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Frauen & Finanzen

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Sophie und ich haben uns etwas auf die Fahnen geschrieben: Frauen und vor allem Müttern das Thema Finanzen näher zu bringen. Vielen geht es ganz ähnlich wie uns: sie befassten sich bisher nicht mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit und haben keine Lust auf Geldanlage, Rentenversicherung und Co. Weil das aber so wichtig ist, möchten wir hier auf dem Blog und auf Kinder haben immer wieder über unsere eigenen Erfahrungen schreiben, Büchertipps geben oder dazu aufmuntern, das vermeintlich leidige Thema Geld endlich auf die To do-Liste zu setzen.

Ich bespreche das Thema #MamasUndMoneten und die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen oft und gerne auf meinem Instagram-Kanal. Zwei Frauen haben sich bei mir gemeldet, die sich mit diesem Thema im Gegensetz zu mir schon länger beschäftigen. Ich habe ihnen ein paar Fragen gestellt und sie haben erzählt, wie ihr Bezug zu Geld ist, ob und was sie für ihre Zukunft und die Rente planen und ob sie mit ihrem Partner über Geldangelegenheiten sprechen.

Caro & Thomas: kümmern sich gemeinsam um die Finanzen

Laura: Ihr habt bereits ein paar Versicherungen für die Rente. Wann habt ihr euch mit dem Thema beschäftigt?

Caro: Hallo Laura, also das erste Mal haben wir uns damit schon vor der Heirat damit beschäftigt. Ich glaube es war 2009. Meinem Mann war es wichtig, dass ich mich neben der gesetzlichen Rente auch privat absichere, da die Aussichten für die Rente gerade für unsere Jahrgänge (ich bin 1980 geboren) doch eher bescheiden sind. Wir haben dann einen unabhängigen Finanzberater bei uns gehabt und der hat dann mit uns die verschiedenen Optionen und Möglichkeiten durchgesprochen.

Thomas: Ich habe mich direkt nach meiner Ausbildung mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt. Mein Onkel hat damals bei der Volksbank gearbeitet und sich mit mir über das Thema unterhalten. Seitdem habe ich aber dreimal die Verträge gewechselt. Vom klassischen Rentenversicherungsvertrag mit Todesfallabsicherung über einen fonds-basierten Riester-Vertrag hin zum fonds-basierten Rürup-Vertrag.

Caro: Genau, diese fonds-basierten Verträge sind das auch bei mir. Und ich muss noch nachtragen, dass ich während meines Studiums bereits bei den Nebenjobs immer geschaut habe, dass ich da schon Beiträge in die Rentenkasse einzahle.

Laura: Kam die Überlegung daher, dass du zuhause bei den Kindern bleibst?

Caro: Dass ich zu Hause bei den Kindern bin hat sich vielmehr daraus ergeben, dass es für uns zum einen finanziell machbar ist, dass wir nur ein Gehalt haben. Zum anderen wollten wir unsere Kinder nicht schon vor dem Kindergartenalter in eine Betreuung außerhalb der Familie geben. Hätten wir die Großeltern vor Ort, wäre es ggf anders. Aber da müssen ja auch die Großeltern mitspielen bzw. mitspielen können.

Thomas: Als Caro noch gearbeitet hatte, bekam sie ja über die Rentenbeiträge automatisch Rentenpunkte. In den ersten drei Jahren nach einer Geburt erhält sie als Mutter ebenfalls weiterhin Rentenpunkte. Ergo: Die gesetzliche Rente geht irgendwie erstmal weiter. Da sie aber aufgrund des Endes des Arbeitsvertrages nur noch Grund-Elterngeld und danach Betreuungsgeld bekam, wurde der Riester-Vertrag interessant.

Laura: Caro, ist das in deinem Umkreis auch so, dass sich Mütter mit diesem Thema beschäftigen?

Caro: Ich muss zugeben, dass ich mit den meisten Müttern nicht über das Thema Rente und/oder Geld rede. Daher weiß ich das leider nicht. Ich habe allerdings viele Mütter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die mehr als nur ein Jahr zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern. Von meinen Freundinnen sind die meisten zu Hause geblieben bis die Kinder in den Kindergarten gekommen sind. Manche bleiben sogar darüber hinaus zu Hause, weil sie das Gefühl haben, dass sie Familie und Beruf nicht befriedigend unter einen Hut bekommen könnten. Daher denke ich, dass sich die Mütter schon auch mit dem Thema Rente und Finanzen beschäftigen oder beschäftigen müssten. Geredet wird darüber aber eher wenig bis gar nicht.

Laura: Hast du den Eindruck, Frauen kümmern sich zu wenig um Finanzen?

Caro: Es gibt sicher Frauen, die sich zu wenig um das Thema Finanzen kümmern oder nicht ausreichend. Ich muss zugeben, dass ich da ohne meinen Mann wahrscheinlich auch deutlich weniger Vorkehrungen für die Zukunft getroffen hätte oder treffen würde. Es ist halt für viele (da würde ich aber Männer nicht ausklammern) wahrscheinlich ein komplexes und „unattraktives“ Thema. Zudem ist die eigenen Rente ja gefühlt noch so weit weg.

Laura: Wie regelt ihr das mit dem Geld insgesamt? Habt ihr ein gemeinsames Konto?

Caro: Wir haben jeder ein eigenes Giro-Konto. Das ist einfach historisch so gewachsen. Und warum sollte ich mein Girokonto nach der Heirat auflösen?! Elterngeld und ein monatliches „Taschengeld“ habe ich monatlich auf meinem Konto. Und alles, was nur mich betrifft (Krankenzusatzversicherung, Rürup, Riester…) geht von meinem Konto. Wir haben aber auch noch ein gemeinsames „Haushaltskonto“.

Thomas: Caro erhält von mir einen gewissen Unterhalt um laufende Versicherungen und Ausgaben bewältigen zu können. Damit bleibt sie wenigstens irgendwie autark. Das gemeinsame Haushaltskonto steht für Haushaltsausgaben wie Essen und Haushaltsartikel, aber auch Apothekeneinkäufe oder Ausgaben für das Wohnen, wie Miete, Nebenkosten (Strom, Gas) oder GEZ zur Verfügung. Das sind ja Kosten, die wir uns als Ehegemeinschaft sowieso teilen müssen. Früher, als Caro noch ein Gehalt hatte, haben wir das Konto zu gleichen Teilen gefüttert. Aktuell kommt das Budget eben von mir als Alleinverdiener.

Laura: Caro, sprichst du mit deinem Mann viel über Geld?

Caro: Wir sprechen über Geld und Ausgaben, aber nicht übermäßig viel. Ich würde sagen „Nach Bedarf“.

Thomas: Nach Bedarf klingt gut. Gibt nicht allzu oft Bedarf. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen.

Telse: Möchte sich dem Thema endlich stellen

Laura: Du hast geschrieben, dass du und dein Partner nicht verheiratet seid, ihr euch aber dennoch rechtlich absichern möchtet. Wie kamt ihr auf den Gedanken? Hat das was mit eurem Kind zu tun?
Telse: Auf jeden Fall hat das mit unserem Kind zutun. In meinem Freundinnenkreis gab es genau diesen Fall vor dem alle Angst haben; bei dem der Freund und Vater des gemeinsamen Kindes tödlich verunglückte und die Frau keine rechtliche Handhabe hatte. Sie hatten sich leider in keinster Weise abgesichert. Wir sollten es also besser wissen. Unsere Tochter wird im Oktober 2 Jahre alt. Daran sieht man, es ist und bleibt ein unangenehmes Thema. Das wir es bisher nicht abgeschlossen haben, empfinde ich mehr als unverantwortlich und fahrlässig. Dennoch glaube ich, wenn wir bisher keine Kinder bekommen hätten, wären wir bei den gleichen Themen.
Laura: Hast du dich schon immer mit Finanzthemen auseinander gesetzt oder ist das neu?
Telse: Jein. Da wurde ich immer von meinen Eltern geführt. Alles was ich diesbezüglich gemacht habe, habe ich nur auf Anraten und Weisung meine Eltern gemacht. Ich hatte vermögenswirksame Leistungen während meiner Ausbildung. (Von denen ich während meines Wohnungskaufs profitiert habe.) Ich habe Dank meiner Eltern früh geriestert. Meine Eltern haben für mich einen Bausparvertrag abgeschlossen. Ich besitze eine Direktversicherung. Ich muß Dank guter Umstände kein Bafög abbezahlen. Ich besitze einen kleinen Bank-Anteil meiner Hausbank. 2015 habe ich eine Wohnung gekauft (mit Hilfe einer Schenkung meiner Eltern) in der wir auch eingezogen sind und die ich mit einem Annuitätendarlehen abbezahle.
Mit Aktien, ETFs oder Fonds kenn ich mich (noch) nicht aus.
Laura: Wie erlebst du das bei deinen Bekannten und Freundinnen? Informieren die sich auch?
Telse: Natürlich wird darüber nicht oft und nicht offen und bereitwillig gesprochen. Der Großteil meiner Freundinnen sind verheiratet, haben Kinder und sind in Teilzeit beschäftigt. Ich gehe davon aus, das die meisten -ähnlich wie ich- irgendwas für ihre Rente machen aber sich nicht ernsthaft damit beschäftigen. Ich glaube das sie die Ehe schon als Absicherung sehen. Zumindest höre ich mitunter „wir sind ja verheiratet“.
Laura: Warum hast du als Frau das Gefühl, dich mit finanziellen Fragen rund um Erbrecht und Co endlich auseinander setzen zu müssen?
Telse: Da ich mich mit meinem Freund bewusst entschieden habe, nicht zu heiraten und das das bedeutet, wenn es zu „dem Fall“ (Trennung, Tod) kommt, ich allein erziehend und damit akut armutsgefährdet bin. Außerdem entsteht durch unseren neue Lebensabschnitt (Kindererziehung, Hauskauf) ein finanzielles Ungleichgewicht zwischen uns.
Laura: Teilt ihr euch Kindererziehung und Job?
Telse: Ich habe nach 11 Monaten in Teilzeit mit 25 Std angefangen zu arbeiten. Mein Freund hat die ersten 10 Monaten sein Vollzeit- Job auf 25 Std reduziert. Auf eigene Kosten. Durch Elternteilzeit konnten wir einige Monate mit Elterngeld aufstocken. Einen Monat waren wir gemeinsamen in Elternzeit auf Reisen. Für unsere Tochter begann mit 10,5 Monaten die Eingewöhnung in die Krippe. Damit begann auch wieder der Vollzeitjob meines Freundes.
Ja. Wir teilen uns die Kindererziehung. Obwohl ich finde ich übernehme den Projektleiter- Status. Aber ich empfinde uns schon als gleichberechtigte Bezugspersonen. Er hat aber auf jeden Fall den größeren Verdienstanteil von uns und ich den Zuverdiener- Status.
Laura: Kümmerst du dich auch um Rente und Co?
Telse: Ungerne und ungenügend. Meine Steuererklärung lasse ich meinen Freund machen. Das sagt schon alles aus.
Laura: Sprecht ihr beiden viel über finanzielle Themen?
Telse: Ja. Das ist immer wieder Thema. Zum Beispiel, ob die Kosten für wohnen und Gemeinschaftskosten gerecht aufgeteilt sind. Und das zum Beispiel bei Urlauben der größere Anteil von ihm gezahlt werden muss. Abschlüsse von neuen Bausparverträge oder ähnliches hat bisher jeder mit seinen finanziellen Möglichkeiten eigenverantwortlich gemacht. Ich muß zugeben, daß er in diesem Fall den Projektleiter- Status inne hat. Das möchte ich zB ändern mit dem Madame Moneypenny Webinar. Bezahlt ist schon….ich muß mich nur noch aufraffen….

