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Pia Laura Froehlich

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Manchmal haperts bei uns, und zwar im Dialog. Das liegt vor allem daran, dass wir meist über das Wichtigste in unserem Leben sprechen, die Kinder. Leider sind das nicht immer angenehme Themen, und vor allem mangelt es an Varianz. Damit sich das ändert, haben wir uns eine kleine Zauberbox zugelegt. Die gibt ein wenig Nachhilfe in Sachen Gespräch. Ihr möchtet mehr erfahren?

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© Fuel Box

Folgender Dialog entspricht nicht der Realität. Es könnte aber durchaus sein, dass die Autorin diesen in ähnlicher Form einmal erlebt hat. Oder sie hat zumindest gehört, dass es solcherlei Unterhaltungen gibt.

Es ist Nacht, der Wecker zeigt 3:10 Uhr
Frau: Das Kind brüllt, gehst du?
Mann: Wieso ich? Ich bin doch schon das letzte Mal aufgestanden. Jetzt bist du dran.
Frau: Neee, ich bin müde und kaputt und kann jetzt nicht.
Mann (wütend): Aber das nächste Mal gehst du!

Eine Stunde später, es ist 4:10 Uhr, Kind brüllt erneut
Mann:  So, jetzt gehst du!
Frau: (nimmt sich die Ohrenstöpsel aus den Ohren, flucht): Die brüllt nur, weil du immer aufstehst. Und jetzt muss ich das ausbaden!
Mann nuschelt etwas vor sich hin, zieht sich die Decke über den Kopf.

Eine Stunde später, es ist 5:10 Uhr, Kind brüllt, Mann holt es aus dem Kinderzimmer und legt es neben sich

Es ist 6 Uhr, das Kind ist wach.
Mann: Wer steht jetzt auf?
Frau: Keiner. Um 6 Uhr steht KEINER am Wochenende auf.
Das Kind ruft nach Milch
Mann: Kind, sei bitte leise, wir wollen schlafen.
Kind ruft noch einmal nach Milch.
Frau (brüllend): RUHE!
Kind weint
Mann: Komm Kind, ich mache dir eine warme Milch. (wendet sich an Frau) Morgen stehst du mit ihr auf!
L: nuschelt etwas vor sich hin, zieht sich die Decke über den Kopf.

Es ist 7:30, Frau kommt aus dem Schlafzimmer: Guten Morgen. Soll ich Brötchen holen gehen?
Mann: Das ist jetzt wohl das mindeste.
Frau: Sei doch jetzt nicht sauer. Ich war einfach kaputt, nachdem ich gestern den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs war. Ich bringe auch Schoko-Crossants mit.
Mann: Und ich habe mich den ganzen Tag im Büro auf meinem Schreibtischstuhl ausgeruht, oder was?
Frau: Ja, aber da hast du wenigstens Ruhe. Ich hingegen muss alle zwei Minuten eine Frage beantworten oder Streitereichen schlichten. Ich bin pausenlos auf den Beinen und kann nicht einmal einen Kaffee trinken, du hingegegen….
Mann: Und ich bin heute Nacht vier Mal aufgestanden und um sechs Uhr war meine Nacht vorbei.
Frau: Du bist drei Mal aufgestanden
Mann: Ach, das weißt du jetzt wohl ganz genau!
Frau: Ja, denn auch ich bin aufgestanden. Und einmal bist du noch nicht einmal wach geworden. Und du warst diese Woche abends mit deinen Kollegen ein Bier trinken.
Mann: Und was hat das jetzt damit zu tun?
Frau: Ach, ist auch egal. Was willst du für Brötchen?
Mann: Laugenstange in Schlafrock
Frau: Du mich auch!

Und, hast du, lieber Leser und liebe Leserin, dich beim Lesen wiedererkannt? Hattest auch du schon einmal das Gefühl, das ein solches Gespräch nicht unbedingt zielführend für eine harmonische Beziehung ist, und dass sich, seitdem die Kinder da sind, die Diskussionsthemen immerzu wiederholen?

Dann habe ich hier das richtige für dich: Die FUELBOX für großartige Gespräche. Denn wie wichtig gute Gespräche in einer Beziehung sind, ist kaum zu ermessen. Dabei kommen viele Wünsche und Befürfnisse ans Tageslicht, von denen der Partner vielleicht nicht einmal etwa ahnte! Über gemeinsame Erlebnisse zu plaudern, nach Dingen zu fragen, die auf der Seele brennen, in Zukunftsträumen zu schwelgen oder gemeinsame Pläne zu schmieden kann nämlich richtig viel Spaß machen. In dieser Box sind eine ganze Menge Fragen, die ein stockendes Gespräch schnell zum Plaudermarathon werden lassen. Und so gehts: wenn die Kinder im Bett sind, zieht ihr das Kästchen aus der Schublade, macht eine gute Flaschen Wein auf, setzt euch an den Tisch und holt die erste Frage hervor. Diese sind nach Themen sortiert und es geht um all die wichtigen und witzigen Bereiche wie „Liebe und Romantik“, „Vergangenheit und Zukunft“, „Freie Zeit“, „Arbeit und Karriere“ etc.

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© Fuel Box

Ich habe mich zum Beispiel kaputt gelacht, als Anton diese Frage beantwortete: „Welches Bild hast du von mir, wie ich mich im Büro verhalte?“ Er wusste bisher nicht, dass ich total gerne mal mit ihm was Neues lernen möchte, Tennis zum Beispiel, oder Skateboard fahren. Außerdem kamen wir mit der Fuelbox darauf, dass wir am liebsten im Allgäu leben würden. Und dann haben wir bei Immoscout nachgeschaut, uns zum Spaß ein Häuschen rausgesucht und uns ein Leben in den Bergen vorgestellt. Das war wirklich prima.

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© Fuel Box

Also, immer schön im Gespräch bleiben, am besten mit der Fuelbox für Paare. Wäre doch auch ein nettes Geschenk zum Valentinstag, oder? Nähere Infos unter www.fuelboxworld.de

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Ps.: Die Fuelbox wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag wurde aber ansonsten nicht anderweitig gesponsert!

Wir haben den wunderschönen und frühlingshaften Samstag genutzt und eine unserere Lieblingsausflüge gemacht: Mit der Zahnradbahn auf den Waldfriedhof, die alte Weinsteige hinunter und als Zielpunkt den Marienplatz ausgewählt, wo das beste Café der Stadt auf uns wartete. So viel Schönes gibt es in Stuttgart, da können wir immer wieder staunen.

Wir starten in Fellbach und kaufen uns ein Tagesgruppenticket für fünf Erwachsene und zwei Zonen (kostet ca. 12 Euro) und steigen in die U1 Richtung Vaihingen. Die bringt uns nach ca. 20 Minuten an den Südheimer Platz und zur historischen Seilbahn, die direkt neben der Haltestelle zu finden ist. Wir schauen uns die riesigen Zahnräder an, die uns den steilen Berg hinauf bringen sollen. Und bestaunen die wunderschöne, hölzerne Bahn. Allein schon diese Fahrt ist den Ausflug wert! In ca. 5 Minuten geht es nach oben und wir finden uns am Waldfriedhof wieder, wo wir erst einmal ein kleines Picknick machen. Was für ein Wetter heute.. Wir haben richtige Frühlingsgefühle!

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Hier oben ist es wunderbar lauschig. Friedhöfe sind ja ein wahrer Erlebnisparcour. Wir bestaunen die alten Familiengräber, suchen nach lustigen Namen und genießen die Stille. Jimmy fragt, ob die Leue alle hier gestorben sind, und wir versuchen uns mal wieder im Bewantworten von bedeutenden Fragen.

