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Ist es nicht so, dass es jede Frau, die arbeiten geht, ins Herz trifft, wenn ihr vorgeworfen wird, dass ihr ihre Kinder nicht wichtig genug sind? Und ist es nicht so, dass sich jede Frau gekränkt fühlt, wenn man sie fragt, ob es ihr doch nicht ernsthaft reichen könne, den ganzen Tag für das Kleinkind zuständig zu sein? Warum sehen wir uns dann doch immer wieder mit gemeinen Kommentaren konfrontiert, besonders aus den eigenen Reihen? Und wieso zum Teufel halten wir Frauen nicht lieber zusammen und sorgen dafür, dass wir wählen oder vereinbaren können, wie wir möchten?

Die Kinder sind dir nicht wichtig!

Neulich saß ich während meiner Mütterkur in einer Frauenrunde und wir sprachen über Stress im Alltag. Ich meldete mich und erklärte mein Dilemma:

Ich bin halbtags tätig. Wenn die Kinder kommen, habe ich noch jede Menge To-Dos auf meiner Liste und ich weiß einfach nicht, wie ich die Prioritäten setzen soll. Immer gibt es etwas zu tun und darunter leide ich.

Es meldete sich eine Frau, etwa 15 Jahre älter als ich und fuhr mich im harrschen Ton von der Seite an:

Ist doch klar, wie du deine Prioritäten setzt: am wichtigsten sind ja wohl die Kinder. Außerdem könntest du ja auch ganz zuhause bleiben, wenn dein Mann genug verdient.

Ich war erst einmal platt angesichts dieses Angriffs. In dieser „geschützten“ Gruppe hätte ich so einen Kommentar nicht erwartet, ich dachte, es sollte um Austausch gehen und ich hätte mich über Ratschläge und Ideen sehr gefreut, nicht aber über so einen Spruch. Ich wusste gar nicht, wohin mit meiner Wut. Gerne hätte ich der unverschämten Dame neben mir so einiges entgegengesetzt:

Dass mir meine Arbeit wichtig ist, sie mir Spaß macht und dass ich mir selbst wichtig bin. Ohne meine Arbeit bin ich ein halber Mensch, zu nichts zu gebrauchen. Sie bedeutet mir viel: Kreativität, Unabhängigkeit, Freiheit, Entspannung und noch viel mehr. Dass ich auch arbeiten gehe, um meine Familie im Notfall ernähren zu können. Dass ich berufliche unabhängig sein möchte. Dass ich meinen Rentenzettel gruselig finde. Dass ich leider (noch) keinen Ehevertrag habe und daher ohne meinen Mann direkt beim Sozialamt vorstellig werden müsste. Dass ich Angst habe, alleinerziehend und arm sein zu müssen, falls das Leben nicht so spielt, wie ich es erhoffe.

Rechtfertigen, nein Danke!

Ich wollte ihr auch gerne sagen, dass ich, weil ich den Kindergarten meiner Tocher so toll finde, darauf verzichte, sie in eine Ganztagskita zu bringen, obwohl mir das zeitlich und beruflich entgegenkäme. Dass ich mittags für alle Kinder koche und auf vieles verzichte, damit es ihnen gut geht. Dass jeder Mutter, egal ob oder wie viel sie arbeitet, ihre Kinder über alles gehen und dass es eine Unverschämtheit ist, so mit mir zu reden. Und dass ich mich eigentlich überhaupt nicht rechtfertigen muss. Doch wieso habe ich das Gefühl, es immer wieder tun zu müssen? Habe ich ein Problem mit meiner Art zu leben oder haben andere das Problem?

Hier saßen viele Frauen verschiedenen Alters und alle hatten Stress zuhause. Wegen ihres Jobs oder wegen pubertierender Kindern, wegen kranker Familienmitglieder oder sie hatten Ärger mit ihrem Mann, manche sogar alles zusammen. Meiner Meinung nach sollten wir hier mal darüber sprechen, warum so viele Frauen so fertig sind. Warum sie zuhause oft Erziehungsarbeit und Haushalt alleine machen, warum hier Alleinerziehende sitzen, die weder vor noch zurück wissen, weil sie neben all der Arbeit auch noch Geldsorgen haben. Warum wir Frauen mit Halbtagsjob und Homework mehr als nur 100% arbeiten.

Und wir hier waren ja nur die Speerspitze. Die meisten Frauen schaffen es gar nicht, sich so eine Kur zu organisieren. Oder sie trauen sich nicht. Jedenfalls saßen hier erwachsene Menschen, die ganz schön viel an der Backe hatten und Trost suchten.

Sind berufstätige Mütter keine guten Mütter?

Ich sage dir, was mich am allermeisten schmerzte: der unverhohlene Vorwurf, der für alle arbeitenden Mütter der Genickschuss ist. Nämlich, dass uns die Kinder nicht wichtig genug seien und wir keine guten Mütter wären, weil wir berufstätig sind. Egal, wie tough wir sind, egal wie selbstbewusst, egal wie schlau – das kratzt an der Seele, weil in unserer Gesellschaft das Bild einer Familie festzementiert ist und nur schwer ersetzt werden kann durch die moderne Vorstellung, auch ein Papa kann gut zuhause für die Kinder sorgen.

Den Rest der Stunde saß ich da, war wütend und traurig zugleich und bin hinterher erst einmal eine Runde laufen gegangen. Eines ist mir mittlerweile klar geworden: Es steckt auch ein Nicht-Verstehen dahinter. Heute ist es für viele Frauen in meinem Alter selbstverständlich, arbeiten zu gehen. Das war vor 20 Jahren sicher nicht der Fall, zumindest nicht in Westdeutschland. Auch für meine Mutter und ihre Generation war es ungewöhnlich, mit noch kleinen Kindern arbeiten zu gehen. Für meine Großmutter war das sogar undenkbar. Sie hatte ganz andere Probleme und musste nach dem Zweiten Weltkrieg schauen, dass alle satt waren, dass Haus und Hof wieder aufgebaut wurde. Die Männer kamen nicht immer nach Hause und wenn doch, dann oft mit massiven Kriegstraumata. Für sie galt: sich aufopfern für die Familie. Das gilt überall auf der Welt in Kriegszeiten. Für Me-Time und Achtsamkeit ist da wahrlich kein Platz, das ist klar. Warum dieser Anspruch aber heute für mich gelten soll, ist mir nicht erklärlich.

Dieses Aufopfern für die Familie, das scheinen viele Frauen noch immer voneinander zu erwarten. „Du möchtest arbeiten gehen? Wieso bist du so egoistisch? Deine Kinder brauchen dich doch. Bleib gefälligst zuhause.“ Aber wieso ist es so schwer zu verstehen, dass Frauen ihrem Beruf nachgehen möchten oder in jedem Fall die Wahl haben wollen? Dass sie ihr Leben so gestalten möchten, wie sie es für richtig halten mit den gleichen Rechten und Pflichen wie Männer? Wieso wird mir als Mutter indirekt vorgeworfen, dass mir meine Arbeit scheinbar wichtiger wäre als die Kinder und wieso musste sich mein Mann so etwas noch niemals anhören, auch wenn er mal bis 19 Uhr im Büro war?

Die eine so, die andere so

Auf der einen Seite stehen die Mütter, die arbeiten gehen wollen oder müssen. Auf der anderen Seite gibt es auch genug Frauen, die sich für die Haus- und Carearbeit zuhause entscheiden. Sie sind ebenfalls mit Vorwürfen konfrontiert und nicht wenige fühlen sich unter Druck gesetzt, weil sie ihre berufliche Karriee (zeitweise) auf Eis setzen und die Erwartung der anderen spüren, jetzt doch endlich mal wieder in den Job zurückzukehren. Die schon zuhause genug an der Backe haben und wissen, dass sie die Doppelbelastung einfach nicht schaffen oder nicht schaffen möchten. So wie ich mir nicht vorstellen kann, mich den ganzen Tag nur um meine Kinder zu kümmern, so können sich andere Frauen nicht vorstellen, ihre kleinen Kinder in andere Hände zu geben. Das ist doch auch eine ganz persönliche und individuelle Entscheidung!

Eine einfache Formel

In Sachen Elternschaft ist es doch so: Im besten Fall gibt es da zwei Menschen, die gemeinsam Kinder bekommen. Es muss sich jemand um die Kinder kümmern und dann wird geschaut, wer das machen könnte. Dabei spielen dann finanzielle sowie wirtschaftliche Gründe und Befähigungen eine Rolle. Läuft alles gut, einigen sich die beiden und teilen Geld, Risiko und Betreuung der Kinder so auf, dass alle einigermaßen zufrieden und versorgt sind. That`s it! Ob Mann oder Frau dann zuhause bleiben, sollte egal und ausschließlich ihre eigene Angelegenheit sein.

Gleichberechtigung, von wegen!

Ich ärgere mich über die Dikriminierung von Frauen. Sie werden immer noch, auch hier in Deutschland, viel zu oft Opfer von Gewalt, werden sexuell diskriminiert (#Metoo) oder belästigt. Haben es im Job schwerer, weil sie Mütter werden könnten, werden schlechter bezahlt und haben ein enormes Risiko, im Alter arm zu sein. Wäre es da nicht sinnvoll, sich (mit den Männern) zusammen zu tun und gemeinsam für eine Wahlfreiheit zu kämpfen? Wir müssen uns nicht mehr aufopfern wie unsere Großmütter, was für ein Glück!

Im Übrigen kam nach der Gesprächsrunde eine andere Frau auf mich zu und hatte einen total guten Rat für mich. „Denk doch mal über ein Job-Coaching nach. Da kannst du vielleicht lernen, beruflich Prioritäten zu setzen. Ich glaube, das würde zu dir passen.“ Ich habe die Frau feste gedrückt und war froh über den guten Rat. Denn tatsächlich leide ich unter der Doppelbelastung und suche nach einer Lösung, wie Anton und ich Job und Kinder besser vereinbaren können.

Der gute Weg

Sich gegenseitig respektieren und unterstützen, den Lebensweg der anderen nicht kritisieren, sondern gemeinsam nach Lösungen suchen. Keinem Elternteil jemals absprechen, dass die Kinder ihm nicht wichtig genug wären, denn das schmerzt jeden. Anderen Frauen einen Weg zugestehen, den man selbst nicht einschlagen würde. Und diesen nicht als Kritik am eigenen Weg zu sehen – das wäre mein Wunsch für die Zukunft. Vor allem aber müssen wir Frauen uns nicht aufopfern, weil wir Frauen sind. Egal ob im Job, für die Kinder oder für die Vereinbarkeit von beidem.

Bleib fröhlich und unperfekt und lass dir nicht reinquatschen,

deine Laura

Adventszeit, schöne Zeit, oder? Ehrlich gesagt, fand ich die letzten Jahre die Adventszeit eher gar nicht schön, denn wir hatten als Eltern immer eine Menge um die Ohren. An Weihnachten sind wir dann regelmäßig völlig ausgelaugt in ein Schlafkoma gefallen und haben den Dezember zum zweitschlimmsten Monat erklärt. Der wird nur noch mit dem Juni getoppt, der uns mit Sommerabschiedsfesten fast erschlägt.

