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Sophie und ich haben uns etwas auf die Fahnen geschrieben: Frauen und vor allem Müttern das Thema Finanzen näher zu bringen. Vielen geht es ganz ähnlich wie uns: sie befassten sich bisher nicht mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit und haben keine Lust auf Geldanlage, Rentenversicherung und Co. Weil das aber so wichtig ist, möchten wir hier auf dem Blog und auf Kinder haben immer wieder über unsere eigenen Erfahrungen schreiben, Büchertipps geben oder dazu aufmuntern, das vermeintlich leidige Thema Geld endlich auf die To do-Liste zu setzen.

Ich bespreche das Thema #MamasUndMoneten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen oft und gerne auf meinem Instagram-Kanal. Zwei Frauen haben sich bei mir gemeldet, die sich mit diesem Thema im Gegensetz zu mir schon länger beschäftigen. Ich habe ihnen ein paar Fragen gestellt und sie haben erzählt, wie ihr Bezug zu Geld ist, ob und was sie für ihre Zukunft und die Rente planen und ob sie mit ihrem Partner über Geldangelegenheiten sprechen.

Caro & Thomas: kümmern sich gemeinsam um die Finanzen

Laura: Ihr habt bereits ein paar Versicherungen für die Rente. Wann habt ihr euch mit dem Thema beschäftigt?

Caro: Hallo Laura, also das erste Mal haben wir uns damit schon vor der Heirat damit beschäftigt. Ich glaube es war 2009. Meinem Mann war es wichtig, dass ich mich neben der gesetzlichen Rente auch privat absichere, da die Aussichten für die Rente gerade für unsere Jahrgänge (ich bin 1980 geboren) doch eher bescheiden sind. Wir haben dann einen unabhängigen Finanzberater bei uns gehabt und der hat dann mit uns die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten durchgesprochen.

Thomas: Ich habe mich direkt nach meiner Ausbildung mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt. Mein Onkel hat damals bei der Volksbank gearbeitet und sich mit mir über das Thema unterhalten. Seitdem habe ich aber dreimal die Verträge gewechselt. Vom klassischen Rentenversicherungsvertrag mit Todesfallabsicherung über einen fonds-basierten Riester-Vertrag hin zum fonds-basierten Rürup-Vertrag.

Caro: Genau, diese fonds-basierten Verträge sind das auch bei mir. Und ich muss noch nachtragen, dass ich während meines Studiums bereits bei den Nebenjobs immer geschaut habe, dass ich da schon Beiträge in die Rentenkasse einzahle.

Laura: Kam die Überlegung daher, dass du zuhause bei den Kindern bleibst?

Caro: Dass ich zu Hause bei den Kindern bin hat sich vielmehr daraus ergeben, dass es für uns zum einen finanziell machbar ist, dass wir nur ein Gehalt haben. Zum anderen wollten wir unsere Kinder nicht schon vor dem Kindergartenalter in eine Betreuung außerhalb der Familie geben. Hätten wir die Großeltern vor Ort, wäre es ggf anders. Aber da müssen ja auch die Großeltern mitspielen bzw. mitspielen können.

Thomas: Als Caro noch gearbeitet hatte, bekam sie ja über die Rentenbeiträge automatisch Rentenpunkte. In den ersten drei Jahren nach einer Geburt erhält sie als Mutter ebenfalls weiterhin Rentenpunkte. Ergo: Die gesetzliche Rente geht irgendwie erstmal weiter. Da sie aber aufgrund des Endes des Arbeitsvertrages nur noch Grund-Elterngeld und danach Betreuungsgeld bekam, wurde der Riester-Vertrag interessant.

Laura: Caro, ist das in deinem Umkreis auch so, dass sich Mütter mit diesem Thema beschäftigen?

Caro: Ich muss zugeben, dass ich mit den meisten Müttern nicht über das Thema Rente und/oder Geld rede. Daher weiß ich das leider nicht. Ich habe allerdings viele Mütter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die mehr als nur ein Jahr zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Von meinen Freundinnen sind die meisten zu Hause geblieben bis die Kinder in den Kindergarten gekommen sind. Manche bleiben sogar darüber hinaus zu Hause, weil sie das Gefühl haben, dass sie Familie und Beruf nicht befriedigend unter einen Hut bekommen könnten. Daher denke ich, dass sich die Mütter schon auch mit dem Thema Rente und Finanzen beschäftigen oder beschäftigen müssten. Geredet wird darüber aber eher wenig bis gar nicht.

Laura: Hast du den Eindruck, Frauen kümmern sich zu wenig um Finanzen?

Caro: Es gibt sicher Frauen, die sich zu wenig um das Thema Finanzen kümmern oder nicht ausreichend. Ich muss zugeben, dass ich da ohne meinen Mann wahrscheinlich auch deutlich weniger Vorkehrungen für die Zukunft getroffen hätte oder treffen würde. Es ist halt für viele (da würde ich aber Männer nicht ausklammern) wahrscheinlich ein komplexes und „unattraktives“ Thema. Zudem ist die eigenen Rente ja gefühlt noch so weit weg.

Laura: Wie regelt ihr das mit dem Geld insgesamt? Habt ihr ein gemeinsames Konto?

Caro: Wir haben jeder ein eigenes Giro-Konto. Das ist einfach historisch so gewachsen. Und warum sollte ich mein Girokonto nach der Heirat auflösen?! Elterngeld und ein monatliches „Taschengeld“ habe ich monatlich auf meinem Konto. Und alles, was nur mich betrifft (Krankenzusatzversicherung, Rürup, Riester…) geht von meinem Konto. Wir haben aber auch noch ein gemeinsames „Haushaltskonto“.

Thomas: Caro erhält von mir einen gewissen Unterhalt um laufende Versicherungen und Ausgaben bewältigen zu können. Damit bleibt sie wenigstens irgendwie autark. Das gemeinsame Haushaltskonto steht für Haushaltsausgaben wie Essen und Haushaltsartikel, aber auch Apothekeneinkäufe oder Ausgaben für das Wohnen, wie Miete, Nebenkosten (Strom, Gas) oder GEZ zur Verfügung. Das sind ja Kosten, die wir uns als Ehegemeinschaft sowieso teilen müssen. Früher, als Caro noch ein Gehalt hatte, haben wir das Konto zu gleichen Teilen gefüttert. Aktuell kommt das Budget eben von mir als Alleinverdiener.

Laura: Caro, sprichst du mit deinem Mann viel über Geld?

Caro: Wir sprechen über Geld und Ausgaben, aber nicht übermäßig viel. Ich würde sagen „Nach Bedarf“.

Thomas: Nach Bedarf klingt gut. Gibt nicht allzu oft Bedarf. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen.

