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Über den Titel musste ich zuerst lachen. Sophie vom Blog Kinder haben, mit der ich das Finanzprojekt #MamasUndMoneten gestartet habe, hat mich auf das Buch gebracht: Helma Sick und Renate Schmidt, die beide in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“ zu Wort kommen, haben es geschrieben. „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) klingt provokativ, aber hat mich überzeugt. Finanzielle Unabgängigkeit ist kein reines „Feministinnen-Ding“, sondern ein sehr erstrebenswertes Ziel für JEDEN MENSCHEN. Warum Frauen sich mit diesem Thema besonders schwer tun, erklären die beiden nachvollziehbar und ich fühle mich ertappt. Es geht aber auch um Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Arbeitsumfeld. Ein echt spannendes Thema ist das und es geht uns alle etwas an. Ich habe bisher einen großen Bogen darum gemacht, mit dem Finanzprojekt wollen Sophie und ich das aber nun angehen und wir möchten dich mitnehmen, inspierieren und dich dazu animieren, dich mit deiner finanziellen Absicherung auseinander zu setzen.

Ehe schließen und Füße hochlegen?

Die Autorinnen haben mich eiskalt erwischt. Ehe bedeutete für mich natürlich bisher auch in erster Linie Liebe, Liebe, Liebe. Ehevertrag, gesetzlicher Güterstand, Erbrecht und Co, hääää? Was hat das bitte mit Romantik und Anton und mir zu tun? Ziemlich viel, zugegebenermaßen. Zwar weiß ich, dass dieser Mann die Liebe meines Lebens ist, aber ich vermute, das haben schon sehr viele Frauen gedacht, die sich jetzt geschieden nennen. 50 % aller Ehen gehen in die Brüche, da muss man kein Eisklotz sein, um sich zumindest mit dem Problem auseinanderzusetzen das wir haben, wenn wir uns trennen sollten. Außerdem gibt es andere Schicksalsschläge, die uns hoffentlich niemals ereilen werden. Aber es ist wichtig, sich mit dem Fall der Fälle zu beschäftigen. Denn ich möchte nicht mit den Kindern von heute auf morgen auf der Straße stehen.

Aufklärung für Frauen

Mit Hilfe des Buches bin ich nun aufgeklärter. Was beudetet Zugewinnausgleich, wie läuft das mit dem Erb- und Unterhaltsrecht? Wäre es nicht dringend nötig, dass Anton und ich uns mit steuer-, vermögens-, unterhalts- und versorgungsrechtlichen Dingen auseinandersetzen? Die Lektüre war mein Tritt in den Allerwertesten und ich bin sehr gewillt, die Sache jetzt anzugehen. Zusammen mit Sophie macht das natürlich noch mehr Spaß und ich bin völlig beeindruckt von all den Frauen, die sich schon lange mit Aufklärung in Finanzdingen befassen.

Rat an Mütter

Wichtig für dich ist sicherlich folgender Punkt: In jedem Fall raten die Autorinnen Frauen, die wegen der Kinder zuhause bleiben, vertraglich zu regeln, wie lange sie zuhause bei den Kindern bleiben, wie die häusliche Arbeitsteilung aussieht und wie lange sie Unterhalt bekommen, steht dann doch eine Scheidung an. Außerdem sollte unbedingt besprochen werden, wie die Renteneinbußen desjenigen ausgeglichen werden, der längere Zeit nicht erwerbstätig ist.

Negativ bewerten die Autorinnen übrigens vor allem, wenn Mütter sehr lange ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder „nur“ einem Minijob ausüben. Denn in beiden Fällen wird kaum etwas in die Rentenversicherung eingezahlt. Übrigens erhalten Menschen, die weniger als 5 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, oft keine Renteninformation und wissen so gar nichts von ihrem drohenden Übel.

Ehegattensplittung und Mitversicherung in der Krankenkasse: ein teures Vergnügen

Die Ehe hat natürlich Vorteile. Frauen, die zuhause bleiben, sind in der Krankenkasse ihres Mannes mitversichert und können sogar noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Das macht 450 Euro zusätzlich, unversteuert. Was sich aber hier so prima anhört, ist eigentlich ein Unding. Denn alle Partner, die nicht erwerbstätig sind, werden in der Krankenkasse mitversichert und alle Paare profitieren vom Ehegattensplitting, auch die kinderlosen. Das kostet den Staat eine Menge Geld und dieses System gibt es so nur bei uns in Deutschland. Es macht für das einzelne Paar ökonomisch sinnvoll, was im Zweifelsfall zu einer Katastrophe für die einzelne Person wird: Frauen geben ihre Berufstätigkeit auf und nehmen höchstens einen Minijob an. Ist die Ehe kaputt, stehen sie ohne Arbeit da und haben nie in die Rentenkassen einbezahlt. In anderen europäischen Ländern läuft das anders. Hier ist jeder Erwachsene für sich selbst verantwortlich und kümmert sich also auch um seine Versorgung.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Übrigens fordern die Autorinnen nicht, dass Eltern nach der Geburt des Kindes sofort wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Nein, es ist klar, dass Babys und kleine Kinder Mama oder Papa brauchen. Aber sie finden, dass der, der zuhause bleibt, einen Ausgleich für die Rentenzahlungen bekommen soll. Und das darf übrigens auch gerne mal der Vater sein.

Sick und Schmidt raten dazu, schriftlich Vorkehrungen zu treffen, wenn einer lange zuhause bleibt. Getrennte Konten, eine Risikolebensversicherung zur Sicherung des Unterhalts und Einblick in die gemeinsamen Finanzpapiere sind Wege, um finanziell möglichst unabhängig zu bleiben.

Renate Schmidt, ehemalige Familienministerin, ist verärgert über die Situation der Frauen heute:

„Entweder wir leben den Teil von uns, der nach außen wirkt, haben also Erfolg im Beruf und machen Karriere. Oder wir leben den Teil von uns, der nach innen wirkt, kümmern uns also um Kinder und Familie. Ersteres bedeutet Verzicht auf Kinder (..) Letzteres bedeutet den Verzicht auf beruflichen Erfolg und häufig auf materialle Sicherheit, wenn die Ehe scheitert. Männer werden vor solche Alternativen nicht gestellt, vielleicht auch, weil Frauen es bisher nie verlangt haben.“ (S, 13f)

Und auch ich erlebe diese Zerrissenheit der Frauen, die heute oft nicht nur mitverdienen sollen oder wollen, sich aber dennoch Familie und Haushalt gegenüber verpflichtet fühlen. Und weil wir Frauen arbeiten gehen, auch um unsere Sozialversicherungen zu bezahlen, uns um die Kinder und die Küche kümmern, Schulaufgaben beaufsichtigen, Geschenke für Schwiegermutter und Freunde der Kinder besorgen UND am Ende mit einer mickrigen Rente dumm aus der Wäsche gucken, muss sich einfach etwas ändern.

Armustrisiko: Frau sein und alt werden

Das größte Armutsrisiko in Deutschland heißt, eine Frau zu sein und alt zu werden. Gründe dafür sehen Sick und Schmidt in der Lohnungleichheit, falschen staatlichen Subventionen und auch der Blauäugigkeit so mancher Frauen (S. 112). Schlecht ist aber auch, dass die typischen sozialen Berufe, die oft von Frauen ausgeübt werden wie Lehrerin, Altenpflegerin, Krankenschwester oder Erzieherin viel zu schlecht bezahlt sind. Generell wählten Frauen zu oft die wenig lukrativeren Berufe.

Ich denke, wenn wir Frauen die Sache mit der finanziellen Unabhängigkeit in die Hand nehmen, dann sind wir schon einen Schritt weiter. Außerdem müssen wir kämpfen für bessere Bedingungen für Eltern am Arbeitsplatz und für ein besseres politisches System, das nicht länger die Einverdienerehe unterstützt. Ehegattensplitting muss bald der Vergangenheit angehören, denn es ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Wichtig finde ich außerdem das Kapitel, das sich mit dem deutschen Frauenbild beschäftigt. Immer noch ist das Bild der guten Mutter verbreitet, die nicht erwerbstätig ist und sich ausschließlich um die Kinder kümmert. Kritisch beäugt werden die Frauen, die schnell nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Dabei kann sich doch auch ein Vater ganz wunderbar um seine Kinder kümmern. Der sogenannte Backlash greift um sich und Helma Sick spricht in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“ das an, was ich auch online beobachte: junge, gut ausgebildete Frauen propagieren das alte Mutterbild und machen daraus einen neuen Trend.

Frauen müssen sich einmischen

Jeder, der sich individuell und für sich dazu entscheidet, zuhause bei den Kindern zu bleiben, der soll das tun dürfen. Feminismus ist Wahlfreiheit, das ist klar. Wenn Frauen diese Entscheidung in der Öffentlichkeit aber als einzig richtige propagieren und anderen ein schlechtes Gewissen einzureden, weil die Kinder ohne die ständige Verfügbarkeit der Mutter scheinbar nicht gesund aufwachsen, stellen sie allen Frauen ein Bein, die seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung eintreten.

„Jammern hilft nicht! Frauen müssen individuell vorsorgen, mit dem Partner womöglich auch unangenehme Aushandlungensprozesse führen und sich in die Gestaltung von Lebens- und Arbeitswelten einmischen!“

Dieses Zitat aus dem Buch von Uta Meier-Grewe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Uni Gießen, bringt es für mich auf den Punkt! (S. 166) Ich werde jedenfalls meinen schwangeren Freundinnen nicht länger einen Strampler und Badezusätze schenken, sondern dieses Buch. Ich bin froh, dass es bei mir (noch) nicht zu spät ist und nehme meine finanzielle Zukunft nun in die Hand. Als erstes habe ich einen Termin bei der Deutschen Rentenversicherung gemacht, bald folgt auf meinem Instagram-Kanal ein Interview mit der Geldfrau und das Buch von Madame Moneypenny wird meine Urlaubslektüre sein. Schau auch mal bei Sophie vorbei, hier sind schon einige Beiträge zur Blogparade von #MamasUndMoneten eingetrudelt.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Gewinnspiel

Achtung: das Gewinnspiel ist vorbei, die Gewinnerin wurde benachrichtigt!

Und damit auch du ein wenig schmökern kannst, verlose ich ein Exemplar dieses so wichtigen Buches. Wenn du das Buch gewinnen möchtest, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Text. Ich freue mich außerdem, wenn du Sophie und mir auf Instagram folgst, dort gibts auch noch mehr News zum Thema #MamasUndMoneten.

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse zur Weiterleitung an den Kösel-Verlag mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Buches genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 06. September 2018 und endet am 11. September 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Wer mir auf Instagram folgt, weiß es längst: ich bin diesem Kochbuch verfallen. Auf Nadia Damaso stieß ich, als ich den Leute-Podcast von SWR1 hörte. Die junge Frau beeindruckte mich mit ihrer Lebenseinstellung, ihrer Leidenschaft und den Rezepten, von denen sie sprach. Sie keiert mal eben ein paar neue Ideen, kombiniert Lachs mit Nusscrunch und Mango-Soße, macht die feinsten Porridges aus Quinoa, Mandelmilch und Blaubeeren und zaubert ein Eis aus Bananen und Espresso, das auf der Zunge zergeht. Ich habe ihre Rezepte ausprobiert und erzähle dir heute, wie ich sie in meinen ewigen Speiseplan integriere.

