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Mutmach-Texte

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Weißt du, welchen Satz ich gar nicht mag? Ein Kind braucht seine Mutter! Natürlich ist der Inhalt richtig, jedes Kind braucht seine Mutter, ganz dringend sogar. Aber der Unterton, mit dem er gesagt wird, soll der Mutter manchmal einfach nur ein schlechtes Gewissen machen und wird oft auf die Zeit angewendet, die eine Mutter mit ihrem Kind verbringt. Zum Beispiel dann, wenn sie wieder oder länger arbeiten geht. Ungewohnt scheint es für viele Menschen zu sein, wenn beispielsweise eine Mutter die Hauptverdienerin ist und sich der Vater vornehmlich um das Kind oder die Kinder kümmert. In Westdeutschland ist das eine Seltenheit und doch ist jede Familie, die die üblichen Rollen einmal vertauscht, so wichtig und hat Vorbildfunktion, wie ich finde. Denn meiner Meinung nach kann sich ein Vater ganz genauso liebevoll um seine Kinder kümmern. Daher sollte der Satz heißen: „Ein Kind braucht seine Eltern.“ Warum Papas genauso liebevoll umsorgen…

Mütter sind manchmal einsam? Ja, das ist so und auf meine kleine Umfrage auf Instagram haben sich sehr viele Frauen gemeldet, denen es so geht. Die eine fühlt sich einsam, weil sie den ganzen Tag mit dem Baby zuhause ist. Die andere findet keinen Anschluss in den Krabbelgruppen. Eine Mutter vermisst die Kollegen in der Elternzeit, die andere hat im Vereinbarkeitswahnsinn keinen Zeit für Talk in der Kaffeeküche, weil sie nur herumhetzt. Leben in der Kinderblase Einsamkeit ist unter Müttern verbreiteter als gedacht und das liegt sicher auch daran, dass sie oft zu erschöpft sind, um sich mit Freundinnen zu treffen. Dass vor allem sie in Elternzeit gehen, seltener die Väter, oder sich aufreiben zwischen Job und Kindern. Wir haben in der Müttersprechstunde darüber gesprochen und die Idee hatte ich, weil mir eine liebe Bekannte und Leserin schrieb. Sie fühlte sich einsam im ersten Jahr mit Kind zuhause. Ihr fehlte…

Gestern nachmittag war ich mit den Jungs beim Halsnasenohrenarzt. Schnarchen, Paukenröhrchen, Polypen, das Übliche eben. Es war heiß, mein Kopf wummerte und ich habe mich bemüht, alles langsam und Stück für Stück zu machen. Es kam, wie es kommen musste. Klein Oskar schlief auf der Hinfahrt ein, war ebenfalls müde von der Hitze und vom Kindergarten. Was dann folgte, war ein typischer Nachmittag, der Eltern so richtig fertig macht. Wir alle haben anschließend ein dickes Eis gebraucht und uns damit ermattet auf eine Bank im Schatten gesetzt. Arzttermine des Grauens Ich parke, wecke Oskar sanft, er flippt aus und weint. Will nicht raus aus dem Auto, ist knatschig. Ich verstehe ihn, so ein Mist, aber wir sollten dringend los, in fünf Minuten ist der Termin und ich weiß noch nicht genau, wo wir hinmüssen. Oskar schreit, zetert, ist doch so müde. Ich schnalle ihn ab, hole ihn aus seinem Sitz,…

Ich hab oft auf meinen Bauch gehört. Zum Beispiel, als ich mich nach zwei Semestern gegen ein BWL-Studium entschieden habe. Auch dann, als mir dieser junge Mann auf dem Bild so gut gefiel und ich meinen Kumpel bat, ihn mir mal vorzustellen. Übrigens auch, als ich das Gefühl hatte, der nette junge Mann und ich, wir wären ganz tolle Eltern. Drei richtige Entscheidungen, die ich bis heute nicht bereue. Als aber unser Sohn auf die Welt kam, ging mir mein Bauchgefühl abhanden. Ich fand es wahnsinnig schwierig, zu wissen, was richtig ist. Die erste Zeit mit Kind Tatsächlich hatte ich mich zuvor niemals um so ein kleines Baby gekümmert und suchte Rat bei Hebammen und Ärzten, Freundinnen und in Internetforen und bekam ebenso viele verschiedene Meinungen. Kind ins Bettchen legen oder neben mir schlafen lassen? Es sofort hochnehmen, wenn es weint, oder verwöhne ich es dann zu sehr? Ein halbes…

Freiheit bedeutet uns allen viel, denn nur wer frei ist, kann sein Leben zur eigenen Zufriedenheit gestalten. Kinder zu bekommen heißt dann, dass die eigene individuelle Freiheit erst einmal für eine Zeit lang eingeschränkt ist. Ganz besonders natürlich mit einem Baby. Ich selbst war doch einigermaßen erschrocken, wie wenig Schlaf ich anfangs bekam, wie sehr die Bedürfnisse des Kindes mein Leben veränderten und was es eben bedeutet, die Verantwortung zu tragen für einen Menschen, dessen Leben auf einmal so viel wichtiger ist als das eigene. Meine beruflichen Ketten Ich habe mich mehr und mehr daran gewöhnt, dass Eltern sein die eigene Freiheit stark einschränkt. Selten denke ich wehmütig an die Tage, die ich so gestalten konnte, wie ich wollte. Dennoch fühle ich mich als Mutter oft gefangen und unfrei, was aber weniger mit den Kindern zu tun hat. Berufliche Freiheit wurde mir mit grundlos befristeten Arbeitsverträgen genommen, die in der…