Telse: Möchte sich dem Thema endlich stellen

Laura: Du hast geschrieben, dass du und dein Partner nicht verheiratet seid, ihr euch aber dennoch rechtlich absichern möchtet. Wie kamt ihr auf den Gedanken? Hat das was mit eurem Kind zu tun?
Telse: Auf jeden Fall hat das mit unserem Kind zutun. In meinem Freundinnenkreis gab es genau diesen Fall vor dem alle Angst haben; bei dem der Freund und Vater des gemeinsamen Kindes tödlich verunglückte und die Frau keine rechtliche Handhabe hatte. Sie hatten sich leider in keinster Weise abgesichert. Wir sollten es also besser wissen. Unsere Tochter wird im Oktober 2 Jahre alt. Daran sieht man, es ist und bleibt ein unangenehmes Thema. Das wir es bisher nicht abgeschlossen haben, empfinde ich mehr als unverantwortlich und fahrlässig. Dennoch glaube ich, wenn wir bisher keine Kinder bekommen hätten, wären wir bei den gleichen Themen.
Laura: Hast du dich schon immer mit Finanzthemen auseinander gesetzt oder ist das neu?
Telse: Jein. Da wurde ich immer von meinen Eltern geführt. Alles was ich diesbezüglich gemacht habe, habe ich nur auf Anraten und Weisung meine Eltern gemacht. Ich hatte vermögenswirksame Leistungen während meiner Ausbildung. (Von denen ich während meines Wohnungskaufs profitiert habe.) Ich habe Dank meiner Eltern früh geriestert. Meine Eltern haben für mich einen Bausparvertrag abgeschlossen. Ich besitze eine Direktversicherung. Ich muß Dank guter Umstände kein Bafög abbezahlen. Ich besitze einen kleinen Bank-Anteil meiner Hausbank. 2015 habe ich eine Wohnung gekauft (mit Hilfe einer Schenkung meiner Eltern) in der wir auch eingezogen sind und die ich mit einem Annuitätendarlehen abbezahle.
Mit Aktien, ETFs oder Fonds kenn ich mich (noch) nicht aus.
Laura: Wie erlebst du das bei deinen Bekannten und Freundinnen? Informieren die sich auch?
Telse: Natürlich wird darüber nicht oft und nicht offen und bereitwillig gesprochen. Der Großteil meiner Freundinnen sind verheiratet, haben Kinder und sind in Teilzeit beschäftigt. Ich gehe davon aus, das die meisten -ähnlich wie ich- irgendwas für ihre Rente machen aber sich nicht ernsthaft damit beschäftigen. Ich glaube das sie die Ehe schon als Absicherung sehen. Zumindest höre ich mitunter „wir sind ja verheiratet“.
Laura: Warum hast du als Frau das Gefühl, dich mit finanziellen Fragen rund um Erbrecht und Co endlich auseinander setzen zu müssen?
Telse: Da ich mich mit meinem Freund bewusst entschieden habe, nicht zu heiraten und das das bedeutet, wenn es zu „dem Fall“ (Trennung, Tod) kommt, ich allein erziehend und damit akut armutsgefährdet bin. Außerdem entsteht durch unseren neue Lebensabschnitt (Kindererziehung, Hauskauf) ein finanzielles Ungleichgewicht zwischen uns.
Laura: Teilt ihr euch Kindererziehung und Job?
Telse: Ich habe nach 11 Monaten in Teilzeit mit 25 Std angefangen zu arbeiten. Mein Freund hat die ersten 10 Monaten sein Vollzeit- Job auf 25 Std reduziert. Auf eigene Kosten. Durch Elternteilzeit konnten wir einige Monate mit Elterngeld aufstocken. Einen Monat waren wir gemeinsamen in Elternzeit auf Reisen. Für unsere Tochter begann mit 10,5 Monaten die Eingewöhnung in die Krippe. Damit begann auch wieder der Vollzeitjob meines Freundes.
Ja. Wir teilen uns die Kindererziehung. Obwohl ich finde ich übernehme den Projektleiter- Status. Aber ich empfinde uns schon als gleichberechtigte Bezugspersonen. Er hat aber auf jeden Fall den größeren Verdienstanteil von uns und ich den Zuverdiener- Status.
Laura: Kümmerst du dich auch um Rente und Co?
Telse: Ungerne und ungenügend. Meine Steuererklärung lasse ich meinen Freund machen. Das sagt schon alles aus.
Laura: Sprecht ihr beiden viel über finanzielle Themen?
Telse: Ja. Das ist immer wieder Thema. Zum Beispiel, ob die Kosten für wohnen und Gemeinschaftskosten gerecht aufgeteilt sind. Und das zum Beispiel bei Urlauben der größere Anteil von ihm gezahlt werden muss. Abschlüsse von neuen Bausparverträge oder ähnliches hat bisher jeder mit seinen finanziellen Möglichkeiten eigenverantwortlich gemacht. Ich muß zugeben, daß er in diesem Fall den Projektleiter- Status inne hat. Das möchte ich zB ändern mit dem Madame Moneypenny Webinar. Bezahlt ist schon….ich muß mich nur noch aufraffen….

Erfahrungen teilen

Danke, Telse, Caro und Thomas, dass ihr eure Erfahrungen teilt. Es sind natürlich sehr subjektive Herangehensweisen und jedes Paar muss für sich wissen, was es wie macht. Aber ich finde es wichtig, über die finanziellen Angelegenheiten zu sprechen und sich bewusst zu machen, wie wichtig und sinnvoll das für die ganze Familie ist. Egal ob verheiratet oder nicht, erwerbstätig oder zuhause arbeitend – es gibt immer ganz gute Lösungen, sich finanziell abzusichern. Der wichtigste Punkt ist bestimmt, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und als erstes die Verhältnisse zu klären. Was wünschen sich die Partner voneinander, wer kann dem anderen finanziell unter die Arme greifen, sollten Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden und was ist mit dem Elternteil, der wegen der Kinder weniger oder gar nicht arbeitet?
Ich freue mich, wenn du Lust hast, mitzudiskutieren. Lass uns das Thema hochhalten und damit auch etwas gegen das hohe Armutsrisiko im Alter tun, das immernoch vor allem Frauen betrifft.
Bleib fröhlich und unperfekt,
deine Laura

Frauen können Finanzen!

Weiter gehts mit unserem Projekt #MamasUndMoneten. Sophie vom Blog Kinder haben und ich möchten noch mehr zum Thema Finanzen wissen und was liegt da näher, als eine echte Expertin zu befragen. Wir haben uns gemeinsam Fragen überlegt und ich habe Dani Parthum auf Instagram interviewt. Sie ist Journalistin, Finanzexpertin und unter dem Namen Die Geldfrau als Geldcoach für Frauen im Netz zu finden. Weil das ein Live-Video war, das sich nach 24 Stunden löscht, tipppe ich die spannenden Antworten für dich ab!

Foto: Antje Merkel

Dani Parthum  ist übrigens auch Diplom-Ökonomin und Finanzanlagefachfrau. Sie arbeitete schon zu Themen wie Finanzkrise oder Staatsverschuldung und hat sich vor zwei Jahren umorientiert: sie ist jetzt Geldcoach für Frauen. Ihr fiel auf, wie wenig Wissen Frauen in Sachen private Finanzen haben. Also hat sie sich mit ihrem journalistischen Backround und einer berufsbedingten neutralen Sicht auf die Dinge weitergebildet. Nun möchte sie die Infos, ihre Haltung zum Geld und die praktische Erfahrung weitergeben. „Frauen könenn Finanzen!“ lautet ihr Motto und es ist ihr eine Herzensangelegenheit, dass sich Frauen mit Geld beschäftigen.

Dani, ich freue mich sehr, dass du uns auf unserer Reise in die finanzielle Unabhängigkeit mit deinem Wissen unterstützt!

Das Interview

Laura: Warum haben so viele Frauen eigentlich eine gewisse Abneigung gegen Geld?