Erfahrungen teilen

Danke, Telse, Caro und Thomas, dass ihr eure Erfahrungen teilt. Es sind natürlich sehr subjektive Herangehensweisen und jedes Paar muss für sich wissen, was es wie macht. Aber ich finde es wichtig, über die finanziellen Angelegenheiten zu sprechen und sich bewusst zu machen, wie wichtig und sinnvoll das für die ganze Familie ist. Egal ob verheiratet oder nicht, erwerbstätig oder zuhause arbeitend – es gibt immer ganz gute Lösungen, sich finanziell abzusichern. Der wichtigste Punkt ist bestimmt, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und als erstes die Verhältnisse zu klären. Was wünschen sich die Partner voneinander, wer kann dem anderen finanziell unter die Arme greifen, sollten Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden und was ist mit dem Elternteil, der wegen der Kinder weniger oder gar nicht arbeitet?
Ich freue mich, wenn du Lust hast, mitzudiskutieren. Lass uns das Thema hochhalten und damit auch etwas gegen das hohe Armutsrisiko im Alter tun, das immernoch vor allem Frauen betrifft.
Bleib fröhlich und unperfekt,
deine Laura

#MamasUnsMoneten (Buchrezension und Gewinnspiel)

Heute kommt ein Update zu unserem Projekt #MamasUndMoneten und ich erzähle dir, was ich so in den letzten Wochen unternommen habe. Sophie vom Blog Kinder haben und glücklich leben und ich haben erst gestern am Telefon besprochen, dass wir das Thema weiter hochhalten möchten. Unser Ziel soll sein, Frauen für Finanzen zu begeistern und vor allem Mütter dazu zu bringen, sich mit ihrer Zukunft auseinander zu setzen. Durch Expertinnen wie die Geldfrau oder Madame Moneypenny habe ich in den letzten Wochen viel gelernt und möchte dir heute erzählen, was sich bisher verändert hat.

1. Sparen

Seit ich mich mit Geld beschäftige, gehe ich damit viel bewusster um. Das ist eigentlich meine wichtigste und beste Erkenntnis. Weil ich künftig genau wissen möchte, wie viel Geld ich habe, ausgeben und sparen kann, war dies zwangsläufig der erste Schritt. Tatsächlich hat Madame Moneypenny recht wenn sie sagt, dass viele Frauen überhaupt nicht wissen, was so auf ihrem Konto passiert. So war es für mich immer eine Überraschung, wenn ich mein Online-Banking geöffnet habe. Was da wohl noch so drauf ist? Anton dagegen weiß genau, wie viel Geld auf dem Konto liegt. Er weiß, welche laufenden Kosten wir haben und kennt jede einzelne Transaktion.

Weil ich das Gefühl habe, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, habe ich mir schon vor einer Weile eine Haushalts-App auf mein Tablet geladen. Dort trage ich in regelmäßigen Abständen anhand meines Kontostandes ein, wie viel Geld ich für Kategorien wie Lebensmittel, Kleidung (Kinder und ich), Benzin, Kosmetikartikel, Reise, öffentlicher Nahverkehr etc ausgebe.

Da aber jeden Tag viele Kleinigkeiten anfallen, die ich bar bezahle, benutze ich seit zwei Wochen zusätzlich ein kleines Notizbüchlein. Dort habe ich drei Spalten für Ausgabe, Preis und Art der Bezahlung (bar/EC) und trage jedes Brötchen und jeden Bleistift ein.

Warum ich das tue? Ich habe gemerkt, dass ich auf diese Weise gewisse Ausgaben überdenke. Folgendes hat das Haushaltsheft bewirkt: im Netz sah ich ein schickes T-Shirt. Shop googlen, bestellen, Kreditkartennummer eingeben – das geht ja sooo einfach. Aber dann dachte ich mir, dass ich die 40 Euro-Ausgabe direkt in mein Heft eintragen muss. Ich habe mir den Link zum Shirt gespeichert und wollte mir den Kauf noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Nun bin ich der Meinung, dass ich genug Klamotten habe und möchte es nicht mehr. Tataaaa, 40 Euro für meine Rente gespart.

Ich spare aber jetzt nicht einfach nur an jeder Ecke, sondern gebe mein Geld viel bewusster aus. In mein Heft kommen auch Ausgaben wie Trinkgeld, ein köstlicher Espresso beim Italiener oder ein Ticket für einen Ausflug mit den Kindern in den Märchengarten. All diese Ausgaben mache ich gerne und sie sind mir wichtig.

2. Informieren

Wissen ist Macht, also habe ich begonnen, wie Madame Moneypenny in ihrem Buch Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können (Affiliate Link) empfiehlt, mich jeden Tag ein wenig zum Thema Geld weiterzubilden. Im Urlaub konnte ich das Buch von Natascha Wegelin in Ruhe  lesen, mir Notizen machen und ihre Seite im Netz inspizieren. Dieses Buch kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Obwohl das Thema dröge klingt, schreibt Natascha eine locker flockige Geschichte über einen Grillabend bei ihren Eltern. Kapitelweise bespricht sie mit ihren Lieben allerlei Geldangelegenheiten, erklärt ihrer Schwester die Wichtigkeit der finanziellen Unabhängigkeit, erzählt ihr von Geldanlagemöglichkeiten, den Weg zum Vermögensaufbau oder erläutert Börse und Aktien so anschaulich, dass es wirklich jeder versteht. Nach jedem Kapitel gibts eine Challenge für den Leser sowie Beispiele von Frauen, die ihre Finanzen in die Hand genommen haben. Egal ob verschuldet oder arm, diese Geschichten zeigen, dass es hier nicht nur um Menschen mit viel Geld auf dem Konto geht. Vielmehr gibt Natascha im Buch Tipps, wie wirklich jede Frau in der Lage ist, ihr Leben zu verändern und sich um Geld viel weniger Sorgen machen zu müssen.

Für mich ist das Buch eine kleine Startrampe. Ich habe mir einige Dinge angestrichen und unglaublich viel gelernt. Demnächst eröffne ich mein eigenes Depot und bin Natascha Wegelin sehr dankbar über ihre Tipps. Außerdem habe ich mit Dani Parthum, Finanzcoach für Frauen und unter dem Namen Geldfrau bekannt, gesprochen. Sie hat mir live auf Instagram meine wichtigsten Fragen beantwortet und ich habe das Interview hier für dich abgetippt.

Auf der langen Autofahrt zu meiner Freundin lief der Finanzrocker-Podcast und an einigen Abenden habe ich mir außerdem auf Youtube Videos von Aktien mit Kopf angeschaut.

Seitdem Sophie das Thema Finanzen auf den Tisch gepackt hat, habe ich auch mit vielen Freundinnen gesprochen. Teilweise war ich sehr überrascht, wie fit andere Frauen sind und wie clever sie vorsorgen. Aber es gibt genauso viele wie mich, die sich nie mit Geld beschäftigt haben. Sie alle wurden durch unsere Gespräche angeregt, sich auch endlich diesem Thema zu stellen und ich werde der Aufforderung in Nataschas Buch nachgehen und ihr Buch an die nächste weitergeben, sobald ich es nicht mehr brauche.

3. Planen

Natürlich habe ich Anton mit ins Boot geholt und wir haben uns zusammen hingesetzt. Denn alle diese Punkte betreffen uns gleichermaßen. Unser Ziel ist es, einen Überblick über unsere gemeinsame finanzielle Lage zu bekommen, für uns beide gleichermaßen zu sorgen und dann nur noch aus einem einzigen Grund unser Leben miteinander verbringen: weil wir uns lieben und nicht, weil der eine von dem anderen finanziell abhängig ist. Darum prüfen wir gerade Versicherungen, informieren uns über Absicherungen im Ernstfall, haben auf einem Flipchart Ausgaben und Einnahmen gegeneinander gestellt und werden als nächstes schauen, wie tief mein Loch in der gesetzlichen Rentenversicherung ist. Das zu füllen machen wir dann in den nächsten Jahren gemeinsam, denn ich habe bisher viel weniger gearbeitet als er, weil ich mich um unsere Kinder gekümmert habe.

4. Handeln

Gehandelt habe ich schon und so in den letzten Wochen viele einzelne, kleine Schritte gemacht, die in die richtige Richtung gehen. Ein wunderbares Projekt war es, meine Unterlagen zu sortieren. Dafür habe ich mir die Anleitung auf Danis Seite durchgelesen und kiloweise Papier aussortiert. Meine Ordner haben nun eine neue Struktur und ich finde alles auf Anhieb wieder. Unterlagen, die ich nich mehr brauche, verstopfen nicht länger mein Regal. Dafür habe ich die wichtigsten Urkunden wie Abizeugnis und Uni-Diplom eingescannt. Mein Termin bei der Deutschen Rentenversicherung steht im Oktober an und ich bin gespannt, was ich dort erfahren werde.

Und jetzt kommst du!

Eigentlich ist jeder Schritt, den ich gemacht habe, gar nicht so schwer, oder? Wie wäre es, wenn du dich noch heute dazu entschließt, mit Sophie und mir mitzukommen? Du könntest am Wochenende deine Unterlagen sortieren, dir von nun an Ausgaben in ein Heft zu schreiben oder mal die Kontoauszüge der letzten Wochen studieren. Viele kleine Schritte führen auch zum großen Ziel und ich wette, dass wir uns in einem Jahr entspannt zurücklehnen können, weil wir die wichtigsten Geldthemen geklärt haben.

Das Thema Geld ist überhaupt nichts Unangenehmes. Es kann tatsächlich glücklich machen, denn seitdem ich über Geld nachdenke, gehe ich viel bewusster damit um. Ich verzichte auf viele Dinge, die ich gar nicht wirklich brauche und lebe dadurch nachhaltiger. Ich spare ein, gebe aber für gewisse Sachen mein Geld bewusst und gerne aus. Zu sparen und mir eine Rente oder ein Geldpolster für Notlagen zuzulegen, macht mich ruhiger und einige Sorgen fallen von mir ab. Irgendwie hat finanzielle Unabhängigkeit ja auch mit Freiheit, Stolz und Selbstbewusstsein zu tun. Damit meine ich nicht, dass es viel Geld sein muss. Aber genug zum Leben zu besitzen, für Notfälle oder die Rente vorzusorgen hat etwas sehr Befreiendes. Ich erfreue mich daran, mehr Frauen für dieses Thema zu begeistern und habe großen Respekt vor Geldfrau Dani und Madame Moneypenny Natascha, die sich die Aufklärung und die Bildung von Frauen zum Beruf gemacht haben.

Übrigens gibt es Ende November auf Instagram ein Live-Video mit Juramama Nina Straßner, die uns die Wichtigkeit von Eheverträgen erklärt. Sophie und ich werten in den nächsten Wochen die große Blogparade aus und werden dir hier in naher Zukunft eine Liste mit Büchern, Links, Podcasts und Youtube-Kanälen zur Verfügung stellen.

Gewinnspiel

Achtung: das Gewinnspiel ist zu Ende und die Gewinnerin wurde von mir per Mail benachrichtigt.

Juchuuu, hier kannst du ein Exemplar von Nataschas Buch gewinnen. Ich finde, es eignet sich perfekt für den ersten Schritt auf deinem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Kommentier einfach unter diesem Text, dann hüpfst du in die Lostrommel.

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 05.10.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse nutze ich ausschließlich für den Versand des Buches und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ von Natascha Wegelin
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Zur Transparenz: mein eigenes Exemplar sowie eines zur Verlosung wurde mir kostenlos vom Rohwolt Verlag zur Verfügung gestellt.

Frauen können Finanzen!

