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Mutmach-Texte

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Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, wie gestresst ich derzeit bin und dass mir der Alltag mit den Kindern gerade zusetzt. Immer wieder habe ich so eine Phase und dann bringt mich jede Kleinigkeit auf die Palme. Wenn aber momentan keine großen Veränderungen möglich sind, die mich entlasten, wie kann ich mir dann selber etwas Abhilfe schaffen?

Die Schwarmintelligenz ist ein tolles Mittel, um kreative Ideen zu sammeln und deshalb habe ich die Müttersprechstunden-Community auf Instagram befragt. Was machen andere Eltern so, um ihren Alltag zu entlasten? Viele Nachrichten haben mich erreicht, die ich dir hier nicht vorenthalten möchte. Wetten, die ein oder andere Anregung ist auch etwas für dich? Mach doch mittags mal einen Power-Nap mit dem Schlüsseltrick, um ein wenig Kraft zu tanken! Oder wäre es nicht spitze, einmal im Monat einen Nachmittag lang einen Babysitter zu buchen und nur etwas für dich zu tun? Wohnung ausmisten, Brotdosen am Abend vorbereiten…. los gehts, such dir aus, welche Idee etwas für dich wäre!

  • Am Wochenende eine Stunde im Bad einschließen. Duschen, Rasieren, Nägel lackieren, dabei Musik hören und Tee trinken. Alle anderen Familienmitglieder müssen draußen bleiben. Vielleicht geht der Papa einfach mit den Kindern raus?
  • Gönn dir eine Haushaltshilfe. Kostet Geld, aber ist super investiert. Kannst du irgendwo etwas abzwacken? Weniger Schuhe kaufen oder den Coffee to go einsparen?
  • Das Kind ein oder zwei Mal die Woche länger im Kindergarten lassen. Manchmal lassen sich Betreuungszeiten ja flexibel ändern. Du bist keine Rabenmutter, bloß weil dein Kind etwas länger im Kindergarten bleibt und du die Zeit für dich nutzt. Dein Kind wird sich über eine glückliche Mutter umso mehr freuen!
  • Wieso nicht ab und an den Lieferservice bestellen! Heute mal keine Lust zu kochen, den Tisch zu decken und abzuräumen? Pizza bestellen und mit den Fingern essen, die Kinder werden jubeln.
  • Öfter mal im Hier und Jetzt sein! Ist schwer, ich weiß, und bedarf der Übung. Aber wie oft denken wir im Büro an die Kinder und nachmittag auf dem Spielplatz an den Schreibtisch? JETZT sitze ich hier und verdiene Geld, alles andere ist egal. JETZT sortiere ich die Wäsche und höre Musik, JETZT liege ich hier mit meinem Kind und kuschele.
  • Simpel und doch so schön: eine halbe Stunde in der Sonne sitzen und Tee trinken. Mach dein eigenes kleines Tee-Ritual draus. Es gibt die feinsten Teesorten zu kaufen und du findest garantiert deinen Lieblingsplatz, auch ohne eigenen Garten.
  • Powernap machen. Dir fallen nachmittags die Augen zu? Dann leg dich mit einem dicken Schlüsselbund in der Hand aufs Sofa, die Hand mit dem Schlüssel hängt über dem Boden. Sobald deine Muskeln schlaff werden und der Bund auf den Boden fällt, war der Schlaf lang genug und du fühlst dich wach und frisch, versprochen!
  • Nein sagen. Zugegeben, ein oller Kalauer, aber „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ ist ein weiser Spruch. Wenn jemand eine Bitte an dich trägt (Elternbeiratsposten übernehmen, Kuchen backen, Bericht schreiben), du aber im Stress bist und keine Zeit hast, antworte: „Ich würde dir gerne helfen, aber ich kann gerade einfach nicht.“
  • Wenn deine Kinder größer sind, lass sie nachmittags Verabredungen treffen. Dann sind sie für ein paar Stunden aus dem Haus und du hast ein wenig Zeit für dich.
  • Zwischen Job und Kindern unbedingt eine Pause einlegen. Mach das, was dir gut tut: Serien schauen, zocken, Musik hören, ein Buch lesen, in einer Zeitschrift blättern.
  • Abends Dinge tun, die dir so richtig Spaß machen. Spiele zocken, Karaoke singen, Schal stricken, Schaumbad nehmen. Und freu dich schon den ganzen Tag drauf.
  • Sachen aussortieren. Nehmt euch gemeinsam ein Wochenende und mistet aus. Wer weniger Dinge besitzt, räumt schneller auf. Das Instandhalten, Aufräumen und Anschaffen all der Sachen ist ein ewiger Zeiträuber und wir brauchen viel weniger als wir denken.
  • Mach auch am Wochenende Pausen. Nach dem Mittagessen bittest du die Kinder, für eine halbe Stunde das Wohnzimmer zu verlassen. Leg dich aufs Sofa und ruh dich aus, bevor ihr eure Unternehmungen macht.
  • Mach den Haushalt, auch wenn die Kinder da sind. Bezieh sie ein oder lass sie zuschauen. Mach nicht die ganze Arbeit in der wenigen Zeit, die du für dich hast.
  • Gönn dir doch einfach einen Babysitter. Einmal im Monat, mitten in der Woche, einen Nachmittag lang. Schenk dir diese Zeit ganz bewusst.
  • Bereitet gemeinsam abends schon den nächsten Tag vor: Kleider rauslegen, Frühstückstisch decken, Brotdosen fertig machen. Das spart Zeit und Nerven am Morgen, wenn alle noch grummelig sind.
  • Einer von euch erledigt den Supermarkteinkauf einfach abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann spart ihr euch die Action am Tag.
  • Lasst euer Kind mal bei Freunden übernachten, wenn es das möchte.
  • Wenn das Kleinkind seinen Mittagsschlaf macht, kann das ältere Kind Hörspiele hören und die Mama ausruhen
  • Wenn du das Glück hast, Oma und Opa in der Nähe zu haben, spann sie so oft es geht ein.
  • Täglich Bewegung und Sport tut total gut. Egal ob Joggingrunde, Spaziergang oder kleine Wanderung.
  • Ich weiß, fällt vielen schwer, aber das Chaos ignorieren (lernen).
  • Eine Mama hat den Newsletter von Casablitzblanka empfohlen, um schnell Ordnung in die Bude zu bekommen.
  • Kleinen Tischkalender anschaffen und alle Termine eintragen. Gute Organisation spart Nerven.
  • Mittagessen vorkochen und einfrieren.

Wahnsinn, die Liste, oder? Wenn Mütter (und Väter) ihre Ideen teilen, kommen Inhalte für ein ganzes Buch zusammen. Ich werde in zwei Wochen zu einer dreiwöchige Kur ohne Kinder aufbrechen und da sicher eine ganze Menge weitere Tipps kennenlernen, mitnehmen und dir dann berichten. Das Leben mit Kindern kann wirklich anstrengend sein und da ist es umso wichtiger, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ich hoffe sehr, du kannst mindestens eine Idee verwerten. Wenn dir noch mehr einfällt, schreib mir doch gerne in die Kommentare. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Und vielleicht hast du Lust, auch mal in die Müttersprechstunde zu kommen? Ich freue mich auf dich!

Letzte Woche habe ich sehr an mir gezweifelt. Ich bin nicht in der Lage und ich habe auch nicht die Nerven, drei Kinder zu betreuen. Morgens schon beim Aufstehen graute mir vor all dem, was da kommen sollte. Und abends ging ich mit großem Kummer und Rückenschmerzen ins Bett. Immer wieder hämmerte mir eine Frage im Kopf herum: wie machen das denn all die anderen Eltern? Haben sie ein Geheimrezept? Stärkere Nerven? Superkräfte? Oder war ich einfach nicht dazu in der Lage, eine gute Mutter zu sein?

Morgen des Grauens

Bei uns kommt gerade alles zusammen: Oskar hat mit seinen zwei Jahren einen sehr starken Willen. Vom Zähneputzen übers Anziehen, vom Wickeln übers Schuhe aussuchen, alles ist ein einziger Kampf und eigentlich nur mit sehr viel Geduld und Ruhe zu bewältigen. Alles ganz normal, ich weiß; da muss ein kleiner Mann üben, groß zu werden. Dann habe ich da ein Schulkind, das auch völlig normal ist. Es zieht sich ganz normal an, nämlich sehr, sehr langsam. Dabei hat es tausend Dinge im Kopf, nur nicht die Schule. Das Shirt ist falsch rum, die Hose offen. Zähne putzen hat es trotz hundertfacher Aufforderung vergessen. Das Töchterlein reiht sich ein in die Riege völlig normaler kleiner Mädchen. Es möchte keine schwarze Matschhose anziehen und es ist ihr egal, dass wir das teure Ding gebraucht und für einen super Preis bekommen haben. Sie trägt kein Schwarz, da kann ich mich auf den Kopf stellen.

Ich mag nicht mehr

Nachmittags haben alle drei dann auch noch die Suppe einstimmig für eklig erklärt, die ich mit viel Liebe und Kürbis gekocht habe. Aber welches Kind mag schon Kürbis? Alles in allem ein ganz normaler Tag mit Kindern, die sich so verhalten wie es Kinder tun. Und trotzdem war es für mich schlimm. Schlimm deshalb, weil ich mir Mühe gegeben hatte, endlich vernünftige Matschsachen für Luise zu besorgen, die wasserdicht sind. Schlimm, weil ich morgens unter Zeitdruck nicht die Nerven habe, einem Kleinkind zehn Geschichten von Bobo zu erzählen, nur damit es sich die Zähne putzen lässt. Und ich hatte absolut keine Lust mehr, einem Schulkind alles hundert Mal sagen zu müssen.

Ich war fertig mit den Nerven und vor allem so müde – müde vom Mamasein. Die Tür war zu, alle Kinder aus dem Haus und mir war nur noch danach, mich auf den Boden zu setzen und zu heulen. Wieso war ich so durch mit allem? Konnten andere Eltern all das normale Theater mit den Kindern besser ab? Warum hörte ich nie die Nachbarinnen brüllen, sondern nur mein Gekeife, das durch die Gasse hallte?

Mütter-Support in der Sprechstunde

In der Müttersprechstunde auf meinem Instagram-Kanal erzählte ich wenig später von den Fragen, die ich mir stellte. Dort hat sich eine kleine Runde etabliert, in der ich vormittags live ein paar Dinge bespreche, die uns Eltern betreffen. Das Finanzprojekt #MamasUndMoneten von Sophie und mir, Mamasein im Allgemeinen, Gleichberechtigung oder sonstiges, was mir so durch den Kopf geht. Und heute erzählte ich mal ein wenig Privates von mir, und dass mir da so einiges über den Kopf wächst.

