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Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, wie gestresst ich derzeit bin und dass mir der Alltag mit den Kindern gerade zusetzt. Immer wieder habe ich so eine Phase und dann bringt mich jede Kleinigkeit auf die Palme. Wenn aber momentan keine großen Veränderungen möglich sind, die mich entlasten, wie kann ich mir dann selber etwas Abhilfe schaffen?

Die Schwarmintelligenz ist ein tolles Mittel, um kreative Ideen zu sammeln und deshalb habe ich die Müttersprechstunden-Community auf Instagram befragt. Was machen andere Eltern so, um ihren Alltag zu entlasten? Viele Nachrichten haben mich erreicht, die ich dir hier nicht vorenthalten möchte. Wetten, die ein oder andere Anregung ist auch etwas für dich? Mach doch mittags mal einen Power-Nap mit dem Schlüsseltrick, um ein wenig Kraft zu tanken! Oder wäre es nicht spitze, einmal im Monat einen Nachmittag lang einen Babysitter zu buchen und nur etwas für dich zu tun? Wohnung ausmisten, Brotdosen am Abend vorbereiten…. los gehts, such dir aus, welche Idee etwas für dich wäre!

  • Am Wochenende eine Stunde im Bad einschließen. Duschen, Rasieren, Nägel lackieren, dabei Musik hören und Tee trinken. Alle anderen Familienmitglieder müssen draußen bleiben. Vielleicht geht der Papa einfach mit den Kindern raus?
  • Gönn dir eine Haushaltshilfe. Kostet Geld, aber ist super investiert. Kannst du irgendwo etwas abzwacken? Weniger Schuhe kaufen oder den Coffee to go einsparen?
  • Das Kind ein oder zwei Mal die Woche länger im Kindergarten lassen. Manchmal lassen sich Betreuungszeiten ja flexibel ändern. Du bist keine Rabenmutter, bloß weil dein Kind etwas länger im Kindergarten bleibt und du die Zeit für dich nutzt. Dein Kind wird sich über eine glückliche Mutter umso mehr freuen!
  • Wieso nicht ab und an den Lieferservice bestellen! Heute mal keine Lust zu kochen, den Tisch zu decken und abzuräumen? Pizza bestellen und mit den Fingern essen, die Kinder werden jubeln.
  • Öfter mal im Hier und Jetzt sein! Ist schwer, ich weiß, und bedarf der Übung. Aber wie oft denken wir im Büro an die Kinder und nachmittag auf dem Spielplatz an den Schreibtisch? JETZT sitze ich hier und verdiene Geld, alles andere ist egal. JETZT sortiere ich die Wäsche und höre Musik, JETZT liege ich hier mit meinem Kind und kuschele.
  • Simpel und doch so schön: eine halbe Stunde in der Sonne sitzen und Tee trinken. Mach dein eigenes kleines Tee-Ritual draus. Es gibt die feinsten Teesorten zu kaufen und du findest garantiert deinen Lieblingsplatz, auch ohne eigenen Garten.
  • Powernap machen. Dir fallen nachmittags die Augen zu? Dann leg dich mit einem dicken Schlüsselbund in der Hand aufs Sofa, die Hand mit dem Schlüssel hängt über dem Boden. Sobald deine Muskeln schlaff werden und der Bund auf den Boden fällt, war der Schlaf lang genug und du fühlst dich wach und frisch, versprochen!
  • Nein sagen. Zugegeben, ein oller Kalauer, aber „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ ist ein weiser Spruch. Wenn jemand eine Bitte an dich trägt (Elternbeiratsposten übernehmen, Kuchen backen, Bericht schreiben), du aber im Stress bist und keine Zeit hast, antworte: „Ich würde dir gerne helfen, aber ich kann gerade einfach nicht.“
  • Wenn deine Kinder größer sind, lass sie nachmittags Verabredungen treffen. Dann sind sie für ein paar Stunden aus dem Haus und du hast ein wenig Zeit für dich.
  • Zwischen Job und Kindern unbedingt eine Pause einlegen. Mach das, was dir gut tut: Serien schauen, zocken, Musik hören, ein Buch lesen, in einer Zeitschrift blättern.
  • Abends Dinge tun, die dir so richtig Spaß machen. Spiele zocken, Karaoke singen, Schal stricken, Schaumbad nehmen. Und freu dich schon den ganzen Tag drauf.
  • Sachen aussortieren. Nehmt euch gemeinsam ein Wochenende und mistet aus. Wer weniger Dinge besitzt, räumt schneller auf. Das Instandhalten, Aufräumen und Anschaffen all der Sachen ist ein ewiger Zeiträuber und wir brauchen viel weniger als wir denken.
  • Mach auch am Wochenende Pausen. Nach dem Mittagessen bittest du die Kinder, für eine halbe Stunde das Wohnzimmer zu verlassen. Leg dich aufs Sofa und ruh dich aus, bevor ihr eure Unternehmungen macht.
  • Mach den Haushalt, auch wenn die Kinder da sind. Bezieh sie ein oder lass sie zuschauen. Mach nicht die ganze Arbeit in der wenigen Zeit, die du für dich hast.
  • Gönn dir doch einfach einen Babysitter. Einmal im Monat, mitten in der Woche, einen Nachmittag lang. Schenk dir diese Zeit ganz bewusst.
  • Bereitet gemeinsam abends schon den nächsten Tag vor: Kleider rauslegen, Frühstückstisch decken, Brotdosen fertig machen. Das spart Zeit und Nerven am Morgen, wenn alle noch grummelig sind.
  • Einer von euch erledigt den Supermarkteinkauf einfach abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann spart ihr euch die Action am Tag.
  • Lasst euer Kind mal bei Freunden übernachten, wenn es das möchte.
  • Wenn das Kleinkind seinen Mittagsschlaf macht, kann das ältere Kind Hörspiele hören und die Mama ausruhen
  • Wenn du das Glück hast, Oma und Opa in der Nähe zu haben, spann sie so oft es geht ein.
  • Täglich Bewegung und Sport tut total gut. Egal ob Joggingrunde, Spaziergang oder kleine Wanderung.
  • Ich weiß, fällt vielen schwer, aber das Chaos ignorieren (lernen).
  • Eine Mama hat den Newsletter von Casablitzblanka empfohlen, um schnell Ordnung in die Bude zu bekommen.
  • Kleinen Tischkalender anschaffen und alle Termine eintragen. Gute Organisation spart Nerven.
  • Mittagessen vorkochen und einfrieren.

Wahnsinn, die Liste, oder? Wenn Mütter (und Väter) ihre Ideen teilen, kommen Inhalte für ein ganzes Buch zusammen. Ich werde in zwei Wochen zu einer dreiwöchige Kur ohne Kinder aufbrechen und da sicher eine ganze Menge weitere Tipps kennenlernen, mitnehmen und dir dann berichten. Das Leben mit Kindern kann wirklich anstrengend sein und da ist es umso wichtiger, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ich hoffe sehr, du kannst mindestens eine Idee verwerten. Wenn dir noch mehr einfällt, schreib mir doch gerne in die Kommentare. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Und vielleicht hast du Lust, auch mal in die Müttersprechstunde zu kommen? Ich freue mich auf dich!

Letzte Woche habe ich sehr an mir gezweifelt. Ich bin nicht in der Lage und ich habe auch nicht die Nerven, drei Kinder zu betreuen. Morgens schon beim Aufstehen graute mir vor all dem, was da kommen sollte. Und abends ging ich mit großem Kummer und Rückenschmerzen ins Bett. Immer wieder hämmerte mir eine Frage im Kopf herum: wie machen das denn all die anderen Eltern? Haben sie ein Geheimrezept? Stärkere Nerven? Superkräfte? Oder war ich einfach nicht dazu in der Lage, eine gute Mutter zu sein?

Morgen des Grauens

Bei uns kommt gerade alles zusammen: Oskar hat mit seinen zwei Jahren einen sehr starken Willen. Vom Zähneputzen übers Anziehen, vom Wickeln übers Schuhe aussuchen, alles ist ein einziger Kampf und eigentlich nur mit sehr viel Geduld und Ruhe zu bewältigen. Alles ganz normal, ich weiß; da muss ein kleiner Mann üben, groß zu werden. Dann habe ich da ein Schulkind, das auch völlig normal ist. Es zieht sich ganz normal an, nämlich sehr, sehr langsam. Dabei hat es tausend Dinge im Kopf, nur nicht die Schule. Das Shirt ist falsch rum, die Hose offen. Zähne putzen hat es trotz hundertfacher Aufforderung vergessen. Das Töchterlein reiht sich ein in die Riege völlig normaler kleiner Mädchen. Es möchte keine schwarze Matschhose anziehen und es ist ihr egal, dass wir das teure Ding gebraucht und für einen super Preis bekommen haben. Sie trägt kein Schwarz, da kann ich mich auf den Kopf stellen.

Ich mag nicht mehr

Nachmittags haben alle drei dann auch noch die Suppe einstimmig für eklig erklärt, die ich mit viel Liebe und Kürbis gekocht habe. Aber welches Kind mag schon Kürbis? Alles in allem ein ganz normaler Tag mit Kindern, die sich so verhalten wie es Kinder tun. Und trotzdem war es für mich schlimm. Schlimm deshalb, weil ich mir Mühe gegeben hatte, endlich vernünftige Matschsachen für Luise zu besorgen, die wasserdicht sind. Schlimm, weil ich morgens unter Zeitdruck nicht die Nerven habe, einem Kleinkind zehn Geschichten von Bobo zu erzählen, nur damit es sich die Zähne putzen lässt. Und ich hatte absolut keine Lust mehr, einem Schulkind alles hundert Mal sagen zu müssen.

Ich war fertig mit den Nerven und vor allem so müde – müde vom Mamasein. Die Tür war zu, alle Kinder aus dem Haus und mir war nur noch danach, mich auf den Boden zu setzen und zu heulen. Wieso war ich so durch mit allem? Konnten andere Eltern all das normale Theater mit den Kindern besser ab? Warum hörte ich nie die Nachbarinnen brüllen, sondern nur mein Gekeife, das durch die Gasse hallte?

Mütter-Support in der Sprechstunde

In der Müttersprechstunde auf meinem Instagram-Kanal erzählte ich wenig später von den Fragen, die ich mir stellte. Dort hat sich eine kleine Runde etabliert, in der ich vormittags live ein paar Dinge bespreche, die uns Eltern betreffen. Das Finanzprojekt #MamasUndMoneten von Sophie und mir, Mamasein im Allgemeinen, Gleichberechtigung oder sonstiges, was mir so durch den Kopf geht. Und heute erzählte ich mal ein wenig Privates von mir, und dass mir da so einiges über den Kopf wächst.

Die Reaktionen auf mein Geständnis waren zahlreich und selten habe ich so viele Nachrichten bekommen. Immer war der Inhalt ähnlich: Ganz genau wie ich hatten so viele Frauen manchmal von allem zu viel. Eine Mutter schrieb, dass sie manchmal in der Küche sitzt und weint, weil ihr der Alltag mit ihren drei Mädchen so zusetzt. Eine andere berichtete, dass sie nie so fix und fertig ist wie nach einem ganzen Tag alleine mit den Kindern. Wieder eine andere berichtete mir, ihr würden die gleichen Fragen wie mir durch den Kopf gehen und sie frage sich, ob sie in der Lage ist, eine gute Mutter zu sein.