Den Speiseplan habe ich entwickelt, weil meine Kinder so schleckig sind und nur eine Handvoll Gerichte mögen. Ich habe gekocht, sie gemeckert. Seitdem ist montags Nudeltag, Dienstag kommt der Suppenkasper, Mittwoch ist Pizzatag, Donnerstag lautet das Motto Reis/Kartoffeln/Linsen und Freitag gibts Mehlspeisen. Und es wird nie langweilig, das kannst du im verlinkten Text nachlesen. Ich bin aber immer wieder auf der Suche nach neuen Rezepten, die ich in den Speiseplan integrieren kann. Bei Nadia Damaso begeistert mich ihre kreative Art zu kochen. Außerdem benutzt sie weder weißen Zucker noch weißes Mehl. Daher sind die meisten ihrer Kreationen auch für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit geeignet. Bisher dachte ich immer, vegetarische und vegane Küche sei fad und langweilig, aber sie ist unglaublich köstlich – mit dem richtigen Kochbuch: Eat better not less. Around the world (Affiliate Link). Pass auf, gleich wird dir das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Mittwoch: Pizzatag

Statt Pizza gibts auch mal Tortillas. Du siehst hier meine Kreation aus Guatemala. Tortillas (gekauft) mit Blumenkohl in Mandelkruste, dazu eine Koriander-Mais-Pesto. Ich habe bisher nie Koriander verwendet und bin nun echt begeistert. Auch die Idee, aus Mais und Nüssen eine Pesto zuzubereiten, finde ich spitze. Für die Kinder ist diese Kombi zu gewagt. Aber Tortillas finden sie auch gut und beschmieren sie sich zum Beispiel mit Frischkäse, packen ihr Lieblingsgemüse roh hinein, streuen etwas Käse oder Nüsse darüber und wickeln sich einen Wrap. Luise hat den Blumenkohl einmal probiert, ich befürchte aber, wie müssen das noch ein paar Mal wiederholen. Wusstest du, dass Kinder manche Dinge mehr als zehn Mal probieren müssen, bis es ihnen schmeckt? Daher gibt es bei uns die Regel, das alles mal probiert werden muss. Ausgenommen sind natürlich die scharfen und stark gewürzten Dinge. Denn die Kinder haben einen sensibleren Gaumen als wir und bei denen wird die Geschmacksexplosion zur Überforderung.

Donnerstag: Kartoffel-/Reistag

Kennst du schon Süßkartoffeln? Ich habe sie dank Nadia kennen- und lieben gelernt. Sie hat fantastische Rezepte für Süßkartoffelpüree mit Aprikosen, aber auch Ofenkartoffeln mit süßem oder salzigem Topping. Dieses Rezept hier ist ebenfalls ganz wundervoll. Ich habe Süßkartoffeln im Backofen gebacken, dazu gab es ein Mais-Mango-Koriander-Püree und Fisch. Im Originalrezept ist der Fisch roh, das nennt sich dann „Ceviche“ und ist ein peruanisches Gericht. Weil es aber neulich so heiß war, bin ich kein Risiko eingegangen und habe ihn in der Pfanne in Kokosöl und Limettensaft gebraten.

Die Idee hinter dem Buch ist übrigens folgende: Nadia ist einmal um die Welt gereist, war in mehr als 11 Ländern zu Gast, hat dort erlebt, wie die Menschen traditionell kochen und welche Zutaten sie nutzen. Zuhause hat sie dann aus ihren Eindrücken, der Farbwelt und dem Lebensgefühl eigene Rezepte kreiert, alle gesund und super köstlich. Im Buch findest du Infos zu den Ländern, wunderschöne Landschaftsbilder und ganz viele Tipps zu den Zutaten.

Du kannst dir vorstellen, dass Kinder nichts von dieser würzigen und spannenden Kreation halten. Daher gab es für die Kinder eine Art Fisch&Chips. Aus dem Süßkartoffeln habe ich pommesgroße Stifte geschnitten, diese mit etwas Öl und Salz gewürzt und auf dem Backblech eine halbe Stunde gebacken. Zusammen mit dem angebratenen Fisch (und ich gebe es zu, etwas Ketchup) war das dann ein echtes Kinder-Menü.

Außerdem habe ich eine Pflaumen-Zimt-Mandel-Tajine ausprobiert. Süßkartoffen, Zucchini und Aubergine kam hinein, dazu gab es Reis (im Originalrezept Gerste). Der wurde mit Zitrone und Mandelmus gewürzt, das mochten auch die Kinder. Für sie habe ich in den Reis noch ein wenig Mais und Erbsen reingemischt – fertig!

Freitag: Mehlspeisentag

Auf gehts nach Indien! Und ich entdecke, dass Pfannkuchen auch aus Kichererbsenmehl und Reismehl gemacht werden können. Dosa heißt diese indische Variante. Dafür habe ich die alte Getreidemühle aus dem Keller geholt, die meine Eltern in den 80er Jahren in ihrer Ökophase benutzt haben. Reismehl ist manchmal schwierig zu bekommen, also habe ich mir aus Naturreis selbst welches gemahlen. Das klappt auch mit Kichererbsen. Dazu gab es Linsenchutney und Kokos-Joghurt. Für die Kinder habe ich die Dosas mit Schokocreme bestrichen. Was wohl ein Inder dazu sagen würde?

 

Frühstücksideen

Nadia Damaso hält viel davon, gut zu frühstücken. Und ich muss auch sagen, dass der Tag an Qualität gewinnt, wenn ich ein leckeres Frühstück im Magen habe. Im Buch von Nadia Damaso sind so feine Rezepte drin, dass du dich schon abends im Bett auf den nächsten Morgen freust. Zu meinen Favoriten gehört die Papaya mit Joghurt und Nusscrunch, aber auch das Quinoa-Maca-Porridge mit Blaubeer-Rote Beete-Creme schmeckt fantastisch.

Dafür 150 g Quinoa kochen und 200 ml Mandelmilch mit etwas Maca-Pulver, einem TL Nussmus, etwas Salz und einem Löffel Honig mixen. Die Milch zum fertigen Quinoa geben. Aus 200 g Blaubeeren und einer kleinen gekochten Rote Beete-Knolle ein Mus pürieren (mit dem Pürierstab). Nusscrunch (eine Handvoll verschiedener Nüsse, Mohnsamen und Haferflocken mit etwas Ahornsirup mischen, bei 180 Grad 10 Minuten im Ofen backen, zerkleinern), Blaubeeren und Minze drüber geben – fertig!

Auch die Cashew-Mohn-Pancakes (glutenfrei) gehören nun zu meinem festen Repertoire und auch Nusscrunch steht immer frisch gebacken bereit. Diese Frühstücksgerichte mögen auch die Kinder sehr gerne und sie sind eine Abwechslung zum Honigbrot.

Übrigens: je mehr ich aus dem Kochbuch koche, desto mehr Ideen habe ich selber. In der letzten Zeit lernte ich so viele neue Zutaten kennen, dass sich auch mein Können erweitert hat. Ich habe viele neue Varianten in meinem Kopf, die ich für meinen ewigen Speisplan verwenden kann. Wieso nicht mal Pizzateig mit Mehlalternativen ausprobieren? Oder eine Bolognese-Soße aus Tofu kochen? Die Kinder lernen so viele neue Geschmacksrichtungen kennen und sicher wird ihnen das eine oder andere davon schmecken.

Buch zu gewinnen

Und, konnte ich dich begeistern? Ich darf hier ein Exemplar von Eat better not less. Around the world (Affiliate Link) verlosen. Kommentier einfach unter dem Text, dann landest du in der Lostrommel. Ich verspreche, du wirst in ganz neue Geschmackswelten eintauchen!

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst, die ich dann an den Verlag für den Versand weiterleite. Deine Adresse wird anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigt den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mehr Infos zum Gewinnspiel findest du hier.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 16. August 2018, und endet am 25. August 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Lust auf noch mehr Rezept-Inspiration? Dann schau mal auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Da poste ich immer mal wieder feine Rezepte, es gibt aber auch Spannendes zum Thema Mama-Alltag und ein paar aufmunternde Worte für Eltern im Stress. Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Warum scheitern wir oft daran, Familie und Beruf zu vereinbaren? Der Frage gehen wir seit Jahren nach und finden doch keine allgemeingültige Lösung. Das liegt wohl daran, dass dieses Thema extrem vielschichtig ist. Es gibt sie schon, die guten Bedingungen. Elterngeld, Elternzeit, Homeoffice und Kitaplätze für kleine Kinder, aber zu vieles ist immernoch im Argen. Die Kitaplätze reichen nicht, viele Unternehmen schaffen zu selten elternfreundlichen Voraussetzungen und Elternzeit über acht Wochen hinaus nehmen meist nur die Frauen.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Ich finde, es kann sich noch sehr viel tun in der Gesellschaft. Arbeitnehmer und Politiker dürfen gerne und am besten schneller bessere Bedingungen schaffen, damit wir Eltern Familie und Beruf vereinbaren können. Aber kann es sein, dass auch wir Eltern etwas tun müssen? Ich denke, ja! Und ich fange mal bei mir an, bei mir, einer Frau und Mutter. Bei einer, die in ihrem Leben ein paar Mal hätte mutiger sein können. Denn manchmal finde ich, dass wir Frauen uns nicht genug zutrauen. Folgendes möchte ich dazu erzählen:

Viel zu wenig zugetraut

In der Mittelstufe auf dem Gymnasium hatte ich anderes im Kopf als Mathe. Mein Lehrer fand mich faul und ich hielt mich schnell für unbegabt. Physik, Chemie, all die Naturwisschenschaften – dafür bin ich am Ende vielleicht zu blöd, habe ich gedacht und einfach nicht mehr zugehört. Ein paar Jahre später war ich bei einer Informationsveranstaltung der zahnmedizinischen Fakultät in Ulm. Ich dachte, Zahnärztin zu werden, das wäre doch was für mich. Als ich hörte, dass man in Chemie und filigraner Handarbeit ziemlich gut sein muss, war die Idee für mich gestorben. Habe ich mir einfach nicht zugetraut.

Am Ende landete ich bei einem großen Automobilhersteller aus Stuttgart an der Berufsakademie. Ziemlich viel Wirtschaftsmathe und Angeber-Typen, die sich schon im Vorstand sahen, haben mich abgeschreckt und ich habe hingeworfen. Literatur und Geschichte wurde es am Ende und ich bin auch froh, sowas Schönes studiert zu haben. Aber ohne Moos nix los, daher war mein Einkommen nach dem Studium als Volontärin ziemlich mies. Anton und ich wollten dennoch früh Kinder haben und so kam es, wie es kommen musste: weil er als Controller mehr als das dreifache verdiente als ich in meinem Redakteurs-Job, war klar, wer mit dem Baby zuhause bleibt. Teure Mieten in Stuttgart und Umgebung machten es schlichtweg unmöglich, von meinem Gehalt zu leben, zumal mein Vertrag befristet war.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Warum war ich so feige?

Tatsächlich frage ich mich heute, warum ich so oft gekniffen und mir viel zu wenig zugetraut habe. Ich bin ehrlich: ich habe es mir immer ein wenig einfach gemacht. Ich hatte Bammel davor, das Zahnmedizin-Studium nicht zu packen. Ich hatte nicht den Mut, mich zwischen den Angebertypen an der Berufsakademie durchzusetzen. Und ich nahm nach dem Studium ganz bequem die erstbeste Möglichkeit für einen Job wahr, anstelle darauf zu vertrauen, dass noch etwas besseres kommt. Ein Festvertrag mit einem anständigen Gehalt zum Beispiel. Ich habe mir Kinder gewünscht und wollte ein Jahr zuhause bleiben. Ein bisschen lag es auch daran, dass mir mein Job keinen Spaß gemacht hat und ich nicht ganz undankbar war, da erst einmal raus zu sein.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Wenn ich nicht so bequem, sondern ein wenig mutiger gewesen wäre, wenn ich mehr Vertrauen in mich gehabt hätte, würde ich heute ordentlich Geld verdienen. Heute traue ich mir viel mehr zu, das liegt sicher auch daran, dass ich Kinder habe. Wer einen Tag lang mit drei Kindern einen Supermarkteinkauf hinlegt und danach noch lachen kann, der kann auch auf ein Physikum lernen oder Kronen bauen, wenn er sich anstrengt.