Die Reaktionen auf mein Geständnis waren zahlreich und selten habe ich so viele Nachrichten bekommen. Immer war der Inhalt ähnlich: Ganz genau wie ich hatten so viele Frauen manchmal von allem zu viel. Eine Mutter schrieb, dass sie manchmal in der Küche sitzt und weint, weil ihr der Alltag mit ihren drei Mädchen so zusetzt. Eine andere berichtete, dass sie nie so fix und fertig ist wie nach einem ganzen Tag alleine mit den Kindern. Wieder eine andere berichtete mir, ihr würden die gleichen Fragen wie mir durch den Kopf gehen und sie frage sich, ob sie in der Lage ist, eine gute Mutter zu sein.

Auch wenn mir all die anderen Mütter so leid taten wie ich mir manchmal selber, war ich irgendwie erleichtert. Ich war nicht alleine mit diesem Gefühl! Es waren sogar die meisten, die hin und wieder dachten wie ich, ihre dicken Tiefs durchstehen mussten und stark an sich zweifelten. Dabei war auch die Anzahl der Kinder völlig egal. Allen Müttern , ob mit ein, zwei oder mehr Kindern, geht es ab und an mal so, nichts mit immerwährendem Bilderbuch und heiler Welt. Und irgendwie ist das ja auch klar! Wir ziehen Kinder groß, kleine Menschen mit eigenem Kopf. Wir erziehen modern, das bedeutet, wir zwingen ihnen nicht unseren Willen auf, sondern wir nehmen sie ernst und sprechen viel mit ihnen. Wir verzichten selbstverständlich auf Gewalt, auch wenn uns ehrlich gesagt manchmal vor Wut nach einem Klaps auf den Po wäre. Und die Kinder üben ihren Willen. Sollen sie auch, aber das kostet alles ihre und unsere Kraft. Kinder mit Geduld, Spucke und Liebe groß zu ziehen ist anstrengend. Ich habe in meinem ganzen Leben auch noch nie etwas Anstrengenderes gemacht, als ein wütendes Kleinkind davon zu überzeugen, doch jetzt mit mir von der Tagesmutter nach Hause zu gehen, weil dort die Tochter sitzt, die ebenso wütend ist und gerade das Inventar des Wohnzimmers zerlegt (es gab keinen Nachtisch oder nicht den richtigen oder was weiß ich, was der Grund dafür war…). Danach hätte ich mich für drei Stunden aufs Bett legen können, um an die Decke zu starren, so alle war ich. Aber ich musste meinem Großen bei den Hausaufgaben helfen, die er heute besonders doof fand…

Lasst uns darüber reden

Ich habe mal wieder viel gelernt durch den Austausch mit anderen Müttern! Wir müssen ehrlich darüber sprechen, was uns als Eltern auf dem Herzen liegt. Wir alle zweifeln mal an uns, wir alle halten uns ab und zu für schlechte Väter oder Mütter. Aber alleine, dass wir darüber nachdenken, macht uns zu besseren Eltern. Wir machen alle Fehler, sind ungeduldig und motzen unsere Kinder an, denn wir sind alle Menschen, die jeden Tag ganz schön viel leisten. Wenn wir über diese Zweifel sprechen und zugeben, dass wir diese Fehler machen, dann werden wir alle erleichtert sein. Denken wir nicht alle mal daran wie schön es wäre, den Eltern-Job für ein paar Tage an den Nagel hängen zu dürfen und einfach nur an uns selbst zu denken?

Ich habe neulich sogar in einer Doku, die ich um Fernsehen sah, eine Nonne um ihr Leben beneidet, das sagt ja schon alles. Es geht anderen wie mir, auch andere Mütter und Väter stoßen an ihre Grenzen, auch andere Mamas sitzen mal in der Küche, weinen vor Erschöpfung und möchten gerne ihren Alltag tauschen. Das ist alles ganz normal. Lasst uns darüber sprechen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Und jede Mutter weiß, dass nach so einer Zeit, in der einem jeder Tag wie eine einzige Aneinanderreihung von Hürden aus Trotzanfällen, Streit und Diskussionen vorkommt, wieder eine Zeit kommt, die sich anfühlt wie Zuckerwatte: Mamas, die tanzen, Kinder, die lachen und eine Familie, die Hand in Hand durchs Leben geht.

Bleib fröhlich und denk daran: wir sind alle unperfekt,

deine Laura

Wie Mädchen alles erreichen

(Buchrezension/Gewinnspiel) Frauen können alles erreichen? Naja, ich weiß nicht so recht. Irgendwie stoßen wir doch immer wieder an eine gläserne Decke, vor allem im Berufsleben. Und wir kümmern uns um alles und jeden. Daran sind wir auch ein wenig selber schuld. Ich bin mir sicher, dass es in unseren Köpfen tief verwurzelt ist, dass sich Mama eben um die Kinder kümmert und Papa die Kohle ranbringt, darum ist der Kampf gegen diese Rollenbilder ja auch so schwer. Aber mal ehrlich, manchmal denken wir Mütter auch, dass unser Essen gesünder ist als das von Papa, wir das Patent auf die richtige Erziehung haben und unser Kuchen am Kindergeburtstag der schönste sein soll. Ich will damit sagen: Frauen haben und machen es sich schwer.

Mädchen-Support

Aber es wird besser, da bin ich mir sicher. Es gibt heute so viele Väter, die zuhause anpacken, die sich um Kinder kümmern und sich nicht nur als Versorger sehen. Es gibt haufenweise tolle Frauen, die Vorbilder sind und ihre Stimme erheben gegen Diskriminierung und Gender Pay Gap. Und es gibt Mütter wie uns, die alles geben, damit unsere Jungs und Mädchen nicht in die Geschlechterfalle tappen. Natürlich müssen wir unsere kleinen Jungen genauso unterstützen, in diesem Text soll es aber um unsere Mädchen gehen. Deshalb schreibe ich mal fünf Dinge für mein Räubermädchen auf, die ich ihr auf den Weg geben will. Meine Geheimnisse sozusagen, die ich als Frau erlebt, erfahren oder gelernt habe.

1. Denk niemals, du kannst das nicht!

Wenn ich mir eine Bohrmaschine anschaue oder eine Excel-Tabelle, denke ich als erstes: ich schaff das nicht! Dabei ist das totaler Quatsch. Oft sind uns die Dinge einfach unbekannt, weil wir uns auch nie damit beschäftigen wollten. Aber mit Interesse, Willen und Mut schaffen wir so ziemlich alles. Ich habe mit viel Mühe und Spucke neulich mein erstes Tischlein gebaut und werde dir demnächst zeigen, wie das geht. Und in dieses blöde Excel-Programm fuchse ich mich rein, komme was wolle. Am Ende sind wir so stolz, dass wir es geschafft haben. Also rede dir niemals ein, du kannst das nicht, weil dieser Bereich scheinbar eine Männer-Domäne ist.

2. Lass dir nicht einreden, dass du zickig bist

Schlimm, ganz schlimm finde ich diese Shirts, auf denen „Kleine Zicke“ oder sowas steht. Ich habe sie dir nie angezogen und werde es auch nicht tun. Manche Menschen denken nämlich, dass Frauen zickig sind, bloß weil sie den Mund aufmachen. Sie hätten lieber Frauen, die sich nicht beschweren, nicht laut sind und deren erster Charakterzug SANFTMÜTIG lautet. Beschwer dich, wenn dir etwas nicht passt, mach den Mund auf gegen Ungerechtigkeiten, jammere rum, wenn du etwas doof findest und überleg dir als nächstes, wie es besser geht. Aber lass dir NIEMALS sagen, du bist zickig.

3. Keine Angst vor Fehlern

Mach Fehler und lerne daraus, das ist das Beste, was du machen kannst. Ein Leben, in dem alles prima läuft, ist langweilig. Betrachte deine Fehler, denke über den Grund für dein Scheitern nach und mach es das nächste Mal anders. So wird alles stetig immer besser. Darum ist auch eine fehlerlose Schullaufbahn oder eine Beziehung, in der sich die Menschen nie streiten, nicht wünschenswert. Konflikte gehören zum Leben dazu wie Fehler, aus denen wir lernen. Also hab keine Angst vorm Scheitern, denn wer das Scheitern scheut, fängt nie an und kann auch nie gewinnen.

4. Lass dich niemals von anderen Frauen verunsichern

Frauen sind so eine Spezie, das wirst du schnell lernen. Sie sind wunderbar und toll, keine Frage. Aber sie sind auch ziemlich unsicher. Sie fragen sich dauernd, ob der eigene Weg der richtige ist und zweifeln an sich selbst, dass es innerlich kracht. Manchmal behelfen sie sich dann damit, dass sie den Weg der Frau neben sich in Frage stellen, ihren Way of life bemängeln und kritisieren. Das hilft ihr dann wiederum, ihren Weg besser und wieder schöner zu finden. Ist ziemlich fies, ich weiß. Darum verrate ich es dir hier. Wenn dir also eine andere Frau an den Karren fährt, lächele still und denke dir, dass sie sich vielleicht selbst gerade nicht so sicher ist. Mach alles so, wie es dir gefällt und lass dich auf Stutenbissigkeit nicht ein.

5. Such dir einen tollen Mann

Ich weiß, das wird dir gelingen. Denn witzigerweise suchen sich Frauen Männer, die ihren eigenen Vätern ähneln. Du hast den besten Varer der Welt, darum mache ich mir keine Sorgen. Dennoch folgenden Ratschlag: Finger weg von Männern, die sich nicht wirklich für dein Wesen und dein Inneres interessieren. Finger weg von Männern, die nicht immer respektvoll mit dir umgehen. Finger weg von Männern, die Kinder wollen und dann nicht mithelfen, weil Wickeln und Baden Frauensache ist. Dein Vater pfeift auf die Meinung anderer, bezieht sein Selbstwertgefühl nur aus sich als Mensch heraus, behandelt Alle um sich herum respektvoll und ist dazu noch lustig und klug. Übrigens freuen wir uns genauso, wenn du dir eine Frau suchst. Das ist in diesem Zusammenhang völlig wurscht.

Buchempfehlung: An mein Rebel Girl

Und damit meine Luise noch mehr tolle Lebensweisheiten erfährt, lese ich jeden Abend mit ihr in dem wunderbaren Büchlein „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck (Affiliate Link). Sie hat das Buch auch für ihr Mädchen geschrieben.