Auch wenn mir all die anderen Mütter so leid taten wie ich mir manchmal selber, war ich irgendwie erleichtert. Ich war nicht alleine mit diesem Gefühl! Es waren sogar die meisten, die hin und wieder dachten wie ich, ihre dicken Tiefs durchstehen mussten und stark an sich zweifelten. Dabei war auch die Anzahl der Kinder völlig egal. Allen Müttern , ob mit ein, zwei oder mehr Kindern, geht es ab und an mal so, nichts mit immerwährendem Bilderbuch und heiler Welt. Und irgendwie ist das ja auch klar! Wir ziehen Kinder groß, kleine Menschen mit eigenem Kopf. Wir erziehen modern, das bedeutet, wir zwingen ihnen nicht unseren Willen auf, sondern wir nehmen sie ernst und sprechen viel mit ihnen. Wir verzichten selbstverständlich auf Gewalt, auch wenn uns ehrlich gesagt manchmal vor Wut nach einem Klaps auf den Po wäre. Und die Kinder üben ihren Willen. Sollen sie auch, aber das kostet alles ihre und unsere Kraft. Kinder mit Geduld, Spucke und Liebe groß zu ziehen ist anstrengend. Ich habe in meinem ganzen Leben auch noch nie etwas Anstrengenderes gemacht, als ein wütendes Kleinkind davon zu überzeugen, doch jetzt mit mir von der Tagesmutter nach Hause zu gehen, weil dort die Tochter sitzt, die ebenso wütend ist und gerade das Inventar des Wohnzimmers zerlegt (es gab keinen Nachtisch oder nicht den richtigen oder was weiß ich, was der Grund dafür war…). Danach hätte ich mich für drei Stunden aufs Bett legen können, um an die Decke zu starren, so alle war ich. Aber ich musste meinem Großen bei den Hausaufgaben helfen, die er heute besonders doof fand…

Lasst uns darüber reden

Ich habe mal wieder viel gelernt durch den Austausch mit anderen Müttern! Wir müssen ehrlich darüber sprechen, was uns als Eltern auf dem Herzen liegt. Wir alle zweifeln mal an uns, wir alle halten uns ab und zu für schlechte Väter oder Mütter. Aber alleine, dass wir darüber nachdenken, macht uns zu besseren Eltern. Wir machen alle Fehler, sind ungeduldig und motzen unsere Kinder an, denn wir sind alle Menschen, die jeden Tag ganz schön viel leisten. Wenn wir über diese Zweifel sprechen und zugeben, dass wir diese Fehler machen, dann werden wir alle erleichtert sein. Denken wir nicht alle mal daran wie schön es wäre, den Eltern-Job für ein paar Tage an den Nagel hängen zu dürfen und einfach nur an uns selbst zu denken?

Ich habe neulich sogar in einer Doku, die ich um Fernsehen sah, eine Nonne um ihr Leben beneidet, das sagt ja schon alles. Es geht anderen wie mir, auch andere Mütter und Väter stoßen an ihre Grenzen, auch andere Mamas sitzen mal in der Küche, weinen vor Erschöpfung und möchten gerne ihren Alltag tauschen. Das ist alles ganz normal. Lasst uns darüber sprechen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Und jede Mutter weiß, dass nach so einer Zeit, in der einem jeder Tag wie eine einzige Aneinanderreihung von Hürden aus Trotzanfällen, Streit und Diskussionen vorkommt, wieder eine Zeit kommt, die sich anfühlt wie Zuckerwatte: Mamas, die tanzen, Kinder, die lachen und eine Familie, die Hand in Hand durchs Leben geht.

Bleib fröhlich und denk daran: wir sind alle unperfekt,

deine Laura

Sophie und ich haben uns etwas auf die Fahnen geschrieben: Frauen und vor allem Müttern das Thema Finanzen näher zu bringen. Vielen geht es ganz ähnlich wie uns: sie befassten sich bisher nicht mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit und haben keine Lust auf Geldanlage, Rentenversicherung und Co. Weil das aber so wichtig ist, möchten wir hier auf dem Blog und auf Kinder haben immer wieder über unsere eigenen Erfahrungen schreiben, Büchertipps geben oder dazu aufmuntern, das vermeintlich leidige Thema Geld endlich auf die To do-Liste zu setzen.

Ich bespreche das Thema #MamasUndMoneten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen oft und gerne auf meinem Instagram-Kanal. Zwei Frauen haben sich bei mir gemeldet, die sich mit diesem Thema im Gegensetz zu mir schon länger beschäftigen. Ich habe ihnen ein paar Fragen gestellt und sie haben erzählt, wie ihr Bezug zu Geld ist, ob und was sie für ihre Zukunft und die Rente planen und ob sie mit ihrem Partner über Geldangelegenheiten sprechen.

Caro & Thomas: kümmern sich gemeinsam um die Finanzen

Laura: Ihr habt bereits ein paar Versicherungen für die Rente. Wann habt ihr euch mit dem Thema beschäftigt?

Caro: Hallo Laura, also das erste Mal haben wir uns damit schon vor der Heirat damit beschäftigt. Ich glaube es war 2009. Meinem Mann war es wichtig, dass ich mich neben der gesetzlichen Rente auch privat absichere, da die Aussichten für die Rente gerade für unsere Jahrgänge (ich bin 1980 geboren) doch eher bescheiden sind. Wir haben dann einen unabhängigen Finanzberater bei uns gehabt und der hat dann mit uns die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten durchgesprochen.

Thomas: Ich habe mich direkt nach meiner Ausbildung mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt. Mein Onkel hat damals bei der Volksbank gearbeitet und sich mit mir über das Thema unterhalten. Seitdem habe ich aber dreimal die Verträge gewechselt. Vom klassischen Rentenversicherungsvertrag mit Todesfallabsicherung über einen fonds-basierten Riester-Vertrag hin zum fonds-basierten Rürup-Vertrag.

Caro: Genau, diese fonds-basierten Verträge sind das auch bei mir. Und ich muss noch nachtragen, dass ich während meines Studiums bereits bei den Nebenjobs immer geschaut habe, dass ich da schon Beiträge in die Rentenkasse einzahle.

Laura: Kam die Überlegung daher, dass du zuhause bei den Kindern bleibst?

Caro: Dass ich zu Hause bei den Kindern bin hat sich vielmehr daraus ergeben, dass es für uns zum einen finanziell machbar ist, dass wir nur ein Gehalt haben. Zum anderen wollten wir unsere Kinder nicht schon vor dem Kindergartenalter in eine Betreuung außerhalb der Familie geben. Hätten wir die Großeltern vor Ort, wäre es ggf anders. Aber da müssen ja auch die Großeltern mitspielen bzw. mitspielen können.

Thomas: Als Caro noch gearbeitet hatte, bekam sie ja über die Rentenbeiträge automatisch Rentenpunkte. In den ersten drei Jahren nach einer Geburt erhält sie als Mutter ebenfalls weiterhin Rentenpunkte. Ergo: Die gesetzliche Rente geht irgendwie erstmal weiter. Da sie aber aufgrund des Endes des Arbeitsvertrages nur noch Grund-Elterngeld und danach Betreuungsgeld bekam, wurde der Riester-Vertrag interessant.

Laura: Caro, ist das in deinem Umkreis auch so, dass sich Mütter mit diesem Thema beschäftigen?

Caro: Ich muss zugeben, dass ich mit den meisten Müttern nicht über das Thema Rente und/oder Geld rede. Daher weiß ich das leider nicht. Ich habe allerdings viele Mütter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die mehr als nur ein Jahr zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Von meinen Freundinnen sind die meisten zu Hause geblieben bis die Kinder in den Kindergarten gekommen sind. Manche bleiben sogar darüber hinaus zu Hause, weil sie das Gefühl haben, dass sie Familie und Beruf nicht befriedigend unter einen Hut bekommen könnten. Daher denke ich, dass sich die Mütter schon auch mit dem Thema Rente und Finanzen beschäftigen oder beschäftigen müssten. Geredet wird darüber aber eher wenig bis gar nicht.

Laura: Hast du den Eindruck, Frauen kümmern sich zu wenig um Finanzen?

Caro: Es gibt sicher Frauen, die sich zu wenig um das Thema Finanzen kümmern oder nicht ausreichend. Ich muss zugeben, dass ich da ohne meinen Mann wahrscheinlich auch deutlich weniger Vorkehrungen für die Zukunft getroffen hätte oder treffen würde. Es ist halt für viele (da würde ich aber Männer nicht ausklammern) wahrscheinlich ein komplexes und „unattraktives“ Thema. Zudem ist die eigenen Rente ja gefühlt noch so weit weg.

Laura: Wie regelt ihr das mit dem Geld insgesamt? Habt ihr ein gemeinsames Konto?

Caro: Wir haben jeder ein eigenes Giro-Konto. Das ist einfach historisch so gewachsen. Und warum sollte ich mein Girokonto nach der Heirat auflösen?! Elterngeld und ein monatliches „Taschengeld“ habe ich monatlich auf meinem Konto. Und alles, was nur mich betrifft (Krankenzusatzversicherung, Rürup, Riester…) geht von meinem Konto. Wir haben aber auch noch ein gemeinsames „Haushaltskonto“.

Thomas: Caro erhält von mir einen gewissen Unterhalt um laufende Versicherungen und Ausgaben bewältigen zu können. Damit bleibt sie wenigstens irgendwie autark. Das gemeinsame Haushaltskonto steht für Haushaltsausgaben wie Essen und Haushaltsartikel, aber auch Apothekeneinkäufe oder Ausgaben für das Wohnen, wie Miete, Nebenkosten (Strom, Gas) oder GEZ zur Verfügung. Das sind ja Kosten, die wir uns als Ehegemeinschaft sowieso teilen müssen. Früher, als Caro noch ein Gehalt hatte, haben wir das Konto zu gleichen Teilen gefüttert. Aktuell kommt das Budget eben von mir als Alleinverdiener.

Laura: Caro, sprichst du mit deinem Mann viel über Geld?

Caro: Wir sprechen über Geld und Ausgaben, aber nicht übermäßig viel. Ich würde sagen „Nach Bedarf“.

Thomas: Nach Bedarf klingt gut. Gibt nicht allzu oft Bedarf. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen.

