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Lebenswerk von Rachel Cusk Wenn Mütter über ihr Leben mit Kindern erzählen, muss es ein Happy End geben. Denn wo kommen wir da hin, wenn Frauen anfangen, ein paar bittere Wahrheiten zu Papier zu bringen? Immerhin lebt unsere Gesellschaft davon, dass Frauen Kinder bekommen und dann oft ohne Wenn und Aber zuhause sind, Babybrei kochen, Krabbelgruppen besuchen und sich intuitiv und liebevoll ihrer Passion hingeben: sich anderen Menschen zu widmen und selbst im Hintergrund ihres Lebens Platz zu nehmen. Frauen, die Mutterschaft nicht immer nur in rosigen Bildern malen, ernten Kritik, das ist nicht erst seit Orna Donaths Studie mit dem Titel „Regretting Motherhood“ so. Aber auch Rachel Cusks Roman „Lebenswerk. Über das Mutterwerden“ wurde unterschiedlich aufgefasst und vor allem Frauen reagierten wütend auf die sehr ehrliche Schilderung des Mutterwerdens. Es darf nicht geschrieben werden, was nicht sein darf, denn würden wir zugeben, dass es nicht nur traumhaft ist, was…

Neulich war es mal wieder soweit: ich habe mir ein richtig schlechtes Mutter-Zeugnis ausgestellt. Also mangelhaft, mindestens. Schlechtes Betragen, Unruhe verbreiten, kein bisschen lieb und kreativ und generell versetzungsgefährdet. Wenn das nicht besser wird, muss das Jahr wiederholt werden. Ein Traum von einer Mutter Ich habe so ein Bild von einer guten Mutter im Kopf. Sie ist geduldig und bastelt gerne, sie liest vor und ist sehr, sehr lustig. Sie verbreitet gute Laune und lässt ihre Kinder auch mal laut sein. Tja, das ist ungefähr das Gegenteil von mir. Ich bin ungeduldig und neulich bin ich erschrocken, weil meine Tochter ein Glas auf den Teller hat fallenlassen, ganz aus Versehen. Ich habe einen Schrei losgelassen und fühlte mich wie eine nervöse Amsel im Angesicht der Katze. Was ist daran schlimm, wenn ein Glas kaputt geht? Nix! Aber ich habe ein Theater gemacht. (Ich attestiere mir selbst gerade eine extreme Form…

Mütter zu beschuldigen ist ein alter Taschenspielertrick des Patriarchats: Wie im Zauberer von Oz verwenden wir alle unsere Energie darauf, die böse Hexe aufzuspüren, so dass wir dem Drahtzieher keine Aufmerksamkeit schenken. (Elisabeth Debold, Idelisse Malwe, Marie Wilson, 1994) Mit diesem Zitat beginnt das Buch „Mütterterror“ von Christina Mundlos. Ich habe es verschlungen und sehr viel verstanden. Wieso fühlt sich Muttersein manchmal so unglaublich anstrengend an? Wieso gibt es so viel Ärger, Neid und Missgunst unter Müttern? Wieso trägt die Gesellschaft und der Muttermythos dazu bei, dass es heute extrem fordernd ist, Mutter zu werden? Die Soziologin Christina Mundlos hat sich auf die Suche nach Antworten gemacht. Die Mutter ist seit vielen hundert Jahren für eine gelungene Kindheit verantwortlich und spürt diesen Druck heute besonders stark. Ob Stillen, Erziehen, Brei und Einschlaf-Rituale, für alles gibt es Bücher, Internettexte und verschiedene Meinungen. Die prasseln dann von Anfang an auf die Mütter…

Mütter, organisiert euch! Zeitmanagement-Tipps für Mamas ist heute das Thema bei der Instagram-Challenge #meetthemamapodcast und das ist ganz einfach. Alles, was du machen musst, ist morgens eine Stunde früher aufstehen alle drei Stunden eine kurze Meditation einlegen mit den Kindern den Moment genießen bei Wut und Ärger bis zehn zählen immer rechtzeitig mit sorgsam gepackter Wickeltasche aus dem Haus gehen abends ein Dankbarkeits-Tagebuch führen früh ins Bett gehen alles rechtzeitig für den nächsten Tag vorbereiten. Nein, das war natürlich ein Witz. Aber an diesen Witz habe ich noch vor einer Weile geglaubt. Vermutlich findest du hier auf meinem Blog eine ganze Reihe an Texten mit vielen Tipps für eine bessere Organisation. Spielzeug aufräumen, Termine in den Kalender eintragen und per Postmappe wichtige Unterlagen sortieren – ich habe mich eine Zeit lang mit nichts anderem beschäftigt, als unsere Familien-Organisation laufend zu verbessern. Mir ging nämlich immer etwas durch die Lappen und…

In den letzten zwei Wochen habe ich ein wenig fremdgebloggt. Für einen meiner Lieblingsbloggs Little Years schrieb ich über Mental Load und wieso mich die mentale Belastung fast in den Wahnsinn getrieben hat. Klar wurde mir das, als ich krank wurde, Anton ein paar Wochen später auch. Während ich mit Fieber und Husten durch das Haus tigerte und allerlei rumorganisierte, blieb er liegen und kurierte sich aus. Mama kanns nicht lassen Maternal Gate Keeping spielt da eine Rolle, aber auch die Tatsache, dass es alles so schön einfach ist, wenn sich Jemand kümmert. Mama weiß Bescheid, was auf den Einkaufszettel kommt, sie findet die verlorenen Ordner und erinnert an Termine. Wenn ich also selbst nicht dafür sorge, dass meine Familie alleine klar kommt, muss ich den ganzen Kram auch machen, wenn ich krank bin. Das ist aber nur ein Aspekt von Mental Load und wir alle tragen unseren Teil dazu…

