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Ein Jahr Schulkind

Jimmy ist jetzt schon bald ein Jahr Schulkind und ich wollte dir mal von unseren Erfahrungen erzählen. Vielleicht geht dein Kind ab diesem Jahr auch zur Schule und du hast ein wenig Sorgen, weil du nicht weißt, was alles auf euch zukommt. Ich habe mich hier auf dem Blog mit dem Thema schon öfter beschäftigt und habe geschrieben, was ein Vorschulkind auf keinen Fall verpassen darf. Außerdem habe ich hier einen Brief an mein Schulkind veröffentlicht, denn ein komisches Gefühl ist es natürlich schon, wenn das erste Kind in die Schule kommt. Aber keine Sorge, alles was ihr als Eltern braucht ist ein dicker Batzen Vertrauen in euer Kind und ein paar gute Nerven, falls mal wieder Turnschuhe und Mäppchen verloren gehen. Es ist wie mit so vielem anderen auch: haben wir uns nicht gefragt, ob unser Kleinkind mit seinen 14 Monaten jemals auf die Beine kommt und laufen lernt oder der Dreijährige in den nächsten Jahren mal seine Windel ablegen wird? Wir haben uns gesorgt und Bücher gewälzt, den Kinderarzt interviewt und uns den Kopf über mögliche Ursachen zerbrochen. Mit ein paar Jahren Abstand kommt uns dieser ganze Aufriss lächerlich vor, denn ganz sicher hat auch dein Kind Laufen gelernt und Windeln wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr tragen.

Stell dir euch alle einfach in ein paar Jahren vor. „Weißt du noch, was ich mich gesorgt habe, als Paulchen in die Schule kam? Und dabei war es doch alles gar nicht schlimm“ wirst du sagen. Oder „was habe ich mir nur unnötige Sorgen um Mia gemacht. Trotz ein paar Anlaufschwierigkeiten hat sie alles gut gemeistert“, so werden deine Worte klingen, da bin ich mir sicher.

Ein paar Startschwierigkeiten

Natürlich geht es im ersten Jahr manchmal auch ein wenig holprig los, das ist wohl bei den meisten Kindern so. Anna kann sich nach zwei Wochen immer noch nicht so richtig von ihrer Mutter trennen, Luis verliert einfach alles, was er so bei sich trägt. Ayse dagegen hat bis in den Herbst hinein Schwierigkeiten mit der Stifthaltung und Fabi kapiert erst einmal nicht, wie das mit dem Zusammenzählen der einzelnen Finger so klappt. In vielen Familien gibts Ärger, weil die Erstklässler bereits in Woche drei mürrisch vor den Hausaufgaben sitzen und an manchen Betten werden ernste Gespräche geführt, weil es zwischen dem Söhnchen und den Klassenkameraden in den Pausen zu Handgreiflichkeiten kommt.

Und ist das ein Wunder? Eigentlich nicht, finde ich. Die Sechs- oder Siebenjährigen haben nämlich echt viel zu tun mit all dem Neuen, das da auf sie zukommt. Dem einen fällt das Soziale leicht, dafür haperts mit dem Lernen. Beim anderen I-Männchen ist es umgekehrt. Das ist bei uns Großen doch auch nicht anders. Ich habe im neuen Job immer schnell Anschuss gefunden, aber mich in eine unbekannte Computer-Ordnerstruktur einzuarbeiten finde ich schwer. Beim Kollegen ist es gerade andersrum. Dann ist mal der Chef ein schwieriger Typ oder wir können nicht mit der Frau am Empfang. Übertragen auf die Grundschule ist vielleicht die Lehrerin nicht gerade der Traumtreffer oder der Hausmeister macht einem Angst.

