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Mich erreichte eine Mail von Christine Steinhart, die sich wie viele andere Eltern einschließlich mir über die Situation für Familien in der Corona-Krise ärgert. Sie hat mir einen Text geschickt, den ich hier als Gastbeitrag veröffentlichen darf, und der das Problem skizziert. Ende April hat das Kultusministerium beschlossen: Ab dem 18. Mai sollen Kindertageseinrichtungen ihr Betreuungsangebot wieder schrittweise ausbauen – doch noch immer fehlt dafür jeglicher Plan. Träger und Einrichtungen warten auf ein Signal der Stadt, die Stadt wartet auf die Rechtverordnung des Landes. Und Eltern warten auf Informationen – vergeblich. Seit mittlerweile zwei Monaten sind die Kindertagesstätten aufgrund der Krise geschlossen – eine schwierige Situation für Familien. Erschöpfte Mütter und Väter melden sich nach ihrem Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit zu Wort, wütende Mütter schreiben wütende Blogartikel mit Worten, die sie ihren Kindern verbieten würden. Aber nicht nur die Betreuungsarbeit wird für Eltern zur Belastungsprobe. Die wochen- und monatelange…

Mutter weiß Bescheid „Wenn mein Mann die Wäsche wegräumen soll, legt er sie stapelweise in die Zimmer, ohne sie in die Schränke einzusortieren. Seine Begründung: er weiß nicht, wo die Kleidungsstücke hingehören. Ein Teil der Arbeit bleibt wieder an mir hängen und ich darf mich mit dem Sortieren rumschlagen“, klagte eine befreundetete Mutter. Dabei ist das ja nur ein Sinnbild für die Grundproblematik von Mental Load. Mamas funktionieren oft als Gehirn der gesamten Familie. Sie wissen eben, dass die blauen Socken in Größe 36 in die Schublade des Sohnes gehören, die schwarzen kurzen mit der 38 drauf in ihren eigenen Kleiderschrank, die nahezu identischen mit dem engen Bund in Größe 43 in Papas Strumpfkiste und alle bunten mit Schmetterlingen in die der Tochter. Sie wissen es, weil sie sich damit beschäftigen. Denn seien wir mal ehrlich, wer jeden Tag im Büro Dateien in entsprechende Ordner verschiebt, kann auch Socken sortieren.…

Oft habe ich gedacht, ich bin ein Alien unter den Müttern, gehöre nicht dazu und kriege den Job auch nicht ordentlich hin. Jedenfalls gelang mir die Umstellung nicht sehr geschmeidig, als mein erstes Kind geboren wurde, und ich war erschrocken, wie schmerzhaft Müdigkeit sein kann und wie sehr ich Ruhe und Freiheit vermissen würde. All das ist neun Jahre her, aber manchmal fühle ich mich immer noch wie ein Eltern-Alien. Vor allem dann, wenn ich das Gefühl habe, vor meiner Familie flüchten zu müssen, weil mir alles zu viel wird. (Stichwort Panic Room) Darf ich vorstellen: ich, hochsensibel Jedenfalls nahm ich neulich ein Buch zur Hand, das ich als Rezensionsexemplar geschickt bekommen hatte, und fand mich darin wieder wie niemals zuvor. Kathrin Borghoff, die Autorin, kenne ich von ihrem Blog ÖkoHippieRabenmutter und habe sie auch schon persönlich getroffen. „Hochsensibel Mama sein“ (Affiliate Link) lautet der Titel und manchmal hatte ich…

