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Mein Text für den Scoyo-Blogaward Award

Ich habe etwas zu feiern und möchte dir heute davon berichten. Das Schreiben ist meine große Leidenschaft und ich übe sie hier auf diesem Blog nun sogar beruflich aus. Seit ein paar Jahren gibt es für Familien-Blogger einen Award zu gewinnen, für den ich mich schon mehrere Male beworben habe. Dieses Jahr gab es das erste Mal ein vorgegebenes Thema: „Nachhilfe und Förderung, was hilft Kindern wirklich?“ und mir fiel sofort mein Text für Jimmy ein.

Brief an mein Schulkind hieß der und ich habe darin geschrieben, wie sehr mich die Einschulung letztlich doch berührt hat. Nun, ein Jahr später, hat sich vieles genau so ereignet, wie ich es mir in dem Brief vorgestellt habe. Es gab Ärger um verlorene Schals, banges Warten auf die Rückkehr des Kindes am Mittag und ein paar Startschwierigkeiten beim Ausmalen. Eines habe ich in diesem Jahr gelernt: dass es sehr wichtig ist, dem Kind zu vetrauen, Verständnis zu haben und voller Zuversicht auch den Dingen gegenüberzustehen, die nicht so klappen.

Unsere Kinder sind ganz wunderbar und all die vergessenen Sachen, das Rumbummeln auf dem Schulweg, Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben, Unlust zu lesen und zu schreiben – es gehört dazu und ist normal. Alles was dein Kind braucht, sind Eltern, die ihm das Gefühl geben: du, mein Kind, du schaffst das schon. Wenn etwas schief geht, sind wir bei dir.

Brief an mein Schulkind

Und ich sehe mein Kind immer größer und selbstständiger werden. Mich macht das stolz und gleichzeitig ein wenig traurig. Unsere Neffen, die ich als kleine Krabbler kennengelernt habe, sind Teenies und bald schon erwachsen. Das geht so schnell und kaum drehe ich mich um, wird Jimmy mit seinem Smartphone auf dem Sofa sitzen, Youtube-Videos schauen und mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen. Wenn ich Johannes Oerdings Lied „Kreise“ hören, dann denke ich daran.

Ey, wenn sich alles in Kreisen bewegt
Dann gehst du links, dann geh‘ ich rechts
Und irgendwann kreuzt sich der Weg
Wenn wir uns wieder sehen

Das ist mein persönliches Jimmy-Lied geworden und ich bin einfach froh, seine Mama sein zu dürfen. Diese Gefühle habe ich in meinem Text verarbeitet und wollte damit auch Mut machen. Mut, das Kind loslassen zu können, Mut für die Schule und alles, was da auf Eltern und Kinder zukommt. Denn wenn wir unseren Söhnen und Töchtern einzig und alleine das Gefühl auf den Weg mitgeben, dass sie immer auf uns zählen können und wir sie so lieben, wie sie sind, dann haben wir alles, wirlich alles richtig gemacht. Eine bessere Förderung gibt es nicht!

Die Abstimmung

Wenn du Lust hast, für den Gewinner-Text abzustimmen, dann schau mal hier vorbei:

https://www-de.scoyo.com/eltern/lernen/nachhilfe-foerderung/eltern-tipps-blog-award-2018-voting#finalisten-2018

Und lies dir, wenn du Zeit hast, gerne mal all die schönen Texte durch. Die Schreiberinnen (leider gibt es keinen Papablogger unter den Nominierten) haben mit viel Herzblut geschrieben und ich finde es toll, die unterschiedlichen Herangehensweisen zu sehen. Ich freue mich jedenfalls, wenn du bei der Abstimmung mitmachst.

Bis dahin wünsche ich dir, dass die Schulzeit für euch als Familie eine schöne wird. Dass dein Kind die Hürden mit eurer Hilfe meistern kann und ihr die Erfolge gemeinsam feiert. Dass Noten und Schulart weniger wichtig sind als das Lernen selbst, der Spaß und die Freude am Entdecken erhalten bleiben und dein Kind von Lehrern, Klassenkameraden und Freunden so angenommen wird, wie es ist.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Endlich Ferienzeit! Bei uns in Baden-Württemberg ist das Schuljahr nun vorbei und ich ziehe mein kleines Resumee. Es hat sich doch etwas verändert, seit wir ein Schulkind in der Familie haben. Der Tagesablauf ist ein wenig geregelter geworden, die Hausaufgaben nehmen ihren Raum ein und Jimmy muss seinen Alltag managen: Spielen mit Freunden, Mathe üben, Konflikte mit Klassenkamaraden klären und das Schulzeug organisieren. Ganz schön viel zu tun für so einen knapp Siebenjährigen, und er macht das ganz hervorragend. An einer Sache aber haben wir uns lange aneinander gerieben und ich hatte es schon geahnt – Jimmy ist so ein zerstreuter Mensch. Er denkt an sieben Sachen gleichzeitig, meist ist das Thema Fußball. An Jacke, Sonnenhut, Stifte und Spitzer denkt er aber nicht. Oft sind wir mittags gemeinsam mit den Geschwistern in die Schule gelaufen und haben die Fundsachen durchwühlt. Ich verrate dir, dass es kein Spaß ist, in riesigen Plastikkisten zwischen verschwitzten Sportklamotten und alten, gefüllten Pausenbrotdosen nach dem von Oma gestrickten Schal zu suchen. Im Klassenzimmer haben wir auch gesucht, denn es fehlten dauernd Stifte. Einmal war die Jacke unauffindbar, am nächsten Tag die Turnschuhe.