Weiter gehts mit unserem Projekt #MamasUndMoneten. Sophie vom Blog Kinder haben und ich möchten noch mehr zum Thema Finanzen wissen und was liegt da näher, als eine echte Expertin zu befragen. Wir haben uns gemeinsam Fragen überlegt und ich habe Dani Parthum auf Instagram interviewt. Sie ist Journalistin, Finanzexpertin und unter dem Namen Die Geldfrau als Geldcoach für Frauen im Netz zu finden. Weil das ein Live-Video war, das sich nach 24 Stunden löscht, tipppe ich die spannenden Antworten für dich ab!

Foto: Antje Merkel

Dani Parthum  ist übrigens auch Diplom-Ökonomin und Finanzanlagefachfrau. Sie arbeitete schon zu Themen wie Finanzkrise oder Staatsverschuldung und hat sich vor zwei Jahren umorientiert: sie ist jetzt Geldcoach für Frauen. Ihr fiel auf, wie wenig Wissen Frauen in Sachen private Finanzen haben. Also hat sie sich mit ihrem journalistischen Backround und einer berufsbedingten neutralen Sicht auf die Dinge weitergebildet. Nun möchte sie die Infos, ihre Haltung zum Geld und die praktische Erfahrung weitergeben. „Frauen könenn Finanzen!“ lautet ihr Motto und es ist ihr eine Herzensangelegenheit, dass sich Frauen mit Geld beschäftigen.

Dani, ich freue mich sehr, dass du uns auf unserer Reise in die finanzielle Unabhängigkeit mit deinem Wissen unterstützt!

Das Interview

Laura: Warum haben so viele Frauen eigentlich eine gewisse Abneigung gegen Geld?

Dani: Da gibt es viele Einflüsse, die auf uns wirken und die weit in die Vergangenheit reichen! Wir wurden seit Jahrhunderten nicht mündig gehalten, dürfen erst seit 60 Jahren unser eigenes Konto eröffnen, haben lange kein eigenes Geld verdient. Es war tatsächlich so: Frauen verwalteten eher den Mangel, viel Geld verwalteten dann die Männer. Den mündigen Umgang mit Geld konnten unsere Mütter und Großmütter lange nicht üben, haben kein eigenes Geld verdient, keine Verantwortung für ihre Finanzen übernommen. Das wirkt natürlich nach! Seit ein paar Jahrzehnten erst beschäftigen wir uns damit, denn Frauen können eigentlich super mit Geld umgehen.

Laura: Wir haben ja auch von den eigenen Eltern gelernt, wer das mit dem Geld regelt. Der Vater sitzt im Arbeitszimmer und kümmert sich um die Finanzunterlagen, die Mutter hatte damit wenig zu tun. Das Gefühl ist dann unterbewusst: als Frau habe ich mit Geld nichts am Hut, genauso wie mit dem Werkzeug im Keller.

Dani: Genau, die Mutter kümmert sich um den Haushalt, Vater macht das Geld – das nennt man monetäre Sozialisation. Deine Kinder werden nun sehen, dass auch die Mutter sich um das Geld kümmert. Am besten macht man das natürlich zusammen. Klar hat jeder seine Stärken und man teilt sich die Aufgaben, aber die wichtigen Entscheidungen trifft man dann gemeinsam.

Laura: Mich beschäftigt das Thema Rente. Neulich habe ich den Bescheid der Deutschen Rentenversicherung bekommen. Das war ziemlich ernüchternd. Ich bin jetzt 34 Jahre alt und frage mich, ob der Zug mit der Altersvorsorge schon abgefahren ist?

Dani: Bis du in Rente gehst, hast du noch 30 – 35 Jahre. Du wirst vielleicht sogar noch länger arbeiten, deshalb hast du noch so viel Zeit, dich darum zu kümmern. Wenn du 5 Jahre früher angefangen hättest, wäre es auch gut, aber es ist jetzt lange nicht zu spät. Du musst es jetzt aber wirklich angehen. Du arbeitest halbtags, vielleicht denkst du darüber nach, über kurz oder lang wieder mehr zu arbeiten? Als Selbstständige ist es wichtig, dass du einen Betrag X zur Seite legst und anfängst zu sparen. Aber auch wer schon 40 ist, kann noch viel machen. Aber man muss sich bewusst dafür entscheiden.

Laura: Ich kann mir ja auch Erziehungspunkte bei der Deutschen Rentenversicherunganrechnen lassen. (Hier ist der Link zum Antrag) Das werde ich  nun als erstes machen!

Lieber Pipi als Prinzessin

Dani: Wenn man verheiratet ist, bekommt man übrigens im Falle einer Scheidunng einen Teil der Rentenpunkte des Mannes. Drei Rentenpunkte für Erziehungszeit kriegt man tatsächlich, das ist aber nur wenig. Wenn man nicht verheiratet ist, ist es besonders kritisch für Mütter. Ich rate dazu, die Beziehung zum Partner immer vom Ende her zu denken. Am Ende soll die Rente für jeden Einzelnen reichen und deshalb ist wichtig, dass sich Frauen ihre eigene Rente aufbauen. Wenn ihr nicht verheiratet seid, ist es sinnvoll, mit dem Partner zu verhandeln, gemeinsam in die private oder gesetzliche Rente einzahlen oder sich mit ETFs eine Rente aufbauen. Das ist eine Form der partnerschaftlichen Einigung, die mit Liebe nicht viel zu tun hat, aber so wichtig ist. Wir Frauen tappen gerne in die Romantik-Falle. Manchmal sagt auch der Mann: lass uns nicht übers Geld reden, wir lieben uns doch. Aber das ist eine schräge Argumentation. Ich empfehle hier das Buch von Michael Mary: Die Liebe und das liebe Geld (Affiliate Link). Uns Frauen wurde immer eingeredet, dass wir uns um den Haushalt kümmern müssen und bloß nicht nach Geld fragen sollen. Schau dir die Prinzessinnen-Liteatur an. Dort warten sie nur auf den Prinzen. Nee, dann lieber Pipi Langstrumpf sein, denn dann können wir unser Leben selbstständig aufbauen und das gemeinsam mit unserem Partner leben.

Laura: Kann ich auh freiwillig in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen?

Dani: Du musst das mit der Rentenbersicherung absprechen. Schreib sie an, dann gibt es da Formulare und es wird erklärt, wie das vor sich geht.

Fahrt zweigleisig!

Laura: Viele Mütter gehen länger in Elternzeit. Wäre es gut, in diesem Fall zusätzlich vorzusorgen? Lieber privat oder gesetzlich?

Dani: das ist eine umfassende Frage! Eine Sache vorweg: Wir neigen dazu, beim Geld Sicherheit haben zu wollen. Ich plädiere dafür, das zu streichen, denn es gibt keine Sicherheit im Leben. Auch bei Geldanlagen und Renten ist das so. Man muss versuchen, mit dieser Unsicherheit zu leben.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eigentlich das beste System, das es gibt. Die Menschen, die arbeiten, finanzieren die Rente der Menschen, die nicht mehr arbeiten. Auch wenn die Banken crashen, wird das Systen weiter erhalten, weil es genug Puffer gibt. Aber leider hat man dieses System damals unter Rot-Grün kaputt gemacht und geredet. Dann wurde Rürup und Riester gefördert und damit die Einzahlungen vermindert. Versicherungs- und Bankenwirtschaft reden sehr stark in die Politik mit ein, Carsten Maschmeyer und Christian Wulf haben sich zusammengetan und für die Versicherungswirtschaft in die Politik eingegriffen. Dadurch ist eine große Unsicherheit bei der gesetzlichen Rentenversicherung entstanden, von der ich aber nach wie vor ein großer Fan bin. Ich baue mir auch selbst eine gesetzliche Rente auf, aber das ist nicht mein einziges Standbein. Daher habe ich noch ein anderes, mein privates. Denn wir wissen nicht, wie es in 20 Jahren aussieht. Vielleicht gibt es dann auch ein Grundeinkommen, denn wir werden massive Probleme kriegen Die Altersarmut wird viel stärker kommen als bisher, auch weil die Einkommen viel zu niedrig sind.

Deshalb würde ich in Finanzdingen zweigleisig fahren, wenn es möglich ist.

Follow the money

Laura: Wo kann ich mich denn gut beraten lassen? Ich habe einen Riester-Vertrag von einem freudestrahlenden Bankberater empfohlen bekommen und auch abgescglossen. Wo bekomme ich aber gute und unabhängige Infos her?

Dani: Bankberater sind Produktverkäufer, die verkaufen Produkte und bekommen dafür Provisionen. Sie beraten dich nicht speziell in deiner Situation und gucken eher, wie sie an ihre Provision kommen. Ich rate davon ab, von einem Bankberater beraten zu werden. Es ist ja schon seltsam, wenn du für eine Beratung kein Geld bezahlen musst. Einen Berater muss ich ja auch irgendwie bezahle, daher rate ich zu einem Honorarberater. Am besten ist, sich erst zu bilden und sich zu informieren. Macht euch selber schlau, denn die Infos gibt es eigentlich alle. Man muss sie sich nur aneignen. Fangt am besten mit einer Sache an. Wenn euch jemand einen Verrtag ans Herz legt, fragt nach und holt euch die Infos. Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück. Aber je mehr Versicherungen du hast, desto mehr machst du dich abhängig von den Konzernen. Verbraucher haben oft nicht genug Einblick in die genauen Bedingungen.

Follow the money! Schau immer, wer von den Produkten profitiert. Wenn du etwas nicht verstehst bei Verträgen, lass die Finger davon. Riestern kann funktionieren, das ist eine Einzelentschiedung und das muss man dann genau prüfen. Ich würde von Rürup auf jeden Fall abraten und Steuervorteile nie als Entscheidungskriterium für eine Versicherung nehmen.

Laura: Wenn es um Finanzierung geht, denken viele an Immobilien. Ist das eine gute Idee?

Dani: Das kann eine gute Idee sein, muss es aber nicht. Beim Immobilienkauf gibt es sehr vieles abzuwägen; hier rate ich dazu, sich umfassend zu informieren. Eine Immobilie ist für viele eine Verbindlichkeit, weil sie u.a. ständig saniert werden muss und eine Verpflichtung, solange sie kein Geld auf dein Konto spült. Es gibt ganz viele Argumente, die gegen eine selbstgenutzte Immobile sprechen – das ist ein abendfüllendes Thema. Es gibt auch einige Argumente dafür.
Ein Eigenheim ist bei Familien oft überdimensioniert und wenn die Kinder aus dem Haus sind, gar nicht mehr notwendig. Der Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die größte Anschaffung ihres Lebens. Es ist außerdem ein Unterschied, ob ich die Immobilie selber nutze oder nicht. Wenn ihr sie selbst nutzt, ist es eine Art Lifestyle-Produkt. Wenn ihr sie als Geldanlage zur Altersvorsorge nutzt, ist es etwas anders.
Mit Immobilien muss man sich genau auseinandersetzen und sich informieren. Gerd Kommer, Kaufen oder Mieten (Affiliate Link) ist super, das Buch kann ich sehr empfehlen. Ganz wichtig ist, dass beide Partner mit dem Kauf im Grundbuch stehen. Aber bei den Preisen heute kann man den Kauf einer Immobilie auf Kredit nur noch in Einzelfällen als Geldanlage empfehlen, das ist kein Selbstgänger. Wenn du das Geld allerdings cash hast, sieht die Rechnung anders aus.

Laura: Sophie interessiert vor allem das Thema Kinder und Ausbildung, macht es Sinn, Geld für die Ausbildung anzulegen?

