Was wird nur aus den Kindern? Wenn Eltern auf Erziehung zur Selbstständigkeit verzichten (plus Gewinnspiel)

Angst um die Zukunft

Ich mache mir Sorgen! Normalerweise liegt es mir sehr fern, die Erziehung anderer Eltern zu hinterfragen. Mamas und Papas wissen ganz genau, was für sie und ihre Kinder gut ist. Vor allem will ich den Blog nicht nutzen, um hier meinen eigenen Way of Life zu predigen und diesen als den einzig richtigen auszugeben. Aber auch wenn ich dünne Nerven, eine laute Stimme und manchmal zu wenig Verständnis für nölende Vierjährige habe, so weiß ich eines gut: Kinder zur Selbstständigkeit und zur Verantwortung zu erziehen ist wichtig, sogar SEHR wichtig. Und wenn ich manchmal so um mich blicke, wird es mir da ganz anders…

Mir wird es anders, wenn ich unsere Gesellschaft sehe. Die Schulden des Landes waren niemals so niedrig wie jetzt, aber die Kinderarmut ist nach wie vor erschreckend hoch. In unser Land fliehen Menschen aus Kriegsgebieten und bitten um Schutz, doch die rechten Lager werden größer und lauter und wir haben eine populistische Partei im Bundestag, die in ihren Reihen Menschen toleriert und unterstützt, die antisemitische Reden halten und Flüchtlinge verunglimpfen. Atommächte rüsten auf und immer mehr undemokratische Politiker bekommen immer mehr Macht. Wir leben in einer Welt, die Menschen brauchen wird, die Verantwortung übernehmen. Für sich selbst und für andere, denn nur wer es gelernt hat, für sich selbst zu sorgen, kann dies auch für seine Mitmenschen tun.

Düstere Aussichten

Und was hat das nun alles mit Eltern und ihrer Erziehung zu tun? Nun ja, für mich gibt es da eine Verbindung. Ich möchte dir von einem Wochenende erzählen, das ich gemeinsam mit meinem Chor verbrachte. In den Sing-Pausen saßen wir zusammen und unterhielten uns. Ein Psychologe erzählte aus der Personalabteilung von den jungen Menschen, die immer nur hohe Gehälter verlangten, aber wenig Leistung bringen möchten. Zwei Lehrerinnen erzählte von den Schülern, deren Eltern sofort an der Tür stünden, wenn es Probleme gäbe und sie als Lehrerinnen für alles verantwortlich machten. Eine Polizistin berichtete von Straftaten und ich war bald ein wenig genervt von all den pessimistischen Schilderungen um mich herum. War es nicht immer schon so, fragte ich den Psychologen, dass ältere Generationen schlecht von der neuen dachten? Dass jede neue Generation einfach anders ist und anders sein will und sich die Eltern- und Großeltern-Generationen erst einmal an alles Neue gewöhnen müssen? Der Psychologe verstand, was ich meinte, aber er erzählte, dass er es vermisse, dass die jungen Menschen Verantwortung übernehmen. Für sich selbst und für andere Menschen. Kommt das daher, dass sie es immer weniger lernen?

Mir fiel wieder ein, wie sehr ich mich über die Vorstellung amüsiere, dass es mittlerweile an meiner alten Uni Eltern-Informationstage gibt. Nie im Leben wäre mein Vater auf die Idee gekommen, meinem Professor einen Besuch abzustatten oder in der Mensa nach den Speiseplänen zu schauen. Neulich habe ich im Fernsehen eine Reportage angeschaut in der es darum ging, dass Handwerksbetriebe kaum noch Auszubildende bekämen und wenn doch, diese viel zu oft die Lehre abbrechen. Es war eine sehr traurige Story über junge Menschen, die schnell keine Lust mehr haben und sich selbst wenig zuzutrauen scheinen.

Es beginnt, wenn sie klein sind

Ich möchte einen Schritt in deine Richtung gehen, denn du hast vermutlich wie ich noch kleinere Kinder. Weißt du, was mir auffällt? Um mich herum lernen auch diese Kinder viel zu selten, Verantwortung zu übernehmen – und zwar für sich selber. Meine beiden großen Kinder sind fünf und fast sieben Jahre alt und für mich in einem Alter, in dem ich ihnen die ersten eigenen Schritte zumuten kann und möchte. Ich zwinge sie nicht, aber ich schiebe sie behutsam in die richtige Richtung. Oberste Priorität hat für mich natürlich: wer sich nicht traut, bekommt Hilfe. Und wer sich dann immer noch nicht traut, der muss auch nicht. Was meinst du denn damit jetzt genau, fragst du dich vielleicht? Ich möchte dir erzählen, was für mich wichtig ist!

Alleine zur Schule gehen

Ich finde zum Beispiel, dass es einem Grundschulkind zuzumuten ist, den Schulweg alleine zu gehen. Ist dieser sehr lang oder besonders gefährlich, muss man das Risiko natürlich abwägen. Aber bei uns zuhause läuft mein Sohn etwa fünf Minuten und überquert zwei mäßig befahrene Straßen. Er geht diesen Weg zusammen mit seinem Freund und die beiden passen aufeinander auf. Es gab schon brenzlige Situationen. Die beiden haben mir davon erzählt und mir ist ganz komisch geworden. Aber wir sind den Weg noch einmal zusammen abgelaufen und haben geübt, wie sie über die Straße gehen können. Ihn jeden Tag zu begleiten käme für mich nicht in Frage und ich mache das nur dann, wenn sein Freund krank ist und er sich alleine nicht traut. Über die vielen Mütter, die ihre Kinder morgens zur Schule begleiten und dabei auch noch den Ranzen ihres Kindes tragen, wundere ich mich. Warum bilden sie nicht wenigstens Laufgemeinschaften?

Alleine Brötchen holen

Ich lasse meine Kinder gerne alleine Brötchen holen. Sie fassen sich bei der Hand, bekommen eine Tasche mit Geld und marschieren los. Die Bäckerin um die Brötchen zu bitten und das Geld richtig abzuzählen ist eine anspruchsvolle Aufgabe und die beiden sind sehr stolz, wenn sie zurückkommen. Das sind übrigens auch die wenigen Augenblicke, in denen die beiden fest zusammenhalten und aufeinander aufpassen. Und für mich ist es praktisch: sie waren neulich sogar im Supermarkt und haben das fehlende Mehl besorgt. Ich kenne viele Mütter, deren Kinder waren noch nie irgendwo alleine einkaufen, obwohl sie schon im Grundschulalter sind. Warum beginnen sie nicht damit und bleiben beim ersten Mal vielleicht noch vor dem Laden stehen?

Woanders übernachten

Mein Großer übernachtet schon immer bei seinen Großeltern, die Mittlere dagegen hat viel Heimweh. Aber zusammen mit dem Bruder traut sie sich und im Notfall würden wir sie jederzeit abholen. Vielleicht schlafen die Kinder im Sommer auch mal im Zelt im Garten oder übernachten bei den Nachbarskindern. Wer zur Mama will, der darf auch wieder nach Hause, aber meist ist es gar kein Problem. Wir Eltern neigen dazu, im Vorfeld schon Schwierigkeiten zu sehen, wo am Ende keine sind. Mich hat es schwer getroffen, als die Rektorin der Grundschule ankündigte, dass es vielleicht bald keine Klassenfahrten mehr geben wird, weil die Kinder nicht mehr gewohnt sind, von den Eltern weg zu sein. Wird dieses Vergnügen deshalb auch meinem Sohn verwehrt bleiben?