Volles Programm im Dezember

Ende November hatte ich eine To-Do-Liste, die jeden Großkonzern-Manager beeindrucken würde. Einen Adventskranz binden, zwei Kalender mit Kleinigkeiten füllen, Nikolaus-Deko basteln, Plätzchen backen, Geschenke besorgen, Weihnachtsmarktschichten koordinieren und die Wohnung dekorieren – richtiger privater Mega-Stress war das für mich und Freude hat mir das nicht mehr bereitet. Im Dezember haben Anton und ich dann Kuchen für die kleinen und großen Weihnachtsfeiern gebacken und uns die Klinke in die Hand gegeben, weil immer einer irgendwo unterwegs war. Nebenbei haben wir Geschenke geshoppt und Adventstürchen besucht, gesungen, gelesen, Lebkuchen im Akkord verputzt und fühlten uns voll bis oben hin, mental und körperlich.

Ruhe jetzt!

Neee, nicht mit mir, habe ich mir in diesem Jahr gedacht. Ich bin jetzt mal so richtig egoistisch und möchte selber adventlich sein. Ruhe, Kerzenschein, Vorfreunde, das sind meine Stichworte für dieses Jahr. Denn eigentlich ist doch diese Zeit viel zu wundervoll, als sie mit To-Do-Listen zu begehen. Eigentlich ist es ja so wie mit Glühwein: in Maßen sind Adventsfeiern, Deko und Weihnachtlieder zauberhaft, bei übermäßigem Genuss hat man aber schnell die Nase voll.

Falls es dir wie mir geht und du den Dezember wie die Kinder erleben möchtest, voller Freude und mit glänzenden Augen, dann habe ich ein paar Ideen für dich. Los gehts!

  • Ich dekoriere nicht länger wie eine Wahnsinnige, sondern habe ein paar einzelne schöne Stücke, die ich aus dem Keller trage. Zusammen mit den Kindern hole ich eine goldene Kugel, einen Leuchtstern fürs Fenster und unsere liebsten Weihnachtsbücher hervor, dazu hören wir Weihnachtsmusik und Luise, die seit neuestem flötet, präsentiert ihren ersten Christmas-Hit.

  • Selbsgemachte Adventskalender, die mit niedlichen Kleinigkeite befüllt werden, sind was Tolles. Aber ich schaffe das zeitlich nicht mehr, denn bei drei Kindern ist das echt ne Menge Arbeit. Darum gibts bei uns gekaufte Kalender, die die Oma spendiert.
  • Für manche Menschen ist Plätzchen backen total entspannend, für mich eher nicht. Kinder dabei einzubinden halte ich für pädagogisch wertvoll, aber ist mit einem Zweijährigen, der mit Karacho ein Pfund Mehl in die Schüssel kippt,  nicht gerade eine entspannte Geschichte. Opa und Oma haben mit Luise Pferdekekse ausgestochen, außerdem kaufen wir ein paar Tüten auf dem Kindergartenweihnachtsmarkt.

  • Von Weihnachtsmarkt bis Adventsfenster über Adventskonzerte, Flötenvorspiele und Weihnachtsfeiern: wir könnten theoretisch jeden Abend woanders sein und ich weiß all diese Veranstaltungen sehr zu schätzen. Wir schaffen das aber nicht alles und möchten so gerne einfach nur zuhause sein, Luises Pferdekekse essen und unsere Weihnachtsgeschichten lesen. Daher suchen wir uns die Feiern und Märkte aus, die zeitlich gut passen und entschuldigen uns bei der einen oder anderen Veranstaltung. Mögen es uns die Menchen verzeihen!
  • Manchmal schaffen wir es einfach nicht, feine Dinge fürs Buffet beizutragen. Daher kaufe ich für die Erwachsenenveranstaltungen ein paar Flaschen mit wirklich gutem Glühwein und nehme für die Kinderfeste einen Christstollen vom Bäcker mit.
  • Ich liebe Weihnachtspost, ja wirklich. Aber ich habe eine neue Tradition eingeführt, weil ich es nicht mehr geschafft habe, hunderte von Karten zu verschicken. Mit den Kindern mache ich ein lustiges Foto, gerne mit Verkleidung. Denke mir eine kleine Geschichte aus und verschicke alles per Sammelmail.
  • Wir setzen uns jeden Abend im Advent zusammen und lesen eine Geschichte aus dem Adventskalender, schneiden ein passendes Bildchen aus und kleben es aufs Foto. Dieses Jahr haben wir diesen hier (Affiliate Link). Das macht total viel Spaß und ist mir lieber, als mich abends über proppevolle Weihnachtsmärkte schieben zu lassen.
  • Außerdem sind wir seit jeher große Fans der Augsburger Puppenkiste und die Weihnachtsgeschichte (Affiliate Link) hier kann ich dir sehr ans Herz legen. Wir werden ihn am Sonntag gucken, Punsch aus Früchtetee und Traubensaft kochen und uns auf Weihnachten freuen – ganz ruhig und gemütlich.
  • Haufenweise Geschenke? Nicht mit uns! Unsere Kinder haben so viele Dinge und auch wir Erwachsene leben doch im Überdruss. Darum gibts für alle Drei einen Herzenswunsch, dabei bleibts. Falls du Ideen für Pferdefans oder Fußballfreunde suchst, schau mal hier. Wir Großen haben gewichtelt: jeder beschenkt einen anderen und muss sich nicht länger Gedanken für alle machen. Wir haben eine Preisgrenze gesetzt, es darf aber auch gerne gebastelt werden.
  • Weil wir so auch Geld sparen, haben wir mehr übrig, um was Gutes zu tun. Mir tun ja immer die Paketboten leid, darum will ich dieses Jahr unbedingt ein paar Euros bereit halten und Trinkgeld geben. Eine Spende für die cfi-Kinderhilfe , Unterstützung für die Tafel, Geschenkebäume für Kinder aus armen Familien oder Initiativen für Geflüchtete: es gibt so viele Menschen, die Unterstützung dringend brauchen.

Besinnliche Weihnachte mit der Familie

Also ich freue mich jetzt so richtig auf die Adventszeit, die ja im ursprünglichen Sinne nichts mit Shopping-Wahn, Konsum und Freizeitstress zu tun hat, sondern eine Zeit des Wartens auf Weihnachten ist. Für die Kinder wünsche ich mir, dass sie die Zeit als eine friedliche erleben und keine Mama haben, die vor lauter Hetze jeden Abend müde auf dem Sofa hängt. Ich schätze all das Engagement der Menschen rund um diverse Veranstaltungen und spreche jedem, der mich einlädt, meinen Dank aus. Aber die eine oder andere Absage werde ich erteilen und kann auch dir nur ans Herz legen, alle Dinge, die dir eher eine Last sind, sein zu lassen. Macht das, was euch Spaß macht: Plätzchen backen, dekorieren, Karten schreiben, singen, freuen, friedlich sein, mit anderen Erwachsenen Glühwein trinken, Weihnachtsmärkte besuchen – solange ihr es mit funkelnden Augen tut, nur zu. Alles andere kommt runter von der Liste.

Lass es dir gut gehen, bleib fröhlich und unperfekt und habe eine richtig tolle und besinnliche Adventszeit,

deine Laura

Vernetz dich mit Gleichgesinnten

Ich finde ja, Frauen-Support ist was richtig tolles, denn wir können uns gegenseitig super helfen und uns unterstützen. Das dachten sich auch Sabine und Charlotte und haben mit MamiConnection eine Plattform geschaffen, auf der sich Mütter mit Gleichgesinnten zusammentun. Es geht vor allem um Austausch und Unterstützung und hilft dir bei der Suche nach anderen Frauen mit Kindern.

Falls du also schwanger bist, einen Spielkameraden für dein Kind und eine Freundin für dich suchst oder vielleicht sogar ein Betreuungstandem gebrauchen kannst, hast du hier die Möglichkeit, kostenlos teilzunehmen. Nachdem ich bei den Mädels zu Gast sein durfte und von meinem Speiseplan für Kinder erzählt habe, möchte ich dir heute die Mami-Connection vorstellen. Deshalb habe ich den Gründerinnen ein paar Fragen gestellt, weil es mich sehr interessiert, wie es zu diesem Netzwerk kam und welche Ideen genau dahinter stecken!

Foto Credit: Verenafotografiert

Laura: Was war der Auslöser dafür, dass ihr MamiConnection gegründet habt?

Sabine: MamiConnection ist tatsächlich aus meinem eigenen Bedarf entstanden. Als frischgebackene Mama bewegen wir uns ja auf ganz neuem Terrain. Mit dem Mamasein bekam auch mein Leben einen ganz neuen und wunderbaren Mittelpunkt. Mein Tagesablauf kollidierte dadurch aber mit dem meiner kinderlosen Freunde und meine Interessen und Prioritäten verschoben sich. So wurde bei mir natürlich auch der Wunsch nach neuen Kontakten und nach Austausch mit Gleichgesinnten sehr groß. Das war schließlich die Geburtsstunde der Idee zu MamiConnection –  eine Plattform auf der man gleichgesinnte Mamis in der Nähe über ein Matching System findet. Das ist nun über 4 Jahre her.

Laura: Warum war es so schwer, gleichgesinnte Mamis zu finden?

Charlotte: Es ist nicht schwer, andere Mamas in der gleichen Situation zu finden – aber es ist oftmals so, dass man charakterlich nicht so richtig zusammen passt. Ich kenne Mütter, die sich aus Mangel an Alternativen einer Gruppe Mamas angeschlossen haben, obwohl sie als Typ gar nicht zueinander gepasst haben. Das muss nicht so sein. Bei uns können die Mamas zum Beispiel nach persönlichen Interessen und Hobbys suchen, oder nach Lebenssituation (z.B. alleinerziehend) und finden genau die Mamas, die ihre Interessen teilen. Damit man auch nach einem Jahr nicht ausschließlich über Windeln, Beikost und Babyschlaf quatscht, sondern auch darüber hinaus eine gemeinsame Ebene findet.

Foto: Linda Duschek

Laura: Hat das auch etwas mit der Großstadt zu tun?

Charlotte: Ich glaube nicht, dass das nur ein Großstadtproblem ist. Gerade in ländlicheren Regionen passiert es vielleicht sogar noch seltener, dass man einer gleichgesinnten Mama über den Weg läuft. Sicherlich gibt es auf dem Dorf noch die Famlie, die unterstützend zur Seite steht. Aber einer Freundin, die in der gleichen Situation wie man selbst steckt, öffnet man sich ganz anders. Jede Mama braucht so eine Mama-Freundin.

Laura: Was genau ist MamiConnection und was bringt mir der Mamifinder?

Sabine: Grundsätzlich geht es bei MamiConnection darum, mit Hilfe des Matching-Systems gleichgesinnte Mütter in der Nähe zu finden, sich mit diesen auszutauschen, sich zu unterstützen und im „echten“ Leben zu treffen. Hier sind wir Mamas ganz unter uns und können nach Herzenslust unser Mutterdasein ausleben. (Bald-)Mamas wie Du und ich finden ganz unverbindlich, Gleichgesinnte in unmittelbarer Umgebung für Betreuungstandems, Spielplatzdates, Austausch und viele nützliche Empfehlungen rund um den Mama-Alltag.