Ich spüre es in mir drin, die Wut kommt hoch und ich flippe gleich aus. Wieso zum Teufel nochmal macht dieses Kind einfach nie, was ich sage, und schmeißt die Klamotten einfach auf den Boden? Ich bin doch hier nicht die Dienerin, die alles vom Boden hebt, was der werte kleine Herr fallen lässt. Wie ein Feuer, das sich gleich seinen Weg aus meinem Rachen an die Luft sucht, bahnt sich ein Wutanfall an. Und was mache ich? Ich singe! Rechtsberatung: Singen gegen die Wut Jetzt denkst du sicher, spinnt die Laura, oder was? Aber ich muss an dieser Stelle Juramama Nina Straßner erwähnen, die mir am Samstag bei der wunderbaren Blogfamilia-Konferenz einen Tipp gab. Immer, wenn sie kurz davor ist, ihre Kinder anzuschreien, singt sie die Worte, denn wer singt, kann nicht gleichzeitig brüllen. Wer singt, bekommt bessere Laune. Wer singt, den gucken die Kinder so komisch an, dass…

Müttersprechstunde nur für Ehefrauen? Neulich schickte mir Nicole eine Spach-Nachricht über Facebook. Sie schaut meine Müttersprechstunde auf Instagram so gerne an, in der wir Mütter uns austauschen und über Kinder- und Mamathemen quatschen. Neulich sei ihr aber aufgefallen, dass ich oft davon ausgehe, dass Frauen einen Partner haben. Ist aber nicht so, sie sei zum Beispiel alleinerziehend. Sie hat dreijährigen Zwillinge und ist alleine, seit die beiden drei Monate sind. Irgendwann in den ersten Jahren bekam sie einen Burnout, kein Wunder in dieser Situation. Nicole ist jedoch keine Frau, die aufgibt oder langfristig den Mut verliert, also hieß es für sie, sich zu orientieren, nach Hilfe zu suchen und zu recherchieren. Dabei stieß sie auf Instagram auf meine Müttersprechstunde und fühlte sich zunächst verstanden. Mamas, die ähnliche Probleme haben, Wut und starke Gefühle empfinden, viele Stressmomente mit Kindern durchstehen, das Gefühl der Solidarität schätzen und sich austauschen mit Frauen, denen…

Muttertag? Ich kann es nicht mehr hören! Meine Kinder waren natürlich unglaublich süß, als sie vor mir standen mit ihrer selbstgemachten Gänseblümchen-Salbe aus dem Kindergarten. Aber dieses ganze Tamtam in den Geschäften, pinkfarbene Fußhobel und Bügeleisen als Geschenkempfehlung, Plakete mit der Aufschrift „Zeit, mal Danke zu sagen!“, dieses ätzende Supermarkt-Video, das zum Glück einen ordentlichen Shitstorm ausgelöst hat… mich hat das alles so richtig auf Krawall gebürstet! Wo bin ich falsch abgebogen? Vielleicht liegt es daran, dass schon meine eigene Mutter den Muttertag doof fand. Oder daran, dass unser Vater mir und meiner Schwester Kinderkassetten kaufte mit Titeln wie „Mädchen, lasst euch nicht verbieten, was ein Junge machen darf.“ Jedenfalls bin ich es leid, einmal im Jahr gefeiert zu werden, um am Tag darauf gleich wieder alles an der Backe zu haben. Mütter, das sind doch diese Frauen, die sich um alles kümmern? Das sind die, die die Kinder nicht…

Kümmern oder Karriere machen? Heute gehts in der Podcast-Folge um Mütter in der Zerreißprobe. Wieso sind viele Mamas ausgebrannt und wissen nicht weiter? Ich hatte Freundinnen zu Besuch, die mir alle von ihren Problemen erzählten. Und als ich kurz darauf einen Film im WDR von FrauTV sah, wurde mir eines klar, was dort richtig beschrieben wurde: Heute trifft ein altes Frauenbild, das der fürsorgenden Mutter, die sich zuhause an Heim und Herd um ihre Lieben kümmert, auf ein modernes Mutter-Bild. Die moderne Mutter ist stark, unabhängig und berufstätig. Wir sind also hin und hergerissen zwischen dem Gefühl, uns zu kümmern und zu sorgen und uns andererseits aber davon zu emanzipieren, die Stellung in Heim und Küche alleine halten zu müssen. Zu hohe Ansprüche Im schlimmsten Fall versuchen wir, allem Rechnung zu tragen. Wir sind liebevoll mit den Kindern, kümmern uns um ihre Bedürfnisse, backen, basteln, dekorieren und fühlen uns für…

Kinder, Küche, Kalender Kennst du das Gefühl? Du hast den Kopf so voll, dass du ihn am liebsten ablegen und davon rennen möchtest? Vor allem Mütter haben mit dem Thema Mental Load zu kämpfen, das erlebe ich in meinem eigenen Alltag und in der Müttersprechstunde auf Instagram. Was genau ist noch mal unter Mental Load zu verstehen? Im Grunde sagt der Begriff nichts anderes als dass es neben den sichtbaren Aufgaben im Alltagsleben sehr, sehr viele unsichtbare Aufgaben gibt, die nie explizit genannt werden, dennoch alle so nebenher identifiziert, bedacht, geplant und dann erledigt werden. So erklärt es Patricia Cammarata auf ihrem Blog und bei ihr habe ich auch das erste Mal von diesem Begriff erfahren. Es beschreibt genau das, was ich immer an der Backe habe. Ich kümmere mich um Schul- und Kindergartenangelegenheiten, mache Arzttermine, besorge neue Kleidung, wechsle zu kleine Schuhe aus und kaufe Windeln. Ich denke daran,…