon ziemlich gut an, wenn am Ende des Monats ein Gehalt überwiesen wird, mit dem die Rechnungen bezahlt werden können. Ich verstehe die Männer ja, sogar sehr gut.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mich macht das alles sauer. Es sind nicht die Männer, denen meine Wut gilt, es sind vielmehr die beruflichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Wenn du länger hier liest, kennst du meine Meinung zu diesem Thema. Frauen und Männer sollten die Wahl haben. Eine Frau, die sich freiwillig entscheidet, bei den Kindern zu bleiben und ihren Beruf aufgibt, die soll das auch tun dürfen. Genauso sollten aber auch Frauen arbeiten gehen können, wenn die das möchten. Das Mindestmaß von allem ist, dass sich Eltern gleichberechtigt für ihren eigenen Weg entscheiden, der für BEIDE passt.

Wie gehts weiter?

Ich bin optimistisch, dass sich die Verhältnisse für Luise, Jimmy und Oskar ändern werden. Wenn meine Kinder groß sind, werden immer mehr Männer länger zuhause bei den Kindern bleiben und sich mit ihren Partnerinnen Erziehung und Haushalt teilen. Wenn dieses Bild von einem Vater zur Normalität wird, werden die Männer auch zufriedener sein, da bin ich mir sicher. Insofern ist für mich die Schlussfolgerung aus dieser Studie, dass wir Eltern weiter für die Vereinbarkeit kämpfen müssen, denn ich sehe es wie der Soziologe: „Es wäre nach diesen Ergebnissen sinnvoller, den Menschen Wahlmöglichkeiten zu eröffnen, auch die Chance, länger zuhause zu bleiben. Dann würde sich vielleicht auch das traditionelle Rollenbild ändern – und damit das Empfinden dessen, was uns glücklich macht.“

Lust auf Diskussion?

Und nun interessiert mich, ob es hier auch Väter unter den Lesern gibt, die zu diesem Thema etwas zu sagen haben. Versteht ihr die Ergebnisse der Studie, weil es euch ebenso geht? Fühlt ihr den Druck, wie alle Männer zu sein und so viel wie möglich arbeiten zu gehen? Oder ist es bei euch im Bekanntenkreis schon normal, sich Haushalt und Betreuung zu teilen? Ihr dürft auch ruhig sagen, wenn ihr sehr gerne ins Büro geht. Es soll keiner für sein Empfinden verurteilt werden!

In meiner Umfrage unter Eltern, die sich Job und Kinderbetreuung teilen, haben sich viele Männer gemeldet. Aber das waren immer Väter, die sich bewusst für die Kinder und gegen einen 100%-Job (gegen einen Teil des Geldes oder oft auch gegen Aufstiegschancen) entschieden haben und damit in ihrem Kollegenkreis ziemlich alleine dastanden. Wie siehst du das alles und was würdest du dir für dich und deine Familie wünschen?

Ich freue mich, wenn hier respektvoll und kräftig diskutiert wird. Vielleicht haben ja Elternblogger und -bloggerinnen Lust, das Thema aufzugreifen und ihre Texte hier zu verlinken? Besonders die Väterblogger möchte ich aufrufen, denn deren Meinung würde mich sehr interessieren! Falk vom wunderbaren Blog Papa macht Sachen ist schon mal dabei und wird demnächst einen Text veröffentlichen. Ich bin gespannt, was er zu der Studie sagt…

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Völlig out of topic, ich weiß, aber nach so viel ernster Kost muss man sich das Leben wieder etwas versüßen. Bist du zufällig auch auf Instagram unterwegs? Dann freue ich mich, wenn du auf meinem Kanal vorbei schaust! Da gibst zum Beispiel Rezepte für kleine Lecker-Schmecker-Sachen wie ein ratzifatzi Marshmallow-Nachtisch, Yummy!

Jimmy und der Computer – eine große Liebe

Jimmy ist jetzt sieben Jahre und interessiert sich neben Fußball, Sammelkarten und den Römern sehr für den Computer. Wir haben ein altes Notebook, mit dem er schon lange zu Gange ist. Auf dem hat er bereits vor ein paar Jahren Zahlen und Buchstaben getippt und Anton hat ihm ein kleines Programm geschrieben, mit dem er seine Tischkickerturniere abhalten und die Spielstände eingeben konnte. Dann durfte er mit Fotos und Bildern eine eigene Aufstellung der Nationalmannschaften machen und Anton hat ihm viele weitere kleine Tricks gezeigt. Nun ist es so, dass ich grundsätzlich der Meinung bin, dass kein Kind in dem Alter einen Computer braucht oder an den PC herangeführt werden muss. Aber seit Jimmy klein ist, faszinieren ihn diese Geräte sehr und er durfte deshalb gemeinsam mit uns den PC entdecken.

Internet hat er natürlich nie genutzt, aber mittlerweile weiß er, was das ist und dass er auf der Borussia Dortmund-Seite theoretisch stundenlang lesen und bei Youtube stundenlang Fußball-Videos schauen könnte. Das aber war der Moment, in dem ich mich näher mit dem Medien-Umgang meiner Kinder beschäftigt habe. Erst einmal habe ich das W-Lan am Notebook ausgestellt und angefangen, zu recherchieren. Was gibt es für Seiten, die Jimmy besuchen kann? Wie oft darf er das Internet nutzen? Welche Kindersicherungen gibt es? Davon möchte ich dir heute erzählen.

Medienkompetenz für unsere Kinder

In unserer Familie handhaben wir das mit den Geräten so: Jimmy darf mein Handy nehmen, um in der Bundesliga-App nach den aktuellen Ergebnissen zu schauen. Er darf auch in meinem Beisein an den Computer und ein bisschen recherchieren. Dafür habe ich ihm nun einen Ordner mit Kinderseiten gemacht. Auch auf die Borussia Dortmund-Seite darf er gucken. Apps zum Spielen haben wir kaum, aber Luise und Oskar gucken sich gerne Fotos an. Toll ist, dass man mit den modernen Smartphones in sekundenschnelle mit Musik hinterlegte Videos aus den letzten Fotos machen kann. Das lieben die Kinder sehr. Ab und an dürfen die Kinder auf dem Tablet ein paar Filmchen gucken. Eigentlich nur abends etwa eine halbe Stunde, wenn ich aber fix und alle bin, die Kids krank sind oder es den ganzen Tag regnet, bin ich da nicht so streng. Weil ich bei Youtube immer Bedenken habe, auf was die Kinder klicken, haben wir ein Abo bei einem Streaming-Dienst und dort suchen wir dann etwas raus. Oskar liebt Bobo Siebenschläfer, ich habe auch nichts gegen Conni oder Peppa Wutz. Schlimm finde ich My little Pony, aber da steht Luise drauf. Und Feuerwehrmann Sam ist nicht zum Aushalten. Aber das ist ja alles Geschmacksache.