Das „Herzstück“ von MamiConnection ist der MamiFinder, mit dem sich gezielt Gleichgesinnte in der Umgebung mit gleichaltrigen Kindern, ähnlichen Interessen und Tagesabläufen finden lassen.

Foto-Credit: Verenafotografiert

Laura: Bringt mir MamiConnection auch etwas, wenn ich wieder arbeiten gehe?

Charlotte: Auf jeden Fall. Über MamiConnection kannst du als registrierte Mama ein sogenanntes Betreuungstandems bilden. Das heißt, zwei oder mehr Mamas schließen sich zusammen und organisieren die Betreuung ihrer Kinder privat und untereinander. So können beide Mamas stundenweise arbeiten, während die jeweils andere Mama die Kinder betreut. Gerade für Mütter, die bei der Suche nach einer geeigneten Tagesmutter scheitern oder einfach gern ein paar Stunden in der Woche Zeit für sich oder die Arbeit brauchen, ist dieses Modell ideal.

Sabine: Ja, und darüber hinaus ist doch auch für uns „Working Moms“ ein Austausch und Support unter Gleichgesinnten extrem wichtig!

Laura: Wieso sollten Mamis zusammen halten?

Sabine: Gerade in der überwältigenden ersten Zeit des Mamaseins ist der Austausch mit Gleichgesinnten so wichtig. Meist ist es doch so, dass die beste Freundin gerade nicht zeitgleich ein Kind bekommt. Die Suche nach Gleichgesinnten beginnt dann schon in der Geburtsvorbereitung und spätestens, wenn sich die Zeit des Wochenbetts dem Ende neigt, sehnt man sich nach Mamis mit ähnlichen Bedürfnissen und Herausforderungen. Um sich auch mal Trost zu spenden und gleichzeitig zu wissen, dass man mit seinen Schwierigkeiten nicht allein ist. Aber natürlich auch, um die schönen Momente miteinander zu teilen. Oder schlichtweg Abwechslung in seinen Alltag zu bringen. Und im besten Falle entstehen daraus echte Mama-Freundschaften.

Foto: Linda Duschek

Charlotte: Nicht nur Mamis, Frauen im Allgemeinen sollten mehr zusammen halten. Es ist schlimm genug, dass Frauen und Männer immer noch nicht gleichberechtigt sind. Gerade da ist Solidarität unter Frauen total wichtig. Neulich stieß ich auf den Hashtag #hersucessisnotmyfailure und dachte „Jaa, genau so ist es.“. Es gibt genug Gutes da draußen, dass es für uns alle reicht. Und es hilft niemandem, wenn wir neidisch auf den Erfolg anderer schauen. Lasst uns lieber gegenseitig unterstützen. Das war für uns auch der Grund, auf unserem Blog tolle und kreative Frauen und Gründerinnen zu portraitieren. Um anderen Müttern Mut zu machen und diese tollen inspirierenden Frauen gleichzeitig zu supporten.

Laura: Was kostet MamiConnection?

Charlotte: Für die Mamas kostet es nichts. Und das soll auch so bleiben J !

Laura: Was kann ich mir unter einem Mami-Tandem vorstellen?

Sabine: Über den Austausch hinaus war es mir sehr wichtig – gerade im Hinblick auf die aktuelle Betreuungsplatzmisere – die Möglichkeit zu schaffen, sich gegenseitig die Kinder abzunehmen. Auf MamiConnection kannst du als Mutter ein Betreuungstandem mit einer anderen Mama bilden. Dadurch könnt ihr euch gegenseitig – ganz bequem und nach eigenem Bedarf – die Kleinen abnehmen. Über die Chatfunktion haben die Mamis zusätzlich die Möglichkeit, spontan und direkt mit neu gewonnenen Freundinnen in Kontakt zu treten. Dabei bestimmen sie selbst, wie viel sie von sich preisgeben, nach welchen Kriterien sie suchen, mit welcher Mama sie sich treffen oder wie weit sie für ein Betreuungstandem fahren möchten.

Laura: Nutzt ihr MamiConnection auch selber? 

Charlotte: Klar, uns findet man auch bei MamiConnection. Ich hätte mir gewünscht, dass es MamiConnection schon vor gut fünf Jahren gegeben hätte. Mittlerweile bin ich aber mit zwei Kitakindern schon ganz gut vernetzt. Aber auch bei mir steht bald ein Umzug bevor – und da werde ich definitiv schauen, wer sich dann in meiner direkten Umgebung so tummelt.

Sabine: Mich findet man natürlich auch auf MamiConnection. Uns ist es sehr wichtig, mit den Müttern auf unserer Plattform ins Gespräch zu gehen und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Foto: Linda Duschek

Laura: Wie finanziert ihr euch?

Sabine: MamiConnection haben wir vor einem Jahr gelauncht und sind mit dem Netzwerk in der Grünsingsphase. So langsam fangen wir an, uns über Advertorials und Kooperationen auf unserem Blog und den Social Media Kanälen zu finanzieren. Weitere Ideen zu Kooperationen – wie etwa eine „Welcome-Box“ für alle neu registrierten Mütter – sind in Planung J Uns ist es dabei sehr wichtig, authentisch zu bleiben. Dabei steht bei uns immer der Mehrwert für unsere Mamis im Fordergrund. Für die Vorweihnachtszeit haben wir z.B. an jedem der Advents-Sonntage tolle Verlosungen rund um das Mama-Sein.

Laura: Was habt ihr mit MamiConnection vor?

Charlotte: Das Feedback auf das Netzwerk war von Anfang an großartig. Die Nutzerzahlen steigen stetig und wir bekommen tolle Rückmeldungen von Müttern zu unserer Idee. Sabine und ich hinterfragen die Features von MamiConnection regelmäßig und schauen ständig, wie wir die Community weiter optimieren können. Ein kleiner Relaunch steht vor der Tür und auch an einer App arbeiten wir gerade. Außerdem haben wir ganz neu die Sparte Events auf der Seite integriert. So kannst du als registrierte Mama ganz einfach Events in deiner Stadt/Region teilen und Mama-Freundinnen dazu einladen.

Laura: Was gibt es im Blog oder im Forum?

Sabine: Auf unserem Blog schreiben wir über Schönes und Nützliches in unserem Mamaalltag, über inspirierende Mütter mit außergewöhnlichen Businessideen, lesenswerten Blogs oder großem Engagement für ein Herzensthema. Wir schreiben über das Reisen mit Kind und über die vielfältigen Möglichkeiten einer entspannten Freizeitgestaltung als Familie. Wir zeigen gute und einfache Rezepte für die schnelle Küche. Und suchen nach Antworten auf Fragen, die werdende Mütter bewegen.

Charlotte: Das Forum bietet darüber hinaus eine Plattform für Austausch und Diskussion. Ganz egal, welches Thema dich als Mama gerade beschäftigt oder welche Frage dich bewegt, hier kannst du dich in offener Runde austauschen, Meinung/Erfahrung teilen oder um Hilfe bitten.

Sabine: Und genau das ist auch unser Credo: Scheut euch nicht nach Hilfe zu fragen, wenn ihr sie braucht. Verbindet euch mit Gleichgesinnten und unterstützt euch gegenseitig. Gemeinsam mit Anderen macht das ‚Mama-Sein’ einfach viel mehr Spaß!

Vielen Dank für das schöne Interview, liebe Charotte und liebe Sabine. Und klasse, dass ihr euch so für Familien engagiert.

Wie wärs, meld dich doch bei Mami-Connection an und schau mal nach, ob da nicht in deiner Nähe eine Frau mit Kind oder Kindern lebt, mit der du dich zusammentun kannst? Gemeinsam Kaffee trinken, nicht länger alleine auf dem Spielplatz rumhängen oder auch mal jemand für die Kinder haben, wenn du einen dringenden Termin hast. Ich drück dir die Daumen!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Für noch mehr Mütter-Support schau doch mal auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Dort tauschen wir uns in der Müttersprechstunde regelmäßig aus und teilen Kummer, Leid und natürlich auch das große Glück!

Neulich bin ich fast senkrecht die Decke hochgegangen. Das passiert mir so alle paar Wochen und die Gründe dafür sind vielfältig. Natürlich hat es meist mit Stress zu tun, viel zu wenig Pausen, um mal zu verschnaufen, mir selbst geht es nicht so gut und alles kommt zusammen. Zum Beispiel habe ich zu besagtem Zeitpunkt schlecht geschlafen und war auch mittags hundemüde. Die Kinder haben über das Essen gemeckert, Jimmy hatte keine Lust auf seine Hausaufgaben, Luise war wütend aus irgendeinem Grund und als ich Oskar von der Tagesmutter holte (das ist bei uns um die Ecke), wollte er nicht mit mit mitkommen. Bis ich ihn überredet hatte, doch noch nach Hause zu gehen, hatte Luise in der Zwischenzeit zuhause in ihrer Wut alle Brotdosen geöfnet und die vom Frühstück übriggebliebenen Brote und Obststücke im Wohnzimmer verteilt.

Die Wut und das schlechte Gewissen

Das war der bekannte letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Ich bin explodiert, packte mir das Fräulein, brüllte sie an und hätte in dem Moment das Mädchen gerne an die Wand genagelt. Mein Herz schlug, in mir kochte die Wut auf alle Kinder, ich sah rot und war außer mir. Immer mal wieder bringen mich die Kinder an meine Grenzen und ich glaube, davon können alle Eltern ein Lied singen. Meinen Drang, dem einen oder anderen mal einen Klaps mitzugeben, kann ich zum Glück zurückhalten. Aber wenig später kommt zu allem Übel das schlechte Gewissen dazu und ich berichtete Anton an jenem Abend, was ich der armen Luise an Worten an den Kopf warf. Ich bin nach so einem Wutausbruch immer ganz verzweifelt, weil ich die Kinder angeschrienen habe und ungerecht zu ihnen war.

Erst neulich habe ich auf Instagram in meiner Elternsprechstunde über die Wut gesprochen und viele Mütter pflichteten mir bei und erzählten, dass es ihnen ähnlich geht. Wir haben also beschlossen, ein paar Ideen zu sammeln für Dinge, die wir ihn diesen speziellen Situationen tun können. Jeder hat da ja so seine Strategie und wenn wir sie teilen, profitieren am Ende alle davon. Denn seien wir mal ehrlich: wenn bringen die über alles geliebten Kindern nicht mal an seine Grenzen?