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Nachdem wir den Friedhof durchquert haben, geht es über die Straße und hinein in den Wald. Klar, dass jedes Kind einen ordentlichen Stock in die Hand bekommt. Wir sehen sogar einen Dachsbau und riechen die frische Frühlingsluft. Luise läuft tapfer, Jimmy lässt sich lieber im Wagen kutschieren. Ihm tun die Füße weh… Die großen Cousins rennen wie der Blitz, und nach 20 Minuten kommen wir im Stadtteil Degerloch aus dem Wald heraus. Hier gibt es einen tollen Aussichtspunkt mit Bänken, und wir gucken über den Stuttgarter Süden, sehen das Marienhospital und erahnen unsere alte Heimat, den Westen, hinter dem Hügel. Auch Luises Puppe Emma darf mal schauen.
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Danach gehts weiter durch ein wahres Prachtviertel. Jeder darf sich ein Häuschen und ein Auto aussuchen und alle werden fündig. Wahnsinn, wie manchen Menschen wohnen. Wir bestaunen auch ein Haus, das auf einer hohen Säule steht. Von dort oben müssen die Besitzer einen gigantischen Ausblick über die Dächer Stuttgarts haben. Unser zweiter Favorit: eine Haus mit kleiner Garage für den Mini, dem sich durch ein Fenster ein beeindruckendes Panorama bietet.
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Es ist total angenehm zu laufen, denn es geht jetzt immer bergab. Wer hier nicht mehr kann, könnte die moderne Zahnradbahn nehmen, die direkt auf den Marienplatz führt. Wir bewundern aber noch weiter die Alte Weinsteige und auch die Kinder halten tapfer durch. Am Ende belohnt uns ein Spielplatz. Mir tun ordentlich die Beine weh und ich mache eine Pause, während die Jungs munter klettern und Luise Steinchen durch die Gegend wirft.

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Wir freuen uns nun alle auf die Endstation: der Marienplatz wartet mit Kaffee auf uns. Hier ist einer meiner Lieblingsplätze. Viele junge Leute sind unterwegs, der Verkehr rauscht, es ist trubelig und die Temperatur fühlt sich nach Mai an. Im Café Kaiserbau gibt es fantastischen Cappuccino, die Eisdiele hat leider noch nicht auf. Ab Frühjahr bekommt man hier die tollsten Eissorten und der Frozen Yoghurt ist ein Gedicht.
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Jimmy hat sich seine Zuckerladung verdient und schüttet sich die Limonade in einem Schluck in die Kehle. Die Nachmittagsstimmung ist bezaubernd, und am liebsten würde ich mich den Sekt trinkenden Damen anschließen. Aber so langsam haben alle Hunger und wir nehmen die U1 zurück nach Fellbach, um noch eine ordentliche Portion Spaghetti Bolognese zu kochen. Das war ein fantastischer Samstag mit einer fantastischen Familie. Probiert unsere Runde durch Stuttgart doch auch mal aus. Wer mit unserer Landeshauptstadt bis dahin noch nicht warm geworden ist, wird sie spätestens dann lieben.
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Heute nehme ich an einer Blogparade teil, und zwar von Bella aus Berlin: „Ordnung ist das halbe Leben, mit Kindern beginnt die andere Hälfte.“ Denn mit diesen Thema schlagen wir uns wohl alle den ganzen Tag rum. Wir wir unser Spielzeug * Mützen * Kinderschmuck-Chaos organisieren, und ob es funktioniert, zeige ich euch hier.

Ordnung im Kinderzimmer

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich die Kinder im Kindergarten abhole: es wird noch schnell das Aufräumlied gesungen („eins, zwei, drei, Spielen ist vorbei“) und dann huschen die Zwerge wie die Mainzelmännchen durch den Raum und räumen in sekundenschnelle ihr Spielzeug auf. Habe ich natürlich zuhause auch gleich ausprobiert. Ich war nicht einmal bei „Spielen ist vorbei“ angekommen, da haben mir die Kinder ihren gedanklichen Mittelfinger gezeigt und weiter Chaos verbreitet. Es klappt also zuhause nur mäßig mit der Aufforderung, aufzuräumen.

Weil mir dieses ewige Durcheinander doch zu blöd wurde, haben wir die Spielsachen einmal kräftig durchsortiert und für alles einen Platz gefunden. Denn zu oft erreichte mich der sehnliche Klageruf Jimmys, wo denn nur seine Uhr/sein Fetzgummi/sein Playmobilgewehr/sein Edelstein geblieben ist, und dieses Suchen ging mir einfach unheimlich auf die Nerven.

Viele Spielsachen, mit denen die Kinder gar nicht oder sehr selten spielen, haben einen Platz in einer dieser großen, durchsichtigen Ikea-Kisten auf dem Schrank. Wenn nach den Teilen nicht mehr gefragt wird, kommen sie in den Keller, wenn sie dort vollkommen in Vergessenheit geraten, in den Second Hand Laden. Überhaupt bringe ich ungeliebte, ungenutzte Teile dorthin. Lieber sollen andere Kinder damit spielen, als dass es bei uns verstaubt. Kaputte Spielsachen werden repariert oder weggeschmissen. Und hin und wieder verschwinden seltsamerweise Sachen, die laute Geräusche machen, auf ganz unerklärliche Weise….

Der Möbelschwede um die Ecke ist mir sehr behilflich, wenn es um Ordnung geht. Zwar rümpft Anton jedes Mal die Nase, wenn ich wieder mit Kisten ankomme, aber diese Anschaffung lohnt sich für mich, denn ich spare in einem Jahr gut und gerne fünf Stunden Aufräumzeit, und als Selbstständige weiß ich, dass fünf Stunden mehr wert sind als die paar Kröten für die Kisten.

Ein ganz exklusives Möbelstück, das in der Variante so in sicher keinem anderen Kinderzimmer Deutschlands vorkommt (hüstel * hüstel) ist dieses weiße Regal. Hier haben Playmo, Lego, Autos und Puppenzubehör Platz und können leicht von den Kindern einsortiert werden.

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Sperrige Dinge wie unsere Super-Rutsche von Playmobil, die eher im Sommer zum Einsatz kommt, lagert auf dem Schrank und die klitzekleinen Teile habe ich einkassiert und ebenfalls in einer Box gesammelt, an die Luise nicht dran kommt. Irgendwie sind die Kinder mit vier und zwei Jahren noch viel zu klein für dieses kleine Klimbim, und so wartet es auf seinen Einsatz in drei bis vier Jahren.

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Alle beide Kinder lieben Schmuck, ob Junge oder Mädchen. Und so hat sich bei uns sämtliches Geschmeide angesammelt. Wenn sich Luise mal wieder behängen möchte wie einen Weihnachtsbaum, oder Jimmy seine vier Ringe anstecken will, holen wir die kleine Schatzkiste hervor und fühlen uns wie beim Juwelier.
Die beste Sammlung aber ist meine „Box of plastic“. Ob Kleinkram vom Schuhgeschäft oder Zahnarzt, von Kindergeburtstagen oder Überraschungseiern, all das lag lange lieblos in der Wohnung herum, sah dabei meist nicht besonders gut aus und wurde keines Blickes gewürdigt. Das habe ich alles in, wer hätte es gedacht, eine Ikea-Dose sortiert und diese kommt an manchen Tagen auf den Tisch. Gerade heute war es wieder soweit: Jimmy durfte sich ausnahmsweise ein Überraschungsei aussuchen und hat gebrüllt wie am Spieß, weil nicht das richtige drin war (!) Zuhause holten wir die „BoP“ hervor und unter lautem „Hallo“ und „Juchuuu“ waren die Kinder eine halbe Stunde damit beschäftigt, diesen ganzen Kram neu zu entdecken.

