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Mutmach-Texte

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Ist es nicht so, dass es jede Frau, die arbeiten geht, ins Herz trifft, wenn ihr vorgeworfen wird, dass ihr ihre Kinder nicht wichtig genug sind? Und ist es nicht so, dass sich jede Frau gekränkt fühlt, wenn man sie fragt, ob es ihr doch nicht ernsthaft reichen könne, den ganzen Tag für das Kleinkind zuständig zu sein? Warum sehen wir uns dann doch immer wieder mit gemeinen Kommentaren konfrontiert, besonders aus den eigenen Reihen? Und wieso zum Teufel halten wir Frauen nicht lieber zusammen und sorgen dafür, dass wir wählen oder vereinbaren können, wie wir möchten?

Die Kinder sind dir nicht wichtig!

Neulich saß ich während meiner Mütterkur in einer Frauenrunde und wir sprachen über Stress im Alltag. Ich meldete mich und erklärte mein Dilemma:

Ich bin halbtags tätig. Wenn die Kinder kommen, habe ich noch jede Menge To-Dos auf meiner Liste und ich weiß einfach nicht, wie ich die Prioritäten setzen soll. Immer gibt es etwas zu tun und darunter leide ich.

Es meldete sich eine Frau, etwa 15 Jahre älter als ich und fuhr mich im harrschen Ton von der Seite an:

Ist doch klar, wie du deine Prioritäten setzt: am wichtigsten sind ja wohl die Kinder. Außerdem könntest du ja auch ganz zuhause bleiben, wenn dein Mann genug verdient.

Ich war erst einmal platt angesichts dieses Angriffs. In dieser „geschützten“ Gruppe hätte ich so einen Kommentar nicht erwartet, ich dachte, es sollte um Austausch gehen und ich hätte mich über Ratschläge und Ideen sehr gefreut, nicht aber über so einen Spruch. Ich wusste gar nicht, wohin mit meiner Wut. Gerne hätte ich der unverschämten Dame neben mir so einiges entgegengesetzt:

Dass mir meine Arbeit wichtig ist, sie mir Spaß macht und dass ich mir selbst wichtig bin. Ohne meine Arbeit bin ich ein halber Mensch, zu nichts zu gebrauchen. Sie bedeutet mir viel: Kreativität, Unabhängigkeit, Freiheit, Entspannung und noch viel mehr. Dass ich auch arbeiten gehe, um meine Familie im Notfall ernähren zu können. Dass ich berufliche unabhängig sein möchte. Dass ich meinen Rentenzettel gruselig finde. Dass ich leider (noch) keinen Ehevertrag habe und daher ohne meinen Mann direkt beim Sozialamt vorstellig werden müsste. Dass ich Angst habe, alleinerziehend und arm sein zu müssen, falls das Leben nicht so spielt, wie ich es erhoffe.

Rechtfertigen, nein Danke!

Ich wollte ihr auch gerne sagen, dass ich, weil ich den Kindergarten meiner Tocher so toll finde, darauf verzichte, sie in eine Ganztagskita zu bringen, obwohl mir das zeitlich und beruflich entgegenkäme. Dass ich mittags für alle Kinder koche und auf vieles verzichte, damit es ihnen gut geht. Dass jeder Mutter, egal ob oder wie viel sie arbeitet, ihre Kinder über alles gehen und dass es eine Unverschämtheit ist, so mit mir zu reden. Und dass ich mich eigentlich überhaupt nicht rechtfertigen muss. Doch wieso habe ich das Gefühl, es immer wieder tun zu müssen? Habe ich ein Problem mit meiner Art zu leben oder haben andere das Problem?

Hier saßen viele Frauen verschiedenen Alters und alle hatten Stress zuhause. Wegen ihres Jobs oder wegen pubertierender Kindern, wegen kranker Familienmitglieder oder sie hatten Ärger mit ihrem Mann, manche sogar alles zusammen. Meiner Meinung nach sollten wir hier mal darüber sprechen, warum so viele Frauen so fertig sind. Warum sie zuhause oft Erziehungsarbeit und Haushalt alleine machen, warum hier Alleinerziehende sitzen, die weder vor noch zurück wissen, weil sie neben all der Arbeit auch noch Geldsorgen haben. Warum wir Frauen mit Halbtagsjob und Homework mehr als nur 100% arbeiten.

Und wir hier waren ja nur die Speerspitze. Die meisten Frauen schaffen es gar nicht, sich so eine Kur zu organisieren. Oder sie trauen sich nicht. Jedenfalls saßen hier erwachsene Menschen, die ganz schön viel an der Backe hatten und Trost suchten.

Sind berufstätige Mütter keine guten Mütter?

Ich sage dir, was mich am allermeisten schmerzte: der unverhohlene Vorwurf, der für alle arbeitenden Mütter der Genickschuss ist. Nämlich, dass uns die Kinder nicht wichtig genug seien und wir keine guten Mütter wären, weil wir berufstätig sind. Egal, wie tough wir sind, egal wie selbstbewusst, egal wie schlau – das kratzt an der Seele, weil in unserer Gesellschaft das Bild einer Familie festzementiert ist und nur schwer ersetzt werden kann durch die moderne Vorstellung, auch ein Papa kann gut zuhause für die Kinder sorgen.