20 Ideen für Eltern, um sich abzureagieren

Ich zum Beispiel gehe, wenn ich mal wieder rot sehe, in die Gästetoilette und schmeiße mit Klopapier um mich. Denn in meiner Not habe ich schon Dinge kaputt geworfen, um die es mir hinterher leid tat. Anton fragte mal, ob ich wüsste, warum der Fahrradständer von Jimmy abgebrochen sei. Tja, sorry, lieber Anton, das war ich in meiner großen Wut. Habe ich bisher nur nicht zugegeben. Aber hier kommt eine Liste mit Dingen, die wir im Akutfall tun können und vielleicht ab und an helfen, nicht zu ungerecht zu werden. Ansonsten kann ich dir nur mit auf den Weg geben. Es ist ganz normal, auch mal an die Decke zu gehen. Und sicherlich werden wir ab und an ungerecht in unserer Wut. Wichtig ist dann, sich ehrlich bei den Kindern zu entschuldigen und ihnen zu erklären, warum wir uns so geärgert haben. So lernen die Kinder auch noch etwas dabei: es ist nomal, dass jeder Mensch Grenzen hat und auch mal sauer sein darf, wenn diese überschritten werden. Entschuldigen gehört dazu, ist wichtig und auch Erwachsene entschuldigen sich bei den Kleinen. Aber jetzt mal los mit den Tipps, die wir gesammelt haben:

  • einen doppelten Espresso trinken
  • ein Stück Schokolade essen
  • sich in ein Zimmer verziehen
  • dort mit Klopapier oder anderen weichen Gegenständen „randalieren“
  • auf die Terrasse/den Balkon/in den Garten gehen und tief Luft holen
  • die Elefantenatmung machen: Übung aus dem Yoga, hüftbreit aufstellen, die Arme nach unten nehmen, tief einatmen und die Arme dabei weit nach oben reißen, fallen lassen und dabei tief ausatmen. Das Ganze drei mal wiederholen. Die Kinder werden staunen…
  • bunte Clownsnase, Tiermaske oder andere verrückte Verkleidungsstücke bereit halten und in der Not aufziehen. Befreit und bringt zum Lachen
  • Playlist bereithalten mit Musik. Diese laut anmachen und dazu tanzen, singen oder einfach nur anhören
  • Video-Playlist mit den lustigsten Videos der Knallerfrauen zum Thema Kinder
  • Die Kinder vor den Fernsehen setzen
  • Brause- oder Vitamintabletten lutschen, die stark bitzeln
  • Ein Lied singen oder summen oder auf einem Instrument spielen
  • Topfdeckel aufeinander schlagen
  • die Freundin / den Partner / die Partnerin / die Mutter anrufen und die Wut ablassen
  • ein Wuttagebuch schreiben und den Ärger in Worte fassen
  • auf einen Boxsack oder ein Kissen hauen
  • vier Reihen stricken
  • einen Schrei loslassen
  • schlimme Schimpfwörter ins Kissen murmeln
  • auf dem Kindertrampolin hüpfen
  • Ein lustiges Buch übers Kinderhaben aufschlagen und darin lesen

Der Wut vorbeugen

Natürlich kann man auch schon Einiges tun, um es selten oder gar nicht so weit kommen zu lassen. Dafür ist es notwendig, sich selbst genug Pausen zu verschaffen. Denn wer ausgeruht oder weniger gestresst ist, der flippt auch selter aus. Ich weiß, das ist sehr schwer, denn wir Eltern haben alle einen durchgetakteten und vollen Tagesplan. Aber vielleicht lässt sich doch die eine oder andere Pause einbauen. Eine Mutter schrieb mir, dass es helfen kann, eine Mittagsruhe einzuführen. Wenn du also mit den Kindern über Mittag zuhause bist, dann erklär ihnen doch, dass ihr von nun an nach dem Essen ein wenig ruht. Sie müssen sich ja nicht hinlegen, können auch leise spielen oder ein Hörspiel anhören. Aber du legst dich demonstrativ aufs Sofa, machst die Augen zu oder liest etwas. Mit etwas Übung wird es zu eurer Routine werden und auch kleine Kinder können diese Ruhe nach ein paar Tagen akzeptieren, sofern sie nicht sowieso mit einschlafen. Auch für Eltern, die vom Job nach Hause kommen, ist eine Pause nötig. Vielleicht kannst du deinen Kindern sagen, dass du kurz mal 15 Minuten brauchst, bevor du dich ihnen widmen oder das Abendessen machen kannst. Mein Papa hat früher immer erst mal Zeitung gelesen. Oder du kuschelst dich mit den Kindern aufs Sofa, gehst mit einem von ihnen eine Runde um den Block, machst ein, zwei Yogaübungen oder hörst ein bisschen Musik.

Ich überlege gerade auch, wie ich es schaffen könnte, nach meiner Mütterkur Pausen in den Tag einzuplanen. Klar, dafür muss ich Arbeitszeit abknapsen. Aber es ist eine Tatsache: Wir brauchen die Pausen wie Luft zum Atmen. Wenn wir sie uns nicht gestatten, explodieren wir immer öfter oder futtern den Stress in uns hinein, was nicht weniger schlimm ist.

Falls du noch ein paar Ideen hast, schreib mir doch gerne. Ideen teilen und gemeinsam eine Sammlung anlegen, so wie hier auf dem Instagram-Kanal, das ist so wunderbar und hilft uns allen. Ich bin mir sicher, jede(r) von uns findet eine gute Idee für den nächsten Wutanfall, die er oder sie umsetzen kann. Ich jedenfalls habe jetzt immer eine pinke Schaumgumminase in der Schublade und werde sie aufsetzen, sobald mich eines meiner geliebten Kinder künftig wieder in den Wahnsinn treibt. Dann bleibt der Fahrradständer sicher heil.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Drei Wochen Mütterkur

Na, ziehst du dir auch jeden Schuh an? Das heißt, fühlst du dich auch immer für alles und jeden verantwortlich? Hast du verlernt, egoistisch zu sein und an dich selbst zu denken? Weißt du nicht mehr, wie Pause machen geht? Dann willkommen im Club der müden Mamas!

Es scheint ja was typisch Weibliches zu sein, dieses Kümmer-Gen. Natürlich gibt es genug Papas, die sich wundervoll kümmern. Und es gibt genauso auch Mamas, die wissen, was eine ordentliche Pause ist. In meinem Freundeskreis allerdings erlebe ich Frauen, die oft so sind wie ich. Die sich irgendwie verantwortlich fühlen für jedes kleine Familiendetail. Die viel zu schnell sagen: „Ach komm, das mache ich eben.“ Die sich ehrenamtlich engagieren, das Kassenamt übernehmen, die Geschenke für alle Verwandten besorgen und sich am Ende auch noch um Auto, Versicherung und Co kümmern.

Meine Mama-Auszeit

Huhu, ich bin so eine. Ich habe viel zu tun und wenn mich einer fragt, ob ich eben dies und das mache, sage ich: „na klar!“ Und weil ich dann hinterher auf der Strecke bleibe, muss ich mir an die eigene Nase fassen. Pausen machen, mich um mich kümmern, Nein sagen und an mich selber denken habe ich in den letzten sieben Jahren Familienleben irgendwie verlernt. Ist das nicht gruselig? Wenn ich also am Abend auf dem Sofa sitze, dann denke ich, ich mache besser noch die Wäsche. Wenn ich nachmittags Kaffee trinken könnte, plane ich lieber noch den Wocheneinkauf parallel. So gehts nicht weiter!

Aus diesem Grund bin ich für die nächsten drei Wochen weg  – und zwar in einer Mütterkur. Die Kinder sind zuhause gut versorgt und haben das beste Betreuungspersonal, das sie sich vorstellen können. Ich habe Anton so gut es geht gebrieft und bin gestern mit einem guten Gefühl in meine Mama-Auszeit gestartet. Hier sitze ich nun in meinem Zimmer nur für mich alleine. Ich kann lesen, schreiben, laufen gehen. Hier wird gekocht und Frühstück gemacht, ich besuche Yoga- und Rückenkurse, bekomme Massagen und kann auch mal mit Profis über mich und meine Probleme reden.

Ich finde es ganz wunderbar hier und herrlich und kann mein Glück kaum fassen. Ich habe etwas Bammel vor der Sehnsucht nach meiner Familie. Bisher schwebe ich noch auf der Wolke des Glücks, denn gegenüber der Kurklinik gibt es ein wunderschönes Moorgebiet zum Laufen, Wandern und Fotos machen, auf der anderen Seite eine Therme. Ohne Kinder schwimmen gehen – ein unbeschreibliches Glück, oder? Eltern wissen, wie anstrengend es sein kann, mehrere kleine nasse und müde Mäuse dazu zu motivieren, sich wieder anzuziehen, während sich Mama und Papa schwitzend in ihre Kleider zwengen und sieben Taschen mit nassem Gepöngels einzupacken versuchen. Ich gehe am Sonntag mit einer klitzekleinen Tasche und meinem Badeanzug schwimmen, muss nur mir die Haare trocknen und kein einziges Gummitier mitnehmen – Jackpot!

Warum ich dir von hier schreibe? Ich soll hier alles tun, was mir Spaß macht. Das Schreiben gehört zu meiner ganz persönlichen Therapie dazu. Und weil ich weiß, dass es auch ein Privileg ist, die Familie in so guten Händen zu wissen und mich hier um mich kümmern zu können, möchte ich dir ein wenig von meinen Erfahrungen erzählen. Was hilft mir? Wie kann ich lernen, zu entspannen? Welche Gedanken inspirieren mich, welche neuen Hobbys entdecke ich hier? Vielleicht lernst auch du etwas dabei, kannst oder willst aber selbst keine Kur machen.

Was macht dich glücklich?

Ich habe schon einmal ein paar Ideen: überleg dir doch am Wochenende mal, bei welchen Beschäftigungen du richtig glücklich bist. Ein Buch lesen (mein Kur-Tipp: Funny Girl von Anthony Mc Carten (Affiliate Link), durch die Gegend spazieren, etwas stricken, tanzen, singen, fotografieren, Freundinnen treffen? Und probier es gleich mal aus, denn wenn dich etwas glücklich macht, dann tut es dir gut und hilft dir, dich zu entspannen.

Und noch einen Gedanken möchte ich dir mitgeben. Eine gute Welt ist nicht die, in der keiner mehr müde ist. Eine gute Welt ist die, in der man müde sein darf. Ich weiß nicht, woher dieser Spruch stammt, aber ich finde ihn gut. Wir Eltern sind oft müde und dürfen das auch sein. Vielleicht tut dir ja schlafen gut?

Ich jedenfalls gehe heute früh ins Bett und genieße meine Mütterkur.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, wie gestresst ich derzeit bin und dass mir der Alltag mit den Kindern gerade zusetzt. Immer wieder habe ich so eine Phase und dann bringt mich jede Kleinigkeit auf die Palme. Wenn aber momentan keine großen Veränderungen möglich sind, die mich entlasten, wie kann ich mir dann selber etwas Abhilfe schaffen?

Die Schwarmintelligenz ist ein tolles Mittel, um kreative Ideen zu sammeln und deshalb habe ich die Müttersprechstunden-Community auf Instagram befragt. Was machen andere Eltern so, um ihren Alltag zu entlasten? Viele Nachrichten haben mich erreicht, die ich dir hier nicht vorenthalten möchte. Wetten, die ein oder andere Anregung ist auch etwas für dich? Mach doch mittags mal einen Power-Nap mit dem Schlüsseltrick, um ein wenig Kraft zu tanken! Oder wäre es nicht spitze, einmal im Monat einen Nachmittag lang einen Babysitter zu buchen und nur etwas für dich zu tun? Wohnung ausmisten, Brotdosen am Abend vorbereiten…. los gehts, such dir aus, welche Idee etwas für dich wäre!