Dani: Geld für die Ausbildung anzusparen, davon bin ich kein großer Fan . Eigentlich sollte das von den normalen Einnahmen finanzierbar sein. Wenn die Kinder studieren und man hat nicht genug Geld, können die Kinder Bafög beantragen und es später selbst zurückzahlen. Erst die eigenen Finanzen planen, sich um die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau kümmern und dann noch etwas für die Kinder zurücklegen. Das wäre für mich die Reihenfolge. Und dann kommt es auf das Alter der Kinder an. Bei kleinen Kindern könnte sich ein ETF-Depot schon lohnen, bei größeren besser Sparen als Tagesgeld.

Laura: ETFs als Finanzanlage hast du angesprochen. (Was sind ETFs? Hier die Definition bei Wikipedia) Ein Freund wandte ein, dass man dann aber auch Firmen dabei hat, die zum Beispiel Waffen an Saudi Arabien verkaufen. Damit habe ich dann Schwierigkeiten.

Dani: Ich beschäftige mich auch mit nachhaltiger Geldanlage auf meinem Blog. Das ist ein spannendes Thema. ETFs sind Indexfonds, die sehr kostengünstig einen Aktien- und Anleihen-Index nachbilden, aktiv gemanagte Aktienfonds sind dagegen teuer, weil sie von Managern zusammengestellt werden. Es gibt mittlerweile auch nachhaltige Indizes. Da steckt aber dann auch eine Unilever drin oder die Firma Bayer mit Monsanto. Das wird dann auch schwierig mit der Nachhaltigkeit oder Ethik.
Du musst erstmal klären, was Nachhaltigkeit oder Ethisches Geldanlegen bedeutet. Für Dich und was die jeweilige Firma oder der Fonds unter Nachhaltigkeit versteht. Sowas wie – wie gehe ich mit den Mitarbeitern um, halte ich mich an Gesetze, achte ich Umwelt und Tier etc.
Es gibt zur ethischen Geldanlage zwei Strömungen. Die einen sagen: Ja, mach das, das ist gut. Aber wenn du es konsequent machst, ist die Geldanlage oft teurer und dein Risko steigt. Und es ist komplexer. Wenn du dann zum Beispiel nur noch in erneuerbare Energien investierst, dann gehst du ein hohes Risiko ein, weil du zu sehr auf eine Branche konzentriert bist. Du musst dann noch mehr wissen.

Die andere Meinung ist: Investier‘ breit z.B. in einen MSCI-World-ETFs (Anmerkung Laura: da gibts übrigens auch welche, die Waffenfirmen ausschließen) und verhalte dich als Konsument nachhaltig. Kauf‘ keine Produke von Unternehmen, die sich unethisch oder nicht nachhaltig verhalten, geh‘ nicht zu Kaffeeverkäufern, die keine Steuern zahlen etc. Die Macht der Konsumenten bringt sehr wahrscheinlich mehr, als sich bei Investments festzulegen, finde ich.
Wir Frauen brauchen auch pragmatische Geldanlagen. Ich halte es einfach. Wenn die Unternehmen nicht mehr so viel Nachfrage haben, dann verschwinden die Produkte allein vom Markt und die Firmen fallen dann irgendwann aus den Idizees. Es gibt bei nachhaltiger Geldanlage keine einfache Lösung, weil wir in einer komplizierten und verstrickten Welt leben.

Geld macht Spaß

Ich selbst habe Geld auch lange nicht wichtig genommen, entsprechend habe ich mich nicht gut darum gesorgt. Es ist aber wichtig, denn sonst können wir unser Leben nicht so leben, wie wir es möchten. Ich habe mir deshalb eine neue Geldhaltung zugelegt: Geld tut mir richtig gut! Solche energiegeladenen Geld-Glaubensätze könnt ihr euch auch ausdenken, aufschreiben und zum Beispiel an den Spiegel hängen. Wenn ihr euch damit beschäftigt, ändert sich eure Einstellung zum Geld automatisch. Das ist auch wichtig bei Gehaltsverhandlungen. Geld ist der Dank für Arbeit und bedeutet auch Würde.

Ich sage immer, Frauen können Finanzen! Also ran ans Geld. Es macht Spaß und wir können alles lernen!

Foto: Tom Salt

Danke noch einmal, liebe Dani.

Und du, bleib fröhlich und unperfekt. Ich hoffe sehr, dass dich das Interview vor allem dazu gebracht hat, deine Einstellung zum Geld zu überdenken. Denn Geld ist nicht alles, aber mit Geld können wir viel bewegen, Gutes tun und unabhängig sein.

Deine Laura

Gewinnspiel Online-Tutorial

Dani hat noch eine super Überraschung für dich! In den nächsten Wochen gibt es bei ihr den Start für das Online-Tutorial #Geld Smart Managen, deine Startrampe zum Vermögensaufbau. Schau mal hier vorbei. Da geht es ganz von vorne los und du lernst alles Wissenswerte Schritt für Schritt. Dani verlost zwei kostenlose Zugänge im Gesamtwert von 7oo Euro. Wenn du diesen Kurs und damit den ersten Schritt in deine finanzielle Unabhängigkeit gewinnen möchtest, dann kommentier einfach hier unter dem Text.

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Mailadresse mitteilst, damit Dani dir den Tutorial-Code zuschicken kann. Deine Mail-Adresse wird nur zum Versand des Codes genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch des Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 17. September 2018, und endet am 25.September 18 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Zur Transparenz: Dani hat mir das tolle Interview kostenlos gegeben und uns allen ihr Wissen und die Möglichkeit zum Gewinn verschenkt.

Eine Frau zeigt, wie es geht

#MamasUndMoneten

Bei mir hat sich eine Frau gemeldet, die gerne etwas zu Sophies und meinem Projekt #MamasUndMoneten beitragen möchte, aus verständlichen Gründen anonym. Mich hat der Text sehr berührt und ich bewundere die Autorin. Sie schreibt darüber, dass sie schon ihre Ausbildung so gewählt hat, dass sie von ihrem Beruf später auf jeden Fall gut leben kann. Und sie beneidet die Menschen, die sich in ihrer Berufswahl davon leiten lassen konnten, wie sie sich am besten selbstverwirklichen können. Das sind wahre Worte, denn ich würde soweit gehen: eigentlich kann es sich (leider) keine Frau leisten, die Ausbildung nur nach den Leidenschafts- und Spaßfaktoren zu wählen, wenn sie finanziell unabhängig sein möchte. Das ist sehr schade, aber ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich selbst habe Literatur und Geschichte studiert und hätte schon früher wissen müssen, dass ich so später in die Mutter-Teilzeit-Falle tappen würde. Andererseits, kann eine Frau mit Anfang 20 schon so vorausschauend handeln? Sie kann es, wenn sie wie die Autorin mit jungen Jahren schon einiges an Lebenserfahrung auf dem Buckel hat. Ich jedenfalls würde es meiner Tochter und jedem jungen Mädchen genauso raten, wie sie es gemacht hat. Das ist vor allem deshalb bitter, weil es Berufe wie Erzieherin und Alternpflegerin gibt, die viel zu schlecht bezahlt sind, aber dringend gebraucht werden. Das schreit doch nach Veränderung, oder? Nun aber übergebe ich das Wort an meine anonyme Schreiberin:

Frauen und Geld, das ist so eine Sache. Wenn ich mich mit meinen Freundinnen unterhalte, möchte ich meistens leise weinen.
Ich würde schätzen, dass gut 95% nicht in der Lage wären sich im Falle einer Trennung von ihrem Partner finanziell über Wasser zu halten.

Viele Frauen sind finanziell abhängig von ihrem Partner

Bei mir ist das anders. Mein Gehalt reicht um mich und meine Kinder zu ernähren und wenn alles gut geht (bei dieser Rentensache weiß man es ja nie so genau), werde ich auch in der Rente ein finanziell sorgloses Leben haben.

Ich bin in West-Deutschland, genauer gesagt, in Bayern aufgewachsen. Meine Mutter ist „natürlich“ nicht arbeiten gegangen und mein Vater war Manager in einem Konzern. Meine Mutter hatte nicht mal eine Ausbildung, die ihr ermöglicht hätte, einen Job – geschweige denn – einen gut bezahlten Job zu haben. Mein Vater wollte auch gar nicht, dass sie arbeiten geht. Wie sähe das denn aus? Die Leute würden glauben, er könne seine Familie nicht ernähren.

Als ich 13 war, haben meine Eltern sich nach 25 Jahren Ehe scheiden lassen. Wir standen mit buchstäblich nichts da. Mein Vater hätte wohl Unterhalt gezahlt – aus Stolz wollte meine Mutter aber nichts annehmen.
Wir mussten von einem großen Haus in eine Zwei-Zimmerwohnung ziehen. Drei Menschen und ein Hund.
Ich könnte noch sehr viel über diese Erfahrung schreiben – warum ich sie aber erwähne: Ich habe mir damals geschworen – das passiert mir nicht. Ich finde es unerträglich. Mein Vater wohnt in der Zwischenzeit mit seiner neuen Frau in einem neuen, größeren Haus. Meine Mutter lebt in einer klammen Zwei-Zimmerwohnung und geht mit über 70 noch arbeiten. Sie bekommt 400 Euro Rente.

Finanziell stabil auf eigenen Beinen stehen war das Ziel

Ich habe deswegen in Schule und Studium alles gegeben, um einen möglichst guten Abschluss zu bekommen. Nebenher habe ich immer gearbeitet, teilweise mehr als ich in der Uni war, aber von irgendwas musste ich ja leben.
Meine Zukunft habe ich nach zwei Dingen ausgerichtet:
1) Einen Job finden, in dem man ordentlich verdient
2) Einen Job finden, in den man nach einer möglichen Elternzeit wieder reinkommt

Ich habe deswegen NIE darüber nachgedacht, was mir Spaß macht oder was mir liegt. Um Erfüllung oder Selbstverwirklichung ging es mir nicht. Ich beneide die Menschen, die sich das leisten konnten.

Mit meinem ersten festen Job habe ich angefangen für meine Rente zu sparen. Da war ich gerade mal 25 Jahre. Je früher man anfängt, desto besser. Mein Lebensstandard war als Studentin sehr niedrig. Ich habe oft am Ende des Monats weder Geld noch Essen gehabt. Ich habe später als Angestellte von meinem Einkommen so viel weggespart, wie ich konnte und mein Lebensstandard nur geringfügig verändert.
Die ersten Jahre habe ich alle zwei Jahre den Job gewechselt und damit jedes Mal einen Gehaltssprung gemacht. Die Jahre dazwischen habe ich mein Gehalt verhandelt. Das mache ich auch jetzt noch jedes Jahr. Ich warte nicht darauf, dass mir gnädigerweise jemand eine Gehaltserhöhung gibt.

Auch in der Ehe die Hoheit über die Finanzen behalten

Den Überblick über die Finanzen habe ich nie abgegeben. Meine Steuererklärung mache ich selbst. Über meine Sparverträge und Konten weiß ich Bescheid. Niemand sonst hat Zugriff darauf.

Ich war eine kurze Zeit verheiratet. Da haben wir einmal die Festkosten berechnet und dann prozentual von unserem Gehalt die Anteile. Dieses Geld wurde dann auf ein gemeinsames Konto überwiesen.

Zwischen uns gab es nie ein Gehaltsgefälle. (Was mich im übrigen nie vor der Diskussion gerettet hat, dass sein Job wichtiger sei als meiner und ich doch bitte die Kinderkrankentage etc. übernehme). Ich hätte mich nie auf Lohnsteuerklasse 3/5 eingelassen.