Wir haben außerdem eine Konsole zuhause, die wir eigentlich ausschließlich nutzen, um DVDs zu schauen. Anton hat sie vor vielen Jahren mit Sammelpunkten seiner Online-Bank erworben. Jimmy fand heraus, dass darauf ein Fußball-Spiel installiert ist. Weil er es jetzt kennt (ich hätte es ihm nicht gezeigt ;-), haben wir einen Deal: an Feiertagen wie Geburtstag und Weihnachten und einmal in den Schulferien darf Jimmy zusammen mit seinem Papa eine Stunde zocken. Die beiden haben einen riesen Spaß dabei und für mich ist es mittlerweile in Ordnung.

Nun aber zu den Tipps für den Umgang mit den Medien. Ich habe eine tolle Broschüre „Gutes Aufwachsen mit Medien“, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde. Dort findest du außerdem einen Haufen Hinweise, wie du dein Smartphone sicher machen kannst, wie du deine Kinder vor Onlinewerbung schützt oder wie ihr gemeinsam Mobbing vermeiden könnt. Auch von meiner Krankenkasse habe ich ein paar Broschüren zum Umgang mit den Medien. So kommt eine schöne kleine Sammlung zusammen, mit der ich mich informieren kann und die dir vielleicht auch ein paar Hinweise gibt.

Apps und Smart Toys – Vorsicht mit den Daten!

Eltern sollten beim Kauf von Smart-Toys, die digitale Funktionen haben, unbedingt etwas über den Datenschutz rausfinden. Hat das Gerät eine Kamera? Gibt es Daten ans Netz weiter? Übrigens: das Abhören des Kindes durch die Eltern via Spielzeug widerspricht der unantastbaren Menschenwürde, das sollte uns bewusst sein! Für mich gilt das auch für Smartwatches und ähnliche Kontroll-Apps. Ich finde, jeder darf die Erziehung seiner Kinder so handhaben, wie er das für richtig hält, auch den Umgang mit den digitalen Medien. Aber was diese Dinge betreffen, habe ich absolut kein Verständnis.

Mit den Daten und denen unserer Kinder müssen wir sorgfältig umgehen und auch schauen, ob Apps für Kinder sogenannte Inapp-Käufe beinhalten. Bei meinem Handy habe ich es so eingestellt, dass Käufe nur mit meinem Fingerabdruck getätigt werden können. So passiert Jimmy in der Fußball-App nichts. Für Luise habe ich ein digitales Pixie-Büchlein auf dem Tablet und die App „Schlaf gut“. Hier sind noch ein paar kostenlose Apps, die laut Broschüre empfehlenswert sind:

  • Sesamstraße 3+
  • Die Maus 4+
  • ZDFtivi 4+
  • Knietzsches Geschichtenwerkstatt 6+

Unter www.datenbank-apps-für-kinder.de findest du über 500 Bewertungen vom Deutschen Jugendinstitut. Übrigens weiß ich von einer Freundin, die in einer IT-Security-Firma arbeitet, dass es für Hacker ein Leichtes ist, sich auf einen PC zu stehlen und dort die Kamera zu benutzen. Darum haben wir am Notebook die Kamera zugeklebt. Ich habe Jimmy außerdem erklärt, warum wir nicht mit der Angabe von Email und Adresse bei dieser Fußballkarten-Sammelaktion im Netz mitmachen.

Wie lange ist ok?

Wir schützen unsere Kinder am besten davor, stundenlang vor den Geräten zu sitzen? Ich glaube, indem wir ihnen ein gutes Vorbild sind. Machen wir das Gerät selber auch mal aus oder schauen wir dauernd rein? Können wir es ohne das Gerät nicht lange aushalten und ist das Smartphone das erste, das wir morgens in die Hand nehmen? Sehen uns die Kinder selber dauernd vor einem PC sitzen? Ich denke aber, wenn wir Eltern ein gutes Vorbild sind und für uns das Gerät selbst nicht so einen hohen Stellenwert hat, wird es über kurz oder lang bei den Kindern ähnlich sein.

Ich beziehe mich mit meinen Tipps auf Kinder, die etwa so alt sind wie Jimmy, also frühes bis späteres Grundschulalter. Generell empfehle ich zu diesem Thema „Das gewünschteste Wunschkind“ (Affiliate Link), Kapitel „Wie viel Handy ist okay?“ Die Autorinnen erläutern, warum sich Eltern nicht vor den Medien fürchten müssen und dass Kinder beim Spielen und Entdecken mit Handy und Co auch sehr viel lernen. Sie nehmen die Panik aus dem Thema raus, erklären sachlich die Vor- und Nachteile und begründen, wie eine Abhängigkeit entstehen und wie wie sie verhindert werden kann. Es geht, wie bei vielem anderen auch, vor allem um das Ausmaß: (…) wie so oft macht die Dosis das Gift. Solange Kinder den größten Teil des Tages offline sind, sich draußen an der frischen Luft bewegen und mit anderen im freien Spiel versinken können, schaden Apps und Co nicht. (S. 188)

Ich habe mit Jimmy besprochen, was mir als Mutter wichtig ist. Wenn es nach ihm ginge, würde er sich mit dem Computer bei schönstem Wetter in sein Zimmer setzen und Tabellen führen. Deshalb habe ich ihm erklärt, warum mir das Rausgehen so viel bedeutet, dass ich mich sonst um seine Augen sorge und mir wünsche, dass er Zeit an der frischen Luft verbringt. Ich schlage ihm dann vor, eine Runde zur Bücherei zu laufen oder mit dem Nachbarn Fußball spielen zu gehen. Wegen mir dürfen sie dann anschließend ihre Spielergebnisse in eine Excel-Liste eintragen. Jimmy ist da ganz kooperativ, wenn ich seine Wünsche miteinbeziehe. Er fragt auch jedes Mal, ob er den Computer benutzen darf. Übrigens haben wir unsere Regeln gemeinsam besprochen, so fühlt es sich für Jimmy gut an, weil er mitreden durfte. Er kann in meiner Anwesenheit jeden Tag 10 Minuten auf seinen Lieblingsseiten surfen, was er aber selten macht. Außerdem darf er zwei Mal am Tag in mein Handy schauen und die Ergebnisse der Bundesliga (im Moment der Weltmeisterschaft) checken.

