Haushalt & Ordnung

Die besten Haushaltstipps für Familien

Wie wäre es mal mit den besten Haushaltstipps, fragte neulich eine Mutter auf Instagram, als ich wissen wollte, welche Themen für meine ZuschauerInnen interessant sein könnten. Gute Idee, denn vor allem mit Kindern gibt es immer eine ganze Menge zu tun! Was ich bei diesem Thema aber wichtig finde: Haushaltstätigkeiten können ungemein frustrierend sein. Hast du morgens aufgeräumt, sieht es abends wieder kürmelig aus. Sind die Fenster geputzt, packt garantiert eine kleine Hand mitten auf die Scheibe. Siehst du einmal den Boden der Schmutzwäschekiste, ist sie ein paar Stunden später wieder gefüllt. Es gibt leider kein Geld, kaum Anerkennung und das Projekt „Haushalt“ ist nie fertig. Darum sollten sich alle im Haus lebenden Menschen verantwortlich fühlen und sich die Arbeit teilen.

Damit klar wird, was alles anfällt, empfehle ich dir, alle großen und kleinen Erledigungen drei Tage lang auf kleine Post-its zu notieren. Schnell wird klar, wie viel es zu tun gibt. Dann könnt ihr euch zusammen vor die Zettelchen stellen und die Aufgaben verteilen. Aber nun gehts los. Ich bin mir sicher, du findest den ein oder anderen Tipp, der euch die Arbeit künftig erleichtert und ein wenig Zeit spart. Die nutzt du dann sofort zum Kaffee trinken und faul rumliegen. Versprochen?

Wäsche

  • Das ist eine Aufgabe, die ich ganz gerne mache. Dazu schließe ich mich am liebsten in der Waschküche ein, höre Musik oder einen Podcast. Ich mag den Duft von frischer Wäsche, ich lege sie gerne zusammen, nur das Sortieren in die Schränke schiebe ich vor mir her. Weißt du, wie ich mich immer ein wenig motivieren kann? Ich stelle mir vor, ich bin eine Fremde und erledige diese Arbeit für eine andere Familie. Irgendwie motiviert mich dieser Gedanke, ganz schön verrückt, oder?
  • Schmutzige Wäsche direkt in Kisten sortieren. Wir sortieren nach weißer Wäsche, bunter Wäsche, schwarze Wäsche und Antons Hemden
  • Saubere Wäsche in einzelne bunte Kisten sortieren, jedes Kind hat eine andere Farbe. Den älteren Kindern die eigene Wäschekiste mitgeben, damit sie selbst einsortieren können. Den Kleinen dabei helfen. Was anfangs länger dauert, macht sich später bezahlt…

  • Wäsche sofort aufhängen, wenn die Waschmaschine fertig ist. Wer keinen Alarm an der Maschine hat, stellt sich einen Handywecker. Dann muss man kaum was bügeln. Kinderwäsche bügle ich sowieso nicht, sondern nur ein paar meiner eigenen Kleidungsstücke, die stark verknittert sind.
  • Einen Sack aufhängen, in den aussortierte, fleckige oder kaputte Kinderwäsche kommt. Den Sack dann in die Altkleidersammlung geben
  • Bettwäsche wechseln: für uns Erwachsene alle zwei Wochen, für die Kinder alle vier. Um mich daran zu erinnern, klebe ich einen kleinen Zettel in den Kalender, den ich dann nach Erledigung weiterklebe

Putzen

  • Fenster putzen geht schneller und einfach mit einem Akku-Fenstersauger
  • Putzzeug selber herstellen, spart Geld und ist gut für die Umwelt: Zitronensäure, Essig-Essenz, etwas Schmierseife gemischt ergibt ein gutes Spülmittel
  • Schmierseife als Haushaltsreiniger: Ein Stück Schmierseife auf drei Liter Wasser wird zu einem Allzweckreiniger für alle glatten und unempfindlichen Flächen wie Stein, Fließböden, Kacheln im Bad und die Dusche
  • Kernseife für ein paar Stunden in heißes Wasser legen und das seifige Wasser in Sprühflasche füllen, ist gut zum Fenster putzen oder Flächen reinigen

Küche

  • Regelmäßig einen Liter kochendes Wasser in den Ausguss gießen
  • Bei Verstopfung: Natron in den Ausguss kippen und mit Essig aufgießen, mit Tuch abdichten, nach 5 bis 10 Minuten mit kochendem Wasser nachgießen
  • Kalkränder: Tuch mit Essigessenz tränken und über Nacht um die Armatur legen, dann abspülen
  • Essig und Backpulver: super fürs Klo, Ofen und alles was hartnäckig verschmutzt ist
  • Backofen reinigen: etwas Schmierseife (gibt’s hier bei Amazon/Affiliate Link) in eine feuerfeste Schüssel geben. Eine Stunde bei 100 Grad im Backofen stehen lassen. Danach den Ofen ausschalten, ein wenig abkühlen lassen und mit einem Tuch auswischen
  • Reinigen des Kühlschranks mit Natron-Mischung: Ein EL auf ein Liter warmes Wasser. Kann auch in den Abfluss geschüttet werden
  • Lappen aus Mullwindeln / Stoffwindeln schneiden, sind auch super für die Kinder zum Mund-Abwischen

Bad

  • Toilette reinigen: eine Flasche Cola ringsum in das WC kippen und über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Tag wegspülen und mit der Klobürste ein wenig nachschrubben