Ärger mit dem Schulkind

Als motivierte Mutter, die das erste Kind einschult, habe ich natürlich die dicken, guten und teuren Stifte gekauft. Die Winterausrüstung war selbst gestrickt und die Jacken mit Wassersäule drölfzigtausend. Schön blöd, das weiß ich jetzt. Ich kann dir einen guten Tipp an die Hand geben: kauf keine zu teuren Sachen für die Schule, dann ärgerst du dich nicht über dein Kind und dein Kind nicht über die meckernde Mama. Das Kind wird auch mit billigen Stifen anmalen können, auch ein Ratzefummel vom Discounter macht die Bleistift-Drei gut weg und die Diskussion um wasserfeste Kleidung mag im Waldkindergarten oder bei einer Bergtour durch die Alpen sinnvoll sein; bei einem gewöhnlichen Schulkind, dessen Schulweg durch eine von Menschen besiedelte und asphaltierte Gegend führt, reicht eine gewöhnliche Regenjacke aus. Ich spare mir nämlich extrem viel Geld und vor allem Nerven, wenn ich mir bei den kritischen Dingen günstigen Ersatz zulege und Jimmy zwar Verantwortung lernen muss, er aber keinen Mords-Rüffel nach fünf anstrengenden Stunden Schule bekommt, weil die 30 Euro-Kindermütze aus dem schicken Dingsgeschäft weg ist.

Nie mehr Schulsachen verlieren: die Lösung

Ich habe aber noch einen anderen, sehr wertvollen Tipp für dich! Wir haben uns schon vor einem Jahr eine Schulausrüstung bei gutmarkiert besorgt. Da bekommst du Klebe- und Bügeletiketten mit dem Namen deines Kindes drauf. Ihr könnt euch sogar Farbe, Schrift und Symbol aussuchen. Sie sehen hübsch aus, aber viel besser ist, dass sie wirklich halten. Normalerweise kleben Etiketten bei hohem Nutzungsgrad schnell nicht mehr. Das ist hier anders. Ich kann nach einem Jahr Dauernutzung sagen, dass jedes einzelne Etikett noch an seinem Gegenstand zu finden ist. Zum Beispiel haben wir Jimmys Trinkflaschen beklebt, die ich beinahe täglich in die Spülmaschine räume. Beklebt sind außerdem die Brotdosen, das Mäppchen, die Hefte, die Sporttasche, der Schirm und alle anderen Dinge, die Schulkinder so brauchen. Genial sind die Kleber für die Schuhe. Hier war ich äußerst skeptisch, ob das wohl funktioniert, aber über die Kleber mit den Namen der Kinder kommt noch ein extra Schuh-Kleber, das hält dann bombenfest. Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft Jimmy mit nur einem Schuh nach Hause kam. Aber mit dem Namensaufkleber war das dann kein Problem, die Lehrerinnen wussten sofort, wem er gehört.

Etiketten von gutmarkiert

Die Bügeletiketten habe ich auch in so ziemlich jede Klamotte gebügelt. Sie halten seit einem Jahr ordentlich viele Touren in der Waschmaschine aus, ohne abzugehen. Ich habe dafür übrigens groß unseren Nachnamen drucken lassen und in klein die drei Vornamen der Kinder darunter. Denn wenn alles gut läuft, bleiben uns die Jacken nun erhalten und ich muss für das nächste Kind kein neues Etikett reinbügeln. Die kleinen Etiketten zieren bei uns auch die Sportkleidung, Luises Kindergartenkleider von Matschhose über Wechselkleidung und Handschuhe, Gummistiefel, Sandspielzeug, Handtücher, Kosmetikbeutel, Schlafsäcke und Gesellschaftsspiele. Und drauf gebügelt halten sie sogar auf dem selbstgestrickten Schal von Oma, alles unter schwersten Einsatzbedingungen getestet, versprochen!
Mit im Basis-Paket für die Schule enthalten war noch ein Taschenanhänger. Auf dessen Rückseite haben wir ein Namenskleber geklebt und so Ranzen, Taschen oder Koffer markiert. Für die Ferien sind die Etiketten natürlich auch genial. Wenn all die Dinge mit Namen versehen sind, dann verlieren die Kinder auch auf Klassenfahrt, im Ferienlager oder beim Urlaub mit Oma und Opa ihre Sachen nicht.