Mädchen können alles erreichen, was sie sich nur erträumen. Aber nicht, indem sie die kleinen, stillen Mäuschen sind, zu denen die Welt sie manchmal machen möchte. Dr. Sybille Beck ist selbst Mutter zweier Töchter und wünscht sich, wie wahrscheinlich alle Eltern, dass ihre Kinder zu starken, freien und unabhängigen Frauen heranwachsen.

Gewinnspiel

Und du kannst hier ein Exemplar gewinnen. Verrate mir doch einfach per Kommentar, was du deinem Kind auf den Weg geben möchtest. Das darf auch gerne deinem Sohn gelten!

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 30.09.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse gebe ich zum Versand an den Verlag weitern und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Blein fröhlich und unperfekt und komm doch mal in meiner Müttersprechstunde vorbei. Einfach die Instagram-App auf deinem Smartphone runterladen, dich registrieren und nach HeuteistMusikLaura suchen. Ich freu mich auf dich!

Gib mir ein leichtes Schwert für meine schwere Hand…

…eins das führt, wenn ich folge und folgt, wenn ich führe
Ein leichtes Schwert
Für meine müde Hand

So heißt es im Lied „Ein leichtes Schwert“ von Judith Holofernes. Ein leichtes Schwert, das hätte ich jetzt auch gerne. Es gibt so Tage, da möchte ich mich am liebsten auf den Boden legen und streiken. Alles wird mir zu viel, die To-Dos wachsen mir über den Kopf. Gestern war Schulstart und als hätte das nicht gereicht, wurde ein Kind magenkrank. Also startete der Montag nicht nur mit frühem Aufstehen und Frühstück machen (die Milch ist zu heiß * bäääh, wieso schmierst du mir Leberwurst aufs Brot? * bin viel zu müde zum Essen), sondern auch mit einer Notfall-Aktion: Im Kindergarten Bescheid geben, Tee kochen, Wärmflasche erhitzen und im Kopf die Termine des Tages durchgehen.

Ehrlich gesagt hatte ich schon um halb neun Uhr am Morgen die Nase voll. In meinem Kopf spukte eine ellenlange Liste mit Erledigungen. Das Schulkind braucht noch neue Stifte und ein kariertes Heft in Klaviatur Nummer 22, Pakete müssen zur Post, Logopädie-Stunden organisieren werden. Diese Woche muss ich einen Kuchen für die neuen Erstklässler backen, außerdem ein Geburtstagsgeschenk für die Party von Jimmys Freund besorgen und endlich, endlich die Steuererklärung machen.  Achso, da fällt mir ein – ich muss unbedingt gucken, ob die Kinder wetterfeste Schuhe für den Herbst haben. Hat eigentlich einer geschaut, ob Oskar und Luise aktuelle Wechselklamotten im Kindergarten und bei der Tagesmutter haben? Natürlich nicht.

Mental Load – ein Frauenproblem?

Über diese Dinge, an die vor allem Frauen denken müssen, schrieb Barbara Vorsamer diese Woche im SZ-Newsletter:

„In den meisten Familien, selbst bei denen, die sich die Arbeit selbst einigermaßen gerecht aufteilen, bleibt die Verantwortung an der Mutter hängen. Sie schreibt die Einkaufszettel und To-do-Listen und sie erinnert ihren Mann auch – unter Umständen mehrfach – an die noch zu erledigenden Aufgaben. Mental Load nennt man diese Denkarbeit, und sie ist anstrengend, ermüdend und unsichtbar.“

Außerdem weist sie auf den Text von Patricia, alias das Nuf hin, die erst vor kurzem über Mental Load schrieb und damit nicht nur einen Stein ins Rollen brachte, sondern auch aufzeigte, welche unsichtbare Arbeit hinter dem Familien-Magagement steckt. Patricia schreibt:

„Im Grunde sagt der Begriff (Mental Load) nichts anderes als dass es neben den sichtbaren Aufgaben im Alltagsleben sehr, sehr viele unsichtbare Aufgaben gibt, die nie explizit genannt werden, dennoch alle so nebenher identifiziert, bedacht, geplant und dann erledigt werden.“

Die Familien-Managerin

Ich finde diese Angelegenheit deshalb so wichtig, weil sie aufzeigt, was es bedeutet, eine Familie zu managen. So hat das mal diese Frau in einem Staubsauger-Werbevideo genannt. Tatsächlich ist die Organisation unseres Familienlebens ein Fulltime-Job, der wenn es gut läuft, um 20 Uhr endet. Ich selbst habe, und das ist ein großes Glück, einen tollen Partner, der mich sehr unterstützt. Anton hat nicht nur einen Ganztagsjob mit all seinen Ansprüchen zu erledigen, sondern kümmert sich morgens und abends um all das, was hier zuhause mit Haushalt und Kindern so anfällt – leider bis heute keine Selbstverständlichkeit.

Aber eines belastet mich dennoch sehr. Immer bin es ICH, die alle Dinge ins Rollen bringen muss. Ich muss delegieren, ich muss unsere Projekte vorantreiben. Ich muss anstoßen, dass wir uns endlich um die Steuer kümmern, das alte Babybett verkaufen, unsere Unterlagen sortieren oder einen Urlaub planen. Wenn ich nicht neun Bälle gleichzeitig in der Luft halte, die stellvertretend stehen für Job, Kinder, Kinderbetreuung, Schule, Haushalt, Termine, Freizeit, Gesundheit und Geschenke, sich stattdessen keiner kümmert, dann habe ich hier den Salat. Dann geht keiner mit Oskar zur Kinderarztvorsorge, dann ist die Tante beleidigt, weil wir den Geburtstag vergessen haben, dann gehts im nächsten Sommer nicht in den Urlaub und Jimmy steht auf der Party ohne Geschenk da. Auch das bedeutet Stress für mich und der ist fast noch schlimmer.

Endloslisten

Ich wünsche mir manchmal eine gute Fee, die mir die Organisation aus den Händen nimmt. Eine Art persönliche Assistentin, die mir morgens einen Zettel mit Aufgaben vorlegt. Die arbeite ich ab, denn die Tätigkeiten und Arbeit als solche scheue ich nicht. Aber die Denkarbeit macht mich so kaputt. Es gibt Abende, da liege ich neben meinem (ich möchte es noch einmal betonen: wunderbaren und hilfsbereiten und fleißigen) Anton und beneide ihn darum, dass er die Augen schließt und zwei Sekunden später ins Reich der Träume fliegt. Ich selbst schließe die Augen und da ratttert die Liste los. Ich notiere noch ins Handy, dass die Tagesmutter nächste Woche Urlaub hat und wir DRINGEND Klopapier kaufen müssen. Die Matschhose von Luise hat ein Loch, aber morgen soll es regnen, so ein Mist. Ach, und jetzt habe ich tatsächlich vergessen, eine Tafel Schokolade für die Nachbarin zu besorgen, die während des Urlaubs die Pflanzen gegossen hat. Und ist da nicht noch mein eigener Beruf mit all seinen Erledigungen?

Tagsüber denke ich dann an meine Trello-Listen, meine To-Dos im Kalender und die Aufgaben in Slack, die auf mich warten. Dazu kommen die Whats-App-Gruppen aus Kindergarten, Fußballverein und Flötentruppe. Das Krasse ist: obwohl ich scheinbar gut organisiert bin, geht mir dauernd eine Sache durch die Lappen. „Ist doch nicht schlimm, bleib locker“ meint Anton, als ich für das Turn-Sommerfest nichts gebacken habe. „Wäre schön, wenn wir nächstes Jahr mehr Kuchenbeiträge hätten!“ erreicht mich eine Woche später eine Whats-App Nachricht der Turnlehrerin. Kann man drüber stehen, sollte man auch. Fällt mir dennoch schwer – ein altes Frauenleiden.

Warum sind Mütter immer so gestresst? Die Frage kann ich so langsam nicht mehr hören. Ich weiß, warum. Und ich finde, sie hat etwas mit dem Mental Load zu tun. Eine Lösung habe ich auch nicht. Weißt du eine?

Hier ist übrigens ein Text von Beatrice Confuss zum Thema und hier ein Text von Konsti von Grosse Koepfe.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Noch mehr zum Thema Mental Load? Dann schau mal auf meinem Instagram-Kanal, was die Schwabenmütter dazu sagen!

Drei Kinder habe ich in meinem Leben bekommen. Die Schwangerschaften, die Geburt und die Zeit danach gehören zu den emotionalsten meines Lebens. Gut überstanden habe ich sie vor allem mit Hilfe von Anton. Er war da für mich, wenn ich mal wieder unter Heißhungerattacken und schlechter Laune litt. Er war in den Stunden da, als ich Schmerzen hatte, die mich fast wahnsinnig werden ließen. Und er war da, wenn ich trotz duftendem Säuglingsglück nur noch heulen wollte.

Meine emotionalsten Momente mit Hebammen

Aber da waren noch mehr Personen, ohne die ich das alles nicht so gut hätte meistern können: meine Hebammen. Sobald ich das Video von Pampers sehe, bin ich ziemlich gerührt. Das geht mir bei vielen Videos so, die Geburten zeigen, aber in diesem wird mir irgendwie klar, wie sehr auch ich von der Hilfe vieler wunderbarer Frauen profitierte. Ich erinnere mich ganz besonders an ein paar Situationen. Da war Miriam, die meinen ersten Rückbildungskurs nach Jimmys Geburt leitete. Sie hatte lange Dreadlocks und weite Pluderhosen und ich erwartete, dass sie wie gewohnt das Lied vom Stillen und Dauertragen des Säuglings singen würde. Ich war zu diesem Zeitpunkt völlig fertig von meinem neuen Leben. Das Baby schrie, ich tat nichts anderes als es zu stillen und herum zu tragen, wie ich es in den Vorbereitungskursen gelernt hatte. Aber Miriam sagte etwas, das mich überraschte und zu Tränen rührte. „Wisst ihr was, ihr leistet so viel mit den Babys. Ihr seid sicher völlig fertig, müde und genervt vom Zuhause bleiben. Macht es doch so: Pumpt einmal die Woche Milch ab oder kauft euch Milchpulver im Drogeriemarkt, drückt Baby und Flasche eurem Mann in die Hand und geht für zwei Stunden raus. Ihr braucht den Abstand!“

Quelle: Pampers.de

Ohne Hebamme völlig verunsichert

Ich hätte Miri in den Arm fallen können, weil sie so viel Last von mir nahm. Sie wusste, dass die erste Zeit mit Baby nicht immer nur rosig ist, sie ahnte, dass Mamas manchmal am liebsten wieder alleine sein wollen und sie hatte kein Problem damit, dem Baby ein Fläschchen zu geben. Weißt du, heute hätte ich damit sowieso kein Problem. Aber damals war ich völlig verunsichert und dachte, einfach mal das Haus zu verlassen, das würde eine gute Mutter nicht tun. Diesen scheinbar unbedeutenden Moment, diese Worte von Miri in diesem Kurs am Mittwochmorgen, das werde ich nie vergessen.