  • Am Wochenende eine Stunde im Bad einschließen. Duschen, Rasieren, Nägel lackieren, dabei Musik hören und Tee trinken. Alle anderen Familienmitglieder müssen draußen bleiben. Vielleicht geht der Papa einfach mit den Kindern raus?
  • Gönn dir eine Haushaltshilfe. Kostet Geld, aber ist super investiert. Kannst du irgendwo etwas abzwacken? Weniger Schuhe kaufen oder den Coffee to go einsparen?
  • Das Kind ein oder zwei Mal die Woche länger im Kindergarten lassen. Manchmal lassen sich Betreuungszeiten ja flexibel ändern. Du bist keine Rabenmutter, bloß weil dein Kind etwas länger im Kindergarten bleibt und du die Zeit für dich nutzt. Dein Kind wird sich über eine glückliche Mutter umso mehr freuen!
  • Wieso nicht ab und an den Lieferservice bestellen! Heute mal keine Lust zu kochen, den Tisch zu decken und abzuräumen? Pizza bestellen und mit den Fingern essen, die Kinder werden jubeln.
  • Öfter mal im Hier und Jetzt sein! Ist schwer, ich weiß, und bedarf der Übung. Aber wie oft denken wir im Büro an die Kinder und nachmittag auf dem Spielplatz an den Schreibtisch? JETZT sitze ich hier und verdiene Geld, alles andere ist egal. JETZT sortiere ich die Wäsche und höre Musik, JETZT liege ich hier mit meinem Kind und kuschele.
  • Simpel und doch so schön: eine halbe Stunde in der Sonne sitzen und Tee trinken. Mach dein eigenes kleines Tee-Ritual draus. Es gibt die feinsten Teesorten zu kaufen und du findest garantiert deinen Lieblingsplatz, auch ohne eigenen Garten.
  • Powernap machen. Dir fallen nachmittags die Augen zu? Dann leg dich mit einem dicken Schlüsselbund in der Hand aufs Sofa, die Hand mit dem Schlüssel hängt über dem Boden. Sobald deine Muskeln schlaff werden und der Bund auf den Boden fällt, war der Schlaf lang genug und du fühlst dich wach und frisch, versprochen!
  • Nein sagen. Zugegeben, ein oller Kalauer, aber „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ ist ein weiser Spruch. Wenn jemand eine Bitte an dich trägt (Elternbeiratsposten übernehmen, Kuchen backen, Bericht schreiben), du aber im Stress bist und keine Zeit hast, antworte: „Ich würde dir gerne helfen, aber ich kann gerade einfach nicht.“
  • Wenn deine Kinder größer sind, lass sie nachmittags Verabredungen treffen. Dann sind sie für ein paar Stunden aus dem Haus und du hast ein wenig Zeit für dich.
  • Zwischen Job und Kindern unbedingt eine Pause einlegen. Mach das, was dir gut tut: Serien schauen, zocken, Musik hören, ein Buch lesen, in einer Zeitschrift blättern.
  • Abends Dinge tun, die dir so richtig Spaß machen. Spiele zocken, Karaoke singen, Schal stricken, Schaumbad nehmen. Und freu dich schon den ganzen Tag drauf.
  • Sachen aussortieren. Nehmt euch gemeinsam ein Wochenende und mistet aus. Wer weniger Dinge besitzt, räumt schneller auf. Das Instandhalten, Aufräumen und Anschaffen all der Sachen ist ein ewiger Zeiträuber und wir brauchen viel weniger als wir denken.
  • Mach auch am Wochenende Pausen. Nach dem Mittagessen bittest du die Kinder, für eine halbe Stunde das Wohnzimmer zu verlassen. Leg dich aufs Sofa und ruh dich aus, bevor ihr eure Unternehmungen macht.
  • Mach den Haushalt, auch wenn die Kinder da sind. Bezieh sie ein oder lass sie zuschauen. Mach nicht die ganze Arbeit in der wenigen Zeit, die du für dich hast.
  • Gönn dir doch einfach einen Babysitter. Einmal im Monat, mitten in der Woche, einen Nachmittag lang. Schenk dir diese Zeit ganz bewusst.
  • Bereitet gemeinsam abends schon den nächsten Tag vor: Kleider rauslegen, Frühstückstisch decken, Brotdosen fertig machen. Das spart Zeit und Nerven am Morgen, wenn alle noch grummelig sind.
  • Einer von euch erledigt den Supermarkteinkauf einfach abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann spart ihr euch die Action am Tag.
  • Lasst euer Kind mal bei Freunden übernachten, wenn es das möchte.
  • Wenn das Kleinkind seinen Mittagsschlaf macht, kann das ältere Kind Hörspiele hören und die Mama ausruhen
  • Wenn du das Glück hast, Oma und Opa in der Nähe zu haben, spann sie so oft es geht ein.
  • Täglich Bewegung und Sport tut total gut. Egal ob Joggingrunde, Spaziergang oder kleine Wanderung.
  • Ich weiß, fällt vielen schwer, aber das Chaos ignorieren (lernen).
  • Eine Mama hat den Newsletter von Casablitzblanka empfohlen, um schnell Ordnung in die Bude zu bekommen.
  • Kleinen Tischkalender anschaffen und alle Termine eintragen. Gute Organisation spart Nerven.
  • Mittagessen vorkochen und einfrieren.

Wahnsinn, die Liste, oder? Wenn Mütter (und Väter) ihre Ideen teilen, kommen Inhalte für ein ganzes Buch zusammen. Ich werde in zwei Wochen zu einer dreiwöchige Kur ohne Kinder aufbrechen und da sicher eine ganze Menge weitere Tipps kennenlernen, mitnehmen und dir dann berichten. Das Leben mit Kindern kann wirklich anstrengend sein und da ist es umso wichtiger, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ich hoffe sehr, du kannst mindestens eine Idee verwerten. Wenn dir noch mehr einfällt, schreib mir doch gerne in die Kommentare. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Und vielleicht hast du Lust, auch mal in die Müttersprechstunde zu kommen? Ich freue mich auf dich!

Letzte Woche habe ich sehr an mir gezweifelt. Ich bin nicht in der Lage und ich habe auch nicht die Nerven, drei Kinder zu betreuen. Morgens schon beim Aufstehen graute mir vor all dem, was da kommen sollte. Und abends ging ich mit großem Kummer und Rückenschmerzen ins Bett. Immer wieder hämmerte mir eine Frage im Kopf herum: wie machen das denn all die anderen Eltern? Haben sie ein Geheimrezept? Stärkere Nerven? Superkräfte? Oder war ich einfach nicht dazu in der Lage, eine gute Mutter zu sein?

Morgen des Grauens

Bei uns kommt gerade alles zusammen: Oskar hat mit seinen zwei Jahren einen sehr starken Willen. Vom Zähneputzen übers Anziehen, vom Wickeln übers Schuhe aussuchen, alles ist ein einziger Kampf und eigentlich nur mit sehr viel Geduld und Ruhe zu bewältigen. Alles ganz normal, ich weiß; da muss ein kleiner Mann üben, groß zu werden. Dann habe ich da ein Schulkind, das auch völlig normal ist. Es zieht sich ganz normal an, nämlich sehr, sehr langsam. Dabei hat es tausend Dinge im Kopf, nur nicht die Schule. Das Shirt ist falsch rum, die Hose offen. Zähne putzen hat es trotz hundertfacher Aufforderung vergessen. Das Töchterlein reiht sich ein in die Riege völlig normaler kleiner Mädchen. Es möchte keine schwarze Matschhose anziehen und es ist ihr egal, dass wir das teure Ding gebraucht und für einen super Preis bekommen haben. Sie trägt kein Schwarz, da kann ich mich auf den Kopf stellen.

Ich mag nicht mehr

Nachmittags haben alle drei dann auch noch die Suppe einstimmig für eklig erklärt, die ich mit viel Liebe und Kürbis gekocht habe. Aber welches Kind mag schon Kürbis? Alles in allem ein ganz normaler Tag mit Kindern, die sich so verhalten wie es Kinder tun. Und trotzdem war es für mich schlimm. Schlimm deshalb, weil ich mir Mühe gegeben hatte, endlich vernünftige Matschsachen für Luise zu besorgen, die wasserdicht sind. Schlimm, weil ich morgens unter Zeitdruck nicht die Nerven habe, einem Kleinkind zehn Geschichten von Bobo zu erzählen, nur damit es sich die Zähne putzen lässt. Und ich hatte absolut keine Lust mehr, einem Schulkind alles hundert Mal sagen zu müssen.

Ich war fertig mit den Nerven und vor allem so müde – müde vom Mamasein. Die Tür war zu, alle Kinder aus dem Haus und mir war nur noch danach, mich auf den Boden zu setzen und zu heulen. Wieso war ich so durch mit allem? Konnten andere Eltern all das normale Theater mit den Kindern besser ab? Warum hörte ich nie die Nachbarinnen brüllen, sondern nur mein Gekeife, das durch die Gasse hallte?

Mütter-Support in der Sprechstunde

In der Müttersprechstunde auf meinem Instagram-Kanal erzählte ich wenig später von den Fragen, die ich mir stellte. Dort hat sich eine kleine Runde etabliert, in der ich vormittags live ein paar Dinge bespreche, die uns Eltern betreffen. Das Finanzprojekt #MamasUndMoneten von Sophie und mir, Mamasein im Allgemeinen, Gleichberechtigung oder sonstiges, was mir so durch den Kopf geht. Und heute erzählte ich mal ein wenig Privates von mir, und dass mir da so einiges über den Kopf wächst.

Die Reaktionen auf mein Geständnis waren zahlreich und selten habe ich so viele Nachrichten bekommen. Immer war der Inhalt ähnlich: Ganz genau wie ich hatten so viele Frauen manchmal von allem zu viel. Eine Mutter schrieb, dass sie manchmal in der Küche sitzt und weint, weil ihr der Alltag mit ihren drei Mädchen so zusetzt. Eine andere berichtete, dass sie nie so fix und fertig ist wie nach einem ganzen Tag alleine mit den Kindern. Wieder eine andere berichtete mir, ihr würden die gleichen Fragen wie mir durch den Kopf gehen und sie frage sich, ob sie in der Lage ist, eine gute Mutter zu sein.

