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Mutmach-Texte

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Das schlechte Gewissen Was wäre denn, wenn ich mir die letzen Jahre völlig umsonst ein schlechtes Gewissen gemacht hätte? Wenn ich nicht dauernd an mir hätte zweifeln müssen, weil ich dachte, keine gute Mutter zu sein? Wenn mir klar gewesen wäre, dass es ganz normal ist, dass ich mich nach Ruhe und Abstand sehne? Dass es völlig ok ist, dass ich dem allgemeinen Mutterbild nicht entspreche, weil das Bild einfach totaler Unfug ist? Ja, was wäre dann? Beim Lesen von Susanne Mireaus neuem Buch „Mutter.Sein“ habe ich das Gefühl, dass mich Jemand in den Arm nimmt und mir erklärt, dass ich gut bin und richtig. Dass all die Ansprüche, die die Gesellschaft an mich stellt oder die ich von mir selbst erwarte, keinerlei guten Grund haben, sondern auf einem Mutter-Mythos beruhen, der uns von einer ganzen Menge konservativer und vor allem männlicher Menschen eingebrockt wurde. Dass wir einem Bild hinterher…

Ich schiebe Frust Neulich wurde mein Instagram-Kanal beschrieben als der einer Mutter, die immer ehrlich ist. Das war ein tolles Kompliment und dann werde ich dem heute mal wieder gerecht. Mir fällt das Mama-Sein gerade nicht leicht und das finde ich echt schlimm. Ich schlepp mich durch die Tage und bin oft so unglaublich genervt. Tatsächlich denke ich mir dann immer: wie machen das nur andere Mamas und Papas? Geht es ihnen auch so, dass sie ihren Job gerne an den Nagel hängen möchten? Ich bemühe mich gerade sehr, die Kinder mit einzubinden in den Haushalt. Aber das bedeutet auch viermaliges Erinnern, doch bitte den Tisch zu decken. Das bedeutet auch, fünf Mal darum zu bitten, den Schlafanzug vom Boden aufzuheben und ins Zimmer zu bringen. Am Ende bin es doch ich, die aufräumt und ich nehme es ihnen nicht einmal übel. Mein Sohn war so abgelenkt von seinem Spiel,…

Kennst du die lustigste Mutter der Welt? Das ist für mich eindeutig Marlene, besser bekannt unter dem Namen Marlene Hellene. Sie ist eine Twitter-Koryphäe und hat mir schon so manchen Tag versüßt. Ihre Kunst: in wenigen Sätzen typische Situationen mit Kindern beschreiben, die alle Eltern kennen, und zwar so, dass man danach vor Lachen unter dem Tisch liegt. Kleines Beispiel gefällig? Familien-Gezwitscher Falls du noch keinen Twitter-Account hast und dir immer dachtest, so einen Quatsch brauche ich nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dir einen zuzulegen und Marlene zu folgen. Für sie lohnt sich dieses Netzwerk und ich verspreche dir, du wirst schon nach kürzester Zeit süchtig nach Tweets wie Autorin und Mutter der Nation Außerdem hat Marlene ein ganz wundervolles Buch geschrieben. Es heißt Man bekommt ja so viel zurück: Leitfaden für verwirrte Mütter (Affiliate Link) und liest sich nur mit Bauchkrämpfen, die durch stetiges Lachen hervor gerufen…

Gefühle begleiten mich den ganzen Tag. Das ist soweit menschlich und normal. Sie haben aber viel mit der Familie zu tun und damit, dass ich für vieles zuhause verantwortlich bin. Verantwortung übernehmen Ich war letzte Woche nicht auf dem Abschlussfest der Schule meines Sohnes. Wir hatten so viel um die Ohren vor den Ferien, es war heiß und Oskar müde. Er musste dringend ausruhen und wir blieben im schattigen Haus. Mein Sohn ging mit den Nachbarn los, Anton sollte etwas später vom Büro zum Fest kommen. Die Klasse sang etwas vor, Jimmy war traurig, weil wir Eltern nicht dabei waren. Zuhause haben Anton und ich den Haushalt nicht immer geschafft. Ein Haufen Wäsche blieb übrig, die Kinder hatten keine Socken mehr. In dem Chaos haben wir auch noch Luises Sporttasche verloren und von der Bücherei kam eine Mahnung. Ich guckte noch einmal auf die Woche zurück: Was könnten wir künftig…

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen, denn so ganz neu ist es ja auch nicht: mein neues Logo. Die wunderbare Helke Rah hat es gezeichnet und ich finde, es ist außerordentlich schön geworden. Ich habe nach einem Bild gesucht, das meinem Blog entspricht und eine Verbindung zum Thema Musik herstellt. „Heute ist Musik“ heißt mein Blog deshalb, weil mein damals 3-jähriger Sohn das sagte, als wir von irgendwo her schöne Musik hörten. Ich fand das so niedlich und passend für einen Blog, in dem ich über mein Familienleben schreiben wollte. Du wirst Mutter und Alle mischen sich ein Mittlerweile hat sich das Thema etwas verändert. Ich schreibe mehr und mehr über das Muttersein. Vor allem finde ich ja, dass Mütter heute einem enormen Druck ausgeliefert sind. Sie sollen sich nach wie vor liebevoll um die Kinder kümmern. Eine gute Mutter ist den ganzen Tag für ihre Kinder da. Dieser Satz…