Weitere Tipps für die Schul-Organisation

Was uns neben den tollen gutmarkiert-Etiketten noch geholfen hat, den Schulalltag möglichst ohne Stress und Ärger zu organisieren, waren folgende Dinge:
  • jeden Tag um die gleiche Zeit aufstehen. Genug Zeit einplanen für Frühstück, Anziehen, Zähne putzen
  • fünf Kleider-Pakete zusammenlegen und in einer Kiste sammeln: so hat das Schulkind für eine Woche gleich alles parat
  • im Flur eine Kiste einrichten, in die Mützen, Schals, Schirm etc. reinkommen. Mit dem Schulkind üben, die Dinge da nach Ankunft auch wieder reinzulegen
  • regelmäßig mit dem Kind den Ranzen ausmisten, Blätter in die Ordner sortieren und Müll entsorgen
  • täglich Stifte spitzen und Mäppchen auf Vollständigkeit prüfen
  • Stifte und Kleinteile, auf die keine gutmarkiert-Etiketten passen, mit Washi-Tape markieren
  • Mützen im Winter mit einem kurzen Bändel und einem Druckknopf an der Jacke befestigen (Bändel kurz halten, damit er sich nicht um den Hals wickeln kann)
Ich finde es wichtig, dass die Kinder nach und nach lernen, mehr Verantwortung für ihre Sachen zu übernehmen. Aber ich habe gemerkt, dass so ein Erstklässler mit den vielen Dingen ziemlich überfordert ist. Da braucht es bei den meisten Kindern noch die Hilfe der Eltern. Zusammen und mit etwas Übung klappt das dann von Schuljahr zu Schuljahr besser, vor allem mit den tollen Etiketten von gutmarkiert. Im Übrigen sehen die Sachen mit den fröhlichen und bunten Etiketten auch noch viel schöner aus! Falls du noch etwas für die Schultüte brauchst oder ihr im Bekanntenkreis ein Kind habt, das eingeschult wird, wäre so ein Set außerdem ein tolles Geschenk für die Schultüte.
Ich habe die Namen retuschiert, sie sind natürlich wunderbar zu lesen 🙂

Gewinnspiel

Wäre das was für euch? Egal, ob du ein Kindergarten- oder ein Schulkind zuhause hast, zusammen mit gutmarkiert verlose ich hier ein Kombiset Aufkleber. Kommentier einfach unter diesem Text und erzähl, was ihr schon so verloren habt! Ich bin gespannt….
Teilnahmebedingungen: Schreibe mir einfach einen Kommentar unter den Text, es wird ein Gewinner ausgelost. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass ich deine Adresse für den Versand bekomme und an gutmarkiert (ausschließlich für den Versand-Zweck) weiterleiten darf. Nach erfolgtem Versand wird die Adresse unverzüglich gelöscht. Für Verluste auf dem Versandweg wird keinerlei Haftung übernommen. Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Dieses Gewinnspiel läuft vom 21.07.18 bis zum 30.07.18 um 23.59 Uhr. Der Gewinner wird am 01.08.18 per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt. Teilnahme nur mit Abgabe von einem Kommentar pro Person möglich. Der Gewinn kann nur innerhalb Deutschlands versendet werden. Eine Auszahlung, Übertragung, sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Keine Gewähr, Haftung, oder Barauszahlung des Gewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura
Warum wird hier Werbung gemacht? Das erkläre ich dir hier. Falls du Lust hast, mehr von mir zu lesen oder zu sehen, dann schau doch mal bei Instagram vorbei. Da gibts einen Haufen Inspirationen für den Mama-Alltag und eine Runde Glitzer für dich!

Viele Familien sind ja längst im Ferienmodus, bei einigen ist sogar schon wieder die Schule in Sicht. Ganz anders bei uns in Baden-Württemberg. Es gab nicht einmal Zeugnisse und wir haben noch ein paar Sommerabschlussfeste vor uns. Dennoch macht sich auch so langsam bei uns die Ferienstimmung breit. Das erste Mal haben wir ein Schulkind, das sich auf sechs Wochen Pause freut und das erste Mal frage ich mich, wie ich sechs Wochen Schulferien rumkriegen soll. Daher habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und erzähle dir heute, wie bei uns die nächsten sechs Wochen ablaufen.

Ab in den Wald

Leider, leider haben wir keinen Platz bei den Waldwochen mehr bekommen. Dort wollte ich Jimmy anmelden, damit er 14 Tage lang in der Natur verbringt, Stöcke schnitzt und Lagerfeuer macht. 15 Minuten vor Anmeldebeginn hatte sich Anton in eine Schlange gestellt, die sich drei Mal um das Gebäude schlängelte. Kurz bevor er dran war hieß es: „ab jetzt nur noch Warteliste“. Wir haben leider Pech und wissen nun für das nächste Jahr, dass wir wohl früher dran sein müssen. Aber ich habe mir dafür was anderes vorgenommen. Im Sommer, wenn das Freibad voll und die Luft stickig ist, bin ich gerne im Wald. Schatten, Natur und feiner Duft ist hier immer zu finden und so werde ich nachmittags die Kinder schnappen und einen Ausflug hin machen. Luise ist sowieso einmal die Woche mit dem Kindergarten dort und sie kann uns die schönsten Ecken zeigen. Hast du auch Bäume in der Nähe? Dann packt euch einen kleinen Picknickkorb und eine Decke ein und entert den Wald. Kostet nichts, tut allen gut und die Kinder sind garantiert beschäftigt.