Auch wenn mir all die anderen Mütter so leid taten wie ich mir manchmal selber, war ich irgendwie erleichtert. Ich war nicht alleine mit diesem Gefühl! Es waren sogar die meisten, die hin und wieder dachten wie ich, ihre dicken Tiefs durchstehen mussten und stark an sich zweifelten. Dabei war auch die Anzahl der Kinder völlig egal. Allen Müttern , ob mit ein, zwei oder mehr Kindern, geht es ab und an mal so, nichts mit immerwährendem Bilderbuch und heiler Welt. Und irgendwie ist das ja auch klar! Wir ziehen Kinder groß, kleine Menschen mit eigenem Kopf. Wir erziehen modern, das bedeutet, wir zwingen ihnen nicht unseren Willen auf, sondern wir nehmen sie ernst und sprechen viel mit ihnen. Wir verzichten selbstverständlich auf Gewalt, auch wenn uns ehrlich gesagt manchmal vor Wut nach einem Klaps auf den Po wäre. Und die Kinder üben ihren Willen. Sollen sie auch, aber das kostet alles ihre und unsere Kraft. Kinder mit Geduld, Spucke und Liebe groß zu ziehen ist anstrengend. Ich habe in meinem ganzen Leben auch noch nie etwas Anstrengenderes gemacht, als ein wütendes Kleinkind davon zu überzeugen, doch jetzt mit mir von der Tagesmutter nach Hause zu gehen, weil dort die Tochter sitzt, die ebenso wütend ist und gerade das Inventar des Wohnzimmers zerlegt (es gab keinen Nachtisch oder nicht den richtigen oder was weiß ich, was der Grund dafür war…). Danach hätte ich mich für drei Stunden aufs Bett legen können, um an die Decke zu starren, so alle war ich. Aber ich musste meinem Großen bei den Hausaufgaben helfen, die er heute besonders doof fand…

Lasst uns darüber reden

Ich habe mal wieder viel gelernt durch den Austausch mit anderen Müttern! Wir müssen ehrlich darüber sprechen, was uns als Eltern auf dem Herzen liegt. Wir alle zweifeln mal an uns, wir alle halten uns ab und zu für schlechte Väter oder Mütter. Aber alleine, dass wir darüber nachdenken, macht uns zu besseren Eltern. Wir machen alle Fehler, sind ungeduldig und motzen unsere Kinder an, denn wir sind alle Menschen, die jeden Tag ganz schön viel leisten. Wenn wir über diese Zweifel sprechen und zugeben, dass wir diese Fehler machen, dann werden wir alle erleichtert sein. Denken wir nicht alle mal daran wie schön es wäre, den Eltern-Job für ein paar Tage an den Nagel hängen zu dürfen und einfach nur an uns selbst zu denken?

Ich habe neulich sogar in einer Doku, die ich um Fernsehen sah, eine Nonne um ihr Leben beneidet, das sagt ja schon alles. Es geht anderen wie mir, auch andere Mütter und Väter stoßen an ihre Grenzen, auch andere Mamas sitzen mal in der Küche, weinen vor Erschöpfung und möchten gerne ihren Alltag tauschen. Das ist alles ganz normal. Lasst uns darüber sprechen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Und jede Mutter weiß, dass nach so einer Zeit, in der einem jeder Tag wie eine einzige Aneinanderreihung von Hürden aus Trotzanfällen, Streit und Diskussionen vorkommt, wieder eine Zeit kommt, die sich anfühlt wie Zuckerwatte: Mamas, die tanzen, Kinder, die lachen und eine Familie, die Hand in Hand durchs Leben geht.

Bleib fröhlich und denk daran: wir sind alle unperfekt,

deine Laura

Sophie und ich haben uns etwas auf die Fahnen geschrieben: Frauen und vor allem Müttern das Thema Finanzen näher zu bringen. Vielen geht es ganz ähnlich wie uns: sie befassten sich bisher nicht mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit und haben keine Lust auf Geldanlage, Rentenversicherung und Co. Weil das aber so wichtig ist, möchten wir hier auf dem Blog und auf Kinder haben immer wieder über unsere eigenen Erfahrungen schreiben, Büchertipps geben oder dazu aufmuntern, das vermeintlich leidige Thema Geld endlich auf die To do-Liste zu setzen.

Ich bespreche das Thema #MamasUndMoneten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen oft und gerne auf meinem Instagram-Kanal. Zwei Frauen haben sich bei mir gemeldet, die sich mit diesem Thema im Gegensetz zu mir schon länger beschäftigen. Ich habe ihnen ein paar Fragen gestellt und sie haben erzählt, wie ihr Bezug zu Geld ist, ob und was sie für ihre Zukunft und die Rente planen und ob sie mit ihrem Partner über Geldangelegenheiten sprechen.

Caro & Thomas: kümmern sich gemeinsam um die Finanzen

Laura: Ihr habt bereits ein paar Versicherungen für die Rente. Wann habt ihr euch mit dem Thema beschäftigt?

Caro: Hallo Laura, also das erste Mal haben wir uns damit schon vor der Heirat damit beschäftigt. Ich glaube es war 2009. Meinem Mann war es wichtig, dass ich mich neben der gesetzlichen Rente auch privat absichere, da die Aussichten für die Rente gerade für unsere Jahrgänge (ich bin 1980 geboren) doch eher bescheiden sind. Wir haben dann einen unabhängigen Finanzberater bei uns gehabt und der hat dann mit uns die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten durchgesprochen.

Thomas: Ich habe mich direkt nach meiner Ausbildung mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt. Mein Onkel hat damals bei der Volksbank gearbeitet und sich mit mir über das Thema unterhalten. Seitdem habe ich aber dreimal die Verträge gewechselt. Vom klassischen Rentenversicherungsvertrag mit Todesfallabsicherung über einen fonds-basierten Riester-Vertrag hin zum fonds-basierten Rürup-Vertrag.

Caro: Genau, diese fonds-basierten Verträge sind das auch bei mir. Und ich muss noch nachtragen, dass ich während meines Studiums bereits bei den Nebenjobs immer geschaut habe, dass ich da schon Beiträge in die Rentenkasse einzahle.

Laura: Kam die Überlegung daher, dass du zuhause bei den Kindern bleibst?

Caro: Dass ich zu Hause bei den Kindern bin hat sich vielmehr daraus ergeben, dass es für uns zum einen finanziell machbar ist, dass wir nur ein Gehalt haben. Zum anderen wollten wir unsere Kinder nicht schon vor dem Kindergartenalter in eine Betreuung außerhalb der Familie geben. Hätten wir die Großeltern vor Ort, wäre es ggf anders. Aber da müssen ja auch die Großeltern mitspielen bzw. mitspielen können.

Thomas: Als Caro noch gearbeitet hatte, bekam sie ja über die Rentenbeiträge automatisch Rentenpunkte. In den ersten drei Jahren nach einer Geburt erhält sie als Mutter ebenfalls weiterhin Rentenpunkte. Ergo: Die gesetzliche Rente geht irgendwie erstmal weiter. Da sie aber aufgrund des Endes des Arbeitsvertrages nur noch Grund-Elterngeld und danach Betreuungsgeld bekam, wurde der Riester-Vertrag interessant.

Laura: Caro, ist das in deinem Umkreis auch so, dass sich Mütter mit diesem Thema beschäftigen?

Caro: Ich muss zugeben, dass ich mit den meisten Müttern nicht über das Thema Rente und/oder Geld rede. Daher weiß ich das leider nicht. Ich habe allerdings viele Mütter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die mehr als nur ein Jahr zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Von meinen Freundinnen sind die meisten zu Hause geblieben bis die Kinder in den Kindergarten gekommen sind. Manche bleiben sogar darüber hinaus zu Hause, weil sie das Gefühl haben, dass sie Familie und Beruf nicht befriedigend unter einen Hut bekommen könnten. Daher denke ich, dass sich die Mütter schon auch mit dem Thema Rente und Finanzen beschäftigen oder beschäftigen müssten. Geredet wird darüber aber eher wenig bis gar nicht.

Laura: Hast du den Eindruck, Frauen kümmern sich zu wenig um Finanzen?

Caro: Es gibt sicher Frauen, die sich zu wenig um das Thema Finanzen kümmern oder nicht ausreichend. Ich muss zugeben, dass ich da ohne meinen Mann wahrscheinlich auch deutlich weniger Vorkehrungen für die Zukunft getroffen hätte oder treffen würde. Es ist halt für viele (da würde ich aber Männer nicht ausklammern) wahrscheinlich ein komplexes und „unattraktives“ Thema. Zudem ist die eigenen Rente ja gefühlt noch so weit weg.

Laura: Wie regelt ihr das mit dem Geld insgesamt? Habt ihr ein gemeinsames Konto?

Caro: Wir haben jeder ein eigenes Giro-Konto. Das ist einfach historisch so gewachsen. Und warum sollte ich mein Girokonto nach der Heirat auflösen?! Elterngeld und ein monatliches „Taschengeld“ habe ich monatlich auf meinem Konto. Und alles, was nur mich betrifft (Krankenzusatzversicherung, Rürup, Riester…) geht von meinem Konto. Wir haben aber auch noch ein gemeinsames „Haushaltskonto“.

Thomas: Caro erhält von mir einen gewissen Unterhalt um laufende Versicherungen und Ausgaben bewältigen zu können. Damit bleibt sie wenigstens irgendwie autark. Das gemeinsame Haushaltskonto steht für Haushaltsausgaben wie Essen und Haushaltsartikel, aber auch Apothekeneinkäufe oder Ausgaben für das Wohnen, wie Miete, Nebenkosten (Strom, Gas) oder GEZ zur Verfügung. Das sind ja Kosten, die wir uns als Ehegemeinschaft sowieso teilen müssen. Früher, als Caro noch ein Gehalt hatte, haben wir das Konto zu gleichen Teilen gefüttert. Aktuell kommt das Budget eben von mir als Alleinverdiener.

Laura: Caro, sprichst du mit deinem Mann viel über Geld?

Caro: Wir sprechen über Geld und Ausgaben, aber nicht übermäßig viel. Ich würde sagen „Nach Bedarf“.

Thomas: Nach Bedarf klingt gut. Gibt nicht allzu oft Bedarf. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen.