Wie mir Hebammen bei der Geburt halfen

Und es gab noch so viele Momente mehr. Bei der Geburt meiner Tochter hatte ich den Luxus, dass mich eine erfahrene Hebamme und eine Hebamme in Ausbildung begleiteten. Sie waren so lieb und ruhig, alle beide. Sie trösteten mich und machten mir Mut, dass ich das schon alles schaffen würde. Sie ließen Wasser für ein warmes Bad ein, sie machten Scherze mit Anton und streichelten mir über den Kopf, wenn ich das Gefühl hatte, es wäre nun aber genug mit diesen ätzenden Wehen.

Besonders in Erinnerung blieb mir diese zauberhafte sanfte Frau, Anja hieß sie, die meine dritte Geburt begleitete. Sie wusste, dass ich Erfahrungen hatte und nicht allzu viel Hilfe während der ersten Stunden brauchen würde. Sie ließ mich lange alles so machen, wie ich wollte. Sie war wie ein Engel, der die ganze Zeit über mir schwebte, aber mich in Ruhe ließ. Am Ende habe ich ihre Hilfe dann wieder sehr nötig gebraucht. Bei allen drei Geburten habe ich in den heißen Phasen Anton vergessen und mich wie eine verzweifelte Wahnsinnige an die Hebamme gewandt. Trotz schrecklicher Schmerzen konnte ich jedes Mal auf ihr Namensschild blicken und sie um Hilfe anflehen. Alle drei Hebammen haben jedes Mal gewusst, dass ich das schaffen würde und haben meine Hand gehalten, mir Mut zugerufen oder mich beruhigt. Ohne Anton im Hintergrund und ohne sie hätte ich nicht so stark sein können, das weiß ich genau.

Quelle: Pampers.de

Danke an alle Hebammen

Das emotionale Video von Pampers lässt diese Momente noch einmal aufleben, geht dir das auch so? Ich fühle mich sofort zurückversetzt in den Moment der Geburt und weiß genau, wie dankbar ich den Hebammen für ihre Hilfe sein kann. Hebammen sind da, um uns Mut zu machen und uns Frauen zu unterstützen. Wenn wir Angst haben vor dem, was kommt. Wenn wir tausend Fragen stellen, weil wir eine Geburt noch nie erlebt haben. Wenn wir nicht mehr können im Wochenbett und nur noch heulen. Und während der Geburt, wenn sie sich im richtigen Zeitpunkt zurückziehen und dann wieder da sind, um unsere Hand zu halten. Ohne Hebamme wäre ich alleine gewesen, schutz- und hilflos. Dafür möchte ich Danke sagen!

Und deine Erlebnisse?

Ging dir das mit deinen Hebammen genauso? Hattest du bestimmte Momente, in denen sie dir besonders viel Kraft gegeben haben? Und fühlst du dich auch an deine eigenen Geburtserfahrungen erinnert, wenn du das Video siehst? Was dabei zu bedenken ist: Hebammen haben es nicht einfach. Vor allem die teueren Versicherungen machen vielen von ihnen Sorgen und so manche kann deshalb ihren Beruf nicht mehr wie gewünscht ausüben. Aber was machen wir nur, wenn uns Hebammen nicht mehr begleiten? Ich freue mich auf eine Diskussion mit dir und bin gespannt auf deine Erfahrungen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Quelle: Pampers.de

Frauen und Finanzen

Sophie vom Blog Kinder haben und glücklich leben hat neulich einen ersten Beitrag über ihre Finanzplanung gebracht, dem weitere folgen sollen. Sie hat erzählt, dass sie sich endlich mal mit dem Thema Geld auseinander setzen möchte. Bisher hat sie sich davor gedrückt, nun aber wird sich das ändern, denn sie will langfristig Verantwortung für sich und die Familie übernehmen. Gehts dir da wie mir? Hast du dir auch noch nie so richtig Gedanken über die finanzielle Zukunft gemacht, etwa an deine Rente gedacht?  Sie schreibt, dass ihr Geld eigentlich nicht so wichtig ist. Unterschreibe ich gleich mit. Sie gibt aber auch zu bedenken, dass es da zwei Punkte gibt, die in diesem Zusammenhang für sie aber doch sehr  wichtig sind:

  1. Generelle finanzielle Sicherheit
  2. Meine persönliche finanzielle Unabhängigkeit

Sie schreibt: „Denn ganz so naiv, zu denken, dass mein aktuelles Leben als Teilzeit-Mutti schon nicht so schlimme Auswirkungen haben wird, ganz so blöd bin ich ja nicht. Und trotzdem habe ich bisher immer Ausreden gefunden, mich nicht mit meinen Finanzen zu beschäftigen.“

Wie recht sie hat…

Ich habe mich in Sophies Text so gut wiedererkannt und war beeindruckt, wie sie nun an die Sache rangeht. Daher habe ich ihr gleich geschrieben und wir werden da nun eine gemeinsames Projekt draus machen. Ziel ist es nicht nur, in unsere eigenen Finanzen etwas Ordnung reinzubringen, sondern auch dir ein paar Tipps zu geben. Denn ich möchte mal provokativ formulieren, dass sehr viele Frauen (ich eingeschlossen) tatsächlich viel zu naiv an die Sache rangehen. Sie heiraten und machen sich dabei Gedanken um Tischdeko und Kleid, nicht aber um das liebe Geld. Zugewinnausgleich, Unterhalt und Erbrecht sind halt nicht die Highlights, die wir uns aus einer Ehe versprechen. Wenn dann aber was schief geht, haben wir keine Ahnung und gucken dumm aus der Wäsche (hallo Laura, ja, genau, du bist gemeint!) Schwierig wird es aber auch für die Eltern, die nicht verheiratet sind und keinen Partnervetrag gemacht haben.

Die Ehe hält. Was, wenn nicht?

Natürlich bleiben Anton und ich für immer zusammen, ist ja klar. Aber die Scheidungsraten und eventuelle Schicksalsschläge sprechen dafür, sich zumindest mal mit dem Risiko auseinander zu setzen. „Auf das Beste hoffen, auf das Schlechteste vorbereitet sein“, das Zitat stammt aus dem Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) von Helma Sick und Renate Schmidt und fasst ganz gut zusammen, wie ich die Sache angehen möchte.

Zurück zu Sophie! Sie schreibt:

„Ich könnte jetzt also weiter dabei zusehen, wie mein geliebter Gatte als Angestellter bequem in die gesetzliche Rente und in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlt und nebenbei noch eine stattliche Summe riestert, während ich als Selbstständige von der Hand in den Mund lebe. Ich kann aber auch einfach endlich dafür sorgen, dass wir uns finanziell fairer aufstellen und von unserem gemeinsamen Geld auch für mein Alter vorsorgen.“

Miese Mütter-Rente

Ganz schön gruselig, denn manchmal denke ich, Sophie schreibt über mich. Auch mein geliebter Gatte arbeitet seit acht Jahren Vollzeit, zahlt in seine gesetzliche Rente ein und wir riestern auch beide. Er natürlich viel mehr als ich, denn ich bin wie Sophie selbstständig, habe nach der Geburt der Kinder ein Jahr Elternzeit genommen und die restlichen Jahre halbtags gearbeitet. So wie es aussieht, werden wir damit den gesellschaftlichen Schnitt stärken, der besagt: Frauen verfügen im Alter durchschnittlich über eine Rente von 576 Euro, Männer dagegen über 994 Euro (westdeutsche Bundesländer, Quelle: Doku „Frauen in der Rentenfalle“).

Sophie jedenfalls steigt jetzt voll in das Thema ein und erklärt ihre Ziele:

  • sie möchte einen Notgroschen anlegen
  • für die eigene Rente sorgen
  • sie möchte finanzielle Freiheit, das bedeutet, dass sie und ihr Mann nicht 40 h arbeiten wollen
  • für die Kinder vorsorgen
  • nachhaltig konsumieren und sich mal was Schönes leisten
  • Geld für Urlaub sparen

Meine Pläne

Und jetzt zu mir. Ich finde es nicht ganz einfach, hier so viel über unsere Finanzen preiszugeben. Aber indem Sophie und ich darüber berichten, stoßen wir vielleicht viele unserer LeserInnen zum Nachdenken an. Denn ich bin mir sicher, dass viele von ihnen genau wie wir bisher ein wenig blauäugig durchs Leben gegangen sind.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

An meine Rente habe ich noch keinen Gedanken verschwendet (ich, die Sorglose), allerdings denke ich viel darüber nach, wie Anton und ich es besser schaffen können, Familie und Beruf zu vereinbaren. Mein großer Traum ist, dass wir beide in naher Zukunft, wenn alle Kinder in der Schule sind, 75% arbeiten und uns Haushalt und Job teilen. Um solche Pläne schmieden zu können, müssen wir uns aber um unsere Finanzen kümmern. Können wir uns das leisten? Wie hoch muss unser monatliches gemeinsames Einkommen sein? Wie hoch sind unser fixen Ausgaben, wie hoch ist unser Notgroschen? Daher möchte ich mich nun mit Anton zusammensetzen und eine genaue Aufstellung machen. Wo können wir sparen, was brauchen wir dringend? Was bleibt unterm Strich für uns und was sind wir bereit, an Materiellem einzusparen, um mehr Zeit für uns zu haben?

Rente

Mein erster Gedanke war die Deutsche Rentenversicherung. Bisher war das für mich ein Verein, der mir ab und zu Briefe schrieb, die ich ordentlich abgeheftet habe, ohne sie richtig zu lesen. Das soll sich ändern. Ich werde mich mit der gesetzlichen Rentenversicherung auseinandersetzen und habe für Oktober einen Termin vereinbart. Hier möchte ich mich beraten lassen. Wie hoch wird meine Rente voraussichtlich sein, wenn ich weitermache wie bisher? Was hat es mich gekostet, in Elternzeit zu gehen und danach halb- anstatt ganztags zu arbeiten? Und dann werde ich mit Anton einen Plan aushecken, wie wir meine Rentenlücke auffüllen. Sparen wir und zahlen was für mich ein? Sorgen wir noch privat vor? Wir haben einen Wohnriestervertrag, den ich bisher sehr stiefmütterlich behandelt habe. Ehrlich gesagt war ich auch immer zu bequem, mich mit dieser Thematik zu befassen. Was mir die Bankberater erzählt haben, habe ich auch nur so halb verstanden. Also arbeite ich mich gemeinsam mit Sophie auch mal in diese Sache ein.