Als die Kinder geboren wurden, habe ich darauf bestanden, dass mein Mann übergangsweise die Einzahlungen meiner privaten Rentenversicherung übernimmt. Elterngeld war schließlich viel weniger als mein Gehalt. Warum soll er weiter in seine Altersvorsorge einzahlen und ich nicht, weil ich mich um unsere gemeinsamen Kinder kümmere? Nach jeweils einem Jahr bin ich wieder arbeiten gegangen (u.a. weil es hier gute und finanzierbare Kinderbetreuung gibt).

Beim letzten Jobwechsel habe ich hart verhandelt. Ich verdiene jetzt mit deutlich reduzierten Stunden genauso viel wie vorher in Vollzeit.

Zwischenbilanz: Trotz Scheidung keine finanzielle Notsituation

Ich lebe mit meinen Kindern in einer schönen Wohnung in guter Lage und kann – toitoitoi – alles von meinem Geld zahlen. Ich spare für meine Rente, ich spare für Urlaub, ich spare für mittelgroße Anschaffungen, die kommen können, ich spare für meine Kinder, denn sie sollen nicht unter den Bedingungen studieren müssen wie ich.
Ich hab natürlich kein Haus, keinen Garten, keinen Kleiderschrank voller Markenklamotten. Ich kann mir keine Mitgliedschaft in einem Fitnessclub leisten und gehe nie zur Kosmetikerin oder ähnliches. Aber darauf lege ich keinen Wert.
Manchmal bereue ich, dass ich den größten Teil meiner beruflichen Zeit nichts mache, was mich erfüllt. Ich gestehe, manchmal wäre ich gerne zu Hause, denn ich habe unendlich viele Ideen und Projekte mit denen ich mich beschäftigen könnte.
Aber unter dem Strich bin ich wirklich stolz auf mich, dass ich finanziell komplett unabhängig bin und dass meine Kinder das auch sehen.

Ich kann nur jeder Frau dazu raten.
Ihr seid mit der finanziellen Unabhängigkeit auch von allen anderen Entscheidungen unabhängig. Ich musste noch nie nachdenken, ob ich es mir leisten kann, mich zu trennen. Ich musste meinen Mann noch nie fragen, ob ich mir z.B. einen neuen Rechner kaufen kann. Ich sorge mich (meistens) nicht um die Zukunft. Ich freue mich, dass ich meinen Kindern einfach so eine Klassenfahrt bezahlen kann.

Seid es euch wert ordentlich zu verhandeln. Wenn ihr gute Arbeit leistet, wartet nicht aufs Entdecktwerden. Eure männlichen Kollegen machen das auch nicht. Sprecht mit allen Freundinnen und Kollegen über euer Gehalt. Vergleicht euch. Achtet darauf nicht ungleich behandelt zu werden.

Ich weiß, ich hatte natürlich auch Glück und gute Rahmenbedingungen – aber ich hatte auch ein Ziel – nämlich mit über 40 nicht so dazustehen wie meine Mutter.

 

Danke, liebe Autorin, für diesen offenen und ehrlichen Text. Und vielleicht ermutigt es dich auch, deine Geschichte zu erzählen. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass wir Frauen uns endlich noch weiter in die Materie eingraben, uns über Finanzen, unser Leben und finanzielle Unabhängigkeit austauschen und gemeinsam dafür kämpfen, dass es nicht länger ein Armutsrisiko ist, Frau und Mutter zu sein.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Über den Titel musste ich zuerst lachen. Sophie vom Blog Kinder haben, mit der ich das Finanzprojekt #MamasUndMoneten gestartet habe, hat mich auf das Buch gebracht: Helma Sick und Renate Schmidt, die beide in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“ zu Wort kommen, haben es geschrieben. „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) klingt provokativ, aber hat mich überzeugt. Finanzielle Unabgängigkeit ist kein reines „Feministinnen-Ding“, sondern ein sehr erstrebenswertes Ziel für JEDEN MENSCHEN. Warum Frauen sich mit diesem Thema besonders schwer tun, erklären die beiden nachvollziehbar und ich fühle mich ertappt. Es geht aber auch um Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Arbeitsumfeld. Ein echt spannendes Thema ist das und es geht uns alle etwas an. Ich habe bisher einen großen Bogen darum gemacht, mit dem Finanzprojekt wollen Sophie und ich das aber nun angehen und wir möchten dich mitnehmen, inspierieren und dich dazu animieren, dich mit deiner finanziellen Absicherung auseinander zu setzen.

Ehe schließen und Füße hochlegen?

Die Autorinnen haben mich eiskalt erwischt. Ehe bedeutete für mich natürlich bisher auch in erster Linie Liebe, Liebe, Liebe. Ehevertrag, gesetzlicher Güterstand, Erbrecht und Co, hääää? Was hat das bitte mit Romantik und Anton und mir zu tun? Ziemlich viel, zugegebenermaßen. Zwar weiß ich, dass dieser Mann die Liebe meines Lebens ist, aber ich vermute, das haben schon sehr viele Frauen gedacht, die sich jetzt geschieden nennen. 50 % aller Ehen gehen in die Brüche, da muss man kein Eisklotz sein, um sich zumindest mit dem Problem auseinanderzusetzen das wir haben, wenn wir uns trennen sollten. Außerdem gibt es andere Schicksalsschläge, die uns hoffentlich niemals ereilen werden. Aber es ist wichtig, sich mit dem Fall der Fälle zu beschäftigen. Denn ich möchte nicht mit den Kindern von heute auf morgen auf der Straße stehen.

Aufklärung für Frauen

Mit Hilfe des Buches bin ich nun aufgeklärter. Was beudetet Zugewinnausgleich, wie läuft das mit dem Erb- und Unterhaltsrecht? Wäre es nicht dringend nötig, dass Anton und ich uns mit steuer-, vermögens-, unterhalts- und versorgungsrechtlichen Dingen auseinandersetzen? Die Lektüre war mein Tritt in den Allerwertesten und ich bin sehr gewillt, die Sache jetzt anzugehen. Zusammen mit Sophie macht das natürlich noch mehr Spaß und ich bin völlig beeindruckt von all den Frauen, die sich schon lange mit Aufklärung in Finanzdingen befassen.

Rat an Mütter

Wichtig für dich ist sicherlich folgender Punkt: In jedem Fall raten die Autorinnen Frauen, die wegen der Kinder zuhause bleiben, vertraglich zu regeln, wie lange sie zuhause bei den Kindern bleiben, wie die häusliche Arbeitsteilung aussieht und wie lange sie Unterhalt bekommen, steht dann doch eine Scheidung an. Außerdem sollte unbedingt besprochen werden, wie die Renteneinbußen desjenigen ausgeglichen werden, der längere Zeit nicht erwerbstätig ist.

Negativ bewerten die Autorinnen übrigens vor allem, wenn Mütter sehr lange ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder „nur“ einem Minijob ausüben. Denn in beiden Fällen wird kaum etwas in die Rentenversicherung eingezahlt. Übrigens erhalten Menschen, die weniger als 5 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, oft keine Renteninformation und wissen so gar nichts von ihrem drohenden Übel.

Ehegattensplittung und Mitversicherung in der Krankenkasse: ein teures Vergnügen

Die Ehe hat natürlich Vorteile. Frauen, die zuhause bleiben, sind in der Krankenkasse ihres Mannes mitversichert und können sogar noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Das macht 450 Euro zusätzlich, unversteuert. Was sich aber hier so prima anhört, ist eigentlich ein Unding. Denn alle Partner, die nicht erwerbstätig sind, werden in der Krankenkasse mitversichert und alle Paare profitieren vom Ehegattensplitting, auch die kinderlosen. Das kostet den Staat eine Menge Geld und dieses System gibt es so nur bei uns in Deutschland. Es macht für das einzelne Paar ökonomisch sinnvoll, was im Zweifelsfall zu einer Katastrophe für die einzelne Person wird: Frauen geben ihre Berufstätigkeit auf und nehmen höchstens einen Minijob an. Ist die Ehe kaputt, stehen sie ohne Arbeit da und haben nie in die Rentenkassen einbezahlt. In anderen europäischen Ländern läuft das anders. Hier ist jeder Erwachsene für sich selbst verantwortlich und kümmert sich also auch um seine Versorgung.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Übrigens fordern die Autorinnen nicht, dass Eltern nach der Geburt des Kindes sofort wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Nein, es ist klar, dass Babys und kleine Kinder Mama oder Papa brauchen. Aber sie finden, dass der, der zuhause bleibt, einen Ausgleich für die Rentenzahlungen bekommen soll. Und das darf übrigens auch gerne mal der Vater sein.

Sick und Schmidt raten dazu, schriftlich Vorkehrungen zu treffen, wenn einer lange zuhause bleibt. Getrennte Konten, eine Risikolebensversicherung zur Sicherung des Unterhalts und Einblick in die gemeinsamen Finanzpapiere sind Wege, um finanziell möglichst unabhängig zu bleiben.

Renate Schmidt, ehemalige Familienministerin, ist verärgert über die Situation der Frauen heute:

„Entweder wir leben den Teil von uns, der nach außen wirkt, haben also Erfolg im Beruf und machen Karriere. Oder wir leben den Teil von uns, der nach innen wirkt, kümmern uns also um Kinder und Familie. Ersteres bedeutet Verzicht auf Kinder (..) Letzteres bedeutet den Verzicht auf beruflichen Erfolg und häufig auf materialle Sicherheit, wenn die Ehe scheitert. Männer werden vor solche Alternativen nicht gestellt, vielleicht auch, weil Frauen es bisher nie verlangt haben.“ (S, 13f)

Und auch ich erlebe diese Zerrissenheit der Frauen, die heute oft nicht nur mitverdienen sollen oder wollen, sich aber dennoch Familie und Haushalt gegenüber verpflichtet fühlen. Und weil wir Frauen arbeiten gehen, auch um unsere Sozialversicherungen zu bezahlen, uns um die Kinder und die Küche kümmern, Schulaufgaben beaufsichtigen, Geschenke für Schwiegermutter und Freunde der Kinder besorgen UND am Ende mit einer mickrigen Rente dumm aus der Wäsche gucken, muss sich einfach etwas ändern.

Armustrisiko: Frau sein und alt werden

Das größte Armutsrisiko in Deutschland heißt, eine Frau zu sein und alt zu werden. Gründe dafür sehen Sick und Schmidt in der Lohnungleichheit, falschen staatlichen Subventionen und auch der Blauäugigkeit so mancher Frauen (S. 112). Schlecht ist aber auch, dass die typischen sozialen Berufe, die oft von Frauen ausgeübt werden wie Lehrerin, Altenpflegerin, Krankenschwester oder Erzieherin viel zu schlecht bezahlt sind. Generell wählten Frauen zu oft die wenig lukrativeren Berufe.

Ich denke, wenn wir Frauen die Sache mit der finanziellen Unabhängigkeit in die Hand nehmen, dann sind wir schon einen Schritt weiter. Außerdem müssen wir kämpfen für bessere Bedingungen für Eltern am Arbeitsplatz und für ein besseres politisches System, das nicht länger die Einverdienerehe unterstützt. Ehegattensplitting muss bald der Vergangenheit angehören, denn es ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Wichtig finde ich außerdem das Kapitel, das sich mit dem deutschen Frauenbild beschäftigt. Immer noch ist das Bild der guten Mutter verbreitet, die nicht erwerbstätig ist und sich ausschließlich um die Kinder kümmert. Kritisch beäugt werden die Frauen, die schnell nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Dabei kann sich doch auch ein Vater ganz wunderbar um seine Kinder kümmern. Der sogenannte Backlash greift um sich und Helma Sick spricht in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“ das an, was ich auch online beobachte: junge, gut ausgebildete Frauen propagieren das alte Mutterbild und machen daraus einen neuen Trend.

