Es kocht und brodelt

Und schon folgt mein neuer Blogeintrag. Es brodelt und kocht weiter in mir. Luises Verhalten im Kindergarten wird nicht besser und ich überlege, ob ich die Kinder zu Zeiten bringe und abhole, wenn ich möglichgst wenige andere Eltern treffe. So langsam vergeht mir die Lust, mir die Eskapaden meiner beisswütigen Tochter anzuhören, und ich bin ratlos, was zu tun ist.

Heute Nachmittag suche ich mir einen leeren Spielplatz, um das Beiss-Angebot zu minimieren. Kaugummi, Maulkorb, Schnulli, ich denke den ganzen Tag über Lösungen nach. Das ist aber nicht mein einziges Problem. Auch Jimmy nagt an meinen Nerven. Und immer wieder frage ich mich, ob es stimmt, dass alle andern Mütter ihre Kleinkinder so easy wuppen und nur ich wie Rumpelstilzchen fluchend bald aus übergroßer Wut im Erdboden versinke.

Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, welche Gründe Jimmy so rasend machen, dass er eine Stunde auf dem Boden liegt, Rotz und Wasser heult und dafür sorgt, dass ich mich aus Verzweifelung mit Ikeakatalog im Gästeklo einschließe oder auf der Straße die Passanten mit meiner steinernen Miene erschrecke, hier ein kleiner Auszug:

 – ich bin so unverschämt, und mache morgens in der Küche das Licht an, um Jimmys Milch warm zu machen. (Obwohl ich ihm vorher Bescheid gab und ihn bat, die Hände vors Gesicht zu halten)
– er bemerkt in der Garage, als wir gerade zum Kindergarten aufbrechen, dass er seine Seifenblasen nicht dabei hat.
– er darf sich seine Spielkasse aus dem Keller holen (ich bringe abwechslend das Spielzeug runter und die Kinder dürfen tauschen, sodass nicht alles in der Wohnung rumfliegt), und erkennt oben, dass die sechste Münze fehlt
– beim Spaziergang im Regen wird sein Schirm nass (!!!)
– seine Nase läuft („Oh nein, ich habe Nuuuuupfen!“)
– ich ziehe ihm das T-Shirt mit der falschen Zahl an („Nicht die Fünfundzwanzig, buuuuuuuhhhhhh!“)

Ich könnte noch ewig so weitermachen…. An 340 Tagen im Jahr kann ich die Wutanfälle einigermaßen meistern, die restlichen Tage flippe ich aus. Nicht selten heule ich mit, was bei den Kindern zu kurzer Verwunderung führt. Währt leider nicht lange, sonst wäre das eine prima Option.

So kommt es, dass ich die letzten Tage beim Arbeiten am Schreibtisch traurig bin über unseren wütenden Abschied im Kindergarten und dann streune ich ein bisschen durch die Wohnung. Beim Stilleben der ganzen Dinge, die die Kinder so rumfliegen lassen, werde ich dann wieder versöhnlich. Bis ich sie abhole und die Action von vorne beginnt…..

Luise hat im Kindergarten einen Pilz für mich gebastelt, ist der nicht süß?

Auch aus dem Kindergarten. Am Elternabend haben wir mit den Abdrücken unserer Kinder unsere Plätze zugewiesen bekommen
Luise fährt ihren Affen spazieren
Ein Grund für einen unbändigen Wutanfall: Wir haben die Seifenblasen vergessen!

Pia Laura Froehlich

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