Den Rest der Stunde saß ich da, war wütend und traurig zugleich und bin hinterher erst einmal eine Runde laufen gegangen. Eines ist mir mittlerweile klar geworden: Es steckt auch ein Nicht-Verstehen dahinter. Heute ist es für viele Frauen in meinem Alter selbstverständlich, arbeiten zu gehen. Das war vor 20 Jahren sicher nicht der Fall, zumindest nicht in Westdeutschland. Auch für meine Mutter und ihre Generation war es ungewöhnlich, mit noch kleinen Kindern arbeiten zu gehen. Für meine Großmutter war das sogar undenkbar. Sie hatte ganz andere Probleme und musste nach dem Zweiten Weltkrieg schauen, dass alle satt waren, dass Haus und Hof wieder aufgebaut wurde. Die Männer kamen nicht immer nach Hause und wenn doch, dann oft mit massiven Kriegstraumata. Für sie galt: sich aufopfern für die Familie. Das gilt überall auf der Welt in Kriegszeiten. Für Me-Time und Achtsamkeit ist da wahrlich kein Platz, das ist klar. Warum dieser Anspruch aber heute für mich gelten soll, ist mir nicht erklärlich.

Dieses Aufopfern für die Familie, das scheinen viele Frauen noch immer voneinander zu erwarten. „Du möchtest arbeiten gehen? Wieso bist du so egoistisch? Deine Kinder brauchen dich doch. Bleib gefälligst zuhause.“ Aber wieso ist es so schwer zu verstehen, dass Frauen ihrem Beruf nachgehen möchten oder in jedem Fall die Wahl haben wollen? Dass sie ihr Leben so gestalten möchten, wie sie es für richtig halten mit den gleichen Rechten und Pflichen wie Männer? Wieso wird mir als Mutter indirekt vorgeworfen, dass mir meine Arbeit scheinbar wichtiger wäre als die Kinder und wieso musste sich mein Mann so etwas noch niemals anhören, auch wenn er mal bis 19 Uhr im Büro war?

Die eine so, die andere so

Auf der einen Seite stehen die Mütter, die arbeiten gehen wollen oder müssen. Auf der anderen Seite gibt es auch genug Frauen, die sich für die Haus- und Carearbeit zuhause entscheiden. Sie sind ebenfalls mit Vorwürfen konfrontiert und nicht wenige fühlen sich unter Druck gesetzt, weil sie ihre berufliche Karriee (zeitweise) auf Eis setzen und die Erwartung der anderen spüren, jetzt doch endlich mal wieder in den Job zurückzukehren. Die schon zuhause genug an der Backe haben und wissen, dass sie die Doppelbelastung einfach nicht schaffen oder nicht schaffen möchten. So wie ich mir nicht vorstellen kann, mich den ganzen Tag nur um meine Kinder zu kümmern, so können sich andere Frauen nicht vorstellen, ihre kleinen Kinder in andere Hände zu geben. Das ist doch auch eine ganz persönliche und individuelle Entscheidung!

Eine einfache Formel

In Sachen Elternschaft ist es doch so: Im besten Fall gibt es da zwei Menschen, die gemeinsam Kinder bekommen. Es muss sich jemand um die Kinder kümmern und dann wird geschaut, wer das machen könnte. Dabei spielen dann finanzielle sowie wirtschaftliche Gründe und Befähigungen eine Rolle. Läuft alles gut, einigen sich die beiden und teilen Geld, Risiko und Betreuung der Kinder so auf, dass alle einigermaßen zufrieden und versorgt sind. That`s it! Ob Mann oder Frau dann zuhause bleiben, sollte egal und ausschließlich ihre eigene Angelegenheit sein.

Gleichberechtigung, von wegen!

Ich ärgere mich über die Dikriminierung von Frauen. Sie werden immer noch, auch hier in Deutschland, viel zu oft Opfer von Gewalt, werden sexuell diskriminiert (#Metoo) oder belästigt. Haben es im Job schwerer, weil sie Mütter werden könnten, werden schlechter bezahlt und haben ein enormes Risiko, im Alter arm zu sein. Wäre es da nicht sinnvoll, sich (mit den Männern) zusammen zu tun und gemeinsam für eine Wahlfreiheit zu kämpfen? Wir müssen uns nicht mehr aufopfern wie unsere Großmütter, was für ein Glück!

Im Übrigen kam nach der Gesprächsrunde eine andere Frau auf mich zu und hatte einen total guten Rat für mich. „Denk doch mal über ein Job-Coaching nach. Da kannst du vielleicht lernen, beruflich Prioritäten zu setzen. Ich glaube, das würde zu dir passen.“ Ich habe die Frau feste gedrückt und war froh über den guten Rat. Denn tatsächlich leide ich unter der Doppelbelastung und suche nach einer Lösung, wie Anton und ich Job und Kinder besser vereinbaren können.

Der gute Weg

Sich gegenseitig respektieren und unterstützen, den Lebensweg der anderen nicht kritisieren, sondern gemeinsam nach Lösungen suchen. Keinem Elternteil jemals absprechen, dass die Kinder ihm nicht wichtig genug wären, denn das schmerzt jeden. Anderen Frauen einen Weg zugestehen, den man selbst nicht einschlagen würde. Und diesen nicht als Kritik am eigenen Weg zu sehen – das wäre mein Wunsch für die Zukunft. Vor allem aber müssen wir Frauen uns nicht aufopfern, weil wir Frauen sind. Egal ob im Job, für die Kinder oder für die Vereinbarkeit von beidem.