Aufräumen

  • Mir haben viele LeserInnen geschrieben, dass sie einen Staubsaugerroboter benutzen, es muss keiner der teuren sein
  • Tagsüber nur den nötigsten Dreck wegkehren, abends einmal durchsaugen. Krümelige Böden akzeptieren, das kann man üben, versprochen!
  • Im Haus oder in der Wohnung nie mit leeren Händen gehen, sondern immer gleich was zum Aufräumen mitnehmen
  • Alle Dinge, die im Zimmer rumliegen und woanders hingehören, in einen Korb schmeißen und dann 10 Minuten lang alles sortieren, Wecker stellen, dann aufhören und Kaffee trinken. Geht auch gut mit den Kindern zusammen, vor allem, wenn ihr dabei Musik hört
  • Viele Körbe und Kisten für Dinge der Kinder nutzen. Wir haben Körbe im Wohnzimmer für Spielsachen und Bücher, sodass abends mal alles aufgeräumt ist

Organisationskram

  • Bedienungsanleitungen: Fremdsprachen rausreißen und die dünnen Hefte in einen Ordner sortieren
  • Müllabfuhr-Termine per App organisieren oder einen Terminwecker stellen
  • Biomüll auf Zeitungspapier geben
  • Hausapotheke: Medikamente nach Eltern und Kindern aufteilen und in Kisten thematisch aufbewahren. Wir haben die Hals-Nasen-Ohrenkiste, eine für Magen/Darm und eine für Fieber/Schmerzen/Wunden
  • Beim Putzen und Kochen: Podcasts oder Musik hören.

Einkaufen

  • Einkaufszettel mit Wunderlist schreiben und synchronisieren, so weiß jeder, der unterwegs ist, was es zu besorgen gibt
  • Kochen und Einkaufen nach dem Ewigen Speiseplan
  • Immer und überall Stoffbeutel dabei haben, in der Handtasche, im Auto, in der Wickeltasche

Warum Haushalt viel mit Gleichberechtigung zu tun hat

Übrigens stehe ich dem Thema Haushalt sehr gespalten gegenüber. Es gibt Momente, da empfinde ich die Arbeit als sehr schön, hänge beim Wäsche waschen meinen Gedanken nach oder habe eine lustige Zeit mit Oskar im Supermarkt. Es gibt aber auch Zeiten, da möchte ich mich in die Wäschekammer setzen und heulen. Viel lieber als die Schmutzwäsche zu sortieren und dabei andauernd von einem der Kinder unterbrochen zu werden, würde ich in meinem Büro sitzen und Geld verdienen. Dort bekomme ich Anerkennung von Kollegen, wertschätzende Worte und vor allem Geld. Das alles bekomme ich für die Hausarbeit nicht. Ich bin froh, dass Anton sich hier genauso verantwortlich fühlt und wir die Hausarbeit gemeinsam machen. Denn gemacht werden muss sie einfach, denn alles auszulagern ist finanziell in den wenigsten Familien drin, auch nicht bei uns, und das löst andererseits das Problem auch nicht. Viel eher sollte diese Carearbeit mehr Anerkennung bekommen, auch in der Gesellschaft. Menschen, die für andere einkaufen, sich kümmern, die Familienarbeit machen, Kinder oder Verwandte versorgen, sind die stillen Helden, die in der Öffentlichkeit nicht vorkommen. Viel eher werden Frauen, die zuhause arbeiten, als Hausmütterchen belächelt und auch die wenigen Hausmänner, die es gibt, können ein Lied davon singen. Das führt zum nächsten Problem: Kein Wunder, dass viele Väter lieber ganztags arbeiten, als die Zeit im Büro zu reduzieren und zuhause mitanzupacken. Das muss sich ändern. Mehr Anerkennung für Hausarbeit, gerechtere Aufteilung unter Frauen und Männern für die Paare, die sich das wünschen, und bessere Unterstützung für Alleinerziehende, das wären meine Vorschläge. So, diesen politischen Rant konnte ich mir bei dem Thema nicht verkneifen, denn das Private ist bekanntlich Politisch und Hausarbeit auch.

Nun wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Podcast-Hören. Die Müttersprechstunde habe ich nämlich aufgenommen und es sind noch einige gute Extra-Tipps zusammen gekommen. Lauras Müttersprechstunde kannst du auch über Itunes oder Spotify abonnieren, dann verpasst du keine Folge mehr. Auf meinem Instagram-Kanal gibts das Ganze live und in Farbe. Morgen ist Anita vom Blog Rosanisiert zu Gast, sie hat einen riesen Fundus an guten Idee für den Haushalt. Ich freue mich auf dich und wenn du Themenwünsche hast, schreib mir gerne an mail@heuteistmusik.de

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Übrigens läuft mein #Mutterlauf noch. Hast du Lust, mich dabei zu unterstützen und ein paar Euros an Kinder zu spenden, die unsere Hilfe dringend brauchen? Dann schau mal hier vorbei. Ich würde mich so freuen, wenn wir gemeinsam die 400 Euro voll machen.

2 Comments

  1. Wow coole Blogpost danke für soviel Input schon am frühen Morgen
    Am besten finde ich den Tipp mit „…krümelige Böden akzeptieren das kann man lernen versprochen…“
    Allgemein finde ich deinen Blog super schön und toll gemacht! Man merkt wie viel Herzblut da drin steckt!
    Alles Liebe
    Sonja

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