Dani: Da gibt es viele Einflüsse, die auf uns wirken und die weit in die Vergangenheit reichen! Wir wurden seit Jahrhunderten nicht mündig gehalten, dürfen erst seit 60 Jahren unser eigenes Konto eröffnen, haben lange kein eigenes Geld verdient. Es war tatsächlich so: Frauen verwalteten eher den Mangel, viel Geld verwalteten dann die Männer. Den mündigen Umgang mit Geld konnten unsere Mütter und Großmütter lange nicht üben, haben kein eigenes Geld verdient, keine Verantwortung für ihre Finanzen übernommen. Das wirkt natürlich nach! Seit ein paar Jahrzehnten erst beschäftigen wir uns damit, denn Frauen können eigentlich super mit Geld umgehen.

Laura: Wir haben ja auch von den eigenen Eltern gelernt, wer das mit dem Geld regelt. Der Vater sitzt im Arbeitszimmer und kümmert sich um die Finanzunterlagen, die Mutter hatte damit wenig zu tun. Das Gefühl ist dann unterbewusst: als Frau habe ich mit Geld nichts am Hut, genauso wie mit dem Werkzeug im Keller.

Dani: Genau, die Mutter kümmert sich um den Haushalt, Vater macht das Geld – das nennt man monetäre Sozialisation. Deine Kinder werden nun sehen, dass auch die Mutter sich um das Geld kümmert. Am besten macht man das natürlich zusammen. Klar hat jeder seine Stärken und man teilt sich die Aufgaben, aber die wichtigen Entscheidungen trifft man dann gemeinsam.

Laura: Mich beschäftigt das Thema Rente. Neulich habe ich den Bescheid der Deutschen Rentenversicherung bekommen. Das war ziemlich ernüchternd. Ich bin jetzt 34 Jahre alt und frage mich, ob der Zug mit der Altersvorsorge schon abgefahren ist?

Dani: Bis du in Rente gehst, hast du noch 30 – 35 Jahre. Du wirst vielleicht sogar noch länger arbeiten, deshalb hast du noch so viel Zeit, dich darum zu kümmern. Wenn du 5 Jahre früher angefangen hättest, wäre es auch gut, aber es ist jetzt lange nicht zu spät. Du musst es jetzt aber wirklich angehen. Du arbeitest halbtags, vielleicht denkst du darüber nach, über kurz oder lang wieder mehr zu arbeiten? Als Selbstständige ist es wichtig, dass du einen Betrag X zur Seite legst und anfängst zu sparen. Aber auch wer schon 40 ist, kann noch viel machen. Aber man muss sich bewusst dafür entscheiden.

Laura: Ich kann mir ja auch Erziehungspunkte bei der Deutschen Rentenversicherunganrechnen lassen. (Hier ist der Link zum Antrag) Das werde ich  nun als erstes machen!

Lieber Pipi als Prinzessin

Dani: Wenn man verheiratet ist, bekommt man übrigens im Falle einer Scheidunng einen Teil der Rentenpunkte des Mannes. Drei Rentenpunkte für Erziehungszeit kriegt man tatsächlich, das ist aber nur wenig. Wenn man nicht verheiratet ist, ist es besonders kritisch für Mütter. Ich rate dazu, die Beziehung zum Partner immer vom Ende her zu denken. Am Ende soll die Rente für jeden Einzelnen reichen und deshalb ist wichtig, dass sich Frauen ihre eigene Rente aufbauen. Wenn ihr nicht verheiratet seid, ist es sinnvoll, mit dem Partner zu verhandeln, gemeinsam in die private oder gesetzliche Rente einzahlen oder sich mit ETFs eine Rente aufbauen. Das ist eine Form der partnerschaftlichen Einigung, die mit Liebe nicht viel zu tun hat, aber so wichtig ist. Wir Frauen tappen gerne in die Romantik-Falle. Manchmal sagt auch der Mann: lass uns nicht übers Geld reden, wir lieben uns doch. Aber das ist eine schräge Argumentation. Ich empfehle hier das Buch von Michael Mary: Die Liebe und das liebe Geld (Affiliate Link). Uns Frauen wurde immer eingeredet, dass wir uns um den Haushalt kümmern müssen und bloß nicht nach Geld fragen sollen. Schau dir die Prinzessinnen-Liteatur an. Dort warten sie nur auf den Prinzen. Nee, dann lieber Pipi Langstrumpf sein, denn dann können wir unser Leben selbstständig aufbauen und das gemeinsam mit unserem Partner leben.

Laura: Kann ich auh freiwillig in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen?

Dani: Du musst das mit der Rentenbersicherung absprechen. Schreib sie an, dann gibt es da Formulare und es wird erklärt, wie das vor sich geht.

Fahrt zweigleisig!

Laura: Viele Mütter gehen länger in Elternzeit. Wäre es gut, in diesem Fall zusätzlich vorzusorgen? Lieber privat oder gesetzlich?

Dani: das ist eine umfassende Frage! Eine Sache vorweg: Wir neigen dazu, beim Geld Sicherheit haben zu wollen. Ich plädiere dafür, das zu streichen, denn es gibt keine Sicherheit im Leben. Auch bei Geldanlagen und Renten ist das so. Man muss versuchen, mit dieser Unsicherheit zu leben.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eigentlich das beste System, das es gibt. Die Menschen, die arbeiten, finanzieren die Rente der Menschen, die nicht mehr arbeiten. Auch wenn die Banken crashen, wird das Systen weiter erhalten, weil es genug Puffer gibt. Aber leider hat man dieses System damals unter Rot-Grün kaputt gemacht und geredet. Dann wurde Rürup und Riester gefördert und damit die Einzahlungen vermindert. Versicherungs- und Bankenwirtschaft reden sehr stark in die Politik mit ein, Carsten Maschmeyer und Christian Wulf haben sich zusammengetan und für die Versicherungswirtschaft in die Politik eingegriffen. Dadurch ist eine große Unsicherheit bei der gesetzlichen Rentenversicherung entstanden, von der ich aber nach wie vor ein großer Fan bin. Ich baue mir auch selbst eine gesetzliche Rente auf, aber das ist nicht mein einziges Standbein. Daher habe ich noch ein anderes, mein privates. Denn wir wissen nicht, wie es in 20 Jahren aussieht. Vielleicht gibt es dann auch ein Grundeinkommen, denn wir werden massive Probleme kriegen Die Altersarmut wird viel stärker kommen als bisher, auch weil die Einkommen viel zu niedrig sind.

Deshalb würde ich in Finanzdingen zweigleisig fahren, wenn es möglich ist.

Follow the money

Laura: Wo kann ich mich denn gut beraten lassen? Ich habe einen Riester-Vertrag von einem freudestrahlenden Bankberater empfohlen bekommen und auch abgescglossen. Wo bekomme ich aber gute und unabhängige Infos her?

Dani: Bankberater sind Produktverkäufer, die verkaufen Produkte und bekommen dafür Provisionen. Sie beraten dich nicht speziell in deiner Situation und gucken eher, wie sie an ihre Provision kommen. Ich rate davon ab, von einem Bankberater beraten zu werden. Es ist ja schon seltsam, wenn du für eine Beratung kein Geld bezahlen musst. Einen Berater muss ich ja auch irgendwie bezahle, daher rate ich zu einem Honorarberater. Am besten ist, sich erst zu bilden und sich zu informieren. Macht euch selber schlau, denn die Infos gibt es eigentlich alle. Man muss sie sich nur aneignen. Fangt am besten mit einer Sache an. Wenn euch jemand einen Verrtag ans Herz legt, fragt nach und holt euch die Infos. Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück. Aber je mehr Versicherungen du hast, desto mehr machst du dich abhängig von den Konzernen. Verbraucher haben oft nicht genug Einblick in die genauen Bedingungen.