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Ordnung im Flur

Ein zweites Dilemma im Haus mit Kindern: all diese Mützen, Schirme, Taschen und Hausschuhe. Anton hat vor einem Jahr unseren Flur vergrößert, einen Schrank besorgt und all die Sachen eingeräumt, die zuvor im Eingang herum flogen. Nun haben wir alles griffbereit und eine Sache klappt auch gut: die Kinder räumen ihre Kleider im Flur selbst auf. Da alles in ihrer Höhe ist, kommen sie leicht an die Haken. Und in diesem Fall bin ich unerbittlich, denn nirgendwo sonst fühle ich mich mehr als Haussklavin, als wenn ich achtlos auf den Boden geschmissene Mützen  aufsammeln muss. Auch Sonnencreme, Tempos, Drachen, Matschhosen und Straßenkreide liegen hier griffbereit für Ausflüge auf den Spielplatz.

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Ordnung im Wohnzimmer

Last but not least gibt es bei uns ein Wohnzimmer, das ich auch gerne als solches wiedererkennen möchte. Klar wird hier auch gespielt, aber das Spielzeug der Kinder kommt abends in ihr Zimmer zurück. Ein Fach ist für Gesellschaftsspiele, eines für Bücher. Der Rest des Regals gehört Anton und mir, und das soll so bleiben. Auch im Elternschlafzimmer und im Bad fliegt möglichst nichts rum. Da sind wir nicht übermäßig streng, aber ich möchte einfach noch ein paar Erwachsenenbereiche haben.

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Insgesamt haben wir uns mit diesem System ganz gut arrangiert und auch die Kinder machen meist mit. Es mag spießig klingen, so viel Aufwand für Ordnung zu treiben. Ich kann aber versichern, dass der Suchaufwand erheblich größer wäre. Und auch wenn die Kinder bestimmt mal ein richtig unordentliches Teeniezimmer haben werden, lernen sie doch auf diese Weise, später in ihrer ersten eignene Wohnung den Alltag zu organisieren. Denn so bleibt viel mehr Zeit für die wirklich schönen Dinge des Lebens.

Also, vielen Dank liebe Bella, für dieses Thema. Bis zur nächsten Blogparade!

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Hinter uns liegt ein wirklich schönes Wochenende und wir haben viel erlebt: waren in zwei Museen, haben beim Handball mitgebibbert und zum Wahlstart in den USA amerikanisch gekocht und gebacken. Also, los gehts mit dem Rückblick:

Räuber Hotzenplotz in Fellbach

Am Freitag stand im Kindergarten ein Ausflug für die Großen an. Es sollte nach Fellbach ins Stadtmuseum gehen. Als ich Jimmy und Luise mittags abholte, war der Knabe aus dem Häuschen. Das Stadtmuseum in Fellbach, uns bisher noch unbekannt, hatte ihn mit der Ausstellung über den Räuber Hotzenplotz von den Socken gerissen. Bisher hatte ich die Geschichte noch nicht verlesen, da Jimmy Räuber nicht besonders mag. Daber da ihn Verbrechen im Allgemeinen mehr und mehr interessieren („Mamaaaa, gibt es in Deutschland auch Diebe?“), schien das Thema wohl zur rechten Zeit gekommen zu sein.

Was für ein Glück, dass ich mit den Kindern sowieso in die Stadt wollte, um Theaterkarten zu kaufen. Da konnten Luise und ich uns selbst ein Bild davon machen, was Jimmy so begeistert hatte. Überhaupt ist das Stadtmuseum ein bezaubernder Ort. In dieses alte Fachwerkhaus, modern hergerichtet, ohne den Charme des alten Fachwerkhauses zu stören, habe ich mich sofort verliebt und würde auf der Stelle einziehen. Nun ja, es soll aber Allen zugänglich sein und vor allem momentan die Kinder erfreuen. Jimmy spielte also Museumsführer und zeigte uns die Kaffeemühle, die Kaspers Großmutter gehört und in der man richtigen Kaffee mahlen kann. Dann spielten wir mit dem Kasperletheater, schauten uns die wunderschönen Bilder an, guckten Ausschnitte aus der Hotzenplotz-Version der Augsburger Puppenkiste und malten eine Runde. Immer wieder suchte Jimmy Thomas, der sie heute morgen durch die Ausstellung geführt hatte. „Thoooomas“, riefen wir laut, aber der Mann, der Jimmy so sehr imponierte, war wohl nicht mehr da.
 Wer also einen schönen Nachmittag in Fellbach erleben möchte, der besuche doch das Stadtmuseum. Bis zum 13 März 2016 ist dort die Wanderausstellung rund um die beliebten Geschichten Otfried Preußlers zu Gast. Öffnungszeiten sind täglich außer montags von 14 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Jimmy empfiehlt ausdrücklich eine Führung. Die kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 1 Euro. Ob ihr da dem wundersamen Thomas begegnet, weiß ich leider nicht. Anschließend bietet sich eine kleine Pause im angrenzenden Café Mildenberger an- Luises Tipp: Cornetto mit heißer Schokolade
An diesem Abend gab es dann als Ausgleich für so viel Kultur eine Runde Sport. Wir fieberten mit den Handballern mit, und Jimmy war wieder mal außer sich. Anton, selbst ein ehemaliger Handballspieler, erklärte die Regeln und Jimmy brüllte den minütlich wechselnden Spielstand durchs Wohnzimmer: „21 zur 23“ hieß das bei ihm. Die Kinder haben sich so riesig mitgefreut, als wir Großen den Sieg bejubelten, dass ich jetzt schon die Fußballeuropameisterschaft im Sommer herbei sehne.

Koch-App im Test

Samstags stand neben all den Pflichten wie Einkaufen und Aufräumen ein persönliches Vergnügen für mich an. Seit kurzem habe ich die App „Kitchen Stories“ entdeckt, meine persönliche Empfehlung für alle, die gerne kochen oder es lernen möchten. In wunderbaren kleinen Videos werden Grundlagen (wie schneide ich Zwiebeln, wie gelingt das perfekte Rührei…) erklärt. Viele der leckeren Rezepte sind als Video dargestellt, aber auch die Bilder sind leicht nachzuvollziehen. Und so probierte ich den Burger mit eingelegtem Halami-käse, Senfsoße und gegrilltem Gemüse aus. Mmmmmh, war das lecker. Schaut doch mal in die kostenlose App rein. Da gibt es so viele tolle Sachen, die ich demnächst alle mal ausprobieren will. Für die Kinder machte ich „Risi Bisi“ aus dem wunderschönen Kinderkochbuch, das ich hier besprochen habe. Auf Luise war wie immer Verlass: sie aß keinen Bissen, denn es handelt sich um ein Gericht, das aus Reis und „Gemuuuse“ besteht.

Löwentor-Museum Stuttgart

Sonntag, das Wetter war besonders fies, besuchten wir dann das zweite Museum: das Naturkundemuseum am Löwentor in Stuttgart. Faul, wie wir waren, haben wir das Auto genommen und diesen Preis direkt bezahlt: wir standen vor dem Parkplatz Schlange, denn außer uns kamen noch 150 weitere Familien auf die gleiche Idee. Also unser Tipp: besser die S-Bahn nehmen bis Haltestelle Nordbahnhof, das Museum liegt direkt gegenüber. Aber wir haben das Beste daraus gemacht: Luise schlief eine Runde und wir anderen hörten mehr oder wenig freiwillig „Pumuckel fährt in den Urlaub.“
Nach 20 Minuten waren wir dann drin, im Reich der Dinosaurier. Und vorweggenommen möchte ich sagen, dass dieses Museum eher etwas für ältere Kinder ab mittlerem Grundschulalter ist.
Jimmy war anfangs noch fasziniert von einem Film über die letzten 140 Millionen Jahre, aber die vielen ausgestellten Knochen und Funde haben ihn mäßig interessiert. Luise rannte eigentlich nur durch die Gänge, malte hier was aus, drückte dort auf den Knopf, und hatte den meisten Spaß in einer kleinen Grube mit Hartgummi-Körnchen, in denen sämtliche Kleinkinder munter vor sich hin gruben.
Nach zwei Stunden machten wir uns auf den Heimweg. Das Endspiel der Handballer sollte bald anfangen, und wir lösten unser Zeitproblem damit, dass wir es uns alle im Badezimmer bequem machten: die Kinder badeten und wir Großen setzten uns mit Weißbier (Anton, der glückliche) und Hustentee (ich, die erkältete) vor das Tablet und fieberten mit. Nebenher schmurgeltem Pommes im Backofen – das Leben kann so schön sein! Fast war das Spiel dann ein wenig langweilig, die Deutschen waren eindeutig die bessere Mannschaft. Jimmy brüllte aus der Badewanne sein „8 zur 4“ und Luise trank wie gewöhnlich vier Liter rosafarbenes Badewasser.
So, das war unser gemütliches Wochenende und ich hoffe, ihr konntet den ein oder anderen Freizeit- oder Koch-Tipp abstauben. Bis zum nächsten Mal, Laura

Kinder, an der Herd!