Warum ich so oft daran denke? Ich habe mich als Frau mit schlechtem Gehalt in eine sehr ausweglose Situation begeben und für mich fühlt sich das nicht richtig an. Ich gebe die Schuld gerne meinem Arbeitgeber, der meinen Vertrag während der Elternzeit auslaufen ließ. Ich schimpfe auf den Staat und manchmal ein bisschen auf meinen Mann. Aber dass ich schlecht verdient habe und es schwer hätte, im Notfall meine Familie zu versorgen, das habe ich mir ein Stück weit selbst zuzuschreiben.

Die Sache mit dem Gehalt

Warum verdienen Frauen in vergleichbaren Berufen so viel weniger? Ich denke, oft liegt es daran, dass Frauen für Arbeitnehmer das größere Risiko sind, denn sie können Kinder kriegen und für ein oder mehrere Jahre ausfallen. Das ist dann vielleicht schon in das Gehalt miteinkalkuliert. Das Problem könnten wir lösen, wenn auch Väter länger Elternzeit nehmen, denn dann wäre das Risko der Geschlechter gleich groß. Ein anderer Grund könnte sein, dass Männer die besseren Verhandler sind. Neulich habe ich folgende Geschichte gehört: Gehaltsgespräch zwischen Bewerberin und Chef. „Wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus?“ Sie: „Liegen bei ca. 60.000 Euro im Jahr, ist aber verhandelbar.“ Der Chef hat die Dame nicht eingestellt, weil ihm sowas mächtig auf die Nerven geht. Wenn die einknickt, noch bevor ich ein Gegenangebot gemacht habe, dann kann die sich ja nirgends durchsetzen, hat er vermutlich gedacht. Ehrlich gesagt, die Dame hätte ich sein können.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Geld ist nicht die Lösung

Was will ich mit meinem Text nun sagen? Alle Frauen sollen Zahnärztinnen werden und ordentlich Geld verdienen, dann wird alles gut? Nein, auf keinen Fall. Nicht immer ist ein gutes Gehalt die Lösung, auch wenn das natürlich unabhängig macht. Und es gibt einfach viele Jobs, die (leider) unterbezahlt sind. Demnach dürfte es bald keine ErzieherInnen, KrankenpflegerInnen oder Sozialpädagogen mehr geben. Aber ich will sagen, dass wir Frauen vielleicht manchmal zu wenig Mut haben. Darum stecken wir oft in einer für uns unguten Situation.

Frauen und Männer sind unterschiedlich, die einen mehr, die anderen weniger. In der Mehrzahl aber sind wir Frauen die sozialen und kommunikativen Menschen. Wir fühlen uns gut in andere ein, wir können vermitteln und Gespräche führen. Vielleicht liegt es daran, dass Frauen im Allgemeinen auch etwas harmoniebedürftiger und weniger konfrontativ sind als Männer. Das hat viele Vorteile. In Sachen Gehalt, Job und Karriere ist das aber in mancherlei Hinsicht ein klein wenig nachteilig.

Wir Frauen sollten uns aber generell etwas zutrauen und mehr darauf pfeifen, was die anderen denken, meinst du nicht? Mutig zu sein bedeutet für mich übrigens nicht nur, sich zuzutrauen, einen Job zu ergreifen, der eine Familie ernährt. Es bedeutet genauso, als Frau bei den Kindern zu bleiben und den Beruf aufzugeben. Sich außerdem dafür einzusetzen, dass Care-Arbeit endlich als wichtiger und richtiger Job angesehen und entsprechend mit genug Rentenpunkten vergütet wird. Und sich von Menschen mit erhobenem Zeigefinger nicht den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. Mutig sein bedeutet genauso, einen Beruf zu ergreifen, der schlecht bezahlt ist, wie der der Erzieher oder Krankenpfleger. Diesen mit Leidenschaft zu tun und dafür zu kämpfen, dass es am Ende für die Familie reicht. Mutig zu sein kann genauso heißen, dass beide Eltern reduzieren und sich für die wertvolle Zeit in Sachen Konsum und Urlaub einschränken. Mutig sein bedeutet, für das, was wir möchten, einzustehen. Sich selbst zuzutrauen, den Wunschweg einzuschlagen und zu verfolgen.

Bist du mutig?

Nun bin ich gespannt, was du dazu sagst. Natürlich ist das hier ein wenig verallgemeinert. Es gibt haufenweise Frauen, die eiskalte Gehaltsverhandlungen führen, sich locker zutrauen, den Nobelpreis in Atomphysik zu bekommen oder vier Kinder kriegen und zuhause täglich und mit Leidenschaft ihre Frau stehen. Aber viele Frauen sind zögerlich, was ihr eigenes Leben angeht, und ab und an kommt mir der Gedanke, dass wir viel mehr Mut brauchen, um die Gleichberechtigung und die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, voranzutreiben. Wenn irgendwas richtig schlecht läuft, schieben wir gerne den Schwarzen Peter anderen zu. Und vieles läuft für uns Frauen noch lange nicht optimal. Ein wenig können wir an uns selber arbeiten und Mut ist da ein Schlüssel für mich. Egal, ob es um Gehaltsverhandlungen, Berufswahl oder die Entscheidung geht, zuhause bei den Kindern zu bleiben.

Es gibt niemals diesen einen Grund, warum Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht gut funktioniert. Es gibt hundert Gründe und sie sind individuell. Ich hätte mir für mich gewünscht, mutiger zu sein. Ich bin die Art von Mutter, die gerne finanziell auf eigenen Beinen steht. Es kann sein, dass du eine ganz andere Mutter bist. Dass dir andere Dinge wichtig sind. Ich hoffe sehr, dass du den Mut hattest und dir zugetraut hast, die für dich wichtigen Dinge in Angriff zu nehmen. Vielleicht hast du Lust, uns davon zu erzählen?

Frauen, die nach den Sternen greifen: Gewinnspiel

Ich habe ein ganz wunderbares Buch für dich, das du hier gewinnen kannst. „Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen. 50 Portraits faszinierender Wissenschaftlerinnen“ von Rachel Ignotofsky (Affiliate Link). Darin sind 50 außergewöhnliche Frauen in spannenden Geschichten und wunderschönen Illustrationen portraitiert. Noch immer gibt es zu wenig Frauen in Vorständen und Führungsetagen, noch immer dominieren Männer Wirtschafts- und Finanzsektoren. Frauen haben es schwerer, sich in wissenschaftlichen Bereichen durchzusetzen oder in öffentliche Ämter gewählt zu werden. Aber Frauen haben schon sehr viel erreicht, das beweist dieses Buch:

Im Laufe der Geschichte haben zahlreiche Frauen im Dienste der Wissenschaft alles riskiert. Dieses Buch erzählt die Geschichte einiger furchtloser Frauen, die – ob im antiken Griechenland oder in der modernen Welt – angesichts der ihnen in den Weg gelegten Steine sagten: „Ich lasse mich nicht aufhalten.“

Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen, Einleitung, Rachel Ignotofsky, 2018

Wenn du das Buch gewinnen möchtest, um es mit deiner Tochter zu lesen, zu verschenken oder dich selbst inspirieren zu lassen, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Text. Gibt es Momente, in denen du hättest mutiger sein können, oder bist du ganz anderer Meinung als ich und findest, Frauen sind keineswegs zu zurückhaltend?

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse zur Weiterleitung an den mvg-Verlag mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Buches genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 08. August 2018 und endet am 15. August 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Mehr Heute ist Musik?

Kein Problem, dann hüpf mal rüber zu Instagram. Da gibts im Insta-TV tolle Familienhacks zum Thema Ordnung und Organisation sowie ein paar Inspirationen für den Elternalltag. Kaffee, Zitate und andere Dinge, die dir den Tag versüßen!

(Werbung – unbezahlt) Unser lieber Struwwelpeter – was Mezut Özil gerade erlebt, ist für ihn Firlefanz. Jedes Jahr wird er mehrere Male von einem wahren Shitstorm der Eltern übergossen, die aus pädagogischen Gesichtspunkten Daumen abschneiden und in Tintenfässer tauchen für abscheuliche Gräueltaten halten. Da werden die Fahnen der bedürfnisorientierten Erziehung hochgehalten und entsetzt postuliert, dass ein Kind sich sehr wohl dafür entscheiden dürfe, seine Suppe zu verweigern. Am Ende schreibt einer, wenn die Mama dem kleinen Konrad von Anfang an einen plastikfreien Kirschkernschnuller angeboten hätte, dann wäre die Sache mit dem Schneider garantiert auch nicht so eskaliert.

Ich möchte hier eine Sache anmerken: könnte es sein, dass die Eltern da draußen das Buch vielleicht ein wenig missverstanden haben? Und wieso lieben die Kinder die finsteren Geschichten rund um böse Buben und zündelnde Mädchen so sehr? Warum verkauft sich das Werk dennoch tausendfach, obwohl Helikopter-Eltern vielerorts angesichts der schwarzen Pädagogik Herzklabastern kriegen?

Warum der Struwwelpeter den Shitstorm nicht verdient hat

Ich glaube, dass das Buch ganz wertvoll ist. Ich verrate dir in diesem Text auch, wieso. Wir lieben nämlich den Struwwelpeter. Geschenkt hat uns unsere Ausgabe (Affiliate Link) die Oma. Ehrlich gesagt war auch ich erst einmal schockiert, als ich die Geschichten mit den Kindern las. Die Bilder kamen mir aus meiner Kindheit bekannt vor, die Verse wie „Konrad, sprach die Frau Mama…“ konnte ich mitsprechen. Ein Kind, das seine Suppe verweigert, stirbt nach ein paar Tagen, auch Paulinchen mit dem Feuerzeug verbrennt, weil sie nicht auf Mutters Worte hört. Es werden Buben ins Tintenfass getaucht, der Jäger vom Hasen erschossen. Tatsächlich, wir haben kein anderes Kinderbuch, in dem so viel gestorben wird. Aber Luise, damals drei, war fasziniert. Sie wollte immer wieder die Geschichten hören – die grauseligste mit dem Schneider war ihre liebste. Bald schon konnte sie sie auswendig aufsagen und murmelte sie Baby Oskar vor, der ihr mit offenem Mündchen zuhörte.

Kinder und das Böse

Kinder lieben es, sich zu gruseln. Und sie sind fasziniert vom Bösen. Angela Gutzeit schreibt auf der Seite des Deutschlandfunks (tolle Inhalte, tolle Podcasts), dass es im Buch um genau dieses Thema geht. Und Erwachsene fänden es undenkbar, dass sich Kinder an der Darstellung des Bösen und der Darstellung von Gewalt vergnügen könnten. Ich selber mache die Erfahrung, dass Kinder nicht nur fasziniert, sonder auch sehr wissbegierig sind, wenn es um schlimme Ereignisse geht. Wieso der böse Hitler den Krieg angefangen hat, das hat mich Jimmy schon oft gefragt. Warum macht der Mann das, tönt es von hinten im Auto, als wir im Radio zufällig die Nachrichten hören, in denen von einem Verbrecher die Rede ist. Die Kinder fragen das oft sehr sachlich und ich glaube, sie ordnen für sich die Welt ein wenig ein. Denn irgendwann kommen auch Kindergartenkinder an einen Punkt, in dem sie erleben, dass es Menschen gibt, die Schlimmes tun. Sie tun ja selber manchmal Dinge, die nicht in Ordnung sind. Ab und zu überkommt sie die Lust, ein wenig böse zu sein. Da wird der Freundin die Puppe weggenommen, das Nachbarskind gebissen oder eine Bastelei kaputt gemacht. Meist sieht man wenig später das Entsetzen über sich selbst in ihren Augen. Ganz ehrlich, wer von uns kennt nicht das Gefühl, der angeberischen Spielplatzmutter mal ihren Latte Macchiato über den Latz zu schütten? Das Böse gehört zu uns Menschen dazu und den Kindern das zu verbergen, macht ihre Schuldgefühle größer. Bei uns als Eltern liegt es daran mit ihnen zu üben, dieser Lust, einem anderen zu schaden, nicht nachzugeben. Und wir können den Kindern Stück für Stück beibringen, sich in andere hinein zu versetzen und Verständnis zu haben.