Bleib fröhlich und unperfekt und lass dir nicht reinquatschen,

deine Laura

Vernetz dich mit Gleichgesinnten

Ich finde ja, Frauen-Support ist was richtig tolles, denn wir können uns gegenseitig super helfen und uns unterstützen. Das dachten sich auch Sabine und Charlotte und haben mit MamiConnection eine Plattform geschaffen, auf der sich Mütter mit Gleichgesinnten zusammentun. Es geht vor allem um Austausch und Unterstützung und hilft dir bei der Suche nach anderen Frauen mit Kindern.

Falls du also schwanger bist, einen Spielkameraden für dein Kind und eine Freundin für dich suchst oder vielleicht sogar ein Betreuungstandem gebrauchen kannst, hast du hier die Möglichkeit, kostenlos teilzunehmen. Nachdem ich bei den Mädels zu Gast sein durfte und von meinem Speiseplan für Kinder erzählt habe, möchte ich dir heute die Mami-Connection vorstellen. Deshalb habe ich den Gründerinnen ein paar Fragen gestellt, weil es mich sehr interessiert, wie es zu diesem Netzwerk kam und welche Ideen genau dahinter stecken!

Foto Credit: Verenafotografiert

Laura: Was war der Auslöser dafür, dass ihr MamiConnection gegründet habt?

Sabine: MamiConnection ist tatsächlich aus meinem eigenen Bedarf entstanden. Als frischgebackene Mama bewegen wir uns ja auf ganz neuem Terrain. Mit dem Mamasein bekam auch mein Leben einen ganz neuen und wunderbaren Mittelpunkt. Mein Tagesablauf kollidierte dadurch aber mit dem meiner kinderlosen Freunde und meine Interessen und Prioritäten verschoben sich. So wurde bei mir natürlich auch der Wunsch nach neuen Kontakten und nach Austausch mit Gleichgesinnten sehr groß. Das war schließlich die Geburtsstunde der Idee zu MamiConnection –  eine Plattform auf der man gleichgesinnte Mamis in der Nähe über ein Matching System findet. Das ist nun über 4 Jahre her.

Laura: Warum war es so schwer, gleichgesinnte Mamis zu finden?

Charlotte: Es ist nicht schwer, andere Mamas in der gleichen Situation zu finden – aber es ist oftmals so, dass man charakterlich nicht so richtig zusammen passt. Ich kenne Mütter, die sich aus Mangel an Alternativen einer Gruppe Mamas angeschlossen haben, obwohl sie als Typ gar nicht zueinander gepasst haben. Das muss nicht so sein. Bei uns können die Mamas zum Beispiel nach persönlichen Interessen und Hobbys suchen, oder nach Lebenssituation (z.B. alleinerziehend) und finden genau die Mamas, die ihre Interessen teilen. Damit man auch nach einem Jahr nicht ausschließlich über Windeln, Beikost und Babyschlaf quatscht, sondern auch darüber hinaus eine gemeinsame Ebene findet.

Foto: Linda Duschek

Laura: Hat das auch etwas mit der Großstadt zu tun?

Charlotte: Ich glaube nicht, dass das nur ein Großstadtproblem ist. Gerade in ländlicheren Regionen passiert es vielleicht sogar noch seltener, dass man einer gleichgesinnten Mama über den Weg läuft. Sicherlich gibt es auf dem Dorf noch die Famlie, die unterstützend zur Seite steht. Aber einer Freundin, die in der gleichen Situation wie man selbst steckt, öffnet man sich ganz anders. Jede Mama braucht so eine Mama-Freundin.

Laura: Was genau ist MamiConnection und was bringt mir der Mamifinder?

Sabine: Grundsätzlich geht es bei MamiConnection darum, mit Hilfe des Matching-Systems gleichgesinnte Mütter in der Nähe zu finden, sich mit diesen auszutauschen, sich zu unterstützen und im „echten“ Leben zu treffen. Hier sind wir Mamas ganz unter uns und können nach Herzenslust unser Mutterdasein ausleben. (Bald-)Mamas wie Du und ich finden ganz unverbindlich, Gleichgesinnte in unmittelbarer Umgebung für Betreuungstandems, Spielplatzdates, Austausch und viele nützliche Empfehlungen rund um den Mama-Alltag.

Das „Herzstück“ von MamiConnection ist der MamiFinder, mit dem sich gezielt Gleichgesinnte in der Umgebung mit gleichaltrigen Kindern, ähnlichen Interessen und Tagesabläufen finden lassen.

Foto-Credit: Verenafotografiert

Laura: Bringt mir MamiConnection auch etwas, wenn ich wieder arbeiten gehe?

Charlotte: Auf jeden Fall. Über MamiConnection kannst du als registrierte Mama ein sogenanntes Betreuungstandems bilden. Das heißt, zwei oder mehr Mamas schließen sich zusammen und organisieren die Betreuung ihrer Kinder privat und untereinander. So können beide Mamas stundenweise arbeiten, während die jeweils andere Mama die Kinder betreut. Gerade für Mütter, die bei der Suche nach einer geeigneten Tagesmutter scheitern oder einfach gern ein paar Stunden in der Woche Zeit für sich oder die Arbeit brauchen, ist dieses Modell ideal.