Telse: Möchte sich dem Thema endlich stellen

Laura: Du hast geschrieben, dass du und dein Partner nicht verheiratet seid, ihr euch aber dennoch rechtlich absichern möchtet. Wie kamt ihr auf den Gedanken? Hat das was mit eurem Kind zu tun?
Telse: Auf jeden Fall hat das mit unserem Kind zutun. In meinem Freundinnenkreis gab es genau diesen Fall vor dem alle Angst haben; bei dem der Freund und Vater des gemeinsamen Kindes tödlich verunglückte und die Frau keine rechtliche Handhabe hatte. Sie hatten sich leider in keinster Weise abgesichert. Wir sollten es also besser wissen. Unsere Tochter wird im Oktober 2 Jahre alt. Daran sieht man, es ist und bleibt ein unangenehmes Thema. Das wir es bisher nicht abgeschlossen haben, empfinde ich mehr als unverantwortlich und fahrlässig. Dennoch glaube ich, wenn wir bisher keine Kinder bekommen hätten, wären wir bei den gleichen Themen.
Laura: Hast du dich schon immer mit Finanzthemen auseinander gesetzt oder ist das neu?
Telse: Jein. Da wurde ich immer von meinen Eltern geführt. Alles was ich diesbezüglich gemacht habe, habe ich nur auf Anraten und Weisung meine Eltern gemacht. Ich hatte vermögenswirksame Leistungen während meiner Ausbildung. (Von denen ich während meines Wohnungskaufs profitiert habe.) Ich habe Dank meiner Eltern früh geriestert. Meine Eltern haben für mich einen Bausparvertrag abgeschlossen. Ich besitze eine Direktversicherung. Ich muß Dank guter Umstände kein Bafög abbezahlen. Ich besitze einen kleinen Bank-Anteil meiner Hausbank. 2015 habe ich eine Wohnung gekauft (mit Hilfe einer Schenkung meiner Eltern) in der wir auch eingezogen sind und die ich mit einem Annuitätendarlehen abbezahle.
Mit Aktien, ETFs oder Fonds kenn ich mich (noch) nicht aus.
Laura: Wie erlebst du das bei deinen Bekannten und Freundinnen? Informieren die sich auch?
Telse: Natürlich wird darüber nicht oft und nicht offen und bereitwillig gesprochen. Der Großteil meiner Freundinnen sind verheiratet, haben Kinder und sind in Teilzeit beschäftigt. Ich gehe davon aus, das die meisten -ähnlich wie ich- irgendwas für ihre Rente machen aber sich nicht ernsthaft damit beschäftigen. Ich glaube das sie die Ehe schon als Absicherung sehen. Zumindest höre ich mitunter „wir sind ja verheiratet“.
Laura: Warum hast du als Frau das Gefühl, dich mit finanziellen Fragen rund um Erbrecht und Co endlich auseinander setzen zu müssen?
Telse: Da ich mich mit meinem Freund bewusst entschieden habe, nicht zu heiraten und das das bedeutet, wenn es zu „dem Fall“ (Trennung, Tod) kommt, ich allein erziehend und damit akut armutsgefährdet bin. Außerdem entsteht durch unseren neue Lebensabschnitt (Kindererziehung, Hauskauf) ein finanzielles Ungleichgewicht zwischen uns.
Laura: Teilt ihr euch Kindererziehung und Job?
Telse: Ich habe nach 11 Monaten in Teilzeit mit 25 Std angefangen zu arbeiten. Mein Freund hat die ersten 10 Monaten sein Vollzeit- Job auf 25 Std reduziert. Auf eigene Kosten. Durch Elternteilzeit konnten wir einige Monate mit Elterngeld aufstocken. Einen Monat waren wir gemeinsamen in Elternzeit auf Reisen. Für unsere Tochter begann mit 10,5 Monaten die Eingewöhnung in die Krippe. Damit begann auch wieder der Vollzeitjob meines Freundes.
Ja. Wir teilen uns die Kindererziehung. Obwohl ich finde ich übernehme den Projektleiter- Status. Aber ich empfinde uns schon als gleichberechtigte Bezugspersonen. Er hat aber auf jeden Fall den größeren Verdienstanteil von uns und ich den Zuverdiener- Status.
Laura: Kümmerst du dich auch um Rente und Co?
Telse: Ungerne und ungenügend. Meine Steuererklärung lasse ich meinen Freund machen. Das sagt schon alles aus.
Laura: Sprecht ihr beiden viel über finanzielle Themen?
Telse: Ja. Das ist immer wieder Thema. Zum Beispiel, ob die Kosten für wohnen und Gemeinschaftskosten gerecht aufgeteilt sind. Und das zum Beispiel bei Urlauben der größere Anteil von ihm gezahlt werden muss. Abschlüsse von neuen Bausparverträge oder ähnliches hat bisher jeder mit seinen finanziellen Möglichkeiten eigenverantwortlich gemacht. Ich muß zugeben, daß er in diesem Fall den Projektleiter- Status inne hat. Das möchte ich zB ändern mit dem Madame Moneypenny Webinar. Bezahlt ist schon….ich muß mich nur noch aufraffen….

Erfahrungen teilen

Danke, Telse, Caro und Thomas, dass ihr eure Erfahrungen teilt. Es sind natürlich sehr subjektive Herangehensweisen und jedes Paar muss für sich wissen, was es wie macht. Aber ich finde es wichtig, über die finanziellen Angelegenheiten zu sprechen und sich bewusst zu machen, wie wichtig und sinnvoll das für die ganze Familie ist. Egal ob verheiratet oder nicht, erwerbstätig oder zuhause arbeitend – es gibt immer ganz gute Lösungen, sich finanziell abzusichern. Der wichtigste Punkt ist bestimmt, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und als erstes die Verhältnisse zu klären. Was wünschen sich die Partner voneinander, wer kann dem anderen finanziell unter die Arme greifen, sollten Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden und was ist mit dem Elternteil, der wegen der Kinder weniger oder gar nicht arbeitet?
Ich freue mich, wenn du Lust hast, mitzudiskutieren. Lass uns das Thema hochhalten und damit auch etwas gegen das hohe Armutsrisiko im Alter tun, das immernoch vor allem Frauen betrifft.
Bleib fröhlich und unperfekt,
deine Laura

#MamasUnsMoneten (Buchrezension und Gewinnspiel)

Heute kommt ein Update zu unserem Projekt #MamasUndMoneten und ich erzähle dir, was ich so in den letzten Wochen unternommen habe. Sophie vom Blog Kinder haben und glücklich leben und ich haben erst gestern am Telefon besprochen, dass wir das Thema weiter hochhalten möchten. Unser Ziel soll sein, Frauen für Finanzen zu begeistern und vor allem Mütter dazu zu bringen, sich mit ihrer Zukunft auseinander zu setzen. Durch Expertinnen wie die Geldfrau oder Madame Moneypenny habe ich in den letzten Wochen viel gelernt und möchte dir heute erzählen, was sich bisher verändert hat.

1. Sparen

Seit ich mich mit Geld beschäftige, gehe ich damit viel bewusster um. Das ist eigentlich meine wichtigste und beste Erkenntnis. Weil ich künftig genau wissen möchte, wie viel Geld ich habe, ausgeben und sparen kann, war dies zwangsläufig der erste Schritt. Tatsächlich hat Madame Moneypenny recht wenn sie sagt, dass viele Frauen überhaupt nicht wissen, was so auf ihrem Konto passiert. So war es für mich immer eine Überraschung, wenn ich mein Online-Banking geöffnet habe. Was da wohl noch so drauf ist? Anton dagegen weiß genau, wie viel Geld auf dem Konto liegt. Er weiß, welche laufenden Kosten wir haben und kennt jede einzelne Transaktion.

Weil ich das Gefühl habe, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, habe ich mir schon vor einer Weile eine Haushalts-App auf mein Tablet geladen. Dort trage ich in regelmäßigen Abständen anhand meines Kontostandes ein, wie viel Geld ich für Kategorien wie Lebensmittel, Kleidung (Kinder und ich), Benzin, Kosmetikartikel, Reise, öffentlicher Nahverkehr etc ausgebe.

Da aber jeden Tag viele Kleinigkeiten anfallen, die ich bar bezahle, benutze ich seit zwei Wochen zusätzlich ein kleines Notizbüchlein. Dort habe ich drei Spalten für Ausgabe, Preis und Art der Bezahlung (bar/EC) und trage jedes Brötchen und jeden Bleistift ein.

Warum ich das tue? Ich habe gemerkt, dass ich auf diese Weise gewisse Ausgaben überdenke. Folgendes hat das Haushaltsheft bewirkt: im Netz sah ich ein schickes T-Shirt. Shop googlen, bestellen, Kreditkartennummer eingeben – das geht ja sooo einfach. Aber dann dachte ich mir, dass ich die 40 Euro-Ausgabe direkt in mein Heft eintragen muss. Ich habe mir den Link zum Shirt gespeichert und wollte mir den Kauf noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Nun bin ich der Meinung, dass ich genug Klamotten habe und möchte es nicht mehr. Tataaaa, 40 Euro für meine Rente gespart.

Ich spare aber jetzt nicht einfach nur an jeder Ecke, sondern gebe mein Geld viel bewusster aus. In mein Heft kommen auch Ausgaben wie Trinkgeld, ein köstlicher Espresso beim Italiener oder ein Ticket für einen Ausflug mit den Kindern in den Märchengarten. All diese Ausgaben mache ich gerne und sie sind mir wichtig.

2. Informieren

Wissen ist Macht, also habe ich begonnen, wie Madame Moneypenny in ihrem Buch Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können (Affiliate Link) empfiehlt, mich jeden Tag ein wenig zum Thema Geld weiterzubilden. Im Urlaub konnte ich das Buch von Natascha Wegelin in Ruhe  lesen, mir Notizen machen und ihre Seite im Netz inspizieren. Dieses Buch kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Obwohl das Thema dröge klingt, schreibt Natascha eine locker flockige Geschichte über einen Grillabend bei ihren Eltern. Kapitelweise bespricht sie mit ihren Lieben allerlei Geldangelegenheiten, erklärt ihrer Schwester die Wichtigkeit der finanziellen Unabhängigkeit, erzählt ihr von Geldanlagemöglichkeiten, den Weg zum Vermögensaufbau oder erläutert Börse und Aktien so anschaulich, dass es wirklich jeder versteht. Nach jedem Kapitel gibts eine Challenge für den Leser sowie Beispiele von Frauen, die ihre Finanzen in die Hand genommen haben. Egal ob verschuldet oder arm, diese Geschichten zeigen, dass es hier nicht nur um Menschen mit viel Geld auf dem Konto geht. Vielmehr gibt Natascha im Buch Tipps, wie wirklich jede Frau in der Lage ist, ihr Leben zu verändern und sich um Geld viel weniger Sorgen machen zu müssen.

Für mich ist das Buch eine kleine Startrampe. Ich habe mir einige Dinge angestrichen und unglaublich viel gelernt. Demnächst eröffne ich mein eigenes Depot und bin Natascha Wegelin sehr dankbar über ihre Tipps. Außerdem habe ich mit Dani Parthum, Finanzcoach für Frauen und unter dem Namen Geldfrau bekannt, gesprochen. Sie hat mir live auf Instagram meine wichtigsten Fragen beantwortet und ich habe das Interview hier für dich abgetippt.

Auf der langen Autofahrt zu meiner Freundin lief der Finanzrocker-Podcast und an einigen Abenden habe ich mir außerdem auf Youtube Videos von Aktien mit Kopf angeschaut.

Seitdem Sophie das Thema Finanzen auf den Tisch gepackt hat, habe ich auch mit vielen Freundinnen gesprochen. Teilweise war ich sehr überrascht, wie fit andere Frauen sind und wie clever sie vorsorgen. Aber es gibt genauso viele wie mich, die sich nie mit Geld beschäftigt haben. Sie alle wurden durch unsere Gespräche angeregt, sich auch endlich diesem Thema zu stellen und ich werde der Aufforderung in Nataschas Buch nachgehen und ihr Buch an die nächste weitergeben, sobald ich es nicht mehr brauche.