Telse: Möchte sich dem Thema endlich stellen

Laura: Du hast geschrieben, dass du und dein Partner nicht verheiratet seid, ihr euch aber dennoch rechtlich absichern möchtet. Wie kamt ihr auf den Gedanken? Hat das was mit eurem Kind zu tun?
Telse: Auf jeden Fall hat das mit unserem Kind zutun. In meinem Freundinnenkreis gab es genau diesen Fall vor dem alle Angst haben; bei dem der Freund und Vater des gemeinsamen Kindes tödlich verunglückte und die Frau keine rechtliche Handhabe hatte. Sie hatten sich leider in keinster Weise abgesichert. Wir sollten es also besser wissen. Unsere Tochter wird im Oktober 2 Jahre alt. Daran sieht man, es ist und bleibt ein unangenehmes Thema. Das wir es bisher nicht abgeschlossen haben, empfinde ich mehr als unverantwortlich und fahrlässig. Dennoch glaube ich, wenn wir bisher keine Kinder bekommen hätten, wären wir bei den gleichen Themen.
Laura: Hast du dich schon immer mit Finanzthemen auseinander gesetzt oder ist das neu?
Telse: Jein. Da wurde ich immer von meinen Eltern geführt. Alles was ich diesbezüglich gemacht habe, habe ich nur auf Anraten und Weisung meine Eltern gemacht. Ich hatte vermögenswirksame Leistungen während meiner Ausbildung. (Von denen ich während meines Wohnungskaufs profitiert habe.) Ich habe Dank meiner Eltern früh geriestert. Meine Eltern haben für mich einen Bausparvertrag abgeschlossen. Ich besitze eine Direktversicherung. Ich muß Dank guter Umstände kein Bafög abbezahlen. Ich besitze einen kleinen Bank-Anteil meiner Hausbank. 2015 habe ich eine Wohnung gekauft (mit Hilfe einer Schenkung meiner Eltern) in der wir auch eingezogen sind und die ich mit einem Annuitätendarlehen abbezahle.
Mit Aktien, ETFs oder Fonds kenn ich mich (noch) nicht aus.
Laura: Wie erlebst du das bei deinen Bekannten und Freundinnen? Informieren die sich auch?
Telse: Natürlich wird darüber nicht oft und nicht offen und bereitwillig gesprochen. Der Großteil meiner Freundinnen sind verheiratet, haben Kinder und sind in Teilzeit beschäftigt. Ich gehe davon aus, das die meisten -ähnlich wie ich- irgendwas für ihre Rente machen aber sich nicht ernsthaft damit beschäftigen. Ich glaube das sie die Ehe schon als Absicherung sehen. Zumindest höre ich mitunter „wir sind ja verheiratet“.
Laura: Warum hast du als Frau das Gefühl, dich mit finanziellen Fragen rund um Erbrecht und Co endlich auseinander setzen zu müssen?
Telse: Da ich mich mit meinem Freund bewusst entschieden habe, nicht zu heiraten und das das bedeutet, wenn es zu „dem Fall“ (Trennung, Tod) kommt, ich allein erziehend und damit akut armutsgefährdet bin. Außerdem entsteht durch unseren neue Lebensabschnitt (Kindererziehung, Hauskauf) ein finanzielles Ungleichgewicht zwischen uns.
Laura: Teilt ihr euch Kindererziehung und Job?
Telse: Ich habe nach 11 Monaten in Teilzeit mit 25 Std angefangen zu arbeiten. Mein Freund hat die ersten 10 Monaten sein Vollzeit- Job auf 25 Std reduziert. Auf eigene Kosten. Durch Elternteilzeit konnten wir einige Monate mit Elterngeld aufstocken. Einen Monat waren wir gemeinsamen in Elternzeit auf Reisen. Für unsere Tochter begann mit 10,5 Monaten die Eingewöhnung in die Krippe. Damit begann auch wieder der Vollzeitjob meines Freundes.
Ja. Wir teilen uns die Kindererziehung. Obwohl ich finde ich übernehme den Projektleiter- Status. Aber ich empfinde uns schon als gleichberechtigte Bezugspersonen. Er hat aber auf jeden Fall den größeren Verdienstanteil von uns und ich den Zuverdiener- Status.
Laura: Kümmerst du dich auch um Rente und Co?
Telse: Ungerne und ungenügend. Meine Steuererklärung lasse ich meinen Freund machen. Das sagt schon alles aus.
Laura: Sprecht ihr beiden viel über finanzielle Themen?
Telse: Ja. Das ist immer wieder Thema. Zum Beispiel, ob die Kosten für wohnen und Gemeinschaftskosten gerecht aufgeteilt sind. Und das zum Beispiel bei Urlauben der größere Anteil von ihm gezahlt werden muss. Abschlüsse von neuen Bausparverträge oder ähnliches hat bisher jeder mit seinen finanziellen Möglichkeiten eigenverantwortlich gemacht. Ich muß zugeben, daß er in diesem Fall den Projektleiter- Status inne hat. Das möchte ich zB ändern mit dem Madame Moneypenny Webinar. Bezahlt ist schon….ich muß mich nur noch aufraffen….

Erfahrungen teilen

Danke, Telse, Caro und Thomas, dass ihr eure Erfahrungen teilt. Es sind natürlich sehr subjektive Herangehensweisen und jedes Paar muss für sich wissen, was es wie macht. Aber ich finde es wichtig, über die finanziellen Angelegenheiten zu sprechen und sich bewusst zu machen, wie wichtig und sinnvoll das für die ganze Familie ist. Egal ob verheiratet oder nicht, erwerbstätig oder zuhause arbeitend – es gibt immer ganz gute Lösungen, sich finanziell abzusichern. Der wichtigste Punkt ist bestimmt, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und als erstes die Verhältnisse zu klären. Was wünschen sich die Partner voneinander, wer kann dem anderen finanziell unter die Arme greifen, sollten Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden und was ist mit dem Elternteil, der wegen der Kinder weniger oder gar nicht arbeitet?
Ich freue mich, wenn du Lust hast, mitzudiskutieren. Lass uns das Thema hochhalten und damit auch etwas gegen das hohe Armutsrisiko im Alter tun, das immernoch vor allem Frauen betrifft.
Bleib fröhlich und unperfekt,
deine Laura

#MamasUnsMoneten (Buchrezension und Gewinnspiel)

Heute kommt ein Update zu unserem Projekt #MamasUndMoneten und ich erzähle dir, was ich so in den letzten Wochen unternommen habe. Sophie vom Blog Kinder haben und glücklich leben und ich haben erst gestern am Telefon besprochen, dass wir das Thema weiter hochhalten möchten. Unser Ziel soll sein, Frauen für Finanzen zu begeistern und vor allem Mütter dazu zu bringen, sich mit ihrer Zukunft auseinander zu setzen. Durch Expertinnen wie die Geldfrau oder Madame Moneypenny habe ich in den letzten Wochen viel gelernt und möchte dir heute erzählen, was sich bisher verändert hat.

1. Sparen

Seit ich mich mit Geld beschäftige, gehe ich damit viel bewusster um. Das ist eigentlich meine wichtigste und beste Erkenntnis. Weil ich künftig genau wissen möchte, wie viel Geld ich habe, ausgeben und sparen kann, war dies zwangsläufig der erste Schritt. Tatsächlich hat Madame Moneypenny recht wenn sie sagt, dass viele Frauen überhaupt nicht wissen, was so auf ihrem Konto passiert. So war es für mich immer eine Überraschung, wenn ich mein Online-Banking geöffnet habe. Was da wohl noch so drauf ist? Anton dagegen weiß genau, wie viel Geld auf dem Konto liegt. Er weiß, welche laufenden Kosten wir haben und kennt jede einzelne Transaktion.

Weil ich das Gefühl habe, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, habe ich mir schon vor einer Weile eine Haushalts-App auf mein Tablet geladen. Dort trage ich in regelmäßigen Abständen anhand meines Kontostandes ein, wie viel Geld ich für Kategorien wie Lebensmittel, Kleidung (Kinder und ich), Benzin, Kosmetikartikel, Reise, öffentlicher Nahverkehr etc ausgebe.

Da aber jeden Tag viele Kleinigkeiten anfallen, die ich bar bezahle, benutze ich seit zwei Wochen zusätzlich ein kleines Notizbüchlein. Dort habe ich drei Spalten für Ausgabe, Preis und Art der Bezahlung (bar/EC) und trage jedes Brötchen und jeden Bleistift ein.

Warum ich das tue? Ich habe gemerkt, dass ich auf diese Weise gewisse Ausgaben überdenke. Folgendes hat das Haushaltsheft bewirkt: im Netz sah ich ein schickes T-Shirt. Shop googlen, bestellen, Kreditkartennummer eingeben – das geht ja sooo einfach. Aber dann dachte ich mir, dass ich die 40 Euro-Ausgabe direkt in mein Heft eintragen muss. Ich habe mir den Link zum Shirt gespeichert und wollte mir den Kauf noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Nun bin ich der Meinung, dass ich genug Klamotten habe und möchte es nicht mehr. Tataaaa, 40 Euro für meine Rente gespart.

Ich spare aber jetzt nicht einfach nur an jeder Ecke, sondern gebe mein Geld viel bewusster aus. In mein Heft kommen auch Ausgaben wie Trinkgeld, ein köstlicher Espresso beim Italiener oder ein Ticket für einen Ausflug mit den Kindern in den Märchengarten. All diese Ausgaben mache ich gerne und sie sind mir wichtig.

2. Informieren

Wissen ist Macht, also habe ich begonnen, wie Madame Moneypenny in ihrem Buch Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können (Affiliate Link) empfiehlt, mich jeden Tag ein wenig zum Thema Geld weiterzubilden. Im Urlaub konnte ich das Buch von Natascha Wegelin in Ruhe  lesen, mir Notizen machen und ihre Seite im Netz inspizieren. Dieses Buch kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Obwohl das Thema dröge klingt, schreibt Natascha eine locker flockige Geschichte über einen Grillabend bei ihren Eltern. Kapitelweise bespricht sie mit ihren Lieben allerlei Geldangelegenheiten, erklärt ihrer Schwester die Wichtigkeit der finanziellen Unabhängigkeit, erzählt ihr von Geldanlagemöglichkeiten, den Weg zum Vermögensaufbau oder erläutert Börse und Aktien so anschaulich, dass es wirklich jeder versteht. Nach jedem Kapitel gibts eine Challenge für den Leser sowie Beispiele von Frauen, die ihre Finanzen in die Hand genommen haben. Egal ob verschuldet oder arm, diese Geschichten zeigen, dass es hier nicht nur um Menschen mit viel Geld auf dem Konto geht. Vielmehr gibt Natascha im Buch Tipps, wie wirklich jede Frau in der Lage ist, ihr Leben zu verändern und sich um Geld viel weniger Sorgen machen zu müssen.

Für mich ist das Buch eine kleine Startrampe. Ich habe mir einige Dinge angestrichen und unglaublich viel gelernt. Demnächst eröffne ich mein eigenes Depot und bin Natascha Wegelin sehr dankbar über ihre Tipps. Außerdem habe ich mit Dani Parthum, Finanzcoach für Frauen und unter dem Namen Geldfrau bekannt, gesprochen. Sie hat mir live auf Instagram meine wichtigsten Fragen beantwortet und ich habe das Interview hier für dich abgetippt.

Auf der langen Autofahrt zu meiner Freundin lief der Finanzrocker-Podcast und an einigen Abenden habe ich mir außerdem auf Youtube Videos von Aktien mit Kopf angeschaut.

Seitdem Sophie das Thema Finanzen auf den Tisch gepackt hat, habe ich auch mit vielen Freundinnen gesprochen. Teilweise war ich sehr überrascht, wie fit andere Frauen sind und wie clever sie vorsorgen. Aber es gibt genauso viele wie mich, die sich nie mit Geld beschäftigt haben. Sie alle wurden durch unsere Gespräche angeregt, sich auch endlich diesem Thema zu stellen und ich werde der Aufforderung in Nataschas Buch nachgehen und ihr Buch an die nächste weitergeben, sobald ich es nicht mehr brauche.

3. Planen

Natürlich habe ich Anton mit ins Boot geholt und wir haben uns zusammen hingesetzt. Denn alle diese Punkte betreffen uns gleichermaßen. Unser Ziel ist es, einen Überblick über unsere gemeinsame finanzielle Lage zu bekommen, für uns beide gleichermaßen zu sorgen und dann nur noch aus einem einzigen Grund unser Leben miteinander verbringen: weil wir uns lieben und nicht, weil der eine von dem anderen finanziell abhängig ist. Darum prüfen wir gerade Versicherungen, informieren uns über Absicherungen im Ernstfall, haben auf einem Flipchart Ausgaben und Einnahmen gegeneinander gestellt und werden als nächstes schauen, wie tief mein Loch in der gesetzlichen Rentenversicherung ist. Das zu füllen machen wir dann in den nächsten Jahren gemeinsam, denn ich habe bisher viel weniger gearbeitet als er, weil ich mich um unsere Kinder gekümmert habe.

4. Handeln

Gehandelt habe ich schon und so in den letzten Wochen viele einzelne, kleine Schritte gemacht, die in die richtige Richtung gehen. Ein wunderbares Projekt war es, meine Unterlagen zu sortieren. Dafür habe ich mir die Anleitung auf Danis Seite durchgelesen und kiloweise Papier aussortiert. Meine Ordner haben nun eine neue Struktur und ich finde alles auf Anhieb wieder. Unterlagen, die ich nich mehr brauche, verstopfen nicht länger mein Regal. Dafür habe ich die wichtigsten Urkunden wie Abizeugnis und Uni-Diplom eingescannt. Mein Termin bei der Deutschen Rentenversicherung steht im Oktober an und ich bin gespannt, was ich dort erfahren werde.

Und jetzt kommst du!

Eigentlich ist jeder Schritt, den ich gemacht habe, gar nicht so schwer, oder? Wie wäre es, wenn du dich noch heute dazu entschließt, mit Sophie und mir mitzukommen? Du könntest am Wochenende deine Unterlagen sortieren, dir von nun an Ausgaben in ein Heft zu schreiben oder mal die Kontoauszüge der letzten Wochen studieren. Viele kleine Schritte führen auch zum großen Ziel und ich wette, dass wir uns in einem Jahr entspannt zurücklehnen können, weil wir die wichtigsten Geldthemen geklärt haben.