Auch wir hatten so unsere kleinen Stolperer. Ich möchte nicht zu viel von Jimmy erzählen, aber dass er alles verloren hat, das habe ich hier mal erwähnt. Mich hat es rasend gemacht und wir bekamen uns mächtig in die Haare. Die Autorinnen vom Buch „Das gewünschteste Wunschkind“ haben mir dann erklärt, dass diese Selbstorganisation für Kinder ziemlich schwer ist. Sie müssen das langsam üben und ein Zehnjähriger beherrscht das Turnbeutel-Mitnehmen bereits viel besser als ein Erstklässler. Außerdem müssen sich die Schulanfänger an so viel Neues gewöhnen. Da ist es ja kein Wunder, dass mal der Stift verloren geht. Jimmy würde zwar neben dem Stift auch seinen Kopf vergessen, so viel ist sicher, aber dafür läuft er von Anfang an alleine in die Schule und hat ne Menge netter Kumpels gefunden. Das Schreiben liegt ihm nicht so, dafür rechnet er wie ein Computer. Du siehst, keiner ist perfekt und das ist überhaupt nicht schlimm.

Was hat sich verändert?

Ein paar Dinge sind nun anders als früher. Der Tagesablauf ist geregelter und ein wenig ernsthafter. Wir achten mehr darauf, dass Jimmy pünktlich ins Bett kommt. Das frühe Aufstehen war gewöhnungsbedürftig, aber es ging ganz gut. Schlimm ist, wenn wir mal verschlafen. Da gehts dann ganz schön ab hier. Anfangs war der Morgen chaotisch, aber es wird immer leichter mit der Zeit. Wir sind noch besser organisiert, damit wir uns hier morgens gut vertragen und Jimmy frohgemut starten kann. Mittags habe ich manchmal ein wenig nervös auf mein Schulkind gewartet, da bin ich inzwischen cooler geworden. Die sieht, auch Eltern müssen dazu lernen. Und die Sache mit den Hausaufgaben klappt auch. Ich lasse Jimmy da ziemlich freie Hand, das ist aber sicher auch Typsache. Kann sein, dass das bei einem der anderen beiden Kinder mal weniger einfach ist. Übrigens brauchst ihr erst einmal keinen Schreibtisch. Die Kinder machen die Hausaufgaben doch lieber bei den Eltern in der Küche oder im Wohnzimmer. Sobald das Kind dann seine Ruhe will, wird es sich melden. Jimmy hat inzwischen einen Tisch und einen guten Stuhl, aber hin und wieder macht er seine Aufgaben bei mir in der Küche. Noch ein Rat: schaff keine zu teuren Sachen an. Ob Schirme oder Radierer, nimm erst einmal die günstigen Modelle. Dann ist es nicht schlimm, wenn was verloren geht. Und markier alles mit Namen oder Stickern. Verändert hat sich auch, dass das Kind gefühlt dauernd frei hat. Nun muss ich mich laufend um eine gute Organisation in den Ferien kümmern. Mal kümmern wir Eltern uns im Wechsel, mal buchen wir die Kernzeitbetreuung.

Schule ist toll

Ich kann dir wirklich Mut machen für erste Zeit in der Schule. Macht euch nicht zu viele Gedanken, die ganzen Abläufe brauchen so ihre Zeit. Nach ein paar Wochen läuft meist alles ganz gut, Mutter und Kind gewöhnen sich an den neuen Tagesablauf und es macht sogar richtig Spaß. Die Kinder lernen gerne und ganz bestimmt werden auch deinem Kind die meisten Sachen ganz viel Freude bereiten. Sicher findet es neue Freunde und ist stolz auf all das, was es jetzt schon so alleine macht. Auch du als Mutter lernst eine Menge. Vor allem das Loslassen, das ist nämlich nicht immer leicht. Noch einen Tipp gebe ich dir: verzichte auf Kontroll-Apps im Ranzen oder in Uhren. Das macht dich nur wahnsinnig und ist eine Freiheitsbeschränkung für die Kinder. Lass dein Kind nach einer Weile alleine zur Schule laufen, übe am Anfang mit ihm zusammen und wenn es bereit dazu ist, schick es mit seinen Freunden los.