Follow the money! Schau immer, wer von den Produkten profitiert. Wenn du etwas nicht verstehst bei Verträgen, lass die Finger davon. Riestern kann funktionieren, das ist eine Einzelentschiedung und das muss man dann genau prüfen. Ich würde von Rürup auf jeden Fall abraten und Steuervorteile nie als Entscheidungskriterium für eine Versicherung nehmen.

Laura: Wenn es um Finanzierung geht, denken viele an Immobilien. Ist das eine gute Idee?

Dani: Das kann eine gute Idee sein, muss es aber nicht. Beim Immobilienkauf gibt es sehr vieles abzuwägen; hier rate ich dazu, sich umfassend zu informieren. Eine Immobilie ist für viele eine Verbindlichkeit, weil sie u.a. ständig saniert werden muss und eine Verpflichtung, solange sie kein Geld auf dein Konto spült. Es gibt ganz viele Argumente, die gegen eine selbstgenutzte Immobile sprechen – das ist ein abendfüllendes Thema. Es gibt auch einige Argumente dafür.
Ein Eigenheim ist bei Familien oft überdimensioniert und wenn die Kinder aus dem Haus sind, gar nicht mehr notwendig. Der Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die größte Anschaffung ihres Lebens. Es ist außerdem ein Unterschied, ob ich die Immobilie selber nutze oder nicht. Wenn ihr sie selbst nutzt, ist es eine Art Lifestyle-Produkt. Wenn ihr sie als Geldanlage zur Altersvorsorge nutzt, ist es etwas anders.
Mit Immobilien muss man sich genau auseinandersetzen und sich informieren. Gerd Kommer, Kaufen oder Mieten (Affiliate Link) ist super, das Buch kann ich sehr empfehlen. Ganz wichtig ist, dass beide Partner mit dem Kauf im Grundbuch stehen. Aber bei den Preisen heute kann man den Kauf einer Immobilie auf Kredit nur noch in Einzelfällen als Geldanlage empfehlen, das ist kein Selbstgänger. Wenn du das Geld allerdings cash hast, sieht die Rechnung anders aus.

Laura: Sophie interessiert vor allem das Thema Kinder und Ausbildung, macht es Sinn, Geld für die Ausbildung anzulegen?

Dani: Geld für die Ausbildung anzusparen, davon bin ich kein großer Fan . Eigentlich sollte das von den normalen Einnahmen finanzierbar sein. Wenn die Kinder studieren und man hat nicht genug Geld, können die Kinder Bafög beantragen und es später selbst zurückzahlen. Erst die eigenen Finanzen planen, sich um die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau kümmern und dann noch etwas für die Kinder zurücklegen. Das wäre für mich die Reihenfolge. Und dann kommt es auf das Alter der Kinder an. Bei kleinen Kindern könnte sich ein ETF-Depot schon lohnen, bei größeren besser Sparen als Tagesgeld.

Laura: ETFs als Finanzanlage hast du angesprochen. (Was sind ETFs? Hier die Definition bei Wikipedia) Ein Freund wandte ein, dass man dann aber auch Firmen dabei hat, die zum Beispiel Waffen an Saudi Arabien verkaufen. Damit habe ich dann Schwierigkeiten.

Dani: Ich beschäftige mich auch mit nachhaltiger Geldanlage auf meinem Blog. Das ist ein spannendes Thema. ETFs sind Indexfonds, die sehr kostengünstig einen Aktien- und Anleihen-Index nachbilden, aktiv gemanagte Aktienfonds sind dagegen teuer, weil sie von Managern zusammengestellt werden. Es gibt mittlerweile auch nachhaltige Indizes. Da steckt aber dann auch eine Unilever drin oder die Firma Bayer mit Monsanto. Das wird dann auch schwierig mit der Nachhaltigkeit oder Ethik.
Du musst erstmal klären, was Nachhaltigkeit oder Ethisches Geldanlegen bedeutet. Für Dich und was die jeweilige Firma oder der Fonds unter Nachhaltigkeit versteht. Sowas wie – wie gehe ich mit den Mitarbeitern um, halte ich mich an Gesetze, achte ich Umwelt und Tier etc.
Es gibt zur ethischen Geldanlage zwei Strömungen. Die einen sagen: Ja, mach das, das ist gut. Aber wenn du es konsequent machst, ist die Geldanlage oft teurer und dein Risko steigt. Und es ist komplexer. Wenn du dann zum Beispiel nur noch in erneuerbare Energien investierst, dann gehst du ein hohes Risiko ein, weil du zu sehr auf eine Branche konzentriert bist. Du musst dann noch mehr wissen.

Die andere Meinung ist: Investier‘ breit z.B. in einen MSCI-World-ETFs (Anmerkung Laura: da gibts übrigens auch welche, die Waffenfirmen ausschließen) und verhalte dich als Konsument nachhaltig. Kauf‘ keine Produke von Unternehmen, die sich unethisch oder nicht nachhaltig verhalten, geh‘ nicht zu Kaffeeverkäufern, die keine Steuern zahlen etc. Die Macht der Konsumenten bringt sehr wahrscheinlich mehr, als sich bei Investments festzulegen, finde ich.
Wir Frauen brauchen auch pragmatische Geldanlagen. Ich halte es einfach. Wenn die Unternehmen nicht mehr so viel Nachfrage haben, dann verschwinden die Produkte allein vom Markt und die Firmen fallen dann irgendwann aus den Idizees. Es gibt bei nachhaltiger Geldanlage keine einfache Lösung, weil wir in einer komplizierten und verstrickten Welt leben.

Geld macht Spaß

Ich selbst habe Geld auch lange nicht wichtig genommen, entsprechend habe ich mich nicht gut darum gesorgt. Es ist aber wichtig, denn sonst können wir unser Leben nicht so leben, wie wir es möchten. Ich habe mir deshalb eine neue Geldhaltung zugelegt: Geld tut mir richtig gut! Solche energiegeladenen Geld-Glaubensätze könnt ihr euch auch ausdenken, aufschreiben und zum Beispiel an den Spiegel hängen. Wenn ihr euch damit beschäftigt, ändert sich eure Einstellung zum Geld automatisch. Das ist auch wichtig bei Gehaltsverhandlungen. Geld ist der Dank für Arbeit und bedeutet auch Würde.

Ich sage immer, Frauen können Finanzen! Also ran ans Geld. Es macht Spaß und wir können alles lernen!

Foto: Tom Salt

Danke noch einmal, liebe Dani.

Und du, bleib fröhlich und unperfekt. Ich hoffe sehr, dass dich das Interview vor allem dazu gebracht hat, deine Einstellung zum Geld zu überdenken. Denn Geld ist nicht alles, aber mit Geld können wir viel bewegen, Gutes tun und unabhängig sein.

Deine Laura

Gewinnspiel Online-Tutorial

Dani hat noch eine super Überraschung für dich! In den nächsten Wochen gibt es bei ihr den Start für das Online-Tutorial #Geld Smart Managen, deine Startrampe zum Vermögensaufbau. Schau mal hier vorbei. Da geht es ganz von vorne los und du lernst alles Wissenswerte Schritt für Schritt. Dani verlost zwei kostenlose Zugänge im Gesamtwert von 7oo Euro. Wenn du diesen Kurs und damit den ersten Schritt in deine finanzielle Unabhängigkeit gewinnen möchtest, dann kommentier einfach hier unter dem Text.