Sicherheit im Internet

Was das Internet betrifft, bin ich folgender Meinung: kein Kind muss schon mit sechs oder sieben Jahren im Netz unterwegs sein. Sei froh, wenn sich dein Kind nicht interessiert. Wenn es das aber tut, ist es doch besser, du gibst ihm die Möglichkeit, sicher zu surfen und nimmst es dabei an die Hand. Mit acht oder neun Jahren werden die Kinder garantiert ins Netz kommen, sei es bei Freunden zuhause oder bei Klassenkameraden, die schon ein Smartphone haben. Mir ist es da lieber, Jimmy weiß Bescheid über den Umgang, als dass er heimlich klickt und dann schlimme Dinge liest oder sieht.

Empfehlenswerte Seiten für Kinder im Netz findest du in folgender Liste. Wenn du möchtest, kannst du auf meine-startseite.de zusammen mit deinem Kind eine kindgerechte Startseite erstellen, einen Ordner mit Lesezeichen für Kinderseiten machen und dann gemeinsam mit ihm recherchieren und stöbern. Auf schau-hin.info gibts Infos über Jugendschutzsoftwares und über kinderserver.de hast du die Möglichkeit, mobile Geräte oder den Computer in einen sicheren Surfmodus zu stellen.

  • kika.de
  • tivi.de
  • tivitreff.de (Kindercommunity)
  • helles-köpfchen.de
  • Youtube Kids (im Elternbereich kann man die Seite mit Zahlencodes schützen, das Alter des Kindes eingeben und per Timer das Abschalten der App festlegen. Hier gibt es aber auch viele Werbevideos für Spielzeug, das von anderen getestet wird. Was Werbung ist und was sie bezweckt, sollte man mit Kindern besprechen, finde ich.)
  • blinde-kuh. de (Suchmaschine)
  • fragfinn.de (Suchmaschine)
  • klexikon.de (Kinderlexikon)
  • sandmann.de
  • knipsclub.de
  • naturdetektive.de (Tierisches entdecken)
  • abenteuer-regenwald.de
  • trickino.de (Filme selbermachen)

Ich habe Jimmy schon einmal erklärt, dass er nicht alles glauben darf, was im Internet steht. Das sollten Kinder von Anfang an lernen, damit sie auch später kompetente Surfer werden. Außerdem sprechen wir viel über Werbung. Weil Jimmy Sammelkarten sammelt, hat er dauernd neue Ideen, was er noch so alles braucht. Damit er nicht sein gesamtes Taschengeld in Fußballkarten investiert, versuche ich ihm klar zu machen, was die Sammelkartenproduzenten so im Schilde führen…

Achtung: Suchmaschinen zeigen manchmal bei von Kindern häufig gewählten Stichworten absichtlich verstörende Bilder. Das ist auch ein Grund, warum vor allem Kinder im Grundschulalter nicht alleine im Netz unterwegs sein sollten und Kindersuchmaschinen eine sinnvolle Alternative zu Google und Co sind.

Kreative Medien

Die Medien können Kinder auch prima nutzen, um selber kreativ zu werden. Wir haben ein Buch, mit dem Jimmy programmieren kann: Einfach programmieren für Kinder (Affiliate Link). Gemeinsam mit Anton hat er sich stundenlang damit beschäftigt und die beiden haben mit dem Smartphone und ein paar Legosteinen die Aufgaben durchgespielt.

Außerdem nehmen sich Jimmy und sein Freund gerne mit dem Computer auf, wenn sie ein Tischkickerturnier spielen. Dabei kommentieren sie das Spiel und schauen sich nachher alles noch einmal an. Die Kinder können mit den Handys von den Eltern oder einem Computer selber Bilder machen, Hörspiele aufnehmen oder ein kleines Theaterstück inszenieren. Auf diese Weise lernen sie, die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen und wir als Eltern zeigen, dass Computer und Telefon kein Teufelszeug sind, sondern richtig viel Spaß machen können. Wichtig ist dann aber natürlich nach gewisser Zeit: Gerät aus und ab nach draußen! Auch Skypen ist toll. Dank des Computers können wir mit der Oma quatschen oder die Tante anrufen. Das machen die Kinder gerne und ich finde, dass sie dadurch sehen, dass das Internet eine ganz tolle Sache ist.

Pin it, Baby!

Ich habe außerdem zuhause einen Leitfaden der Freien Waldorfschulen: Struwwelpeter 2.1. Ein Leitfaden für Eltern durch den Medien-Dschungel, den du hier runterladen kannst. Und ich emfehle immer wieder das Buch „Das gewünschteste Wunschkind“ (Affiliate Link) für allerlei Erziehungsfragen, auch was den Umgang mit Medien angeht.

Und nun wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Surfen, ob alleine oder mit einem interessierten Kind.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Zur Transparenz: für all diese Hinweise wurde ich nicht gesponsert oder bezahlt, sondern habe die Broschüren für mich zusammen getragen und nun für dich in einem Text aufbereitet.

Komm doch mal auf meiner Facebook-Seite vorbei. Da ist zur Zeit viel los und morgen gibts ein feines Gewinnspiel mit richtig viel Musik!

Sarah vom Blog Mamaskind hat zur Blogparade aufgerufen: Müssen Kinder teilen lernen? Das Thema hat mich sofort angesprochen und ich war total verwundert, wie ähnlich Sarah und ich uns sind. Dass wir beide drei Kinder haben, wusste ich. Aber dass es uns mit dem Teilen auch ganz ähnlich geht, das fand ich spannend.

Abgeben muss sein…

Wie bei Sarah auch sagte mir mein Bauchgefühl früher, dass ich den Kindern das Teilen beibringen muss. „Gib deinem Bruder was ab, das muss man so machen unter Geschwistern“, habe ich Jimmy befohlen und war sauer, wenn er von seinen Gummibären nichts abgab. Ich wollte auch, dass Luise ihre Freundinnen mit ihrem Lieblingspferdchen spielen lässt, wenn sie zu Besuch sind, und fand es von Oskar nicht in Ordnung, dass er dem Nachbarsjungen sein Laufrädchen nicht ließ.