Wir haben mal wieder ein Kinderkochbuch getestet: „Kinder, an den Herd!“ (Affiliate Link), so lautet das zweite Gemeinschaftsprojekt von Claudia Seifert, Gesa Sander, Julia Hoersch und Nelly Mager. Und wie es der Titel erkennen lässt, sollen auch wirklich die Kinder mit anpacken. Das ergab bei uns eine Sauerei mittleren Ausmaßes, hat aber auch ganz viel Spaß gemacht.

Luise kocht und backt wie eine Weltmeisterin. Nicht nur an ihrem Kinderherd, sondern am liebsten richtig live mit ganz echten Zutaten. Da stäubt das Mehl, da fliegen die Streusel durch die Luft, da wird gejuchzt und gebannt ins Rührgerät gestarrt. Beim Stöbern im wunderbaren Wittwer, der Buchhandlung meines Vertrauens in Stuttgart, habe ich dieses Buch entdeckt, das mir der AT Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Abends guckte ich mir die besten Rezepte für meine Mäuse aus, denn ich würde sagen, dass sich das Buch an Kinder ab dem Grundschulalter richtet. Ihre Feinmotorik ist doch ein wenig ausgeprägter und wer lesen kann, ist hier im Vorteil. Aber für uns kein Problem: Mama liest und die Kinder führen aus.DSC_0091Wir backen als erstes den Becherkuchen. Der heißt so, weil wir alle Zutaten in ein und demselben Becher abmessen und dann in die Rührschüssel tun schmeißen. Das klappt auch erstaunlich gut und damit es nicht zu Streitigkeiten kommt, wechseln sich Jimmy und Luise ab. Anschließen füllen wir den Teig in eine Kastenform, schieben sie in den Ofen und schauen alle 5 Minuten nach, ob der Kuchen endlich fertig ist. Noch warm wird er angeschnitten und schmeckt suuuper: Dank Kokosraspeln, Schoko (zugegeben, wir haben noch extra viel Streusel dazu getan) und Schmand schmeckt er schön saftig und bekommt von uns das Prädikat „machen wir bald wieder.“DSC_0095

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DSC_0121Ein paar Tage später nehme ich mir vor, abends die Spaghetti-Nester zu machen. Die Kinder sind anderweitig beschäftigt, und so koche ich Nudeln, schneide Paprika klein, rühre eine Eier-Milch-Pampe an und fülle alles in Muffinförmchen. Wunderbar, wie säuberlich das alles von statten geht. Die Nester kommen in den Ofen und backen noch 25 Minuten vor sich hin. Leider sind die Kinder nicht begeistert. Jimmy bekommt das Essen nicht aus den Förmchen raus, Luise ruft „ich mag kein Gemuuuse!“ und verweigert jeden Bissen. Anton und mir schmeckt es sehr gut. Nur stimmten irgendwie bei mir die Mengenangaben nicht. Außer den 12 Nestern habe ich noch eine riesen Portion Spaghetti übrig. Macht nichts, die gibts dann morgen!

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 Richtig gut kommt unser nächstes Experiment an. Das liegt wahrscheinlich auch wieder daran, dass kein „Gemuse“ dabei ist, denn es gibt „Arme Ritter“. Oft weiß ich nicht, was ich mit unserem trockenen Brot anfangen soll und schmeiße es dann mit schlechtem Gewissen weg. Künftig werden wir es wie im Kochbuch beschrieben in Eier-Milch-Pampe einweichen, anschließend in der Pfanne braten und in Zimtzucker wenden. Luise ist begeistert und haut sich diese Mahlzeit samt Apfelkompott in 5 Minuten rein.0126

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Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefällt. Es ist zauberhaft gestaltet, was sicher auch an dem Kapitel „Märchenküche“ liegt. Hier gibt es einige klassische Gerichte, teilweise mit Gemuuse. Aber auch Apfel-Baiser-Törtchen oder Hirsebrei, alles in Kombination mit ganz wunderschönen Bildern. Nicht fehlen dürfen natürlich Tipps für die Brotdose. Für das Faschingsbuffet im Kindergarten werde ich Trauben-Raupen und Tomatenspieße machen, auch wenn Luise sicher nicht begeistert sein wird.
Rezeptideen fürs Frühstück, Ruckzuckgerichte und eine Menge interessanter Küchenexperimente machen das Buch zu etwas Besonderem. Wusstet ihr zum Beispiel, wieso Popcorn poppt oder wie man selbst Frischkäse herstellen kann?Was auch nicht jedes Buch zu bieten hat: klassische Rezepte, die mit Oma und Opa nachgekocht werden können. Bei den „Großeltern-Rezepten“ haben wir schon Königsberger Klopse für Opa rausgesucht, und Jimmy wird mit Oma Dampfnudeln selbst herstellen. Das ist nämlich sein Lieblingsgericht. Am Ende des Buches gibt es sogar noch ganze Menüs zum Nachkochen, mit denen die Kinder Restaurant spielen dürfen.Mein Fazit: ein sehr gelungenes Buch. Und ich finde es übrigens eine tolle Idee, solche Bücher zu Kindergeburtstagen oder zu anderen Anlässen zu verschenken. Ist manchmal sinnvoller, als das 105. Spielzeug. Denn gemeinsam Zeit in der Küche zu verbringen, hat viele Vorteile:

  • die Kinder (und speziell die Söhne) lernen gleich das Einmaleins des Kochens
  • es macht großen Spaß, das Selbstgemachte zu essen. Auch wenn es Gemusse ist!
  • hinterher kann man können Mama oder Papa mal wieder richtig sauber machen.

Und nun viel Spaß beim Kochen und Backen mit Kindern!
Eure Laura

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Seifert, Claudia u.a.: Kinder, an den Herd! …wir kochen, experimentieren und staunen, AT Verlag, Aarau und München 2015, 184 Seiten, 19.95 Euro.
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Alle paar Wochen müssen wir den Drogeriemarkt unseres Vertrauens aufsuchen und Windeln, Taschentücher und Küchentücher besorgen. Komisch dabei ist nur: es landet immer mehr im Wagen, als wir uns eigentlich vorgenommen haben. Und was bei Ikea die Teelichter, sind bei dm die Süßigkeiten und Badezusätze für Kinder. Heute berichten wir, auf was wir in dieser Woche nicht verzichten konnten.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass für Jimmy, Luise und mich ein Ausflug in unseren dm (nein, ich werde leider nicht gesponsert) meist sehr spaßig ist. Nach einem Horror-Trip der besonderen Art, über den ich hier geschrieben habe, gibt es nämlich ein paar Regeln. Die Kinder nehmen sich einen kleinen Einkaufswagen, dürfen aber nicht rennen. Sie bekommen an der Kasse Traubenzucker, dürfen sich aber keine Sachen ungefragt in den Wagen schaufeln. Wenn sie sich etwas aussuchen möchten, besprechen wir gemeinsam, was. Und seitdem hatten wir eigentlich keine Probleme mehr.

