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Job und Beruf

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Mich erreichte eine Mail von Christine Steinhart, die sich wie viele andere Eltern einschließlich mir über die Situation für Familien in der Corona-Krise ärgert. Sie hat mir einen Text geschickt, den ich hier als Gastbeitrag veröffentlichen darf, und der das Problem skizziert. Ende April hat das Kultusministerium beschlossen: Ab dem 18. Mai sollen Kindertageseinrichtungen ihr Betreuungsangebot wieder schrittweise ausbauen – doch noch immer fehlt dafür jeglicher Plan. Träger und Einrichtungen warten auf ein Signal der Stadt, die Stadt wartet auf die Rechtverordnung des Landes. Und Eltern warten auf Informationen – vergeblich. Seit mittlerweile zwei Monaten sind die Kindertagesstätten aufgrund der Krise geschlossen – eine schwierige Situation für Familien. Erschöpfte Mütter und Väter melden sich nach ihrem Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit zu Wort, wütende Mütter schreiben wütende Blogartikel mit Worten, die sie ihren Kindern verbieten würden. Aber nicht nur die Betreuungsarbeit wird für Eltern zur Belastungsprobe. Die wochen- und monatelange…

Fürsorge ist eine sehr bereichernde Arbeit. Ein Kind trösten, wenn es sich weh getan hat, für Freunde da sein, wenn es ihnen nicht gut geht, dafür sorgen, dass es alten und kranken Menschen besser geht, indem wir uns kümmern – es gibt kaum einen besseren Grund, sich anzustrengen. Ohne die Sorge füreinander geht es nicht, das spüren wir jetzt in der Krise besonders stark. „Fließbänder kann man stillstehen lassen, Kinder und Schwerkranke alleine zu lassen, ist unmenschlich“, schreibt Barbara Vorsamer in der Süddeutschen Zeitung (Bezahlschranke). Das macht deutlich, dass Fürsorge nicht nur bereichernd, sondern auch überlebensnotwendig ist. Diskriminierung von Fürsorge Wäre es nicht an der Zeit, diese Fürsorge-Arbeit endlich zu würdigen, sie besser zu entlohnen und sich einmal damit zu beschäftigen, was das für Folgen hat für die, die diese Arbeit ausführen? Auch wenn Väter sich mittlerweile viel selbstverständlicher um ihre Kinder kümmern, als sie das noch Generationen zuvor getan…

Alexandra kenne ich vor allem von ihrem Instagram-Kanal. Hier fällt sie mir mit klugen Texten auf, die uns Mütter wachrütteln. Zum Beispiel darüber, wie wichtig es ist, sich als Mutter über sein eigenes Geld und gerechte Aufteilung von Haus- und Care-Arbeit Gedanken zu machen. Aber sie schreibt nicht nur wertvolle Beiträge auf Instagram, sondern ist außerdem Redakteurin der Frauenzeitschrift BRIGITTE und sogar seit kurzem Chefredakteurin der nagelneuen BRIGITTE Green. Wir haben uns zum Plausch verabredet und uns eine Sache versprochen: in den nächsten Tagen kümmern wir uns um unsere finanziellen Angelegenheiten, denn es ist so wichtig, sich abzusichern. Du kannst übrigens gerne mitmachen. Es gibt nämlich viele verschiedene Möglichkeiten, etwas für die Rente zur Seite zu legen, auch wenn du beruflich nicht oder nur eingeschränkt tätig bist. Denn es ist einfach unglaublich unfair, wenn Mütter, die sich um die Kinder kümmern, ein hohes Risiko tragen, im Alter arm zu sein.…

Mental Load: ein Vater weiß Bescheid Gibt es eigentlich auch Väter, die den Kopf voll haben und genau wissen, was Mental Load bedeutet? Ja sicher, die gibt es. Heiner und seine Frau zeigen, dass es auch umgedreht geht: er ist zuhause bei den Kindern, sie verdient das Geld. Erst neulich war Heiner genervt, weil Corinna so spät vom Krankenhaus kam und er mit dem Essen warten musste. Aber dann erinnerte er sich, wie es ihm selbst ging, als er berufstätig war. Das Geheimnis der Beiden? Sie kennen die Lage des anderen. Corinna weiß, wie anstrengend ein Tag mit Kindern und Haushalt sein kann und kann Heiner verstehen, wenn ihm der Kopf raucht. Er dagegen weiß, dass auch das Geldverdienen und die Ansprüche am Arbeitsplatz für eine Menge Stress sorgen. Den anderen verstehen, im Gespräch bleiben, das momentane Modell flexibel betrachten und gegebenenfalls ändern, das sind wohl die Gründe, wieso die…

Bin ich als Mutter gut genug oder ist da noch mehr drin? Wenn ich Antworten darauf möchte, schaue ich einfach mal ins Ratgeberregal beim Buchhändler meines Vertrauens oder in Elternblogs, Foren oder Printmedien nach. Hier wird mir dann erzählt, warum es noch ziemlich viel Raum nach oben gibt, um eine gute Mutter zu sein. Stimmt, war nicht so brilliant, was ich da letzte Woche abgezogen habe. Ich habe die Kinder viel vor den Fernseher gesetzt und sie waren zu wenig draußen. Ich habe Pommes in den Ofen geschoben und Schoki statt Obst zum Nachtisch serviert. Es kommt aber noch viel schlimmer: Ich war ziemlich ungeduldig und habe sogar alle Kinder angeschrien. Hatte kein Verständnis dafür, dass mein großer Sohn wie ein Berserker aus der Schule kam und rumgepoltert hat wie ein Wilder. Dabei weiß ich es doch besser. Er muss sich den ganzen Vormittag anstrengen und lieb sein, also lässt…