Das Thema Geld ist überhaupt nichts Unangenehmes. Es kann tatsächlich glücklich machen, denn seitdem ich über Geld nachdenke, gehe ich viel bewusster damit um. Ich verzichte auf viele Dinge, die ich gar nicht wirklich brauche und lebe dadurch nachhaltiger. Ich spare ein, gebe aber für gewisse Sachen mein Geld bewusst und gerne aus. Zu sparen und mir eine Rente oder ein Geldpolster für Notlagen zuzulegen, macht mich ruhiger und einige Sorgen fallen von mir ab. Irgendwie hat finanzielle Unabhängigkeit ja auch mit Freiheit, Stolz und Selbstbewusstsein zu tun. Damit meine ich nicht, dass es viel Geld sein muss. Aber genug zum Leben zu besitzen, für Notfälle oder die Rente vorzusorgen hat etwas sehr Befreiendes. Ich erfreue mich daran, mehr Frauen für dieses Thema zu begeistern und habe großen Respekt vor Geldfrau Dani und Madame Moneypenny Natascha, die sich die Aufklärung und die Bildung von Frauen zum Beruf gemacht haben.

Übrigens gibt es Ende November auf Instagram ein Live-Video mit Juramama Nina Straßner, die uns die Wichtigkeit von Eheverträgen erklärt. Sophie und ich werten in den nächsten Wochen die große Blogparade aus und werden dir hier in naher Zukunft eine Liste mit Büchern, Links, Podcasts und Youtube-Kanälen zur Verfügung stellen.

Gewinnspiel

Achtung: das Gewinnspiel ist zu Ende und die Gewinnerin wurde von mir per Mail benachrichtigt.

Juchuuu, hier kannst du ein Exemplar von Nataschas Buch gewinnen. Ich finde, es eignet sich perfekt für den ersten Schritt auf deinem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Kommentier einfach unter diesem Text, dann hüpfst du in die Lostrommel.

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 05.10.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse nutze ich ausschließlich für den Versand des Buches und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ von Natascha Wegelin
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Zur Transparenz: mein eigenes Exemplar sowie eines zur Verlosung wurde mir kostenlos vom Rohwolt Verlag zur Verfügung gestellt.

Wie Mädchen alles erreichen

(Buchrezension/Gewinnspiel) Frauen können alles erreichen? Naja, ich weiß nicht so recht. Irgendwie stoßen wir doch immer wieder an eine gläserne Decke, vor allem im Berufsleben. Und wir kümmern uns um alles und jeden. Daran sind wir auch ein wenig selber schuld. Ich bin mir sicher, dass es in unseren Köpfen tief verwurzelt ist, dass sich Mama eben um die Kinder kümmert und Papa die Kohle ranbringt, darum ist der Kampf gegen diese Rollenbilder ja auch so schwer. Aber mal ehrlich, manchmal denken wir Mütter auch, dass unser Essen gesünder ist als das von Papa, wir das Patent auf die richtige Erziehung haben und unser Kuchen am Kindergeburtstag der schönste sein soll. Ich will damit sagen: Frauen haben und machen es sich schwer.

Mädchen-Support

Aber es wird besser, da bin ich mir sicher. Es gibt heute so viele Väter, die zuhause anpacken, die sich um Kinder kümmern und sich nicht nur als Versorger sehen. Es gibt haufenweise tolle Frauen, die Vorbilder sind und ihre Stimme erheben gegen Diskriminierung und Gender Pay Gap. Und es gibt Mütter wie uns, die alles geben, damit unsere Jungs und Mädchen nicht in die Geschlechterfalle tappen. Natürlich müssen wir unsere kleinen Jungen genauso unterstützen, in diesem Text soll es aber um unsere Mädchen gehen. Deshalb schreibe ich mal fünf Dinge für mein Räubermädchen auf, die ich ihr auf den Weg geben will. Meine Geheimnisse sozusagen, die ich als Frau erlebt, erfahren oder gelernt habe.

1. Denk niemals, du kannst das nicht!

Wenn ich mir eine Bohrmaschine anschaue oder eine Excel-Tabelle, denke ich als erstes: ich schaff das nicht! Dabei ist das totaler Quatsch. Oft sind uns die Dinge einfach unbekannt, weil wir uns auch nie damit beschäftigen wollten. Aber mit Interesse, Willen und Mut schaffen wir so ziemlich alles. Ich habe mit viel Mühe und Spucke neulich mein erstes Tischlein gebaut und werde dir demnächst zeigen, wie das geht. Und in dieses blöde Excel-Programm fuchse ich mich rein, komme was wolle. Am Ende sind wir so stolz, dass wir es geschafft haben. Also rede dir niemals ein, du kannst das nicht, weil dieser Bereich scheinbar eine Männer-Domäne ist.

2. Lass dir nicht einreden, dass du zickig bist

Schlimm, ganz schlimm finde ich diese Shirts, auf denen „Kleine Zicke“ oder sowas steht. Ich habe sie dir nie angezogen und werde es auch nicht tun. Manche Menschen denken nämlich, dass Frauen zickig sind, bloß weil sie den Mund aufmachen. Sie hätten lieber Frauen, die sich nicht beschweren, nicht laut sind und deren erster Charakterzug SANFTMÜTIG lautet. Beschwer dich, wenn dir etwas nicht passt, mach den Mund auf gegen Ungerechtigkeiten, jammere rum, wenn du etwas doof findest und überleg dir als nächstes, wie es besser geht. Aber lass dir NIEMALS sagen, du bist zickig.

3. Keine Angst vor Fehlern

Mach Fehler und lerne daraus, das ist das Beste, was du machen kannst. Ein Leben, in dem alles prima läuft, ist langweilig. Betrachte deine Fehler, denke über den Grund für dein Scheitern nach und mach es das nächste Mal anders. So wird alles stetig immer besser. Darum ist auch eine fehlerlose Schullaufbahn oder eine Beziehung, in der sich die Menschen nie streiten, nicht wünschenswert. Konflikte gehören zum Leben dazu wie Fehler, aus denen wir lernen. Also hab keine Angst vorm Scheitern, denn wer das Scheitern scheut, fängt nie an und kann auch nie gewinnen.

4. Lass dich niemals von anderen Frauen verunsichern

Frauen sind so eine Spezie, das wirst du schnell lernen. Sie sind wunderbar und toll, keine Frage. Aber sie sind auch ziemlich unsicher. Sie fragen sich dauernd, ob der eigene Weg der richtige ist und zweifeln an sich selbst, dass es innerlich kracht. Manchmal behelfen sie sich dann damit, dass sie den Weg der Frau neben sich in Frage stellen, ihren Way of life bemängeln und kritisieren. Das hilft ihr dann wiederum, ihren Weg besser und wieder schöner zu finden. Ist ziemlich fies, ich weiß. Darum verrate ich es dir hier. Wenn dir also eine andere Frau an den Karren fährt, lächele still und denke dir, dass sie sich vielleicht selbst gerade nicht so sicher ist. Mach alles so, wie es dir gefällt und lass dich auf Stutenbissigkeit nicht ein.

5. Such dir einen tollen Mann

Ich weiß, das wird dir gelingen. Denn witzigerweise suchen sich Frauen Männer, die ihren eigenen Vätern ähneln. Du hast den besten Varer der Welt, darum mache ich mir keine Sorgen. Dennoch folgenden Ratschlag: Finger weg von Männern, die sich nicht wirklich für dein Wesen und dein Inneres interessieren. Finger weg von Männern, die nicht immer respektvoll mit dir umgehen. Finger weg von Männern, die Kinder wollen und dann nicht mithelfen, weil Wickeln und Baden Frauensache ist. Dein Vater pfeift auf die Meinung anderer, bezieht sein Selbstwertgefühl nur aus sich als Mensch heraus, behandelt Alle um sich herum respektvoll und ist dazu noch lustig und klug. Übrigens freuen wir uns genauso, wenn du dir eine Frau suchst. Das ist in diesem Zusammenhang völlig wurscht.

Buchempfehlung: An mein Rebel Girl

Und damit meine Luise noch mehr tolle Lebensweisheiten erfährt, lese ich jeden Abend mit ihr in dem wunderbaren Büchlein „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck (Affiliate Link). Sie hat das Buch auch für ihr Mädchen geschrieben.

Mädchen können alles erreichen, was sie sich nur erträumen. Aber nicht, indem sie die kleinen, stillen Mäuschen sind, zu denen die Welt sie manchmal machen möchte. Dr. Sybille Beck ist selbst Mutter zweier Töchter und wünscht sich, wie wahrscheinlich alle Eltern, dass ihre Kinder zu starken, freien und unabhängigen Frauen heranwachsen.

Gewinnspiel

Und du kannst hier ein Exemplar gewinnen. Verrate mir doch einfach per Kommentar, was du deinem Kind auf den Weg geben möchtest. Das darf auch gerne deinem Sohn gelten!

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 30.09.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse gebe ich zum Versand an den Verlag weitern und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Blein fröhlich und unperfekt und komm doch mal in meiner Müttersprechstunde vorbei. Einfach die Instagram-App auf deinem Smartphone runterladen, dich registrieren und nach HeuteistMusikLaura suchen. Ich freu mich auf dich!

Frauen können Finanzen!

Weiter gehts mit unserem Projekt #MamasUndMoneten. Sophie vom Blog Kinder haben und ich möchten noch mehr zum Thema Finanzen wissen und was liegt da näher, als eine echte Expertin zu befragen. Wir haben uns gemeinsam Fragen überlegt und ich habe Dani Parthum auf Instagram interviewt. Sie ist Journalistin, Finanzexpertin und unter dem Namen Die Geldfrau als Geldcoach für Frauen im Netz zu finden. Weil das ein Live-Video war, das sich nach 24 Stunden löscht, tipppe ich die spannenden Antworten für dich ab!

Foto: Antje Merkel

Dani Parthum  ist übrigens auch Diplom-Ökonomin und Finanzanlagefachfrau. Sie arbeitete schon zu Themen wie Finanzkrise oder Staatsverschuldung und hat sich vor zwei Jahren umorientiert: sie ist jetzt Geldcoach für Frauen. Ihr fiel auf, wie wenig Wissen Frauen in Sachen private Finanzen haben. Also hat sie sich mit ihrem journalistischen Backround und einer berufsbedingten neutralen Sicht auf die Dinge weitergebildet. Nun möchte sie die Infos, ihre Haltung zum Geld und die praktische Erfahrung weitergeben. „Frauen könenn Finanzen!“ lautet ihr Motto und es ist ihr eine Herzensangelegenheit, dass sich Frauen mit Geld beschäftigen.

Dani, ich freue mich sehr, dass du uns auf unserer Reise in die finanzielle Unabhängigkeit mit deinem Wissen unterstützt!

Das Interview

Laura: Warum haben so viele Frauen eigentlich eine gewisse Abneigung gegen Geld?

Dani: Da gibt es viele Einflüsse, die auf uns wirken und die weit in die Vergangenheit reichen! Wir wurden seit Jahrhunderten nicht mündig gehalten, dürfen erst seit 60 Jahren unser eigenes Konto eröffnen, haben lange kein eigenes Geld verdient. Es war tatsächlich so: Frauen verwalteten eher den Mangel, viel Geld verwalteten dann die Männer. Den mündigen Umgang mit Geld konnten unsere Mütter und Großmütter lange nicht üben, haben kein eigenes Geld verdient, keine Verantwortung für ihre Finanzen übernommen. Das wirkt natürlich nach! Seit ein paar Jahrzehnten erst beschäftigen wir uns damit, denn Frauen können eigentlich super mit Geld umgehen.

Laura: Wir haben ja auch von den eigenen Eltern gelernt, wer das mit dem Geld regelt. Der Vater sitzt im Arbeitszimmer und kümmert sich um die Finanzunterlagen, die Mutter hatte damit wenig zu tun. Das Gefühl ist dann unterbewusst: als Frau habe ich mit Geld nichts am Hut, genauso wie mit dem Werkzeug im Keller.

