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Kolumnen

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Gestern nachmittag war ich mit den Jungs beim Halsnasenohrenarzt. Schnarchen, Paukenröhrchen, Polypen, das Übliche eben. Es war heiß, mein Kopf wummerte und ich habe mich bemüht, alles langsam und Stück für Stück zu machen. Es kam, wie es kommen musste. Klein Oskar schlief auf der Hinfahrt ein, war ebenfalls müde von der Hitze und vom Kindergarten. Was dann folgte, war ein typischer Nachmittag, der Eltern so richtig fertig macht. Wir alle haben anschließend ein dickes Eis gebraucht und uns damit ermattet auf eine Bank im Schatten gesetzt. Arzttermine des Grauens Ich parke, wecke Oskar sanft, er flippt aus und weint. Will nicht raus aus dem Auto, ist knatschig. Ich verstehe ihn, so ein Mist, aber wir sollten dringend los, in fünf Minuten ist der Termin und ich weiß noch nicht genau, wo wir hinmüssen. Oskar schreit, zetert, ist doch so müde. Ich schnalle ihn ab, hole ihn aus seinem Sitz,…

Dieses Wochenende war Anton verreist. Jedenfalls blieb ich mit den Kindern zuhause, allerdings hatte sich Luise für zwei Nächte bei den Großeltern einquartiert. Den ganzen Samstag über verbrachte Jimmy auf dem Sportplatz und so war ich mit Oskar allein zu Haus. Heute erzähle ich dir, warum der Spruch „Ein Kind ist kein Kind“ nicht nur blöd ist, sondern auch nicht stimmt. Wenn du also Mama (oder Papa) von einem Sohn oder einer Tochter bist, dich oft ziemlich müde und kaputt fühlst und dich ärgerst, weil dir Mehrkinder-Eltern Sprüche an die Birne donnern, dann sei dir gewiss, dass an manchen Tagen ein einziges Plappermäulchen reicht, um dich spätestens bis 18 Uhr fix und alle zu machen. Oskar on the rocks Ich finde es richtig schön, mit unserem lustigen Kerlchen Zeit zu verbringen. Schon morgens ist Oskar gut gelaunt, steht um halb acht auf und fängt an zu singen. Er plappert munter…

Was ich alles muss Es gibt so Tage, da möchte ich einfach mal nichts müssen. Geht aber nicht, ich muss nämlich vieles. Ich muss heute arbeiten, Telefonate führen und Mails beantworten, Rechnungen schreiben und Dokumente scannen. Dann muss ich Mittagessen machen, das den Kindern schmeckt. Da gibts leider nicht viel Auswahl. Als nächstes muss ich mit einem Schulkind in die Schule gehen und Sportsachen suchen, denn es hat mal wieder alle Turnhosen verloren. Vermutlich möchte dann das kleine Kind aber nicht mit, also muss ich dieses erst einmal dazu überreden. Wir müssen aber los, sonst macht die Schule zu. Ich muss dann verschiedene Fahrzeuge zur Auswahl stellen, damit es sich entscheiden kann. Währenddessen wird der Große meckern, weil er schnell los möchte, immerhin hat er später noch Fußball. Weil es der Mittleren ebenfalls langweilig ist, beginnt sie den Großen zu ärgern. Die beiden zanken, der Kleine kann sich nicht zwischen…

Hast du auch so ein paar Momente die Woche, da würdest du gerne in die Tischkante beißen, einen Prosecco aufmachen oder deine Familie kurzerhand vor die Türe setzen? Gestern war das bei mir der Fall. Oskar war schon früher zuhause als sonst und stritt sich mit Luise um die Spielzeugautos, das Schulkind murrte erst über die Gemüsesuppe und dann über die Mathehausaufgaben, der Heizungsablese-Mann maßregelte mich, weil der Stromkasten vollgestellt war und die Schmutzwäsche türmte sich bis an die Decke. Rezept für eine salzige Karamell-Latte Weil die Tischkante ziemlich hart aussieht, Alkohol mitten am Tag irgendwie keine Lösung ist und ich die Kinder vermutlich doch irgendwann schmerzlich vermisst hätte, genehmigte ich mir etwas anderes: meine neue Kaffee-Spezialität. Salzige Karamell-Latte ist ein grandioses Getränk und hilft gegen schwache Nerven, mentalen Overload und meckernde Familienmitglieder gleichermaßen. Wie du sie zubereitest, erkläre ich dir. Denn du brauchst keine 8 Euro im Coffeeshop auszugeben,…

Besser miteinander umgehen Vor einer Weile habe ich hier über Mama und die Wut geschrieben. Erinnerst du dich? Ich habe gemerkt, dass ich mit den Kindern immer dann schimpfe, wenn ich selber überlastet bin. Jimmy, Luise und Oskar sind 8, 6 und 3 Jahre alt, ein wenig chaotisch, streiten und sind laut, ganz so wie Kinder nun einmal sind. Mir geht das ab und zu auf die Nerven, vor allem dann, wenn ich überlastet bin. Keine Pausen, zu viel gearbeitet, zu viel aufgehalst – ich mute mir an manchen Tagen viel zu. Was tue ich also dagegen? Ich nehme mir mehr Zeit für mich und achte im Alltag darauf, welche Situationen mich schnell nervös machen. Weil ich weiß, dass es vielen Müttern so geht, schreibe ich darüber, vielleicht findest du dich in der ein oder anderen Situation wieder. Ich möchte etwas vorausgreifen: seitdem ich mit den Kindern auch in schwierigen…