Sabine: Ja, und darüber hinaus ist doch auch für uns „Working Moms“ ein Austausch und Support unter Gleichgesinnten extrem wichtig!

Laura: Wieso sollten Mamis zusammen halten?

Sabine: Gerade in der überwältigenden ersten Zeit des Mamaseins ist der Austausch mit Gleichgesinnten so wichtig. Meist ist es doch so, dass die beste Freundin gerade nicht zeitgleich ein Kind bekommt. Die Suche nach Gleichgesinnten beginnt dann schon in der Geburtsvorbereitung und spätestens, wenn sich die Zeit des Wochenbetts dem Ende neigt, sehnt man sich nach Mamis mit ähnlichen Bedürfnissen und Herausforderungen. Um sich auch mal Trost zu spenden und gleichzeitig zu wissen, dass man mit seinen Schwierigkeiten nicht allein ist. Aber natürlich auch, um die schönen Momente miteinander zu teilen. Oder schlichtweg Abwechslung in seinen Alltag zu bringen. Und im besten Falle entstehen daraus echte Mama-Freundschaften.

Foto: Linda Duschek

Charlotte: Nicht nur Mamis, Frauen im Allgemeinen sollten mehr zusammen halten. Es ist schlimm genug, dass Frauen und Männer immer noch nicht gleichberechtigt sind. Gerade da ist Solidarität unter Frauen total wichtig. Neulich stieß ich auf den Hashtag #hersucessisnotmyfailure und dachte „Jaa, genau so ist es.“. Es gibt genug Gutes da draußen, dass es für uns alle reicht. Und es hilft niemandem, wenn wir neidisch auf den Erfolg anderer schauen. Lasst uns lieber gegenseitig unterstützen. Das war für uns auch der Grund, auf unserem Blog tolle und kreative Frauen und Gründerinnen zu portraitieren. Um anderen Müttern Mut zu machen und diese tollen inspirierenden Frauen gleichzeitig zu supporten.

Laura: Was kostet MamiConnection?

Charlotte: Für die Mamas kostet es nichts. Und das soll auch so bleiben J !

Laura: Was kann ich mir unter einem Mami-Tandem vorstellen?

Sabine: Über den Austausch hinaus war es mir sehr wichtig – gerade im Hinblick auf die aktuelle Betreuungsplatzmisere – die Möglichkeit zu schaffen, sich gegenseitig die Kinder abzunehmen. Auf MamiConnection kannst du als Mutter ein Betreuungstandem mit einer anderen Mama bilden. Dadurch könnt ihr euch gegenseitig – ganz bequem und nach eigenem Bedarf – die Kleinen abnehmen. Über die Chatfunktion haben die Mamis zusätzlich die Möglichkeit, spontan und direkt mit neu gewonnenen Freundinnen in Kontakt zu treten. Dabei bestimmen sie selbst, wie viel sie von sich preisgeben, nach welchen Kriterien sie suchen, mit welcher Mama sie sich treffen oder wie weit sie für ein Betreuungstandem fahren möchten.

Laura: Nutzt ihr MamiConnection auch selber? 

Charlotte: Klar, uns findet man auch bei MamiConnection. Ich hätte mir gewünscht, dass es MamiConnection schon vor gut fünf Jahren gegeben hätte. Mittlerweile bin ich aber mit zwei Kitakindern schon ganz gut vernetzt. Aber auch bei mir steht bald ein Umzug bevor – und da werde ich definitiv schauen, wer sich dann in meiner direkten Umgebung so tummelt.

Sabine: Mich findet man natürlich auch auf MamiConnection. Uns ist es sehr wichtig, mit den Müttern auf unserer Plattform ins Gespräch zu gehen und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Foto: Linda Duschek

Laura: Wie finanziert ihr euch?

Sabine: MamiConnection haben wir vor einem Jahr gelauncht und sind mit dem Netzwerk in der Grünsingsphase. So langsam fangen wir an, uns über Advertorials und Kooperationen auf unserem Blog und den Social Media Kanälen zu finanzieren. Weitere Ideen zu Kooperationen – wie etwa eine „Welcome-Box“ für alle neu registrierten Mütter – sind in Planung J Uns ist es dabei sehr wichtig, authentisch zu bleiben. Dabei steht bei uns immer der Mehrwert für unsere Mamis im Fordergrund. Für die Vorweihnachtszeit haben wir z.B. an jedem der Advents-Sonntage tolle Verlosungen rund um das Mama-Sein.

Laura: Was habt ihr mit MamiConnection vor?

Charlotte: Das Feedback auf das Netzwerk war von Anfang an großartig. Die Nutzerzahlen steigen stetig und wir bekommen tolle Rückmeldungen von Müttern zu unserer Idee. Sabine und ich hinterfragen die Features von MamiConnection regelmäßig und schauen ständig, wie wir die Community weiter optimieren können. Ein kleiner Relaunch steht vor der Tür und auch an einer App arbeiten wir gerade. Außerdem haben wir ganz neu die Sparte Events auf der Seite integriert. So kannst du als registrierte Mama ganz einfach Events in deiner Stadt/Region teilen und Mama-Freundinnen dazu einladen.