Wir gehen also in den Laden, holen uns für jeden einen Einkaufswagen in entsprechender Größe und rennen wie die Wilden gehen langsamen Schrittes durch die Gänge. Luise und Jimmy steuern direkt die Kinderecke an und streiten darüber einigen sich, wer als erstes auf das Schaukelpferd darf. Ich besorge dann das Notwendige, das dieses Mal aus folgenden Waren besteht:

Trotz wohl gemeinten Bemühungen kann sich Luise noch nicht durchringen, auf Windeln zu verzichten. Also laden wir noch immer die Jumbo-Pakete mit 5er Windeln ins Auto. Ich warte sehnlich auf den Tag, an dem wir darauf verzichten können. Dies hat sich dank des Familienzuwachses um mindestens drei Jahre verzögert.

Seife unserer Wahl
Schnupfnasenzeit ist noch nicht vorbei

Nun gehts in die Kosmetikabteilung. Meine Hände sind im Winter dermaßen rau und rissig, dass ich palettenweise Handcreme brauche. Mein Hautarzt wies mich charmanterweise darauf hin, dass ich „Hausfrauenhände“ hätte. Eine echte Unverschmämtheit!

Obs hilft?

Inzwischen sind Jimmy und Luise wieder an meiner Seite, denn wir brauchen neue Zahnbürstenköpfe. Und wieder mal gibt es eine dieser unseligen Diskussionen: Zur Auswahl stehen Prinzessinnen-, Auto- und Micky Maus-Motiv. Luise greift nach der Mädchenvariante, Jimmy will die roten Bürsten mit „Cars“ drauf, weil die für Jungs seien. Nun muss ich den Beiden erklären, dass ich nicht für schlappe 22 Euro einen Bürstenvorrat bis 2017 anlegen will und sie sich doch bitte für die Unisex-Variante mit den Mäusen entscheiden sollen. Zu meinem Glück diskutieren wir nur 10 Minuten und es gibt keine Tränen. Ich bilde mir ein, dass die anderen Kunden sich bewundernde Blicke zuwerfen und hinter meinem Rücken den Daumen in die Luft strecken. Yes, das ist mein Strike des Tages!

Da ich, seitdem ich Kinder habe, nachts sogar aufwache, wenn draußen vor dem Schlafzimmerfenster ein Eichhörnchen pupst, brauche ich Ohrenstöpsel. Außerdem gibt es entfernten Familienzuwachs und Luise braucht neue Gesichtscreme.

Zuletzt packen wir in der Lebensmittelabteilung ordentlich ein und da ich nach der Faschingszeit auf Zucker verzichten möchte, lange ich noch einmal kräftig zu. Wenn schon Süßigkeiten, dann die von Alnatura…yummy!

Zuletzt brauchen wir noch dies und das, was so in der Küche fehlt oder was wir ins Müsli kippenn. Dieses Mal gibt es für jedes Kind als Belohnung eine Saftschorle aus der Flasche. Das ist nämlich was Besonderes und kommt uns sonst nicht in die Tüte. Nach zwei Minuten sind die Pullen leer und alle müssen ganz dringend noch einmal aufs Klo.

Damit kann man Gerichte verfeinern, die Haut einölen, eine Haarkur machen oder die Schuhe putzen
So ein Glas verschlingt Luise in drei Minuten
Hilft bei Kopfschmerzen: ein Schuss Zitronensaft in den Espresso

Das alles klingt jetzt wenig spektakulär. Aber da ich (aus welchen Gründen auch immer) völlig bekloppt bin so gerne die Youtube-Videos anschaue, in denen Leute zeigen, was sie eingekauft haben, dachte ich, ich probiere das hier mal aus. Gibt es was, was ihr IMMER im dm mitnehmen müsst, oder was ihr besonders empfehlen könnt? Ich bin gespannt, ob es in diesem Laden noch was gibt, was ich nicht kenne!

Bis bald, eure Laura

Morgens, nachdem ich die Kinder in den Kindergarten gebracht habe, räume ich einmal durch die Wohnung, bevor ich zu arbeiten beginne. Dann entdecke ich oft Kleinigkeiten, die die Kinder hinterlassen haben, und die mich anrühren. Obwohl sie selbst nicht da sind, ist ihr Wesen in all den Dingen zu spüren, die sie mit sich herumtragen oder in den Zimmern verteilen. Und ich bin erstaunt, wie aus einem kleinen, hilflosen Baby so ein individueller Charakter entsteht, auf den wir so wenig Einfluss haben. Ein Charakter, den es so kein zweites Mal auf der Welt gibt.

Wie gering unser Einfluss auf diese Entwicklung ist, wird mir immer wieder klar. Anfangs dachte ich noch, dass ich mit der richtigen Erziehung oder der notwendigen Konsequenz aus Jimmy einen selbstständigen, mitfühlenden kleinen Mann mache, der NICHT den ganzen Tag nörgelt. Und Luise würde mit ein wenig Disziplin und Hingabe meinerseits alleine in ihrem eigenen Bettchen schlafen. Mittlerweile sehe ich diese Mutter-Projekte als gescheitert an und finde mich damit ab, dass Jimmy (derzeit) am liebsten angezogen wird wie ein Baby, sich um die Bedürfnisse seiner Angehörigen (noch) nicht schert, am liebsten den ganzen Tag nörgelt und Luise keine Nacht durchschläft. Lieber habe ich mich dazu entschlossen, etwas an mir zu ändern. Und aus diesem Grund und weil mir ein erfahrenes Elternpaar dazu geraten hat, übe ich mich von nun an in Achtsamkeitsmeditation.

Und beginnen tue ich dies nicht nur mit Hilfe einer CD, mit der ich von nun an täglich üben werde, sondern auch in der Achtsamkeit der kleinen Dinge. Diese kleinen Dinge, etwa der Kalender mit den Stiften, der noch auf dem Küchentisch liegt, sind Ausdruck dieses putzigen kleinen Menschleins mit all seinen Eigenschaften, Marotten und liebenswerten Eigenheiten.PixibücherLuise begegnet mir beim Aufräumen überall. Manchmal bin ich ein wenig wütend, wenn ich ihr Pixibuch-Massaker neben ihrem Bett entdecke. Beim Aufräumen meines Buches, in dem ich wichtige Stellen mit Textmarker markiere, sehe ich, dass sich eine kleine Künstlerin auf der Buchrückseite ausgetobt hat. Wie oft habe ich der Dame Vorträge gehalten, wie sie mit Büchern umzugehen hat. Ich habe gedroht, ihre Bilderbücher in den Keller zu bringen und nie mehr mit ihr in die Bücherei zu gehen. Habe es im Guten versucht und ihr erklärt, dass es teuer ist, zwei Mal im Monat die Bücher zu ersetzen, die sie ausgeliehen und deren Klappen sie komplett rausgerissen hat. Aber es bringt nichts. Lieber schaue ich mir nun in aller Achtsamkeit an, wie liebevoll Luise ihre Püppchen zu Bett gebracht hat, bevor sie in den Kindergarten gegangen ist. Da liegen sie beide, die Babys in rosa. Opa hat das alte Puppenbett meiner Schwester mitgebracht und dort hinein werden die zwei Glatzköpfe gelegt. Das eine hat noch einen Schnuller bekommen, das Fläschchen steht gleich daneben. Luise singt für sie und tröstet, was das Zeug hält.