Stell dir mal einen Tag in meinem Büro vor: Ich komme herein und hier herrscht schon reges Treiben. Kollege Maier sitzt in der Ecke und schmollt. Er ist mal wieder ziemlich müde, weil er gestern so lange gelesen hat. „Sie kommen aber spät!“, raunzt er mich an. „Können Sie mir wenigstens einen Kaffee aus der Teeküche mitbringen?“ Ich lege eben meinen Mantel ab, begrüße alle und hole Kaffee. „Nee, der ist ja viel zu heiß!“ meckert Maier rum und schmollt weiter. Ich drehe noch einmal um, um mir meinen eigenen Kaffee zu holen, den habe ich nämlich vergessen, da bittet mich Kollegin Müller um Hilfe. „Können Sie mir bitte sagen, wie ich mich in diesem Menü anmelde?“, ruft sie. Ich schalte kurz meinen Computer an und eile zu ihr. Wenn ich ihr nicht helfe, ist sie immer so schnell frustriert. Während ich versuche, mich mit ihrem Namen im Programm anzumelden,…

Meine Neujahrsvorsätze waren, vielleicht erinnerst du dich, mit den Kindern mehr Zeit zu verbringen. Letzte Woche hatte ich mir das so schön vorgestellt. Bücher lesen, einen Kuchen backen, Legotiere bauen und unser Lieblingskartenspiel spielen – Kleinigkeiten, die wir alle gerne machen und unseren Alltag ein wenig versüßen sollten. Stattdessen war ich allerdings damit beschäftigt, nicht durchzudrehen. Für Kartenspiele und Backen mit Kindern war mir angesichts von Zank und Streit nicht der Sinn. Heute erzähle ich dir, wieso Winternachmittage manchmal einfach nur die Hölle sind. Streit von morgens bis abends Die Streitereien zwischen Jimmy und Luise gehen schon morgens los. „Ich hasse Pferde“ grunzt der eine, „du dummer sch…Bruder“ zetert die andere. Es wird gehauen und gebissen und nach ungefähr 40 Sekunden heult der erste. Das zweite Kind folgt auf dem Fuß, auch um zu versichern, dass er oder sie nicht angefangen habe. Mittlerweile mischt auch Oskar kräftig mit, meist auf…

Luise und ich sind uns sehr ähnlich. Wir haben viel Power, im guten und im schlechten Sinne. Wir lachen viel und sind leicht zu begeistern, wir sehen die Dinge positiv und bringen gute Stimmung in den Raum, das kann man so sagen. Wir sind aber auch ziemlich schnell wütend, schreien rum und knallen mit den Türen. Noch dazu machen wir alles mit Schwung und Elan. Dabei fällt dann oft was um oder geht kaputt. Wir sind uns ähnlich und geraten vielleicht aus diesem Grund gerne aneinander. Denn in Luise erkenne ich mich und meine (unguten) Eigenschaften wieder und das sorgt in mir drin für Zunder. Meine Tochter treibt mich in den Wahnsinn Sie stürmt in die Küche, die kleine Dame, und will was trinken. Beim hastigen Einschenken verschüttet sie das Wasser. Das nervt mich enorm. Erst vor zehn Minuten ist mir eine Tasse Espresso auf den Küchenboden geplumpst und hat…

Mein Kind ist krank Na, wie oft hast du dich schon gefragt, ob ihr eine normale Familie seid? Ob das ein oder andere Kind vielleicht nicht der Norm entspricht, sein Verhalten wunderlich ist oder sein Charakter irgendwie abnorme Züge hat? Dann hast du gegoogelt, verschiedene Antworten bekommen, eine Diagnose erstellt und sie mit allen Freunden und Verwandten ausgiebig besprochen, oder? Tja, dann ist wohl alles ganz normal. Denn ist es nicht so, dass wir irgendwie alle am liebsten normal wären und aus diesem Grund jede Abweichung, vor allem die unserer Kinder, besorgt betrachten und gedanklich bis zum Gehtnichtmehr bearbeiten? Ehrlich gesagt vermute ich, dass die meisten kleinen Abweichungen von der scheinbaren Norm eben eines sind: normal. Die meisten Eltern müssten sich eigentlich überhaupt keine Sorgen machen, könnten sich viele Arztgespräche und Therapien sparen und mal ganz gechillt die Füße hochlegen. Das ist aber nicht so einfach, schließlich sind die Kinder…

Es gibt so Tage im Leben einer Familie, die beginnen ziemlich unschön. Bei uns lief heute Morgen ein Drama in drei Akten ab, das absolut filmreif war. In den Hauptrollen sahen die Zuschauer einen Vater unter Zeitdruck, eine Mutter am Rande eines Nervenzusammenbruchs und ein wütendes Kleinkind. Gespielt haben die drei fantastisch, ihre Emotionen waren auf der Bühne wie auch in der Nachbarschaft spürbar. Das Publikum, eine Schwester des Kleinkinds und alle Nachbarn in der näheren Umgebung waren gebannt und nach der Aufführung mehr als beeindruckt von der schauspielerischen Leistung der drei Protagonisten. Auf jeden Fall erwachte im ersten Akt ein etwa zweijähriger Bub mit knatschigem Temperament, der schon mal das Haus zusammenbrüllte. Auf die Bühne kamen außerdem Papa Anton mit zermatschter Visage, auch bei Mutter Laura hatte die Visagistin ganze Arbeit geleistet: die Augenringe hingen tief, die Frisur saß schief. Gemeinsam mit einer zauberfrischen Luise setzten sich drei miesepetrige…