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Liebe Kinder, dies ist ein Liebesbrief an euch! Ich finde, es ist mal an der Zeit, einen zu schreiben, denn Liebe kann man nie genug zeigen, oder? Und zwischen uns Vieren kracht es ja auch eine ganze Menge. Morgens gehts los, wenn ihr alle Drei am Tisch sitzt und streitet. Dann fällt immer irgendwann ein Becher um und ich bin richtig genervt von euch. Tagsüber ärgert ihr euch, haut euch und findet das Essen, das ich gekocht habe, doof. Abends wollt ihr weder aufräumen noch ins Bett gehen. Oh man, ist das oft ätzend. Dabei bin ich mir sicher, dass das in anderen Familien genau so ist. Und ich denke, dass sich auch in anderen Familien die Kinder streiten, vor allem, wenn sie wie Luise und Jimmy nur zwei Jahre auseinander sind. Also seid ihr eigentlich ganz normale Kinder, die tun, was Kinder eben so tun. Wenn ich mich also…

Béa vom Blog Tollabea hat neulich gefragt, ob Kinder klare Ansagen brauchen. Da wurde dann viel diskutiert, wie das nun einmal so ist bei Erziehungsfragen. Und natürlich habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht. Klare Ansagen, mache ich die? Ehrlich gesagt, ja. Ich würde hier nicht behaupten, dass die Kinder sie brauchen, aber leider brauche ich sie. Warum ich an die Decke gehe Wie du vielleicht weißt, halte ich viel von bedürfnisorientierter Erziehung, von gewaltfreier Kommunikation und Ansprache auf Augenhöhe. Es gibt aber am Tag mindestens einen Moment, da lasse ich die gute Kinderstube hinter mir und mache eine ordentliche Ansage. Nicht weil ich es für pädagogisch richtig oder wertvoll halte, sondern weil es sein muss. Ich wurde von Natur aus nicht mit grenzenloser Geduld gesegnet, bemühe mich aber jeden Tag. Zum Beispiel versuche ich ruhig zu bleiben, wenn eines meiner Kinder die Schuhe anzieht. Das kann bei einem…

Mein Kind ist krank Na, wie oft hast du dich schon gefragt, ob ihr eine normale Familie seid? Ob das ein oder andere Kind vielleicht nicht der Norm entspricht, sein Verhalten wunderlich ist oder sein Charakter irgendwie abnorme Züge hat? Dann hast du gegoogelt, verschiedene Antworten bekommen, eine Diagnose erstellt und sie mit allen Freunden und Verwandten ausgiebig besprochen, oder? Tja, dann ist wohl alles ganz normal. Denn ist es nicht so, dass wir irgendwie alle am liebsten normal wären und aus diesem Grund jede Abweichung, vor allem die unserer Kinder, besorgt betrachten und gedanklich bis zum Gehtnichtmehr bearbeiten? Ehrlich gesagt vermute ich, dass die meisten kleinen Abweichungen von der scheinbaren Norm eben eines sind: normal. Die meisten Eltern müssten sich eigentlich überhaupt keine Sorgen machen, könnten sich viele Arztgespräche und Therapien sparen und mal ganz gechillt die Füße hochlegen. Das ist aber nicht so einfach, schließlich sind die Kinder…

Lieber kleiner Oskar, so einfach haben wir es gerade nicht, wir beide! Daher schreibe ich dir einen Brief. Ich bin eine müde Mama mit viel Stress, du bist ein zweijähriger Junge, der die Welt entdeckt. Was wir gemeinsam haben: wir kommen täglich an unsere Grenzen. Meine Grenzen sind seit jeher meine Nerven, deine Grenze ist vor allem die Sprache. In deiner lustigen Bobo-Siebenschläfer-Manier versuchst du uns mitzuteilen, was du möchtest. Wenn du dein Müllauto suchst, können wir dir helfen.  „Müüüh“ rufst du dann. Auch „Hamham“ verstehe ich gut, du hast Hunger oder Durst. Und dein kleines Rutschauto heiß „Tutut“, wenn du das aussprichst, vibrieren deine Lippen und es klingt wie ein kleiner Traktor. Aber ganz oft weiß ich auch nicht, was du möchtest. Du bist dann wütend, versuchst, mir etwas zu sagen. Ich verstehe dich nicht und dann schmeißt du dich auf den Boden. Ich kann dich nicht trösten, du…

Mama machts möglich Neulich ging mir etwas durch den Kopf: wir Eltern tun ganz schön viel für unsere Kinder! Mir fiel es auf, als ich mit einer fremden Mutter und ihren Söhnen um unseren Tisch saß. Jimmy und die Jungs hatten ihre Fußball-Sammelalben vor sich liegen und tauschten eifrig hin und her. Zuvor hatte ich eine Anzeige im Internet aufgegeben. Die Sache mit den Sammelkarten ist nämlich die: damit Eltern und Kinder eifrig Geld ausgeben, gibt es viele Fußballersammelkarten nur ganz selten. Mittlerweile findet Jimmy in den Tüten kaum noch eine Karte, die er nicht hat, obwohl ihm immer noch eine Menge fehlen. Ihm ist diese Sammelleidenschaft unheimlich wichtig und er liebt sein Album über alles. Er nimmt es stets mit, durchblättert es Tag für Tag und lernt alle Daten rund um die Spieler auswendig. Weil es ihm so viel bedeutet und ich keine Lust mehr habe, den Sammelkartendruckern Geld…