Jugendfarmen – Paradiese ohne Eltern

Wir haben hier rund um Stuttgart viele Jugendfarmen, so auch in unsere Gegend. Ich bin immer begeistert von solchen Möglichkeiten, die Kinder unterzubringen. Das Tolle ist: Schulkinder dürfen hier ganz ohne Eltern sein, Feuer machen, Hütten bauen und Tiere versorgen. Es gibt sogar eine Ferienbetreuung für arbeitende Eltern. Allerdings ist die Jufa hier die ersten zwei Wochen zu, aber danach bringe ich Jimmy und seinen Freund sicher mal vorbei. Die Kinder werden dort von Pädagogen beaufsichtigt, dürfen aber in erster Linie machen, was sie wollen. Keine Mama, die meckert oder vor Gefahren warnt, eine große Gemeinschaft und vor allem eine bunt gemischte Bande. Ich halte nichts davon, Kinder in Wohlstandstruppen unterzubringen. Welches Leben lernen sie kennen, wenn überall nur gut behütete Akademikerkinder mit Gemüse in der Brotdose rumtoben? Ich mag es, wenn meine Kinder dort sind, wo alle anderen auch spielen. Lieber ein paar gepflegte Schimpfwörter als den ganzen Tag nur Helikoptereltern um sich herum! Schau doch mal, ob es sowas auch bei euch in der Nähe gibt. Für kleiner Kinder gibts Familien-Samstage, an denen auch Eltern kommen dürfen.

Angebote der Stadt

Städte, Vereine oder Kirchen bieten ziemlich viel Programm für Kinder an. Darunter picken wir uns gerne die schönsten Sachen raus. Jimmy hat sich ein dreitägiges Fußballcamp ausgesucht, Luise geht zwei Mal zum Ponyreiten. Der Nachbarsjunge hat sich für einen Einradkurs angemeldet und es gibt noch sehr viel mehr, sodass jedes Kind das richtige findet. Das Fußballcamp ist recht teuer, leider. Darum ist eine günstigere Idee, ein paar Jungs zusammen zu trommeln, zwei Tore aufzustellen oder zu zimmern und eine kleine Fußballweltmeisterschaft unter Nachbarn zu veranstalten. Schau doch mal, ob noch Plätze bei den Kinderveranstaltungen frei sind. Vielleicht ist ja auch etwas für deine Kinder dabei?

Kinderbetreuung teilen

Ich habe mich jetzt mal mit den Eltern von Jimmys Freunden abgestimmt. Wer ist wann im Urlaub und gibt es Zeiten, in denen alle hier sind? Dann teilen wir uns einfach die Kinderbetreuung. Ich nehme mal die Jungs mit auf den Spielplatz, ein Tag später darf Jimmy bei ihnen zuhause spielen. Auch Übernachtungspartys sind angesagt oder ein Zelt im Garten aufstellen ist eine spannende Aktion. In jedem Fall ist es immer gut zu wissen, wer von den Freunden und Nachbarn da ist, denn sicher langweilt sich gerade in diesen Momenten irgendwo ein anderer Junge.

Verreisen mit den Großeltern

Jimmy und Luise verreisen dieses Jahr mit den Großeltern und der Tante ans Meer. Uns ist die Fahrt mit dem kleinen Oskar zu weit und Anton muss viel arbeiten. Damit die Kinder aber dennoch in den Genuss von Salzwasser, feinstem Ostsee-Sand und Strandkorb-Glück kommen, gehts ohne Eltern eine Woche in den Verwöhn- und Spaßurlaub. Die Tante fliegt mit den beiden nach Hamburg, also wird es extra spannend, denn sie saßen noch nie in einem Flugzeug. Übrigens ist es in einem solchen Fall wichtig, dass die Kinder Reisepässe besitzen, auch wenn sie nur innerhalb von Deutschland fliegen. Und wir geben ihnen ein Dokument mit, in dem unsere Adresse steht und die Einverständniserklärung, dass sie mit Großeltern und Tante im Urlaub sein dürfen. Auch Krankenversicherungskarten und Impfpass sind dabei. Vielleicht wäre das auch mal eine Idee für euch? Wir haben hier zwar noch unseren Zweijährigen am Start, aber ich genieße eine Woche ohne Streiterei und freue mich dann umso mehr, wenn die beiden von so einer aufregenden Reise wiederkommen.

Urlaub auf dem Bauernhof oder mit dem Wohnmobil

Natürlich fahren auch wir noch eine Woche weg. Seit drei Jahren machen wir Urlaub auf einem wunderschönen Bauernhof im Allgäu. Luise kann reiten, Jimmy Fußball spielen, wir wandern und genießen die Ruhe. Es gibt kein W-Lan, dafür Berge, Seen und Tiere. Anton wünscht sich seit langem, mal in den Süden zu fliegen. Aber ich hänge so an den Bergen und mir graust es vor langen Autofahrten und Flugzeugen. Wir denken aber drüber nach, uns mal ein Wohnmobil zu mieten und nach Südfrankreich zu fahren. So ist die Reise nicht so lang, denn wir müssten die Strecke nicht an einem Stück bewältigen. Wer tolle Tipps und Tricks für so einen Urlaub hat, darf mir gerne einen Kommentar da lassen.