Frauen müssen sich einmischen

Jeder, der sich individuell und für sich dazu entscheidet, zuhause bei den Kindern zu bleiben, der soll das tun dürfen. Feminismus ist Wahlfreiheit, das ist klar. Wenn Frauen diese Entscheidung in der Öffentlichkeit aber als einzig richtige propagieren und anderen ein schlechtes Gewissen einzureden, weil die Kinder ohne die ständige Verfügbarkeit der Mutter scheinbar nicht gesund aufwachsen, stellen sie allen Frauen ein Bein, die seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung eintreten.

„Jammern hilft nicht! Frauen müssen individuell vorsorgen, mit dem Partner womöglich auch unangenehme Aushandlungensprozesse führen und sich in die Gestaltung von Lebens- und Arbeitswelten einmischen!“

Dieses Zitat aus dem Buch von Uta Meier-Grewe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Uni Gießen, bringt es für mich auf den Punkt! (S. 166) Ich werde jedenfalls meinen schwangeren Freundinnen nicht länger einen Strampler und Badezusätze schenken, sondern dieses Buch. Ich bin froh, dass es bei mir (noch) nicht zu spät ist und nehme meine finanzielle Zukunft nun in die Hand. Als erstes habe ich einen Termin bei der Deutschen Rentenversicherung gemacht, bald folgt auf meinem Instagram-Kanal ein Interview mit der Geldfrau und das Buch von Madame Moneypenny wird meine Urlaubslektüre sein. Schau auch mal bei Sophie vorbei, hier sind schon einige Beiträge zur Blogparade von #MamasUndMoneten eingetrudelt.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Gewinnspiel

Achtung: das Gewinnspiel ist vorbei, die Gewinnerin wurde benachrichtigt!

Und damit auch du ein wenig schmökern kannst, verlose ich ein Exemplar dieses so wichtigen Buches. Wenn du das Buch gewinnen möchtest, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Text. Ich freue mich außerdem, wenn du Sophie und mir auf Instagram folgst, dort gibts auch noch mehr News zum Thema #MamasUndMoneten.

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse zur Weiterleitung an den Kösel-Verlag mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Buches genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 06. September 2018 und endet am 11. September 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Sophie und ich habe das Finanzprojekt #MamasUndMoneten gestartet. Gemeinsam mit dir möchten wir uns über finanzielle Themen kümmern, ganz besonders wichtig ist dabei die drohende Altersarmut für Frauen. Sophie begann neulich, über ihre Situation zu bloggen und ich habe mich sofort wiedererkannt. Außerdem fand ich es toll, feministisch und mutig, das Thema anzugehen. Also habe ich Sophie angeschrieben und wir machen nun gemeinsame Sache. Wir starten eine…

…Blogparade…

…und bei Sophie gehts mit diesem Text hier los. Dort findest du auch alle Infos, wie du selbst mitmachen kannst. Falls du kein Blog hast, wäre es wunderbar, wenn du einen Kommentar dalassen möchtest. Hast du dir schon einmal Gedanken um das liebe Geld, deine Rentenvorsorge oder Absicherung für Notfälle gemacht? Habt ihr als Eltern gemeinsame Regelungen, einen Ehe- oder Partnervertrag? Ist dir das alles völlig gleichgültig oder bist du schockiert von all den blauäugigen Mamas wie ich eine war? Mein Beitrag zur Blogparade wird sein, unser erstes Finanzgespräch wiederzugeben. Vielleicht findest du dich in einer von uns wieder. Oder du bist ganz anders drauf als wir? Auf jedenfall haben wir also das hier gequatscht:

Sophie und Laura im Gespräch

Laura: Feiner Text, den du da geschrieben hast. Wie kamst du eigentlich auf das Thema, was war der Anstoß?

Sophie: Eigentlich rede ich mit meinem Mann seit Jahren darüber, dass wir irgendwie familienintern einen Ausgleich schaffen müssen, weil wir so ein bisschen in die klassische Rollenverteilung gerutscht sind: Er verdient voll, zahlt in die Rentenversicherung ein und zusätzlich in eine Betriebs- und eine Riesterrente. Und ich „verdiene dazu“, wie man so schön sagt, weil ich mich zeitlich deutlich mehr um die Kinder kümmere. Und seit ich freiberuflich arbeite, sorge ich kaum fürs Alter vor. Jedenfalls hat keiner von uns beiden mal den Hintern hoch gekriegt, auch weil das Thema eben irgendwie einschüchtert, wenn man zu wenig Wissen hat.

Laura: Sophie, wir sind tatsächlich finanzielle Zwillinge.

Sophie: Haha, ja das dachte ich mir schon. Und ich wette, so geht es so vielen anderen Frauen auch!

Laura: Wir haben das gleiche Problem und ich bin regelmäßig sauer, weil ich nicht so viel arbeiten kann und dementsprechend wenig Geld verdiene. Ich fühle mich abhängig von meinem Mann und mein Konto ist dauernd leer.

Sophie: Genau und eigentlich sollten wir aus dem Familieneinkommen trotzdem für uns individuell vorsorgen. Aber das muss man eben erst mal in die Wege leiten. Und da war immer der Haken: Ich wusste einfach nicht, wie. In einer Beratung hieß es, Rürup sei nichts für mich, weil ich noch nicht sagen kann, ob ich in 5 oder 10 Jahren immer noch selbstständig bin. In einer anderen Beratung wurde mir erzählt, dass ich als Selbstständige gar nicht riestern kann (was falsch ist, da ich verheiratet bin!). Man kriegt so viel Blödsinn erzählt. Und daher dachte ich jetzt: Stop, ich muss mir das Wissen eben selbst drauf schaffen!

Laura: Ich war geschockt, nachdem ich deinen Text gelesen und die Reportage Frauen in der Rentenfalle angeschaut habe, wie naiv wir Frauen sind. Ging es dir auch so?

Sophie: Ja, schon. Bei mir ist es vor allem so, dass ich mich immer total rausgeredet habe. So nach dem Motto: Ich bin noch jung, das ist nur vorübergehend. Langfristig wollen wir beide nämlich eher gleich viel arbeiten und am besten auch gleich viel verdienen. Aber unterm Strich ändert das ja nix daran, dass es jetzt gerade total ungerecht zugeht.

Laura: Ja, genau. Ich habe mir darüber auch nie Gedanken gemacht. Ich habe eher gedacht: ich will endlich auch mal ordentlich was verdienen, damit ich mir einen heißen Fummel leisten kann. Dass mir der heiße Fummel nix bringt, wenn ich später ne arme Kirchenmaus bin, das habe ich irgendwie nie bedacht.

Sophie: Haha, kenn ich. Ich hab jetzt nach der zweiten Schwangerschaft echt viel Geld für Klamotten ausgegeben, so nach dem Motto „Das hab ich jetzt verdient“.

Laura: Haha, genau!

Sophie: Ich muss ehrlich sagen, dass mich dein Text vor kurzem doch geschockt hat, in dem du geschrieben hast, dass du deinen Job erst mal aufgibst. Ich fand so traurig, dass es eben immer ein Zeitproblem ist.

Laura: Ja, das war auch keine leichte Entscheidung. Aufgegeben habe ich meinen Job nicht, aber ich schaffe nicht mehr alles: Blog und redaktionelle Arbeit. Daher habe ich mich von einigen Kunden verabschieden müssen, ich konnte die Aufträge nicht mehr alle abarbeiten. Die Zeit, das ist das Problem! Und mittags kommen die Kinder nach Hause und möchten essen. Ist denn der AG deines Mannes familienfreundlich?

Sophie: Ja total. Marius hat ja jetzt immerhin schon mal von 40 auf 35 Stunden reduziert und das war gar kein Thema. Langfristig wollen wir ca. auf „30 beide“ raus. Zum Glück ist keiner von uns beiden so ein totaler Workaholic. Wir arbeiten beide gerne, aber ich denke, auch sehr effizient. Übrigens etwas, was Arbeitgeber immer sehr schätzen!

Laura: Ich bin ganz deiner Meinung. Anton ist auch nicht auf die steile Karriere aus, da bin ich so froh. Er ist einfach sehr pflichbewusst und hat das Gefühl, dass seine wichtigste Aufgabe ist, den Großteil des Geldes für die Familie zu verdienen. Mein Ziel wäre, dass wir beide 75 % arbeiten, wenn die Kinder alle in der Schule sind. Damit wir alle mehr Zeit haben.

Sophie: Da muss man manchmal vielleicht auch eine Lanze für die Männer brechen: Die rutschen ja auch schnell da rein, wenn die Frauen in Elternzeit gehen, dann nur reduziert arbeiten usw. Irgendwoher muss das Geld ja kommen. Ich denke, man darf einfach den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem man sich spätestens wieder gleichberechtigter organisiert. Und wenn dann auch das Mindset oder wie man es nennen will, so festgefahren ist, muss man sich da erst mal wieder locker machen. Verantwortungsbewusstsein ist ja super, aber irgendwann muss man die finanzielle Verantwortung auch wieder besser aufteilen. Und vor allem muss man halt zusehen, dass man finanzielle Ausgleiche schafft.

Laura: Wie ist das denn bei den Frauen, die du so kennst, kümmern die sich um das Thema finanzielle Vorsorge?

Sophie: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass z.B. ein Großteil der anderen Kitamütter sich gar keine Gedanken darüber macht. Ich befürchte, das Thema wird oft einfach nicht besprochen. Läuft ja alles, die Wohnung muss abbezahlt werden, die Hobbys der Kinder werden teurer usw. Und an Scheidung oder Todesfall will ja auch keiner denken. Ansonsten habe ich viele Freundinnen, die noch keine Kinder haben. Die kommen gut zurecht, aber so richtig versiert in finanziellen Dingen, z.B. geschickt im Geld anlegen, sind die glaube ich auch nicht unbedingt. Manchmal gibt es Väter, die sich auskennen und dann dabei helfen. Aber Frauen, die das so richtig alles selbst in die Hand nehmen, kenne ich eigentlich kaum.

Laura: Ich habe durch deinen Anstoß einen Termin bei der Rentenversicherung vereinbart. Dort werde ich mir ausrechnen lassen, wie viel Geld mir durch Elternzeit und Teilzeit flöten ging. Das können wir dann später gemeinsam in meine Rentenkasse einbezahlen.

Sophie: Hast du da schon eine Idee, wie ihr das machen wollt? Tatsächlich in die gesetzliche Rente einzahlen? Oder eher irgednwo geschickt anlegen, aber konkret auf deinen Namen?

Laura: Das wäre vielleicht eine Frage, die wir der Geldfrau stellen könnten, oder? Ich frage erst einmal bei der Dt. Rentenversicherung nach, was die so meinen. Ich bin ja bei privaten Sachen auch immer sehr kritisch.

Sophie: Ja das wäre super! Madame Moneypenny z.B. ist ja eher klar dafür, geschickt zu investieren und salopp gesagt dem Staat kein Geld in den Rachen zu schmeißen, weil die Rente eh nicht sicher ist.

Laura: Das sind die wichtigen Fragen, bei denen ich mich noch weniger auskenne. Ich finde es bezüglich unserer Reihe spannend, wie du vorhin sagtest, mal nach finanziellen Anlegemöglichkeiten zu recherchieren. Fonds und sowas. Und jetzt muss ich mich aber an die Arbeit machen. Gleich muss ich Oskar abholen!