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Mailadresse mitteilst, damit Dani dir den Tutorial-Code zuschicken kann. Deine Mail-Adresse wird nur zum Versand des Codes genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch des Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 17. September 2018, und endet am 25.September 18 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Zur Transparenz: Dani hat mir das tolle Interview kostenlos gegeben und uns allen ihr Wissen und die Möglichkeit zum Gewinn verschenkt.

Mütter in der Zerreißprobe, zweiter Teil

Mütter in der Zerreißprobe, so hieß mein Text, den ich im Dezember letzten Jahres veröffentlicht habe. Darin ging es um die Zerrissenheit, die viele von uns schlaucht. Grund für meine Gedanken waren viele Freundinnen, die bei mir am Tisch saßen. Beim Kaffee trinken erzählten sie von zuhause und berichteten alles das gleiche: Die viele Arbeit im Haushalt und mit den noch kleinen Kindern, die Doppelbelastung mit dem Job und die Abwesenheit der Männer quälte sie.

Die Generationen vor uns

Ich recherchierte und stieß auf eine WDR-Reportage, die diese Zerrissenheit beschrieb und ein paar Erklärungen lieferte. Wir Frauen waren ein bis zwei Generationen früher in einer anderen Situation. Es war normal zu heiraten, Kinder zu bekommen und den Haushalt zu führen. Es war kein entspannteres Leben, denn Haushalt und Kids waren und sind ein Fulltime-Job. Aber Frauen haben von ihren Müttern gelernt, das als gegeben hinzunehmen. Noch meine eigene Oma hätte niemals meinen Opa dazu aufgefordert, ihr bei der Wäsche zu helfen. Ohne zu murren hat sie geschuftet, meinen Opa mittags und abends bekocht und dafür gesorgt, dass er nach der Arbeit seine Ruhe hatte. Sie hat ihr Leben nie in Frage gestellt und wusste auch, dass ihr Mann sich niemals trennen würde. Ob das jetzt rosige Aussichten sind, ist Ansichtssache. Aber ein wenig Sicherheit hat sie immerhin genossen.

Die Mütter-Generation danach war schon ein wenig selbstbestimmter, dennoch haben in Westdeutschland der Großteil der Frauen nach der Geburt der Kinder nicht gearbeitet. Sie waren zuhause, haben sich um Haushalt und Nachwuchs gekümmert und hatten vor allem dann Glück, wenn die Ehe hielt und sie von der Rente ihres Mannes leben konnten. Scheidungen gab es zwar nun öfter, aber immerhin konnten die Frauen vom Unterhaltsgesetz profitieren, ein Tropfen auf den heißen Stein.

Heute ist alles besser? Pustekuchen!

Wir Frauen heute leben anders. Einerseits geht es uns besser, denn wir haben viel mehr Freiheiten. Wir können Kinder bekommen und dann wieder halbtags arbeiten, wir können zuhause bleiben oder wir können ganztags arbeiten, theoretisch. Andererseits sieht alles ganz anders aus. Denn wenn wir Kinder bekommen und halbtags arbeiten, haben wir den Job unserer Mütter und Großmütter an der Backe UND noch einen Arbeitgeber, der Anwesenheit und Leistung fordert. Kein Wunder, dass wir ausgebrannt sind. Denn wer sich dieses Modell schön redet sagt, dass wir beides haben, Beruf und Kinder. In Wahrheit strampeln wir uns ab, zerreissen uns zwischen Kindererziehung und Karriere. Verdienen immer noch zu wenig und haben mit dem Halbtagsjob kaum Aufstiegsmöglichkeiten, weil in Deutschland gilt: Karriere macht nur, wer ganztags arbeitet und alles gibt, inklusive Überstunden. Also macht das wenn überhaupt der Vater, und das oft auf Kosten der Mutter. Sie darf sich zuhause und im Büro abrackern, kann alles immer nur „halbfertig“ machen und muss hinnehmen, dass der Mann spät nach Hause kommt oder im Ausland verweilt. Sie lebt das Leben unserer Großmütter, hat aber oben drauf noch die Pflicht, zum Einkommen dazu zu verdienen. Außerdem darf sie sich berechtige Sorgen darum machen was passiert, wenn die Beziehung nicht halten sollte. Ein Unterhaltsgesetz gibt es längst nicht mehr.

Wenn wir ganz zuhause bei den Kindern bleiben, haben wir diese Doppelbelastung nicht. Aber es ist ein großes finanzielles Risiko, wenn wir uns nicht absichern. Unsere Rente wird ein Lacher sein, wenn der Partner sich trennt oder ihm etwas passiert, denn dann stehen die Frauen schlecht da. Wenn eine Scheidung droht, gibt es keinen Unterhalt mehr, der unseren Müttern im Fall der Fälle noch ein wenig Geld in die Kasse spülte. Wer von den Frauen sichert sich für diesen Fall ordentlich ab? Ich vermute, es ist nur ein kleiner Teil, denn wir vertrauen ja gerne darauf, dass die Liebe hält. Eheverträge und Lebensversicherungen sind uns einfach zu unromantisch.

Wenn wir ganztags arbeiten und Kinder haben, haben wir auch Probleme an der Backe. Denn irgendwer muss sich ja um Kinder und Haushalt kümmern. Immer noch machen viel zu wenig Väter diesen Job, der nicht bezahlt und in der Gesellschaft schlecht anerkannt wird. Auch Vätern sitzt das Erbe im Nacken, das besagt, dass der Mann für das Geld zu sorgen hat. Schwingt er den Putzlappen, ist er ein Lappen, so lautet die befürchtete Resonanz von Freunden und Familie. Denn Vorbilder gibt es einfach (noch) nicht.

Schlechte Aussichten

Irgendwie sind all diese Möglichkeiten nicht so doll, oder? Und ich habe den Eindruck, dass Mütter oft die Leidtragendsten sind. Das spürte ich damals auch bei den Gesprächen mit meinen Freundinnen. Ich spürte auch, dass Frauen schnell unter Druck geraten. Es ist heute dank Sportkursen und Ernährungsratgebern möglich, nach einer Geburt schnell wieder schlank zu sein. Es ist auch möglich, mit Hilfe von Youtube-Videos Motivtorten zu backen und Stoffwindeln selbst zu nähen. Mütter können Sport treiben, sich bilden, kreativ  und nebenbei eine tolle Partnerin sein. Männer freuen sich, dass sie so eine vielseitige Frau haben, die nicht wie ihre Großmütter einzig und allein grübelte, wie sie den Fleck aus dem Hemd bekommen sollte. Nein, die Frau von heute macht den Haushalt UND bildet sich weiter, sie macht die Wäsche UND einen interessanten Job, sie ist eine liebevolle Mutter UND eine attraktive Partnerin.

Kein Wunder, dass so manche Frau nicht mehr kann. Denn leider gibt es da noch ein Problem, an dem wir Frauen nicht ganz schuldlos sind. Denk noch einmal an unsere Großmütter. Die waren ausschließlich zuständig für Haushalt und Co. Die haben sich nicht beschwert, sich ihrem Schicksal gefügt und haben das ja so von ihrer Mutter gelernt. Diese Einstellung haben sie natürlich an ihre Töchter weitergegeben, weil das nicht ausbleibt. Unsere Mütter waren emanzipierter, aber die Verpflichtung, immer für die Familie da zu sein, lässt sich nicht so eben abschütteln. Haushalt ist Frauensache, Kinder erziehen auch. Wusstest du, dass diese Auffassung nur in Deutschland so verbreitet ist? Aber in uns steckt sie auch immer noch fest. Hast du schonmal beim Einkauf mit Unbehagen daran gedacht, wie dein Partnern das mit den Kids und der nassen Wäsche wohl hinkriegen wird, obwohl er es am Ende ohne Probleme gewuppt hat? Siehst du!