Lebensversicherung

Was passiert denn, wenn einem von uns was passiert? Wenn einer alleine mit den Kindern dasteht, ist das schon schlimm genug. Wenn dann auch noch das Geld knapp wird, ist es doppelt grausam. Wie könnten wir für den Fall Vorkehrungen treffen, der hoffentlich NIEMALS eintritt?

Und nun möchte ich dich einladen, mitzumachen. Sophie und ich werden all unsere Recherche und die neuen Infos hier verbloggen, damit viele Frauen (und Männder) davon profitieren können. Vor allem aber möchte ich dich anregen, wie es Sophie bei mir und vielen anderen getan hat. Wir sollten vor allem im Sinne der Gleichberechtigung unseren Mut zusammennehmen und uns den Dingen stellen. Das größte Armutsrisiko in Deutschland ist, eine Frau zu sein, wusstest du das? Frauen sind im Alter oft arm, Tendenz steigend.

In Deutschland läuft etwas schief

Im Übrigen gibt es auch viele gesellschaftliche und politische Ungerechtigkeiten. Auch darüber sollten wir uns informieren und dagegen angehen. Die von mir sehr bewunderte Rita Süßmuth sagte in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“: Frauen, seid ungeduldig!

Diese Reportage möchte ich dir im Übrigen sehr ans Herz legen: schau sie dir an, trink am besten dazu einen guten Schluck, denn der Inhalt ist sehr schockierend. Wenn du mehr über das olle, veraltete und blöde System des Ehegattensplittings lesen möchtest, das laut Renate Schmidt und Rita Süßmuth nur noch besteht, weil ein männliches und konservatives Bollwerk in der Politik darauf besteht, schau mal auf den Text der genialen Juramama.

So ein Quatsch,  das Ehegattensplitting

Wusstest du zum Beispiel, dass dir der deutsche Staat mit dem Ehegattensplitting aus ökonomischer Sicht ans Herz legt, möglichst viel weniger als dein Mann zu verdienen (wir können das natürlich auch geschlechtlich umkehren), weil sich das steuerlich richtig dolle rechnet? Wenn ihr euch aber scheiden lasst, sagt dir der Deutsche Staat: Ätschbätsch, leider gibt es seit neuestem kein lebenslanges Unterhaltsrecht mehr. Hättest du mal lieber vorgesorgt und dich um einen anständigen Job gekümmert? Ja gehts denn noch? Wie passt das denn zusammen? Renate Schmidt erklärt dir jedenfalls in der Reportage sehr genau, wie sehr das alles auf den Köpfen der Frauen ausgetragen wird.

Ich freue mich, wenn du dabei bist. Egal, ob du voll oder halbtags arbeitest oder aber zuhause bei den Kindern bist. Wir sind noch jung genug, um das Steuer rumzureißen und dem Tiger ins Auge zu sehen. Raus aus der (teilweise) selbst verschuldeten Unmündigkeit und rein in die Thematik. Sophie und ich nehmen dich mit, sodass wir am Ende den Finanz-Ordner zufrieden schließen können, weil wir ein wichtiges Thema abgehakt haben. Ich bin sehr für Feminismus, denn ich möchte vor allem, dass meine Tochter später mal die gleichen Rechte (aber auch Pflichten) hat, wie ihr Mann.

In eigener Sache: ich möchte eines klar stellen, weil mir hier ab und zu vorgeworfen wird, ich propagiere hier mein Lebensmodell, also als Mutter arbeiten zu gehen: eine Frau, die sich bewusst dafür entscheidet, zuhause bei den Kindern zu bleiben, sich aber gleichzeitig um die Finanzen kümmert und sich Verluste in der Rente von ihrem Partner ausgleichen lässt, ist allemal ein Stück weiter und in meinen Augen mehr Feministin als eine Mutter, die viel arbeitet, aber sich vor dem Thema Finanzen und Rente drückt. Also, ran an die Moneten.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Du möchtest zum Thema lesen? Dann empfehle ich dir das Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) von Helma Sick und Renate Schmidt. Außerdem spannend ist die Seite von der Geldfrau (Werbung, da Verlinkung), die wir demnächst interviewen werden. Und auch Madame Moneypenny (Werbung, da Verlinkung) beschäftigt sich mit dem Thema Frauen&Finanzen.

Und auf meinem Instagram-Kanal diskutieren wir gemeinsam in den Live-Storys. Ich freu mich, dich dort wiederzutreffen.

Neulich habe ich dir Eltern vorgestellt, die beide ihre Arbeitszeit reduzieren. Männer, die ganztags arbeiten gehen, kennst du vermutlich eine ganze Menge. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn Mütter viel arbeiten und sogar eine eigene Firma auf die Beine stellen? Vielleicht kennst du Laura Lehmann und ihr Modelabel Lalou. Ich wollte unbedingt wissen, woher die Powerfrau ihre ganze Kraft nimmt und habe sie befragt. Herausgekommen ist ein tolles Interview mit einer ganz sympathischen und lieben Unternehmerin, die eine Menge Arbeitsplätze schafft, extrem hart arbeitet und beweist, was Frauen alles schaffen können.

Lalou: Born und Made in Stuttgart

Vor über sechs Jahren war Laura schwanger mit ihrem ersten Sohn. Als sie auf der Suche nach schönen Babysachen war, wurde sie nicht fündig. Alles war kitschig und hellblau; aus diesem Grund hat sie sich selbst das Nähen beigebracht.

Laura: Erst habe ich Mützen für Freundinnen genäht und dann für die Freundinnen der Freundinnen. Als nächstes habe ich mir ein Logo ausgedacht, Labels bestellt und an die Sachen genäht. Es wurden immer mehr Bestellungen und verschiedene Artikel, aber los ging es vor allem mit den Bettschlangen. Ich wollte so ein bequemes Polster für das Bett meines Sohnes machen. Die erste war weiß, die zweite habe ich aus vielen Stoffresten genäht. Eine Freundin bestellte sie in rosa und ich habe ein Foto auf meinem privaten Instagram-Account hochgeladen. Auf einmal wollten alle diese Bettschlangen und das war der Startschuss für Lalou. Weiter ging es mit Krabbeldecken, Beanies und Namenkissen. Damals war dieses Patchwork-Design noch nicht so verbreitet und die Idee kam super gut an.

Als ich zum zweiten Mal schwanger war, habe ich weiter von zuhause aus Bettschlangen genäht. Diesen Job konnte ich einfach gut mit Kindern vereinbaren. Außerdem hatte ich schon seit ich 18 Jahre alt war einen Gewerbeschein, bin gelernte Werbekauffrau und Rechnungen schreiben und all der Bürokram war ür mich kein Problem.

Marketing á la Laura

Laura ist aber nicht nur gut im Nähen, sondern hat auch eine erfolgreiche Marketing-Maschine angeschmissen: Ihr Instagram-Profil wurde öffentlich und ihre selbstgenähten Sachen schickte sie ihrer Lieblingsbloggerin Sandy Smith aus Österreich. Damit gab es einen Follower-Knall und Laura hatte ihre ersten 1.000 Abonnenten zusammen. Durch die steigende Fan-Zahl hat sie noch mehr Kindersachen verkauft und war bald am Ende ihrer Kapazitäten.

Laura: Ich habe gemerkt, dass ich das nicht mehr alleine schaffe und mir eine erste Angestellte gesucht, die für 450 Euro Bettschlangen genäht und gestopft hat. Vom Kopf her war das schon eine Überwindung, aber ich habe gemerkt, dass es anders nicht geht, denn ich habe irrsinnig viel gearbeitet. Tagsüber habe ich die Kinder betreut, sie ins Bett gebracht und dann von 20 Uhr bis 2 Uhr nachts genäht, Rechnungen geschrieben, Emails beantwortet.

Ich bewundere Lauras Zielstrebigkeit und ihren Fleiß. Nach außen sieht ihr Leben so locker aus, aber hinter ihrem Erfolg steckt eine ganze Menge Arbeit. Welche Mutter schafft es schon, neben zwei kleinen Kindern auch noch eine ganze Firma aufzubauen? Sie erzählt, dass sie einfach der Typ für sowas ist. Sie braucht immer ein paar Projekte, um die sie sich kümmern kann.

Der nächste große Schritt: ein Atelier

Laura: Im Februar 2016 habe ich dann ein Atelier angemietet, damit Lalou weiter wachsen kann. So, wie es jetzt lief, konnte ich keine Aufträge mehr annehmen. Das war übrigens der einzige Schritt, bei dem mich mein Mann ein wenig gebremst hat. Sonst hat er mich bei jeder Entscheidung unterstützt, aber bei dem Atelier war er erst unsicher. Es war aber definitiv die richtige Entscheidung und ich habe ziemlich zügig drei weitere 450 Euro-Kräfte angestellt. Nun waren auch endlich alle zusammen vor Ort.

Ich habe professionelle Maschinen angeschafft, denn die Haushaltsmaschinen sind dieser enormen Masse nicht gewachsen und waren nur noch bei der Wartung. Die Industrienähmaschinen konnte ich durch mein organisches Wachstum finanzieren, das war natürlich Glück. Ich musste nie einen Kredit aufnehmen, auch wenn ich als Start up begonnen habe. Am Anfang war Lalou eine reine Finanzierung meines Hobbys, aber das hat sich dann über die Jahre geändert.

Im August 2016 haben wir den Online-Shop eröffnet. Zuvor war die Abwicklung der Aufträge mit meinem Warenwirtschaftssystem sehr aufwendig. Mein Stiefsohn Marvin hat mir geholfen und als Lernprojekt für seine Ausbildung meinen Online-Shop aufgebaut. Das war eine große Entlastung und ich konnte mich wieder um neue Produkte zu kümmern.

Im Atelier wurde es nun voller und enger. Nähmaschinen, Stoffe, Mitarbeiterinnen, zwei Computerarbeitsplätze auf 45 Quadratmeter war eine Herausforderung und als Waren-Pakete vor der Tür gestapelt wurden, hat Laura nach einem Jahr ein größeres Atelier angemietet. Ein Glückstreffer, denn die neuen Räume waren gleich um die Ecke. Es gibt seitdem ein großes Lager, Bürofläche und genug Platz zum Nähen und Designen.