Selbermachen

Ich zeige meinen Kindern leichte Kochrezepte, denn ich möchte nicht, dass mein Sohn später in seiner ersten eigenen Bude nicht weiß, wie man ein Spiegelei brät. Sie dürfen auch mal die Waschmaschine anmachen oder selber ihre Wäsche wegräumen. Erst gerade habe ich eingeführt, dass sie ihre Sachen nicht mehr achtlos auf den Boden schmeißen, sondern aufs Sofa oder einen Stuhl legen. Ich erwarte von ihnen, dass sie meine Hausarbeit schätzen und sie nicht für selbstverständlich betrachten.

Alleine bleiben

Mein Sohn spielt Fußball und das macht ihm großen Spaß. Ich bringe ihn hin und die Nachbarin holt ihn und ihren Sohn wieder ab. Komisch, denke ich jedes Mal, da sitzen Horden von Eltern und bewachen die kickenden Jungs. Ganz schlimme Väter mischen sich auch noch in die Arbeit der jungen Trainer ein oder schmeißen ihrem Sohn von weitem an den Kopf, er solle sich mehr anstrengen. Mütter sitzen mit ihren Kleinkindern dabei und würden auf den Gedanken nicht kommen, einen Kaffee trinken zu gehen. Mama ist immer da und lässt dich nie alleine – was für ein Kleinkind eine wichtige Message ist, klingt für mich bei einem Schulkind eher wie eine Drohung.

Medial überwacht

Ein anderes Thema sind die Telefone und Handys. Eine Youtube-Mama hat in ihrem Video verkündet, sie habe ihrem 8-jährigen Sohn ein Telefon gekauft, damit sie immer weiß, wo er ist. Ich finde das ganz furchtbar. Dieses Kind hat doch ein Recht darauf, auch mal frei und unüberwacht zu sein, gerade im Grundschulalter. Ein Handy bekommen meine Kinder garantiert erst, wenn sie auf der weiterführenden Schule sind. Gruselig sind die Uhren, mit denen Eltern ihre Kinder überwachen und per App sehen, wo sie sich aufhalten. Später kommt dann dazu, dass wir unsere Teenies per Whatsapp terrorisieren: Wo bist du und wann kommst du nach Hause? Bussi Mama Vermutlich werde auch ich Jimmy und Luise diese Message schreiben, aber ich sehe jetzt schon ihre genervten Gesichter vor mir. Sollen sie wenigstens in der Grundschulzeit genießen, ohne Handy zu sein.

Starke Kinder

Warum mir das Sorgen macht? Ich finde, dass Kinder jedes Mal, wenn wir ihnen die Dinge abnehmen oder ihnen altersgerechte Aktivitäten nicht zutrauen, das Gefühl bekommen: „Mama denkt, ich kann das nicht.“ Wenn sie sich selbst noch nicht trauen, müssen wir sie doch aufmuntern, vielleicht sogar sanft schubsen und ihnen die Botschaft übermitteln: „Ok, du möchtest jetzt noch nicht, aber ich traue es dir zu und bald klappts bestimmt.“ Wenn wir ihnen aber vermitteln, dass sie den Schulweg nicht gehen können und mit fünf oder sechs Jahren nicht in der Lage sind, eine Kleinigkeit einkaufen zu gehen, dann enthalten WIR ihnen das Gefühl vor, es geschafft zu haben. Aber diese kleinen Erfolge prägen das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit ganz enorm. Schon die Kleinsten möchten selbstwirksam sein. Unser Oskar will den Tisch decken und sich selber anziehen. Wir dürfen dieses Streben der Kinder doch niemals unterbinden!

Kinder müssen lernen, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Das können sie nur, wenn sie Dinge alleine machen dürfen und nicht dauernd von ihren Eltern bevormundet werden. Wenn ich schon sehe, wie Mamas und Papas auf den Spielplätzen über die Klettergerüste wanken, um ja ihrem Kind hinterher zu eilen, dann warte ich nur auf den Ruf: „Pass auf, fall nicht runter!“ Meist fällt dann genau das Kind hin, dem dieser Zuruf galt. Kinder, deren Eltern in die Zeitung schauen, wissen ganz genau, was sie können und vertrauen darauf, selbst einschätzen zu können, ob der Sprung vom Gerüst zu hoch ist.

Unser Kinder müssen die Welt retten

Was mir dabei noch Sorgen macht: Kinder, die nicht lernen, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, können das auch nicht für andere tun. Diese Kinder werden erwachsen und sind nicht in der Lage, bei den Eltern auszuziehen und ein eigenes Leben zu leben. Sie schmeißen ihre Ausbildung hin, weil etwas nicht klappt oder sie keine Lust auf das Lernen haben. Mama und Papa bezahlen ja weiter ihren Unterhalt. Sie studieren am besten zuhause, wohnen im alten Kinderzimmer und würden es sich auch gar nicht zutrauen, in eine fremde Stadt zu ziehen. Sie wissen nicht so richtig, was Zusammenarbeit bedeutet und wehe, sie sollen im Team arbeiten und Verantwortung für den neuen Kollegen oder einen begangenen Fehler übernehmen. Arme Luise, mit was für Typen wirst du wohl mal ein Büro teilen? So schließt sich der Kreis und wenn ich meine eigenen Eindrücke aus meinem Grundschuleltern-Alltag mit den Eindrücken meiner Chorfreunde vergleiche, tue ich deren Gerede nicht mehr ab als das typische Generationenproblem. Vielmehr wird mir Angst und Bange. Wir brauchen heute junge Menschen nötiger denn je, die Verantwortung übernehmen. Verantwortung für das eigene Leben, für Mitmenschen, für Kriegsflüchtlinge, für Minderheiten und für unsere Demokratie. Wir brauchen starke und selbstbewusste Jugendliche, die sich engagieren, die sich gegen rechte Parolen wehren und die GEMEINSAM eine Zukunft bauen, die rosiger ist als sie derzeit aussieht.

Der Zusammenhang zwischen Eltern, die ihrem Kind eine Stasi-Uhr ums Handgelenk binden und meiner Angst um die Zukunft mag weit hergeholt sein. Aber wir, die wir jetzt Eltern von kleineren Kindern sind, müssen in der heutigen Zeit alle Hoffnung in die neue Generation setzen. Unsere Kinder müssen später ausbügeln, was wir hier gerade verbocken – sowohl politisch als auch umwelttechnisch. Wir Eltern MÜSSEN dafür aber eines tun: unsere Kinder zu verantwortungsbewussten und selbstständigen Menschen erziehen. „Hilf mir, es selbst zu tun“ – der alte Spruch von Maria Montessori wäre als Tätowierung auf dem Unterarm sinnstiftender als die Namen der eigenen Kinder, denn die werden wir niemals vergessen. Dass wir aber nicht deshalb Eltern sind, um unsere Sorgen und Ängste zu pflegen und sie auf unsere Kinder zu übertragen, sondern um kleine Babys zu großartigen Erwachsenen zu erziehen und ihnen Flügel zu geben und keine Ketten umzubinden, das vergessen viele allzu oft. Ich werde meine Idee in den zig Whatsapp-Eltern-Kontroll-Gruppen vorschlagen, deren Nachrichten mich täglich nerven. Wenn ich Glück habe, fliege ich aus den meisten raus.