Ich finde die Schule spannend, bin immer neugierig, was da so los ist und wahnsinnig stolz auf mein Kind, das so viel Neues gelernt und gemeistert hat. Wenn du also auch bald ein Schulkind hast, dann gebe ich dir wirklich einen Ratschlag von Herzen. Wenn was nicht so gut läuft, dann schnauf erst einmal durch. Ich weiß, die Ruhe zu bewahren ist immer schwer, ich bin da selber nicht gut drin. Denk dir, dass das alles ganz normal ist und guck zusammen mit deinem Kind auf all das, was schon richtig gut läuft. Denk dir außerdem, dass es überhaupt nicht so prächtig ist, wenn einem alles in den Schoß fällt. Kinder müssen auch auf Widerstände stoßen, sie bezwingen und an ihnen wachsen. Alles was sie dann brauchen sind Eltern, die an sie glauben, die nicht sofort die Nerven verlieren und deren größtes Ziel keine Gymnasiumsempfehlung ist, sondern ein Kind, das Freude am Lernen hat.

Und jetzt wünsche ich dir erst einmal einen tollen Sommer. Falls dein Kind dann in die Schule kommt, wünsche ich euch außerdem einen riesig tollen ersten Schultag und ganz viel Freude im Alltag. Das ist ein aufregender und schöner Schritt, den ihr am besten gemeinsam und mit einer großen Portion Optimismus geht. Wir schauen auf ein schönes Jahr zurück und ich bin gespannt, was da noch kommt. Zusammen schaffen wir das, Jimmy und ich, das weiß ich. Alles andere ist egal. So wird das auch bei euch sein. Mach dir keine Sorgen!

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Lust auf mehr von Heute ist Musik? Auf meinem Instagram-Kanal übe ich mich im Nerven-Bewahren und halte ein paar gute Tipps für feine Kaffeepausen parat. Mehr Glitzer im Mama-Alltag können wir doch alle gebrauchen, oder? Ich freue mich auf dich!

In unserer Familie hat sich einiges getan, denn wir sind umgezogen. Nicht weit weg von unserer Heimat, aber es ist doch eine Umstellung für alle und natürlich ganz besonders für die Kinder, die sich an die neue Umgebung, Schule, Kindergarten und Tagesmutter gewöhnen müssen. Der eine nimmts gelassener, der andere hat viel Heimweh. Wir Menschen sind eben einfach verschieden, das erkenne ich gerade bei den drei Kindern immer wieder.

Endlich mehr Platz

Im Großen und Ganzen ist es für uns aber eine sehr positive Veränderung, denn wir haben viel mehr Platz, Jimmy ein eigenes Kinderzimmer, Anton eine Werkstatt und ich ein helles, freundliches Büro. In ein paar Wochen starte ich auch in meinem Job als Texterin und Journalistin wieder neu durch, aber bis dahin bin ich noch eine Weile Vollzeit-Mutter. Alle, die meinen Blog verfolgen, wissen, dass ich sehr gerne in meinem Beruf arbeite und an manchen Tagen mit der Hausarbeit hadere. Dafür ist es schön, viel mit den Kindern zusammen zu sein.

Ein Schulkind in der Familie

Total spannend finde ich auch die Schule. Jimmy hatte vor kurzem seinen ersten Schultag und das war echt aufregend. Ich platze vor Stolz, denn er erscheint mir so groß und macht jetzt irgendwie sein eigenes Ding. Wenn er mittags nach Hause kommt und an seinen Hausaufgaben sitzt, dann zu seinem neuen, besten Freund flitzt und abends noch zum Fußballtraining geht, kann ich kaum glauben, dass nach nur sechs Jahren aus einem winzigen Baby ein richtig großer Junge geworden ist. Es ist noch eine Herausforderung, alle Kinder morgens fertig zu machen und Jimmy pünktlich auf den Weg zu schicken. Denn Schule ist doch eine andere Nummer und die Mathestunde ein wenig wichtiger als der Morgenkreis. Aber wir üben und es klappt mittlerweile ganz gut.

