Vergesslichkeit unter Müttern

#Mama4gets – Blogparade von Mamaontherocks

Vergesslichkeit – ein wunderbares Thema, zu dem ich sehr viel zu sagen habe. Darum finde ich die Blogparade von mamaontherocks wie gemacht für mich und ich plaudere ein wenig aus dem Nähkästchen einer Mutter, die zwar immer den Kopf und die To-Do-Listen voll hat, aber dennoch viele wichtige Dinge vergisst, manchmal sogar das eigene Geburtsdatum.

Mütterdemenz – ein doofes Wort mit Wahrheitsgehalt

Tatsächlich war das Kurioseste, das mir in der letzten Zeit passierte, meinen Geburtstag zu vergessen. Kurz nach Oskars Geburt fragte mich eine Schwester in der Klinik, wann ich geboren sei. Und stellt euch vor, das Datum war wie weggeblasen. Ich überlegte hin und her, nach gefühlten fünf Minuten fiel mir der Tag und der Monat, zwei weitere Minuten später auch das Jahr ein. Die Schwester staunte nicht schlecht. Auch auf die Frage, wie unser Kinderarzt heißt, wusste ich erst einmal keine Antwort. „Das ist die Schwangerschaftsdemenz, die sich noch eine Weile hält“, rief mir meine Zimmernachbarin zu. Ich finde dieses Wort ja so grässlich, als hätte ich mit Baby im Bauch nichts anderes mehr zu denken, als an niedliche Wonneproppen und Winzlinge im Strampler. Nachher geht es mit der sogenannten und vielfach belächelten Stilldemenz gerade so weiter. Und ja, ich kann bestätigen, dass ich auch jetzt noch so viel vergesse! Das liegt aber nicht daran, dass ich im Mama-Kuschel-Romantik-Gedöns schwelge, sondern dass ich einfach oft schweine-müde bin. Und jetzt zeige man mir einen Menschen, der nachts alle zwei Stunden geweckt wird, und tagsüber alle Primzahlen von 1 bis 100 aufsagen soll – den gibt es nämlich nicht.

Ich aber werde nicht nur im  von einem kleinen Wesen aufgeweckt, sondern beantworte schon morgens um halb sieben Jimmys Frage nach der aktuellen Bundesliga-Tabelle. Ich erinnere mich, nachdem ich eben mal die Tabellen gegoogelt habe selbst daran, dass heute im Kindergarten Sporttag ist und packe die Turnhosen ein, schreibe eine Handynachricht an die Nichte, die ihren Geburtstag feiert, notiere mir, später Milch und Äpfel zu besorgen und erinnere Anton, bevor er das Haus verlässt, daran, dass die Steuerunterlagen bis morgen abgegeben sein müssen. Dann vibriert mein Handy und gibt mir zu verstehen, dass heute Nachmittag ein Kinderarzttermin ansteht, bei dem ich noch fragen muss, ob die Impfausweise aller Kinder auf dem neuesten Stand sind.

Mist, wieder was vergessen!

Puuuh, um elf Uhr vormittags brummt mir der Schädel und ich bin im Stress, denn ich habe nicht nur an 1000 Dinge gedacht, sondern auch 20 weitere vergessen. Zum Beispiel das Teegeld für den Kindergarten, das Mitbringsel für den Kaffeeklatsch bei einer Freundin, den gestrigen Hochzeitstag meiner Eltern und die schwarze Wäsche in der Maschine. Und ich finde es eine Unverschämtheit von mir selbst, dass ich trotz all der Bemühungen denke, ich wäre eine Schluder-Tante!

Meine Tipps und Tricks gegen das Vergessen

Überhaupt wabern manchmal so viele To-Dos in meinem Hirn umher, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll, und mich erst mal mit einem Kaffee an den Tisch setzen muss. Ob Haushalt, Einkauf, Kindertermine, saisonaler Kleiderschrankinhalt, Geburtstage und Jubiläen, Freundestreffen und Kinoabende, Berufliches und Privates: ich staune, wie andere Menschen das auf die Reihe bekommen, ohne andauernd etwas zu vergessen. Um diesem unhaltbaren Zustand mal etwas entgegen zu setzen, habe ich erst versucht, mir mit klugen Apps auszuhelfen, dann aber gemerkt, dass ich dort sowieso nie nachschaue. Aber ich habe nun ein anderes ausgeklügeltes System erarbeitet, mit dem es einigermaßen geht: ein gutes, altes Notizbuch. Das liegt nun in der Küche und erinnert mich an die wichtigsten Dinge. Und hier kommt eine Liste mit ein paar Tipps und Tricks, die vielleicht auch dem einen oder anderen aushelfen:

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  • Digitaler Kalender: Wir haben einen Familienkalender in unseren Smartphones, der sich von selbst synchronisiert. Hier wird alles eingetragen, was die Familie betrifft. Jeder hat eine eigene Farbe und unter jedem Termin stehen Extra-Notizen, wo der Termin statt findet, ob irgendwer inzwischen die Kinder hüten muss oder was mitzubringen ist.
  • Das Notizbuch: Zum Wochenbeginn setze ich mich an mein Notizbüchlein. Auf zwei Seiten notiere ich mir jeden einzelnen Tag, übertrage die Termine vom Handy ins Buch und kennzeichne sie mit den entsprechenden Farben für die Familienmitglieder.
  • To-Dos: Ins Buch kommen auch Geburtstage und die To-DoListe. Auch hier habe ich verschiedenen Farben: Grün für Haushalt, Gelb für Kinder, Blau für Berufliches, Rot für Wichtiges. Lila für Sport usw.
  • Erledigungen: Außerdem habe ich eine Liste am Ende des Buches, in die ich alles eintrage, was ich so machen möchte oder muss: Kühlschrank putzen, Freundin X anrufen, Kresse säen, Ordner sortieren und all den Kram. Die Aufgaben übertrage ich dann auf die Tage, an denen nicht so viel los ist, und erledige in der freien Zeit Dinge aus dieser Liste
  • Pausen eintragen: Ich mache mir extra Termine für die Pausen, denn die kommen in meinem Alltag viel zu kurz.
  • Delegieren: Ich gebe Aufgaben ab und schreibe kurze Erinnerungsmails, welche die Infos nur im Betreff enthalten: Eine Mail an Anton, der eine Rechnung überweisen oder die Reifen wechseln soll, oder an Oma, die an Jimmys vergessenen Teddy denken möge. Das streiche ich dann von meiner Liste.
  • Ich schreibe mir Termine fürs Zeitung lesen, Sport machen oder Meditieren mit in den Kalender. So kann es mir nicht passieren, dass ich freitags merke, dass ich vor lauter Aufgaben meine Hobbys vergessen habe

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Und außerdem bin ich mit mir nicht mehr so streng. Wenn man bedenkt, was in einem bekinderten Haushalt alles anfällt, ist doch klar, dass mal was vergessen wird. Schließlich sind wir keine wandelnden Roboter, sondern Eltern aus Fleisch und Blut. Und so lange ich den schlafenden Oskar in seiner Babyschale nirgends vergesse und mir wenigstens sie Geburtsdaten meiner Kinder merke, ist doch alles gut! Danke Severine, für das nette Thema!

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Laura

2 Comments

  1. Hallo Laura,

    die Extra-Liste, in der (für uns) wichtige, aber nicht dringende Dinge stehen, ist ein guter Tipp. Dann bleibt im Terminkalender Platz für Sachen, die sein müssen oder die wir wollen 🙂

    Liebe Grüße,
    ideas4parents

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