Puppe Lala

Und auch für Lala ist gesorgt. Er durfte heute morgen am gedeckten Tisch Platz nehmen, und Luise hatte extra noch ein Ei gekocht. Und so gehe ich durch die Zimmer und finde hier und da ein Zeugnis von ihrem großen Herz. Und noch etwas ist offensichtlich: keine drei Jahre alt ist sie schon jetzt eine echte Pferdenärrin. Die Zeitung mit dem Bericht über das Mini-Schettland-Pony samt Fohlen liegt aufgeklappt auf dem Sofa. In der Küche steht Pferd Sabrina, das gesten abend noch gestriegelt wurde. Ach, da ist ja meine Haarbüste, denke ich, und freue mich, dass auf jeden Fall eines der Kinder eine Zuneigung zu Tieren hat.Pferd

Tiere aller Art sind Jimmy nämlich suspekt. Er ist eher ein Kopfmensch, kann mit sich selbst und seinem Gehirn mehr anfangen als mit niedlichen Tierchen. Das kann man überall in der Wohnung sehen. Zwar hat er seit Jahren einen zerzausten Kuschelteddy, aber ansonsten kann er mit Plüsch-, Schleich- oder Legotieren nichts anfangen. Seine Spielzeug-Hinterlassenschaften erzählen eine ganz andere Geschichte: das Magnet-Schachspiel hat vom vielen Bespielen schon diverse Kratzer. Und wenn es irgendwo rumsteht, ist gleich klar, dass er es benutzt haben muss. Denn er spielt am liebsten mit den weißen Figuren und lässt diese stets gewinnen. Umso mehr wundert mich der Spielstand, den ich heute vorfinde. Da muss ich ihn nachher gleich mal fragen.

Schach

Außerdem hat er heute morgen, während ich mich gewaschen und angezogen habe, eine Runde Tischkikaninchen gespielt, so nennt er das unter dem Namen „Tischkicker“ bekannte Gesellschaftsspiel mit den Plastikfußballern. Da es keine weißen Trickots gibt, spielt er immer nur auf der roten Seite. Passenderweise ist das der VfB Stuttgart, der zumindest  in unserem Hause immer haushoch gegen die blauen Bayern gewinnt. Sein Lieblingsspieler ist „Balldrian“ aus dem Mittelfeld und ich bewundere diesen kleinen Kerl für seinen tiefgründigen Humor.

Am meisten lache ich heute morgen aber, als ich den anfangs erwähnten Kalender sehe. Diese Leidenschaft ist ungebrochen und nach wie vor fliegen in jedem Winkel der Wohnung diverse Kalender herum. Aber seit gestern abend hat sich eine Revolution Bahn gebrochen: Bisher schaute Jimmy nur rein und studierte die Daten, nun aber trägt er auch etwas ein. Und da er nicht schreiben kann, hat er sich etwas ausgedacht: Tage, an denen er in den Kindergarten geht, werden blau markiert. Feiertage sind rot, Ferientage rosa. Kommt Oma oder darf er bei Oma schlafen, erhält der Tag eine grüne Markierung. Damit hat sich Jimmy gestern Abend und heute Morgen beschäftigt. Und wieder staune ich über diesen lustigen Menschen, der tatsächlich mein Sohn sein soll. An mir hat sich seit mehr als 30 Jahren noch nichts gezeigt, das nur ansatzweise geniehaft ist.

Kalender
Wenn ich allerdings an diesem Jungen sehe, wie schwer es sein muss, wenn einen eine ungenau eingestelle Uhr oder ein zu früh abgerissenes Kalenderblatt zu 5-minütigen Weinanfällen verleitet, bin ich mit meinem einfachen Gemüt sehr zufrieden. Und dann erkenne ich noch, dass es sich bei Jimmy um ein Wesen mit XY-Chromosom handet. Denn wer sonst kommt darauf, nachts stets eine Waffe griffbereit neben dem Kissen deponiert zu haben? Vielleicht gibt es US-Amerikaner in unserem Stammbaum. Jedenfalls stehe ich tiefenentspannt im Kinderzimmer und freue mich auf diese beiden besonderen Personen, die ich mittag wieder abholen werde. Und auch wenn sie mir oft den letzten Nerv rauben, sind sie doch ein besonderes Geschenk. Und die Achtsamkeitsmeditation im Kinderzimmer kann ich wirklich weiter empfehlen.

Es grüßt euch mit einem meditativen Morgengruß
eure Laura

Da kam er mal wieder, so ein typischer Problem-Tag: Mein Business-Programm war bis oben hin voll, der Tagesablauf mit Babysitter organisiert und die Herausforderungen des Pendelverkehrs bedacht, da geschieht, was geschehen musste: über Nacht hatte uns das fiese Erkältungsvirus erwischt und die Damen des Hauses erwachten mit Hals- und Kopfschmerzen. Luise und ich waren nicht in der Lage, unseren Alltag zu meistern.
Normalerweise ist Dienstag mein Agenturtag und ich bin den ganzen Tag außer Haus. Meine Eltern holen dann die Kinder vom Kindergarten ab und kümmern sich um die Mäuse, bis ich abends um 18 Uhr wieder da bin. An diesem Tag aber musste ich dem Kunden eine Absage erteilen und das tun, was Mütter so häufig tun müssen: alles umplanen und neu organisieren. Flexibilität ist mein zweiter Vorname!
Der Alltag mit kleinen Kindern ist wie eine Tüte voller Überraschungseiern. Und so übergab sich Luise zu allem Übel auch noch ins Auto, als wir Jimmy in den Kindergarten brachten. Nun stand mir also nicht nur ein öder Tag zuhause bevor, denn es war kalt und die Kinder sind zur Zeit nicht aus dem Haus zu bekommen. Sondern auch der Kontakt zu Anderen war tabu, denn mit Magen-Darm-Viren ist nicht zu spaßen und wir wollten natürlich Keinen anstecken. Kaffeeklatsch mit Freunden oder Spiel-Dates kamem also nicht in Frage.Die Kombination „krankes, ansteckendes Kind plus ödes Wetter“ ist jedenfalls richtig fies und uns blieb nichts übrig, als uns auf ein Tagesprogramm in der Wohnung einzustellen. Klingt gemein, ist aber so: wenn das Kind richtig krank nieder liegt, mit Fieber und Schlappheit und allem Pipapo, geht es noch. Man kann seinem Tagesgeschäft nachgehen, den Haushalt erledigen, sich mit dem Kind hinlegen und selbst ausruhen. Aber in diesem Fall springt Luise keine viertel Stunde, nachdem sie das ganze Auto voll gebrochen hat, heiter in der Wohnung herum und treibt Schabernack.Ihr müsst wissen, dass Luise bei uns gerne die Rolle des Karlsson vom Dach übernimmt. Es würde mich nicht wundern, wenn sie eines Tages mit einem Propeller auf dem Rücken durchs geöffnete Fenster geflogen kommt und mich fragt, ob sie irgendwo eine Dampfmaschine zerstören kann. So lange das nicht passiert, zerstört Luise einfach alles andere, leidenschaftlich gerne vor allem Dinge aus Papier. Während ich zuhause den Frühstückstisch abdecke, die Betten machen, aufräume und die Wäsche in die Maschine bringe, erledigt Lusie ihr ganz eigenes erstes Tagewerk:

Sie reisst beim Lesen der „Was ist Was-Bücher“ sämtliche Pappklappen ab, zerschneidet mit der Kinderschere zwei Pixis und verwüstet das eben noch aufgeräumte Kinderzimmer, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Im Arbeitszimmer macht sie dann weiter: sie biegt die Klappe meines Druckers so weit um, bis sie abbricht, klettert auf den Stuhl und schnappt sich eine CD aus der Bücherei, dessen Cover sie mitten durchreisst. Nachdem sie auf der Toilette war, durchnässt sie sich beim Händewaschen komplett und schäumt mit Zahnbürste und -Pasta den Spiegel ein.