Ab nach draußen

Luise geht seit kurzem in einen Waldkindergarten und ich habe bei der Eingewöhnung gestaunt: ein Haufen Kinder, die in Matschhosen übers Feld rennen, Sandtunnel bauen, Papp-Igel unter freiem Himmel basteln und so vergnügt sind, dass es eine Freude ist. Mal gucken, wie wir die Umstellung nehmen, wenn das Wetter uns mal nicht so hold ist. Aber ich habe immer davon geträumt, uns von Regen und Sturm unabhängig zu machen. Wir sind jedenfalls nun bestens mit Regenkleidung und Thermohosen ausgestattet, werden jedem Wetter trotzen und dir berichten, wie das so klappt.

Bilderbuchempfehlung

Eines möchte ich noch erzählen: am Samstag war ich beim Bloggerfrühstück vom Kosmos Verlag in Stuttgart eingeladen. Dort wurden uns die neuen Bilderbücher für Kinder unter fünf Jahren vorgestellt und ich möchte sie euch von Herzen weiterempfehlen. Zum einen, weil sie nachhaltig nach dem Cradle to Cradle-Verfahren gedruckt sind. Das bedeutet, dass keine Rohstoffe ver-, sondern nur gebraucht werden und keinerlei schädlicher Abfall entsteht. Zum anderen sind die Bücher haptisch und optisch ein Genuss. Das dicke Papier fühlt sich seidig an und die Illustrationen sind so herzerwärmend, dass nicht nur Kinder staunen. Oskar war über sein Geschenk total begeistert und nun schauen wir jeden Tag das Büchlein an.

Pappbilderbuchreihe „Wer bist denn du?“ vom Kosmos Verlag Stuttgart

Und nun wünsche ich dir eine schöne Herbstzeit und freue mich, wenn du bald wieder bei Nina und mir vorbei schaust. Wir haben echt tolle Sachen geplant: ein Interview mit einer fünffach-Mama zum Thema Gewaltfreie Kommunikation, eine Anleitung zur Halloween-Kinderparty und natürlich wieder ein paar Texte, die von echten Mamas erzählen, die auch mal pädagogisch wertlos sind!

Bleib fröhlich und unperfekt, Laura

Ps.: Ich habe die Bilderbücher beim Blogger-Frühstück vom Kosmos Verlag geschenkt bekommen und stelle sie dir hier als Buchtipp vor. Eine Bezahlung habe ich nicht erhalten, habe mich aber in dem wunderschönen Buch- und Spieleladen mit Cappuccino und Bagels verwöhnen lassen!

Pappbilderbuchreihe „Wer bist denn du?“ vom Kosmos Verlag Stuttgart

Liebes Schulkind,

da stehst du nun: stolz mit der grünen Fußball-Schultüte und dem großen Ranzen auf deinem zarten Rücken. Du gehst nun los, um Lesen und Schreiben zu lernen. Ich gehe los, um Loslassen zu lernen. Wir beide haben einen Weg vor uns, den wir von jetzt an streckenweise getrennt gehen werden. Und damit meine ich nicht nur deinen Schulweg.

Dieser erste Schultag ist etwas ganz besonderes, das haben wir alle gemerkt. Du saßt mit deinem Freund vorne in den ersten Reihen. Geheuer war dir das nicht so richtig, aber du bist tapfer sitzen geblieben. Und dann bist du mit deinen Klassenlehrerinnen und den neuen Mitschülern aufgestanden und aus dem Saal gegangen. Da hatte ich einen Kloß im Hals.