Das schlechte Gewissen Was wäre denn, wenn ich mir die letzen Jahre völlig umsonst ein schlechtes Gewissen gemacht hätte? Wenn ich nicht dauernd an mir hätte zweifeln müssen, weil ich dachte, keine gute Mutter zu sein? Wenn mir klar gewesen wäre, dass es ganz normal ist, dass ich mich nach Ruhe und Abstand sehne? Dass es völlig ok ist, dass ich dem allgemeinen Mutterbild nicht entspreche, weil das Bild einfach totaler Unfug ist? Ja, was wäre dann? Beim Lesen von Susanne Mireaus neuem Buch „Mutter.Sein“ habe ich das Gefühl, dass mich Jemand in den Arm nimmt und mir erklärt, dass ich gut bin und richtig. Dass all die Ansprüche, die die Gesellschaft an mich stellt oder die ich von mir selbst erwarte, keinerlei guten Grund haben, sondern auf einem Mutter-Mythos beruhen, der uns von einer ganzen Menge konservativer und vor allem männlicher Menschen eingebrockt wurde. Dass wir einem Bild hinterher…

Ich schiebe Frust Neulich wurde mein Instagram-Kanal beschrieben als der einer Mutter, die immer ehrlich ist. Das war ein tolles Kompliment und dann werde ich dem heute mal wieder gerecht. Mir fällt das Mama-Sein gerade nicht leicht und das finde ich echt schlimm. Ich schlepp mich durch die Tage und bin oft so unglaublich genervt. Tatsächlich denke ich mir dann immer: wie machen das nur andere Mamas und Papas? Geht es ihnen auch so, dass sie ihren Job gerne an den Nagel hängen möchten? Ich bemühe mich gerade sehr, die Kinder mit einzubinden in den Haushalt. Aber das bedeutet auch viermaliges Erinnern, doch bitte den Tisch zu decken. Das bedeutet auch, fünf Mal darum zu bitten, den Schlafanzug vom Boden aufzuheben und ins Zimmer zu bringen. Am Ende bin es doch ich, die aufräumt und ich nehme es ihnen nicht einmal übel. Mein Sohn war so abgelenkt von seinem Spiel,…

Kennst du die lustigste Mutter der Welt? Das ist für mich eindeutig Marlene, besser bekannt unter dem Namen Marlene Hellene. Sie ist eine Twitter-Koryphäe und hat mir schon so manchen Tag versüßt. Ihre Kunst: in wenigen Sätzen typische Situationen mit Kindern beschreiben, die alle Eltern kennen, und zwar so, dass man danach vor Lachen unter dem Tisch liegt. Kleines Beispiel gefällig? Familien-Gezwitscher Falls du noch keinen Twitter-Account hast und dir immer dachtest, so einen Quatsch brauche ich nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dir einen zuzulegen und Marlene zu folgen. Für sie lohnt sich dieses Netzwerk und ich verspreche dir, du wirst schon nach kürzester Zeit süchtig nach Tweets wie Autorin und Mutter der Nation Außerdem hat Marlene ein ganz wundervolles Buch geschrieben. Es heißt Man bekommt ja so viel zurück: Leitfaden für verwirrte Mütter (Affiliate Link) und liest sich nur mit Bauchkrämpfen, die durch stetiges Lachen hervor gerufen…

Feminismus ist ein großes Thema für mich. Ich lese mich gerade quer durch feministische Bücher und höre sämtliche Podcasts . Vor allem aber möchte ich es auf meinen Social Media-Kanälen und natürlich hier auf dem Blog thematisieren, denn es geht uns alle etwas an, dich und mich! Was bedeutet Feminismus für Mütter? Dass gerade Mütter Gleichberechtigung brauchen, habe ich schon oft geschrieben. Wieso vor allem Mütter? Und was heißt denn genau Feminismus? Im Prinzip geht es dabei um Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit für alle Menschen. Aber könnte man dann nicht gleich Humanismus sagen? Nein, leider nicht. Ganz gut erklärt hat das Kristina Lunz, Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign Policy, im sehr empfehlenswerten Podcast 100 Frauen von Miriam Steckl: Genauso wie „black lifes matter“ wichtig ist und wir das nicht einfach „all lifes matter“ nennen, (…) ist das beim Feminismus ganz genauso. Die Rechte einer großen Bevölkerungsgruppe von…

Heute schreibe ich über ein sehr spannendes Thema, das ich letzte Woche in der Müttersprechstunde auf Instagram mit vielen anderen Frauen besprochen habe. Haben Frauen eigentlich eine Wahl, wenn es darum geht, nach der Geburt des Kindes zuhause zu bleiben oder wieder berufstätig zu sein? Der Ursprung zum Thema war mein Post auf Instagram, dass Feminismus meiner Meinung darin besteht, dass Frauen selbst entscheiden können. Gefangen in der Kümmer-Rolle Sheryl Sandberg hat mich inspiriert. In ihrem Buch Lean in. Frauen und der Wille zum Erfolg (Affiliate Link) hat sie von den Mütterkriegen geschrieben, die zwischen Frauen herrschten. Deren Identitäten stehen auf dem Spiel, daher ist der Kampf so unerbittlich. Es reicht also nicht, dass wir sowieso in Sachen Gleichberechtigung ein schweres Los haben, wir verurteilen uns also auch noch gegenseitig. Oder tun wir es vielleicht gerade deshalb, weil es so schwer ist, Frau und Mutter zu sein? Warum ist das…