Lust am Gruseln

Bei Luise ist es so, dass sich die Lust am Lesen und am Betrachten der Bilder mit einem angenehmen Gruseln vermischt, wie Ulrich Wiedmann in einem Nachwort an die Eltern in unserer Ausgabe des Struwwelpeters beschreibt: „Diese kitzelnde Mischung aus Vergnügen und einem gewissen wohligen Schaudern ist wohl eines der Geheimnisse des lang anhaltenden Erfolgs des Büchleins.“

Kinder haben also Spaß an den Geschichten, weil da Gruseliges geschieht. Manchmal bekommen sie auch Angst und möchten den Struwwelpeter nicht mehr lesen. Mit fünf Jahren mag Luise die Geschichte vom Daumenlutscherbub nicht mehr und das Buch liegt wochenlang im Regal. Manchmal kommt sie dann doch an, kuschelt sich zu mir auf den Schoß und wir klappen das Büchlein auf. Sie überwindet ihre Angst und das ist ein Effekt, den die Alten Griechen Katharsis nannten, also Reinigung. Mit Märchen wie diesen verhelfen sich Kinder dazu, mit ihrer Angst fertig zu werden. Hoffmann hat zu diesem Zwecke extra kleine Ablenkungsmanöver in seine Bilder gemalt, zum Beispiel eine kleine Maus in der Paulinchen-Geschichte, darauf verweist Ulrich Wiedmann in seinem Nachwort.

Weißt du was, unsere Kinder haben ein tolles Entwicklungsprogramm in sich gespeichert, das wie von selbst abläuft. Sie üben also von klein auf, ihre Angst zu überwinden. Sie klettern auf Bäume, springen herunter, sie nähern sich einem Tier oder versuchen sich an anderen Grenzerfahrungen. Sie machen das sogar ganz gut und es passiert selten etwas, so lange wir Eltern nicht laufend eingreifen, sie laut warnen oder ihnen das Bäume klettern verbieten. Auch aus diesem Grund sind sie fasziniert von Sachen, die Angst machen. Der Struwwelpeter oder die Märchen der Gebrüder Grimm sind für die Kinder eine gute Möglichkeit, sich selbst mit ihrer Angst zu konfrontieren oder sich dem Bösen zu stellen. Im Übrigen bin ich keinesfalls der Meinung, dass das gegen ihren Willen geschehen soll. Es gibt auch für Märchen Altersempfehlungen und jedes Kind, das von Rotkäppchen nichts hören will, darf getrost darauf verzichten. Ich finde auch nicht, dass jedes Kind den Struwwelpeter kennen muss. Viel schlimmer als Struwwelpeter und sämtliche meuchelnden Märchengeschichten finde ich jedoch viele Zeichentrickserien, die im Vorabendprogramm im Fernsehen laufen und deren Inhalte Eltern nicht so sehr auf die Palme bringen. Die grauenhaften Geschlechterklischees in „Feuerwehrmann Sam“, die brutalen Szenen in der Serie „My little pony“ oder die oft stupiden Plots in lieblos zusammengeschusterten Dauerserien im Kinderkanal – schnelle Bilderabfolgen mit fragwürdiger Aussage halte ich für schädlicher als die morbiden Storys in den alten Klassikern. Denn Bilderbücher brennen sich nicht auf diese Weise in die Seele ein, wie bewegte Bilder im Fernsehen. (Meine Kinder lieben im Übrigen genannte Serien sehr und sie dürfen sie auch ab und zu gucken…, ich will hier nicht den Fernseh-Apostel spielen)

Lehre über die Moral

Jimmy mochte die Geschichte vom Konrad noch nie, aber er mag ein paar der anderen Kapitel. Bei uns jedenfalls hat der Struwwelpeter schon zu vielen guten Unterhaltungen geführt. Schulkind Jimmy findet zum Beispiel den Hasen super, der den Jäger erschießt. Diese Umkehrung der Macht fasziniert ihn, er liebt das Lied „Gegenteiltag“ und träumt davon, dass einmal die Kinder bestimmen dürfen, was die Erwachsenen machen. Warum haben manche Menschen Macht über andere und wieso darf überhaupt ein Jäger den Hasen bedrohen? Ist es nicht gut, wenn sich das alles mal umdreht?

Mit den Geschichten des Struwwelpeters diskutieren wir, warum es nicht in Ordnung ist, Menschen mit dunkler Hautfarbe auszulachen, ja sie überhaupt nur darauf anzusprechen. Auch das Wort „Mohr“ erkläre ich genauer, denn wir lesen zwar auch Jim Knopf im Originalwortlaut, aber nie, ohne uns gegenseitig zu erinnern, dass das Wort „Neger“ heute überhaupt nicht mehr in Ordnung ist. Die Klassiker müssen wir immer im Zeitrahmen ihrer Entstehung sehen. Und das lernen die Kinder auf diese Weise ganz gut. Dann gibt es da noch das Thema Obrigkeiten. Ist es nicht manchmal wichtig, der Obrigkeit zu gehorchen? Jimmy hat mich neulich gefragt, warum wir auf die Polizei hören müssen. Das hat uns zum Thema Rechtssaat und Sicherheit gelenkt, natürlich diskutierten wir kindgemäß. Aber wir haben auch besprochen, warum es nötig sein kann, einer Obrigkeit auch einmal zu widersprechen. Das zum Beispiel findet statt in der Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft. Wie gefährlich es sein kann, nicht zur Seite zu blicken und blind irgendwelchen Fanatikern hinterher zu rennen, wie es in unserer Gesellschaft derzeit leider oft passiert, das ist übrigens in Jan Böhmermanns kleinem Filmchen zum Struwwelpeter aufs genialste beschrieben.

Jan Böhmermanns Struwwelpeter – ein Geniestreich

Wo wir gerade von Jan Böhmermann sprechen, du musst dir unbedingt dieses Video anschauen. Hier werden Eltern aufs Korn genommen und ich fands köstlich, kenne ich doch jeden dieser Pappenheimer. Haben wir nicht alle solche Typen in den Kindergarten-Elternabenden sitzen, die am liebsten selber kochen möchten und ihr Kinder laufend in Watte packen? Ich finde, in Sachen Elterntypen muss ein bisschen Spaß sein…

In vier zeitgemäß inszenierten, pädagogisch wertvollen „Struwwelpeter“-Episoden erzählt „Dr. Böhmermann“ von Übermütigen, Ängstlichen, Erfolgstypen, Abgehängten, Ehrgeizigen und der auch 150 Jahre nach Heinrich Hoffmann immer noch gültigen Weisheit, dass alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen,

heißt die Beschreibung des Films. Und daher wende ich mich nun an die Eltern: bitte versteht den Struwwelpeter nicht als moralische Belehrung, die darin besteht, dass Strafandrohung Kinder auf den richtigen Weg bringt (vgl. Deutschlandfunk, Angela Gutzeit), denn sogar Dr. Heinrich Hoffmann hat das Buch damals nicht in erster Linie mit der Intention geschrieben, sein Kind zu erziehen. Wir müssen ihm vielmehr dankbar sein, denn genau genommen ist ER der Erfinder des illustrierten Kinderbuchs. Er wollte seinem kleinen Sohn zu Weihnachten eine Freude machen und hat kein Bilderbuch gefunden. Darum hat er kurzerhand selbst eines geschrieben. Er hat die Geschichten Märchen genannt und wollte damit vor allem sein Kind unterhalten. Als Arzt, der auch Kinder behandelte, war er in der Psychatrie tätig und legte dort den Grundstein für einen humanen Umgang mit psychisch kranken Menschen. Ganz sicher wollte der Arzt seinem Sohn mit dem Buch auch ein paar Tipps fürs Leben mitgeben (nicht zündeln, auf den Weg achten…), aber natürlich war die Erziehung damals eine ganz andere. Wenn wir das Buch heute als missglückten Erziehungsratgeber betrachten, dann wäre das ungefähr so, als würde im Bundestag der Sinn und Zweck von Daumenschrauben im Polizeiverhör besprochen – solche Methoden haben wir ja zum Glück hinter uns gebracht und sie haben in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr.

Erziehung heute

Zum Glück verbreitet sich immer mehr die These, dass Erziehung durch Beziehung ersetzt wird. Wir müssen die Kinder nicht erziehen, also in eine Richtung ziehen, wir müssen vielmehr mit ihnen in Beziehung leben. Strafen und Drohungen, so erleben es viele Eltern, verfehlen doch sowieso ihren Sinn und als Mutter mache die Erfahrung, dass Konsequenzen wie Taschengeldentzug oder Medienverbot das bestrafte Kind nur noch mehr erzürnen. Daher halte ich grundsätzlich nichts von Strafen, aber das soll hier nur meine Meinung sein.

Der Stuwwelpeter wird unsere Kinder nicht schrecken, weil sie wissen, dass es nicht auf sie bezogen ist. Die Kinder sind in diesem Buch keine Identifikationsfiguren: „Das ist die Magie des Struwwelpeter-Bildes. Es zeigt das Gegenkind schlechthin“, schreibt der Germanist Peter von Matt. Und unsere Kinder sind schlau genug zu erkennen, dass wir nicht so sind wie Konrads Frau Mama oder all die anderen Erwachsenen im Buch. Im Übrigen passierte bei uns noch folgendes: Anton, der immer darum bemüht ist, dass die Kinder genug essen, konnte es sich nicht verkneifen, auf den armen Suppenkasper zu verweisen. Jimmy, mit dem ich zuvor darüber gesprochen hatte, dass es totaler Quatsch ist und kein Kind innerhalb von fünf Tagen verhungern kann, schreckte das nicht. So geschah es, dass der Stuwwelpeter sogar zur Aufklärung beitrug, als sich Anton hinreißen ließ, altmodisch daher zu reden.

Übrigens gabs neulich auf Rike Drusts Facebook-Seite eine Diskussion über den Stuwwelpeter. Schau mal rein! Und das alles ist immer eine Frage der Sichtweise und vor allem, wie Eltern mit ihren Kindern das Buch lesen. Wir lassen es zur Zeit im Schrank. Wenn eines der Kinder kommt und sich mit uns gruseln oder über tiefer gehende Fragen diskutieren will, machen wir uns einen Kakao, kuscheln uns aufs Sofa und lesen die Reime. Meist kennen wir sie sowieso auswendig. Ich zitiere aus dem verlinkten Text vom Deutschlandfunk:

Entscheidend sei bei dem, was Kinder lesen oder vorgelesen bekommen, die Rezeptionslenkung durch die Erwachsenen, so sagte Hans-Heino Ewers. Also, auf unsere Art der Vermittlung kommt es an, ob Kinder souverän mit der Lektüre umgehen oder vor Schreck erstarren. Und das gilt schließlich nicht nur für den „Struwwelpeter“.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Lust auf mehr Heute ist Musik? Da nix wie los zu Instagram. Auf meinem Kanal gibts Schönes, Ordentliches und Leckeres. Achso, und natürlich Glitzer im Eltern-Alltag!

Pin it, Baby!