Bisher war ich mutig. Ich habe insgeheim den Kopf geschüttelt über all die Eltern, die sich so sehr vor dem ersten Schultag ihrer Kinder fürchten. Ich habe mich nicht gefüchtet, weil du dich nicht gefürchtet hast. Und du hattest keine Angst, weil wir dir keine Angst gemacht haben. Eigentlich war dir dieses ganze Theater um die Einschulung in den letzten Wochen ziemlich egal und das einzige, das dich interessierte war, dass es in den Pausen Fußballturniere geben soll. Am ersten Schultag bist du um einiges mutiger als ich.

Insgeheim habe ich auch über die Eltern den Kopf geschüttelt, die erzählten, wie gerührt sie am ersten Schultag ihrer Kinder waren und Tränen vergossen. Jetzt kommen mir selber die Tränen, als ich dich da stehen sehe. So groß und klein gleichzeitig, ein wenig eingeschüchtert von all den vielen Menschen um dich rum, trotzdem so zuversichtlich auf das, was da kommt und so gespannt auf all die Dinge, die du in den nächsten Wochen lernen wirst.

Und ein Film läuft in meinem Kopf ab. Ein Film von einem kleinen Jungen, der dauernd seine sieben Sachen vergessen wird. Von einer Mama, die in der Schule in einer muffelnden Fundkiste nach Schirm, Sporthose und Winterjacke sucht. Von einem Erstklässler, der keine Lust hat, Bilder auszumalen und endlose Reihen von Buchstaben zu schreiben. Von einem Kerl, der Arbeitsblätter nicht in die Mappe, sonder zerknittert in die Schultasche stopft. Von seiner Mutter, die nach dem Unterricht sagt: „Na, wie wars? Erzähl doch mal!“ Und ein Sohn, der mit den Schultern zuckt und nichts antwortet außer „geht so!“ Im Film geht der kleine Mann nach der Schule nicht schnurstracks nach Hause, sondern holt sich von seinem Taschengeld Kaugummi am Kiosk, während seine Mutter mit bangem Blick an der Straßenecke auf ihn wartet.

So oft habe ich kleine Jungs in die Schule rennen sehen, während du an meiner Hand zum Kindergarten gingst. Habe die kleinen Männlein bestaunt, die mit ihren riesigen Kisten auf den Rücken durch die große Türe rannten, während du mit deinem Laufrad vor mir her fuhrst. Konnte die wilden Kerle auf dem Pausenhof lärmen hören, während du die Rutsche auf dem Spielplatz runter schlittertest. Und nun bist du selbst so ein Junge, der eine riesen Kiste auf dem Rücken trägt und nichts als Fußball in der großen Pause im Kopf hat.

Ich bin nur ein bisschen traurig, dass sich unsere Wege von nun an immer öfter trennen werden. Aber ich bin mächtig stolz auf diesen Jungen, der seinen ganzen Mut zusammennimmt und an der Hand einer seiner neuen Lehrerinnen aus der großen Halle geht. Denn ich darf dich, lieber Jimmy, auf deinem Schulweg begleiten. Ich darf dir Mut machen, dir Halt geben, dich aufmuntern, wenn die Mathearbeit schlecht lief oder du Ärger mit deinem besten Freund hattest. Ich darf mich mit dir freuen, wenn du zum Klassensprecher gewählt wurdest oder eine Eins beim Lesen abgestaubt hast. Ich werde deine Turnschuhe suchen, deine Arbeitsblätter in die Mappe einsortieren, dich in der Schule wegen Magenschmerzen entschuldigen, wenn Deutschland im Finale der Fußballweltmeisterschaft steht, deine Pausenbrotdose mit den verschimmelten Broten aus der Tasche holen und dich erleichtert in die Arme schließen, wenn du mal wieder auf dem Nachhauseweg getrödelt hast.

Und nun wünsche ich dir eine wunderschöne Schulzeit. Hab Spaß und Freude am Lernen, finde Menschen, die du als Freunde in dein Herz schließt, lass dich nicht unterkriegen von Notendruck und Zeugnisstress, spiele, lache, sei frech und jungenhaft. Ich bin gespannt und so voller Freude auf das, was da kommen mag und werde am Wegesrand stehen und dir winken.