Laura hat bald darauf den nächsten mutigen Schritt gewagt, denn ihre Minijobberin war fertig mit dem Designstudium. Sie stellte Laura vor die Wahl: entweder arbeitet sie nun festangestellt oder sie sucht sich einen neuen Job. Aber Laura wäre nicht Laura, wenn sie diese Chance nicht ergriffen hätte und so stellte sie die Designerin fest ein. Durch einen unglücklichen Zufall hatte diese Mitarbeiterin einen Unfall und fiel für Monate aus. Parallel bewarb sich eine weitere Angestellte, die passte. Und so hatte Laura nach der Genesung der Designerin auf einmal zwei Mitarbeiterinnen in Festanstellung. Ein halbes Jahr nach dem Umzug wurde auch der Online-Shop noch einmal modernisiert. Immer am Ball bleiben, das ist wohl auch ein Schlüssel zum Erfolg. Und bei Laura und ihrem Team tut sich immer etwas.

Das Team wird größer

Eine weitere Frau im Team kam über Instagram dazu. Sie bot Laura nach einem nächtlichen Verzweifelungs-Post über die viele Arbeit an, zum Helfen zu kommen. Die Mutter von zwei Kindern ist jetzt für den Versand zuständig. Über Aushänge und Ebay-Kleinanzeigen hat Laura Näherinnen gesucht und ihr Team langsam erweitert. Aber nicht nur, dass hier Mütter mit Kindern einen flexiblen Arbeitsplatz finden. Laura hat eine Frau aus Bosnien eingestellt, die nur durch dieses Arbeitsvisum nach Deutschland kommen kann. Ihre Familie zieht bald nach und sie lernt momentan fleißig Deutsch. Da eine andere Mitarbeiterin serbisch spricht, sind auch die Sprachbarrieren kein Problem. Laura ist total happy mit ihren Mädels:

Laura: Besonders die beiden serbischen Näherinnen arbeiten unglaublich flott und effizient. Und nur weil ich so gute Mitarbeiterinnen habe, die auf Masse nähen können, kann ich weiterhin in Deutschland produzieren. Der nächste Schritt wäre eigentlich, die Produktion ins Ausland auszulagern. Aber Lalou steht für „Born und Made in Stuttgart“ und für Handarbeit und das soll auch so bleiben.

Manchmal kann ich das selber nicht so glauben, was ich mit Lalou geschaffen habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Macherin bin und nicht so viel grüble, sondern so von A nach B purzele. Auch auf Instagram hat sich der Erfolg einfach ergeben. Die Mischung aus Privatleben und Firma war zunächst exotisch; meine Kunden sind meine Follower und andersrum. Und die Bilder auf dem Kanal sind eine Menge Arbeit: ich mache für manche Fotos erst einmal eine Stunde Shooting, das ist dann auch ein Job.

Als ich zum dritten Mal schwanger wurde, hatte ich unglaublich viel Arbeit, war labil und weinerlich. Zum Glück hat mein Mann mir geholfen und ist sogar komplett ins Business eingestiegen. Er hat Emails beantwortet und den Handelsvertrieb übernommen. Als ich erfahren habe, dass wir noch ein Baby bekommen, habe ich erst gedacht, dass das jetzt wirklich nicht passt. Aber am Ende war es genau richtig so, die Schwangerschaft sollte so sein. Ich habe mich aus der Produktion zurückgenommen und mache  im Moment nur noch Buchhaltung und Kontoführung, Marketing und Werbung. Artikel fotografieren und in den Online-Shop einstellen mache ich von Zuhause aus.

Für die nächsten Jahre planen kann ich nicht so richtig und wir nehmen die Dinge bei uns in der Familie so hin. Wir unterstützen uns gegenseitig und mein Mann macht den Haushalt mit mir zusammen, sonst würde das alles gar nicht funktionieren.

Danke, liebe Laura, dass du uns so viel von dir erzählt hast. Ich finde es aber klasse, dass es Frauen gibt, die loslegen, eine Firma gründen, Arbeitsplätze schaffen, zu Marketingspezialistinnen werden und sich gemeinsam mit ihrem Partner um die Familie kümmern. Das geht aber auch nur mit ziemlich viel Engagement und Verzicht auf Freizeit. Und mit einem Mann, der seine Frau bei allem, was sie da tut, unterstützt!

Gewinnspiel

Ich liebe Lauras Musselin-Schals, die sie auch auf ihrem Instagram-Account oft trägt. Sie hat mir ein wunderschönes Exemplar zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Du kannst es als Schal für dich selber verwenden, dein Baby einpucken oder es als leichte Sommerdecke für Kinder benutzen. Ich kann ja nicht mehr ohne Musselin-Schals und freu mich schon auf den Herbst, wenn ich sie wieder jeden Tag tragen kann. Der Stoff von Lauras Schal ist ganz besonders hochwertig, das spürst du auch sofort. Lass einfach einen Kommentar da, dann hüpfst du mit in den Lostopf. Ich freue mich außerdem sehr, wenn du Laura und mir auf Instagram folgst.

 

 

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse nutze ich nur zum Versand des Schals und lösche sie anschließend. Eine Auszahlung, sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mehr Infos zum Gewinnspiel findest du hier.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 10. August 2018, und endet am 17. August 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Ps.: Weil ich hier auf Lauras Shop verlinke und du einen Schal gewinnen kannst, muss ich den Text als Werbung kennzeichnen. Wundere dich also nicht, wenn es hier von Werbekennzeichnungen nur so wimmelt. Ich versuche, für dich als Leserin alles so transparent wie möglich zu machen, aber für uns Blogger ist das gerade alles sehr undurchsichtig, was wir kennzeichnen müssen und was nicht.

Warum scheitern wir oft daran, Familie und Beruf zu vereinbaren? Der Frage gehen wir seit Jahren nach und finden doch keine allgemeingültige Lösung. Das liegt wohl daran, dass dieses Thema extrem vielschichtig ist. Es gibt sie schon, die guten Bedingungen. Elterngeld, Elternzeit, Homeoffice und Kitaplätze für kleine Kinder, aber zu vieles ist immernoch im Argen. Die Kitaplätze reichen nicht, viele Unternehmen schaffen zu selten elternfreundlichen Voraussetzungen und Elternzeit über acht Wochen hinaus nehmen meist nur die Frauen.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Ich finde, es kann sich noch sehr viel tun in der Gesellschaft. Arbeitnehmer und Politiker dürfen gerne und am besten schneller bessere Bedingungen schaffen, damit wir Eltern Familie und Beruf vereinbaren können. Aber kann es sein, dass auch wir Eltern etwas tun müssen? Ich denke, ja! Und ich fange mal bei mir an, bei mir, einer Frau und Mutter. Bei einer, die in ihrem Leben ein paar Mal hätte mutiger sein können. Denn manchmal finde ich, dass wir Frauen uns nicht genug zutrauen. Folgendes möchte ich dazu erzählen:

Viel zu wenig zugetraut

In der Mittelstufe auf dem Gymnasium hatte ich anderes im Kopf als Mathe. Mein Lehrer fand mich faul und ich hielt mich schnell für unbegabt. Physik, Chemie, all die Naturwisschenschaften – dafür bin ich am Ende vielleicht zu blöd, habe ich gedacht und einfach nicht mehr zugehört. Ein paar Jahre später war ich bei einer Informationsveranstaltung der zahnmedizinischen Fakultät in Ulm. Ich dachte, Zahnärztin zu werden, das wäre doch was für mich. Als ich hörte, dass man in Chemie und filigraner Handarbeit ziemlich gut sein muss, war die Idee für mich gestorben. Habe ich mir einfach nicht zugetraut.

Am Ende landete ich bei einem großen Automobilhersteller aus Stuttgart an der Berufsakademie. Ziemlich viel Wirtschaftsmathe und Angeber-Typen, die sich schon im Vorstand sahen, haben mich abgeschreckt und ich habe hingeworfen. Literatur und Geschichte wurde es am Ende und ich bin auch froh, sowas Schönes studiert zu haben. Aber ohne Moos nix los, daher war mein Einkommen nach dem Studium als Volontärin ziemlich mies. Anton und ich wollten dennoch früh Kinder haben und so kam es, wie es kommen musste: weil er als Controller mehr als das dreifache verdiente als ich in meinem Redakteurs-Job, war klar, wer mit dem Baby zuhause bleibt. Teure Mieten in Stuttgart und Umgebung machten es schlichtweg unmöglich, von meinem Gehalt zu leben, zumal mein Vertrag befristet war.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Warum war ich so feige?

Tatsächlich frage ich mich heute, warum ich so oft gekniffen und mir viel zu wenig zugetraut habe. Ich bin ehrlich: ich habe es mir immer ein wenig einfach gemacht. Ich hatte Bammel davor, das Zahnmedizin-Studium nicht zu packen. Ich hatte nicht den Mut, mich zwischen den Angebertypen an der Berufsakademie durchzusetzen. Und ich nahm nach dem Studium ganz bequem die erstbeste Möglichkeit für einen Job wahr, anstelle darauf zu vertrauen, dass noch etwas besseres kommt. Ein Festvertrag mit einem anständigen Gehalt zum Beispiel. Ich habe mir Kinder gewünscht und wollte ein Jahr zuhause bleiben. Ein bisschen lag es auch daran, dass mir mein Job keinen Spaß gemacht hat und ich nicht ganz undankbar war, da erst einmal raus zu sein.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Wenn ich nicht so bequem, sondern ein wenig mutiger gewesen wäre, wenn ich mehr Vertrauen in mich gehabt hätte, würde ich heute ordentlich Geld verdienen. Heute traue ich mir viel mehr zu, das liegt sicher auch daran, dass ich Kinder habe. Wer einen Tag lang mit drei Kindern einen Supermarkteinkauf hinlegt und danach noch lachen kann, der kann auch auf ein Physikum lernen oder Kronen bauen, wenn er sich anstrengt.

Warum ich so oft daran denke? Ich habe mich als Frau mit schlechtem Gehalt in eine sehr ausweglose Situation begeben und für mich fühlt sich das nicht richtig an. Ich gebe die Schuld gerne meinem Arbeitgeber, der meinen Vertrag während der Elternzeit auslaufen ließ. Ich schimpfe auf den Staat und manchmal ein bisschen auf meinen Mann. Aber dass ich schlecht verdient habe und es schwer hätte, im Notfall meine Familie zu versorgen, das habe ich mir ein Stück weit selbst zuzuschreiben.