Ich habe hier letzte Woche einen Text veröffentlicht, in dem ich darüber geschrieben habe, dass Kinderhaben manchmal wie eine Reise nach Santiago de Compostela sein kann. Offenbar fühlten sich viele Mütter angesprochen, denn wir haben alle mal diesen Moment, in dem wir verzweifelt auf unserem Pilgerstein sitzen. Autorin und Bloggerin Rike Drust hat den Text geteilt, worüber ich mich maßlos gefreut habe. Unter dem geteilten Post beschwerte sich eine ihrer Followerinnen, dass der Vergleich von mir nicht passend sei: Kinderhaben sei schließlich kein Selbstzweck und diene nicht dazu, sich selbst zu finden. Kritik nehme ich gerne entgegen, denn sie bringt mich zum Nachdenken: Kinder sind kein Selbstzweck, oder doch? Warum bekommen wir eigentlich Kinder? Nun ja, eigentlich ist es im Grunde genommen wirklich nur ein Selbstzweck, denn es dient den Menschen schon seit langem zur Arterhaltung. Die Natur hat es so eingerichtet, dass sich für diesen Zweck ein Mann und…

Die vier größten Schwierigkeiten des Elternseins Was ist eigentlich das schwierigste am Elternsein? Denn so wahnsinnig schön und erfüllend es ist, so schwierig kann es auch sein, wenn wir Mama oder Papa werden. Aber ich habe da eine kleine Hilfestellung, um deine Ängste etwas in den Griff zu bekommen, die eigenen Ansprüche an dich selbst runter zu schrauben und den Blickwinkel auf dein Kind zu verändern. Und am Ende des Textes wartet dann noch eine kleine Überraschung auf dich! Den eigenen Ansprüchen genügen Sehr schwierig ist es sicherlich, dem eigenen Anspruch zu genügen. Der ist meist hoch, denn wir wissen ja oft schon früh, wie wir gerne mit unseren Kindern umgehen möchten. Ich zum Beispiel wollte immer gerne eine Mutter sein, die immer ruhig bleibt, Nerven wie Drahtseile hat und am liebsten mit ihren vier Kindern im Kinderzimmer stundenlang Höhlen baut. Nun ja, das war der Plan, die Umsetzung scheitert…

Eltern in Angst Es gibt dieses Sprichwort mit den Wurzeln und den Flügeln, die wir Kindern geben sollen. Ich denke manchmal, dass es Eltern heute immer schwerer fällt, den zweiten Teil mit den Flügeln umzusetzen. Das finde ich schade und unglaublich traurig. Wie ich darauf komme? Pass auf, ich werde es dir erzählen: Überwachung per GPS Gestern Abend war ich beim Elternabend unserer Schule und die Lehrerin hat kurz berichtet, was aktuell ansteht. Unter anderem erzählte sie von ein paar Kindern, die seit dem neuen Schuljahr eine besondere kleine Uhr am Handgelenk tragen. Nun wüsste sie, dass das eine Uhr ist, mit der die Eltern die Kinder orten könnten, manche würden damit sogar telefonieren. Ich konnte es kaum glauben. Andererseits erlebe ich jeden Tag, wie ängstlich Eltern sind, wenn es um ihre Kinder geht. Jimmy ist seit ein paar Wochen ein Schulkind und wir wohnen in einem traumhaften Ort mit…

Isabel, meine Zen-Meisterin Isabel Gößwein und ihr Mann haben zusammen fünf Kinder. Sie sind mit Anette Zanker-Belz und ihrer Familie Teil der la-le-luna-Familienband, die tolle Musik für Eltern und Kinder machen und deren CD ich hier schon einmal vorgestellt habe.  Ich habe sie alle bei einem großen Bloggerevent kennengelernt und schon damals fiel mir auf, wie ruhig Isabel mit ihren Kindern umgeht. Aber auch die vier Töchter und der Sohn unterstützen sich bei den Auftritten gegenseitig so toll und gehen fern der Bühne so rücksichtsvoll miteinander um. Von Anette, die übrigens auch ganz wunderbar ist, habe ich erfahren, dass sich Isabel viel mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg beschäftigt. Auch ich bin von dieser Art der Gesprächsführung fasziniert und habe erst neulich hier auf diesem Blog über meinen Kurs berichtet, in dem ich die Ansätze näher kennengelernt habe. Um noch mehr über diese Form der achtsamen Kommunikation zu erfahren,…

Kein Meeting diese Woche Neulich stehen wir vor dem Kindergarten, eine gute Bekannte und ich. Unsere Jungs sind befreundet und Jimmy hat mich gebeten, Raffael einzuladen. „Evi, wann habt ihr mal Zeit für einen Nachmittagstreff?“, frage ich. „Moment mal, ich schaue“ sagt Evi, und scrollt sich in ihrem Smartphone durch die Woche. „Montag ist immer schlecht, da hat Raffi nachmittags Federballtraining, genauso wie freitags. Bald steigt er in die B-Jugend auf, da wird der Druck größer. Dienstag sind wir bei der Ergotherapie, wegen seiner schlechten Stifthaltung. Deshalb müsste Mittwoch gehen. Moment, mittwochs sind wir seit einer Woche bei der musikalischen Früherziehung und danach ist Kinderturnen. Du weißt ja, wie gerne er musiziert. Mist, und Donnerstag geht Raffael ins Capoeira. Das schult den Gleichgewichtssinn und das Rhythmusgefühl ungemein, wusstest du das? Außerdem ist der Trainer einsame klasse. Aber in den Herbstferien klappts bestimmt.“ Ich nicke und verabschiede mich. Jimmy wird ziemlich…