Weitere Ideen für die Ferien

  • mit den Kindern ein Wochenende zu den Großeltern an den Bodensee verreisen
  • ins Theater oder in die Kinderoper gehen
  • Zoo und Märchengarten besuchen
  • uns Singstar für die Playstation ausleihen und singen, was das Zeug hält
  • eine Brettspiel-Olympiade machen
  • Zusammen kochen und den Großeltern ein prächtiges Mahl servieren. In diesem Kochbuch (Affiliate Link) gibts dazu Rezepte
  • Ein kleines Grillfest für die besten Freunde veranstalten
  • Alle Freibäder testen und das beste küren
  • Ein Baumhaus bauen
  • Eine Führung in der Wilhelma (Zoo) buchen
  • An einem Badesee in der Nähe zelten gehen
  • mit der Handykamera einen Film drehen
  • zusammen mit den Kindern auf Festivals oder ein Konzert gehen
  • Momo (Affiliate Link) von Michael Ende lesen und dabei Kekse essen
  • ein riesen Planschbecken kaufen und aufstellen, auch wenn die Kinder schon größer sind
  • gemeinsam Kresse und Radieschen pflanzen und aufziehen
  • sich einen Hund im Tierheim ausleihen und Gassi gehen
  • Das Kinderzimmer ausmisten und einen kleinen Flohmarkt machen
  • im Park eine Slackline spannen und üben: Kinder UND Erwachsene
  • ein Bundesland-Ferien-Ticket für die Bahn kaufen und alle großen Städte in der Nähe besichtigen

77 weitere tolle Ideen für den Sommer findest du auf dem Blog Einer schreit immer. Und falls du wissen willst, was wir von unserern Vorhaben umsetzen, schau mal auf Instagram vorbei. Da nehme ich dich bei unseren Aktionen mit und erzähle dir auch von meiner kinderfreien Zeit. Und nun wünsche ich dir richtig schöne (Rest-)Ferien und ganz viel Spaß mit den Kindern. Und natürlich auch ohne *muhahahahahaha*

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ein Jahr Schulkind

Jimmy ist jetzt schon bald ein Jahr Schulkind und ich wollte dir mal von unseren Erfahrungen erzählen. Vielleicht geht dein Kind ab diesem Jahr auch zur Schule und du hast ein wenig Sorgen, weil du nicht weißt, was alles auf euch zukommt. Ich habe mich hier auf dem Blog mit dem Thema schon öfter beschäftigt und habe geschrieben, was ein Vorschulkind auf keinen Fall verpassen darf. Außerdem habe ich hier einen Brief an mein Schulkind veröffentlicht, denn ein komisches Gefühl ist es natürlich schon, wenn das erste Kind in die Schule kommt. Aber keine Sorge, alles was ihr als Eltern braucht ist ein dicker Batzen Vertrauen in euer Kind und ein paar gute Nerven, falls mal wieder Turnschuhe und Mäppchen verloren gehen. Es ist wie mit so vielem anderen auch: haben wir uns nicht gefragt, ob unser Kleinkind mit seinen 14 Monaten jemals auf die Beine kommt und laufen lernt oder der Dreijährige in den nächsten Jahren mal seine Windel ablegen wird? Wir haben uns gesorgt und Bücher gewälzt, den Kinderarzt interviewt und uns den Kopf über mögliche Ursachen zerbrochen. Mit ein paar Jahren Abstand kommt uns dieser ganze Aufriss lächerlich vor, denn ganz sicher hat auch dein Kind Laufen gelernt und Windeln wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr tragen.

Stell dir euch alle einfach in ein paar Jahren vor. „Weißt du noch, was ich mich gesorgt habe, als Paulchen in die Schule kam? Und dabei war es doch alles gar nicht schlimm“ wirst du sagen. Oder „was habe ich mir nur unnötige Sorgen um Mia gemacht. Trotz ein paar Anlaufschwierigkeiten hat sie alles gut gemeistert“, so werden deine Worte klingen, da bin ich mir sicher.

Ein paar Startschwierigkeiten

Natürlich geht es im ersten Jahr manchmal auch ein wenig holprig los, das ist wohl bei den meisten Kindern so. Anna kann sich nach zwei Wochen immer noch nicht so richtig von ihrer Mutter trennen, Luis verliert einfach alles, was er so bei sich trägt. Ayse dagegen hat bis in den Herbst hinein Schwierigkeiten mit der Stifthaltung und Fabi kapiert erst einmal nicht, wie das mit dem Zusammenzählen der einzelnen Finger so klappt. In vielen Familien gibts Ärger, weil die Erstklässler bereits in Woche drei mürrisch vor den Hausaufgaben sitzen und an manchen Betten werden ernste Gespräche geführt, weil es zwischen dem Söhnchen und den Klassenkameraden in den Pausen zu Handgreiflichkeiten kommt.