Was Kinder wirklich stark macht

Der Kinderarzt und Buchautor Dr. Herbert Renz-Polster ist vierfacher Vater und weiß genau, wie Kinder sich bestens entwickeln. Für ein Interview, das ich für eine Elternzeitung mit ihm geführt habe, hat er gesagt: „Kinder, die für die Zukunft gerüstet sind, das sind Kinder, die leuchtende Augen haben, die neugierig sind, die für sich selbst und auch für die anderen Kinder eintreten können.“ Diese Stärke entstehe dadurch, dass sie am normalen Leben teilhaben dürfen und mit den Menschen zusammen leben, denen sie etwas bedeuten und die zu ihnen stehen, wenn sie in Not sind. Starke und gesunde Kinder möchten sich im Alltag bewähren und Herausforderungen meistern, sagt der Kinderarzt. Er hat viele tolle Bücher geschrieben, aber eines möchte ich dir besonders ans Herz legen. In „Menschenkinder“ geht es darum, wie wir Kinder artgerecht erziehen können. Der Kösel Verlag hat mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt, das ich hier verlosen darf.

So machst du mit:

1. Kommentier hier oder unter dem Facebook-Post, was dir in Sachen Erziehung wichtig ist
2. Like unsere Facebook-Seite

Das Gewinnspiel läuft bis zum 18.03.2018 Uhr um 23.59 Uhr. Eine Barauszahlung des Gewinnwerts ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren aus Deutschland.

Und nun wünsche ich dir ganz viel Mut für dich und deine Kinder. Vertrau ganz fest in sie! Sie haben alles, was sie brauchen in sich. Deine Liebe und dein gutes Vorbild reichen aus. Alles andere kommt von alleine.

Deine Laura

Laura

58 Comments

  1. Hallo Laura.
    Ich denke viele Eltern sind so ängstlich weil heut zu Tage, leider Gottes, viel zu viel mit unseren Schützlingen passieren kann. Auf der Straße und Überall. Entführung, Misshandlungen usw.
    Bin auch Mutter von zwei Kindern 16 und 3 Jahre sind die jetzt. Mein Sohn war nie selbständig ich musste ihn leider immer zwingen was zu bewegen, er ist bis jetzt noch so. Meine kleine dagegen möchte vieles selbst machen, wenns um kochen oder putzen geht oder arbeiten im Garten, ist die immer als erste dabei.
    Aber ich denke das ich um sie mehr Angst haben werde, sie alleine außerhalb gehen zu lassen. Angst von dem das sie Opfer werden kann von irgend einem kranken der es nötig hatte. Heute ist es wirklich gefährlich geworden. Früher konnten die nachbarsleute die Kinder auch erziehen, heute schauen sehr viele weg. Ist ja nicht denen Problem. Viele haben angst dann als schuldige zu stehen, wenn sie helfen. Ich denke das ist das Problem unserer Gesellschaft und der Eltern, angst jemanden zu vertrauen, den schon der Nachbar kann der kranke von morgen sein. Menschen haben kein vertrauen, und das Spüren unsere Kinder. Wie sollen die dann das vertrauen gegenüber anderen lernen?
    Dann gibt es viel zu viele Mentalitäts und religiöse Schwankungen. Das manche mehr rechte haben, als wir. Also kurz gesagt, es ist schwer in dieser Zeit Kinder los zu lassen und ich habe angst.

  2. Ich habe deinen Beitrag jetzt schon vor ein paar Stunden gelesen, aber bzw. und er beschäftigt mich sehr… ich wünschte, mehr Eltern würden ihn beherzigen! Und weniger Eltern würden als Rabeneltern abgestempelt, weil sie ihren Kindern Selbständigkeit ermöglichen.
    Mir fallen so viele weitere kleine und große Beispiele aus meinem Leben als Mutter und als Lehrerin ein, wo Eigenständigkeit bewusst untergraben wird oder die Kinder – noch schlimmer – schon gelernt haben, diese Einstellung der Eltern auszunutzen und zu ihrem Vorteil einzusetzen.
    Mich macht es stolz, wenn ich merke, dass unser Sohn (1 3/4) sich selbst gut einschätzen kann und mir immer wieder in vermeintlich gefährlichen Situationen klarmacht, dass er dass schon „lleine“und „selbs“ kann oder er für doofe Stufen beispielsweise „Mama, Hilfe“ braucht.
    Kinder können das. Wir als Eltern müssen zurücktreten und sie (die positiven und negativen) Erfahrungen machen lassen – auch wenn es schwerfällt und wir dafür manchmal mehr Mut brauchen als unsere Kinder.

    • Liebe Steffi, das hast du schön geschrieben! Aber ich finde es wirklich schlimm, wie viele Menschen meine Erfahrungen machen. Liebe Grüße von Laura

  3. Ich habe zwar selbst noch keine Kinder und bin noch relativ Jung (20), weshalb mir
    die Erfahrung die die meisten Mütter mitbringen fehlt. Ich bin jedoch in 3-4 Monaten ausgelernte Erzieherin. Gerade hör sehe ich immer mehr wie den Kindern nicht mal mehr die Zeit und die Motivation gegeben wird Schuhe selbst anzuziehen. Die meisten Kinder sitzen einfach nur da und lassen sich „bedienen“ .Auch das Aufräumen ist eine Qual kein Kind kennt es mehr selbst aufzuräumen. Verantwortung für die mitgebrachten Spielsachen sind weder von Eltern noch von Kindern da.Ganz im Gegenteil die teuren Dache. Werden nicht mal gesucht, es wird nicht mal in die Überquillende Fundkiste geguckt. Die Kinder trau n sich selbst nichts mehr zu weil die Eltern immer gleich ängstlich hinterher sind, was den forscherdrang und sogar die Bewegung der Kinder einschränkt. Die Kinder sollen in der Schule gut sein bekommen den ganzen Unterrichtsstoff reingedrückt alleine machen dürfen sie aber heut zutage nichts mehr. Dies ist normal geworden egal ob in Brennpunktkindergärten oder in Kindergärten mit sehr sehr gut verdienen Eltern. Die Kinder dürfen nicht mehr durch Pfützen rennen weil sie schmutzig werden könnten, jedes Kind wird bei 10 Minuten Fußweg mit dem Auto kutschiert. Klar das man seinen Kindern nicht zutrauen kann den Schulweg alleine zu beschreiten, wenn sie vorher nicht mal mit Mamas Hand in den Kindergarten laufen.

    • Was du schreibst ist wirklich unglaublich traurig. Ich hoffe sehr, dass du auch andere Erfahrungen macht, aber das klingt für Kinder, Eltern und Erzieher echt nicht so doll… Liebe Grüße, Laura