Zur Not habe ich das Teilen per Mama-Dekret einfach verordnet. „So ist das eben, mit Geschwistern MUSS man teilen, Ende Aus Mickymaus“. Mich hat es auch nicht verwundert, dass mein Kind weinte, wenn es im Sandkasten saß und die Schaufel  nicht abgeben wollte. „Ist halt so, jetzt ist eben der andere Junge dran, du hattest die Schaufel lange genug“. Im Nachhinhein schäme ich mich dafür, da bin ich ehrlich. Wie dieser Wandel kam? Tjanun, das war aus demselbem Grund wie bei Sarah: ich habe ein Buch gelesen. Dieses Buch habe ich hier schon rezensiert und ich halte es für bedingungslos empfehlenswert: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. (Werbelink) Die beiden Autorinnen erklären sehr einfühlsam, wie Kinder denken und ich habe einen ganz einfachen Trick gelernt. Frag dich einfach selbst, wie es dir an des Kindes Stelle gehen würde. Und ganz oft bin ich dann verdutzt, wieso ich das nicht schon immer getan habe, denn meist wird ein Verhalten dann ganz logisch.

…oder etwa nicht?

Ich habe bisher oft nach dem Motto gelebt, dass das Kind gewisse Dinge so hinnehmen muss, weil ich es als Mutter so will. Ich bin die Mama, ich habe die Macht. Die Kinder wissen noch nicht viel, ich weiß es besser. Mama will nur das Beste, also müssen es die Kinder so akzeptieren. Natürlich ist es bei vielen Dingen auch so, denken wir nur mal ans Zähne putzen, in die Steckdose fassen oder über die Straße laufen. Na klar, müssen unsere Kinder vieles so hinnehmen, aber dass sie es nicht gerne machen oder Protest dabei äußern, das sollten wir ihnen lassen. Denken wir nur an uns selbst. Wenn wir gemütlich am Schreibtisch sitzen und einen Auftrag zu Ende bringen und der Chef kommt rein und verlangt, dass wir jetzt sofort aufhören müssen, weil doch dieses Meeting ansteht und zwar auf der Stelle und außerdem mögen wir uns doch bitte endlich was Vernünftiges anziehen, so läuft doch keiner rum! Dann machen wir entweder gar nicht mit oder nur widerwillig, erklären unseren Chef insgeheim für ätzend und sind ihm gegenüber eher negativ eingestellt.

Keine Sorge, ich bin wie alle Eltern hier zuhause ganz oft ein doofer Chef, aber seit ich das Buch kenne, wundere ich mich nicht, wenn meine Kinder dann Protest ankündigen und mich ätzend finden. Ich kann dir nur aus eigener Erfahung sagen: wenn ich gute Nerven habe und mit den Kindern so umgehe, wie ich selbst von anderen Menschen behandelt werden will, dann läuft es geschmeidig. Ganz besonders mit Jimmy, der mich und meine Worte als Siebenjähriger gut versteht.

Was hat das nun alles mit dem Teilen zu tun, fragst du dich, und findest zurecht, dass ich hier wieder ziemlich rumlabere. Aber es ist doch so: wenn der Chef kommt und sagt, dass ich das schöne Geschäftshandy ab morgen mit meinem Kollegen teilen soll und zwar ohne Meckern, ist das klar? Dann sage ich ihm: „Nein, ich brauche das Handy alleine. Ich kann das nicht teilen, was, wenn ein Kunde anruft, und überhaupt, wie soll das gehen? Das kommt mir nicht in die Tüte!“

Ich teile auch nicht alles

Und ich teile viele andere Sachen nicht. Meine schönen Kleider, zum Beispiel. Die möchte ich meinen Freundinnen nicht ausleihen. Mein Handy gebe ich auch nur ungern ab, genauso wie mein Arbeitsmaterial. Wenn Oskar an meine Washi-Tapes geht, gehe ich in die Luft. Und wenn Anton fragt, ob er was von meinem Frappuccino abhaben kann, sage ich „Nein!“

Wieso ist es uns dann nicht glasklar, dass das Kind im Sandkasten gerade so schön mit dieser blauen Schaufel spielt und sie unbedingt braucht, um weiter am Sandberg zu bauen? Stell dir vor, bei ganz kleinen Kindern ist es sogar so, dass sie manche Gegenstände als zu ihrem Körper gehörend ansehen und wenn die Mama dann die Schaufel schnappt, um sie dem zeternden Kind nebenan zu geben, es sich anfühlt, als reiße sie ihm ein Fingerchen ab? Seit ich das weiß, entschuldige ich mich insgeheim beim kleinen Jimmy.

Teilen ist freiwillig

Wieso wollen wir eigentlich, dass die Kinder teilen? Ist ja klar, wir möchten, dass sie merken, dass auch ein anderer Bedürfnisse hat. Dafür müssen sie sich in diesen hinein versetzen. Das können sie aber erst später, Kleinkindern gelingt das alles noch fast gar nicht. Aber Größere sollen unserer Meiung nach teilen lernen, weil wir es in einer Gruppe eben so machen, an den anderen denken, etwas abgeben, damit alle Spaß dran haben, ob Gummibären, sprechender Stift oder was auch immer. Und wir wollen, dass die Kinder es von sich aus machen. Ich glaube, das funktioniert nur auf der Basis von Freiwilligkeit. Zwingen wir sie zum Teilen, machen sie es vielleicht. Sie machen es widerwillig und wenn wir nicht hingucken, machen sie es gar nicht.

Daher mache ich es zuhause jetzt so: ich weiß, dass die Kinder später sowieso von mir lernen, wenn ich ein gutes Vorbild bin. Also teile ich mit den Kindern meine Dinge, die ich teilen möchte und bin auch mal großzügig. OK, Oskar, hier ist ein Stück vom Glitzer-Tape. Aber an meine Stifte und den Computer darfst du nicht dran gehen, ok? Oskar muss aber auch sein geliebtes Laufrad nicht mehr mit dem Nachbarsjungen teilen. Er liebt es, so wie ich meinen Computer. Wenn er nichts von den Süßis abgeben will, dann frage ich ihn, ob Luise nicht doch auch ein Gummibärchen haben darf, sie hat so Lust darauf. Will er nicht, dann ist es so.