Und ist das ein Wunder? Eigentlich nicht, finde ich. Die Sechs- oder Siebenjährigen haben nämlich echt viel zu tun mit all dem Neuen, das da auf sie zukommt. Dem einen fällt das Soziale leicht, dafür haperts mit dem Lernen. Beim anderen I-Männchen ist es umgekehrt. Das ist bei uns Großen doch auch nicht anders. Ich habe im neuen Job immer schnell Anschuss gefunden, aber mich in eine unbekannte Computer-Ordnerstruktur einzuarbeiten finde ich schwer. Beim Kollegen ist es gerade andersrum. Dann ist mal der Chef ein schwieriger Typ oder wir können nicht mit der Frau am Empfang. Übertragen auf die Grundschule ist vielleicht die Lehrerin nicht gerade der Traumtreffer oder der Hausmeister macht einem Angst.

Auch wir hatten so unsere kleinen Stolperer. Ich möchte nicht zu viel von Jimmy erzählen, aber dass er alles verloren hat, das habe ich hier mal erwähnt. Mich hat es rasend gemacht und wir bekamen uns mächtig in die Haare. Die Autorinnen vom Buch „Das gewünschteste Wunschkind“ haben mir dann erklärt, dass diese Selbstorganisation für Kinder ziemlich schwer ist. Sie müssen das langsam üben und ein Zehnjähriger beherrscht das Turnbeutel-Mitnehmen bereits viel besser als ein Erstklässler. Außerdem müssen sich die Schulanfänger an so viel Neues gewöhnen. Da ist es ja kein Wunder, dass mal der Stift verloren geht. Jimmy würde zwar neben dem Stift auch seinen Kopf vergessen, so viel ist sicher, aber dafür läuft er von Anfang an alleine in die Schule und hat ne Menge netter Kumpels gefunden. Das Schreiben liegt ihm nicht so, dafür rechnet er wie ein Computer. Du siehst, keiner ist perfekt und das ist überhaupt nicht schlimm.

Was hat sich verändert?

Ein paar Dinge sind nun anders als früher. Der Tagesablauf ist geregelter und ein wenig ernsthafter. Wir achten mehr darauf, dass Jimmy pünktlich ins Bett kommt. Das frühe Aufstehen war gewöhnungsbedürftig, aber es ging ganz gut. Schlimm ist, wenn wir mal verschlafen. Da gehts dann ganz schön ab hier. Anfangs war der Morgen chaotisch, aber es wird immer leichter mit der Zeit. Wir sind noch besser organisiert, damit wir uns hier morgens gut vertragen und Jimmy frohgemut starten kann. Mittags habe ich manchmal ein wenig nervös auf mein Schulkind gewartet, da bin ich inzwischen cooler geworden. Die sieht, auch Eltern müssen dazu lernen. Und die Sache mit den Hausaufgaben klappt auch. Ich lasse Jimmy da ziemlich freie Hand, das ist aber sicher auch Typsache. Kann sein, dass das bei einem der anderen beiden Kinder mal weniger einfach ist. Übrigens brauchst ihr erst einmal keinen Schreibtisch. Die Kinder machen die Hausaufgaben doch lieber bei den Eltern in der Küche oder im Wohnzimmer. Sobald das Kind dann seine Ruhe will, wird es sich melden. Jimmy hat inzwischen einen Tisch und einen guten Stuhl, aber hin und wieder macht er seine Aufgaben bei mir in der Küche. Noch ein Rat: schaff keine zu teuren Sachen an. Ob Schirme oder Radierer, nimm erst einmal die günstigen Modelle. Dann ist es nicht schlimm, wenn was verloren geht. Und markier alles mit Namen oder Stickern. Verändert hat sich auch, dass das Kind gefühlt dauernd frei hat. Nun muss ich mich laufend um eine gute Organisation in den Ferien kümmern. Mal kümmern wir Eltern uns im Wechsel, mal buchen wir die Kernzeitbetreuung.

Schule ist toll

Ich kann dir wirklich Mut machen für erste Zeit in der Schule. Macht euch nicht zu viele Gedanken, die ganzen Abläufe brauchen so ihre Zeit. Nach ein paar Wochen läuft meist alles ganz gut, Mutter und Kind gewöhnen sich an den neuen Tagesablauf und es macht sogar richtig Spaß. Die Kinder lernen gerne und ganz bestimmt werden auch deinem Kind die meisten Sachen ganz viel Freude bereiten. Sicher findet es neue Freunde und ist stolz auf all das, was es jetzt schon so alleine macht. Auch du als Mutter lernst eine Menge. Vor allem das Loslassen, das ist nämlich nicht immer leicht. Noch einen Tipp gebe ich dir: verzichte auf Kontroll-Apps im Ranzen oder in Uhren. Das macht dich nur wahnsinnig und ist eine Freiheitsbeschränkung für die Kinder. Lass dein Kind nach einer Weile alleine zur Schule laufen, übe am Anfang mit ihm zusammen und wenn es bereit dazu ist, schick es mit seinen Freunden los.