Völlig unentspannt

Abends bin ich meist geschafft! Die Kinder ins Bett zu bringen ist dann ein Punkt, den ich lange Zeit nur mit halbem Herzen gemacht habe. Irgendwie hat mich die Vorstellung, hinterher noch Wäsche zu falten oder den Balkon aufzuräumen, so gestresst, dass ich völlig unentpannt neben Jimmy und Luise lag und irgendeine Geschichte runterleierte. Wenn die Kinder mich baten, noch ein bisschen neben ihnen liegen zu bleiben, habe ich abgelehnt und gesagt, dass noch viel zu viel zu tun sei, denn ich war ungeduldig und dachte an die Küche und das schmutzige Geschirr. Jetzt schnell aufräumen und dann ab ins Bett zum Lesen, das war mein einziger Gedanke. Du kannst dir vorstellen, dass Kinder in den seltensten Fällen antworten:

„Ja, Mama, geh nur runter und räum auf. Wir können gut verstehen, dass du nun deine Ruhe haben willst. Wir werden uns einfach gegenseitig den Rücken kraulen und dann die Augen zumachen.“

Guter Witz, oder? Denn natürlich haben die Kinder für meinen Ordnungszwang kein Verständnis und wollen, dass ich bei ihnen bleibe und ihre Hand halte. Wir hatten dann regelmäßig Ärger und ich war erst wütend auf die Kids, dann auf mich selbst. Wie kann ich nur so kleinkariert sein und lieber abwaschen als kuscheln? Andererseits haben Eltern ein Recht auf ein wenig Zeit zum Entspannen, finde ich.

Einschlafbegleitung mit dem eReader

Eine Lösung musste her, denn auch der kleine Oskar schläft nicht alleine ein und wir liegen oft noch eine halbe Stunde neben ihm, bis er endlich schlummert. Die Lösung lautet nun: mache die Zeit neben den Kindern zu deiner Zeit! Dafür habe ich die Kinder ein wenig gebrieft. Bevor Luise und Jimmy ins Bett gehen, räumen wir das Wohnzimmer und die Küche grob gemeinsam auf. Dann gehen wir gemütlich ins Kinderzimmer (Jimmy und Luise schlafen zusammen, Anton bringt meist Oskar ins Bett) und ich lese eine Geschichte für jeden. Wir löschen das Licht und alle unter 18 Jahre machen die Äuglein zu. Ich bleibe bei ihnen und vergnüge mich mit meinem neuen tolino eReader, den ich vor kurzem in der Thalia Buchhandlung in Ludwigsburg gekauft habe. Das ist sozusagen ein elektrisches Buch, auf das ich meine Lieblingslektüre laden kann. Ultraleicht ist der eReader und mein Modell, ein tolino shine 2HD, hat auch noch eine Beleuchtung, sodass ich die Buchstaben gut erkenne und meine Augen nicht müde werden, die Kinder aber dennoch im Dunklen liegen. Dann kümmert sich Anton alleine um die Küche oder wir stecken einfach alles schnell in die Spülmaschine, bevor wir ins Bett gehen.

Ich finde diese Lösung richtig toll, denn ich habe meine Lesezeit jetzt einfach vorgezogen. Sonst habe ich nach dem Aufräumen gelesen, nun lese ich einfach, solange die Kinder einschlafen. Die Arbeit, die dann noch bleibt, machen Anton und ich jetzt immer etwas später, so zwischen neun und zehn Uhr. Es kann natürlich sein, dass ich mich so fest gelesen habe, dass ich kaum aus dem Bett komme. Dann schaue ich ab und zu auf die schlafenen Kinder und bin richtig glücklich, dass ich diese Zeit des Tages nun genießen kann.

Unterwegs mit dem tolino

Perfekt ist der eReader übrigens auch, wenn ich mal wieder mit den Kids unterwegs bin. Auf dem Spielplatz oder auf Ausflügen habe ich meist keine Lust, einen dicken Buchschinken mitzuschleppen. Der eReader hingegen ist ganz leicht und passt sogar in meine Handtasche. Bei dem vielen Gepäck, das wir immer dabei haben, ist das echt eine Erleichterung. Das betrifft natürlich auch den Urlaub. Wir fahren demnächst wieder ins Allgäu zum Wandern. Du glaubst gar nicht, wie viele Koffer und Rucksäcke ich mit Wanderschuhen, Badesachen und Spielzeug fülle. Wenn ich dann noch meine vier Bücher dazu tue, wird es echt grenzwertig. Ich habe immer eine Menge Lektüre dabei, denn nicht immer ist mir nach Sachbuch, sondern manchmal auch nach Krimi oder Liebesschnulze.

Wir werden die erste Sommerzeit nicht in den Urlaub fahren, darum mache ich erst einmal Ferien auf meiner Dachterrasse. Das ist nämlich mein kinderfreier Raum, in den ich mich gerne zurückziehe. Hier schaue ich abends mal eine Serie an oder versinke in einem Buch. Dank Beleuchtung liest es sich hier mit dem tolino bis in die tiefe Nacht hinen, da freue ich mich jetzt schon drauf!

Den tolino eReader habe ich direkt in der Thalia Buchhandlung gekauft, wo ich sehr gut beraten wurde. Es gibt ein Einsteigermodell und drei etwas umfangreichere eReader, da findet jeder das richtige für sich. Wenn du dann vor Ort ein Buch entdeckst, kannst du es an der Kasse bezahlen und bis du zuhause bist, von deiner Cloud auf den eReader laden. Außerdem lässt es sich bequem und jederzeit über W-Lan einkaufen. Übrigens bieten auch viele Büchereien einen eBook-Verleih an, das ist auch eine Möglichkeit, um an Lektüre zu kommen.

Falls du mit dem Gedanken spielst, dir einen eReader zuzulegen, ist die Chance jetzt günstig. Im Sommerzeitraum hast du ein verlängertes Rückgaberecht von 100 Tagen. Wenn du also doch nicht überzeugt bist, kannst du den tolino eReader eine ganze Weile nach dem Kauf zurückgeben. Probiers mal aus, ich finde es jedenfalls sehr entspannend, so zu lesen.

Und falls es dir am Bett der Kinder abends manchmal so geht wie mir, schnapp dir den eReader, dein Handy, ein Buch (mit Lämpchen zum Anklipsen) oder ein Tablet und hör Podcasts, schau Serien oder versinke in einen tollen Roman. Natürlich kannst du auch einfach meditieren oder nachdenken, ein Lied komponieren oder ein Gedicht verfassen. Vielleicht verstehst du dieses ganze Thema auch nicht und dir gehts wie Anton: der schläft einfach ganz genüsslich neben den Kindern ein.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Warum steht Anzeige über dem Text und warum bewerbe ich hier Produkte? Das erkläre ich dir hier.

In den letzten Monaten hatte ich immer mal wieder ein ungutes Gefühl. Es ging um die Kinder. Ich fühlte mich gestresst und kaputt und meinte, Jimmy, Luise und Oskar hätten eine Freude daran, mich in den Wahnsinn zu treiben. Dass das vor allem an mir selbst lag, habe ich bereits in diesem Artikel erzählt: Ich fühle mich schnell als Opfer und denke, dass alles eine einzige Zumutung ist. Kinder streiten und schmeißen in ihrer Wut den Milchbecher um? Eine Zumutung für mich! Die Familie pfeffert ihre Wäsche auf den Boden und ich muss sie aufheben? Eine Zumutung für mich!

So gehts nicht weiter

So kam es, dass ich mich selbst am laufenden Band reden hörte, als sei ich Fräulein Rottenmeier: „Hast du mich jetzt endlich verstanden?“ oder „Wenn du nicht gleich deine Zähne putzen gehst, kriegen wir RICHTIG Ärger!“ Nun ist es tatsächlich so, dass Kinder einen in den Wahnsinn treiben können und der Haushalt manchmal richtig ätzend ist, da wirst du mir Recht geben. Aber es kann doch auch nicht sein, dass sich alles so doof anfühlt und wir hier miteinander nur rummeckern, dachte ich mir irgendwann.

Außerdem wusste ich es doch eigentlich besser, schließlich habe ich hier auf dem Blog schon einmal über gewaltfreie Kommunikation geschrieben, von der ich ausnahmslos überzeugt bin. Ich denke, wenn man wie ich nicht von Natur aus mit guten Nerven und viel Verständnis für das Verhalten einer schlecht gelaunten Fünfjährigen ausgestattet ist, muss man ab und an zu Hilfsmitteln greifen, und das tat ich auch. Ich habe mir vom Beltz-Verlag das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Gelassen durch die Jahre 5 bis 10“ (Affiliate Link) von Danielle Graf und Katja Seide bestellt, die den gleichnamigen Blog schreiben. Bereits der erste Teil „Gelassen durch die Trotzphasen“ (Affiliate Link) hat mein Blick auf die Kinder verändert. Aber die Lektüre ist ein bisschen her und ich war neugierig auf den neuen Teil, der ja genau das Alter meiner beiden Großen betrifft.

Die Wahrheit tut weh

Ehrlich gesagt schmerzt das Lesen ein wenig. Denn der Blick der Autorinnen auf die Kinder ist so überaus respektvoll und positiv, dass ich schnell erkannt habe, dass das Problem in meiner Wahrnehmung liegt. Manchmal kamen mir beim Lesen die Tränen, wenn ich merkte, dass ich die wahren Bedürfnisse der Kinder gar nicht erkannt oder ihnen zu viel zugemutet habe. Meine Stimme im Kopf sagt ziemlich oft: die Kinder müssen das jetzt so machen, wie ich es will. Keine Widerrede, ich bin der Chef. Dabei weiß ich genau, dass das meist in die Hose geht. Klar muss es Regeln geben und was Gefahrenquellen betrifft, gibt es keine Diskussion. Das sehen die Autorinen übrigens ganz genau so. Aber sie versuchen stets, das Kind komplett ernst zu nehmen und mit ihm zusammen nach einer Lösung zu suchen. „Jedes Kind möchte so geliebt werden, wie es ist. Darf es all seine Facetten zeigen und wird auch bei Konflikten seine Integrität gewahrt, wächst es psychisch gesund heran.“ (S. 56)

An vielen beispielhaften Schilderungen von Eltern erklären sie, wie es mit den Kindern klappen kann und zeigen genau auf, wie sich das Kind in bestimmten Momenten fühlt und was es eigentlich braucht. Sie schildern zu Beginn die Szene, in der eine Mutter mit ihrem Teenager-Sohn aneinander gerät. Noch sind unsere Kinder klein, aber womöglich sitzt auch irgendwann mein kleiner Jimmy vor mir und wir haben diese typischen Konflikte, von denen alle reden. Ich stimme den Autorinnen unbedingt zu, dass die herkömmlichen Erziehungswege, die auch ich angewandt habe, bei den Kindern Unmut und Wut über ihr Ausgeliefertsein provozieren. (S. 10) Ich glaube, dass wenn ich an mir arbeite und mir Mühe gebe, die Integrität meiner Kinder noch besser zu achten, als ich es bisher tue, dann kann es klappen, dass wir die Pubertät gut miteinander hinbekommen. Übrigens geht es im Buch keinesfalls darum, die Eltern zu willfährigen Dienern ihrer Söhne und Töchter zu machen (Vgl. S. 11). Ab dem fünften Lebensjahr könnten Kinder durchaus wichtige soziale und gesellschaftliche Regeln vermittelt bekommen, so die Autorinnen.

Ein Buch kann Berge versetzen

In den letzten zwei Wochen, in denen das Buch hier immer neben mir liegt und ich es lese, hat sich für mich viel verändert. Ich bin manchmal ganz erstaunt und habe das Gefühl, dass ich die Kinder verstehe. Ok, ich muss mich oft zusammenreißen und es ist für mich sehr hart, das Gebrülle und Gestreite auszuhalten. Ich bin auch immer noch oft genervt und würde manchmal gerne das Fräulein Rottenmeiner wieder rauskramen, aber ich denke, ich habe etwas verstanden. Die Autorinnen sprechen an, dass man sich mit dieser anderen Art, mit Kindern umzugehen, manchmal ratlos fühlt. Wenn Eltern es gewohnt seien, eine klassische Führungsposition innezuhaben, ließe einen dieses „Nicht-am-längeren-Hebel-sitzen“ ratlos zurück (Vgl. S. 24) Und in der Tat: als Luise heute morgen nicht aufhörte, die Polster im Wohnzimmer durch die Gegend zu pfeffern, habe ich ihr mal wieder gedroht, dass das Tanzen dann heute Nachmittag ausfiele, wenn sie nicht sofort aufräume. Was Besseres fiel mir nicht ein. Aber ein wenig habe ich sie verstanden, denn sie war noch müde und sauer, weil es nur Vollkorn- statt Toastbrot gab. Ich denke, sie ein wenig toben zu lassen und dann in Ruhe mit ihr zu sprechen, das hätte funktioniert.