Sophie: Ich mache auch weiter. Wir hören voneinander!
So, das war unser Finanz-Gespräch. Und du siehst, wir haben viel vor. Bald werden hier ein paar Expertinnen befragt, Sophie und ich lesen uns mal durch unsere Riesterverträge und ich trinken ein Schnäpschen, weil wie durch Zufall genau diese Woche mein Rentenbescheid kam. So viel sei verraten: wenn es so weitergeht, sieht es für mich später einmal zappenduster aus.
Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura
Hier findet ihr die bisher erschienenen Artikel aus der Themenreihe #MamasUndMoneten:
Sophie: Mutig sein und ran an die Finanzplanung
Sophie: Mein Plan, wie ich Kontrolle ins System bringe
Laura: Raus aus der Armutsfalle und ran an die Finanzplanung
Hast du Lust auf mehr Musik? Dann komm doch mal rüber zu meinem Instagram-Kanal. Hier gibts Motivation für Mamas, feine Kaffee-Rezepte und unsere Müttersprechstunde am Morgen. Ich freu mich auf dich!

Mütter in der Zerreißprobe, zweiter Teil

Mütter in der Zerreißprobe, so hieß mein Text, den ich im Dezember letzten Jahres veröffentlicht habe. Darin ging es um die Zerrissenheit, die viele von uns schlaucht. Grund für meine Gedanken waren viele Freundinnen, die bei mir am Tisch saßen. Beim Kaffee trinken erzählten sie von zuhause und berichteten alles das gleiche: Die viele Arbeit im Haushalt und mit den noch kleinen Kindern, die Doppelbelastung mit dem Job und die Abwesenheit der Männer quälte sie.

Die Generationen vor uns

Ich recherchierte und stieß auf eine WDR-Reportage, die diese Zerrissenheit beschrieb und ein paar Erklärungen lieferte. Wir Frauen waren ein bis zwei Generationen früher in einer anderen Situation. Es war normal zu heiraten, Kinder zu bekommen und den Haushalt zu führen. Es war kein entspannteres Leben, denn Haushalt und Kids waren und sind ein Fulltime-Job. Aber Frauen haben von ihren Müttern gelernt, das als gegeben hinzunehmen. Noch meine eigene Oma hätte niemals meinen Opa dazu aufgefordert, ihr bei der Wäsche zu helfen. Ohne zu murren hat sie geschuftet, meinen Opa mittags und abends bekocht und dafür gesorgt, dass er nach der Arbeit seine Ruhe hatte. Sie hat ihr Leben nie in Frage gestellt und wusste auch, dass ihr Mann sich niemals trennen würde. Ob das jetzt rosige Aussichten sind, ist Ansichtssache. Aber ein wenig Sicherheit hat sie immerhin genossen.

Die Mütter-Generation danach war schon ein wenig selbstbestimmter, dennoch haben in Westdeutschland der Großteil der Frauen nach der Geburt der Kinder nicht gearbeitet. Sie waren zuhause, haben sich um Haushalt und Nachwuchs gekümmert und hatten vor allem dann Glück, wenn die Ehe hielt und sie von der Rente ihres Mannes leben konnten. Scheidungen gab es zwar nun öfter, aber immerhin konnten die Frauen vom Unterhaltsgesetz profitieren, ein Tropfen auf den heißen Stein.

Heute ist alles besser? Pustekuchen!

Wir Frauen heute leben anders. Einerseits geht es uns besser, denn wir haben viel mehr Freiheiten. Wir können Kinder bekommen und dann wieder halbtags arbeiten, wir können zuhause bleiben oder wir können ganztags arbeiten, theoretisch. Andererseits sieht alles ganz anders aus. Denn wenn wir Kinder bekommen und halbtags arbeiten, haben wir den Job unserer Mütter und Großmütter an der Backe UND noch einen Arbeitgeber, der Anwesenheit und Leistung fordert. Kein Wunder, dass wir ausgebrannt sind. Denn wer sich dieses Modell schön redet sagt, dass wir beides haben, Beruf und Kinder. In Wahrheit strampeln wir uns ab, zerreissen uns zwischen Kindererziehung und Karriere. Verdienen immer noch zu wenig und haben mit dem Halbtagsjob kaum Aufstiegsmöglichkeiten, weil in Deutschland gilt: Karriere macht nur, wer ganztags arbeitet und alles gibt, inklusive Überstunden. Also macht das wenn überhaupt der Vater, und das oft auf Kosten der Mutter. Sie darf sich zuhause und im Büro abrackern, kann alles immer nur „halbfertig“ machen und muss hinnehmen, dass der Mann spät nach Hause kommt oder im Ausland verweilt. Sie lebt das Leben unserer Großmütter, hat aber oben drauf noch die Pflicht, zum Einkommen dazu zu verdienen. Außerdem darf sie sich berechtige Sorgen darum machen was passiert, wenn die Beziehung nicht halten sollte. Ein Unterhaltsgesetz gibt es längst nicht mehr.

Wenn wir ganz zuhause bei den Kindern bleiben, haben wir diese Doppelbelastung nicht. Aber es ist ein großes finanzielles Risiko, wenn wir uns nicht absichern. Unsere Rente wird ein Lacher sein, wenn der Partner sich trennt oder ihm etwas passiert, denn dann stehen die Frauen schlecht da. Wenn eine Scheidung droht, gibt es keinen Unterhalt mehr, der unseren Müttern im Fall der Fälle noch ein wenig Geld in die Kasse spülte. Wer von den Frauen sichert sich für diesen Fall ordentlich ab? Ich vermute, es ist nur ein kleiner Teil, denn wir vertrauen ja gerne darauf, dass die Liebe hält. Eheverträge und Lebensversicherungen sind uns einfach zu unromantisch.

Wenn wir ganztags arbeiten und Kinder haben, haben wir auch Probleme an der Backe. Denn irgendwer muss sich ja um Kinder und Haushalt kümmern. Immer noch machen viel zu wenig Väter diesen Job, der nicht bezahlt und in der Gesellschaft schlecht anerkannt wird. Auch Vätern sitzt das Erbe im Nacken, das besagt, dass der Mann für das Geld zu sorgen hat. Schwingt er den Putzlappen, ist er ein Lappen, so lautet die befürchtete Resonanz von Freunden und Familie. Denn Vorbilder gibt es einfach (noch) nicht.

Schlechte Aussichten

Irgendwie sind all diese Möglichkeiten nicht so doll, oder? Und ich habe den Eindruck, dass Mütter oft die Leidtragendsten sind. Das spürte ich damals auch bei den Gesprächen mit meinen Freundinnen. Ich spürte auch, dass Frauen schnell unter Druck geraten. Es ist heute dank Sportkursen und Ernährungsratgebern möglich, nach einer Geburt schnell wieder schlank zu sein. Es ist auch möglich, mit Hilfe von Youtube-Videos Motivtorten zu backen und Stoffwindeln selbst zu nähen. Mütter können Sport treiben, sich bilden, kreativ  und nebenbei eine tolle Partnerin sein. Männer freuen sich, dass sie so eine vielseitige Frau haben, die nicht wie ihre Großmütter einzig und allein grübelte, wie sie den Fleck aus dem Hemd bekommen sollte. Nein, die Frau von heute macht den Haushalt UND bildet sich weiter, sie macht die Wäsche UND einen interessanten Job, sie ist eine liebevolle Mutter UND eine attraktive Partnerin.

Kein Wunder, dass so manche Frau nicht mehr kann. Denn leider gibt es da noch ein Problem, an dem wir Frauen nicht ganz schuldlos sind. Denk noch einmal an unsere Großmütter. Die waren ausschließlich zuständig für Haushalt und Co. Die haben sich nicht beschwert, sich ihrem Schicksal gefügt und haben das ja so von ihrer Mutter gelernt. Diese Einstellung haben sie natürlich an ihre Töchter weitergegeben, weil das nicht ausbleibt. Unsere Mütter waren emanzipierter, aber die Verpflichtung, immer für die Familie da zu sein, lässt sich nicht so eben abschütteln. Haushalt ist Frauensache, Kinder erziehen auch. Wusstest du, dass diese Auffassung nur in Deutschland so verbreitet ist? Aber in uns steckt sie auch immer noch fest. Hast du schonmal beim Einkauf mit Unbehagen daran gedacht, wie dein Partnern das mit den Kids und der nassen Wäsche wohl hinkriegen wird, obwohl er es am Ende ohne Probleme gewuppt hat? Siehst du!

Meine Mädels schon wieder

Meine Freundin Miri, die drei Tage die Woche ganztags arbeitet, erzählt, dass sie gegenüber ihren zwei kleinen Jungs ein schlechtes Gewissen hat. „Wieso?“, frage ich, „ihr Papa passt doch nachmittags auf sie auf!“ Meine Freundin kann schlecht loslassen, auch weil einer der Jungs so sehr an ihr hängt. Dabei ist der Papa da, macht seine Sache primosa und das Weinen nach Mama hört auch immer auf, sobald sie aus dem Haus ist.

Meine Freundin Barbara ist froh, einen modernen Mann zu haben. Für ihn ist selbstverständlich, dass er auch nach dem Büro anpackt, denn Wäsche und Klo putzen ist auch seine Sache. Und am Freitagnachmittag macht er den Hausputz, während sie länger im Büro bleibt. „Irgendwie saugt er nicht richtig!“ sagt Barbara, und sie findet, dass das Klo nicht blinkt, wenn er die Bürste schwingt. Max meint es gut, aber er ist nicht gründlich genug, lautet ihr Fazit. Und dann, Barbara, sei mir nicht böse, aber dann könnte ich manchmal meinen Kopf in den Sand stecken.

Frauen, packt das Problem bei den Hörnern

Wir Frauen haben es heute schwer, das finde ich wirklich. Aber wir Frauen müssen auch mithelfen, dass sich daran etwas ändert. Das beudetet auch, dass wir an uns arbeiten müssen. In uns steckt noch das Erbe unserer Großmütter, dafür können wir nichts. Aber indem wir uns das bewusst machen, können wir gemeinsam daran arbeiten, dieses Erbe abzuschütteln.

Wir können als Frauen zuhause bei den Kindern bleiben, wenn das unsere freie Entscheidung ist und nicht darauf basiert, dass wir uns dazu verpflichtet fühlen. Wir können uns finanziell absichern und Vorkehrungen treffen, um im Not- oder Scheidungsfall nicht verarmen zu müssen. Sophie und ich starten dazu gerade das Projekt „Mamas und Moneten“, um dir dabei behilflich zu sein. Wir können aber auch Vollzeit zurückkehren in den Job und dem Partner zuhause das Steuer übergeben. Alles, was wir dafür brauchen ist Vertrauen in die Männer und die Einsicht, dass ein krümeliger Küchenboden und ein schlafendes Baby in Papas Armen eine ganz wunderbare und attraktive Alternative sein kann.

Wir können uns Job und Haushalt, Kinder und Küche mit unserem Partner teilen, um uns zu entlasten und Männern endlich mehr Zeit mit ihren Kindern zu schenken. Wir können es von unseren Männern stärker einfordern und miteinander einen Plan aushecken, wie das gehen könnte. Wir dürfen nur nicht untätig sein und uns nur in unserem Elend suhlen, denn so schaffen wir es niemals raus aus der Ungleichberechtigung.

Was möchte ich dir hier mit diesem Text nun sagen? Ich möchte dir vor allem sagen, dass es unmöglich ist, alles zu schaffen. Wir machen uns fertig, wenn wir Kinder liebevoll erziehen, einen Job erfolgreich und den Haushalt ordentlich machen wollen. Nebenbei gut aussehen, die Torten fürs Kindergartenbuffet selber backen und für Familie und Freunde immer ein offenes Ohr haben. Also müssen wir Frauen in uns hinein hören und erkennen, was uns wichtig ist, dann die Prioritäten setzen und gemeinsam mit der Familie Kompromisse schließen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Auf Instagram diskutieren wir morgens in der Müttersprechstunde über verschiedene spannende Themen, auch über das Thema finanzielle Vorsorge. Es geht aber auch um Erziehung und Co, Pausen im Mama-Alltag und viele andere spannende Dinge. Bist du dabei? Ich freu mich auf dich!