  4. ich finde du differenzierst in diesem thema zu wenig.
    du hast recht: heutzutage ist es normal, seine kinder überall hinzufahren. von der schule über den sportverein bis zu privaten spielverabredungen, das mamataxi ist allzeit bereit. ich finde das furchtbar, da hast du vollkommen recht.
    in deinem text gehst du von wissbegierigen kindern, von weltoffenen und neugierigen kindern aus. was ist mit den schüchternen, mit denen, die ständig motiviert werden, denen hilfe zur seite steht und sie sich dann trotzdem nicht trauen? wir leben in unserer familie weltoffenheit und neugier vor (bilde ich mir zumindest ein)
    meine große tochter war von anbeginn an eine harte nuss. im schwabenland sagt man mamasuckele. klettern auf dem klettergerüst, spielverabredungen mit kindergartenfreunden gingen nur mit mama; der wechsel vom eltern-kind-turnen in die nächste gruppe ging nicht, weil ja keine mama dabei ist, es war so einiges verquert bei uns und entsprach nicht der norm, die du anstrebst, um selbstständige menschen zu gestalten. es war soooo anstrengend, weil man gleichzeitig vielen ansprüchen gerecht werden muss: denen sich selbst gegenüber und an das kind und auch noch den ansprüchen, die meine umwelt an mich hat. nämlich genau dieses selbstständige kind zu formen und bestimmte meilensteine zu festgelegten zeiten zu erreichen.
    die einschulung war die bisher furchtbarste zeit für mich und meine große. jegliches anstoßen von selbstständigkeit und jegliche hilfestellung war vergebens. es war jeden morgen ein kampf. der druck für uns alle enorm! ich begleite sie immer noch ein stück weit in die schule, damit sie überhaupt freiwillig hingeht.
    der knoten ist geplatzt, als ich mir den spruch unserer lehrerin zu herzen nahm: jedes kind hat sein eigenes tempo!!!
    in welchem alter man welche selbstständigkeit üben oder erlangt haben sollte ist der falsche ansatz in deinem text. du machst nämlich allen eltern, die versuchen ihre kinder zu selbsständigkeit zu erziehen und dabei nicht so erfolgreich sind, wie von dir beschrieben ein noch schlechteres gewissen.
    jedes kind hat sein tempo!
    unser ansatz lautet hier: vorbild sein. wir können unseren kindern vorleben, dass wir auf unsere sachen aufpassen und sie nicht überall achtlos hinwerfen, wir können ihnen vorleben, dass wir selbst auf andere zugehen und offen sind, dass wir immer für sie da sind, wenn sie uns brauchen. und dass wir ihr tempo akzeptieren. meine kleine hat nämlich ein anderes tempo. vergleichen werde ich nicht mehr, weder meine kinder untereinander, noch mit anderen kindern! ich will keiner norm gerecht werden, ich gehe das tempo meiner kinder mit. mal schneller, mal langsamer, aber immer als vorbild.
    und dann bin ich mir sicher, dass sie allerallerspätestens zur ausbildung nicht mehr abhängig ist von der mama und alleine zum vorstellungsgespräch gehen kann. das haben meine eltern nämlich auch nicht mit mir gemacht.

    • Hallo Elke,
      da hast du meinen Text aber sehr missverstanden. Ich denken zum Beispiel, dass schüchterne Kinder niemals dadurch selbsständig werden, indem wir sie zu etwas zwingen. Ich habe beschrieben, dass ich meinen Sohn zur Schule bringe, wenn sein Freund krank ist und er sich nicht traut. Schüchterne Kinder brauchen natürlich Eltern, die ihnen Mut und Rückhalt geben und sie so lange begleiten, wie sie es nötig haben. Und ich kenne es gut, wenn Kinder mit Veränderungen jeder Art Probleme haben. Ich habe geschrieben: „Oberste Priorität hat für mich natürlich: wer sich nicht traut, bekommt Hilfe. Und wer sich dann immer noch nicht traut, der muss auch nicht.“ Insofern finde ich meine Aussagen nicht undifferenziert, aber das mag meine Meinung sein, die ich gerne zur Diskussion stelle.
      Ich habe auch geschrieben: „Und nun wünsche ich dir ganz viel Mut für dich und deine Kinder. Vertrau ganz fest in sie! Sie haben alles, was sie brauchen in sich. Deine Liebe und dein gutes Vorbild reichen aus.“ Ganz ähnlich hast du es formuliert, hast aber vermutlich in meinem Text nur einen vermeintlichen Angriff gesehen.
      Kinder, die sich selber wenig zutrauen, die aber Eltern haben, die hinter ihnen stehen und die sie zu nichts drängen, die entwicklen sich ganz bestimmt von alleine zu selbstständigen Menschen. Denn auch in ihnen steckt der Wille dazu. Sie brauchen aber mehr Unterstützung als andere und das ist auch gar nicht schlimm. Sie lernen später schwimmen oder gehen alleine zu Freunden, wenn sie älter sind als andere.
      Mein Text wendet sich an Eltern, die der Angst ihrer Kinder zuvorkommen. Deren Kinder gerne zur Schule laufen würden, sie das aber nicht möchten (ja, das gibts bei uns wirklich!) So, wie du schreibst, klappt das doch ganz gut bei euch. Ihr habt einen tollen Weg gefunden und du sagst, dass du weißt, dass sie in der Ausbildung ihren Weg gehen wird. Vertrau in euch als Eltern, ihr wisst, was für das Kind gut ist. Und lass dir niemals von Texten im Internet ein schlechtes Gewissen machen! Liebe Grüße, Laura

  5. ich finde du differenzierst in diesem thema zu wenig.
    du hast recht: heutzutage ist es normal, seine kinder überall hinzufahren. von der schule über den sportverein bis zu privaten spielverabredungen, das mamataxi ist allzeit bereit. ich finde das furchtbar, da hast du vollkommen recht.
    in deinem text gehst du von wissbegierigen kindern, von weltoffenen und neugierigen kindern aus. was ist mit den schüchternen, mit denen, die ständig motiviert werden, denen hilfe zur seite steht und sie sich dann trotzdem nicht trauen? wir leben in unserer familie weltoffenheit und neugier vor (bilde ich mir zumindest ein)
    meine große tochter war von anbeginn an eine harte nuss. im schwabenland sagt man mamasuckele. klettern auf dem klettergerüst, spielverabredungen mit kindergartenfreunden gingen nur mit mama; der wechsel vom eltern-kind-turnen in die nächste gruppe ging nicht, weil ja keine mama dabei ist, es war so einiges verquert bei uns und entsprach nicht der norm, die du anstrebst, um selbstständige menschen zu gestalten. es war soooo anstrengend, weil man gleichzeitig vielen ansprüchen gerecht werden muss: denen sich selbst gegenüber und an das kind und auch noch den ansprüchen, die meine umwelt an mich hat. nämlich genau dieses selbstständige kind zu formen und bestimmte meilensteine zu festgelegten zeiten zu erreichen.
    die einschulung war die bisher furchtbarste zeit für mich und meine große. jegliches anstoßen von selbstständigkeit und jegliche hilfestellung war vergebens. es war jeden morgen ein kampf. der druck für uns alle enorm! ich begleite sie immer noch ein stück weit in die schule, damit sie überhaupt freiwillig hingeht.
    der knoten ist geplatzt, als ich mir den spruch unserer lehrerin zu herzen nahm: jedes kind hat sein eigenes tempo!!!
    in welchem alter man welche selbstständigkeit üben oder erlangt haben sollte ist der falsche ansatz in deinem text. du machst nämlich allen eltern, die versuchen ihre kinder zu selbsständigkeit zu erziehen und dabei nicht so erfolgreich sind, wie von dir beschrieben ein noch schlechteres gewissen.
    jedes kind hat sein tempo!
    unser ansatz lautet hier: vorbild sein. wir können unseren kindern vorleben, dass wir auf unsere sachen aufpassen und sie nicht überall achtlos hinwerfen, wir können ihnen vorleben, dass wir selbst auf andere zugehen und offen sind, dass wir immer für sie da sind, wenn sie uns brauchen. und dass wir ihr tempo akzeptieren. meine kleine hat nämlich ein anderes tempo. vergleichen werde ich nicht mehr, weder meine kinder untereinander, noch mit anderen kindern! ich will keiner norm gerecht werden, ich gehe das tempo meiner kinder mit. mal schneller, mal langsamer, aber immer als vorbild.
    und dann bin ich mir sicher, dass sie allerallerspätestens zur ausbildung nicht mehr abhängig ist von der mama und alleine zum vorstellungsgespräch gehen kann. das haben meine eltern nämlich auch nicht mit mir gemacht.