Während wir gemeinsam frühstücken (sie isst drei Toasts mit Honig und ich glaube nicht mehr an einen Magenvirus), dreht sie das Glas mit Sprudel einmal um, pustet lachend Wasser über den Tisch und fällt beim Herumtoben auf dem Kinderstuhl zwei Mal fast kopfüber herunter. Wer jetzt den Eindruck hat, ich würde dies alles schweigend hinnehmen, irrt sich gewaltig. Mittlerweile ist meine Stimme dank Halsweh und laufendem Ermahnen heiser und ich erhebe nur mehr drohend den Zeigefinger.

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Also gut, nun machen wir also gemeinsam, was man so tut an einem regnerischen Krankheitstag: wir puzzeln. Nachdem wir Bauernhof und Flughafen richtig zusammen gesteckt haben, widme ich mich einem komplizierten Puzzle ab sechs Jahren und bemerke nicht, wie Luise alle Flughafenteile hinter der Heizung verschwinden lässt. Beim anschließenden Malen folgt der nächste Streich: ich bin nur mal eben auf der Toilette, da entdeckt Luise, wie schön sich der Holztisch mit Wachsmalfarben verschönern lässt.

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So vergeht dieser Tag und man könnte noch Bücher füllen mit dem, was das Mädchen ausheckt. Währendessen habe ich mindestens fünf Mal wehmütig an meinen warmen, ruhigen Büroplatz gedacht, an dem ich eigentlich hätte sitzen sollen. Immerhin haben wir abends eine Gewissheit: vor einer Magen-Darm-Seuche, die auch noch die anderen Familienmitglieder befällt, müssen wir uns nicht fürchten. Denn im Badezimmer entdecke ich später, dass Irgendjemand in die Seife gebissen haben muss. Der Übeltäter ist schnell gefunden und gibt die Schandtat auch sofort zu. Kein Wunder, bei einer Mischung aus warmer Milch und zwei großen Stücken Lavendelseife hätte sich mir auch der Magen umgedreht.

Jimmy kommt ein wenig nach mir: auf meine Frage, ob er denn in diesem Jahr gerne mal einen Fußball- oder Handballverein besuchen möchte, antwortete er: „Ich möchte Billiard spielen, oder Schach!“ Auch ich mochte es früher nicht besonders, mich zu bewegen. Vor allem Rennen war mir verhasst. Was mich allerdings von meinem Sohn unterscheidet: ich kann kein Schach spielen. Und damit wären wir beim heutigen Thema. Bei uns dreht sich zur Zeit alles um den schönsten Sport der Welt. Die Hauptakteure sind König, Dame, Pferd und Jimmy.

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Angefangen hat alles vor einem halben Jahr bei Opa in Oberschwaben. Anton und Jimmy hatten nachmittags Langeweile und holten das große Schachbrett heraus. Jimmy war sofort begeistert und sog die Regeln dieses Spiels auf wie ein Schwamm. Überhaupt interessieren ihn Regeln weitaus mehr als Sport, bei dem man schwitzt. Er schaut liebend gerne die „Fußball-Show“ (Sportschau) und ist fasziniert von dem, was Fußballer alles dürfen und was ihnen nicht erlaubt ist. Von roten und gelben Karten kann er nicht genug bekommen. Selbst mal kicken kommt ihm aber niemals in den Sinn. Dafür hat er zwei linke Füße.

Nun also ging es bei Jimmy und seinem Papa stundenlang darum, wie denn der Läufer springt und das Pferd rennt, oder andersrum. Ich habe mich für Schach nie interessiert und auch jetzt schreckt mich dieses kompliziert anmutende Spiel ab. Ich bin kein strategischer Spieler und Züge weit im Voraus zu planen liegt mir nicht, das weiß ich genau. Ich mache alles aus dem Bauch heraus, und das ist bei diesem Spiel nicht zielführend. Das hat auch Jimmy schnell erkannt, als er den Opa herausforderte. Opa Fritz, ein passionierter Spieler seit Kindesbeinen, rühmt sich selbst als besten Spieler Oberschwabens. Und auch wenn er ein lieber Opa ist, hat er keine Scheu, seinen vierjährigen Enkel mit stolz geschwellter Brust in drei Zügen schachmatt zu setzen. Das war für Jimmy erstmal das Aus. Und ein paar Wochen lang hat er weder über seine derbe Niederlage gesprochen, noch ein Brett samt Figuren angerührt. Aber sein Weihnachtswunsch stand schon fest: im Jacko-O-Katalog hatte er sich für ein leuchtendes Schachbrett erwärmt und das sollte dann auch prompt auf seinen Wunschzettel. Bei dem leuchtenden Brett handelt es sich um einen Schachcomputer, der sich in all seiner Pracht zu Jimmys großer Freude unter dem Weihnachtsbaum wiederfand und sofort ausprobiert wurde. Die Feiertage über waren Anton und Jimmy nicht ansprechbar. Lediglich das Gepiepse des Computers erklang und gab dem Weihnachtsoratorium aus dem CD-Spieler im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz neue Note.

Anton, nicht von ungefähr der Vater von Jimmy, ist ähnlich fanatisch wie sein Söhnchen und wenn er sich für etwas begeistert, dann richtig. So kaufte er am 27. Dezember als erstes ein Schachbuch mit Aufgaben. Diese zu lösen stand zwischen den Jahren an und beschäftigte die männliche Fraktion der Familie über Stunden. Auch wir Damen kümmerten uns um ein neues Pferd, allerdings um eines mit vier Beinen und auf dem man richtig reiten konnte. Aber das nur so nebenbei.

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In diesen Tagen fiel mir Eines ein: In unserem Dörfchen findet jeden Sommer ein großes Schachturnier statt. Einen Sonntag lang wimmelt der Spielplatz, an den die Festhalle und damit der Ort des Turniers angrenzt, von seltsamen Gestalten. Männer mit fettigen, langen Haaren und starrem Blick kommen alle paar Minuten und nach jedem getanen Spielzug aus der Halle und nehmen einen Zug an der Zigarrette. Dabei gehen sie hektisch auf und ab und murmeln wirres Zeug, bis sie die Fluppe austreten und erneut in die Halle eilen. In meinen Träumen sehe ich Jimmy im jugendlichen Alter mit öligem Zopf auf unserem Spielplatz, die Augenlieder zuckend, hektisch nach der Kippe greifend, wie er krampfhaft sein Hirn nach der richtigen Taktik für das Turnier zermartert. Schweiß gebadet wache ich auf.

Nun gut, ich nehme meine Kinder, so wie sie sind, und wenn Jimmy eben kein muskulöser Sportsmann und gefeierter Handballstar werden möchte, so liebe ich ihn genaus so als schachspielenden Nerd, der Selbstgespräche führt. Jedenfalls wundere ich mich nicht darüber, dass ich fortan abends keine Geschichten mehr lesen soll, sondern statt dessen mit ihm die Figuren auf Position bringe und die Zeit stoppe. Das Abendritual lautet bei uns nämlich nun: sieben Minuten Schach, dann ab ins Bett. Jimmy spielt dabei gegen sich selbst und zieht die Figuren mit einer Schnelligkeit hin und her, dass mir schwarz-weiß vor Augen wird. Dabei murmelt er unerlässlich vor sich hin und spricht von seltsamen Begriffen wie „sizilianische Eröffnung“ und Rochade, was aus seinem Mund wie „Rossade“ klingt. Ich verstehe nichts mehr und weiß nun, wie es sich anfühlt, wenn die eigenen Kinder klüger werden als man es selbst ist.