Laura: Was gibt es im Blog oder im Forum?

Sabine: Auf unserem Blog schreiben wir über Schönes und Nützliches in unserem Mamaalltag, über inspirierende Mütter mit außergewöhnlichen Businessideen, lesenswerten Blogs oder großem Engagement für ein Herzensthema. Wir schreiben über das Reisen mit Kind und über die vielfältigen Möglichkeiten einer entspannten Freizeitgestaltung als Familie. Wir zeigen gute und einfache Rezepte für die schnelle Küche. Und suchen nach Antworten auf Fragen, die werdende Mütter bewegen.

Charlotte: Das Forum bietet darüber hinaus eine Plattform für Austausch und Diskussion. Ganz egal, welches Thema dich als Mama gerade beschäftigt oder welche Frage dich bewegt, hier kannst du dich in offener Runde austauschen, Meinung/Erfahrung teilen oder um Hilfe bitten.

Sabine: Und genau das ist auch unser Credo: Scheut euch nicht nach Hilfe zu fragen, wenn ihr sie braucht. Verbindet euch mit Gleichgesinnten und unterstützt euch gegenseitig. Gemeinsam mit Anderen macht das ‚Mama-Sein’ einfach viel mehr Spaß!

Vielen Dank für das schöne Interview, liebe Charotte und liebe Sabine. Und klasse, dass ihr euch so für Familien engagiert.

Wie wärs, meld dich doch bei Mami-Connection an und schau mal nach, ob da nicht in deiner Nähe eine Frau mit Kind oder Kindern lebt, mit der du dich zusammentun kannst? Gemeinsam Kaffee trinken, nicht länger alleine auf dem Spielplatz rumhängen oder auch mal jemand für die Kinder haben, wenn du einen dringenden Termin hast. Ich drück dir die Daumen!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Für noch mehr Mütter-Support schau doch mal auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Dort tauschen wir uns in der Müttersprechstunde regelmäßig aus und teilen Kummer, Leid und natürlich auch das große Glück!

Neulich bin ich fast senkrecht die Decke hochgegangen. Das passiert mir so alle paar Wochen und die Gründe dafür sind vielfältig. Natürlich hat es meist mit Stress zu tun, viel zu wenig Pausen, um mal zu verschnaufen, mir selbst geht es nicht so gut und alles kommt zusammen. Zum Beispiel habe ich zu besagtem Zeitpunkt schlecht geschlafen und war auch mittags hundemüde. Die Kinder haben über das Essen gemeckert, Jimmy hatte keine Lust auf seine Hausaufgaben, Luise war wütend aus irgendeinem Grund und als ich Oskar von der Tagesmutter holte (das ist bei uns um die Ecke), wollte er nicht mit mit mitkommen. Bis ich ihn überredet hatte, doch noch nach Hause zu gehen, hatte Luise in der Zwischenzeit zuhause in ihrer Wut alle Brotdosen geöfnet und die vom Frühstück übriggebliebenen Brote und Obststücke im Wohnzimmer verteilt.

Die Wut und das schlechte Gewissen

Das war der bekannte letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Ich bin explodiert, packte mir das Fräulein, brüllte sie an und hätte in dem Moment das Mädchen gerne an die Wand genagelt. Mein Herz schlug, in mir kochte die Wut auf alle Kinder, ich sah rot und war außer mir. Immer mal wieder bringen mich die Kinder an meine Grenzen und ich glaube, davon können alle Eltern ein Lied singen. Meinen Drang, dem einen oder anderen mal einen Klaps mitzugeben, kann ich zum Glück zurückhalten. Aber wenig später kommt zu allem Übel das schlechte Gewissen dazu und ich berichtete Anton an jenem Abend, was ich der armen Luise an Worten an den Kopf warf. Ich bin nach so einem Wutausbruch immer ganz verzweifelt, weil ich die Kinder angeschrienen habe und ungerecht zu ihnen war.

Erst neulich habe ich auf Instagram in meiner Elternsprechstunde über die Wut gesprochen und viele Mütter pflichteten mir bei und erzählten, dass es ihnen ähnlich geht. Wir haben also beschlossen, ein paar Ideen zu sammeln für Dinge, die wir ihn diesen speziellen Situationen tun können. Jeder hat da ja so seine Strategie und wenn wir sie teilen, profitieren am Ende alle davon. Denn seien wir mal ehrlich: wenn bringen die über alles geliebten Kindern nicht mal an seine Grenzen?

20 Ideen für Eltern, um sich abzureagieren

Ich zum Beispiel gehe, wenn ich mal wieder rot sehe, in die Gästetoilette und schmeiße mit Klopapier um mich. Denn in meiner Not habe ich schon Dinge kaputt geworfen, um die es mir hinterher leid tat. Anton fragte mal, ob ich wüsste, warum der Fahrradständer von Jimmy abgebrochen sei. Tja, sorry, lieber Anton, das war ich in meiner großen Wut. Habe ich bisher nur nicht zugegeben. Aber hier kommt eine Liste mit Dingen, die wir im Akutfall tun können und vielleicht ab und an helfen, nicht zu ungerecht zu werden. Ansonsten kann ich dir nur mit auf den Weg geben. Es ist ganz normal, auch mal an die Decke zu gehen. Und sicherlich werden wir ab und an ungerecht in unserer Wut. Wichtig ist dann, sich ehrlich bei den Kindern zu entschuldigen und ihnen zu erklären, warum wir uns so geärgert haben. So lernen die Kinder auch noch etwas dabei: es ist nomal, dass jeder Mensch Grenzen hat und auch mal sauer sein darf, wenn diese überschritten werden. Entschuldigen gehört dazu, ist wichtig und auch Erwachsene entschuldigen sich bei den Kleinen. Aber jetzt mal los mit den Tipps, die wir gesammelt haben:

  • einen doppelten Espresso trinken
  • ein Stück Schokolade essen
  • sich in ein Zimmer verziehen
  • dort mit Klopapier oder anderen weichen Gegenständen „randalieren“
  • auf die Terrasse/den Balkon/in den Garten gehen und tief Luft holen
  • die Elefantenatmung machen: Übung aus dem Yoga, hüftbreit aufstellen, die Arme nach unten nehmen, tief einatmen und die Arme dabei weit nach oben reißen, fallen lassen und dabei tief ausatmen. Das Ganze drei mal wiederholen. Die Kinder werden staunen…
  • bunte Clownsnase, Tiermaske oder andere verrückte Verkleidungsstücke bereit halten und in der Not aufziehen. Befreit und bringt zum Lachen
  • Playlist bereithalten mit Musik. Diese laut anmachen und dazu tanzen, singen oder einfach nur anhören
  • Video-Playlist mit den lustigsten Videos der Knallerfrauen zum Thema Kinder
  • Die Kinder vor den Fernsehen setzen
  • Brause- oder Vitamintabletten lutschen, die stark bitzeln
  • Ein Lied singen oder summen oder auf einem Instrument spielen
  • Topfdeckel aufeinander schlagen
  • die Freundin / den Partner / die Partnerin / die Mutter anrufen und die Wut ablassen
  • ein Wuttagebuch schreiben und den Ärger in Worte fassen
  • auf einen Boxsack oder ein Kissen hauen
  • vier Reihen stricken
  • einen Schrei loslassen
  • schlimme Schimpfwörter ins Kissen murmeln
  • auf dem Kindertrampolin hüpfen
  • Ein lustiges Buch übers Kinderhaben aufschlagen und darin lesen

Der Wut vorbeugen

Natürlich kann man auch schon Einiges tun, um es selten oder gar nicht so weit kommen zu lassen. Dafür ist es notwendig, sich selbst genug Pausen zu verschaffen. Denn wer ausgeruht oder weniger gestresst ist, der flippt auch selter aus. Ich weiß, das ist sehr schwer, denn wir Eltern haben alle einen durchgetakteten und vollen Tagesplan. Aber vielleicht lässt sich doch die eine oder andere Pause einbauen. Eine Mutter schrieb mir, dass es helfen kann, eine Mittagsruhe einzuführen. Wenn du also mit den Kindern über Mittag zuhause bist, dann erklär ihnen doch, dass ihr von nun an nach dem Essen ein wenig ruht. Sie müssen sich ja nicht hinlegen, können auch leise spielen oder ein Hörspiel anhören. Aber du legst dich demonstrativ aufs Sofa, machst die Augen zu oder liest etwas. Mit etwas Übung wird es zu eurer Routine werden und auch kleine Kinder können diese Ruhe nach ein paar Tagen akzeptieren, sofern sie nicht sowieso mit einschlafen. Auch für Eltern, die vom Job nach Hause kommen, ist eine Pause nötig. Vielleicht kannst du deinen Kindern sagen, dass du kurz mal 15 Minuten brauchst, bevor du dich ihnen widmen oder das Abendessen machen kannst. Mein Papa hat früher immer erst mal Zeitung gelesen. Oder du kuschelst dich mit den Kindern aufs Sofa, gehst mit einem von ihnen eine Runde um den Block, machst ein, zwei Yogaübungen oder hörst ein bisschen Musik.

Ich überlege gerade auch, wie ich es schaffen könnte, nach meiner Mütterkur Pausen in den Tag einzuplanen. Klar, dafür muss ich Arbeitszeit abknapsen. Aber es ist eine Tatsache: Wir brauchen die Pausen wie Luft zum Atmen. Wenn wir sie uns nicht gestatten, explodieren wir immer öfter oder futtern den Stress in uns hinein, was nicht weniger schlimm ist.

Falls du noch ein paar Ideen hast, schreib mir doch gerne. Ideen teilen und gemeinsam eine Sammlung anlegen, so wie hier auf dem Instagram-Kanal, das ist so wunderbar und hilft uns allen. Ich bin mir sicher, jede(r) von uns findet eine gute Idee für den nächsten Wutanfall, die er oder sie umsetzen kann. Ich jedenfalls habe jetzt immer eine pinke Schaumgumminase in der Schublade und werde sie aufsetzen, sobald mich eines meiner geliebten Kinder künftig wieder in den Wahnsinn treibt. Dann bleibt der Fahrradständer sicher heil.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Drei Wochen Mütterkur

Na, ziehst du dir auch jeden Schuh an? Das heißt, fühlst du dich auch immer für alles und jeden verantwortlich? Hast du verlernt, egoistisch zu sein und an dich selbst zu denken? Weißt du nicht mehr, wie Pause machen geht? Dann willkommen im Club der müden Mamas!