  6. Hi, der Artikel spricht mir irgendwie aus der Seele und beschreibt was ich gerne für meinem noch sehr kleinen Jungen später auch schaffen möchte – ihn stark, verantwortungsvoll und mitfühlend machen und ihm Flügel geben!

    • Liebe Monique, das hast du aber schön formuliert! Ich denke auch, dass das das Beste ist, was wir unseren Kindern mitgeben können. Liebe Grüße von Laura

  7. Du sprichst mir aus der Seele! Ich komme aus einer Beziehung mit zwei Stiefkindern, denen regelmäßig eingetrichtert wird, was sie alles nicht können. Die beiden sind nun bald 17 und 18 und immer noch werden die Handys geortet, die Mails mitgelesen. Ich habe mich oft dagegen aufgelehnt, versucht den „Kindern“ klarzumachen, dass sie viel mehr können und sich viel mehr zutrauen sollten. Bei den beiden hat es ein wenig gewirkt, bei den dazugehörigen Eltern nicht. Und dann sind die Eltern auch noch erstaunt, ja geradezu entsetzt, wenn die Kinder sie über den Aufenthaltsort anlügen. „Ich wusste, dass Papa wieder ausrastet, wenn ich ihn frage“. Einfach nur schrecklich, diese ewige Kontrolle. Ich bin gespannt, was passiert, wenn du zwei mal ausziehen.
    Aber ich bin nun zum Glück in einer glücklichen Beziehung mit einem tollen Mann, der sein Kind (das ist noch in meinem Bauch) auch gerne zur Slebstständigkeit erziehen möchte.
    Ich werde versuchen, mich von Medienberichten und Horrornachrichten nicht zu sehr beeinflussen zu lassen und mich daran zu erinnern, was meine Mama mir für Freiheiten gegeben hat. Ich durfte noch richtig Kind sein, ohne ständige Aufenthaltskontrolle und ich habe mich von ihr immer sehr geliebt gefühlt.
    Vermutlich viel mehr geliebt, als meine Stiefkinder sich von ihren Eltern geliebt fühlen. Denn die Frage „Was denkt mein Vater eigentlich von mir? Denkt er, dass ich dumm bin?“ habe ich besonders von der Tochter viel zu häufig gehört. Diese Frage habe ich mir nie gestellt und ich hoffe, dass meine Kinder das auch nie werden.

    • Liebe Alexandra, erst einmal herzlichen Glückwunsch und ich wünsche dir das Beste für die Geburt. Traurig, dein Bericht. Es müsste Eltern klar werden, was sie mit ihrem Verhalten anrichten. Diese Kontrolle beruhigt sie selbst, aber sie setzt die Kinder unter Druck, zerstört die gute Beziehung oder macht sie abhängig von den Eltern – auch wenn sie groß sind. Liebe Grüße von Laura

  8. Liebe Laura,
    Ich kommentiere normal nie, aber in diesem Fall sprichst du genau das aus, was ich denke. Sogar die Beispiele sind genau das, worüber ich mich jedes Mal wundern muss. Ich frage mich auch, wo das Verhalten herkommt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass unsere Mütter sich so absurd verhalten haben wie so manche Mutter heute. Wir durften doch auch unsere Erfahrungen selbst machen.
    Lg H.

    • Liebe Heike, dann ist es mir eine Ehre, dass du kommentiert hast. Aber traurig, dass mir so viele Leser zustimmen. Wie soll das nur weitergehen, wenn sich viele Eltern so verhalten? Liebe Grüße, Laura

  9. Liebe Laura,
    was für ein wichtiger Beitrag. Vielen Dank dafür.
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe leider auch das Gefühl, dass unsere Kinder immer weiter weg driften von der eigenen Selbständigkeit. Mal ganz abgesehen davon, Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen zu müssen. Lehrerinnen und Erzieherinnen müssen über jede Kleinigkeit mit den Eltern diskutieren. Das Kind trägt für nichts mehr eine Verantwortung. Was sollen sie daraus nur lernen?
    Gerade der Schulweg wird leider wirklich fast niemandem mehr zugetraut. Ich kenne es selbst noch so, dass ich den Schulweg schon in der ersten Klasse alleine gehen durfte. Den Weg haben wir gemeinsam geübt und dann haben mir meine Eltern vertraut. Was war das für ein tolles Gefühl. Zu wissen, dass Mama und Papa daran glauben, dass ich das kann? Wo ist das Vertrauen in unsere Kinder hin? Wie du sagst, muss man natürlich abwägen und manch ein Schulweg ist vielleicht nicht geeignet. Aber wie eine andere Mama in den Kommentaren geschrieben hat, sind die Mütter, die ihre Kinder zur Schule fahren, meistens die größte Gefahr auf dem Schulweg.
    Wir müssen unsere Kinder zu selbstbewussten, selbständigen und verantwortungsvollen Menschen erziehen. Das sind wir unserer Gesellschaft schuldig. Besonders in diesen Zeiten, wenn man sieht wohin sich alles entwickelt (wie du ja bereits geschrieben hast).
    Vielen Dank für diesen tollen und wichtigen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Yvonne

    • Liebe Yvonne, ich danke dir für dein Kommentar, aber ich finde es wirklich erschreckend, dass so viele die gleichen Erfahrungen machen wie ich. Das Thema Schulweg ist so wichtig und ich denke, dass in jeder Schule auf die Bedeutung hingewiesen wird. Aber ich habe auch oft den Eindruck, dass manche Eltern auf Lehrer nicht mehr hören. Klar, unter ihnen gibt es solche und solche, wie in jeder Berufsgruppe. Aber viele Eltern wollen kein Teamwork mit den Lehrern, sondern stehen nur in den Sprechstunden, um sich über irgendwas zu beschweren.
      Liebe Grüße von Laura

  10. Ich wohne in Berlin und fürchte, dass viele Dinge schwierig werden werden, weil die anderen Kinder sie nicht dürfen. Mal sehen, wie gut wir das hinbekommen werden, aber Selbständigkeit kann man ja trotzdem trainieren. Im Moment muss ich meine Tochter aber vor allem bremsen: wer gerade erst vorsichtig ein paar Schritte laufen kann, sollte nicht ausgerechnet oben auf dem Hochstuhl üben… Vielleicht ist genau das das Wichtige: abzuwägen, wann Ermutigung, wann Bremsen das richtige ist. Und dem Kind zu vermitteln, dass man es nicht ausbremsen möchte, sondern eben doch manchmal das nötige Wissen hat (das gerne hinterfragt werden darf. Ich erkläre ja auch, warum man an Steckdosen eben wirklich nicht forschen darf). Ansonsten: Liebe. Und vermitteln, dass das Kind so richtig ist, wie es ist. Auch wütend oder traurig und auch, wenn es mich mal wütend oder traurig macht.