Sei versichert: seitdem wir hier keinen Zwang mehr haben, klappt das mit dem Teilen besser. So auch bei Sarah. Die Dinge, die den Kindern furchtbar wichtig sind, die müssen sie nicht teilen. Bei allem anderen sind sie von selber sehr großzügig, der eine mehr, der andere weniger. Das ist auch Typsache. Wie bei so vielen anderen Dingen auch in Erziehungsfragen gilt das Sprichwort von Oswald Bumke:

„Erziehen heißt vorleben. Alles andere ist höchstens Dressur.“

Wenn wir das Teilen vorleben, den Kindern zeigen, dass wir auch an arme Menschen denken. Etwas spenden oder unsere Zeit verschenken. Wenn wir großzügig  mit unseren Mitmenschen, Freunden und Kindern sind, uns gegenseitig unterstützen und auch mal ein Auge zudrücken, dann lernen die Kinder das Teilen von ganz alleine.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

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„Dreht er sich auch schon?“, fragte die Frau im Bus, die ich aus dem Geburtsvorbereitungskurs kannte. Ich blickte herab auf Jimmy, der brüllend in seinem Wagen lag. Er lag da auf dem Rücken wie ein Käferchen, wie ein sehr unzufriedenes und unmotiviertes Käferchen. Die Kleine im Kinderwagen daneben grinste zahnlos vor sich hin, stützte sich munter in Bauchlage auf die Unterärmchen und gurrte zufrieden. „Milla dreht sich immerzu, wenn ich sie auf den Boden lege“, schwärmte die stolze Mutter. Gleich erzählt sie mir noch, dass ihre Tochter durchschläft, dachte ich neidisch. Ich schaute noch ein bisschen kritischer auf Jimmy, der die meiste Zeit des Tages richtig wütend war, wie jetzt auch, und der nicht im Traum daran dachte, sich auf die Ärmchen zu stützen, geschweige denn sich zu drehen. Alle Kinder waren scheinbar ruhiger, mobiler, zufriedener. Und da war es, dieses Vergleichen. Dieser seltsame Blick auf das eigene Kind. Warum war es nicht so, wie alle anderen? Hatte es eine Störung, war irgendwas nicht in Ordnung? Hatte ich schon in den ersten Monaten etwas falsch gemacht?

Wenn ich heute an diese Sorgen denke, bin ich froh, dass mir so etwas nicht mehr in den Sinn käme. Mittlerweile ist Jimmy sieben und ich habe noch zwei andere Kinder. Nun weiß ich, dass jedes Baby mit einer Menge Gaben und auf die Welt kommt. Viele Dinge fallen ihm zu, aber Einiges muss es in seinem Leben auch schwer erlernen. Manches klappt vielleicht nie richtig. Das eine Kind ist besonders sensibel und feinfühlig, das andere hat ein großes Selbstbewusstsein. Das eine traut sich viel, das andere ist schüchtern.

Trotzdem schauen wir Eltern oft kritisch, wenn unser Kind etwas nicht kann. Das ist sicher in gewissem Maße normal. Denn im Grunde ist da die Angst, unser Kind könnte es nicht schaffen. Es könnte in der Schule scheitern, keine Freunde finden, traurig, einsam und isoliert werden. Davor wollen wir unsere Kinder beschützen und so leuten die Alarmglocken, wenn das Kind immerzu alleine spielt, erst spät redet oder seinen Namen nicht schreiben kann.

Im Nachhinein lache ich mich kaputt, weil ich Jimmy ständig das Laufrad vor die Füße stellte. „Probier es doch mal, es macht total viel Spaß“ habe ich ihm gesagt und dabei nach Kindergartenkumpel Jonas geschielt, der auf seinen zwei Rädern durch die Gegend düste. Jimmy hatte einfach kein Interesse am Fahren und verstand nicht, warum seiner Mutter dieses Laufrad doch so wichtig war. Bei Oskar ist es mir nun ziemlich egal, ob er gerne fährt. Wir bieten es ihm an, aber wenn er nicht will, passt das auch. Ehrlich gesagt nervt es mich zur Zeit total, dass Jimmy und Luise immer noch nicht schwimmen. Aber es interessiert mich nicht, wenn es andere Kinder in diesem Alter längst tun.

Dennoch kenne ich das Vergleichen der eigenen Kinder mit anderen nur zu gut. Und ich kenne auch diese Angst, die dem Vergleichen zu Grunde liegt. Aber ich kann dich vielleicht ein wenig beruhigen. Die wichtigen Sachen lernen die Kinder alle irgendwann, der eine früher, der andere später. Ich kenne Kinder, die lagen noch am ersten Geburtstag auf dem Rücken und sind nun wieselflinke Fußballspieler. Ich kenne Kinder, die wollten nie Laufrad fahren und rasen nun mit Skiern den Berg hinab. Kinder, die die ersten drei Jahre nichts sprachen, labern den Eltern das Ohr blutig und solche, die nur brüllten, sind ein kleiner Sonnenschein geworden.

Wir lieben unser Kind von Anfang an so sehr, aber schauen doch immer wieder kritisch auf dessen Entwicklung. Vielleicht müssen wir selbst in den meisten Fällen viel mehr lernen, als das Kind, nämlich in erster Linie, ihm zu vertrauen. Denn Kinder sind von Natur aus wissbegierig, sie wollen lernen, sie wollen mitmachen und einen Beitrag leisten, das liegt in unseren Genen. Wirkliche Probleme werden uns nicht entgehen, dafür ist das Kontrollsystem aus Kinderarztuntersuchungen und Erzieher-Entwicklungsgesprächen sehr eng. Alles andere kommt in den meisten Fällen von alleine.

Schüchterne Kinder zu unterstützen und ihnen als Eltern Mut zu machen, ist schön und wichtig. Am Ende ist es aber auch ok, wenn es mit großen Gruppen und fremden Menschen Probleme hat. Geht es einem der Eltern nicht selbst genau so? Es ist auch in Ordnung, wenn ein Kind keine Sportskanone ist. Lassen wir es ein paar Sportarten ausprobieren, aber Lebensglück erlangen Menschen auch ohne Fußball, Tennis oder Ballett. Auch ein Abitur ist nicht immer das Ziel einer Schulkarriere. Aber eine schöne Schulzeit, die sollte das Kind haben, und das gelingt sicher am besten ohne Druck.