Dani: Genau, die Mutter kümmert sich um den Haushalt, Vater macht das Geld – das nennt man monetäre Sozialisation. Deine Kinder werden nun sehen, dass auch die Mutter sich um das Geld kümmert. Am besten macht man das natürlich zusammen. Klar hat jeder seine Stärken und man teilt sich die Aufgaben, aber die wichtigen Entscheidungen trifft man dann gemeinsam.

Laura: Mich beschäftigt das Thema Rente. Neulich habe ich den Bescheid der Deutschen Rentenversicherung bekommen. Das war ziemlich ernüchternd. Ich bin jetzt 34 Jahre alt und frage mich, ob der Zug mit der Altersvorsorge schon abgefahren ist?

Dani: Bis du in Rente gehst, hast du noch 30 – 35 Jahre. Du wirst vielleicht sogar noch länger arbeiten, deshalb hast du noch so viel Zeit, dich darum zu kümmern. Wenn du 5 Jahre früher angefangen hättest, wäre es auch gut, aber es ist jetzt lange nicht zu spät. Du musst es jetzt aber wirklich angehen. Du arbeitest halbtags, vielleicht denkst du darüber nach, über kurz oder lang wieder mehr zu arbeiten? Als Selbstständige ist es wichtig, dass du einen Betrag X zur Seite legst und anfängst zu sparen. Aber auch wer schon 40 ist, kann noch viel machen. Aber man muss sich bewusst dafür entscheiden.

Laura: Ich kann mir ja auch Erziehungspunkte bei der Deutschen Rentenversicherunganrechnen lassen. (Hier ist der Link zum Antrag) Das werde ich  nun als erstes machen!

Lieber Pipi als Prinzessin

Dani: Wenn man verheiratet ist, bekommt man übrigens im Falle einer Scheidunng einen Teil der Rentenpunkte des Mannes. Drei Rentenpunkte für Erziehungszeit kriegt man tatsächlich, das ist aber nur wenig. Wenn man nicht verheiratet ist, ist es besonders kritisch für Mütter. Ich rate dazu, die Beziehung zum Partner immer vom Ende her zu denken. Am Ende soll die Rente für jeden Einzelnen reichen und deshalb ist wichtig, dass sich Frauen ihre eigene Rente aufbauen. Wenn ihr nicht verheiratet seid, ist es sinnvoll, mit dem Partner zu verhandeln, gemeinsam in die private oder gesetzliche Rente einzahlen oder sich mit ETFs eine Rente aufbauen. Das ist eine Form der partnerschaftlichen Einigung, die mit Liebe nicht viel zu tun hat, aber so wichtig ist. Wir Frauen tappen gerne in die Romantik-Falle. Manchmal sagt auch der Mann: lass uns nicht übers Geld reden, wir lieben uns doch. Aber das ist eine schräge Argumentation. Ich empfehle hier das Buch von Michael Mary: Die Liebe und das liebe Geld (Affiliate Link). Uns Frauen wurde immer eingeredet, dass wir uns um den Haushalt kümmern müssen und bloß nicht nach Geld fragen sollen. Schau dir die Prinzessinnen-Liteatur an. Dort warten sie nur auf den Prinzen. Nee, dann lieber Pipi Langstrumpf sein, denn dann können wir unser Leben selbstständig aufbauen und das gemeinsam mit unserem Partner leben.

Laura: Kann ich auh freiwillig in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen?

Dani: Du musst das mit der Rentenbersicherung absprechen. Schreib sie an, dann gibt es da Formulare und es wird erklärt, wie das vor sich geht.

Fahrt zweigleisig!

Laura: Viele Mütter gehen länger in Elternzeit. Wäre es gut, in diesem Fall zusätzlich vorzusorgen? Lieber privat oder gesetzlich?

Dani: das ist eine umfassende Frage! Eine Sache vorweg: Wir neigen dazu, beim Geld Sicherheit haben zu wollen. Ich plädiere dafür, das zu streichen, denn es gibt keine Sicherheit im Leben. Auch bei Geldanlagen und Renten ist das so. Man muss versuchen, mit dieser Unsicherheit zu leben.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eigentlich das beste System, das es gibt. Die Menschen, die arbeiten, finanzieren die Rente der Menschen, die nicht mehr arbeiten. Auch wenn die Banken crashen, wird das Systen weiter erhalten, weil es genug Puffer gibt. Aber leider hat man dieses System damals unter Rot-Grün kaputt gemacht und geredet. Dann wurde Rürup und Riester gefördert und damit die Einzahlungen vermindert. Versicherungs- und Bankenwirtschaft reden sehr stark in die Politik mit ein, Carsten Maschmeyer und Christian Wulf haben sich zusammengetan und für die Versicherungswirtschaft in die Politik eingegriffen. Dadurch ist eine große Unsicherheit bei der gesetzlichen Rentenversicherung entstanden, von der ich aber nach wie vor ein großer Fan bin. Ich baue mir auch selbst eine gesetzliche Rente auf, aber das ist nicht mein einziges Standbein. Daher habe ich noch ein anderes, mein privates. Denn wir wissen nicht, wie es in 20 Jahren aussieht. Vielleicht gibt es dann auch ein Grundeinkommen, denn wir werden massive Probleme kriegen Die Altersarmut wird viel stärker kommen als bisher, auch weil die Einkommen viel zu niedrig sind.

Deshalb würde ich in Finanzdingen zweigleisig fahren, wenn es möglich ist.

Follow the money

Laura: Wo kann ich mich denn gut beraten lassen? Ich habe einen Riester-Vertrag von einem freudestrahlenden Bankberater empfohlen bekommen und auch abgescglossen. Wo bekomme ich aber gute und unabhängige Infos her?

Dani: Bankberater sind Produktverkäufer, die verkaufen Produkte und bekommen dafür Provisionen. Sie beraten dich nicht speziell in deiner Situation und gucken eher, wie sie an ihre Provision kommen. Ich rate davon ab, von einem Bankberater beraten zu werden. Es ist ja schon seltsam, wenn du für eine Beratung kein Geld bezahlen musst. Einen Berater muss ich ja auch irgendwie bezahle, daher rate ich zu einem Honorarberater. Am besten ist, sich erst zu bilden und sich zu informieren. Macht euch selber schlau, denn die Infos gibt es eigentlich alle. Man muss sie sich nur aneignen. Fangt am besten mit einer Sache an. Wenn euch jemand einen Verrtag ans Herz legt, fragt nach und holt euch die Infos. Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück. Aber je mehr Versicherungen du hast, desto mehr machst du dich abhängig von den Konzernen. Verbraucher haben oft nicht genug Einblick in die genauen Bedingungen.

Follow the money! Schau immer, wer von den Produkten profitiert. Wenn du etwas nicht verstehst bei Verträgen, lass die Finger davon. Riestern kann funktionieren, das ist eine Einzelentschiedung und das muss man dann genau prüfen. Ich würde von Rürup auf jeden Fall abraten und Steuervorteile nie als Entscheidungskriterium für eine Versicherung nehmen.

Laura: Wenn es um Finanzierung geht, denken viele an Immobilien. Ist das eine gute Idee?

Dani: Das kann eine gute Idee sein, muss es aber nicht. Beim Immobilienkauf gibt es sehr vieles abzuwägen; hier rate ich dazu, sich umfassend zu informieren. Eine Immobilie ist für viele eine Verbindlichkeit, weil sie u.a. ständig saniert werden muss und eine Verpflichtung, solange sie kein Geld auf dein Konto spült. Es gibt ganz viele Argumente, die gegen eine selbstgenutzte Immobile sprechen – das ist ein abendfüllendes Thema. Es gibt auch einige Argumente dafür.
Ein Eigenheim ist bei Familien oft überdimensioniert und wenn die Kinder aus dem Haus sind, gar nicht mehr notwendig. Der Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die größte Anschaffung ihres Lebens. Es ist außerdem ein Unterschied, ob ich die Immobilie selber nutze oder nicht. Wenn ihr sie selbst nutzt, ist es eine Art Lifestyle-Produkt. Wenn ihr sie als Geldanlage zur Altersvorsorge nutzt, ist es etwas anders.
Mit Immobilien muss man sich genau auseinandersetzen und sich informieren. Gerd Kommer, Kaufen oder Mieten (Affiliate Link) ist super, das Buch kann ich sehr empfehlen. Ganz wichtig ist, dass beide Partner mit dem Kauf im Grundbuch stehen. Aber bei den Preisen heute kann man den Kauf einer Immobilie auf Kredit nur noch in Einzelfällen als Geldanlage empfehlen, das ist kein Selbstgänger. Wenn du das Geld allerdings cash hast, sieht die Rechnung anders aus.

Laura: Sophie interessiert vor allem das Thema Kinder und Ausbildung, macht es Sinn, Geld für die Ausbildung anzulegen?

Dani: Geld für die Ausbildung anzusparen, davon bin ich kein großer Fan . Eigentlich sollte das von den normalen Einnahmen finanzierbar sein. Wenn die Kinder studieren und man hat nicht genug Geld, können die Kinder Bafög beantragen und es später selbst zurückzahlen. Erst die eigenen Finanzen planen, sich um die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau kümmern und dann noch etwas für die Kinder zurücklegen. Das wäre für mich die Reihenfolge. Und dann kommt es auf das Alter der Kinder an. Bei kleinen Kindern könnte sich ein ETF-Depot schon lohnen, bei größeren besser Sparen als Tagesgeld.

Laura: ETFs als Finanzanlage hast du angesprochen. (Was sind ETFs? Hier die Definition bei Wikipedia) Ein Freund wandte ein, dass man dann aber auch Firmen dabei hat, die zum Beispiel Waffen an Saudi Arabien verkaufen. Damit habe ich dann Schwierigkeiten.

Dani: Ich beschäftige mich auch mit nachhaltiger Geldanlage auf meinem Blog. Das ist ein spannendes Thema. ETFs sind Indexfonds, die sehr kostengünstig einen Aktien- und Anleihen-Index nachbilden, aktiv gemanagte Aktienfonds sind dagegen teuer, weil sie von Managern zusammengestellt werden. Es gibt mittlerweile auch nachhaltige Indizes. Da steckt aber dann auch eine Unilever drin oder die Firma Bayer mit Monsanto. Das wird dann auch schwierig mit der Nachhaltigkeit oder Ethik.
Du musst erstmal klären, was Nachhaltigkeit oder Ethisches Geldanlegen bedeutet. Für Dich und was die jeweilige Firma oder der Fonds unter Nachhaltigkeit versteht. Sowas wie – wie gehe ich mit den Mitarbeitern um, halte ich mich an Gesetze, achte ich Umwelt und Tier etc.
Es gibt zur ethischen Geldanlage zwei Strömungen. Die einen sagen: Ja, mach das, das ist gut. Aber wenn du es konsequent machst, ist die Geldanlage oft teurer und dein Risko steigt. Und es ist komplexer. Wenn du dann zum Beispiel nur noch in erneuerbare Energien investierst, dann gehst du ein hohes Risiko ein, weil du zu sehr auf eine Branche konzentriert bist. Du musst dann noch mehr wissen.

Die andere Meinung ist: Investier‘ breit z.B. in einen MSCI-World-ETFs (Anmerkung Laura: da gibts übrigens auch welche, die Waffenfirmen ausschließen) und verhalte dich als Konsument nachhaltig. Kauf‘ keine Produke von Unternehmen, die sich unethisch oder nicht nachhaltig verhalten, geh‘ nicht zu Kaffeeverkäufern, die keine Steuern zahlen etc. Die Macht der Konsumenten bringt sehr wahrscheinlich mehr, als sich bei Investments festzulegen, finde ich.
Wir Frauen brauchen auch pragmatische Geldanlagen. Ich halte es einfach. Wenn die Unternehmen nicht mehr so viel Nachfrage haben, dann verschwinden die Produkte allein vom Markt und die Firmen fallen dann irgendwann aus den Idizees. Es gibt bei nachhaltiger Geldanlage keine einfache Lösung, weil wir in einer komplizierten und verstrickten Welt leben.