    • Liebe Sabine, da sagst du was ganz Wahres: Liebe ist immer das wichtigste. Durch die Liebe, die wir den Kindern geben, haben sie Vertrauen in die Welt und können selbstständig werden. Danke dir für deinen Kommentar. Laura

  11. Hallo Laura…
    Zuerst – Danke! Ich bin selber dreifache Mutter von noch sehr kleinen Kindern (gerade 4, 2 1/2 und 8 Monate). Wir wohnen an der Grenze zu Hamburg in einem beschaulichen, kleinen Ort. Meine größte Tochter geht jetzt seit einem guten Jahr in den Kindergarten und mit mehr Kontakt zu anderen Eltern stelle ich genau das fest, was Du beschreibst… Vor der Grundschule bei uns am Ort parken tagtäglich dutzende Autos. Es ist fast selten, dass ich ein Schulkind alleine auf dem Weg zur oder von der Schul sehe, wenn ich meine Tochter in den benachbarten Kindergarten bringe. Dabei ist die Verkehrssituation bei uns im Ort mehr als entspannt und jeder kennt jeden. Also wirklich ein Ort, wo Kinder das Großsein und -werden ungestört üben könnten…
    Meine Tochter ist vor ein paar Monaten das erste Mal alleine in das benachbarte Neubaugebiet zu ihren Freunden gelaufen. Ehrlicher Weise war ich richtig aufgeregt, stand auf unserem Grundstück und wollte ihr nachwinken als sie meinte: „Geh rein! Du sollst nicht gucken. Ich kann das alleine“. Und so stapfte sie davon. Damals noch keine 4 Jahre alt. Und ich? War irre stolz auf dieses selbstbewusste, kleine grosse Mädchen, das ihr und mir zeigen wollte, was sie schon Tolles kann.
    … Ich war froh, als die „Sie ist da!“ Nachricht der anderen Mutter kam – aber schon beim zweiten Mal habe ich nicht mehr so ungeduldig darauf gewartet. Tatsächlich beschreibt diese Sache wahrscheinlich ganz gut, worum es mir geht. Natürlich bin ich immer immer immer für meine Kinder da, glaube aber, dass sie ein starkes Selbstbewusstsein und eine solche Persönlichkeit nur entwickeln können, wenn ich es zu Beginn stellvertretend für sie habe und unerschütterlich in meinem Glauben an sie bin. Denn von wem sollen sie es lernen, wenn sie das Gefühl haben, dass ich ihnen eine Selbstverständlichkeit nicht zutraue.
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  12. Liebe Laura,
    ich finde das Thema total wichtig – gerade, weil der Löwenjunge mit seiner Behinderung noch mehr auf Selbständigkeit angewiesen ist (aus meiner Sicht!!) als andere Kinder – auch er soll später selbstbestimmt leben dürfen und da müssen wir meiner Meinung nach schon jetzt die Grundsteine legen. Daher ist für mich sehr wichtig, dass meine Kinder geborgen aufwachsen, aber auch Selbstvertrauen entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren.

    • Oh ja, das ist für deinen Sohn ganz bestimmt noch wichtiger als für andere Kinder. Die Kombination aus Geborgenheit, Unterstützung und Anleitung zur Selbstständigkeit ist für mich der Schlüssel zu einer guten Entwicklung. Liebe Grüße, Laura

  13. Liebe Laura, zufällig bin ich über Deinen Osterartikel gestossen und habe danach einfach weitergelesen. 🙂 Dein Kommentar zu der (Nicht-)Selbständigkeit der Kinder spricht mir sowas von aus der Seele! In meinem Job im Bildungsbereich mache ich schon seit Jahren diese Beobachtung und bin selbst total schockiert. Jetzt bin ich seit fast 3 Jahren selber Mama von einer wunderbaren und schon sehr selbstständigen Tochter. Ich bin sehr stolz, dass sie schon seit ihrem 2. Lebensjahr ihre Schuhe selbst anzieht und auf’s Klo geht. Wir haben sie „einfach machen lassen“. Wir waren und sind geduldig und warten, bis sie fertig ist. Natürlich geht das nicht immer, aber wir halten durch. Belohnt werden wir dafür mit einem Mädchen, das auch schon selbst ihre Brezel bestellt und bezahlt. Sie hat auch schon alleine bei Oma und Opa übernachtet, die 3 Stunden mit dem Zug entfernt wohnen. Als Eltern haben wir das selbst in der Hand, was für Erwachsene unsere Kinder werden. Und ich hoffe und glaube, dass sie zu einer besseren Gesellschaft beitragen werden.
    Du hast einen klasse Blog und deshalb habe ich mich zu meinem allerersten Kommentar überhaupt auf einem Blog durchgerungen. Viele Grüße aus dem Schwabenland

    • Wow, das ist ja mal toll, und ich freue mich sehr über deinen Kommentar. Aber wie furchtbar, dass du meinen Eindruck bestätigen musst. Also, dann lass uns weiter allen Mut zusammen nehmen und uns im Loslassen üben, das tut den Kindern gut und ist so wichtig. Liebe Grüße und ganz viel Spaß mit deiner tollen Tochter. Laura

  14. Hallo Laura,

    auch ich lasse gerne einen Kommentar da zu dem so wichtigen Thema. Ich gehöre auch eher zur Fraktion „Kinder bitte selbstständig und lebensfähig machen“. Ich selbst habe vier Geschwister und wir sind unheimlich selbstständig erzogen worden. Jetzt habe ich bald auch fünf Kinder und freue mich jedesmal sehr, wenn eines meiner Kinder wieder einen (altersgerechten) Schritt in seine Autonomie und Selbstständigkeit macht. Meine kleineren Kinder sind 2 und 3 Jahre und sie können sich beide selbstständig anziehen, wenn wir das Haus verlassen. Das macht mich, aber vorallem meine Kinder so stolz. Seit einer Woche kann der Große sogar seinen Reissverschluss selbst schließen. Wenn er das jedem zeigt und seine Augen leuchten dann weiß ich, dass es richtig ist und, dass es vorallem NICHT heißt Liebe zeigt sich durch das Abnehmen der Dinge der Kinder.
    ABER das für mich große Problem sind die anderen Eltern. Ich würde meine Kinder IMMER alleine in die Schule laufen lassen. Das ist für mich selbstverständlich, aber da mittlerweile fast alle Kinder (und wir reden teilweise noch vom Gymnasium!!!) von ihren Eltern gebracht werden müssen meine Kinder natürlich alleine laufen und sind gerade vor Schulen erheblich gefährdet, weil die ganzen panischen Mütter mit Ihren Autos, womöglich noch unter Zeitdruck die Straßen verstopfen.
    Und wenn man anderen Müttern erzählt, dass man die Kinder alleine schickt, dann wird man vorwurfsvoll zur Rabenmutter deklariert, die sich nicht um ihre Kinder sorgt, schließlich ist die Welt viel zu gefährlich heutzutage!!!!
    Ich habe eine Mutter kennengelernt, die entschieden hat, dass ihr kind nicht Fahrradfahren lernen soll, weil sie es für zu gefährlich hält. Kannst Du Dir das vorstellen? Ich schüttel nur noch den Kopf wegen unserer Panik-Gesellschaft. Aber mit Angst lässt sich nunmal SEHR viel Geld verdienen und das Volk gut lenken.

    In dem Sinne wünsche ich allen Müttern, die mutig sind und es auch aushalten, wenn ihre Kinder „groß“ werden viel Kraft und Selbstbewusstsein. Ich halte es für den einzig richtigen Weg.
    Schließlich ist es meine wichtigste Aufgabe als Mutter, meinem Kind dabei behilflich zu sein für das Leben gewappnet, stark und mutig zu sein, zu wissen was er kann und wie er es schaffen kann.

    Macht weiter so!!!