Unsere Kinder sind ziemlich gut so, wie sie sind. Ihnen das zu vermitteln ist das wichtigste, finde ich. Wenn sich also dein Baby nicht drehen möchte, das Kleinkind Laufrad fahren doof findet oder dein Schulkind mit den Buchstaben fremdelt, warte ab und gib ihm Zeit. Meist klappt alles von alleine, früher oder später. Meredith Haaf hat im aktuellen Heft der Südeutsche Familie einen schönen Text zu diesem Thema geschrieben, der sehr rührend endet:

„Denn das tollste Geschenk, das man einem Menschen machen kann, ist nicht die tollste Förderung und das aufmerksamste Fordern. Das eigentliche Geschenk ist, dass man ihm lässt, was am Anfang an da war: das große, gute Genaurichtigso.“

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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Mit den Kindern bin ich neulich auf den Sportplatz gegangen. Dort spielt Jimmy so gerne Fußball. Sofort hat er Anschluss gefunden, eine kleine Gruppe von Jungs kickte dort und er durfte ins Tor. Einer der Kinder hatte seine große Schwester dabei, ein etwas 12-jähriges Mädchen, sehr aufgeweckt und quirlig, sie heißt Maja und hat eine geistige Behinderung. Jimmy kam bald zu mir und sagte, dass das Mädchen nervt. Sie ruft so komisch und rennt immer ins falsche Tor. Außerdem ist sie seltsam, so macht das alles keinen Spaß, meinte er.

Jimmy ist mit seinen sieben Jahren in einem Alter, in dem er die Welt entdeckt, aber nicht mehr alles darin unvoreingenommen aktzeptiert. Neulich schaute er am Bahnhof einem kleinwüchsigen Mann hinterher und zeigte mit dem Finger auf ihn. „Mama, schau mal, wie komisch der Mann aussieht.“

Ein normaler Umgang mit Menschen mit Behinderung

Und so kam es, dass wir uns neulich zu einem Gespräch hingesetzt haben. Es war mir wichtig, ihn nicht dafür zu tadeln, dass er sich auf dem Spielplatz und am Bahnhof so benommen hat. Ich bin mir sicher, dass er dieses Feingefühl nur aus sich selber heraus lernen kann. Wir haben darüber gesprochen wie es sich anfühlt, wenn Verwandte zu ihm sagen, er sei zu dünn. Jimmy erzählte, dass er sich dann immer ärgert. Und wir sprachen auch davon, wie ihn die großen Jungs neulich beim Fußball nicht mitspielen lassen wollten, weil er nicht dribbeln kann. Dabei wäre er so gerne dabei gewesen, sagte er. Irgendwie haben wir dann gemeinsam die Kurve zu Maja bekommen. Erzählt habe ich ihm noch, dass manche Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen zur Welt kommen oder ein Unfall dazu führt. Jimmy ist sieben und versteht das ganz gut. Vor allem versteht er, dass all diese Menschen eine sensible Wahrnehmung haben und genau merken, wenn wir sie komisch anschauen. Und wie verletzt sie sind, wenn wir sie nicht bei uns haben möchten.

Zukunft ist das, was wir daraus machen

Gemeinsam für eine Zukunft, in der Unterschiede ganz normal sind! #vonAnfangAn Ich finde es unglaublich wichtig unseren Kindern zu erklären, dass wir unser Umfeld und unser Leben so gestalten müssen, dass Menschen mit Behinderung bei allem dabei sein können. Nichts tut so weh, wie ausgegrenzt zu werden, das lernen alle Kinder häufig und manchmal schmerzhaft am eigenen Leib. Daher können sie gut verstehen, wie sich andere Kinder fühlen, die beim Sport, in der Schule und auf dem Spielplatz nicht dabei sein können.

Inklusion von Anfang an

Bei uns in der Schule gibt es eine Inklusionsklasse und der Weg hoch zur Schultür ist mit dem Rollstuhl erreichbar. Wenn das neue Schulgebäude in den nächsten Jahren fertig wird, werden Kinder mit Behinderung noch komfortabler mitlernen. Überhaupt ist das die beste Möglichkeit, damit die anderen Kinder sehen, wie normal alles sein kann, wenn alle zusammen lernen. Luis kann mit seinem Rollstuhl zwar nicht so gut Hockey spielen, aber in Mathe hilft er jedem aus der Patsche. Und Mia wird nie so rechnen, wie ihre Klassenkameraden, aber wenn einer weint, ist sie die erste, die dessen Hand hält. Vielfalt ist normal und schön, das lernen Kinder im Alltag am besten, wenn sie zusammen sind.

Machen die Unterschiede morgen dann überhaupt noch einen Unterschied? Und was können wir als Eltern tun, damit das gelingen kann? Indem wir uns selbst mit Inklusion auseinander setzen, Interesse zeigen, Familien mit behinderten Kinder miteinbeziehen und Barrieren abbauen. Damit wir bald in einer Welt wie in diesem rührenden Video der Aktion Mensch leben können. Denn mal ehrlich, es könnte uns doch alle plötzlich selbst betreffen, oder?


Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Warum hier Anzeige über dem Text steht? Das kannst du hier nachlesen!

Jeannine vom Blog Mini and Me hat sich auf ihrem Instagram-Kanal eine tolle Aktion ausgedacht: #facesofmotherhood. Das hat sie dazu geschrieben:

WIE SIEHT DENN EINE MAMA AUS? Ich bin eine Mama, also sieht eine Mama wohl aus wie ich. Und wir sind Mütter, also sehen Mütter wohl aus wie wir. Groß, klein, jung, alt, kurze Haare, lange Haare, dunkel, hell, kantig, weich, sportlich, erotisch, abgemüht, strahlend, traurig, stark, sexy, kühl, Augenringe bis zum Boden oder das blühende Leben. Wer bestimmt, wie Mamas aussehen? Wie wir aussehen sollten? Wie wir uns kleiden sollten? Wie wir „sein“ sollten? Mutterschaft hat viele Gesichter. So viele, wie es Mütter gibt. Zeig deines! Mit #facesofmotherhood!

Und weil ich das Thema so ansprechend finde, habe ich sofort bei der Aktion mitgemacht und einen eigenen kleinen Text geschrieben, den ich hier auf dem Blog noch weiter ausführen möchte. Ich selbst habe als Mutter ganz unterschiedliche Gesichter, die durch alle Gefühlsnuancen gehen. Zum Beispiel habe ich oft eine echte Fratze. Niemals haben mich andere Menschen so auf die Palme gebracht, wie meine Kinder das ab und zu tun. Ich glaube, wenn ich mich selbst beobachten würde, wenn ich mal so richtig auf Krawall gebürstet bin, dann hätte ich Angst vor mir. Und mein genervter Gesichtsausdruck, wenn der dritte Becher Milch umkippt und das 120. Mal „Mamaaaa“ durch die Gegend gebrüllt wird, ist sicherlich auch nicht gerade entzückend.