Fürsorge ist eine sehr bereichernde Arbeit. Ein Kind trösten, wenn es sich weh getan hat, für Freunde da sein, wenn es ihnen nicht gut geht, dafür sorgen, dass es alten und kranken Menschen besser geht, indem wir uns kümmern – es gibt kaum einen besseren Grund, sich anzustrengen. Ohne die Sorge füreinander geht es nicht, das spüren wir jetzt in der Krise besonders stark. „Fließbänder kann man stillstehen lassen, Kinder und Schwerkranke alleine zu lassen, ist unmenschlich“, schreibt Barbara Vorsamer in der Süddeutschen Zeitung (Bezahlschranke). Das macht deutlich, dass Fürsorge nicht nur bereichernd, sondern auch überlebensnotwendig ist. Diskriminierung von Fürsorge Wäre es nicht an der Zeit, diese Fürsorge-Arbeit endlich zu würdigen, sie besser zu entlohnen und sich einmal damit zu beschäftigen, was das für Folgen hat für die, die diese Arbeit ausführen? Auch wenn Väter sich mittlerweile viel selbstverständlicher um ihre Kinder kümmern, als sie das noch Generationen zuvor getan…

Schon vor der Krise war er mein Rettungsort: der Panic Room. Immer mal wieder eskalierten es bei uns nachmittags. Meist stritten sich die Kinder über irgendetwas. Luise schrie und rannte Jimmy hinterher, Oskar verteidigte sie. Jimmy schlug zurück und alle lagen auf einem Haufen. Ewige Diskussionen folgten, Schuldzuweisungen und lautes Brüllen. Geschwisterstreit An manchen Tagen kann ich es gut ab. Ich weiß es einzuschätzen, denn auch Anton und ich haben früher  mit unseren Geschwistern gestritten. Drei Kinder ist eine ungünstige Konstellation, immer bleibt eine(r) übrig. Ich helfe dann beim Klären oder trenne die Streithähne, lenke ab und tröste. An anderen Tagen bin ich dazu nicht immer in der Lage. Ich hatte viel Arbeit und keine Pause, bekomme wetterbedingte Kopfschmerzen, war müde oder schlecht gelaunt. Dann explodierte ich, stimmte mit ein in die Brüllerei, haute auf den Tisch und drohte mit Süßigkeitenentzug und „nie wieder Peppa Wutz“. Völlig daneben, ich weiß,…

Tania kenne ich schon ganz lange. Sie ist eine der inspirierendsten Menschen, die ich getroffen habe, und hat ihre Gabe zum Beruf gemacht: Andere Menschen motivieren mit ihrem 0711 Coaching. Vor ein paar Jahren war ich Teil eines Coaching-Teams und habe mit Hilfe von Tania und den anderen TeilnehmerInnen neue Pläne gefasst, mein Texter-Büro gegründet und eine Liste mit Wünschen und Zielen geschrieben. Ein Wunsch war, ein eigenes Buch zu schreiben – und es hat geklappt! Was ich vor fünf Jahren für unmöglich hielt, hat funktioniert. Gerade durchleben wir alle eine Ausnahmesituation und was kann man da besser gebrauchen als Motivation. Tania hat für uns einen Gastbeitrag verfasst und verlost am Ende ein Coaching mit fünf Online-Sitzungen. Aber jetzt geht es erst einmal los mit der Soforthilfe für uns alle. Corona, we care – eine kleine Soforthilfe für deine Seele Als erstes möchte ich wissen: Wie geht es dir? Auch…

Stell dich nicht so an! Ich habe mal wieder Post bekommen. Mittlerweile kann ich eine ganze Schublade mit Liebesbriefen füllen, in denen steht, dass ich ein Luxus-Problem habe. Der Inhalt der Nachrichten lautet meist ungefähr so: Wie kannst du dich nur darüber aufregen, dass du es bist, die die Rolle Toilettenpapier auswechselt? Hast du keine anderen Probleme? Übrigens: Wer sich für Kinder entscheiden, muss sich auch um sie kümmern, also jammere nicht rum. Probiers mal mit Meditation und komm runter. Unter den Absendern sind übrigens ebenso viele Männer wie Frauen, wobei es doch immer wieder erschreckend ist, dass Frauen so denken. Aber kein Wunder: Wir leben in einer patriarchal geprägten Welt, in der Frauen die unbezahlte und unsichtbare Fürsorge übernehmen. Sie kümmern sich um die Kinder, sie sorgen für kranke Angehörige und sehen diese Arbeit oft als selbstverständlich an. Vielleicht sind gerade deshalb einige wütend, wenn wir die Richtigkeit dieser…