Geld macht Spaß

Ich selbst habe Geld auch lange nicht wichtig genommen, entsprechend habe ich mich nicht gut darum gesorgt. Es ist aber wichtig, denn sonst können wir unser Leben nicht so leben, wie wir es möchten. Ich habe mir deshalb eine neue Geldhaltung zugelegt: Geld tut mir richtig gut! Solche energiegeladenen Geld-Glaubensätze könnt ihr euch auch ausdenken, aufschreiben und zum Beispiel an den Spiegel hängen. Wenn ihr euch damit beschäftigt, ändert sich eure Einstellung zum Geld automatisch. Das ist auch wichtig bei Gehaltsverhandlungen. Geld ist der Dank für Arbeit und bedeutet auch Würde.

Ich sage immer, Frauen können Finanzen! Also ran ans Geld. Es macht Spaß und wir können alles lernen!

Foto: Tom Salt

Danke noch einmal, liebe Dani.

Und du, bleib fröhlich und unperfekt. Ich hoffe sehr, dass dich das Interview vor allem dazu gebracht hat, deine Einstellung zum Geld zu überdenken. Denn Geld ist nicht alles, aber mit Geld können wir viel bewegen, Gutes tun und unabhängig sein.

Deine Laura

Gewinnspiel Online-Tutorial

Dani hat noch eine super Überraschung für dich! In den nächsten Wochen gibt es bei ihr den Start für das Online-Tutorial #Geld Smart Managen, deine Startrampe zum Vermögensaufbau. Schau mal hier vorbei. Da geht es ganz von vorne los und du lernst alles Wissenswerte Schritt für Schritt. Dani verlost zwei kostenlose Zugänge im Gesamtwert von 7oo Euro. Wenn du diesen Kurs und damit den ersten Schritt in deine finanzielle Unabhängigkeit gewinnen möchtest, dann kommentier einfach hier unter dem Text.

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Mailadresse mitteilst, damit Dani dir den Tutorial-Code zuschicken kann. Deine Mail-Adresse wird nur zum Versand des Codes genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch des Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 17. September 2018, und endet am 25.September 18 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Zur Transparenz: Dani hat mir das tolle Interview kostenlos gegeben und uns allen ihr Wissen und die Möglichkeit zum Gewinn verschenkt.

Gib mir ein leichtes Schwert für meine schwere Hand…

…eins das führt, wenn ich folge und folgt, wenn ich führe
Ein leichtes Schwert
Für meine müde Hand

So heißt es im Lied „Ein leichtes Schwert“ von Judith Holofernes. Ein leichtes Schwert, das hätte ich jetzt auch gerne. Es gibt so Tage, da möchte ich mich am liebsten auf den Boden legen und streiken. Alles wird mir zu viel, die To-Dos wachsen mir über den Kopf. Gestern war Schulstart und als hätte das nicht gereicht, wurde ein Kind magenkrank. Also startete der Montag nicht nur mit frühem Aufstehen und Frühstück machen (die Milch ist zu heiß * bäääh, wieso schmierst du mir Leberwurst aufs Brot? * bin viel zu müde zum Essen), sondern auch mit einer Notfall-Aktion: Im Kindergarten Bescheid geben, Tee kochen, Wärmflasche erhitzen und im Kopf die Termine des Tages durchgehen.

Ehrlich gesagt hatte ich schon um halb neun Uhr am Morgen die Nase voll. In meinem Kopf spukte eine ellenlange Liste mit Erledigungen. Das Schulkind braucht noch neue Stifte und ein kariertes Heft in Klaviatur Nummer 22, Pakete müssen zur Post, Logopädie-Stunden organisieren werden. Diese Woche muss ich einen Kuchen für die neuen Erstklässler backen, außerdem ein Geburtstagsgeschenk für die Party von Jimmys Freund besorgen und endlich, endlich die Steuererklärung machen.  Achso, da fällt mir ein – ich muss unbedingt gucken, ob die Kinder wetterfeste Schuhe für den Herbst haben. Hat eigentlich einer geschaut, ob Oskar und Luise aktuelle Wechselklamotten im Kindergarten und bei der Tagesmutter haben? Natürlich nicht.

Mental Load – ein Frauenproblem?

Über diese Dinge, an die vor allem Frauen denken müssen, schrieb Barbara Vorsamer diese Woche im SZ-Newsletter:

„In den meisten Familien, selbst bei denen, die sich die Arbeit selbst einigermaßen gerecht aufteilen, bleibt die Verantwortung an der Mutter hängen. Sie schreibt die Einkaufszettel und To-do-Listen und sie erinnert ihren Mann auch – unter Umständen mehrfach – an die noch zu erledigenden Aufgaben. Mental Load nennt man diese Denkarbeit, und sie ist anstrengend, ermüdend und unsichtbar.“

Außerdem weist sie auf den Text von Patricia, alias das Nuf hin, die erst vor kurzem über Mental Load schrieb und damit nicht nur einen Stein ins Rollen brachte, sondern auch aufzeigte, welche unsichtbare Arbeit hinter dem Familien-Magagement steckt. Patricia schreibt:

„Im Grunde sagt der Begriff (Mental Load) nichts anderes als dass es neben den sichtbaren Aufgaben im Alltagsleben sehr, sehr viele unsichtbare Aufgaben gibt, die nie explizit genannt werden, dennoch alle so nebenher identifiziert, bedacht, geplant und dann erledigt werden.“

Die Familien-Managerin

Ich finde diese Angelegenheit deshalb so wichtig, weil sie aufzeigt, was es bedeutet, eine Familie zu managen. So hat das mal diese Frau in einem Staubsauger-Werbevideo genannt. Tatsächlich ist die Organisation unseres Familienlebens ein Fulltime-Job, der wenn es gut läuft, um 20 Uhr endet. Ich selbst habe, und das ist ein großes Glück, einen tollen Partner, der mich sehr unterstützt. Anton hat nicht nur einen Ganztagsjob mit all seinen Ansprüchen zu erledigen, sondern kümmert sich morgens und abends um all das, was hier zuhause mit Haushalt und Kindern so anfällt – leider bis heute keine Selbstverständlichkeit.

Aber eines belastet mich dennoch sehr. Immer bin es ICH, die alle Dinge ins Rollen bringen muss. Ich muss delegieren, ich muss unsere Projekte vorantreiben. Ich muss anstoßen, dass wir uns endlich um die Steuer kümmern, das alte Babybett verkaufen, unsere Unterlagen sortieren oder einen Urlaub planen. Wenn ich nicht neun Bälle gleichzeitig in der Luft halte, die stellvertretend stehen für Job, Kinder, Kinderbetreuung, Schule, Haushalt, Termine, Freizeit, Gesundheit und Geschenke, sich stattdessen keiner kümmert, dann habe ich hier den Salat. Dann geht keiner mit Oskar zur Kinderarztvorsorge, dann ist die Tante beleidigt, weil wir den Geburtstag vergessen haben, dann gehts im nächsten Sommer nicht in den Urlaub und Jimmy steht auf der Party ohne Geschenk da. Auch das bedeutet Stress für mich und der ist fast noch schlimmer.

Endloslisten

Ich wünsche mir manchmal eine gute Fee, die mir die Organisation aus den Händen nimmt. Eine Art persönliche Assistentin, die mir morgens einen Zettel mit Aufgaben vorlegt. Die arbeite ich ab, denn die Tätigkeiten und Arbeit als solche scheue ich nicht. Aber die Denkarbeit macht mich so kaputt. Es gibt Abende, da liege ich neben meinem (ich möchte es noch einmal betonen: wunderbaren und hilfsbereiten und fleißigen) Anton und beneide ihn darum, dass er die Augen schließt und zwei Sekunden später ins Reich der Träume fliegt. Ich selbst schließe die Augen und da ratttert die Liste los. Ich notiere noch ins Handy, dass die Tagesmutter nächste Woche Urlaub hat und wir DRINGEND Klopapier kaufen müssen. Die Matschhose von Luise hat ein Loch, aber morgen soll es regnen, so ein Mist. Ach, und jetzt habe ich tatsächlich vergessen, eine Tafel Schokolade für die Nachbarin zu besorgen, die während des Urlaubs die Pflanzen gegossen hat. Und ist da nicht noch mein eigener Beruf mit all seinen Erledigungen?

Tagsüber denke ich dann an meine Trello-Listen, meine To-Dos im Kalender und die Aufgaben in Slack, die auf mich warten. Dazu kommen die Whats-App-Gruppen aus Kindergarten, Fußballverein und Flötentruppe. Das Krasse ist: obwohl ich scheinbar gut organisiert bin, geht mir dauernd eine Sache durch die Lappen. „Ist doch nicht schlimm, bleib locker“ meint Anton, als ich für das Turn-Sommerfest nichts gebacken habe. „Wäre schön, wenn wir nächstes Jahr mehr Kuchenbeiträge hätten!“ erreicht mich eine Woche später eine Whats-App Nachricht der Turnlehrerin. Kann man drüber stehen, sollte man auch. Fällt mir dennoch schwer – ein altes Frauenleiden.

Warum sind Mütter immer so gestresst? Die Frage kann ich so langsam nicht mehr hören. Ich weiß, warum. Und ich finde, sie hat etwas mit dem Mental Load zu tun. Eine Lösung habe ich auch nicht. Weißt du eine?

Hier ist übrigens ein Text von Beatrice Confuss zum Thema und hier ein Text von Konsti von Grosse Koepfe.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Noch mehr zum Thema Mental Load? Dann schau mal auf meinem Instagram-Kanal, was die Schwabenmütter dazu sagen!

Eine Frau zeigt, wie es geht

#MamasUndMoneten

Bei mir hat sich eine Frau gemeldet, die gerne etwas zu Sophies und meinem Projekt #MamasUndMoneten beitragen möchte, aus verständlichen Gründen anonym. Mich hat der Text sehr berührt und ich bewundere die Autorin. Sie schreibt darüber, dass sie schon ihre Ausbildung so gewählt hat, dass sie von ihrem Beruf später auf jeden Fall gut leben kann. Und sie beneidet die Menschen, die sich in ihrer Berufswahl davon leiten lassen konnten, wie sie sich am besten selbstverwirklichen können. Das sind wahre Worte, denn ich würde soweit gehen: eigentlich kann es sich (leider) keine Frau leisten, die Ausbildung nur nach den Leidenschafts- und Spaßfaktoren zu wählen, wenn sie finanziell unabhängig sein möchte. Das ist sehr schade, aber ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich selbst habe Literatur und Geschichte studiert und hätte schon früher wissen müssen, dass ich so später in die Mutter-Teilzeit-Falle tappen würde. Andererseits, kann eine Frau mit Anfang 20 schon so vorausschauend handeln? Sie kann es, wenn sie wie die Autorin mit jungen Jahren schon einiges an Lebenserfahrung auf dem Buckel hat. Ich jedenfalls würde es meiner Tochter und jedem jungen Mädchen genauso raten, wie sie es gemacht hat. Das ist vor allem deshalb bitter, weil es Berufe wie Erzieherin und Alternpflegerin gibt, die viel zu schlecht bezahlt sind, aber dringend gebraucht werden. Das schreit doch nach Veränderung, oder? Nun aber übergebe ich das Wort an meine anonyme Schreiberin:

Frauen und Geld, das ist so eine Sache. Wenn ich mich mit meinen Freundinnen unterhalte, möchte ich meistens leise weinen.
Ich würde schätzen, dass gut 95% nicht in der Lage wären sich im Falle einer Trennung von ihrem Partner finanziell über Wasser zu halten.

Viele Frauen sind finanziell abhängig von ihrem Partner

Bei mir ist das anders. Mein Gehalt reicht um mich und meine Kinder zu ernähren und wenn alles gut geht (bei dieser Rentensache weiß man es ja nie so genau), werde ich auch in der Rente ein finanziell sorgloses Leben haben.