Ey, wenn sich alles in Kreisen bewegt
Dann gehst du links, dann geh‘ ich rechts
Und irgendwann kreuzt sich der Weg
Wenn wir uns wieder sehen

(Kreise, Johannes Oerding)

Deine Mama

Nachtrag:

Mit meinem Text „Brief an mein Schulkind“ bewerbe ich mich für den scoyo ELTERN! Blog Award 2018 und möchte damit allen Eltern Mut machen, die vor der Einschulung ihres Kindes stehen oder schon ein Schulkind haben, so wie ich. Wir haben das erste Schuljahr hinter uns. Lief alles rund? Nein! Natürlich gab es auch bei uns ein paar Hindernisse zu überwinden. Jimmy musste lernen, den Stift zu halten und säuberlich zu schreiben, ich musste das Loslassen lernen. An einem Tag habe ich mit klopfendem Herzen auf mein Kind gewartet und hatte unglaublich Angst, dass ihm etwas passiert ist. Es kam laut singend und 20 Minuten zu spät, weil es in der Schule noch einen Streit klären musste. An einem anderen Tag habe ich Jimmy morgens angeschrien, weil er in kurzer Zeit zwei Schals, eine Mütze, drei Stifte, das neue Radiergummi und die Trinkflasche verloren und vergessen hat. Er ist dann weinend zur Schule gegangen und mir hat wenig später das Herz geblutet, weil ich so gemein war. Weißt du, was ich gelernt habe? Meinem Kind zu vertrauen.

Er macht das schon und Fehler sind da, um daraus zu lernen. Unsere Kinder sind ganz wunderbar und all die vergessenen Sachen, das Rumbummeln auf dem Schulweg, Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben, Unlust zu lesen und zu schreiben – es gehört dazu und ist normal. Alles was dein Kind braucht, sind Eltern, die ihm das Gefühl geben: du, mein Kind, du schaffst das schon. Wenn etwas schief geht, sind wir bei dir.

Mut ist ganz wichtig, und zwar für dich. Hab Mut, dein Kind alleine zur Schule gehen und stückchenweise immer mehr Verantwortung tragen zu lassen. Hab Mut, seine Schwächen zu akzeptieren und seine Stärken in den Fokus zu stellen. Eine Sportskanone kann nicht noch den Lesewettbewerb gewinnen, ein kleines Computergehirn wird nicht auch noch Erster beim Wettrennen. Ein sensibles Kind, das viel Feingefühl für seine Mitmenschen hat, muss kein Klassensprecher werden und ein Traumtänzer kann vielleicht singen und malen, aber nicht jede Regel einhalten. Wir Eltern lernen sehr viel, wenn unser Kind in die Schule gehen. Ich wünsche euch, dass ihr dieses Abenteuer gemeinsam erlebt, sich eure Wege immer wieder kreuzen und ihr all die kleinen und großen Hürden gemeinsam meistern werdet. Bleib fröhlich und vor allem: unperfekt. Denn das zeichnet uns Menschen aus. Deine Laura

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Hast du Lust auf mehr Musik? Dann komm doch mal rüber zu meinem Instagram-Kanal. Hier gibts Motivation für Mamas, feine Kaffee-Rezepte und unsere Müttersprechstunde am Morgen. Ich freu mich auf dich!

Wie kann ich mein Kind stärken?

Bei uns beginnt eine spannende Zeit. Jimmy kommt nach den Sommerferien in die Schule und war somit das ganze letzte Jahr im Kindergarten ein Vorschulkind. Erst neulich habe ich hier von einem Elterninformationsabend berichtet, bei dem sich viele Eltern sehr besorgt über die bevorstehende Zeit zeigten. Bei uns ist noch alles cool. Richtig viel verändert hat sich noch nichts und das finde ich auch gut so. Denn außer meiner Überlegung, wie ich mein Kind stärken kann, um für die Grundschulzeit fit und gewappnet zu sein, haben wir in der Familie alles gemacht wie bisher.