Es scheint ja was typisch Weibliches zu sein, dieses Kümmer-Gen. Natürlich gibt es genug Papas, die sich wundervoll kümmern. Und es gibt genauso auch Mamas, die wissen, was eine ordentliche Pause ist. In meinem Freundeskreis allerdings erlebe ich Frauen, die oft so sind wie ich. Die sich irgendwie verantwortlich fühlen für jedes kleine Familiendetail. Die viel zu schnell sagen: „Ach komm, das mache ich eben.“ Die sich ehrenamtlich engagieren, das Kassenamt übernehmen, die Geschenke für alle Verwandten besorgen und sich am Ende auch noch um Auto, Versicherung und Co kümmern.

Meine Mama-Auszeit

Huhu, ich bin so eine. Ich habe viel zu tun und wenn mich einer fragt, ob ich eben dies und das mache, sage ich: „na klar!“ Und weil ich dann hinterher auf der Strecke bleibe, muss ich mir an die eigene Nase fassen. Pausen machen, mich um mich kümmern, Nein sagen und an mich selber denken habe ich in den letzten sieben Jahren Familienleben irgendwie verlernt. Ist das nicht gruselig? Wenn ich also am Abend auf dem Sofa sitze, dann denke ich, ich mache besser noch die Wäsche. Wenn ich nachmittags Kaffee trinken könnte, plane ich lieber noch den Wocheneinkauf parallel. So gehts nicht weiter!

Aus diesem Grund bin ich für die nächsten drei Wochen weg  – und zwar in einer Mütterkur. Die Kinder sind zuhause gut versorgt und haben das beste Betreuungspersonal, das sie sich vorstellen können. Ich habe Anton so gut es geht gebrieft und bin gestern mit einem guten Gefühl in meine Mama-Auszeit gestartet. Hier sitze ich nun in meinem Zimmer nur für mich alleine. Ich kann lesen, schreiben, laufen gehen. Hier wird gekocht und Frühstück gemacht, ich besuche Yoga- und Rückenkurse, bekomme Massagen und kann auch mal mit Profis über mich und meine Probleme reden.

Ich finde es ganz wunderbar hier und herrlich und kann mein Glück kaum fassen. Ich habe etwas Bammel vor der Sehnsucht nach meiner Familie. Bisher schwebe ich noch auf der Wolke des Glücks, denn gegenüber der Kurklinik gibt es ein wunderschönes Moorgebiet zum Laufen, Wandern und Fotos machen, auf der anderen Seite eine Therme. Ohne Kinder schwimmen gehen – ein unbeschreibliches Glück, oder? Eltern wissen, wie anstrengend es sein kann, mehrere kleine nasse und müde Mäuse dazu zu motivieren, sich wieder anzuziehen, während sich Mama und Papa schwitzend in ihre Kleider zwengen und sieben Taschen mit nassem Gepöngels einzupacken versuchen. Ich gehe am Sonntag mit einer klitzekleinen Tasche und meinem Badeanzug schwimmen, muss nur mir die Haare trocknen und kein einziges Gummitier mitnehmen – Jackpot!

Warum ich dir von hier schreibe? Ich soll hier alles tun, was mir Spaß macht. Das Schreiben gehört zu meiner ganz persönlichen Therapie dazu. Und weil ich weiß, dass es auch ein Privileg ist, die Familie in so guten Händen zu wissen und mich hier um mich kümmern zu können, möchte ich dir ein wenig von meinen Erfahrungen erzählen. Was hilft mir? Wie kann ich lernen, zu entspannen? Welche Gedanken inspirieren mich, welche neuen Hobbys entdecke ich hier? Vielleicht lernst auch du etwas dabei, kannst oder willst aber selbst keine Kur machen.

Was macht dich glücklich?

Ich habe schon einmal ein paar Ideen: überleg dir doch am Wochenende mal, bei welchen Beschäftigungen du richtig glücklich bist. Ein Buch lesen (mein Kur-Tipp: Funny Girl von Anthony Mc Carten (Affiliate Link), durch die Gegend spazieren, etwas stricken, tanzen, singen, fotografieren, Freundinnen treffen? Und probier es gleich mal aus, denn wenn dich etwas glücklich macht, dann tut es dir gut und hilft dir, dich zu entspannen.

Und noch einen Gedanken möchte ich dir mitgeben. Eine gute Welt ist nicht die, in der keiner mehr müde ist. Eine gute Welt ist die, in der man müde sein darf. Ich weiß nicht, woher dieser Spruch stammt, aber ich finde ihn gut. Wir Eltern sind oft müde und dürfen das auch sein. Vielleicht tut dir ja schlafen gut?

Ich jedenfalls gehe heute früh ins Bett und genieße meine Mütterkur.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, wie gestresst ich derzeit bin und dass mir der Alltag mit den Kindern gerade zusetzt. Immer wieder habe ich so eine Phase und dann bringt mich jede Kleinigkeit auf die Palme. Wenn aber momentan keine großen Veränderungen möglich sind, die mich entlasten, wie kann ich mir dann selber etwas Abhilfe schaffen?