Ich bin in West-Deutschland, genauer gesagt, in Bayern aufgewachsen. Meine Mutter ist „natürlich“ nicht arbeiten gegangen und mein Vater war Manager in einem Konzern. Meine Mutter hatte nicht mal eine Ausbildung, die ihr ermöglicht hätte, einen Job – geschweige denn – einen gut bezahlten Job zu haben. Mein Vater wollte auch gar nicht, dass sie arbeiten geht. Wie sähe das denn aus? Die Leute würden glauben, er könne seine Familie nicht ernähren.

Als ich 13 war, haben meine Eltern sich nach 25 Jahren Ehe scheiden lassen. Wir standen mit buchstäblich nichts da. Mein Vater hätte wohl Unterhalt gezahlt – aus Stolz wollte meine Mutter aber nichts annehmen.
Wir mussten von einem großen Haus in eine Zwei-Zimmerwohnung ziehen. Drei Menschen und ein Hund.
Ich könnte noch sehr viel über diese Erfahrung schreiben – warum ich sie aber erwähne: Ich habe mir damals geschworen – das passiert mir nicht. Ich finde es unerträglich. Mein Vater wohnt in der Zwischenzeit mit seiner neuen Frau in einem neuen, größeren Haus. Meine Mutter lebt in einer klammen Zwei-Zimmerwohnung und geht mit über 70 noch arbeiten. Sie bekommt 400 Euro Rente.

Finanziell stabil auf eigenen Beinen stehen war das Ziel

Ich habe deswegen in Schule und Studium alles gegeben, um einen möglichst guten Abschluss zu bekommen. Nebenher habe ich immer gearbeitet, teilweise mehr als ich in der Uni war, aber von irgendwas musste ich ja leben.
Meine Zukunft habe ich nach zwei Dingen ausgerichtet:
1) Einen Job finden, in dem man ordentlich verdient
2) Einen Job finden, in den man nach einer möglichen Elternzeit wieder reinkommt

Ich habe deswegen NIE darüber nachgedacht, was mir Spaß macht oder was mir liegt. Um Erfüllung oder Selbstverwirklichung ging es mir nicht. Ich beneide die Menschen, die sich das leisten konnten.

Mit meinem ersten festen Job habe ich angefangen für meine Rente zu sparen. Da war ich gerade mal 25 Jahre. Je früher man anfängt, desto besser. Mein Lebensstandard war als Studentin sehr niedrig. Ich habe oft am Ende des Monats weder Geld noch Essen gehabt. Ich habe später als Angestellte von meinem Einkommen so viel weggespart, wie ich konnte und mein Lebensstandard nur geringfügig verändert.
Die ersten Jahre habe ich alle zwei Jahre den Job gewechselt und damit jedes Mal einen Gehaltssprung gemacht. Die Jahre dazwischen habe ich mein Gehalt verhandelt. Das mache ich auch jetzt noch jedes Jahr. Ich warte nicht darauf, dass mir gnädigerweise jemand eine Gehaltserhöhung gibt.

Auch in der Ehe die Hoheit über die Finanzen behalten

Den Überblick über die Finanzen habe ich nie abgegeben. Meine Steuererklärung mache ich selbst. Über meine Sparverträge und Konten weiß ich Bescheid. Niemand sonst hat Zugriff darauf.

Ich war eine kurze Zeit verheiratet. Da haben wir einmal die Festkosten berechnet und dann prozentual von unserem Gehalt die Anteile. Dieses Geld wurde dann auf ein gemeinsames Konto überwiesen.

Zwischen uns gab es nie ein Gehaltsgefälle. (Was mich im übrigen nie vor der Diskussion gerettet hat, dass sein Job wichtiger sei als meiner und ich doch bitte die Kinderkrankentage etc. übernehme). Ich hätte mich nie auf Lohnsteuerklasse 3/5 eingelassen.

Als die Kinder geboren wurden, habe ich darauf bestanden, dass mein Mann übergangsweise die Einzahlungen meiner privaten Rentenversicherung übernimmt. Elterngeld war schließlich viel weniger als mein Gehalt. Warum soll er weiter in seine Altersvorsorge einzahlen und ich nicht, weil ich mich um unsere gemeinsamen Kinder kümmere? Nach jeweils einem Jahr bin ich wieder arbeiten gegangen (u.a. weil es hier gute und finanzierbare Kinderbetreuung gibt).

Beim letzten Jobwechsel habe ich hart verhandelt. Ich verdiene jetzt mit deutlich reduzierten Stunden genauso viel wie vorher in Vollzeit.

Zwischenbilanz: Trotz Scheidung keine finanzielle Notsituation

Ich lebe mit meinen Kindern in einer schönen Wohnung in guter Lage und kann – toitoitoi – alles von meinem Geld zahlen. Ich spare für meine Rente, ich spare für Urlaub, ich spare für mittelgroße Anschaffungen, die kommen können, ich spare für meine Kinder, denn sie sollen nicht unter den Bedingungen studieren müssen wie ich.
Ich hab natürlich kein Haus, keinen Garten, keinen Kleiderschrank voller Markenklamotten. Ich kann mir keine Mitgliedschaft in einem Fitnessclub leisten und gehe nie zur Kosmetikerin oder ähnliches. Aber darauf lege ich keinen Wert.
Manchmal bereue ich, dass ich den größten Teil meiner beruflichen Zeit nichts mache, was mich erfüllt. Ich gestehe, manchmal wäre ich gerne zu Hause, denn ich habe unendlich viele Ideen und Projekte mit denen ich mich beschäftigen könnte.
Aber unter dem Strich bin ich wirklich stolz auf mich, dass ich finanziell komplett unabhängig bin und dass meine Kinder das auch sehen.

Ich kann nur jeder Frau dazu raten.
Ihr seid mit der finanziellen Unabhängigkeit auch von allen anderen Entscheidungen unabhängig. Ich musste noch nie nachdenken, ob ich es mir leisten kann, mich zu trennen. Ich musste meinen Mann noch nie fragen, ob ich mir z.B. einen neuen Rechner kaufen kann. Ich sorge mich (meistens) nicht um die Zukunft. Ich freue mich, dass ich meinen Kindern einfach so eine Klassenfahrt bezahlen kann.

Seid es euch wert ordentlich zu verhandeln. Wenn ihr gute Arbeit leistet, wartet nicht aufs Entdecktwerden. Eure männlichen Kollegen machen das auch nicht. Sprecht mit allen Freundinnen und Kollegen über euer Gehalt. Vergleicht euch. Achtet darauf nicht ungleich behandelt zu werden.

Ich weiß, ich hatte natürlich auch Glück und gute Rahmenbedingungen – aber ich hatte auch ein Ziel – nämlich mit über 40 nicht so dazustehen wie meine Mutter.

 

Danke, liebe Autorin, für diesen offenen und ehrlichen Text. Und vielleicht ermutigt es dich auch, deine Geschichte zu erzählen. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass wir Frauen uns endlich noch weiter in die Materie eingraben, uns über Finanzen, unser Leben und finanzielle Unabhängigkeit austauschen und gemeinsam dafür kämpfen, dass es nicht länger ein Armutsrisiko ist, Frau und Mutter zu sein.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Über den Titel musste ich zuerst lachen. Sophie vom Blog Kinder haben, mit der ich das Finanzprojekt #MamasUndMoneten gestartet habe, hat mich auf das Buch gebracht: Helma Sick und Renate Schmidt, die beide in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“ zu Wort kommen, haben es geschrieben. „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) klingt provokativ, aber hat mich überzeugt. Finanzielle Unabgängigkeit ist kein reines „Feministinnen-Ding“, sondern ein sehr erstrebenswertes Ziel für JEDEN MENSCHEN. Warum Frauen sich mit diesem Thema besonders schwer tun, erklären die beiden nachvollziehbar und ich fühle mich ertappt. Es geht aber auch um Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Arbeitsumfeld. Ein echt spannendes Thema ist das und es geht uns alle etwas an. Ich habe bisher einen großen Bogen darum gemacht, mit dem Finanzprojekt wollen Sophie und ich das aber nun angehen und wir möchten dich mitnehmen, inspierieren und dich dazu animieren, dich mit deiner finanziellen Absicherung auseinander zu setzen.

Ehe schließen und Füße hochlegen?

Die Autorinnen haben mich eiskalt erwischt. Ehe bedeutete für mich natürlich bisher auch in erster Linie Liebe, Liebe, Liebe. Ehevertrag, gesetzlicher Güterstand, Erbrecht und Co, hääää? Was hat das bitte mit Romantik und Anton und mir zu tun? Ziemlich viel, zugegebenermaßen. Zwar weiß ich, dass dieser Mann die Liebe meines Lebens ist, aber ich vermute, das haben schon sehr viele Frauen gedacht, die sich jetzt geschieden nennen. 50 % aller Ehen gehen in die Brüche, da muss man kein Eisklotz sein, um sich zumindest mit dem Problem auseinanderzusetzen das wir haben, wenn wir uns trennen sollten. Außerdem gibt es andere Schicksalsschläge, die uns hoffentlich niemals ereilen werden. Aber es ist wichtig, sich mit dem Fall der Fälle zu beschäftigen. Denn ich möchte nicht mit den Kindern von heute auf morgen auf der Straße stehen.

Aufklärung für Frauen

Mit Hilfe des Buches bin ich nun aufgeklärter. Was beudetet Zugewinnausgleich, wie läuft das mit dem Erb- und Unterhaltsrecht? Wäre es nicht dringend nötig, dass Anton und ich uns mit steuer-, vermögens-, unterhalts- und versorgungsrechtlichen Dingen auseinandersetzen? Die Lektüre war mein Tritt in den Allerwertesten und ich bin sehr gewillt, die Sache jetzt anzugehen. Zusammen mit Sophie macht das natürlich noch mehr Spaß und ich bin völlig beeindruckt von all den Frauen, die sich schon lange mit Aufklärung in Finanzdingen befassen.

Rat an Mütter

Wichtig für dich ist sicherlich folgender Punkt: In jedem Fall raten die Autorinnen Frauen, die wegen der Kinder zuhause bleiben, vertraglich zu regeln, wie lange sie zuhause bei den Kindern bleiben, wie die häusliche Arbeitsteilung aussieht und wie lange sie Unterhalt bekommen, steht dann doch eine Scheidung an. Außerdem sollte unbedingt besprochen werden, wie die Renteneinbußen desjenigen ausgeglichen werden, der längere Zeit nicht erwerbstätig ist.

Negativ bewerten die Autorinnen übrigens vor allem, wenn Mütter sehr lange ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder „nur“ einem Minijob ausüben. Denn in beiden Fällen wird kaum etwas in die Rentenversicherung eingezahlt. Übrigens erhalten Menschen, die weniger als 5 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, oft keine Renteninformation und wissen so gar nichts von ihrem drohenden Übel.

Ehegattensplittung und Mitversicherung in der Krankenkasse: ein teures Vergnügen

Die Ehe hat natürlich Vorteile. Frauen, die zuhause bleiben, sind in der Krankenkasse ihres Mannes mitversichert und können sogar noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Das macht 450 Euro zusätzlich, unversteuert. Was sich aber hier so prima anhört, ist eigentlich ein Unding. Denn alle Partner, die nicht erwerbstätig sind, werden in der Krankenkasse mitversichert und alle Paare profitieren vom Ehegattensplitting, auch die kinderlosen. Das kostet den Staat eine Menge Geld und dieses System gibt es so nur bei uns in Deutschland. Es macht für das einzelne Paar ökonomisch sinnvoll, was im Zweifelsfall zu einer Katastrophe für die einzelne Person wird: Frauen geben ihre Berufstätigkeit auf und nehmen höchstens einen Minijob an. Ist die Ehe kaputt, stehen sie ohne Arbeit da und haben nie in die Rentenkassen einbezahlt. In anderen europäischen Ländern läuft das anders. Hier ist jeder Erwachsene für sich selbst verantwortlich und kümmert sich also auch um seine Versorgung.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Übrigens fordern die Autorinnen nicht, dass Eltern nach der Geburt des Kindes sofort wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Nein, es ist klar, dass Babys und kleine Kinder Mama oder Papa brauchen. Aber sie finden, dass der, der zuhause bleibt, einen Ausgleich für die Rentenzahlungen bekommen soll. Und das darf übrigens auch gerne mal der Vater sein.