Die Sache mit dem Gehalt

Warum verdienen Frauen in vergleichbaren Berufen so viel weniger? Ich denke, oft liegt es daran, dass Frauen für Arbeitnehmer das größere Risiko sind, denn sie können Kinder kriegen und für ein oder mehrere Jahre ausfallen. Das ist dann vielleicht schon in das Gehalt miteinkalkuliert. Das Problem könnten wir lösen, wenn auch Väter länger Elternzeit nehmen, denn dann wäre das Risko der Geschlechter gleich groß. Ein anderer Grund könnte sein, dass Männer die besseren Verhandler sind. Neulich habe ich folgende Geschichte gehört: Gehaltsgespräch zwischen Bewerberin und Chef. „Wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus?“ Sie: „Liegen bei ca. 60.000 Euro im Jahr, ist aber verhandelbar.“ Der Chef hat die Dame nicht eingestellt, weil ihm sowas mächtig auf die Nerven geht. Wenn die einknickt, noch bevor ich ein Gegenangebot gemacht habe, dann kann die sich ja nirgends durchsetzen, hat er vermutlich gedacht. Ehrlich gesagt, die Dame hätte ich sein können.

Rachel Ignotowsky, Frauen, die nach den Sternen greifen, mvg Verlag 2018

Geld ist nicht die Lösung

Was will ich mit meinem Text nun sagen? Alle Frauen sollen Zahnärztinnen werden und ordentlich Geld verdienen, dann wird alles gut? Nein, auf keinen Fall. Nicht immer ist ein gutes Gehalt die Lösung, auch wenn das natürlich unabhängig macht. Und es gibt einfach viele Jobs, die (leider) unterbezahlt sind. Demnach dürfte es bald keine ErzieherInnen, KrankenpflegerInnen oder Sozialpädagogen mehr geben. Aber ich will sagen, dass wir Frauen vielleicht manchmal zu wenig Mut haben. Darum stecken wir oft in einer für uns unguten Situation.

Frauen und Männer sind unterschiedlich, die einen mehr, die anderen weniger. In der Mehrzahl aber sind wir Frauen die sozialen und kommunikativen Menschen. Wir fühlen uns gut in andere ein, wir können vermitteln und Gespräche führen. Vielleicht liegt es daran, dass Frauen im Allgemeinen auch etwas harmoniebedürftiger und weniger konfrontativ sind als Männer. Das hat viele Vorteile. In Sachen Gehalt, Job und Karriere ist das aber in mancherlei Hinsicht ein klein wenig nachteilig.

Wir Frauen sollten uns aber generell etwas zutrauen und mehr darauf pfeifen, was die anderen denken, meinst du nicht? Mutig zu sein bedeutet für mich übrigens nicht nur, sich zuzutrauen, einen Job zu ergreifen, der eine Familie ernährt. Es bedeutet genauso, als Frau bei den Kindern zu bleiben und den Beruf aufzugeben. Sich außerdem dafür einzusetzen, dass Care-Arbeit endlich als wichtiger und richtiger Job angesehen und entsprechend mit genug Rentenpunkten vergütet wird. Und sich von Menschen mit erhobenem Zeigefinger nicht den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. Mutig sein bedeutet genauso, einen Beruf zu ergreifen, der schlecht bezahlt ist, wie der der Erzieher oder Krankenpfleger. Diesen mit Leidenschaft zu tun und dafür zu kämpfen, dass es am Ende für die Familie reicht. Mutig zu sein kann genauso heißen, dass beide Eltern reduzieren und sich für die wertvolle Zeit in Sachen Konsum und Urlaub einschränken. Mutig sein bedeutet, für das, was wir möchten, einzustehen. Sich selbst zuzutrauen, den Wunschweg einzuschlagen und zu verfolgen.

Bist du mutig?

Nun bin ich gespannt, was du dazu sagst. Natürlich ist das hier ein wenig verallgemeinert. Es gibt haufenweise Frauen, die eiskalte Gehaltsverhandlungen führen, sich locker zutrauen, den Nobelpreis in Atomphysik zu bekommen oder vier Kinder kriegen und zuhause täglich und mit Leidenschaft ihre Frau stehen. Aber viele Frauen sind zögerlich, was ihr eigenes Leben angeht, und ab und an kommt mir der Gedanke, dass wir viel mehr Mut brauchen, um die Gleichberechtigung und die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, voranzutreiben. Wenn irgendwas richtig schlecht läuft, schieben wir gerne den Schwarzen Peter anderen zu. Und vieles läuft für uns Frauen noch lange nicht optimal. Ein wenig können wir an uns selber arbeiten und Mut ist da ein Schlüssel für mich. Egal, ob es um Gehaltsverhandlungen, Berufswahl oder die Entscheidung geht, zuhause bei den Kindern zu bleiben.

Es gibt niemals diesen einen Grund, warum Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht gut funktioniert. Es gibt hundert Gründe und sie sind individuell. Ich hätte mir für mich gewünscht, mutiger zu sein. Ich bin die Art von Mutter, die gerne finanziell auf eigenen Beinen steht. Es kann sein, dass du eine ganz andere Mutter bist. Dass dir andere Dinge wichtig sind. Ich hoffe sehr, dass du den Mut hattest und dir zugetraut hast, die für dich wichtigen Dinge in Angriff zu nehmen. Vielleicht hast du Lust, uns davon zu erzählen?

Frauen, die nach den Sternen greifen: Gewinnspiel

Ich habe ein ganz wunderbares Buch für dich, das du hier gewinnen kannst. „Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen. 50 Portraits faszinierender Wissenschaftlerinnen“ von Rachel Ignotofsky (Affiliate Link). Darin sind 50 außergewöhnliche Frauen in spannenden Geschichten und wunderschönen Illustrationen portraitiert. Noch immer gibt es zu wenig Frauen in Vorständen und Führungsetagen, noch immer dominieren Männer Wirtschafts- und Finanzsektoren. Frauen haben es schwerer, sich in wissenschaftlichen Bereichen durchzusetzen oder in öffentliche Ämter gewählt zu werden. Aber Frauen haben schon sehr viel erreicht, das beweist dieses Buch:

Im Laufe der Geschichte haben zahlreiche Frauen im Dienste der Wissenschaft alles riskiert. Dieses Buch erzählt die Geschichte einiger furchtloser Frauen, die – ob im antiken Griechenland oder in der modernen Welt – angesichts der ihnen in den Weg gelegten Steine sagten: „Ich lasse mich nicht aufhalten.“

Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen, Einleitung, Rachel Ignotofsky, 2018

Wenn du das Buch gewinnen möchtest, um es mit deiner Tochter zu lesen, zu verschenken oder dich selbst inspirieren zu lassen, dann schreib mir einfach einen Kommentar unter den Text. Gibt es Momente, in denen du hättest mutiger sein können, oder bist du ganz anderer Meinung als ich und findest, Frauen sind keineswegs zu zurückhaltend?

Am Gewinnspiel teilnehmen darf, wer über 18 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse zur Weiterleitung an den mvg-Verlag mitteilst. Deine Adresse wird nur zum Versand des Buches genutzt und anschließend gelöscht. Eine Auszahlung sowie der Tausch eines Gewinns ist nicht möglich. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel beginnt heute, am 08. August 2018 und endet am 15. August 2018 um 23.59Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird danach per Los ermittelt und von mir per Mail benachrichtigt.

Mehr Heute ist Musik?

Kein Problem, dann hüpf mal rüber zu Instagram. Da gibts im Insta-TV tolle Familienhacks zum Thema Ordnung und Organisation sowie ein paar Inspirationen für den Elternalltag. Kaffee, Zitate und andere Dinge, die dir den Tag versüßen!

Mein Kind ist krank

Na, wie oft hast du dich schon gefragt, ob ihr eine normale Familie seid? Ob das ein oder andere Kind vielleicht nicht der Norm entspricht, sein Verhalten wunderlich ist oder sein Charakter irgendwie abnorme Züge hat? Dann hast du gegoogelt, verschiedene Antworten bekommen, eine Diagnose erstellt und sie mit allen Freunden und Verwandten ausgiebig besprochen, oder?

Tja, dann ist wohl alles ganz normal. Denn ist es nicht so, dass wir irgendwie alle am liebsten normal wären und aus diesem Grund jede Abweichung, vor allem die unserer Kinder, besorgt betrachten und gedanklich bis zum Gehtnichtmehr bearbeiten? Ehrlich gesagt vermute ich, dass die meisten kleinen Abweichungen von der scheinbaren Norm eben eines sind: normal. Die meisten Eltern müssten sich eigentlich überhaupt keine Sorgen machen, könnten sich viele Arztgespräche und Therapien sparen und mal ganz gechillt die Füße hochlegen. Das ist aber nicht so einfach, schließlich sind die Kinder das wichtigste, das wir haben und ihr gesundes Großwerden unser bedeutendstes Ziel.

Natürlich gibt es viele Krankheiten, psychisch und physisch, die eine Behandlung oder eine Therapie mit sich bringen (müssen). Ob ADHS, eine Intoleranz, Schwierigkeiten mit dem Bewegungsapparat und viele andere Dinge – aber das alles meine ich hier nicht. Ich meine vielmehr folgende Überlegungen, die eine Mutter von drei Kindern vielleicht in dieser oder ähnlicher Form angestellt haben könnte, natürlich nur ganz theoretisch.

Diagnosen einer Mutter

  • Das ewig brüllende Kleinkind hat eine Persönlichkeitsstörung, vermutlich ausglöst durch das sorgenvolle Herumgegrübele in der Schwangerschaft über schadstofffreie Wickelunterlagen. Therapiert werden muss mit dreierlei Globuli, einem Badeeimer, Bernsteinketten und dem Lesen von drülfzig Baby-Ratgebern.

Dr. Laura würde heute raten: nur die Ruhe, einige Babys brüllen nun mal besonders viel, da beisst die Maus keinen Faden ab. Diagnose: Alles normal, Therapie: Durchatmen und Durchhalten!

  • Weil selbes Baby ausschließlich den Vater, nicht aber die Mutter anlächelt, ist die Mutter sicher, das Kind habe Baby-Autismus. Sie googelt und überlegt, es in der Pädiatrie vorzustellen.

Dr. Laura würde heute raten: das Baby ist genauso genervt von der Mutter wie sie von ihm. Es freut sich, endlich ein anderes Gesicht zu sehen und außerdem ist Papa im Gegensetz zu Mama immer völlig entspannt und googelt maximal nach neuen Kopfhörern oder einem Mountainbike. Diagnose: Alles normal, Therapie: chillaxen und Google abschalten.