Mama und der Mental Load Hilfe, das Kind ist krank! Abgesehen davon, dass sich Eltern Sorgen machen, wenn es den Kindern nicht gut geht, läuft der Kopf auf Höchstleistung, wenn die Tochter auf einmal fiebert oder sich der Sohn morgens auf den Teppichboden übergibt. Dann heißt es nämlich, Kindergarten oder Schule absagen, im Büro Bescheid geben, Termine verschieben, versuchen, durch die Warteschleife am Telefon des Kinderarztes durchzukommen, Tee kochen, Nasentropfen suchen, trösten, kuscheln und das weinende Kind überreden, jetzt doch endlich bitte diesen Fiebersaft zu nehmen. Nebenbei im Kopf überschlagen, was alles an Hausarbeit und beruflichen Projekten liegen bleibt und wann wir das alles wieder aufholen können. Wer übernimmt den Mega-Mental Load, wenn ein Kind krank ist? Oft die Mama! Die Denkmaschine läuft Denn die Mutter ist ja entweder sowieso zuhause oder sie arbeitet „nur in Teilzeit.“ Es könnte auch sein, dass sie wie der Papa in Vollzeit arbeitet, sich…

Mama, wo sind meine Pokémon-Karten? * Sag mal, Laura, hast du eine Ahnung, wo ich meinen Geldbeutel hingelegt habe? * Was wünschen sich die Kinder eigentlich zu Ostern? * Mama, wo ist mein Eselchen? * Wie hieß nochmal dieses Restaurant, in dem wir neulich essen waren? Wann Schulferien sind? Das weiß Laura am besten! Ich würde den Kindern gerne neue Sandalen kaufen, aber Anton weiß die Schuhgröße nicht. Kannst du sie mir bitte durchgeben? Mama, wann muss ich das Referat für das Leseprojekt fertig haben? Laura, du kannst dir das immer so gut merken: wie war nochmal gleich der Code für das Fahrradschloss? Und hast du eigentlich meine Wollmütze gesehen? Mama ist das Familien-Backup, auf das sich alle verlassen. Mama weiß Bescheid, denn sie ist ein wandelnder Kalender, eine Wünschelrute mit siebtem Sinn für Kuscheltiere, weiß alles in Sachen Büro-, Schul- oder Kindergartentermine und kennt die Kleidergrößen aller Familienmitglieder. Sie…

Lebenswerk von Rachel Cusk Wenn Mütter über ihr Leben mit Kindern erzählen, muss es ein Happy End geben. Denn wo kommen wir da hin, wenn Frauen anfangen, ein paar bittere Wahrheiten zu Papier zu bringen? Immerhin lebt unsere Gesellschaft davon, dass Frauen Kinder bekommen und dann oft ohne Wenn und Aber zuhause sind, Babybrei kochen, Krabbelgruppen besuchen und sich intuitiv und liebevoll ihrer Passion hingeben: sich anderen Menschen zu widmen und selbst im Hintergrund ihres Lebens Platz zu nehmen. Frauen, die Mutterschaft nicht immer nur in rosigen Bildern malen, ernten Kritik, das ist nicht erst seit Orna Donaths Studie mit dem Titel „Regretting Motherhood“ so. Aber auch Rachel Cusks Roman „Lebenswerk. Über das Mutterwerden“ wurde unterschiedlich aufgefasst und vor allem Frauen reagierten wütend auf die sehr ehrliche Schilderung des Mutterwerdens. Es darf nicht geschrieben werden, was nicht sein darf, denn würden wir zugeben, dass es nicht nur traumhaft ist, was…