Sick und Schmidt raten dazu, schriftlich Vorkehrungen zu treffen, wenn einer lange zuhause bleibt. Getrennte Konten, eine Risikolebensversicherung zur Sicherung des Unterhalts und Einblick in die gemeinsamen Finanzpapiere sind Wege, um finanziell möglichst unabhängig zu bleiben.

Renate Schmidt, ehemalige Familienministerin, ist verärgert über die Situation der Frauen heute:

„Entweder wir leben den Teil von uns, der nach außen wirkt, haben also Erfolg im Beruf und machen Karriere. Oder wir leben den Teil von uns, der nach innen wirkt, kümmern uns also um Kinder und Familie. Ersteres bedeutet Verzicht auf Kinder (..) Letzteres bedeutet den Verzicht auf beruflichen Erfolg und häufig auf materialle Sicherheit, wenn die Ehe scheitert. Männer werden vor solche Alternativen nicht gestellt, vielleicht auch, weil Frauen es bisher nie verlangt haben.“ (S, 13f)

Und auch ich erlebe diese Zerrissenheit der Frauen, die heute oft nicht nur mitverdienen sollen oder wollen, sich aber dennoch Familie und Haushalt gegenüber verpflichtet fühlen. Und weil wir Frauen arbeiten gehen, auch um unsere Sozialversicherungen zu bezahlen, uns um die Kinder und die Küche kümmern, Schulaufgaben beaufsichtigen, Geschenke für Schwiegermutter und Freunde der Kinder besorgen UND am Ende mit einer mickrigen Rente dumm aus der Wäsche gucken, muss sich einfach etwas ändern.

Armustrisiko: Frau sein und alt werden

Das größte Armutsrisiko in Deutschland heißt, eine Frau zu sein und alt zu werden. Gründe dafür sehen Sick und Schmidt in der Lohnungleichheit, falschen staatlichen Subventionen und auch der Blauäugigkeit so mancher Frauen (S. 112). Schlecht ist aber auch, dass die typischen sozialen Berufe, die oft von Frauen ausgeübt werden wie Lehrerin, Altenpflegerin, Krankenschwester oder Erzieherin viel zu schlecht bezahlt sind. Generell wählten Frauen zu oft die wenig lukrativeren Berufe.

Ich denke, wenn wir Frauen die Sache mit der finanziellen Unabhängigkeit in die Hand nehmen, dann sind wir schon einen Schritt weiter. Außerdem müssen wir kämpfen für bessere Bedingungen für Eltern am Arbeitsplatz und für ein besseres politisches System, das nicht länger die Einverdienerehe unterstützt. Ehegattensplitting muss bald der Vergangenheit angehören, denn es ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Wichtig finde ich außerdem das Kapitel, das sich mit dem deutschen Frauenbild beschäftigt. Immer noch ist das Bild der guten Mutter verbreitet, die nicht erwerbstätig ist und sich ausschließlich um die Kinder kümmert. Kritisch beäugt werden die Frauen, die schnell nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Dabei kann sich doch auch ein Vater ganz wunderbar um seine Kinder kümmern. Der sogenannte Backlash greift um sich und Helma Sick spricht in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“ das an, was ich auch online beobachte: junge, gut ausgebildete Frauen propagieren das alte Mutterbild und machen daraus einen neuen Trend.

Frauen müssen sich einmischen

Jeder, der sich individuell und für sich dazu entscheidet, zuhause bei den Kindern zu bleiben, der soll das tun dürfen. Feminismus ist Wahlfreiheit, das ist klar. Wenn Frauen diese Entscheidung in der Öffentlichkeit aber als einzig richtige propagieren und anderen ein schlechtes Gewissen einzureden, weil die Kinder ohne die ständige Verfügbarkeit der Mutter scheinbar nicht gesund aufwachsen, stellen sie allen Frauen ein Bein, die seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung eintreten.

„Jammern hilft nicht! Frauen müssen individuell vorsorgen, mit dem Partner womöglich auch unangenehme Aushandlungensprozesse führen und sich in die Gestaltung von Lebens- und Arbeitswelten einmischen!“

Dieses Zitat aus dem Buch von Uta Meier-Grewe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Uni Gießen, bringt es für mich auf den Punkt! (S. 166) Ich werde jedenfalls meinen schwangeren Freundinnen nicht länger einen Strampler und Badezusätze schenken, sondern dieses Buch. Ich bin froh, dass es bei mir (noch) nicht zu spät ist und nehme meine finanzielle Zukunft nun in die Hand. Als erstes habe ich einen Termin bei der Deutschen Rentenversicherung gemacht, bald folgt auf meinem Instagram-Kanal ein Interview mit der Geldfrau und das Buch von Madame Moneypenny wird meine Urlaubslektüre sein. Schau auch mal bei Sophie vorbei, hier sind schon einige Beiträge zur Blogparade von #MamasUndMoneten eingetrudelt.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Gewinnspiel

Achtung: das Gewinnspiel ist vorbei, die Gewinnerin wurde benachrichtigt!

Und damit auch du ein wenig schmökern kannst, verlose ich ein Exemplar dieses so wichtigen Buches. Wenn du das Buch gewinnen möchtest, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Text. Ich freue mich außerdem, wenn du Sophie und mir auf Instagram folgst, dort gibts auch noch mehr News zum Thema #MamasUndMoneten.

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse zur Weiterleitung an den Kösel-Verlag mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Buches genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 06. September 2018 und endet am 11. September 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Luise und ich sind uns sehr ähnlich. Wir haben viel Power, im guten und im schlechten Sinne. Wir lachen viel und sind leicht zu begeistern, wir sehen die Dinge positiv und bringen gute Stimmung in den Raum, das kann man so sagen. Wir sind aber auch ziemlich schnell wütend, schreien rum und knallen mit den Türen. Noch dazu machen wir alles mit Schwung und Elan. Dabei fällt dann oft was um oder geht kaputt. Wir sind uns ähnlich und geraten vielleicht aus diesem Grund gerne aneinander. Denn in Luise erkenne ich mich und meine (unguten) Eigenschaften wieder und das sorgt in mir drin für Zunder.

Meine Tochter treibt mich in den Wahnsinn

Sie stürmt in die Küche, die kleine Dame, und will was trinken. Beim hastigen Einschenken verschüttet sie das Wasser. Das nervt mich enorm. Erst vor zehn Minuten ist mir eine Tasse Espresso auf den Küchenboden geplumpst und hat die ganze Wand versaut. Nun kann ich schon wieder aufwischen. Luise hilft, aber ist auch schnell davon geflitzt. Wie sie heute wieder aussieht! Die Leggings in Pink, das Shirt in Kunterbunt. Eine lila Strähne im Haar und die bunten Socken dazu – ich kann es kaum mit anschauen. Sie hat genaue Vorstellungen von dem, was sie trägt. Das geht mir bei meinen Sachen ganz genauso.

Und Luise brüllt. Wenn sie sich weh getan hat, ist sie eine Sirene. Sie macht alle Schleusen auf und heult los, den Mund offen, die Augen zusammengekniffen, der Ton löst ein Pfeifgeräusch in meinen Ohren aus und macht mich wahnsinnig. Bin ich selbst anders? Nein, kein bisschen. Ich bin Frau Laut. Mich hört man auch zwei Straßen weiter noch schreien, wenn ich mich aufrege, ich lache, fluche und brülle, wenn es nötig ist.

Mini-Me

Vielleicht regt mich Luise manchmal so ungemein auf, weil ich mich in ihr wiedererkenne. Wir sind uns nicht nur optisch ähnlich, sondern auch im Wesen. Genau wie ich erschrecke, wenn ich Anton genauso anpampe, wie es meine Mutter mit meinem Vater tut, finde ich es unangenehm, wenn Luise mal wieder zetert wie ich. Ich sehe mich in meiner Mutter und in Luise wieder. Das ist oft schön, denn wir haben viele gute Eigenschaften. Bei den (vermeintlich) schlechten Eigenschaften fühle ich mich aber irgendwie ertappt. Was mich daran manchmal traurig macht: weil mir die Jungs nicht besonders ähnlich sind, habe ich für sie vielleicht ab und zu mehr Verständnis.

Ich kam darauf, weil Anton jedes Mal an die Decke geht, wenn Jimmy kein Interesse hat, zu essen. Dabei lag ihm damit sein Vater früher dauernd in den Ohren und warf ihm vor, zu dünn zu sein. Anton war extrem genervt deshalb und nervt heute Jimmy. Jimmy rennt übrigens auch so wie der kleine Anton, er fuchtelt dabei mit den Armen in der Luft und er spielt stundenlang Schach mit sich selbst – wie Anton, als er sieben Jahre alt war. Mit Luise kommt er dagegen gut klar, sie ist so anders als er.

Wenn Eltern ausflippen

Um dieses Thema kreisten meine Gedanken letzte Woche, als Luise mit den Großeltern im Urlaub war. Ich hatte nämlich ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil wir so einen Ärger hatten. Sie regte mich auf und war mir mal wieder zu laut, zu ungestüm und zu gruselig angezogen. Bin ich guter Dinge, sehe ich darüber hinweg. Wir aber hatten Stress zuhause, denn wenn Kinder Ferien haben und gelangweilt sind, die Mutter dagegen arbeiten muss, geht das selten gut aus. Und nachdem ich fünf Mal die Nerven bewahrt hatte, ist mir die Hutschnur gerissen. Ich habe Luise so richtig angeschnauzt, der Auslöser war scheinbar banal. Ich musste mich sogar aufs Klo retten, denn das wichtige ist dann, mich selbst raus aus der Situation zu nehmen. Ich zählte bis zehn und biß außerdem in die Klopapierrolle. Dann habe ich alle Handtücher durch die Gegend geschmissen und fünf Minuten im neuen Ikea-Katalog geblättert. Anschließend ging es mir besser.

Luise saß in ihrem Zimmer und tat das gleiche. Erst knallte sie mit der Tür, dann schmiss sie alle T-Shirts durchs Zimmer und las eine Weile in ihrem Conni-Buch. Da waren also zwei Damen mit ähnlichem Gesicht und Temperament, außer sich vor Wut und Entsetzen und in dem kurzen Glauben, die andere niemals wieder nett finden zu können.

Wenn wir in den Spiegel blicken

Aber irgendwann war der Zorn verraucht. Vielleicht war es auch genau der richtige Zeitpunkt für etwas Abstand und Jimmy und Luise brachen ohne Abschiedsschmerz in den Urlaub auf. Auch ich habe die Woche ohne die beiden Großen genossen und hatte die Auszeit dringend nötig. Nach und nach konnte ich wieder liebevoller auf meine Luise blicken und in diesem Zuge auch auf mich selbst. Luise ist nämlich wirklich in vielerlei Hinsicht mein Spiegel. Übrgens ist sie auch so lebenslustig, so voller Kraft und so witzig wie ich. Überhaupt ist sie ganz wunderbar und toll. Sie ist wie ich und doch ganz anders. Wir werden uns vermutlich unser ganzes Leben ein wenig aneinander reiben. Aber wir werden uns auch immer ziemlich schrecklich lieben.

Gehts dir mit einem deiner Kinder ähnlich? Macht dich eines vielleicht auch besonders wahnsinnig, gerade weil du dich in ihm wiedererkennst? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ps.: Kennst du schon die Schwabenmoms? Miri, Joy und Sabine haben tolle Ideen, die dir den Mama-Alltag erleichtern. Sie unterstützen mich nun auf meinem Instagram-Kanal und laden dich ganz herzlich ein.