Ich finde die Schule spannend, bin immer neugierig, was da so los ist und wahnsinnig stolz auf mein Kind, das so viel Neues gelernt und gemeistert hat. Wenn du also auch bald ein Schulkind hast, dann gebe ich dir wirklich einen Ratschlag von Herzen. Wenn was nicht so gut läuft, dann schnauf erst einmal durch. Ich weiß, die Ruhe zu bewahren ist immer schwer, ich bin da selber nicht gut drin. Denk dir, dass das alles ganz normal ist und guck zusammen mit deinem Kind auf all das, was schon richtig gut läuft. Denk dir außerdem, dass es überhaupt nicht so prächtig ist, wenn einem alles in den Schoß fällt. Kinder müssen auch auf Widerstände stoßen, sie bezwingen und an ihnen wachsen. Alles was sie dann brauchen sind Eltern, die an sie glauben, die nicht sofort die Nerven verlieren und deren größtes Ziel keine Gymnasiumsempfehlung ist, sondern ein Kind, das Freude am Lernen hat.

Und jetzt wünsche ich dir erst einmal einen tollen Sommer. Falls dein Kind dann in die Schule kommt, wünsche ich euch außerdem einen riesig tollen ersten Schultag und ganz viel Freude im Alltag. Das ist ein aufregender und schöner Schritt, den ihr am besten gemeinsam und mit einer großen Portion Optimismus geht. Wir schauen auf ein schönes Jahr zurück und ich bin gespannt, was da noch kommt. Zusammen schaffen wir das, Jimmy und ich, das weiß ich. Alles andere ist egal. So wird das auch bei euch sein. Mach dir keine Sorgen!

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Lust auf mehr von Heute ist Musik? Auf meinem Instagram-Kanal übe ich mich im Nerven-Bewahren und halte ein paar gute Tipps für feine Kaffeepausen parat. Mehr Glitzer im Mama-Alltag können wir doch alle gebrauchen, oder? Ich freue mich auf dich!

Soziales Verhalten beginnt im Sandkasten

Irgendwo in einem beliebigen Dorf, auf irgendeinem Spielplatz, in irgendeinem Sandkasten, spielt sich immerzu das Gleiche ab: Mütter sitzen auf der Bank und predigen lauthals gutes Benehmen, Toleranz und Gerechtigkeit. „Emil, gib dein Schäufelchen auch mal ab!“, „Mia, bitte teil deine Spielsachen mit den anderen Kindern!“, „Nein, Luis, der Spielplatz ist für alle Kinder da, deshalb dürfen auch alle im Sand spielen!“.

Und so sollen Emil, Mia, Emma und Luis bitteschön lernen, wie geteilt wird, wie sie sich gut benehmen sollen, und dass alle Kinder ein Recht auf Freizeitvergnügen auf öffentlichen Einrichtungen haben. Zum Sozial-Benehmen gehört natürlich auch das „Danke“, „Bitte“ und „Auf Wiedersehen“ beim Metzger sowie der freundliche Handschlag am Morgen im Kindergarten.

Na klar, gutes Benehmen ist in einer funktionierenden und friedlichen Gesellschaft wichtig. Wir wollen miteinander klar kommen, wir möchten, dass unsere Kinder sich zu benehmen wissen und sich anderen gegenüber freundlich und sozial verhalten. Wir sind so stolz auf die Kleinen, dass sie sich schon mit drei Jahren um das kleine Geschwisterchen kümmern, in der Kita viele Freunde haben und fremde Kinder auf dem Spielplatz trösten, wenn diese hingefallen sind. „Ach, ist mein Kind sozial“, prahlt Emmas Mama, „sie kümmert sich immer um die Schwächeren!“

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Jetzt hört der Spaß auf

Kindergartenzeit, schöne Zeit. Hier ist das Leben noch wie in Bullerbü, und der Ernst des Lebens kann noch eine Weile draußen warten. Aber wehe, es beginnt die Schulzeit. Kaum werden Luis und Emma „Vorschulkinder“ genannt, machen sich ihre Eltern die ersten Sorgen. Vom Schulranzen über den Schreibtisch werden die tollsten und teuersten Dinge angeschafft und alles dafür getan, dass der Nachwuchs ja keinen Nachteil gegenüber den anderen Kindern hat. Luis Mama übt nachmittags heimlich mit ihrem Sohn das Schreiben, und Emmas Mama hat ein Übungsbuch gekauft, das sich an Vorschüler richtet und ihnen beibringen soll, Kurven und Wellen zu malen. „Dann fällt ihr das Schreiben lernen leichter“, argumentiert sie auf dem Info-Elternabend für künftige Schulkinder.

Überhaupt geht es ernst zu, auf Veranstaltungen dieser Art. Im Kindergarten wird aufgeklärt, was I-Männchen und ihre Eltern erwartet. Wie können die Kindergartenkinder gefördert werden, dass sie ja den Stift gerade halten, sich die Schuhe zubinden und auf einem Bein hüpfen können? Wäre ein Jahr Logopädie für Emil sinnvoll, immerhin kann er das SCH nicht sauber sprechen. Emils Mutter ist nervös, denn ihr Bürschlein ist ein Spätzünder. Ihr graut es davor, dass er in der Schule nicht mitkommt und am Rechnen und Schreiben scheitert wie bisher am Fußball und der musikalischen Früherziehung. Sowas gab es in der Familie bisher noch nicht, denn die Vorfahren Emils sind alle promovierte Ärzte, vom Uropa bis zum Vater.