Meine Mädels schon wieder

Meine Freundin Miri, die drei Tage die Woche ganztags arbeitet, erzählt, dass sie gegenüber ihren zwei kleinen Jungs ein schlechtes Gewissen hat. „Wieso?“, frage ich, „ihr Papa passt doch nachmittags auf sie auf!“ Meine Freundin kann schlecht loslassen, auch weil einer der Jungs so sehr an ihr hängt. Dabei ist der Papa da, macht seine Sache primosa und das Weinen nach Mama hört auch immer auf, sobald sie aus dem Haus ist.

Meine Freundin Barbara ist froh, einen modernen Mann zu haben. Für ihn ist selbstverständlich, dass er auch nach dem Büro anpackt, denn Wäsche und Klo putzen ist auch seine Sache. Und am Freitagnachmittag macht er den Hausputz, während sie länger im Büro bleibt. „Irgendwie saugt er nicht richtig!“ sagt Barbara, und sie findet, dass das Klo nicht blinkt, wenn er die Bürste schwingt. Max meint es gut, aber er ist nicht gründlich genug, lautet ihr Fazit. Und dann, Barbara, sei mir nicht böse, aber dann könnte ich manchmal meinen Kopf in den Sand stecken.

Frauen, packt das Problem bei den Hörnern

Wir Frauen haben es heute schwer, das finde ich wirklich. Aber wir Frauen müssen auch mithelfen, dass sich daran etwas ändert. Das beudetet auch, dass wir an uns arbeiten müssen. In uns steckt noch das Erbe unserer Großmütter, dafür können wir nichts. Aber indem wir uns das bewusst machen, können wir gemeinsam daran arbeiten, dieses Erbe abzuschütteln.

Wir können als Frauen zuhause bei den Kindern bleiben, wenn das unsere freie Entscheidung ist und nicht darauf basiert, dass wir uns dazu verpflichtet fühlen. Wir können uns finanziell absichern und Vorkehrungen treffen, um im Not- oder Scheidungsfall nicht verarmen zu müssen. Sophie und ich starten dazu gerade das Projekt „Mamas und Moneten“, um dir dabei behilflich zu sein. Wir können aber auch Vollzeit zurückkehren in den Job und dem Partner zuhause das Steuer übergeben. Alles, was wir dafür brauchen ist Vertrauen in die Männer und die Einsicht, dass ein krümeliger Küchenboden und ein schlafendes Baby in Papas Armen eine ganz wunderbare und attraktive Alternative sein kann.

Wir können uns Job und Haushalt, Kinder und Küche mit unserem Partner teilen, um uns zu entlasten und Männern endlich mehr Zeit mit ihren Kindern zu schenken. Wir können es von unseren Männern stärker einfordern und miteinander einen Plan aushecken, wie das gehen könnte. Wir dürfen nur nicht untätig sein und uns nur in unserem Elend suhlen, denn so schaffen wir es niemals raus aus der Ungleichberechtigung.

Was möchte ich dir hier mit diesem Text nun sagen? Ich möchte dir vor allem sagen, dass es unmöglich ist, alles zu schaffen. Wir machen uns fertig, wenn wir Kinder liebevoll erziehen, einen Job erfolgreich und den Haushalt ordentlich machen wollen. Nebenbei gut aussehen, die Torten fürs Kindergartenbuffet selber backen und für Familie und Freunde immer ein offenes Ohr haben. Also müssen wir Frauen in uns hinein hören und erkennen, was uns wichtig ist, dann die Prioritäten setzen und gemeinsam mit der Familie Kompromisse schließen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Auf Instagram diskutieren wir morgens in der Müttersprechstunde über verschiedene spannende Themen, auch über das Thema finanzielle Vorsorge. Es geht aber auch um Erziehung und Co, Pausen im Mama-Alltag und viele andere spannende Dinge. Bist du dabei? Ich freu mich auf dich!

Warum scheitern wir oft daran, Familie und Beruf zu vereinbaren? Der Frage gehen wir seit Jahren nach und finden doch keine allgemeingültige Lösung. Das liegt wohl daran, dass dieses Thema extrem vielschichtig ist. Es gibt sie schon, die guten Bedingungen. Elterngeld, Elternzeit, Homeoffice und Kitaplätze für kleine Kinder, aber zu vieles ist immernoch im Argen. Die Kitaplätze reichen nicht, viele Unternehmen schaffen zu selten elternfreundlichen Voraussetzungen und Elternzeit über acht Wochen hinaus nehmen meist nur die Frauen.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Ich finde, es kann sich noch sehr viel tun in der Gesellschaft. Arbeitnehmer und Politiker dürfen gerne und am besten schneller bessere Bedingungen schaffen, damit wir Eltern Familie und Beruf vereinbaren können. Aber kann es sein, dass auch wir Eltern etwas tun müssen? Ich denke, ja! Und ich fange mal bei mir an, bei mir, einer Frau und Mutter. Bei einer, die in ihrem Leben ein paar Mal hätte mutiger sein können. Denn manchmal finde ich, dass wir Frauen uns nicht genug zutrauen. Folgendes möchte ich dazu erzählen:

Viel zu wenig zugetraut

In der Mittelstufe auf dem Gymnasium hatte ich anderes im Kopf als Mathe. Mein Lehrer fand mich faul und ich hielt mich schnell für unbegabt. Physik, Chemie, all die Naturwisschenschaften – dafür bin ich am Ende vielleicht zu blöd, habe ich gedacht und einfach nicht mehr zugehört. Ein paar Jahre später war ich bei einer Informationsveranstaltung der zahnmedizinischen Fakultät in Ulm. Ich dachte, Zahnärztin zu werden, das wäre doch was für mich. Als ich hörte, dass man in Chemie und filigraner Handarbeit ziemlich gut sein muss, war die Idee für mich gestorben. Habe ich mir einfach nicht zugetraut.

Am Ende landete ich bei einem großen Automobilhersteller aus Stuttgart an der Berufsakademie. Ziemlich viel Wirtschaftsmathe und Angeber-Typen, die sich schon im Vorstand sahen, haben mich abgeschreckt und ich habe hingeworfen. Literatur und Geschichte wurde es am Ende und ich bin auch froh, sowas Schönes studiert zu haben. Aber ohne Moos nix los, daher war mein Einkommen nach dem Studium als Volontärin ziemlich mies. Anton und ich wollten dennoch früh Kinder haben und so kam es, wie es kommen musste: weil er als Controller mehr als das dreifache verdiente als ich in meinem Redakteurs-Job, war klar, wer mit dem Baby zuhause bleibt. Teure Mieten in Stuttgart und Umgebung machten es schlichtweg unmöglich, von meinem Gehalt zu leben, zumal mein Vertrag befristet war.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Warum war ich so feige?

