Mutmach-Texte

Mamas sind Heldinnen!

Wie Juli Müttern hilft, ihren Schatz zu heben

Ich möchte dir in einer kleinen Reihe Mütter vorstellen, die unglaublich viel Power haben. So viel Power, dass sie ein Unternehmen gründen oder Aktionen starten, die anderen Müttern helfen. Denn seien wir ehrlich: Mama sein (und Papa sein natürlich auch) ist ein harter Job. Viel Verantwortung für die Kinder, wenig Schlaf und Freizeit, oft ein Knick in der Karriere und eine ganze Menge Menschen, die sich einmischen. Kein Wunder, dass viele Mütter die Orientierung verlieren oder einfach vergessen, dass sie selbst Bedürfnisse haben. Wie gut, dass es zum Beispiel Juli gibt. Sie ist Mama von dreieinhalbjährigen Zwillingen, gelernte Printjournalistin, Bloggerin bei Doppelkinder, Unternehmerin und Coachin. Ihr Ziel: Müttern zu zeigen, dass sie eigentlich Superheldinnen sind. Denn das wissen viele von ihnen nicht!

Ein Ort für Mütter

Als Juli schwanger war, sah die Welt nicht jeden Tag rosig aus. Eine kurz zuvor erlebte Fehlgeburt in der sechsten Woche, die damit zusammenhängende Trauerarbeit, die krasse Übelkeit und die Hormonschwankungen, dazu die Wahnsinns-Nachricht über Zwillinge – all das wühlte sie ziemlich auf und sie suchte Rat im Internet. Weil sie nicht so richtig fündig wurde, fing sie an, einen eigenen Blog zu schreiben. Sie schrieb auf, wie es wirklich war, das verrückte Leben als Schwangere und dann als Mama von Zwillingen. Das Schreiben war nur so eine Art Erfahrungsbewältigung und erst ihr Mann wies sie darauf hin, dass ihre Texte inzwischen von vielen Frauen gelesen wurden. Es kamen mit der Zeit mehr und mehr Reaktionen von Müttern, die froh waren zu wissen, dass es nicht nur ihnen so ging. Das Lesen von Julis Texten tat gut und es ging ihnen hinterher besser.

Schon Jahre zuvor hatte sie ihrem Mann von einem Herzenswunsch erzählt: „Ich möchte irgendwann mal einen Ort für Frauen schaffen, an dem sie auftanken können und dann mit einem besseren Gefühl wieder gehen.“ Jetzt hatte sie diesen Ort geschaffen, ohne es zu merken.

Mütter stärken

Juli wollte mehr von dem Blog, als nur ihre eigenen Erfahrungen aufzuschreiben. Sie wollte Austausch und Offenheit, sie wollte weiterhin andere Mütter ermutigen. So oft begegneten ihr privat oder im Netz Frauen, die sich selbst klein machten, und das hat sie ziemlich schockiert. Sie hatte die Idee mit den Armbändern: Super-Heldin Mama und wenig später auch Superheld Papa, in schicker Schrift auf schwarzem Band. Sie waren nach kurzer Zeit ausverkauft, den Erlös hat Juli gespendet.

Als nächstes hat Juli eine Coaching-Ausbildung gemacht und eigentlich nach einer Partnerin für ihr Projekt gesucht. Dann hat sie Timo Heinz getroffen und der war der richtige. Gemeinsam haben sie Parent-Empowerment gegründet und verschiedene Konzepte entwickelt. Nun können sich Eltern per kostenlosem WhatsApp-Coaching 14 Tage mit kleinen Lektionen im Alltag unterstützen lassen und wenn es ihnen gefällt, Online-Kurse buchen. Gerade ging das erste Gruppen-Coaching per Zoom-Call an den Start.

Finde deinen Kraft: MomToWOW

Neben Blog, Podcast, einem Buch, an dem sie schreibt und einer eigenen Shirt- und Pullover-Kollektion namens Mut-Couture hatte Juli aber noch etwas anderes im Sinn: einen ganzen Empowerment-Tag für Mütter, denn bisher war ja immer mindestens ein Display zwischen ihr und den Frauen gewesen. Es sollte ein Tag werden, in den sich Mütter richtig reinfallen lassen und auftanken können, an dem es einmal nur um sie selber geht und sie ihre eigenen Kraftquellen wieder aktivieren können. Denn eines weiß Juli aus eigener Erfahrung: wenn die inneren Energiereserven einigermaßen aufgefüllt sind, ist man auch den Kindern gegenüber viel präsenter. Und Kraft können ja schließlich alle Eltern gebrauchen für diesen sehr fordernden Alltag mit Kindern.