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Übrigens, Jimmy hat Opa Fritz vor kurzem besiegt. Seitdem zweifelt Opa an sich selbst und versteht die Welt nicht mehr. Ich brachte gerade Luise ins Bett, als ich Jimmy feixen hörte: „Opa, ich habe schon fünf von deinen Figuren geschnappt, du hast noch keine von mir!“

Später erklärte mir Anton, dass Opa nicht weiß, dass es sich bei Jimmys Leuchtbrett um einen Schachcomputer handelt. Opa spielte nach seinem Glauben also gegen einen Vierjährigen, der ihn mal eben so in die Tasche steckte. Dass der Computer, eingestellt auf Profi-Level, Jimmy immer anzeigte, welchen Schritt er zu gehen hatte, merkte Opa nicht – und war nach 10 Zügen matt. Ob wir es Opa verraten, wissen wir noch nicht. Von jetzt an darf sich Jimmy bester Schachspieler Oberschwabens nennen. Opa rührt seitdem kein Brett mehr an.

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Leider gehöre ich nicht zu den Frauen, die essen können, was sie wollen und dennoch schlank bleiben. Und das betrifft auch die Zeit der Schwangerschaft. Irgendwie hatte ich zuvor etwas von dem Gerücht aufgeschnappt, man könne 10 Monate lang essen, was man wolle, da der Kalorienverbrauch deutlich höher sei als ohne Mitbewohner im Bauch. Dem war aber nicht so, und so schaute ich nach der Geburt von Kind 1 und Kind 2 auf reichlich Hüftspeck hinunter, der mir bis kurz vorher auf Grund meiner Kugel nicht so sehr aufgefallen war. Dieses Mal wird alles anders, dachte ich mir erst neulich, und schaute mich nach Literatur um, die sich mit dem Thema „Fit bleiben in der Schwangerschaft“ befasst und wurde fündig: Monica Ivancan, Model und Moderatorin, hat „What a Mommy“ geschrieben, und der Südwest-Verlag hat mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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Im Grunde gibt es wirklich wichtigere Dinge, als in und nach der Schwangerschaft rank und schlank zu sein. Allerdings empfand ich die Zeit, in der ich oft mit reichlich Süßigkeiten eingedeckt auf dem Sofa rumgammelte, irgendwie doof. Und müde und schlapp fühlte ich mich auch. Zuvor hatte ich viel Sport gemacht, und obwohl das ja weiterhin empfohlen wird, schnell damit aufgehört, sobald der Test zwei Striche anzeigte.

In der Stillzeit hat sich das nicht geändert. Wir Mütter trafen uns zwei Mal die Woche in der Krabbelgruppe und Jede von uns brachte reichlich Studentenfutter, Schoko und Kekse mit, damit wir „genug Kalorien“ zu uns nahmen. Ich nahm so viel Kalorien zu mir, dass diese ganze „Abnehmen durch Stillen-Theorie“ auf mich nicht zutraf.

Bei Schwangerschaft 2 war es nicht anders und ich musste mir im 8. Monat sogar neue Hosen kaufen. Damit ich die erst gar nicht wieder anzuzuiehen brauche, vertiefte ich mich also in das neue Buch und besorgte mir sofort die Zutaten für eine basische Gemüsebrühe. Zuhause habe ich gleich gemerkt, dass mein Geschmackssinn einfach nicht dem eines Models entspricht. Moni beschrieb, wie gut diese schmecke. Mir war sie einfach viel zu fad und überhaupt mag ich kein Sellerie. Allerdings muss man auch sagen, dass sich die ersten paar Kapitel samt Suppenrezept eher an Nicht-Schwangere richten, die mit Hilfe von „Säure-Base-Fasten“ entschlacken wollen. Moni beschreibt hier, wie sie sich sonst so ernährt, wenn sie nicht gerade schwanger ist. Ihren Aufruf, wie wichtig ein ordentliches Frühstück ist und wie schön es sein kann, sich Zeit für sich selbst und für Sport zu nehmen, kann ich nur unterschreiben. Aber Säure-Base-Fasten wollte ich jetzt natürlich nicht, und auch sonst bin ich nicht so der knallharte Typ, der sich eine Woche von Brühe und Wasser ernährt. Wer hier aber interessiert ist, findet für die Zeit nach der Schwangerschaft und dem Stillen viele Infos, auch zum Thema Darmgesundheit.

Im Laufe des Buches gibt es dann viele gute Tipps für Schwangere, die einfach umzusetzen sind. Walking habe ich zum Beispiel ausprobiert und mir eine Fitness-Matte zugelegt. Das Rezept für einen Morgenstund-Brei, die Workouts für Schwangere oder die Tipps für gesunden Sport nach der Geburt fand ich richtig gut.

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Aber es ist vor allem ein Buch, das sich an Schwangere richtet, die das erste Kind bekommen. Was passiert beim Ersttrimester-Screening, geeignete Umstandsmode, was gehört in die Kliniktasche, all diese Themen kenne ich schon aus den vielen Büchern, die ich vor ein paar Jahren verschlungen habe. Bei folgenden Schwangerschaften interessieren mich viele andere Dinge, wie zum Beispiel ein gutes Zeitmanagement, wie ich die Geschwister miteinbeziehe, wie ich noch Zeit für mich finde und und und…. Aber vielleicht schreibt Frau Ivancan ja noch ein Buch. So viel ich weiß, bekommt oder hat sie schon ihr zweites Kind. Generell finde ich den Ernährungsaspekt nämlich echt gut, auch wenn ich weder Lust noch Ehrgeiz habe, mich in diesem Maße mit dem Thema zu beschäftigen. Aber ich bin ja auch nicht auf Promi-Veranstaltungen eingeladen und muss dort in Abendrobe eine gute Figur machen!

Monica Ivanvan schreibt viel über ihre eigenen Erfahrungen, Gefühle und Erlebniss. Das macht das Buch sehr persönlich und anschaulich. Insgesamt finde ich die Schreibe der Autorin sympathisch, wenn gleich ich persönlich diesen „Puderzucker-Stil“ nicht so mag. All das Rosa und Lila, die Washi-Tape-Optik oder das Kapitel zum Thema „Babyshower“ mit Windeltorte und Bauchabguss ist nicht so meins. Das habe ich schon im „Mami-Buch“ von Katja Kessler fest gestellt. Dort sieht man dauernd rosa-farbene Still-Bhs, niedliches Babyspielzeug, geblümte Umstands-Blüschen und dann diese ganzen Verniedlichungen!
Aber das ist echt Geschmackssache. Mir wäre ein Mittelding zwischen rosa Zuckerperlen-Feeling und der ernsten Sachlichkeit von Ingeborg Stadelmanns „Hebammenhandbuch“ lieb. Und vor allem hätte ich mich über ein Buch für Mütter gefreut, die mit dem zweiten oder dritten Kind unterwegs sind.

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Fazit: Ich finde das Buch echt gut gelungen und kann es vor allem Frauen empfehlen, die ihr erstes Kind bekommen. Es sind viele nützliche Tipps enthalten, es ist nett geschrieben und wer über den nötigen Ehrgeiz verfügt, sein Workout zuhause zu machen, für den sind die Übungen goldwert.

Ich selbst ziehe mein Fitness-Resumee: zwar habe ich mir vorgenommen, aktiv zu bleiben und mich gesund zu ernähren, aber die Walking-Stöcke stehen wieder seit längerem im Schrank. Das könnte auch daran liegen, dass ich mir dabei doof vorkomme. Joggen ist mir einfach lieber, aber vielleicht schaffe ich es ja wenigstens, mal die Yoga-CD einzulegen. Eines weiß ich sicher: kiloweise Studentenfutter ist nicht gut für die Hüften. Aber Nutella aus dem Glas ist gut fürs Herz!

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Monica Ivancan: What a Mommy! So bleiben Mütter fit und sexy, Südwest Verlag 2015. (Affiliate Link)

 

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