Heute schreibe ich über ein sehr spannendes Thema, das ich letzte Woche in der Müttersprechstunde auf Instagram mit vielen anderen Frauen besprochen habe. Haben Frauen eigentlich eine Wahl, wenn es darum geht, nach der Geburt des Kindes zuhause zu bleiben oder wieder berufstätig zu sein? Der Ursprung zum Thema war mein Post auf Instagram, dass Feminismus meiner Meinung darin besteht, dass Frauen selbst entscheiden können. Gefangen in der Kümmer-Rolle Sheryl Sandberg hat mich inspiriert. In ihrem Buch Lean in. Frauen und der Wille zum Erfolg (Affiliate Link) hat sie von den Mütterkriegen geschrieben, die zwischen Frauen herrschten. Deren Identitäten stehen auf dem Spiel, daher ist der Kampf so unerbittlich. Es reicht also nicht, dass wir sowieso in Sachen Gleichberechtigung ein schweres Los haben, wir verurteilen uns also auch noch gegenseitig. Oder tun wir es vielleicht gerade deshalb, weil es so schwer ist, Frau und Mutter zu sein? Warum ist das…

Das Dankbarkeitstagebuch Heute morgen begegnete mir auf Instagram eine prominente Mutter, die erzählte, dass es so nicht weiter gehen kann. Sie hat drei Kinder und eine Menge zuhause zu tun. Sie wollte etwas gegen ihre negative Sichtweise auf die Dinge unternehmen und gegen ihren Unmut angehen. Ihr Plan lautete: jeden Abend zehn Dinge aufzuschreiben, die gut liefen. Wofür sie dankbar ist und was sie alles geschafft haben. So sollte alles besser werden. Amen. Ich möchte die Damen schütteln und rütteln und sagen, dass es so nicht besser wird. Dankbarkeitstagebücher führen und früher aufstehen, drei Minuten am Tag meditieren und am Wochenende den Partner bitten, die Kinder für ein paar Stunden zu übernehmen, sich eine kleine Auszeit gönnen und hinterher ebenjenem mit Dankbarkeit huldigen – all das wird nicht dazu führen, dass es ihr besser geht, vermute ich. Früher aufstehen und öfter meditieren Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich bis…

Ich habe neulich Post von einer Leserin auf Instagram bekommen, die mir von ihren beruflichen Plänen schrieb. Sie hat zwei Kinder und ist Erzieherin, träumt aber von einer Ausbildung zur Hebamme und wagt nun einen Schritt: zusammen mit ihrem Mann hat sie beschlossen, das Abenteuer anzugehen und wird künftig ein Praktikum im Kreißsaal machen, anschließend dann die Ausbildung beginnen. Skeptisch waren allerdings Stimmen von außen. Bleibt noch Zeit für die Kinder? Kommen die nicht zu kurz? Wie sieht es mit der finanziellen Belastung aus? Das hat sie verunsichert und wir haben heute in der Müttersprechstunde darüber geredet. Es ist nie zu spät Von Müttern in Deutschland wird erwartet, dass sie sich um die Kinder kümmern. Im Umkehrschluss wundert sich keiner, wenn der Vater Karriere macht und den ganzen Tag außer Haus ist. Dabei spricht doch nichts dagegen, dass auch die Väter den Job zuhause bestens machen können. Es würden sogar…

Wie schaffen wir es nur, Kinder zu bekommen, gut für sie zu sorgen und gleichzeitig arbeiten zu gehen und Geld zu verdienen? Das ist wohl eine der großen Fragen, die wir uns als Eltern immer wieder stellen. Es gibt viele Möglichkeiten, sie alle haben einen Haken. Leider ist es meist ein Haken für die Frau und das muss sich ändern! Denn wenn wir wirklich gleichberechtigt leben wollen, müssen wir genau hier ansetzen: in der Arbeitswelt. Einer geht arbeiten, eine bleibt zuhause Lange Jahre hat die traditionelle Rollenaufteilung super funktioniert, denn seien wir mal ehrlich, am einfachsten ist es, wenn einer der Eltern arbeiten geht und sich der andere um die Kinder kümmert. Jeder hat seine zugewiesenen Aufgaben, die Terminplanung ist äußerst einfach und es sind keine hundertfachen Absprachen nötig. Auch meine Eltern haben es genauso gemacht und die Eltern aller meiner Freundinnen ebenfalls. Das war für den Süden Deutschlands und…

Freiheit bedeutet uns allen viel, denn nur wer frei ist, kann sein Leben zur eigenen Zufriedenheit gestalten. Kinder zu bekommen heißt dann, dass die eigene individuelle Freiheit erst einmal für eine Zeit lang eingeschränkt ist. Ganz besonders natürlich mit einem Baby. Ich selbst war doch einigermaßen erschrocken, wie wenig Schlaf ich anfangs bekam, wie sehr die Bedürfnisse des Kindes mein Leben veränderten und was es eben bedeutet, die Verantwortung zu tragen für einen Menschen, dessen Leben auf einmal so viel wichtiger ist als das eigene. Meine beruflichen Ketten Ich habe mich mehr und mehr daran gewöhnt, dass Eltern sein die eigene Freiheit stark einschränkt. Selten denke ich wehmütig an die Tage, die ich so gestalten konnte, wie ich wollte. Dennoch fühle ich mich als Mutter oft gefangen und unfrei, was aber weniger mit den Kindern zu tun hat. Berufliche Freiheit wurde mir mit grundlos befristeten Arbeitsverträgen genommen, die in der…