In erster Linie geht es bei diesem Power-Tag für Mütter darum, all die Energie und Power, die wir in uns tragen, wieder aufzuspüren. Wir tragen alles in uns, um kraftvoll zu sein, sagt Juli. Und wir waren schon eine bestimmte Person, bevor wir Mutter wurden. Das alles wieder zu reaktivieren ist das langfristige Ziel. Wenn Kinder ins Leben treten, vergessen viele Frauen, etwas für sich selbst zu tun. Daher müssen viele Mamas erst einmal in sich gehen und schauen, was für Bedürfnisse sie überhaupt haben. „Das Schöne an unserer Muttergeneration ist, dass wir gerade richtig viel verändern“, findet Juli. „Wir definieren uns nicht länger nur über die Mutterrolle.“ Die ist super, sagt sie, die selber sehr gerne Mama ist. „Aber wir als Person sind ja noch viel mehr als das.“ Sie möchte mit MOMtoWOW, ihrem Blog, Podcast und Coaching Frauen helfen, sich wieder ein Fundament zu geben und ihnen Mut machen, um sich neu zu orientieren.

Magischer Tag für Mamas

Der erste MOMtoWOW-Tag am 23. März in Dortmund wurde ein voller Erfolg.  35 Frauen hörten Vorträge, reflektierten das Gehörte in Gesprächen und machten praktische Übungen zur Umsetzung. „Das war aufwühlend und emotional, aber unglaublich magisch“, schwärmt Juli heute.

Juli vetreibt die Krafträuber

Wo nimmt Juli ihre Kraft her? Sie hat schließlich Einiges um die Ohren mit zwei kleinen Jungs und ihren beruflichen Projekten. „Die Kraft war auch nicht immer da“, erzählt die Zwillingsmama. Es gab da in ihrer Vergangenheit einen Punkt, da merkte sie, dass es so nicht weiter geht. Sie hatte kein bisschen Zeit für sich und litt sehr darunter. Sie hat sich dann auf den Weg gemacht und nach Möglichkeiten gesucht, für sich selbst Zeit zu finden.

„Wo liegen eigentlich meine Krafträuber?“, hat Juli sich gefragt. Ein Aspekt sind auf jeden Fall die negativen Gedanken. „Wir beschäftigen uns mit Dingen, die so aber meist nicht eintreffen“, sagt Juli.

Unsere Gedanken haben unglaublich viel Macht auf uns, man kann bewusst damit arbeiten und damit sein Leben positiv beeinflussen.

Fokussiert sein auf das, was man gerade tut und nicht in die Multi-Tasking-Falle treten, das ist ein weiterer Aspekt in Julis Philosophie. Alles auf einmal tun, raube uns Energie und Kapazitäten. Daher fokussiere sie sich eher auf die Aufgabe, an der sie aktuell sitzt. Und sie achtet viel mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse. Das alles hat sie in ihrer Coaching-Ausbildung gelernt und möchte es jetzt an viele andere Mütter weitergeben.

Um Hilfe bitten

Auch heute gibt es viele Tage, an denen sich Juli müde und kaputt fühlt. Aber sie weiß, wie sie dem großen Mama-Overload vorbeugen kann. Zum Beispiel, indem sie die Aufgaben abgibt. Ganz schön verrückt findet sie selbst, wie lange sie daran hing, die Wäsche selbst falten zu müssen. Irgendwann hat sie ihren Mann gebeten, sich dieser Sache anzunehmen. Nun erledigt er die Wäsche abends beim Serien schauen und ihr ist es egal, wie er die Shirts faltet.

Juli guckt kaum Serien, weil ihr das viel Energie raubt. Sie liest lieber oder macht Sport. Außerdem geht sie abends um zehn ins Bett, um möglichst viel Schlaf zu finden. Sind die Kinder gesund und die Nächte gut, steht sie morgens um fünf auf, um Zeit für sich zu haben. Sie braucht das, um anzukommen, macht dann ein paar Dehnübungen, meditiert, schreibt was auf, manchmal arbeitet sie schon ein wenig. Diese Zeitinsel braucht sie, um gut in den Tag zu starten.

„Wenn ich unzufrieden bin, bin ich der einzige Mensch, der das ändern kann“, sagt Juli. Wenn sie wieder zu oft das Handy zückt oder sich abends doch mal im Streaming-Portal verliert, nimmt sie das wahr und steuert dagegen, wenn es sie stört. Wege, den eigenen Schweinehund zu überwinden, hat sie in der Coaching-Ausbildung gelernt und gibt sie nun in ihren Kursen weiter. Um dahin zu kommen, wo sie jetzt ist, mit ziemlich viel Kraft und Energie, ist Juli einen langen Weg gegangen. Es war auch für sie ein Prozess, nicht mehr so hart gegen sich selbst zu sein.

Schau doch mal auf Julis Blog Doppelkinder vorbei. Dort findest du auch alle weiteren Aktionen und bald neue Termine für MOMtoWOW. Wusstest du, dass in dir alles steckt, was du brauchst, um richtig viel Energie zu haben? Mach dich auf die Suche nach dir selbst, solltest du dich im turbulenten Familienalltag verloren haben. Es gibt so viele tolle Frauen, die dir dabei behilflich sind. Juli ist eine davon.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

2 Comments

  1. Pingback: MOM to WOW – wenn Mamas sich gegenseitig stark machen - doppelkinder

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