Tatsächlich frage ich mich heute, warum ich so oft gekniffen und mir viel zu wenig zugetraut habe. Ich bin ehrlich: ich habe es mir immer ein wenig einfach gemacht. Ich hatte Bammel davor, das Zahnmedizin-Studium nicht zu packen. Ich hatte nicht den Mut, mich zwischen den Angebertypen an der Berufsakademie durchzusetzen. Und ich nahm nach dem Studium ganz bequem die erstbeste Möglichkeit für einen Job wahr, anstelle darauf zu vertrauen, dass noch etwas besseres kommt. Ein Festvertrag mit einem anständigen Gehalt zum Beispiel. Ich habe mir Kinder gewünscht und wollte ein Jahr zuhause bleiben. Ein bisschen lag es auch daran, dass mir mein Job keinen Spaß gemacht hat und ich nicht ganz undankbar war, da erst einmal raus zu sein.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Wenn ich nicht so bequem, sondern ein wenig mutiger gewesen wäre, wenn ich mehr Vertrauen in mich gehabt hätte, würde ich heute ordentlich Geld verdienen. Heute traue ich mir viel mehr zu, das liegt sicher auch daran, dass ich Kinder habe. Wer einen Tag lang mit drei Kindern einen Supermarkteinkauf hinlegt und danach noch lachen kann, der kann auch auf ein Physikum lernen oder Kronen bauen, wenn er sich anstrengt.

Warum ich so oft daran denke? Ich habe mich als Frau mit schlechtem Gehalt in eine sehr ausweglose Situation begeben und für mich fühlt sich das nicht richtig an. Ich gebe die Schuld gerne meinem Arbeitgeber, der meinen Vertrag während der Elternzeit auslaufen ließ. Ich schimpfe auf den Staat und manchmal ein bisschen auf meinen Mann. Aber dass ich schlecht verdient habe und es schwer hätte, im Notfall meine Familie zu versorgen, das habe ich mir ein Stück weit selbst zuzuschreiben.

Die Sache mit dem Gehalt

Warum verdienen Frauen in vergleichbaren Berufen so viel weniger? Ich denke, oft liegt es daran, dass Frauen für Arbeitnehmer das größere Risiko sind, denn sie können Kinder kriegen und für ein oder mehrere Jahre ausfallen. Das ist dann vielleicht schon in das Gehalt miteinkalkuliert. Das Problem könnten wir lösen, wenn auch Väter länger Elternzeit nehmen, denn dann wäre das Risko der Geschlechter gleich groß. Ein anderer Grund könnte sein, dass Männer die besseren Verhandler sind. Neulich habe ich folgende Geschichte gehört: Gehaltsgespräch zwischen Bewerberin und Chef. „Wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus?“ Sie: „Liegen bei ca. 60.000 Euro im Jahr, ist aber verhandelbar.“ Der Chef hat die Dame nicht eingestellt, weil ihm sowas mächtig auf die Nerven geht. Wenn die einknickt, noch bevor ich ein Gegenangebot gemacht habe, dann kann die sich ja nirgends durchsetzen, hat er vermutlich gedacht. Ehrlich gesagt, die Dame hätte ich sein können.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Geld ist nicht die Lösung

Was will ich mit meinem Text nun sagen? Alle Frauen sollen Zahnärztinnen werden und ordentlich Geld verdienen, dann wird alles gut? Nein, auf keinen Fall. Nicht immer ist ein gutes Gehalt die Lösung, auch wenn das natürlich unabhängig macht. Und es gibt einfach viele Jobs, die (leider) unterbezahlt sind. Demnach dürfte es bald keine ErzieherInnen, KrankenpflegerInnen oder Sozialpädagogen mehr geben. Aber ich will sagen, dass wir Frauen vielleicht manchmal zu wenig Mut haben. Darum stecken wir oft in einer für uns unguten Situation.

Frauen und Männer sind unterschiedlich, die einen mehr, die anderen weniger. In der Mehrzahl aber sind wir Frauen die sozialen und kommunikativen Menschen. Wir fühlen uns gut in andere ein, wir können vermitteln und Gespräche führen. Vielleicht liegt es daran, dass Frauen im Allgemeinen auch etwas harmoniebedürftiger und weniger konfrontativ sind als Männer. Das hat viele Vorteile. In Sachen Gehalt, Job und Karriere ist das aber in mancherlei Hinsicht ein klein wenig nachteilig.

Wir Frauen sollten uns aber generell etwas zutrauen und mehr darauf pfeifen, was die anderen denken, meinst du nicht? Mutig zu sein bedeutet für mich übrigens nicht nur, sich zuzutrauen, einen Job zu ergreifen, der eine Familie ernährt. Es bedeutet genauso, als Frau bei den Kindern zu bleiben und den Beruf aufzugeben. Sich außerdem dafür einzusetzen, dass Care-Arbeit endlich als wichtiger und richtiger Job angesehen und entsprechend mit genug Rentenpunkten vergütet wird. Und sich von Menschen mit erhobenem Zeigefinger nicht den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. Mutig sein bedeutet genauso, einen Beruf zu ergreifen, der schlecht bezahlt ist, wie der der Erzieher oder Krankenpfleger. Diesen mit Leidenschaft zu tun und dafür zu kämpfen, dass es am Ende für die Familie reicht. Mutig zu sein kann genauso heißen, dass beide Eltern reduzieren und sich für die wertvolle Zeit in Sachen Konsum und Urlaub einschränken. Mutig sein bedeutet, für das, was wir möchten, einzustehen. Sich selbst zuzutrauen, den Wunschweg einzuschlagen und zu verfolgen.

Bist du mutig?

Nun bin ich gespannt, was du dazu sagst. Natürlich ist das hier ein wenig verallgemeinert. Es gibt haufenweise Frauen, die eiskalte Gehaltsverhandlungen führen, sich locker zutrauen, den Nobelpreis in Atomphysik zu bekommen oder vier Kinder kriegen und zuhause täglich und mit Leidenschaft ihre Frau stehen. Aber viele Frauen sind zögerlich, was ihr eigenes Leben angeht, und ab und an kommt mir der Gedanke, dass wir viel mehr Mut brauchen, um die Gleichberechtigung und die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, voranzutreiben. Wenn irgendwas richtig schlecht läuft, schieben wir gerne den Schwarzen Peter anderen zu. Und vieles läuft für uns Frauen noch lange nicht optimal. Ein wenig können wir an uns selber arbeiten und Mut ist da ein Schlüssel für mich. Egal, ob es um Gehaltsverhandlungen, Berufswahl oder die Entscheidung geht, zuhause bei den Kindern zu bleiben.

Es gibt niemals diesen einen Grund, warum Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht gut funktioniert. Es gibt hundert Gründe und sie sind individuell. Ich hätte mir für mich gewünscht, mutiger zu sein. Ich bin die Art von Mutter, die gerne finanziell auf eigenen Beinen steht. Es kann sein, dass du eine ganz andere Mutter bist. Dass dir andere Dinge wichtig sind. Ich hoffe sehr, dass du den Mut hattest und dir zugetraut hast, die für dich wichtigen Dinge in Angriff zu nehmen. Vielleicht hast du Lust, uns davon zu erzählen?

Frauen, die nach den Sternen greifen: Gewinnspiel

Ich habe ein ganz wunderbares Buch für dich, das du hier gewinnen kannst. „Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen. 50 Portraits faszinierender Wissenschaftlerinnen“ von Rachel Ignotofsky (Affiliate Link). Darin sind 50 außergewöhnliche Frauen in spannenden Geschichten und wunderschönen Illustrationen portraitiert. Noch immer gibt es zu wenig Frauen in Vorständen und Führungsetagen, noch immer dominieren Männer Wirtschafts- und Finanzsektoren. Frauen haben es schwerer, sich in wissenschaftlichen Bereichen durchzusetzen oder in öffentliche Ämter gewählt zu werden. Aber Frauen haben schon sehr viel erreicht, das beweist dieses Buch:

Im Laufe der Geschichte haben zahlreiche Frauen im Dienste der Wissenschaft alles riskiert. Dieses Buch erzählt die Geschichte einiger furchtloser Frauen, die – ob im antiken Griechenland oder in der modernen Welt – angesichts der ihnen in den Weg gelegten Steine sagten: „Ich lasse mich nicht aufhalten.“

Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen, Einleitung, Rachel Ignotofsky, 2018

Wenn du das Buch gewinnen möchtest, um es mit deiner Tochter zu lesen, zu verschenken oder dich selbst inspirieren zu lassen, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Text. Gibt es Momente, in denen du hättest mutiger sein können, oder bist du ganz anderer Meinung als ich und findest, Frauen sind keineswegs zu zurückhaltend?