Beeindruckt hat mich im Buch das Kapitel, in dem eine der Autorinnen erzählt, wie das morgens bei ihnen so abläuft und wie sie auf alle drei Kinder eingeht. Bei mir ist das meist eher chaotisch und anstrengend, aber sie erklärt, warum das so ist. Der eine braucht morgens seine Streicheleinheiten, will kuscheln und möchte Hilfe für Dinge, die er eigentlich selber kann. So ist es bei Jimmy. Mich nervt oft, dass er sich nicht anziehen will. Aber er braucht vermutlich einfach ein bisschen Nähe und will sich bemuttern lassen, bevor er ganz alleine den Schulweg antritt. Anders dagegen Oskar, der will alles selber machen und dabei geht viel daneben. Ihm aber die Möglichkeit zu geben, sich sein Frühstück selber zuzubereiten (mit etwas Hilfe natürlich, einem riesen Schlabberlatz und einem Kindermesser), das macht ihn stolz und froh.

Rat für Jimmy und mich

Übrigens habe ich Danielle Graf und Katja Seide auf der Blogfamilia getroffen. Sie sind live ebenso sympathisch wie im Netz und sie haben mir noch einmal enorm geholfen. Ich war nämlich mit meinem Schulkind sehr unglücklich, das wirklich seine gesamte Stift- und Kleiderausrüstung vergisst. Oft stand ich schon da wie der Oberfeldwebel und habe mit strengem Blick das Mäppchen inspiziert. Die beiden haben mir dann erklärt, dass Kinder in dem Alter einfach nicht so gut organisiert sein können wie wir Erwachsenen. Manchen fällt es etwas leichter, aber andere sind mit der Schule, dem Schulweg, den Klassenkameraden, den Lehrern und all den Eindrücken so beschäftigt, dass die Organisation von Jacke, Stift und Regenschirm einfach zu viel des Guten ist. Als ich das hörte, tat mir Jimmy so leid, den ich echt oft angemeckert habe. Übrigens hatten Danielle und Katja trotzdem viel Verständnis für mich, sie sind keinesfalls Menschen, die mit erhobenem Zeigefinger auf Eltern einreden, das spärche ja auch gegen ihr Konzept. Sie gaben mir den Rat, künftig weder teure Stifte noch andere hochwertige Sachen zu kaufen. Lieber einen Vorrat an günstigen Stiften zuhause haben, die Turnschuhe können in der Schule bleiben, einen Schirm brauchen die Kinder mit ihren Regenjacken sowieso nicht und alles andere wird Second Hand gekauft. Dann haben Jimmy und ich keinen Stress mehr.

Wir sind ein Team

Seien wir realistisch: wir alle sind an schlechten Tagen auch mal gemein oder nah am Wasser gebaut, behandeln Partner oder Kinder nicht so gut und erleben selbst, wie die anderen unsere Grenzen überschreiten. Außerdem sind wir Menschen verschieden und so nervenstark wie die Autorinnen bin ich nicht und werde ich vermutlich nie werden. Ihre Toleranz und ihr Umgang mit Kindern ist in meinen Augen wunderbar und der richtige Weg. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, dass Jimmy, Luise und ich viel mehr ein Team sind als noch vor ein paar Wochen. Ich schaue sie dank des Buches noch einmal ganz anders an. Toll fand ich sie schon immer, aber sie waren mir manchmal ein Rätsel. Danielle und Katja haben hier ein Buch geschrieben, das am besten jedem Kind bei Geburt beiliegt. Da das nicht der Fall ist, ist es auch noch ein wunderbares Geschenk für alle Eltern. Ich lege es dir aus tiefster Überzeugung ans Herz, genau wie den Blog und den ersten Teil der Reihe.

Gewinnspiel

Du kannst hier und heute und übrigens auch auf Instagram ein Exemplar gewinnen. Hinterlasse einfach einen einen Kommentar unter dem Post.

Meine Tochter ist diese Woche fünf Jahre alt geworden. Und immer ist so ein Geburtstag auch ein Tag, an dem Eltern auf die zurückliegende Zeit blicken. Ich denke dann an die Geburt, an das Babyalter, an Trotzphasen, Kuschelmomente, das erste Wort oder die erste Nacht weg von zuhause. Dieser Tag ging mit dem Kindergeburtstag und all dem Trubel drum herum so schnell vorbei, dass ich kaum Zeit hatte, nachzudenken. Und weil ich das immer gut beim Schreiben kann, formuliere ich einen Brief und lasse dich daran teilhaben. Übrigens gibts am Ende noch einen wunderbaren Buchtipp für große und kleine Mädchen und eine Möglichkeit, diesen ganz besonderen Schatz zu gewinnen!

Mein liebes wildes Mädchen,

du bist nun fünf Jahre alt und längst nicht mehr klein. Dein Wille ist stark wie ein Riese, du weißt, was du willst und hast ein großes Herz – das war schon vom ersten Tag deines Lebens an so. Der Start war holprig und am zweiten Tag auf der Welt hat es dich voll erwischt. Eine Neugeboreneninfektion war für uns Eltern der größte Schreck unseres Lebens und für dich dein bisher härtester Kampf – den du als kleine, große Siegerin gewonnen hast. Ich habe danach für dich oft das Lied von Rolf Zukowski gesungen: Ich schaff das schon, ich schaff das schon, ich schaff das ganz alleine. Ich komm bestimmt, ich komm bestimmt bald wieder auf die Beine. Ich brauch dazu, ich brauch dazu ne ganze Menge Kraft, doch ich hab immerhin schon ganz was anderes geschafft.

Du bist unglaublich stark, liebe Luise. Und du bist hartnäckig. Wenn du dir was in den Kopf gesetzt hast, ziehst du es durch. Das trifft auf die schräge Klamotten-Kombination genauso zu wie auf das Ziel, Inline Skates fahren zu können. Die hast du dir gewünscht und bist gleich am ersten Tag losgedüst. Das hätte ich niemals für möglich gehalten. Die meiste Zeit bewundere ich deinen Willen, manchmal kämpfe ich auch dagegen und wir geraten aneinander. Dann bin ich ganz schön ungerecht zu dir und wenn ich mich dann beruhige, sehe ich einfach nur das kleine starke Mädchen, das für sich selbst einstehen möchte.

Du stehst aber vor allem für deine Freundinnen ein. Ich habe selten ein Kind getroffen, dessen Freundschaft so kostbar scheint wie die deine. Auf deine Freundinnen lässt du nichts kommen und jeder weiß, dass er mit dir Quatsch machen, lachen, weinen und Pferde stehlen kann. Dich als Freundin zu haben ist ein großes Glück für jeden, der in diesen Genuss kommen wird.

Deine Haarmähne ist wild und ungezähmt, so wie du und deine Ponypferde. Deine Sommersprossen sind unglaublich süß, deine Augen groß und kugelrund und haben eine faszinierende Farbe. Ich schaue dich an und du siehst so zauberhaft aus: Wild und stark und frei, aber auch gütig. Du hast ein Herz für deine Kindergartenfreunde, die hingefallen sind und weinen. Und du hast ein Herz für deinen großen Bruder, mit dem es auch jede Menge Ärger gibt. Kommt es hart auf hart, hat er in dir die treueste Gefährtin, die er sich nur vorstellen kann. Er wird es oft im Leben zu schätzen wissen.

Ich wünsche dir das Allerbeste für dein Leben. Mögen die Menschen, die dich begleiten, deine Liebe immer verdienen. Mögest du immer einen Menschen an deiner Seite haben, der dich in den Arm nimmt, wenn du Trost brauchst. Sei dir deiner Stärke weiterhin so sehr bewusst und habe immer einen liebevollen Blick auf dich selbst. Du bist für mich die stärkste und schönste kleine Frau, die ich je gesehen habe. Du wolltest unbedingt zu uns – was für ein großes Glück für mich und unsere drei Männer.

Happy Birthday, liebe Luise!

Deine Mama

Buchempfehlung für wilde Mädchen

Und hier habe ich etwas für dich, liebe Leserin oder lieber Leser. Der Bildband „Wilde Mädchen“ (Affiliate Link) von Kate T. Parker ist ein unglaublich wertvolles Buch. „Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen“ lautet der Untertitel. Ich habe es vom mvg Verlag als Rezensionsexemplar bekommen und es Luise zum Geburtstag geschenkt, weil auch sie ein wildes Mädchen ist. Luise ist schön, weil sie ihre Haare niemals mit einem Zopfgummi bändigt. Sie ist schön, weil sie Leggings mit orangenen Streifen und darüber ein pinkes Tüllröckchen trägt. Sie ist schön, weil sie Spielzeug-Obst mit einem an den Tischbeinen festgespannten Gummi durch das Wohnzimmer schießt und dabei ihre Zunge rausstreckt.

Die Fotografin Kate T. Parker hatte früher eine hüftlange Mähne, die sie sich abschnitt, um besser Fußball spielen zu können. Mädchen müssen lange Haare haben, war die Reaktion vieler Menschen auf diesen Schritt. Außerdem sollten Mädchen nicht Sport treiben, laut herumtollen und nicht alles hinterfragen. Sie hatte Glück und ihre Eltern ließen sie all das tun. Sie macht es heute mit ihren Mädchen nicht anders. Die beiden Töchter dürfen laut, albern, stark und eigenständig sein.

Beim Fotografieren ihrer Kinder fiel ihr auf, dass die Bilder am schönsten waren, auf denen die Mädchen zu 100% sie selbst sein durften. Dreckig, lustig, stur, fröhlich, unverstellt. So, wie sie waren, wollte sie sie künftig abbilden, ohne gestellte Posen und schicke Kleidchen. Schönheit und Stärke gehören zusammen, ist das nicht eine wunderbare Botschaft von Kate T. Parker, die diesen Bildband gemacht hat?

Sie hat in diesem Buch Mädchen fotografiert, die das tun, was sie lieben. Die kämpfen, singen, lachen, weinen, schwitzen. Und dabei sind sie wirklich unglaublich schön. Bei uns liegt das Buch nun offen im Wohnzimmerschrank und jeden Tag schlagen wir eine andere Seite auf. Klar, dass Luise die fünfjährige Siena mit ihrem Pony Max am liebsten hat.

Vielleicht ist das Buch auch etwas für dich und deine Tochter? In jedem Fall ist es eine Inspirationsquelle, nicht nur für kleine Mädchen. Am schönsten sind wir, wenn wir niemandem gefallen wollen – sei dir dessen bewusst und gib es an deine Kinder weiter, natürlich ebenso an deine kleinen Jungs!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Gewinnspiel

Juchuuuu, auf Instagram darf ich ein Exemplar von „Wilde Mädchen“ (Affiliate Link) verlosen. Hüpf doch mal rüber auf meinen Kanal. Und wenn du Instagram nicht nutzt, sei nicht enttäuscht! Ich verlose bald wieder ein schönes Buch hier auf dem Blog.

Das schwarze Loch

Ich habe ab und zu das Gefühl, durchzudrehen. Ich meine nicht das alltägliche Gefühl, wenn ich mich mal dringend zwei Minuten aufs Klo einschließen muss um durchzuatmen, weil die Tochter mal wieder keine der angebotenen Jeans anziehen möchte. Nein, ich meine so ein Gefühl, das sich langsam anbahnt. Eine bleierne Alltagsmüdigkeit überkommt mich dann und Freudlosigkeit beim Aufstehen. Ich sehe nur noch schwarz, nicht mehr die Sonne draußen, das Kinderlachen und den freundlichen Blick von Anton, wenn er mir den Kaffee reicht. Ich sehe nur Berge von Wäsche, lange To-Do-Listen und habe einfach keine Lust mehr auf mein turbulentes Familien-Beruf-Vereinbarkeitsleben.