Allerdings ist mein Gesicht entspannt und ruhig, wenn ich abends in die schlafenden und süßen Gesichter meiner Kinder schaue oder wenn ich die Augen schließe, weil mich zwei kleine Ärmchen fest umschlingen. Denn ist nicht das Gesicht das allerschönste, aus dem diese Liebe spricht? Da stört kein Fältchen, keine ungerade Nase, da braucht es keinen Highlighter und keine Wimperntusche. Die Sanftmut, mit denen wir unsere Kinder in diesen wunderbaren Momenten betrachten, die macht ein wahres Muttergesicht aus, da bin ich mir sicher. Und wenn wir noch so genervt sind vom Mamasein, uns weit weg wünschen und die Nachmittage verfluchen, in denen uns Wäscheberge und Turnstunden auf die Nerven gehen – an jedem Tag gibt es mindestens einen Moment, in dem wir strahlen, und zwar aus ganzem Herzen, findest du nicht auch?

Muttersein hat viele Gesichter. Aber dieses eine, dieses sanftmütige, haben wir alle. Übrigens gilt das ganz sicher nicht nur für leibliche Mütter. Alleine das enge Zusammensein mit diesen kleinen Menschen, die nichts Böses im Schild führen, die noch nichts wissen von Gemeinheit, Krieg, Hass und Intoleranz, das verändert ein Erwachsenengesicht und macht es sanfter und weicher.

Mich hat es verändert, das Muttersein. Ohne Kinder wäre meine Haut wahrscheinlich glatter, meine Augen offener und meine Nerven entspannter. Aber ich hätte nicht so viele Lachfältchen und wüsste nichts von dieser unglaublichen und ausufernden Liebe, die über alles geht.

Ich bin in erster Linie ich selber und definiere mich nicht nur über meine Familie. Aber niemand hat mich mehr geprägt als diese drei Menschen um mich herum. Probier doch mal was aus: Schau dich heute im Spiegel an und denk darüber nach, wie dich deine Kinder ansehen. Für sie hast du das schönste Gesicht, das es gibt. Vielleicht kannst du ihren Blickwinkel einnehmen und erkennen, wie schön du bist.

Mütter haben viele Gesichter. Sie dürfen laut, stark, schwach, müde, wunderschön, ausgeschlafen, aufgeregt, sinnlich, wütend oder auch frech sein. Sie dürfen auch eine Fratze ziehen, die Nase rümpfen und die Augen verdrehen. Das gehört dazu! Aber was auch dazu gehört ist, dass wir uns selbst freundlich und wohl gesinnt im Spiegel betrachten können.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Schau doch mal auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Hier gehts um die kleinen und schönen Momente, um Genuss, Kaffeeliebe, Buchperlen, Blumenglück, feine Kleinigkeiten und vor allem ums Mamasein.

In den letzten Monaten hatte ich immer mal wieder ein ungutes Gefühl. Es ging um die Kinder. Ich fühlte mich gestresst und kaputt und meinte, Jimmy, Luise und Oskar hätten eine Freude daran, mich in den Wahnsinn zu treiben. Dass das vor allem an mir selbst lag, habe ich bereits in diesem Artikel erzählt: Ich fühle mich schnell als Opfer und denke, dass alles eine einzige Zumutung ist. Kinder streiten und schmeißen in ihrer Wut den Milchbecher um? Eine Zumutung für mich! Die Familie pfeffert ihre Wäsche auf den Boden und ich muss sie aufheben? Eine Zumutung für mich!

So gehts nicht weiter

So kam es, dass ich mich selbst am laufenden Band reden hörte, als sei ich Fräulein Rottenmeier: „Hast du mich jetzt endlich verstanden?“ oder „Wenn du nicht gleich deine Zähne putzen gehst, kriegen wir RICHTIG Ärger!“ Nun ist es tatsächlich so, dass Kinder einen in den Wahnsinn treiben können und der Haushalt manchmal richtig ätzend ist, da wirst du mir Recht geben. Aber es kann doch auch nicht sein, dass sich alles so doof anfühlt und wir hier miteinander nur rummeckern, dachte ich mir irgendwann.

Außerdem wusste ich es doch eigentlich besser, schließlich habe ich hier auf dem Blog schon einmal über gewaltfreie Kommunikation geschrieben, von der ich ausnahmslos überzeugt bin. Ich denke, wenn man wie ich nicht von Natur aus mit guten Nerven und viel Verständnis für das Verhalten einer schlecht gelaunten Fünfjährigen ausgestattet ist, muss man ab und an zu Hilfsmitteln greifen, und das tat ich auch. Ich habe mir vom Beltz-Verlag das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Gelassen durch die Jahre 5 bis 10“ (Affiliate Link) von Danielle Graf und Katja Seide bestellt, die den gleichnamigen Blog schreiben. Bereits der erste Teil „Gelassen durch die Trotzphasen“ (Affiliate Link) hat mein Blick auf die Kinder verändert. Aber die Lektüre ist ein bisschen her und ich war neugierig auf den neuen Teil, der ja genau das Alter meiner beiden Großen betrifft.

Die Wahrheit tut weh

Ehrlich gesagt schmerzt das Lesen ein wenig. Denn der Blick der Autorinnen auf die Kinder ist so überaus respektvoll und positiv, dass ich schnell erkannt habe, dass das Problem in meiner Wahrnehmung liegt. Manchmal kamen mir beim Lesen die Tränen, wenn ich merkte, dass ich die wahren Bedürfnisse der Kinder gar nicht erkannt oder ihnen zu viel zugemutet habe. Meine Stimme im Kopf sagt ziemlich oft: die Kinder müssen das jetzt so machen, wie ich es will. Keine Widerrede, ich bin der Chef. Dabei weiß ich genau, dass das meist in die Hose geht. Klar muss es Regeln geben und was Gefahrenquellen betrifft, gibt es keine Diskussion. Das sehen die Autorinen übrigens ganz genau so. Aber sie versuchen stets, das Kind komplett ernst zu nehmen und mit ihm zusammen nach einer Lösung zu suchen. „Jedes Kind möchte so geliebt werden, wie es ist. Darf es all seine Facetten zeigen und wird auch bei Konflikten seine Integrität gewahrt, wächst es psychisch gesund heran.“ (S. 56)