  • Das Kleinkind läuft nicht, sondern liegt kurz vor dem ersten Geburtstag wie ein Käferlein auf dem Boden. Die Mutter attestiert eine Muskelschwäche und hyperventiliert, als der Kinderarzt sagt, dass sie bitte in einem halben Jahr mit dem Käfer wieder vorstellig werde, denn die meisten Kinder würden zu diesem Zeitpunkt wenigstens krabbeln.

Dr. Laura würde heute raten: Mutter, sei froh, dass dir der Käfer noch nicht davondüst und genieß die Zeit. Irgendwann laufen sie alle, die einen früher, die anderen später. Diagnose: Alles normal, Therapie: sich in den Park legen und all den nervösen Eltern zuschauen, die ihren Einjährigen hinterherrennen müssen.

  • Das Kleinkind interessiert sich nicht für Sand und Eimer, Frühmusizieren oder Klatschreime, es sehnt sich ausschließlich nach Straßenbahnen. Die Kindergärtnerin merkt an, das Kind würde den lieben langen Tag ausschließlich die Haltestellen der Linie U8 aufsagen. Die Mutter diagnostiziert sofort eine multiple Persönlichkeitsstörung und informiert sich über Hochbegabung und Asperger Syndrome.

Dr. Laura würde heute raten: kleine Kinder haben die abnormsten Interessen, bei denen sogar erfahrene Psychatrieärzte mit den Ohren schlackern. Das eine Kind geht nicht ins Bett, ohne ein Kaminwerkzeug fest umschlungen zu halten, das andere kann weder Mama noch Papa, dafür Trizaterops Trizeraldos sagen. Wieder andere gehen nicht ohne Taucherbrille aus dem Haus oder tragen im Hochsommer Gummistiefel. Diagnose: Alles normal, Therapie: sich einfach selber eine verrückte Eigenart ausdenken und diese zelebrieren.

  • Das Kind bekommt eine Schwester und interessiert sich keinen Zentimeter für das Baby. Es guckt nicht, spricht nicht und streichelt nicht. Die Mutter ist sich sicher, es verfüge über mangelnde soziale Fähigkeiten und würde vermutlich sein Leben lang keine menschlichen Beziehungen entwickeln können.

Dr. Laura würde heute raten: es gibt Brüder, die lieben ihre Schwester und zeigen das von Anfang an, es gibt aber auch Brüder, die lieben ihre Schwester, würden sie aber auch sofort gegen eine Miniaturstraßenbahn eintauschen. Das wird sich im Leben vielleicht sogar niemals ändern. Diagnose: Alles normal, Therapie: Menschen, die das Wort „Geschwisterplüsch“ verwenden, meiden, dafür unbedingt das Buch von Marlene Hellene, Man bekommt ja so viel zurück (Affiliate Link), lesen, der ging es nämlich genauso.

Einen Fall habe ich noch!

  • Das Kind hat zu Schulbeginn Schwierigkeiten, einen Stift zu halten, weil es zuvor noch nie einen Sinn darin gesehen hat, einen solchen zu benutzen. Die Mutter kommt noch einmal auf die Muskelschwäche zurück und denkt kurz darüber nach, mitsamt den andern Kindern einmal die Woche zu einer anstrengenden Ergotherapie-Sitzung zu dackeln (die in ganz vielen Fällen durchaus sinnvoll ist), auf die das Kind aber noch weniger Lust hat als aufs Schreiben.

Dr. Laura würde heute raten: Kinder, die nicht gerne malen, gibts genau so oft wie Kinder, die nicht gerne rechnen. Alles ist eine Frage der Übung und meist klappts nach einem halben Jahr schon viel besser. Diagnose: alles ganz normal. Therapie: Stifte mit Glitzerfußbällen oben drauf kaufen, Fußball-Sammelalben zum Ausfüllen besorgen oder Briefe an das Christkind schreiben lassen, zur Not auch im Hochsommer.

Alles normal, oder?

„Es ist normal, nicht normal zu sein“, lautet eine schöne Überschrift im Familienmagazin der Süddeutschen Zeitung, Mai/Juni-Aushabe von 2018. Darin spricht die Politikwissenschaftlerin Ursula Stark Urrestarazu über das Phänomen, dass Eltern so viel über die Eigenheiten ihrer Kinder nachdenken. Sie rät, dass sich Eltern bewusst machen sollten, wie vielschichtig und veränderbar Kinder sind. Jedes von ihnen trage so viele Eigenschaften, Interessen und Begabungen in sich, die sich ergänzen und auch widersprechen würden und fügt hinzu, dass die Bandbreite des Normalen viel größer ist, als wir denken.

Wenn ich auf Instagram poste, wie schlimm sich meine Kinder streiten, dann melden sich viele andere Eltern, die das gleiche erleben. Mir und ihnen tut es dann total gut zu wissen, dass das also normal ist. Denn wenn alles so läuft, wie es soll, dann haben wir ein gutes Gefühl und wissen, es geht in die richtige Richtung. Selbstverständlich sind wir und unsere Kinder in vielen Punkten auch ein wenig außergewöhnlich. Meine Kinder zum Beispiel streiten sich außergewöhnlich viel, der kleine Oskar wirft sich gerade außergewöhnlich intensiv brüllend auf den Boden und ich gehe in den Ferien außergewöhnlich oft in die Luft – und das ist eigentlich auch ganz normal!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Falls du Lust hast, zu unserer obercoolen Eltern-Austausch-Community dazuzustoßen, dann schau doch mal bei Instagram vorbei. Da kann man ganz passabel miteinander quatschen, sich austauschen und merken, dass es in jeder Familie laut, chaotisch, anstrengend und doch irgendwie ungemein lustig zugeht.

Lieber kleiner Oskar,

so einfach haben wir es gerade nicht, wir beide! Daher schreibe ich dir einen Brief. Ich bin eine müde Mama mit viel Stress, du bist ein zweijähriger Junge, der die Welt entdeckt. Was wir gemeinsam haben: wir kommen täglich an unsere Grenzen. Meine Grenzen sind seit jeher meine Nerven, deine Grenze ist vor allem die Sprache. In deiner lustigen Bobo-Siebenschläfer-Manier versuchst du uns mitzuteilen, was du möchtest. Wenn du dein Müllauto suchst, können wir dir helfen.  „Müüüh“ rufst du dann. Auch „Hamham“ verstehe ich gut, du hast Hunger oder Durst. Und dein kleines Rutschauto heiß „Tutut“, wenn du das aussprichst, vibrieren deine Lippen und es klingt wie ein kleiner Traktor. Aber ganz oft weiß ich auch nicht, was du möchtest. Du bist dann wütend, versuchst, mir etwas zu sagen. Ich verstehe dich nicht und dann schmeißt du dich auf den Boden. Ich kann dich nicht trösten, du drückst mich weg oder fängst in deiner Empörung an zu beißen. Ich weiß, jetzt am besten einfach neben dir sitzen bleiben und dir zeigen, dass es in Ordnung ist, zu toben und deinem Kummer Luft zu machen. Aber oft muss ich Jimmy bei den Hausaufgaben helfen, die Wäsche aus der Maschine holen oder das Telefon bimmelt in genau diesem Moment.

Alles eine Phase

Ich weiß, dass diese Phase normal ist. Damals bei deinem großen Bruder habe ich mir noch Sorgen gemacht. Was ist nur mit dem Kind los? Wieso flippt es dauernd aus und nölt den ganzen Tag rum? Was mache ich als Mama falsch? Nun ist mir alles klar. Beim Welt entdecken stößt du dauernd an Grenzen, nicht nur sprachlich. Du möchtest Gummibären in rauen Mengen essen, Bobo Siebenschläfer-Hörspiele hören, bis deinen Eltern die Ohren bluten. Du möchtest morgens früh um sechs mit deinen Geschwistern spielen oder abends bis zehn Uhr aufbleiben. Du möchtest alles alleine machen und die Glasflasche selber tragen. Und du verstehst einfach nicht, warum wir dauernd all die schönen Dinge verbieten. Ich weiß, am besten ist es, wir nehmen uns für dich Zeit. Wir hören dir zu, knien uns zu dir runter, nehmen dich ernst und helfen dir, wo es nur geht. Dann klappt es mit uns immer ganz gut. Dein Papa kann das auch ganz wunderbar, mir gelingt es manchmal nicht. Ich bin nicht so geduldig mit dir oder habe keine Lust, deine Schreiattacken stundenlang zu begleiten. Das muss ich ganz ehrlich zugeben.

Zu wenig Geduld

Gestern bin ich mit dir zum Bäcker gegangen, wir brauchten dringend ein Brot zum Abendessen. Weil du gerne ein Eis gegessen hättest, hast du fürchterlich geweint und bist aus deinem Wagen rausgesprungen. Ich musste nach Hause, weil Jimmy bald kommen sollte. Er war bei einem Freund zu Besuch. Dein Wutgeschrei ist mir sehr auf die Nerven gegangen, weil ich zuvor auf einem Kindergeburtstag war, bei dem alle kleinen Gäste in Trillerpfeifen gepustet haben. Mein Kopf war ein einziges wummerndes Fass. Deshalb habe ich dich immer wieder in den Wagen zurück gesetzt und dich am Ende angeschnallt. Das hat dir nicht gefallen, ich weiß!

Zuhause hast du dich an die Treppe zur Garage gesetzt und nach Papa gebrüllt, ich habe Essen gemacht und hätte mir gerne die Ohren zugehalten. Ich wundere mich ja auch gar nicht, dass du so ein Papa-Kind bist. Ich an deiner Stelle würde es genauso machen. Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dich ernst nehme und mir so gerne mehr Zeit nehmen würde für dich und eine Wünsche. Weißt du was, bald fahren deine Geschwister in den Urlaub und wir beide sind alleine hier. Wir lesen dann Bobo so oft du willst, gehen gemeinsam in den Märchengarten und werden ganz viele Gummibärchen essen. Vielleicht bekommst du sogar mein Handy, denn damit fotografierst du so gerne. Mein liebes kleines Bärchen, wir haben es nicht so leicht zur Zeit. Aber ich habe dich so unglaublich gerne. Ich liebe es, wie du die Familie zusammen hältst und immer nach Nanna und Tatta fragst, wenn sie mal nicht da sind, wie du lauhals lachen kannst und mit so großem Appetit und Konzentration isst und genießt.

Bitte entschuldige, wenn ich mal wieder ungeduldig bin, kleiner Bär. Es tut mir sehr leid. Deine Mama

Mehr Gedanken zum Elternsein gibts auf dem Heute ist Musik-Instagram-Kanal. Ich freue mich auf dich und den Austausch mit dir!