Mama hat den Baby-Blues

Meist bin ich nach ein, zwei Tagen wieder fit und finde wieder Freude am Alltag. Es kam aber auch schon vor, da verging dieses Gefühl wochenlang nicht. Und es machte mir Angst. Das erste und schlimmste Mal war es da, als Jimmy geboren wurde. Er hat sehr viel geschrien und ich war erschrocken von meinem neuen Leben mit Baby alleine zuhause. Während alle Neumütter in der Rückbildungsgruppe strahlten, hätte ich weinen können. Der Schlafentzug, das viele Weinen und meine eigene Leere hat mich total fertig gemacht. Als ich heulend mit dem Frauenarzt sprach und der mir sagte, dass meine Gefühle normal sind, war ich ein wenig beruhigt. Und als ich dann noch Rike Drusts Buch Muttergefühle. Gesamtausgabe (Affiliate Link) las und zum ersten Mal merkte, dass auch andere Mütter ihr neues Leben ab und zu ganz schön schwierig finden, war ich einigermaßen wiederhergestellt.

Mutter-Kind-Kur – eine gute Idee?

Beim zweiten Baby wusste ich, was auf mich zukam. Ich fand alles viel einfacher und war beruhigt, weil ich in spätestens einem Jahr wieder mehr Schlaf, mehr Zeit und mehr Freiheit haben würde. Aber nach genau einem Jahr überkam mich trotzdem wieder dieses schwere Gefühl und alles wurde mir zu viel! Der Vierjährige, das Krabbelkind, der Haushalt, der Start ins Berufsleben – was ich da zu wuppen hatte, war auch echt ne Menge. Als wir dann Freunde besuchen wollten und ich beim Kofferpacken war, konnte ich nicht mehr. Ich habe mich in die Küche gesetzt und nur noch geheult, bis Anton kam. Die nächsten Tage fühlte ich ein Kribbeln in den Händen und mir wurde immer wieder schwindelig. Ich bin eine schlimme Hypochonderin, ergoogelte mir die schlimmsten Diagnosen und saß dann mit zitternder Stimme beim Hausarzt und erzählte ihm, dass ich depressiv sei und zudem an einer schweren Muskelerkrankung leide. Ich hatte ein zweites Mal Glück mit dem Doktor und er fragte ein wenig nach. Seine professionelle Diagnose war weitaus harmloser: Er bestätigte mir, dass Kindererziehung Schwerstarbeit ist und diese Erschöpfungssyndrome deshalb leicht erklärbar wären. Er empfahl mir eine Mutter-Kind-Kur und ich fand die Idee sofort genial.

Ich ließ mich beraten und war schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit einem einjährigen Kind ist das nämlich nicht so einfach. Die meisten Kur-Kliniken nehmen so kleine Kinder nicht auf. Die Frau von der Beratungsstelle sagte mir außerdem, dass die Eingewöhnung dann meist so lange dauert, bis der Aufenthalt fast zu Ende ist. War ja irgendwie auch logisch und nachvollziehbar, dass sich so ein kleines Kind nicht mal eben in einer fremden Kita-Truppe abgeben ließe. Also nahm ich den Antrag zurück. Aus dem Loch holte ich mich mit Hilfe meiner Eltern, Anton und einer Menge frischer Luft raus, aber so einen Rückhalt haben schließlich nicht alle Mütter.

Ich fahre alleine!

To make a long story short: auch vor einem halben Jahr saß ich mal wieder weinend vor einer Ärztin. Dieses Mal hatte ich grauenvolle Rückenschmerzen und der ganze Alltag erschien mir wie eine Last. Bei der Beratungsstelle erfuhr ich, dass es Kliniken gibt, die Zweijährige mit aufnehmen. Aber dann lag ich nachts mit meinen hustenden Kindern im Bett und malte mir aus, wie das wohl wäre: drei Wochen mit allen Dreien in einem Zimmer, womöglich noch ein fieser Husten oder Mageninfekt, der uns alle niederstreckt – ich habe noch am nächsten Tag meine Kuridee verworfen.

Zufällig erzählte mir eine liebe Freundin von einer Mütter-Kur ohne Kinder, und dass ihr Aufenthalt himmlisch gewesen sei. Ich ging zur Beratungsstelle und dort erklärte mir die nette Dame, dass das tatsächlich möglich ist. Während meiner Abwesenheit würde uns eine Haushaltshilfe bewilligt, weil Anton nicht drei Wochen Urlaub nehmen kann. Sie empfahl mir eine Kurklinik, die nicht zu weit weg von zuhause ist. Als sie mir von der Landschaft und dem Frühstücksbuffet vorschwärmte und mir bewusst wurde, dass ich dort ein Zimmer nur für mich, drei Mahlzeiten am Tag sowie Sportangebote in Massen haben würde, habe ich wieder geweint. Dieses Mal vor Glück.

Und jetzt freue ich mich wie verrückt auf meine Auszeit im Allgäu. Na klar, ich werde ungeheuerliches Heimweh nach meiner Familie haben. Aber sicher wird es mir gut tun, mich nach so vielen Jahren wieder nur um mich zu kümmern. Ich verspreche mir vor allem, dass ich dort lerne, den Alltag besser bewältigen zu können. Mehr auf mich schauen, die Ansprüche runterschrauben und Pausen machen – ich bin mir sicher, das wird mir künftig besser gelingen.

Burn Out vermeiden, mein Ziel für die Kur!

Auch meiner Familie mute ich damit etwas zu. Anton hat aber zum Glück Unterstützung von meinen lieben Eltern und weil es nicht so weit zu mir ist, können sie mich alle mal besuchen. Die Kinder werden sicher auch traurig sein, aber sie werden profitieren von einer Mama, die entspannter und gesunder heim kommen wird. Und weil ich weiß wie es sich anfühlt, wenn die große Traurigkeit zuschlägt, ist mir bewusst, dass Depressionen kein Schnupfen sind. Wir Mütter (und natürlich auch Väter) leisten jeden Tag eine ganze Menge. Uns vor einem Burn Out zu bewahren sind wir unserer Familie schuldig, aber vor allem uns selbst!

Wenn du also auch darüber nachdenkst, eine Kur zu machen, ob mit oder ohne Kinder, dann informiere dich bei deiner Krankenkasse. Erziehende haben im Grunde genommen alle vier Jahre Anspruch auf eine Kur. Welche Bedingungen da genau erfüllt sein müssen, um den Antrag bewilligt zu bekommen, musst du mal erfragen. Mir hat am meisten die Beratung des Kreisdiakonieverbands unseres Landkreises geholfen. Außerdem kannst du bei Kerstin von Chaoshochzwei nachlesen, wie es bei ihr zum Kurantrag kam und Beatrice von BeatriceConfuss hat es gewagt – sie war mit ihren Dreien an der Ostsee. Hier ist noch ein Erfahrungsbericht einer Mutter, der in der FAZ zu lesen war.

Juchuuu, es gibt was zu gewinnen!

Und jetzt schenke ich dir eine Mini-Kur nur für dich. Du kannst mit etwas Glück das ganz wunderbare Buch der genialen Marlene Hellene gewinnen: Man bekommt ja so viel zurück. Leitfaden für verwirrte Mütter (Affiliate Link). Ich habe ein Rezensionsexemplar erhalten und mich beim Lesen kaputt gelacht. Nichts hilft so viel gegen den Alltagsüberdruss wie ein richtig guter Lachanfall, und diesen wirst du beim Lesen dieses Krachers auf jeder zweiten Seite haben. Außerdem gibt es das beste Medikament für Mütter gratis dazu. Es besteht aus dem guten Gefühl, dass es uns allen ähnlich geht. Und dass Fernseher anmachen, Schokomüsli verabreichen und Fragen von Kleinkinder mit Ist halt so zu beantworten unter Eltern nicht strafbar ist. Wir machen es doch alle, seien wir ehrlich!

Übrigens gibt es eine zweite Verlosung auf meinem Instagram-Kanal!

Mama macht Stress

Ich bin zuhause eine echte Meckerziege. Andauernd schimpfe ich und nörgle an Anton und den Kindern rum. Das stresst auch die Familie sehr. Ich habe hier Anfang dieses Jahres mein Entspannungsprojekt gestartet und Auslöser war tatsächlich der Wunsch, entspannter zu werden. Wie wäre es, die Wäsche auf dem Boden, einen umgekippten Becher mit Milch oder kleine Sandhaufen im Flur nicht mehr als Katastrophe, sondern als Begleiterscheinung des Familienlebens zu sehen? Mir fällt das nämlich echt schwer und eine Saftlache auf Tisch und Boden kann in mir an manchen Tagen eine Wutexplosion hervorrufen. Anton bleibt gelassen und ich frage mich, wie macht er das nur? Warum können andere Menschen die kleinen Missgeschicke, die nun einmal passieren und die die Kinder nicht mit Absicht machen, so locker hinnehmen?

Was Stress mit uns macht

Neulich hörte ich mal wieder meinen Lieblingspodcast SWR1 Leute, dieses Mal mit der Bestsellerautorin und Psychologin Stefanie Stahl, die über die Kindheit sprach. Wenn Eltern so viel meckerten, bliebe in den Kindern das Gefühl, nicht zu genügen. Sie bezögen die Wut auf sich selbst und nehmen das mit ins Erwachsenenalter. Oh nein, habe ich gedacht. So viel, wie ich motze, müssen meine Kinder einen Schaden fürs Leben davontragen. Andererseits liefen dann die meisten Menschen mit einem gehörigen Dachschaden rum, denn welche Mutter schafft es schon, immer verständnisvoll und ruhig mit den Kindern umzugehen oder den Erklärbär zu spielen, auch wenn die Meute tobt?

Aber es hat mich schon interessiert, was Stefanie Stahl damit meinte. Und ich habe mir ihr Arbeitsheft Das Kind in dir muss Heimat finden. In drei Schritten zum starken Ich (Affiliate Link) als Rezensionsexemplar vom Kailash-Verlag kommen lassen und einfach mal begonnen. Es ist der Nachfolger ihres Bestsellers Das Kind in dir muss Heimat finden (Affiliate Link). Darin geht es darum, dass wir gewisse Glaubenssätze in der Kindheit aufnehmen, die uns und unsere Persönlichkeit später noch stark prägen. In uns gibt es demnach das Schattenkind mit den negativen Glaubenssätzen, das Sonnenkind hingegen beinhaltet den positiven Anteil unseres „inneren Kindes“.

Nachdem ich mit Hilfe des Buches mein Schattenkind analysiert habe, fiel mir eines auf: ich habe dauernd das Gefühl, dass ich in der Familie zu kurz komme. Die Kinder wollen ständig etwas von mir, ich muss durch meinen Halbtagsjob zwangsläufig einen großen Teil des Haushalts machen, obwohl ich viel lieber arbeiten würde. Ich muss mich um Termine kümmern, um Schul- und Kindergartenfragen und um so viel anderes Zeug noch. Dann kommt abends Anton um die Ecke und fragt mich, ob er bald mal wieder mit seinem Kumpel Billard spielen gehen kann. In mir macht es dann „Kawumm“ und ich lasse meiner Wut freien Lauf. Dann schreie ich sowas wie „immer ich“ und „für alles zuständig“ und sowas. Klar, das Leben mit Kindern, die Berufstätigkeit und der Haushalt – all das ist anstrengend, da beisst die Maus keinen Faden ab. Aber ich gehe immer wieder deshalb an die Decke und werde böse auf Mann und Kinder. Dabei können die vier wirklich nichts dafür. Die Kinder sind einfach ganz normale Kinder mit Streit und Chaos und umgekippten Bechern und Anton ist der hilfsbereiteste Mensch, den ich kenne. Die Umstände sind bei uns nun einmal, wie sie sind und wir sehen im Moment beide keine Alternative.