Konsti vom Blog Große Köpfe hat sich erst neulich über das Thema Förderung von Vorschulkindern Gedanken gemacht und mich darauf gebracht, selbst darüber zu schreiben.

Förderung Vorschulkinder
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Wie viel Förderung braucht ein Vorschulkind?

Vor ein paar Jahren tingelte ich durch ein Spielwarengeschäft auf der Suche nach Sandspielzeug für Baby Jimmy. Da entdeckte ich ein riesiges Regal im Eingangsbereich mit Material, um Vorschulkinder zu fördern. Es gab Hefte, mit denen Kinder Zahlen, Bögen und Kreise malen lernen konnten, Malbücher, die auf die Schule vorbereiten sollten, Fachliteratur für Eltern, wie Kindergartenkinder richtig gefördert und für die Schule fit gemacht werden sollen. Seltsam habe ich das damals empfunden. Für die Schule fit machen? Wozu soll das gut sein? Als Kind habe ich im Kindergarten bis zuletzt gespielt und erst in der Schule begonnen, Bögen, Zahlen und Buchstaben zu schreiben. Klar gab es da ein paar Dinge, die für uns Vorschüler anders waren als für die Kleinen. Wir waren die Großen und sollten uns auch ein bisschen so verhalten. Wir durften mit der Kindergärtnerin in den Supermarkt gehen, übten Schuhe binden und eigenständig auf die Toilette zu gehen. Das war`s aber auch schon.

Was ich vom Kindergarten erwarte

Genau so läuft es bei Jimmy auch ab. Er besucht eine kleine Gruppe und ist das einzige Vorschulkind. Soweit ich weiß, üben die Erzieherinnen mit ihm länger zu sitzen und sich zu konzentrieren. Bibi, Jimmys Lieblingserzieherin, zeigt ihm an seinen Fußballschuhen, wie er eine Schleife binden kann. Er darf ein paar Dinge, die die „Kleinen“ nicht dürfen und er übt, im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Mein Kind stärken – ich bin überzeugt davon, dass der Satz von Maria Montessori gilt: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Vorschulkinder fördern

In anderen Kindergärten wird fleißig gemalt und gezeichnet, Zahlen geschrieben und Schule in klein geübt. Vorschulkinder treffen sich einmal in der Woche und erhalten eine spezielle Förderung. Pädagogen beschäftigen sich mit Möglichkeiten, um aus den Fünfjährigen „Kleine Forscher“ zu machen und ihnen die ersten Schritte in den naturwissenschaftlichen Fächern aufzuzeigen. Ich habe überlegt: ist es der richtige Weg, wenn Jimmy ein Jahr vor der Schule einfach nur ein normales Kindergartenkind ist? Kann ich mein Kind stärken und es auf die Schule vorbereiten, wenn es an keinen Forschungsexkursionen mit anschließender Dokumentation in Portfolio-Ordnern teilnimmt, keine kleine Schule übt und stundenlang Bögen malt? Ich bin keine Pädagogin, aber naiv wie ich bin denke ich, dass all diese Frühförderung für uns nicht notwendig ist. Natürlich kann ich das auch deshalb so sehen, weil Jimmy keine Probleme mit der Konzentration hat, sogar freiwillig lange still sitzt und allgemein nicht auf den Kopf gefallen ist. Wenn mal eines der beiden anderen Kinder ein Hans Dampf sein wird und ein Jahr vor der Schule nur Flausen im Kopf hat, mag ich das anders sehen.

Mein Kind stärken, was heißt das?

Jetzt aber bin ich froh und denke, dass ich mein Kind stärken kann, indem ich ihm einfach vertraue. Es wird die Schule packen, da bin ich mir sicher. Wenn Schwierigkeiten auftreten, werden wir Eltern helfen und unterstützen. Wir haben ihm beigebracht, Erwachsene, Kinder, Lehrer und Erzieher mit Respekt zu behandeln, weil wir ihm denselben Respekt entgegenbringen. Wir möchten, dass er viel eigenständig tut, sich anzieht, ein Brot schmiert, an den Rucksack denkt – oder es zumindest versucht. Wenn etwas daneben geht, helfen wir aus und er probiert es beim nächsten Mal erneut alleine.