    Anna

    • Liebe Anna, erst einmal ziehe ich den Hut! Fünf Kinder, wie wunderbar. Ein Haushalt, in dem es wuselt und jeder dem anderen hilft – das ist für mich ein Paradies. Dennoch finde ich es ganz schlimm, was du da über die Schule schreibst. Und die Mutter mit dem Fahrrad – das fällt mir nichts mehr ein. Aber du hast recht, mit Angst lässt sich Geld verdienen und die Schulranzenfirmen fangen jetzt an, Chips in den Ranzen zu stecken, mit denen Kinder geortet werden können. Da kann ich nur den Kopf gegen die Wand hauen vor Wut. Ich danke dir für deinen Kommentar und freue mich, dass es Mütter wie dich gibt. Deine Kinder werden ein Segen für alle anderen sein. Liebe Grüße, Laura

  15. Unsere Kinder (3 und 5 Jahre) bestellen in unserem „Stammlokal“ ihre Getränke selbst oder ordern schon mal eigenständig Reis nach.
    Ich finde es toll zu sehen und zu erleben, wenn sie für ihre eigenen Bedürfnisse außerhalb der eigenen 4 Wände einstehen können.

    • Liebe Andrea, oh wie schön! Mit diesen kleinen Dingen fängt es an. Kinder, die den Mut finden, ihr Essen selber zu bestellen (und das ist ja für Kinder in dem Alter auch nicht ohne), die haben später sicher auch genug Vetrauen, für sich selbst und andere einzustehen. Liebe Grüße, Laura

  16. Danke für den tollen Artikel, da stecken viele wichtige Gedanken drin!
    Mir fällt dazu eine Begebenheit aus meiner eigenen Kindheit ein:
    Ich war schon immer eine Leseratte und war mega stolz, als ich endlich einen eigenen Ausweis für die Bibliothek bekommen habe (ich war vielleicht 8 der 9). Ich durfte von an an immer allein zur Bibliothek gehen, allein Bücher ausleihen und war selbst dafür verantwortlich, diese pünktlich wieder abzugeben. Einmal habe ich (unterwegs mit meinem Beutel voller Bücher) unterwegs wohl zuviel rumgeträumt und gespielt, jedenfalls war auf einmal – oh Schreck – der ganze Beutel dickevoll mit Büchern verschwunden. Das war wirklich schlimm für mich und ich hatte eine Riesenangst, dass ich nun nie wieder Bücher ausleihen darf, die verlorenen nie wieder auftauchen und ich im Leben niemals so viel Geld verdienen werde, um die Bücher ersetzen zu können 😉 Meine Mama ist dann ganz ruhig geblieben und hat mit mir zusammen, ohne einen einzigen Vorwurf, den ganzen Weg abgesucht. Natürlich ist der Beute wieder aufgetaucht und ich war so erleichtert und durfte selbstverständlich auch weiterhin allein zur Bibliothek gehen und Bücher ausleihen. Das Gefühl das bei mir geblieben ist ist: Meine Eltern trauen mir das zu, ich darf das ALLEIN machen und Verantwortung übernehmen, aber wenn was „Schlimmers“ passiert (und die Bücher zu verlieren war sehr schlimm für mich), dann ist da trotzdem ein sicheres Netz, das mich auffängt.
    Das möchte ich meinem Sohn auch mitgeben, der zwar erst knapp 2 ist, aber trotzdem schon gern mit mir zusammen die Bibliothek besucht 😉
    Und über das Menschkinder-Buch würde ich mich auch sehr freuen ^^

  17. Liebe Laura,
    Meine Große geht auf eine Montessori Schule, denn „Hilf mir es selbst zu tun“ ist in dieser Gesellschaft, wie du schon schreibst, der Weg zu verantwortungsvollen Menschen und mir sehr wichtig. Und sie fährt seit der zweiten Klasse ohne Eltern mit der Bahn, seit letztem Jahr auch ganz ohne Freundin wegen Umzug, zur Schule! Und hat ein Notfallhandy, falls etwas mit der Bahn ist. Das hat sie unheimlich groß gemacht und mich sehr stolz!

  18. Grandioser Text.
    Auch wenn es zuweilen schwer fällt, sein Kind fallen oder scheitern zu sehen, ist das für die Entwicklung und Problemlösung unabdingbar. Ich erwische mich ab und zu dabei, viel zu oft Warnungen auszusprechen. Inzwischen bekomme ich es aber ganz gut in den Griff und halte mich selbst zurück. Der Stolz im Blick, wenn die Große etwas Schwieriges gemeistert hat, ist unbezahlbar.
    Kleines Beispiel: Ich weiß, wie gut sie klettern kann Im Urlaub in der Sächsischen Schweiz habe ich sie mit auf die Schrammsteine und den Kuhstall genommen. Die Kommentare anderer Erwachsener: „Also ich würde das mit meinem Kind nicht machen. Das ist doch viel zu gefährlich.“ Danke, dass ich das selbst einschätzen darf. Sie war damals übrigens 5.

    • Lieber Frank, danke dir! Ja, schwer fallen gut es, jedes Mal sicher, mal mehr oder weniger. Aber diese Ängste gilt es für uns Eltern zu überwinden. Oh man, Kinderhaben ist nicht einfach… vor allem, wenn dir reingequatscht wird wie von dir beschrieben! Liebe Grüße, Laura

  19. Ohja!!! Das unterschreibe ich von Herzen, auch wenn ich mich manchmal schwer tue. Dann ist es gut, dass mein Mann den Kindern noch mehr zutraut, als ich 🙂 Meine Große ist jetzt 3,5 und schneidet Gurken, Pilze und Zucchini mit dem scharfen Messer. Sie schlägt Eier besser auf, als ich, und sie deckt den Tisch. Alleine anziehen kann sie sich auch und meist lasse ich sie auch aussuchen, wenn es nicht gerade die kurze Hose für den Schnee ist. 😉 Sie ist super stolz, dass sie so viel helfen darf und ich bin stolz auf meine Motte.
    Auch das Thema Problelösungskompetenz spricht mir aus der Seele, v.a. wenn ich mir unsere Azubis anschaue, die vor dem kleinsten Problem hocken, wie der Ochs vorm Berg, und keine Ideen haben, was sie tun sollen.
    Ich hoffe, meine Kinder werden mal starke, selbstbewusste, respektvolle und tolerante Menschen, die sich ihrer Fähigkeiten, aber auch ihres Glücks, in Frieden und einer fröhlichen Familie aufzuwachsen, bewusst sind und Ihr Glück mit anderen teilen.

  20. Selbstständigkeit ist mir wichtig, dazu gehört für mich, die Kinder auch mal hinfallen lassen zu können und ihnen nicht auf zu helfen, damit sie selbst wieder aufstehen können- natürlich sollte man Kinder damit altersgemäß nicht überfordern. Viele renne sofort hin (auch zu fremden Kindern) ohne erstmal zu warten, ob das Kind auch selbst alleine gut reagieren könnte.

    • Absolut, das finde ich auch. Wir müssen alle mal hinfallen, denn dabei lernen wir auch das meiste. Unseren Kindern die Möglichkeit zum Scheitern geben – das ist elementar für sie. Liebe Grüße, Laura

  21. Sehr schöner Text! Ich finde auch, dass Selbständigkeit sehr wichtig ist. Und uns Eltern (inklusive mir!) fällt es manchmal etwas schwer, Vertrauen in unsere Kinder zu haben. Meine Zweijährige ist gerade in der Phase, in der sie alles selber machen möchte. Und weisst du was? Sie kann es eben auch. Sie zieht sich selber die Schuhe an und die Jacke. Und wenn sie das T-Shirt verkehrt anhat, ist das auch nicht so schlimm.

