Buchtipp für besondere Umstände

Leider gehöre ich nicht zu den Frauen, die essen können, was sie wollen und dennoch schlank bleiben. Und das betrifft auch die Zeit der Schwangerschaft. Irgendwie hatte ich zuvor etwas von dem Gerücht aufgeschnappt, man könne 10 Monate lang essen, was man wolle, da der Kalorienverbrauch deutlich höher sei als ohne Mitbewohner im Bauch. Dem war aber nicht so, und so schaute ich nach der Geburt von Kind 1 und Kind 2 auf reichlich Hüftspeck hinunter, der mir bis kurz vorher auf Grund meiner Kugel nicht so sehr aufgefallen war. Dieses Mal wird alles anders, dachte ich mir erst neulich, und schaute mich nach Literatur um, die sich mit dem Thema „Fit bleiben in der Schwangerschaft“ befasst und wurde fündig: Monica Ivancan, Model und Moderatorin, hat „What a Mommy“ geschrieben, und der Südwest-Verlag hat mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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Im Grunde gibt es wirklich wichtigere Dinge, als in und nach der Schwangerschaft rank und schlank zu sein. Allerdings empfand ich die Zeit, in der ich oft mit reichlich Süßigkeiten eingedeckt auf dem Sofa rumgammelte, irgendwie doof. Und müde und schlapp fühlte ich mich auch. Zuvor hatte ich viel Sport gemacht, und obwohl das ja weiterhin empfohlen wird, schnell damit aufgehört, sobald der Test zwei Striche anzeigte.

In der Stillzeit hat sich das nicht geändert. Wir Mütter trafen uns zwei Mal die Woche in der Krabbelgruppe und Jede von uns brachte reichlich Studentenfutter, Schoko und Kekse mit, damit wir „genug Kalorien“ zu uns nahmen. Ich nahm so viel Kalorien zu mir, dass diese ganze „Abnehmen durch Stillen-Theorie“ auf mich nicht zutraf.

Bei Schwangerschaft 2 war es nicht anders und ich musste mir im 8. Monat sogar neue Hosen kaufen. Damit ich die erst gar nicht wieder anzuzuiehen brauche, vertiefte ich mich also in das neue Buch und besorgte mir sofort die Zutaten für eine basische Gemüsebrühe. Zuhause habe ich gleich gemerkt, dass mein Geschmackssinn einfach nicht dem eines Models entspricht. Moni beschrieb, wie gut diese schmecke. Mir war sie einfach viel zu fad und überhaupt mag ich kein Sellerie. Allerdings muss man auch sagen, dass sich die ersten paar Kapitel samt Suppenrezept eher an Nicht-Schwangere richten, die mit Hilfe von „Säure-Base-Fasten“ entschlacken wollen. Moni beschreibt hier, wie sie sich sonst so ernährt, wenn sie nicht gerade schwanger ist. Ihren Aufruf, wie wichtig ein ordentliches Frühstück ist und wie schön es sein kann, sich Zeit für sich selbst und für Sport zu nehmen, kann ich nur unterschreiben. Aber Säure-Base-Fasten wollte ich jetzt natürlich nicht, und auch sonst bin ich nicht so der knallharte Typ, der sich eine Woche von Brühe und Wasser ernährt. Wer hier aber interessiert ist, findet für die Zeit nach der Schwangerschaft und dem Stillen viele Infos, auch zum Thema Darmgesundheit.

Im Laufe des Buches gibt es dann viele gute Tipps für Schwangere, die einfach umzusetzen sind. Walking habe ich zum Beispiel ausprobiert und mir eine Fitness-Matte zugelegt. Das Rezept für einen Morgenstund-Brei, die Workouts für Schwangere oder die Tipps für gesunden Sport nach der Geburt fand ich richtig gut.

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Aber es ist vor allem ein Buch, das sich an Schwangere richtet, die das erste Kind bekommen. Was passiert beim Ersttrimester-Screening, geeignete Umstandsmode, was gehört in die Kliniktasche, all diese Themen kenne ich schon aus den vielen Büchern, die ich vor ein paar Jahren verschlungen habe. Bei folgenden Schwangerschaften interessieren mich viele andere Dinge, wie zum Beispiel ein gutes Zeitmanagement, wie ich die Geschwister miteinbeziehe, wie ich noch Zeit für mich finde und und und…. Aber vielleicht schreibt Frau Ivancan ja noch ein Buch. So viel ich weiß, bekommt oder hat sie schon ihr zweites Kind. Generell finde ich den Ernährungsaspekt nämlich echt gut, auch wenn ich weder Lust noch Ehrgeiz habe, mich in diesem Maße mit dem Thema zu beschäftigen. Aber ich bin ja auch nicht auf Promi-Veranstaltungen eingeladen und muss dort in Abendrobe eine gute Figur machen!

Monica Ivanvan schreibt viel über ihre eigenen Erfahrungen, Gefühle und Erlebniss. Das macht das Buch sehr persönlich und anschaulich. Insgesamt finde ich die Schreibe der Autorin sympathisch, wenn gleich ich persönlich diesen „Puderzucker-Stil“ nicht so mag. All das Rosa und Lila, die Washi-Tape-Optik oder das Kapitel zum Thema „Babyshower“ mit Windeltorte und Bauchabguss ist nicht so meins. Das habe ich schon im „Mami-Buch“ von Katja Kessler fest gestellt. Dort sieht man dauernd rosa-farbene Still-Bhs, niedliches Babyspielzeug, geblümte Umstands-Blüschen und dann diese ganzen Verniedlichungen!
Aber das ist echt Geschmackssache. Mir wäre ein Mittelding zwischen rosa Zuckerperlen-Feeling und der ernsten Sachlichkeit von Ingeborg Stadelmanns „Hebammenhandbuch“ lieb. Und vor allem hätte ich mich über ein Buch für Mütter gefreut, die mit dem zweiten oder dritten Kind unterwegs sind.

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Fazit: Ich finde das Buch echt gut gelungen und kann es vor allem Frauen empfehlen, die ihr erstes Kind bekommen. Es sind viele nützliche Tipps enthalten, es ist nett geschrieben und wer über den nötigen Ehrgeiz verfügt, sein Workout zuhause zu machen, für den sind die Übungen goldwert.

Ich selbst ziehe mein Fitness-Resumee: zwar habe ich mir vorgenommen, aktiv zu bleiben und mich gesund zu ernähren, aber die Walking-Stöcke stehen wieder seit längerem im Schrank. Das könnte auch daran liegen, dass ich mir dabei doof vorkomme. Joggen ist mir einfach lieber, aber vielleicht schaffe ich es ja wenigstens, mal die Yoga-CD einzulegen. Eines weiß ich sicher: kiloweise Studentenfutter ist nicht gut für die Hüften. Aber Nutella aus dem Glas ist gut fürs Herz!

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Monica Ivancan: What a Mommy! So bleiben Mütter fit und sexy, Südwest Verlag 2015.

Pia Laura Froehlich

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