Keine Angst vor der Schule!

Ich erlebe häufig, dass sich andere Eltern vor der Schulzeit ängstigen. Die Gedanken, das Kind könne Schwierigkeiten mit dem Stoff oder den Lehrern haben, lässt bei vielen Müttern die Nerven flattern. Na klar, Schule ist anders als Kindergarten. Ganz so unbeschwert wird es sicher nicht mehr sein und auch das klasseninterne Miteinander müssen unsere Söhne und Töchter erst einmal lernen. Was ich mir denke ist folgendes: wir werden die Schulzeit schon schaukeln. Zur Not gibt es ne Extrarunde oder einen Schulwechsel. Das ist für das Kind nicht schön, aber das haben schon viele andere gechafft. So lange die Kinder uns Eltern haben, auf die sie zählen können, wird das schon schief gehen. Schließlich geht es am Ende darum, dass unsere Kinder lernen, groß und selbstständig zu sein. Es geht nicht um unseren eigenen Ehrgeiz und um die Gymnasialempfehlung, sondern darum sie fit zu machen für das Leben da draußen.

Mein Kind stärken

Zehn Dinge, die Vorschulkinder und Eltern nicht verpassen dürfen

  • so viel spielen, toben und flitzen wie möglich. Auf Stühlen wird Jimmy lange genug sitzen.
  • wir wissen es zu schätzen, dass wir noch ein paar Wochen auch mal ein wenig zu spät im Kindergarten sein dürfen
  • das nutzen wir aus: unter der Woche abends nochmal lange aufbleiben, gemeinsam einen Film schauen und dabei Popcorn essen
  • mit dem Kind üben, sich selbst anzuziehen. Das kann besonders bei kleinen Jungen schwierig sein. Aber ich habe noch nie einen Elfjährigen gesehen, der sich von seiner Mama anziehen lässt
  • Schuhe binden lernen. Das gehört zum Schulanfang irgendwie dazu. Ich befürchte, dass das bei uns sehr, sehr knapp wird und übe mich schon einmal in Geduld. Denn das wird mit dem Vokabeln lernen in den nächsten Jahren wahrscheinlich ähnlich sein
  • die Urlaubsbuchungen außerhalb der Ferien ein letztes Mal zu schätzen wissen. Leere Skilifte, bezahlbare Ferienwohnungen, flexible Buchungen, das ist bald Geschichte
  • dem Kind ganz viel Selbstvertrauen geben und es bestärken: du schaffst das schon mit der Schule. Ob das erste Mal Fußballtraining, alleine Brötchen holen oder schwimmen lernen: Wenn die Kinder wissen, dass die Eltern Zutrauen in ihre Fähigkeiten haben, tut das ungemein gut
  • bloß nicht zu viel von der Schule reden und wenn, dann nur positiv
  • die Kinder viel mit anderen spielen lassen. Viel anspruchsvoller als den ersten Satz lesen ist, sich in eine neue Gruppe einzufügen. Das können Kinder mit anderen auf dem Spielplatz, beim Ball spielen oder beim Lego bauen mit den Freunden zuhause am besten üben
  • Streitereien zulassen. Auch das wird in der Schule nicht ausbleiben und dann wird keine Mama zur Stelle sein, die sich einmischt nach dem Motto: „der Jan hatte das Auto aber zuerst“

Ich bin mir sicher, dass diese zehn Punkte, eine positive Grundeinstellung und ganz viel Vertrauen in unsere Kinder alles sind, was sie für die Schule brauchen. Mein Kind stärken kann ich auf diese Weise am besten – für die Schule und für das ganze Leben!

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