Woher kommt die Wut?

Ich aber gräme mich, fühle mich unglaublich machtlos und habe das Gefühl, in einer Falle zu stecken. „Keiner achtet auf meine Bedürfnisse, ich komme zu kurz, alles bleibt an mir hängen“ – das läuft wie ein Mantra in mir ab und ist der Auslöser vieler Wutanfälle. Stefanie Stahl schreibt dazu:

„Aufgrund der Unterlegenheitsgefühle ihres Schattenkindes bekommen sie (die Menschen mit der Selbstschutzstrategie Attackieren und Fordern) Bemerkungen leicht in den falschen Hals und interpretieren auch Handlungen ihrer Mitmenschen schnell als respektlos und gegen sie gerichtet. Ihr Schattenkind ist leicht zu kränken. Kränkung ist ein Gefühl, das ungeheure Wut freisetzen kann.“ (S. 50)

Mit Hilfe des Buches, den Fragen, den Erklärungen von Stefanie Stahl für unser menschliches Verhalten und den Übungen aus dem Heft ist mir klar geworden, dass ich Angst habe, kein Einfluss auf meinen Alltag zu haben und das starke Gefühl empfinde, nichts bewirken zu können. Abgesehen davon, dass in meinem Leben ein paar Gegebenheiten gesetzt sind, bin ich aber gar nicht so machtlos. Und das kann ich mir als neues Mantra vorsagen: ich bin verantwortlich dafür, wie ich auf mein Leben blicke. Außerdem kann ich so vieles tun! Ich kann auf meinem Blog über Frauen und Gleichberechtigung schreiben, ich habe einen tollen Mann, der mich unterstützt und mit mir darauf hinarbeitet, dass wir Job und Familie noch besser und vor allem gemeinsam wuppen. Außerdem habe ich eine Familie und Eltern, die mich lieben und wollen, dass es mir gut geht.

Mütter dürfen sich beschweren

Keine Angst, dieser Text ist kein Plädoyer für Mütter, sie sollten sich nicht über den Haushalt beklagen und zufrieden sein. Wenn du meinen Blog schon länger liest, weißt du, dass ich die Oberemanze bin.

Ich finde es auch gar nicht weiter schlimm, wenn man sich mal beschwert über all die Arbeit. Aber was ich erkannt habe, ist dass es nicht meine Familie ist, die die Gefühle von Wut in mir auslösen. „Diese Wahrnehmung verleitet uns dazu, andere Menschen oder das Schicksal für unsere Probleme und für unsere Stimmung verantwortlich zu machen. Wir nehmen uns ständig als Opfer unserer Umstände wahr. Tatsächlich sind wir es jedoch selbst, die sich mit ihren Interpretationen und Gedanken rauf- oder runterziehen“ (S. 92)

Stahl schreibt auch, dass wir verantwortlich dafür sind, gut drauf zu sein. Viele Menschen meinten, sie dürften erst genießen, wenn sie alle Arbeiten erledigt hätten. Das ist aber nie der Fall, also könnten sie nie genießen und fühlten sich schuldig, wenn sie nicht arbeiteten (Vgl. S. 95). Das trifft zum Beispiel stark auf mich zu und dieses Gefühl, immer aufräumen und ordnen zu müssen, führt dazu, dass ich meine Kinder und meinen Mann beschuldige, weil sie es nicht tun. Verstehst du, was ich meine?

Eine kleine Lebenshilfe

Es kann sein, dass du ganz anders tickst als ich. Sicher hast du aber auch den ein oder anderen Glaubenssatz, der in deinem Kopf rumort und dir das Leben schwer macht. Vielleicht müsstest du eher lernen, deine Grenzen stärker zu wahren, weil du immer nur tust, was deine Lieben von dir wollen. Oder du fühlst dich schnell eingeengt und hast Angst vor zu viel Nähe, weil das deine Freiheit einschränken würde. Ganz egal was es ist: dieses Heft ist echt nützlich, um den eigenen (negativen) Glaubenssätzen auf den Grund zu kommen und etwas gegen die Leitlinien zu tun, die uns bisher das Leben schwer gemacht haben. Viele unserer schlechten Gedanken, sei es Neid auf andere, ein negatives Bild von uns selbst, Angstgefühle oder Missmut kommen von diesen Glaubenssätzen, die wir mit uns herum tragen und nur schwer ablegen können. Schließlich leben wir seit Jahrzehnten mit ihnen. Aber es lohnt sich, ihnen auf die Spur zu kommen, denn es eröffnet uns viele neue Möglichkeiten, zufriedener und glücklicher zu werden.

Übrigens ist das Buch natürlich kein Problemlöser für Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, sehr krank oder einsam sind oder in Geldnot leben. Aber für gestresste Menschen wie mich kann es ein paar sehr entspannende Erkenntnisse bringen.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

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Ideen für einen entspannteren Familienalltag

Kennst du das Gefühl, dass dir mal wieder alles über den Kopf wächst? Im Alltagstrott fühle ich mich manchmal wie eine Ertrinkende, die Mund und Nase gerade so über Wasser hält und jederzeit davor steht, unterzugehen. Ich organisiere mich eigentlich recht gut, bereite den nächsten Tag vor und kümmere mich gemeinsam mit Anton um Haushalt, Kids und Co. Aber dauernd kommt etwas dazwischen und ich fühle mich alle paar Tage wie eine Schülerin, die nicht wusste, dass heute Abiklausur ist.

Verloren im Alltagswahnsinn

Die Kindergärtnerin erinnerte mich neulich daran, dass Luise dringend ausgeblasene Eier braucht. Und der Fußballverein mahnte, weil ich die Jahresgebühr für Jimmy nicht überwiesen habe. Die Kinder meckern, weil ich eigentlich noch in dieser Woche mit ihnen in den Märchengarten gehen wollte und meine Freundin ruft mich an und fragt, warum ich ihr auf die Whats-App-Nachricht nicht antworte. Alles, was ich mir in diesen Momenten wünsche, ist mehr Übersicht in all dem Chaos. Etwas weniger Termine, Ordnung im Zettelwust und einen Alltag mit einer auf das Notwendigste reduzierten To-Do-Liste.

Der Minimalismus-Trend kommt sicher nicht von ungefähr, denn Emails, Whatsapp-Nachrichten und Social Media-Kanäle vermitteln den Eindruck, jederzeit verfügbar sein zu müssen. Eltern sind in dieser Hinsicht besonders gefordert, denn keine Klasse ohne Whatsapp-Chat, keine Krabbelgruppe ohne Terminabsprachen. Klamottenberge, Spielzeugtürme, Speisepläne, die verschiedenen Geschmacksrichtungen entsprechen sollen und unendlich lange Packlisten vor jedem noch so kleinen Übernachtungsausflug kommen täglich dazu.

Mein Weg aus dem Chaos

Ich sage es dir ganz ehrlich: ich habe keinen Weg. Manchmal ist die einzige Möglichkeit, das Chaos zu akzeptieren. Niemals werden Kinderzimmer immer aufgeräumt sein und Verreisen mit Familie bedeutet nun einmal, einen Tag lang Listen abzuhaken. Wenn das Haus grundgereinigt ist, ist es ziemlich sicher 24 Stunden später wieder unordentlich. Ein sauberes Klo in einem Haushalt mit drei Kindern unter acht Jahren hat eine Halbwertszeit von fünfzehn Minuten. Ich sage dir eine zweite ehrliche Tatsache: ich mag es gerne sauber und ich kann definitiv nicht die Beine hochlegen, wenn sich drei Ladungen Wäsche übereinander türmen. Das Sprichtwort „Gute Mütter haben schmutzige Böden und glückliche Kinder“ macht mir jedes Mal ein schlechtes Gewissen, weil meine Kinder Unglücksraben sein müssen, so oft wie ich staubsauge. Aber ich merke, dass ich mich auch ein wenig verändern kann. Wenn ich nach Hause komme und meine vier liebsten Menschen sitzen inmitten einer Küchenschlacht, weiß ich, dass in einer halben Stunde alles aufgeräumt sein könnte. Und wenn ich mal wieder von der Lehrerin daran erinnert werde, zehn Euro für die Klassenkasse zu zahlen, weiß ich, dass davon die Welt nicht untergeht.

Hier kommt ein Buchtipp

Außerdem wurde ich neulich auf ein gutes Buch aufmerksam gemacht. Der Rohwolt Verlag hat mir „Minimalismus für Eltern“ (Affiliate Link) von Asha Dornfest und Christine Koh als Rezensionsexemplar geschickt und ich muss sagen, dass ich einige tolle Tipps übernommen habe. Zwei Mütter stellen hier in verschiedenen Kapiteln alltagstaugliche Strategien vor, wie Zeitplanung, Schule und Freizeit entspannter gestaltet werden können.

Geldangelegenheiten

In meinem eigentlich ganz gut sortierten Leben gibt es eine Schwachstelle: mein Konto. Da fließen Beträge rein und raus und für mich ist es immer eine große Überraschung, wenn ich ab und zu reingucke, denn mal ist noch viel übrig, mal eher weniger. Dauernd werden ominöse Beträge abgebucht (Einkauf im Drogeriemarkt) oder es kommt was rein (Verkauf auf ebay-Kleinanzeigen). Dieses Wirrwarr ist stressig, weil ich nicht weiß, was ich eigentlich im Monat für ein Budget habe. Vielleicht könnte ich meine Arbeitszeit oder meinen Konsum reduzieren, was zu mehr Zeit und weniger Stress führen würde? Auf Anregungen des Buches habe ich mir eine Haushalts-App besorgt, in die ich einmal im Monat Ein- und Ausgänge eingebe. Jetzt habe ich einen Überblick und den Beweis, dass ich hier und da zu viel ausgebe (wenn du weißt, wie gerne ich Kleider kaufe, kannst du dir die Antwort vorstellen…)

Netz hat Pause

Diese ewige Verfügbarkeit per Smartphone ist echt krass, oder? Selbst wenn ich es nicht nutzen will und es mal zuhause lasse, stresst es mich, denn garantiert ist irgendwas Wichtiges vorgefallen und es warten 22 Whats-App-Nachrichten, gelesen zu werden. Ich war es neulich leid, mir all die Nachrichten der Fußballvereinseltern durchzulesen, denn deren Message, dass die Söhne krank sind, erreicht JEDEN! So habe ich aber auch überlesen, dass der Trainer Grippe hat und Jimmy und ich standen vor verschlossenen Türen. Aber ich habe mir jetzt vorgenommen, nachmittags das olle Ding wegzulegen und auch abends möchte ich es nicht mehr auf dem Nachtisch liegen haben. Solange wir wissen, dass es Kindern und Mann gut geht, kann doch so viel Schlimmes nicht passieren, oder?

Alltags-Erleichterer

Und noch ein paar kleine Dinge habe ich aus dem Buch übernommen. Weil ich immer vergesse, Jimmy sein Taschengeld auszuzahlen, ist es nun ein fester Bestandteil unseres Kalenders. Außerdem habe ich neben meiner Schaltzentrale in der Küche eine Sammelmappe mit abgetrennten Registern angelegt, in die ich Termine, Unterlagen und Post einsortiere. So fliegt dieses Papierzeug nicht mehr rum. Außerdem habe ich eine Aufräum-Playlist erstellt, zu der wir abends alle gemeinsam aufräumen.

Und jetzt habe ich noch eine gute Nachricht: ich darf zwei Exemplare verlosen. Was du dafür machen musst? Einfach nur ein kleines Kommentar dalassen. Kennst du auch dieses Chaos? Und wie gehst du damit um?

Das Gewinnspiel läuft bis zum 06.04.2018 Uhr um 23.59 Uhr. Eine Barauszahlung des Gewinnwerts ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 18 Jahren, die in Deutschland wohnen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

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