3. Planen

Natürlich habe ich Anton mit ins Boot geholt und wir haben uns zusammen hingesetzt. Denn alle diese Punkte betreffen uns gleichermaßen. Unser Ziel ist es, einen Überblick über unsere gemeinsame finanzielle Lage zu bekommen, für uns beide gleichermaßen zu sorgen und dann nur noch aus einem einzigen Grund unser Leben miteinander verbringen: weil wir uns lieben und nicht, weil der eine von dem anderen finanziell abhängig ist. Darum prüfen wir gerade Versicherungen, informieren uns über Absicherungen im Ernstfall, haben auf einem Flipchart Ausgaben und Einnahmen gegeneinander gestellt und werden als nächstes schauen, wie tief mein Loch in der gesetzlichen Rentenversicherung ist. Das zu füllen machen wir dann in den nächsten Jahren gemeinsam, denn ich habe bisher viel weniger gearbeitet als er, weil ich mich um unsere Kinder gekümmert habe.

4. Handeln

Gehandelt habe ich schon und so in den letzten Wochen viele einzelne, kleine Schritte gemacht, die in die richtige Richtung gehen. Ein wunderbares Projekt war es, meine Unterlagen zu sortieren. Dafür habe ich mir die Anleitung auf Danis Seite durchgelesen und kiloweise Papier aussortiert. Meine Ordner haben nun eine neue Struktur und ich finde alles auf Anhieb wieder. Unterlagen, die ich nich mehr brauche, verstopfen nicht länger mein Regal. Dafür habe ich die wichtigsten Urkunden wie Abizeugnis und Uni-Diplom eingescannt. Mein Termin bei der Deutschen Rentenversicherung steht im Oktober an und ich bin gespannt, was ich dort erfahren werde.

Und jetzt kommst du!

Eigentlich ist jeder Schritt, den ich gemacht habe, gar nicht so schwer, oder? Wie wäre es, wenn du dich noch heute dazu entschließt, mit Sophie und mir mitzukommen? Du könntest am Wochenende deine Unterlagen sortieren, dir von nun an Ausgaben in ein Heft zu schreiben oder mal die Kontoauszüge der letzten Wochen studieren. Viele kleine Schritte führen auch zum großen Ziel und ich wette, dass wir uns in einem Jahr entspannt zurücklehnen können, weil wir die wichtigsten Geldthemen geklärt haben.

Das Thema Geld ist überhaupt nichts Unangenehmes. Es kann tatsächlich glücklich machen, denn seitdem ich über Geld nachdenke, gehe ich viel bewusster damit um. Ich verzichte auf viele Dinge, die ich gar nicht wirklich brauche und lebe dadurch nachhaltiger. Ich spare ein, gebe aber für gewisse Sachen mein Geld bewusst und gerne aus. Zu sparen und mir eine Rente oder ein Geldpolster für Notlagen zuzulegen, macht mich ruhiger und einige Sorgen fallen von mir ab. Irgendwie hat finanzielle Unabhängigkeit ja auch mit Freiheit, Stolz und Selbstbewusstsein zu tun. Damit meine ich nicht, dass es viel Geld sein muss. Aber genug zum Leben zu besitzen, für Notfälle oder die Rente vorzusorgen hat etwas sehr Befreiendes. Ich erfreue mich daran, mehr Frauen für dieses Thema zu begeistern und habe großen Respekt vor Geldfrau Dani und Madame Moneypenny Natascha, die sich die Aufklärung und die Bildung von Frauen zum Beruf gemacht haben.

Übrigens gibt es Ende November auf Instagram ein Live-Video mit Juramama Nina Straßner, die uns die Wichtigkeit von Eheverträgen erklärt. Sophie und ich werten in den nächsten Wochen die große Blogparade aus und werden dir hier in naher Zukunft eine Liste mit Büchern, Links, Podcasts und Youtube-Kanälen zur Verfügung stellen.

Gewinnspiel

Achtung: das Gewinnspiel ist zu Ende und die Gewinnerin wurde von mir per Mail benachrichtigt.

Juchuuu, hier kannst du ein Exemplar von Nataschas Buch gewinnen. Ich finde, es eignet sich perfekt für den ersten Schritt auf deinem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Kommentier einfach unter diesem Text, dann hüpfst du in die Lostrommel.

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 05.10.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse nutze ich ausschließlich für den Versand des Buches und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ von Natascha Wegelin
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Zur Transparenz: mein eigenes Exemplar sowie eines zur Verlosung wurde mir kostenlos vom Rohwolt Verlag zur Verfügung gestellt.

Wie Mädchen alles erreichen

(Buchrezension/Gewinnspiel) Frauen können alles erreichen? Naja, ich weiß nicht so recht. Irgendwie stoßen wir doch immer wieder an eine gläserne Decke, vor allem im Berufsleben. Und wir kümmern uns um alles und jeden. Daran sind wir auch ein wenig selber schuld. Ich bin mir sicher, dass es in unseren Köpfen tief verwurzelt ist, dass sich Mama eben um die Kinder kümmert und Papa die Kohle ranbringt, darum ist der Kampf gegen diese Rollenbilder ja auch so schwer. Aber mal ehrlich, manchmal denken wir Mütter auch, dass unser Essen gesünder ist als das von Papa, wir das Patent auf die richtige Erziehung haben und unser Kuchen am Kindergeburtstag der schönste sein soll. Ich will damit sagen: Frauen haben und machen es sich schwer.

Mädchen-Support

Aber es wird besser, da bin ich mir sicher. Es gibt heute so viele Väter, die zuhause anpacken, die sich um Kinder kümmern und sich nicht nur als Versorger sehen. Es gibt haufenweise tolle Frauen, die Vorbilder sind und ihre Stimme erheben gegen Diskriminierung und Gender Pay Gap. Und es gibt Mütter wie uns, die alles geben, damit unsere Jungs und Mädchen nicht in die Geschlechterfalle tappen. Natürlich müssen wir unsere kleinen Jungen genauso unterstützen, in diesem Text soll es aber um unsere Mädchen gehen. Deshalb schreibe ich mal fünf Dinge für mein Räubermädchen auf, die ich ihr auf den Weg geben will. Meine Geheimnisse sozusagen, die ich als Frau erlebt, erfahren oder gelernt habe.

1. Denk niemals, du kannst das nicht!

Wenn ich mir eine Bohrmaschine anschaue oder eine Excel-Tabelle, denke ich als erstes: ich schaff das nicht! Dabei ist das totaler Quatsch. Oft sind uns die Dinge einfach unbekannt, weil wir uns auch nie damit beschäftigen wollten. Aber mit Interesse, Willen und Mut schaffen wir so ziemlich alles. Ich habe mit viel Mühe und Spucke neulich mein erstes Tischlein gebaut und werde dir demnächst zeigen, wie das geht. Und in dieses blöde Excel-Programm fuchse ich mich rein, komme was wolle. Am Ende sind wir so stolz, dass wir es geschafft haben. Also rede dir niemals ein, du kannst das nicht, weil dieser Bereich scheinbar eine Männer-Domäne ist.

2. Lass dir nicht einreden, dass du zickig bist

Schlimm, ganz schlimm finde ich diese Shirts, auf denen „Kleine Zicke“ oder sowas steht. Ich habe sie dir nie angezogen und werde es auch nicht tun. Manche Menschen denken nämlich, dass Frauen zickig sind, bloß weil sie den Mund aufmachen. Sie hätten lieber Frauen, die sich nicht beschweren, nicht laut sind und deren erster Charakterzug SANFTMÜTIG lautet. Beschwer dich, wenn dir etwas nicht passt, mach den Mund auf gegen Ungerechtigkeiten, jammere rum, wenn du etwas doof findest und überleg dir als nächstes, wie es besser geht. Aber lass dir NIEMALS sagen, du bist zickig.

3. Keine Angst vor Fehlern

Mach Fehler und lerne daraus, das ist das Beste, was du machen kannst. Ein Leben, in dem alles prima läuft, ist langweilig. Betrachte deine Fehler, denke über den Grund für dein Scheitern nach und mach es das nächste Mal anders. So wird alles stetig immer besser. Darum ist auch eine fehlerlose Schullaufbahn oder eine Beziehung, in der sich die Menschen nie streiten, nicht wünschenswert. Konflikte gehören zum Leben dazu wie Fehler, aus denen wir lernen. Also hab keine Angst vorm Scheitern, denn wer das Scheitern scheut, fängt nie an und kann auch nie gewinnen.

4. Lass dich niemals von anderen Frauen verunsichern

Frauen sind so eine Spezie, das wirst du schnell lernen. Sie sind wunderbar und toll, keine Frage. Aber sie sind auch ziemlich unsicher. Sie fragen sich dauernd, ob der eigene Weg der richtige ist und zweifeln an sich selbst, dass es innerlich kracht. Manchmal behelfen sie sich dann damit, dass sie den Weg der Frau neben sich in Frage stellen, ihren Way of life bemängeln und kritisieren. Das hilft ihr dann wiederum, ihren Weg besser und wieder schöner zu finden. Ist ziemlich fies, ich weiß. Darum verrate ich es dir hier. Wenn dir also eine andere Frau an den Karren fährt, lächele still und denke dir, dass sie sich vielleicht selbst gerade nicht so sicher ist. Mach alles so, wie es dir gefällt und lass dich auf Stutenbissigkeit nicht ein.

5. Such dir einen tollen Mann

Ich weiß, das wird dir gelingen. Denn witzigerweise suchen sich Frauen Männer, die ihren eigenen Vätern ähneln. Du hast den besten Varer der Welt, darum mache ich mir keine Sorgen. Dennoch folgenden Ratschlag: Finger weg von Männern, die sich nicht wirklich für dein Wesen und dein Inneres interessieren. Finger weg von Männern, die nicht immer respektvoll mit dir umgehen. Finger weg von Männern, die Kinder wollen und dann nicht mithelfen, weil Wickeln und Baden Frauensache ist. Dein Vater pfeift auf die Meinung anderer, bezieht sein Selbstwertgefühl nur aus sich als Mensch heraus, behandelt Alle um sich herum respektvoll und ist dazu noch lustig und klug. Übrigens freuen wir uns genauso, wenn du dir eine Frau suchst. Das ist in diesem Zusammenhang völlig wurscht.

Buchempfehlung: An mein Rebel Girl

Und damit meine Luise noch mehr tolle Lebensweisheiten erfährt, lese ich jeden Abend mit ihr in dem wunderbaren Büchlein „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck (Affiliate Link). Sie hat das Buch auch für ihr Mädchen geschrieben.

Mädchen können alles erreichen, was sie sich nur erträumen. Aber nicht, indem sie die kleinen, stillen Mäuschen sind, zu denen die Welt sie manchmal machen möchte. Dr. Sybille Beck ist selbst Mutter zweier Töchter und wünscht sich, wie wahrscheinlich alle Eltern, dass ihre Kinder zu starken, freien und unabhängigen Frauen heranwachsen.

Gewinnspiel

Und du kannst hier ein Exemplar gewinnen. Verrate mir doch einfach per Kommentar, was du deinem Kind auf den Weg geben möchtest. Das darf auch gerne deinem Sohn gelten!

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 30.09.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse gebe ich zum Versand an den Verlag weitern und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Blein fröhlich und unperfekt und komm doch mal in meiner Müttersprechstunde vorbei. Einfach die Instagram-App auf deinem Smartphone runterladen, dich registrieren und nach HeuteistMusikLaura suchen. Ich freu mich auf dich!