Der Schock

Nach dem Kindergarteninfoabend folgt eine ähnliche Veranstaltung in der neuen Grundschule. Noch vier Monate, dann ist es soweit. Die künftige Lehrerin empfängt die aufgeregten Eltern, die allesamt Babysitter engagiert haben, damit Papa und Mama gemeinsam zu diesem wichtigen Event gehen können. Die Rektorin spricht ein paar warme Worte, dann ist die junge Lehrerin dran. Erst erzählt sie von sich, sie scheint freundlich und lieb zu sein. Dann spricht sie etwas aus, dass den Eltern von Luis, Emma, Emil und Mia den Mund offen stehen lässt: „Die Klasse ihrer Kinder wird eine Integrationsklasse sein. Das bedeutet, dass ihre Kinder gemeinsam mit fünf behinderten Kindern unterrichtet werden. Die Kinder haben ganz unterschiedliche Behinderungen. Eines hat eine Konzentrationsschwäche, ein anderes Kind sitzt im Rollstuhl. Wir haben einen Jungen mit leichtem Autismus dabei und ein Kind, das seit Geburt an spastischer Störung leidet. Außer mir wird es eine weitere Lehrerin geben, die extra für das Lernen mit behinderten Kindern ausgebildet ist. So werden alle Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes unterrichtet. Es entsteht kein Nachteil für Ihre Kinder. Im Gegenteil, Ihre Kinder profitieren von zwei Lehrerinnen, von der Gemeinschaft und dem gegenseitigen Respekt füreinander.“

Emils Mutter weiß nicht, was sie sagen soll. Das darf doch alles nicht wahr sein. Auch Mias Eltern können es kaum glauben. Ihre Mia soll in eine Integrationsklasse? Warum wird dies keine Klasse wie die drei anderen? Können sie die Klassen noch wechseln? Was ist, wenn Mia nicht so schnell lesen lernt, weil da so ein paar Kinder sind, die immerzu extra Förderung brauchen? Die die anderen vom Lernen abhalten, und Mia dann einen Nachteil davon zieht? Luis Vater steht auf und empört sich lautstark. „Da hätten wir Eltern ja wohl noch was mitzureden“, ruft er laut. „Wo sind wir denn hier? Wir leben schließlich in einer Demokratie, und da müssen wir gefragt werden.“ Emmas Mutter ist kreidebleich. Wozu fährt sie in diesem Sommer mit Emma nach England, damit die schon mal ein paar Wörter auf Englisch sprechen kann, wenn sie in eine Grundschulklasse kommt, in der geistig behinderte Kinder sitzen? Womöglich wird hier gar kein Wert auf Fremdsprachen gelegt, sondern die Lehrer müssen gucken, dass die Kinder überhaupt die deutsche Sprache beherrschen!

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Integrationsklasse? Nicht mit uns!

Nachdem dieser Abend im Streit endet, finden sich ein paar Eltern in der darauf folgenden Woche im Gemeindehaus ein, um einen Beschwerdebrief an die Schulleitung zu formulieren. Sie möchten nicht, dass ihre Kinder in eine Integrationsklasse kommen, dafür werden sie eintreten, und zwar mit einer Unterschriftenliste. „Wäre ja noch schöner, wenn unsere Kinder in der vierten Klasse keine Gymnasialemfpehlung bekommen, weil so ein paar Behinderte alle vom Lernen abhalten“, ruft eine Mutter. Dabei wohnt sie in der Neubausiedlung zwei Häuser weiter weg von der Familie von Johannes, dem Jungen mit der Spastik. Früher, als Luis und Johannes noch klein waren, haben sie zusammen im Sandkasten gespielt. Und Luis Mutter hat immer Wert darauf gelegt, dass ihr Sohn den tollen Bagger und die riesen Schaufel auch mal abgibt. „Jetzt ist Johannes dran“, hat sie von der Gartenbank aus gerufen. Luis und Johannes waren immer gute Freunde. Das lag auch daran, dass Johannes immer so lustig und gut gelaunt ist. Die beiden spielen so schön zusammen, da waren sich beide Mütter einig. Und Luis Mutter hat gemerkt, dass Johannes Art Luis richtig gut tut.

Aber dass Johannes mit seinen Krämpfen und seiner seltsamen Aussprache in die gleiche Klasse wie Luis kommen soll, daran hätte sie im Traum nicht gedacht. Hier geht es schließlich um die Schule, ums Lernen und um den späteren beruflichen Erfolg ihres Sohnes, hat sie ihrem Mann gesagt, und ihre Unterschrift unter die Liste gesetzt.

Gutes Benehmen, das ist Eltern immer so wichtig. „Bitte“ und „Danke“ sagen, den Bagger abgeben, andere mitspielen lassen und Verletzte trösten. Aber bei der Schule, da hört der Spaß schließlich auf, oder?

Ps.: Achtung, dieser Beitrag ist als eine Kurzgeschichte zu lesen. Die Personen sind frei erfunden und deren Meinung enstpricht in keinster Weise der Auffassung der Autorin.

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