Frauen und Finanzen

Sophie vom Blog Kinder haben und glücklich leben hat neulich einen ersten Beitrag über ihre Finanzplanung gebracht, dem weitere folgen sollen. Sie hat erzählt, dass sie sich endlich mal mit dem Thema Geld auseinander setzen möchte. Bisher hat sie sich davor gedrückt, nun aber wird sich das ändern, denn sie will langfristig Verantwortung für sich und die Familie übernehmen. Gehts dir da wie mir? Hast du dir auch noch nie so richtig Gedanken über die finanzielle Zukunft gemacht, etwa an deine Rente gedacht?  Sie schreibt, dass ihr Geld eigentlich nicht so wichtig ist. Unterschreibe ich gleich mit. Sie gibt aber auch zu bedenken, dass es da zwei Punkte gibt, die in diesem Zusammenhang für sie aber doch sehr  wichtig sind:

  1. Generelle finanzielle Sicherheit
  2. Meine persönliche finanzielle Unabhängigkeit

Sie schreibt: „Denn ganz so naiv, zu denken, dass mein aktuelles Leben als Teilzeit-Mutti schon nicht so schlimme Auswirkungen haben wird, ganz so blöd bin ich ja nicht. Und trotzdem habe ich bisher immer Ausreden gefunden, mich nicht mit meinen Finanzen zu beschäftigen.“

Wie recht sie hat…

Ich habe mich in Sophies Text so gut wiedererkannt und war beeindruckt, wie sie nun an die Sache rangeht. Daher habe ich ihr gleich geschrieben und wir werden da nun eine gemeinsames Projekt draus machen. Ziel ist es nicht nur, in unsere eigenen Finanzen etwas Ordnung reinzubringen, sondern auch dir ein paar Tipps zu geben. Denn ich möchte mal provokativ formulieren, dass sehr viele Frauen (ich eingeschlossen) tatsächlich viel zu naiv an die Sache rangehen. Sie heiraten und machen sich dabei Gedanken um Tischdeko und Kleid, nicht aber um das liebe Geld. Zugewinnausgleich, Unterhalt und Erbrecht sind halt nicht die Highlights, die wir uns aus einer Ehe versprechen. Wenn dann aber was schief geht, haben wir keine Ahnung und gucken dumm aus der Wäsche (hallo Laura, ja, genau, du bist gemeint!) Schwierig wird es aber auch für die Eltern, die nicht verheiratet sind und keinen Partnervetrag gemacht haben.

Die Ehe hält. Was, wenn nicht?

Natürlich bleiben Anton und ich für immer zusammen, ist ja klar. Aber die Scheidungsraten und eventuelle Schicksalsschläge sprechen dafür, sich zumindest mal mit dem Risiko auseinander zu setzen. „Auf das Beste hoffen, auf das Schlechteste vorbereitet sein“, das Zitat stammt aus dem Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) von Helma Sick und Renate Schmidt und fasst ganz gut zusammen, wie ich die Sache angehen möchte.

Zurück zu Sophie! Sie schreibt:

„Ich könnte jetzt also weiter dabei zusehen, wie mein geliebter Gatte als Angestellter bequem in die gesetzliche Rente und in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlt und nebenbei noch eine stattliche Summe riestert, während ich als Selbstständige von der Hand in den Mund lebe. Ich kann aber auch einfach endlich dafür sorgen, dass wir uns finanziell fairer aufstellen und von unserem gemeinsamen Geld auch für mein Alter vorsorgen.“

Miese Mütter-Rente

Ganz schön gruselig, denn manchmal denke ich, Sophie schreibt über mich. Auch mein geliebter Gatte arbeitet seit acht Jahren Vollzeit, zahlt in seine gesetzliche Rente ein und wir riestern auch beide. Er natürlich viel mehr als ich, denn ich bin wie Sophie selbstständig, habe nach der Geburt der Kinder ein Jahr Elternzeit genommen und die restlichen Jahre halbtags gearbeitet. So wie es aussieht, werden wir damit den gesellschaftlichen Schnitt stärken, der besagt: Frauen verfügen im Alter durchschnittlich über eine Rente von 576 Euro, Männer dagegen über 994 Euro (westdeutsche Bundesländer, Quelle: Doku „Frauen in der Rentenfalle“).

Sophie jedenfalls steigt jetzt voll in das Thema ein und erklärt ihre Ziele:

  • sie möchte einen Notgroschen anlegen
  • für die eigene Rente sorgen
  • sie möchte finanzielle Freiheit, das bedeutet, dass sie und ihr Mann nicht 40 h arbeiten wollen
  • für die Kinder vorsorgen
  • nachhaltig konsumieren und sich mal was Schönes leisten
  • Geld für Urlaub sparen

Meine Pläne

Und jetzt zu mir. Ich finde es nicht ganz einfach, hier so viel über unsere Finanzen preiszugeben. Aber indem Sophie und ich darüber berichten, stoßen wir vielleicht viele unserer LeserInnen zum Nachdenken an. Denn ich bin mir sicher, dass viele von ihnen genau wie wir bisher ein wenig blauäugig durchs Leben gegangen sind.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

An meine Rente habe ich noch keinen Gedanken verschwendet (ich, die Sorglose), allerdings denke ich viel darüber nach, wie Anton und ich es besser schaffen können, Familie und Beruf zu vereinbaren. Mein großer Traum ist, dass wir beide in naher Zukunft, wenn alle Kinder in der Schule sind, 75% arbeiten und uns Haushalt und Job teilen. Um solche Pläne schmieden zu können, müssen wir uns aber um unsere Finanzen kümmern. Können wir uns das leisten? Wie hoch muss unser monatliches gemeinsames Einkommen sein? Wie hoch sind unser fixen Ausgaben, wie hoch ist unser Notgroschen? Daher möchte ich mich nun mit Anton zusammensetzen und eine genaue Aufstellung machen. Wo können wir sparen, was brauchen wir dringend? Was bleibt unterm Strich für uns und was sind wir bereit, an Materiellem einzusparen, um mehr Zeit für uns zu haben?

Rente

Mein erster Gedanke war die Deutsche Rentenversicherung. Bisher war das für mich ein Verein, der mir ab und zu Briefe schrieb, die ich ordentlich abgeheftet habe, ohne sie richtig zu lesen. Das soll sich ändern. Ich werde mich mit der gesetzlichen Rentenversicherung auseinandersetzen und habe für Oktober einen Termin vereinbart. Hier möchte ich mich beraten lassen. Wie hoch wird meine Rente voraussichtlich sein, wenn ich weitermache wie bisher? Was hat es mich gekostet, in Elternzeit zu gehen und danach halb- anstatt ganztags zu arbeiten? Und dann werde ich mit Anton einen Plan aushecken, wie wir meine Rentenlücke auffüllen. Sparen wir und zahlen was für mich ein? Sorgen wir noch privat vor? Wir haben einen Wohnriestervertrag, den ich bisher sehr stiefmütterlich behandelt habe. Ehrlich gesagt war ich auch immer zu bequem, mich mit dieser Thematik zu befassen. Was mir die Bankberater erzählt haben, habe ich auch nur so halb verstanden. Also arbeite ich mich gemeinsam mit Sophie auch mal in diese Sache ein.

Lebensversicherung

Was passiert denn, wenn einem von uns was passiert? Wenn einer alleine mit den Kindern dasteht, ist das schon schlimm genug. Wenn dann auch noch das Geld knapp wird, ist es doppelt grausam. Wie könnten wir für den Fall Vorkehrungen treffen, der hoffentlich NIEMALS eintritt?

Und nun möchte ich dich einladen, mitzumachen. Sophie und ich werden all unsere Recherche und die neuen Infos hier verbloggen, damit viele Frauen (und Männder) davon profitieren können. Vor allem aber möchte ich dich anregen, wie es Sophie bei mir und vielen anderen getan hat. Wir sollten vor allem im Sinne der Gleichberechtigung unseren Mut zusammennehmen und uns den Dingen stellen. Das größte Armutsrisiko in Deutschland ist, eine Frau zu sein, wusstest du das? Frauen sind im Alter oft arm, Tendenz steigend.

In Deutschland läuft etwas schief

Im Übrigen gibt es auch viele gesellschaftliche und politische Ungerechtigkeiten. Auch darüber sollten wir uns informieren und dagegen angehen. Die von mir sehr bewunderte Rita Süßmuth sagte in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“: Frauen, seid ungeduldig!

Diese Reportage möchte ich dir im Übrigen sehr ans Herz legen: schau sie dir an, trink am besten dazu einen guten Schluck, denn der Inhalt ist sehr schockierend. Wenn du mehr über das olle, veraltete und blöde System des Ehegattensplittings lesen möchtest, das laut Renate Schmidt und Rita Süßmuth nur noch besteht, weil ein männliches und konservatives Bollwerk in der Politik darauf besteht, schau mal auf den Text der genialen Juramama.

So ein Quatsch,  das Ehegattensplitting

Wusstest du zum Beispiel, dass dir der deutsche Staat mit dem Ehegattensplitting aus ökonomischer Sicht ans Herz legt, möglichst viel weniger als dein Mann zu verdienen (wir können das natürlich auch geschlechtlich umkehren), weil sich das steuerlich richtig dolle rechnet? Wenn ihr euch aber scheiden lasst, sagt dir der Deutsche Staat: Ätschbätsch, leider gibt es seit neuestem kein lebenslanges Unterhaltsrecht mehr. Hättest du mal lieber vorgesorgt und dich um einen anständigen Job gekümmert? Ja gehts denn noch? Wie passt das denn zusammen? Renate Schmidt erklärt dir jedenfalls in der Reportage sehr genau, wie sehr das alles auf den Köpfen der Frauen ausgetragen wird.

Ich freue mich, wenn du dabei bist. Egal, ob du voll oder halbtags arbeitest oder aber zuhause bei den Kindern bist. Wir sind noch jung genug, um das Steuer rumzureißen und dem Tiger ins Auge zu sehen. Raus aus der (teilweise) selbst verschuldeten Unmündigkeit und rein in die Thematik. Sophie und ich nehmen dich mit, sodass wir am Ende den Finanz-Ordner zufrieden schließen können, weil wir ein wichtiges Thema abgehakt haben. Ich bin sehr für Feminismus, denn ich möchte vor allem, dass meine Tochter später mal die gleichen Rechte (aber auch Pflichten) hat, wie ihr Mann.

In eigener Sache: ich möchte eines klar stellen, weil mir hier ab und zu vorgeworfen wird, ich propagiere hier mein Lebensmodell, also als Mutter arbeiten zu gehen: eine Frau, die sich bewusst dafür entscheidet, zuhause bei den Kindern zu bleiben, sich aber gleichzeitig um die Finanzen kümmert und sich Verluste in der Rente von ihrem Partner ausgleichen lässt, ist allemal ein Stück weiter und in meinen Augen mehr Feministin als eine Mutter, die viel arbeitet, aber sich vor dem Thema Finanzen und Rente drückt. Also, ran an die Moneten.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Du möchtest zum Thema lesen? Dann empfehle ich dir das Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) von Helma Sick und Renate Schmidt. Außerdem spannend ist die Seite von der Geldfrau (Werbung, da Verlinkung), die wir demnächst interviewen werden. Und auch Madame Moneypenny (Werbung, da Verlinkung) beschäftigt sich mit dem Thema Frauen&Finanzen.

Und auf meinem Instagram-Kanal diskutieren wir gemeinsam in den Live-Storys. Ich freu mich, dich dort wiederzutreffen.