Hilfe, ich ertrinke in Erledigungen! So gehts mir gerade und ich vermute, du weißt genau, was ich meine. Dezember und Juli sind die schlimmsten Monate, was To-Do-Listen von Eltern angehen. Da wird in Schule und Kita gefeiert und verabschiedet und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht einen Zettel mit Bitten um Kuchenspenden oder Snacks fürs Festbuffet finde. Diese Woche ist besonders knackig. Die Kindergeburtstagsfeiern häufen sich, dazu die Hitze und genau jetzt haben Anton und ich am Schreibtisch alle Hände voll zu tun. Raus aus dem Kopf und aufs Papier Was können wir machen, wenn alles zu viel wird? Ich habe heute in der Müttersprechstunde von meinem Notfall-Plan berichtet. Und der geht so: schreib dir alles auf, was heute getan werden müsste, und sei es eine noch so kleine Aufgabe. Nimm dir dafür fünf Minuten Zeit, auch wenn du die eigentlich nicht hast. Aber eine gute Vorbereitung ist…

Weißt du, welchen Satz ich gar nicht mag? Ein Kind braucht seine Mutter! Natürlich ist der Inhalt richtig, jedes Kind braucht seine Mutter, ganz dringend sogar. Aber der Unterton, mit dem er gesagt wird, soll der Mutter manchmal einfach nur ein schlechtes Gewissen machen und wird oft auf die Zeit angewendet, die eine Mutter mit ihrem Kind verbringt. Zum Beispiel dann, wenn sie wieder oder länger arbeiten geht. Ungewohnt scheint es für viele Menschen zu sein, wenn beispielsweise eine Mutter die Hauptverdienerin ist und sich der Vater vornehmlich um das Kind oder die Kinder kümmert. In Westdeutschland ist das eine Seltenheit und doch ist jede Familie, die die üblichen Rollen einmal vertauscht, so wichtig und hat Vorbildfunktion, wie ich finde. Denn meiner Meinung nach kann sich ein Vater ganz genauso liebevoll um seine Kinder kümmern. Daher sollte der Satz heißen: „Ein Kind braucht seine Eltern.“ Warum Papas genauso liebevoll umsorgen…

Mütter sind manchmal einsam? Ja, das ist so und auf meine kleine Umfrage auf Instagram haben sich sehr viele Frauen gemeldet, denen es so geht. Die eine fühlt sich einsam, weil sie den ganzen Tag mit dem Baby zuhause ist. Die andere findet keinen Anschluss in den Krabbelgruppen. Eine Mutter vermisst die Kollegen in der Elternzeit, die andere hat im Vereinbarkeitswahnsinn keinen Zeit für Talk in der Kaffeeküche, weil sie nur herumhetzt. Leben in der Kinderblase Einsamkeit ist unter Müttern verbreiteter als gedacht und das liegt sicher auch daran, dass sie oft zu erschöpft sind, um sich mit Freundinnen zu treffen. Dass vor allem sie in Elternzeit gehen, seltener die Väter, oder sich aufreiben zwischen Job und Kindern. Wir haben in der Müttersprechstunde darüber gesprochen und die Idee hatte ich, weil mir eine liebe Bekannte und Leserin schrieb. Sie fühlte sich einsam im ersten Jahr mit Kind zuhause. Ihr fehlte…

Gestern nachmittag war ich mit den Jungs beim Halsnasenohrenarzt. Schnarchen, Paukenröhrchen, Polypen, das Übliche eben. Es war heiß, mein Kopf wummerte und ich habe mich bemüht, alles langsam und Stück für Stück zu machen. Es kam, wie es kommen musste. Klein Oskar schlief auf der Hinfahrt ein, war ebenfalls müde von der Hitze und vom Kindergarten. Was dann folgte, war ein typischer Nachmittag, der Eltern so richtig fertig macht. Wir alle haben anschließend ein dickes Eis gebraucht und uns damit ermattet auf eine Bank im Schatten gesetzt. Arzttermine des Grauens Ich parke, wecke Oskar sanft, er flippt aus und weint. Will nicht raus aus dem Auto, ist knatschig. Ich verstehe ihn, so ein Mist, aber wir sollten dringend los, in fünf Minuten ist der Termin und ich weiß noch nicht genau, wo wir hinmüssen. Oskar schreit, zetert, ist doch so müde. Ich schnalle ihn ab, hole ihn aus seinem Sitz,…

Ich hab oft auf meinen Bauch gehört. Zum Beispiel, als ich mich nach zwei Semestern gegen ein BWL-Studium entschieden habe. Auch dann, als mir dieser junge Mann auf dem Bild so gut gefiel und ich meinen Kumpel bat, ihn mir mal vorzustellen. Übrigens auch, als ich das Gefühl hatte, der nette junge Mann und ich, wir wären ganz tolle Eltern. Drei richtige Entscheidungen, die ich bis heute nicht bereue. Als aber unser Sohn auf die Welt kam, ging mir mein Bauchgefühl abhanden. Ich fand es wahnsinnig schwierig, zu wissen, was richtig ist. Die erste Zeit mit Kind Tatsächlich hatte ich mich zuvor niemals um so ein kleines Baby gekümmert und suchte Rat bei Hebammen und Ärzten, Freundinnen und in Internetforen und bekam ebenso viele verschiedene Meinungen. Kind ins Bettchen legen oder neben mir schlafen lassen? Es sofort hochnehmen, wenn es weint, oder verwöhne ich es dann zu sehr? Ein halbes…