An vielen beispielhaften Schilderungen von Eltern erklären sie, wie es mit den Kindern klappen kann und zeigen genau auf, wie sich das Kind in bestimmten Momenten fühlt und was es eigentlich braucht. Sie schildern zu Beginn die Szene, in der eine Mutter mit ihrem Teenager-Sohn aneinander gerät. Noch sind unsere Kinder klein, aber womöglich sitzt auch irgendwann mein kleiner Jimmy vor mir und wir haben diese typischen Konflikte, von denen alle reden. Ich stimme den Autorinnen unbedingt zu, dass die herkömmlichen Erziehungswege, die auch ich angewandt habe, bei den Kindern Unmut und Wut über ihr Ausgeliefertsein provozieren. (S. 10) Ich glaube, dass wenn ich an mir arbeite und mir Mühe gebe, die Integrität meiner Kinder noch besser zu achten, als ich es bisher tue, dann kann es klappen, dass wir die Pubertät gut miteinander hinbekommen. Übrigens geht es im Buch keinesfalls darum, die Eltern zu willfährigen Dienern ihrer Söhne und Töchter zu machen (Vgl. S. 11). Ab dem fünften Lebensjahr könnten Kinder durchaus wichtige soziale und gesellschaftliche Regeln vermittelt bekommen, so die Autorinnen.

Ein Buch kann Berge versetzen

In den letzten zwei Wochen, in denen das Buch hier immer neben mir liegt und ich es lese, hat sich für mich viel verändert. Ich bin manchmal ganz erstaunt und habe das Gefühl, dass ich die Kinder verstehe. Ok, ich muss mich oft zusammenreißen und es ist für mich sehr hart, das Gebrülle und Gestreite auszuhalten. Ich bin auch immer noch oft genervt und würde manchmal gerne das Fräulein Rottenmeiner wieder rauskramen, aber ich denke, ich habe etwas verstanden. Die Autorinnen sprechen an, dass man sich mit dieser anderen Art, mit Kindern umzugehen, manchmal ratlos fühlt. Wenn Eltern es gewohnt seien, eine klassische Führungsposition innezuhaben, ließe einen dieses „Nicht-am-längeren-Hebel-sitzen“ ratlos zurück (Vgl. S. 24) Und in der Tat: als Luise heute morgen nicht aufhörte, die Polster im Wohnzimmer durch die Gegend zu pfeffern, habe ich ihr mal wieder gedroht, dass das Tanzen dann heute Nachmittag ausfiele, wenn sie nicht sofort aufräume. Was Besseres fiel mir nicht ein. Aber ein wenig habe ich sie verstanden, denn sie war noch müde und sauer, weil es nur Vollkorn- statt Toastbrot gab. Ich denke, sie ein wenig toben zu lassen und dann in Ruhe mit ihr zu sprechen, das hätte funktioniert.

Beeindruckt hat mich im Buch das Kapitel, in dem eine der Autorinnen erzählt, wie das morgens bei ihnen so abläuft und wie sie auf alle drei Kinder eingeht. Bei mir ist das meist eher chaotisch und anstrengend, aber sie erklärt, warum das so ist. Der eine braucht morgens seine Streicheleinheiten, will kuscheln und möchte Hilfe für Dinge, die er eigentlich selber kann. So ist es bei Jimmy. Mich nervt oft, dass er sich nicht anziehen will. Aber er braucht vermutlich einfach ein bisschen Nähe und will sich bemuttern lassen, bevor er ganz alleine den Schulweg antritt. Anders dagegen Oskar, der will alles selber machen und dabei geht viel daneben. Ihm aber die Möglichkeit zu geben, sich sein Frühstück selber zuzubereiten (mit etwas Hilfe natürlich, einem riesen Schlabberlatz und einem Kindermesser), das macht ihn stolz und froh.

Rat für Jimmy und mich

Übrigens habe ich Danielle Graf und Katja Seide auf der Blogfamilia getroffen. Sie sind live ebenso sympathisch wie im Netz und sie haben mir noch einmal enorm geholfen. Ich war nämlich mit meinem Schulkind sehr unglücklich, das wirklich seine gesamte Stift- und Kleiderausrüstung vergisst. Oft stand ich schon da wie der Oberfeldwebel und habe mit strengem Blick das Mäppchen inspiziert. Die beiden haben mir dann erklärt, dass Kinder in dem Alter einfach nicht so gut organisiert sein können wie wir Erwachsenen. Manchen fällt es etwas leichter, aber andere sind mit der Schule, dem Schulweg, den Klassenkameraden, den Lehrern und all den Eindrücken so beschäftigt, dass die Organisation von Jacke, Stift und Regenschirm einfach zu viel des Guten ist. Als ich das hörte, tat mir Jimmy so leid, den ich echt oft angemeckert habe. Übrigens hatten Danielle und Katja trotzdem viel Verständnis für mich, sie sind keinesfalls Menschen, die mit erhobenem Zeigefinger auf Eltern einreden, das spärche ja auch gegen ihr Konzept. Sie gaben mir den Rat, künftig weder teure Stifte noch andere hochwertige Sachen zu kaufen. Lieber einen Vorrat an günstigen Stiften zuhause haben, die Turnschuhe können in der Schule bleiben, einen Schirm brauchen die Kinder mit ihren Regenjacken sowieso nicht und alles andere wird Second Hand gekauft. Dann haben Jimmy und ich keinen Stress mehr.

Wir sind ein Team

Seien wir realistisch: wir alle sind an schlechten Tagen auch mal gemein oder nah am Wasser gebaut, behandeln Partner oder Kinder nicht so gut und erleben selbst, wie die anderen unsere Grenzen überschreiten. Außerdem sind wir Menschen verschieden und so nervenstark wie die Autorinnen bin ich nicht und werde ich vermutlich nie werden. Ihre Toleranz und ihr Umgang mit Kindern ist in meinen Augen wunderbar und der richtige Weg. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, dass Jimmy, Luise und ich viel mehr ein Team sind als noch vor ein paar Wochen. Ich schaue sie dank des Buches noch einmal ganz anders an. Toll fand ich sie schon immer, aber sie waren mir manchmal ein Rätsel. Danielle und Katja haben hier ein Buch geschrieben, das am besten jedem Kind bei Geburt beiliegt. Da das nicht der Fall ist, ist es auch noch ein wunderbares Geschenk für alle Eltern. Ich lege es dir aus tiefster Überzeugung ans Herz, genau wie den Blog und den ersten Teil der Reihe.

Gewinnspiel

Du kannst hier und heute und übrigens auch auf Instagram ein Exemplar gewinnen. Hinterlasse einfach einen einen Kommentar unter dem Post.