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse zur Weiterleitung an den mvg-Verlag mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Buches genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 08. August 2018 und endet am 15. August 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Mehr Heute ist Musik?

Kein Problem, dann hüpf mal rüber zu Instagram. Da gibts im Insta-TV tolle Familienhacks zum Thema Ordnung und Organisation sowie ein paar Inspirationen für den Elternalltag. Kaffee, Zitate und andere Dinge, die dir den Tag versüßen!

Wann ist Weltfrauentag?

Genau in drei Tagen, und zwar am 8. März. Leider haben es Frauen in vielen Ländern immer noch schwer auf der Welt. Erst vor kurzem las ich schockiert von dem Gesetz, das in Russland Strafen für häusliche Gewalt gelockert wurden. Darunter leiden vor allem Frauen. Auch in vielen anderen Ländern sind Frauen nicht gleichberechtigt mit Männern. Und bei uns in Deutschland gibt es auch noch genügend Belege, warum Frauen in einigen Bereichen benachteiligt werden, man denke nur an Lohn oder Führungsposten im Arbeitsleben, Rentensicherung oder die Situation von alleinerziehenden Müttern. Wäre es da nicht absolut nötig, dass wir Frauen nicht nur für unsere Rechte kämpfen, sondern uns gegenseitig unterstützen? Und deshalb rufe ich pünktlich zum Weltfrauentag zu (noch) mehr Zusammenhalt unter Frauen auf. So können wir bald auf die Frage, wann ist Weltfrauentag? antworten: jeden Tag!

Wann ist Weltfrauentag?

Ärger unter Frauen

Leider erlebe ich da immer wieder das Gegenteil. Ich selbst verdanke die Tatsache, dass ich nach der Elternzeit nicht in meinen alten Job zurück konnte, einzig und alleine einer Frau. Ich erlebe immer wieder, wie Frauen sich gegenseitig für ihren Lebensweg kritisieren: Kinder ja oder nein, mit Kind zuhause bleiben ja oder nein, Kinder in die Kita oder zur Tagesmutter, ja oder nein; anstelle die Entscheidung anderer so stehen zu lassen, wird die eigene Sichtweise dogmatisch aufgedrückt, verfochten und anderen Frauen per Vorwurf an den Kopf geknallt. Von Mütter-Missionarinnen in Sachen Stillen, Wickeln, Erziehen und Grenzen setzen ganz zu schweigen. Im Netz gehts dann erst richtig los. Wer polarisierende Meinungen zum Thema Elternschaft postet, bekommt anstelle von respektvollen Kommentaren, in denen die gegenteilige Meinung unterbreitet wird und zur Diskussion anregen soll, oft ordentlich Beef.

So sieht Frauenpower aus

Aber ich kenne auch eine schöne Seite der Medaille, und von der möchte ich kurz vor dem Weltfrauentag erzählen: Frauen, die sich gegenseitig in Frauen-Netzwerken unterstützen, ihre Erfahrungen teilen. Kolleginnen und Auftraggeberinnen im Job, die meine Situation als berufstätige Mutter verstehen und mich unterstützen. Mütter, die ein Ohr haben für die Probleme anderer und bei einer Tasse Kaffee gute Tipps geben. Bloggerinnen, die sich gegenseitig helfen und ihren Kolleginnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Davon will ich heute erzählen und dazu auffordern, dass wir Frauen es uns nicht länger schwer machen dürfen.

Netzwerk-Kolleginnen

Super cool, mein neues Netzwerk. Über die MomPreneurs (sehr empfehlenswert für Mütter, die sich selbstständig machen) habe ich ein paar Mitstreiterinnnen gefunden. Nun telefonieren wir uns wöchentlich über eine Skype-Konferenz zusammen und geben uns Starthilfe in allen geschäftlichen Dingen. Da hat mal eine hier den passenden Kontakt, oder da einen Hinweis, wie frau an einen Auftrag kommt. Alle profitieren und helfen, wo sie nur können. Obwohl wir teilweise aus ähnlichen Berufsbereichen kommen, gibt es keine Konkurrenz. Solche Erfolgsteams sollte es öfter geben, besonders unter Frauen.

Frauen im Beruf

Ich habe ganz tolle Kundinnen, die meine Situation als Mutter verstehen. Sie freuen sich für mich, wenn ich schwanger bin und ein Jahr aussetzen muss. Zusammen haben wir immer eine Lösung gefunden, wie wir den Übergang für alle bestmöglich gestalten. Ob sie selbst Kinder haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auch ich als Mutter verstehe meine Kunden, die ihre Texte oder ihre Konzepte brauchen, um anständig weiterarbeiten zu können. Ist das Kind krank, habe ich mich eben auch mal abends hingesetzt und etwas fertig gemacht, oder eine Kollegin aus meinem Texter-Netzwerk organisiert.

Meine Homies

Besonders wertvoll sind die Kontakte zu den Müttern hier im Ort. Und die sind zu 100 % zauberhaft. Da kann ich mal ein Kind mit zum Turnen geben, wenn wir hier Stress haben. Oder eine Mama nimmt Luise nach dem Kindi mit. Wir leihen uns Klamotten aus oder unterstützen uns mit einer guten Tasse Kaffee. Bei den Kinderveranstaltungen finde ich immer eine Gleichgesinnte, mit der ich über Still- und Breiprobleme quatschen kann. Aber auch Themen neben Kids und Co kommen nicht zu kurz, schließlich bin ich nicht nur „die Mutter von Jimmy und Luise“, sondern in erster Linie „Laura“. Also, einen fetten Gruß an alle hier im Ort, hier kann ich mich als Mutter und Mensch so richtig wohl fühlen.

Blogger-Kolleginnen

Da gibt es eine ganze Reihe toller Mamas. Genannt sei hier mal Julia von Geliebte Ordnung, die mir mal eben eine Unterkunft anbietet, wenn ich in der Gegend bin. Und Nina, mit ihrem lässigen Zwillingsblog, die mich so gut versteht. Dann denke ich an Leonie von Minimenschlein, die super erfolgreich ist und dennoch Zeit hat, mir wertvolle Bloggertipps zu geben. Die supersympathische Séverine von Mama on the rocks oder die Stuttgarter Connection Rosa und Limone. Und hier gibt es noch viel mehr Mütter, die sich in Netzwerken zusammen tun, auf Veranstaltungen ihre Erfolgsgeheimnisse verraten oder auch einfach nur einen höflichen und respektvollen Umgang miteinander pflegen, besonders im Netz.

Also Frauen, lasst uns zusammenhalten in einer Welt, in der es gerade ganz schön macho-mäßig zugeht! Und ich gratuliere im Voraus allen Frauen zum Weltfrauentag. Seid weiblich und stark! Liebe Grüße von Laura

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