  22. Hallo liebe Laura, was für ein toller, wahrer Text. Danke dafür! Und leider so traurig, weil es so wahr ist. Solche Situationen erlebe ich auch täglich und es beunruhigt mich sehr. Meine große Tochter (7) wollte letztes Jahr das erste Mal mit dem Fahrrad alleine einkaufen fahren, weil ich die Tomaten vergessen und eigentlich Spaghettisauce kochen wollte. Das war natürlich erst einmal ein komisches Gefühl für mich. Aber da ich sie kenne und weiß, dass sie eher schüchtern und zurückhaltend ist und ich daher jede Aktion hin zu mehr Mut und Selbstständigkeit von ihrer Seite aus unbedingt unterstützen will, habe ich sie fahren lassen. Und es war so was von genau richtig. Der einzige, der sich Sorgen machte, war der Opa, der dann in großem Abstand hinterher fuhr, um doch noch mal zu schauen. Im Geschäft selber traf meine Tochter unsere Nachbarin, die ihr beim Tüten abreißen half. Den Opa hat sie dann auf dem Rückweg getroffen, der spontan behauptete, er wollte ja auch zum Einkaufen, ihm sei gerade aber eingefallen, dass er sein Geld vergessen habe :oD
    Gerade die Kinder, die sich sonst nicht trauen, brauchen unbedingt unsere Unterstützung, wenn sie dann loslegen und selber wollen. Ich war so stolz auf meine Tochter. Nun geht sie ab und an selber los und ich mache mir gar keinen Kopf mehr.

    Liebe Grüße
    Caro

    (P.S.: Bei Facebook bin ich leider nicht angemeldet, ich hoffe, es geht auch so.)

    • Liebe Caro, danke dir für dein Kommentar. Na klar, du bist im Lostopf. Gibt ja auch gute Gründe, nicht bei Facebook zu sein 😉 Liebe Grüße

  23. Muss sagen des ist echt ein toller Text. Und ja, bin zwar selbst noch nicht lange Mutter aber Wahnsinn was heutzutage alles abgeht. Ich Erziehe mein Kind mit viele frei Räumen sowie ich es selbst auch hatte. Und es macht ihm Spaß und es bestätigt mich wieder alles richtig zu machen.Und vor allem ist es toll zu sehen das er einen starken Karakter hat.

    Hab ihn letztens paar mal sogar auf den KatzenKratzbaum klettern lassen (muss sagen so ca.19Monate). Die Meinungen waren dazu sehr geteilt.
    Von wow was kann da alles passieren bis hin zu echt cool das er das Erforschen darf. Zu den vorsichtigen hab ich dann gesagt was macht ihr wenn euer Kind auf einen Baum klettert ihr wisst auch nie ob der Ast bricht od.hält.

    Leider bin ich nicht aus Deutschland aber ich wollte trotzdem einen Kommentar hinterlassen.

  24. Meine Großen (3&6) waren am Donnerstag alleine in der Bücherei, CDs abgeben u neu ausleihen. Und hinterher waren sie megastolz u ich auch (auch wenn ich für die Dreijährige nicht Mia and Me ausgeliehen hätte ;-)).
    Ich finde es total wichtig, dass sie solche Erfahrungen machen u wenn es mir manchmal schwer fällt, dann muss ich halt mitwachsen.

    • Oh ja, das hat deinen Kindern sicher riesig Spaß gemacht. Und toll, wenn die Großen auf die Kleinen aufpassen… Liebe Grüße von Laura

  25. Danke für diesen Text, du sprichst mir aus der Seele! Diese fürchterlichen Whatsapp Gruppen. Mein Sohn ist in der vierten Klasse und fast täglich bimmelt die Gruppe mit der Frage nach den Hausaufgaben. Wenn mein Sohn es nicht selber weiß, dann muss er entweder los fahren und einen Freund oder eine Freundin fragen oder sich am nächsten Tag selber mit den Lehrern auseinandersetzen. Es ist wie es ist….

    • Liebe Karina, gehts dir auch so? Aber es stimmt, es ist wie es ist. Danke dir für deinen Kommentar! Liebe Grüße von Laura

  26. Danke, du sprichst mir aus der Seele. Ich halte es genauso, werde aber oft groß dafür angeguckt, dass ich meinen Sohn mit fünf alleine vom Kindergarten mit dem Fahrrad habe nach Hause fahren lassen (während ich mit der Kleinen parallel im Auto gefahren bin). Dabei weiß ich, was ich ihm zutrauen kann und er war entsprechend stolz. Meine Kinder spielen auch alleine draußen vor dem Haus (Stichweg ohne direkten Autoverkehr), ohne dass ich sie permanent beaufsichtige, ich verlasse mich darauf, dass sie sich an die abgesprochene Regeln halten. Ich kenne Selbständigkeit als hohes Gut auch von zu Hause nicht anders – und wäre vor Scham vergangen, wenn meine Eltern jemals an der Uni aufgetaucht wären…

    • Liebe Andrea, oh ja, was du erzählst, kenne ich auch. Eine Mutter hat neulich meiner 5-jährigen Tochter nicht geglaubt, dass sie alleine vom Kindi mit ihrer Freundin nach Hause gehen darf (eine Straße runter). Sie hat sie dann heim gebracht und die Mädels waren ganz traurig, dass sie nicht alleine gehen durften…. wie schön, dass es Mütter wie dich gibt!

  27. Ich kann dir auch nur zustimmen. Es ist ganz wichtig, die Kinder zur Selbstständig zu erziehen.

  28. Ich kann dir nur zustimmen. Unser Vierjähriger zieht sich jetzt selber an und schmiert das Frühstücksbrot selber. Auch wenn er danach manchmal drei tshirts aber keine unterhose an hat, oder ich den Honig vom Kühlschrank wegwischen muss, weiss ich, wie wichtig diese Erfahrungen sind. Er ist stolz auf sich, selbstbewusst und lernt, Entscheidungen ohne meine Hilfe zu treffen – und auch wenn es nur ‚Honig oder Marmelade‘ ist. Das ist das beste, was ich ihm auf den weg mitgeben kann.

    • Das finde ich auch. Mit sowas wie Brote schmieren fängt es doch an! Wir haben zwar auch einen Verweigerer im Haus, der sich das Brot lieber schmieren lässt, aber dennoch finde ich solche kleinen Dinge enorm wichtig. Liebe Grüße, Laura

  29. Mir ist es in der Erziehung wichtig, eine Herz zu Herz Beziehung zu meinen Kindern zu haben. Zu wissen, was in ihnen vorgeht. Sie zu verstehen. Sie schauen mir in die Augen und wenn ich es ihnen zutraue, trauen sie es sich auch zu. Zweifel bei mir bewirkt ein Zweifel bei ihnen. Es macht so viel Spaß, Ihnen zuzusehen, wie sie für sich ein neues Gebiet erobern. :))

    • Das ist aber ein schönes Wort: Herz-zu-Herz-Beziehung. Damit kann sicher nicht viel schief gehen und eine gute Verbindung zum Kind gibt sicher immer ein gutes Gefühl dafür, was man ihm zutrauen kann. Hauptsache, Eltern lassen sich nicht von der Angst lenken. Liebe Grüße von Laura

  30. Oh ja das ist so absolut wahr, genau darüber habe ich schon oft nachgedacht. Besonders wichtig ist mir den Kindern Problemlösungskompetenz beizubringen und Mut auch kreative Lösungen zu probieren.

    • Das ist was ganz wichtiges, was du da erwähnst. Und die Probeme lösen sie dann, wenn wir sie sie lassen. Danke für deinen Kommentar!

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