Die Schwarmintelligenz ist ein tolles Mittel, um kreative Ideen zu sammeln und deshalb habe ich die Müttersprechstunden-Community auf Instagram befragt. Was machen andere Eltern so, um ihren Alltag zu entlasten? Viele Nachrichten haben mich erreicht, die ich dir hier nicht vorenthalten möchte. Wetten, die ein oder andere Anregung ist auch etwas für dich? Mach doch mittags mal einen Power-Nap mit dem Schlüsseltrick, um ein wenig Kraft zu tanken! Oder wäre es nicht spitze, einmal im Monat einen Nachmittag lang einen Babysitter zu buchen und nur etwas für dich zu tun? Wohnung ausmisten, Brotdosen am Abend vorbereiten…. los gehts, such dir aus, welche Idee etwas für dich wäre!

  • Am Wochenende eine Stunde im Bad einschließen. Duschen, Rasieren, Nägel lackieren, dabei Musik hören und Tee trinken. Alle anderen Familienmitglieder müssen draußen bleiben. Vielleicht geht der Papa einfach mit den Kindern raus?
  • Gönn dir eine Haushaltshilfe. Kostet Geld, aber ist super investiert. Kannst du irgendwo etwas abzwacken? Weniger Schuhe kaufen oder den Coffee to go einsparen?
  • Das Kind ein oder zwei Mal die Woche länger im Kindergarten lassen. Manchmal lassen sich Betreuungszeiten ja flexibel ändern. Du bist keine Rabenmutter, bloß weil dein Kind etwas länger im Kindergarten bleibt und du die Zeit für dich nutzt. Dein Kind wird sich über eine glückliche Mutter umso mehr freuen!
  • Wieso nicht ab und an den Lieferservice bestellen! Heute mal keine Lust zu kochen, den Tisch zu decken und abzuräumen? Pizza bestellen und mit den Fingern essen, die Kinder werden jubeln.
  • Öfter mal im Hier und Jetzt sein! Ist schwer, ich weiß, und bedarf der Übung. Aber wie oft denken wir im Büro an die Kinder und nachmittag auf dem Spielplatz an den Schreibtisch? JETZT sitze ich hier und verdiene Geld, alles andere ist egal. JETZT sortiere ich die Wäsche und höre Musik, JETZT liege ich hier mit meinem Kind und kuschele.
  • Simpel und doch so schön: eine halbe Stunde in der Sonne sitzen und Tee trinken. Mach dein eigenes kleines Tee-Ritual draus. Es gibt die feinsten Teesorten zu kaufen und du findest garantiert deinen Lieblingsplatz, auch ohne eigenen Garten.
  • Powernap machen. Dir fallen nachmittags die Augen zu? Dann leg dich mit einem dicken Schlüsselbund in der Hand aufs Sofa, die Hand mit dem Schlüssel hängt über dem Boden. Sobald deine Muskeln schlaff werden und der Bund auf den Boden fällt, war der Schlaf lang genug und du fühlst dich wach und frisch, versprochen!
  • Nein sagen. Zugegeben, ein oller Kalauer, aber „Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir“ ist ein weiser Spruch. Wenn jemand eine Bitte an dich trägt (Elternbeiratsposten übernehmen, Kuchen backen, Bericht schreiben), du aber im Stress bist und keine Zeit hast, antworte: „Ich würde dir gerne helfen, aber ich kann gerade einfach nicht.“
  • Wenn deine Kinder größer sind, lass sie nachmittags Verabredungen treffen. Dann sind sie für ein paar Stunden aus dem Haus und du hast ein wenig Zeit für dich.
  • Zwischen Job und Kindern unbedingt eine Pause einlegen. Mach das, was dir gut tut: Serien schauen, zocken, Musik hören, ein Buch lesen, in einer Zeitschrift blättern.
  • Abends Dinge tun, die dir so richtig Spaß machen. Spiele zocken, Karaoke singen, Schal stricken, Schaumbad nehmen. Und freu dich schon den ganzen Tag drauf.
  • Sachen aussortieren. Nehmt euch gemeinsam ein Wochenende und mistet aus. Wer weniger Dinge besitzt, räumt schneller auf. Das Instandhalten, Aufräumen und Anschaffen all der Sachen ist ein ewiger Zeiträuber und wir brauchen viel weniger als wir denken.
  • Mach auch am Wochenende Pausen. Nach dem Mittagessen bittest du die Kinder, für eine halbe Stunde das Wohnzimmer zu verlassen. Leg dich aufs Sofa und ruh dich aus, bevor ihr eure Unternehmungen macht.
  • Mach den Haushalt, auch wenn die Kinder da sind. Bezieh sie ein oder lass sie zuschauen. Mach nicht die ganze Arbeit in der wenigen Zeit, die du für dich hast.
  • Gönn dir doch einfach einen Babysitter. Einmal im Monat, mitten in der Woche, einen Nachmittag lang. Schenk dir diese Zeit ganz bewusst.
  • Bereitet gemeinsam abends schon den nächsten Tag vor: Kleider rauslegen, Frühstückstisch decken, Brotdosen fertig machen. Das spart Zeit und Nerven am Morgen, wenn alle noch grummelig sind.
  • Einer von euch erledigt den Supermarkteinkauf einfach abends, wenn die Kinder im Bett sind. Dann spart ihr euch die Action am Tag.
  • Lasst euer Kind mal bei Freunden übernachten, wenn es das möchte.
  • Wenn das Kleinkind seinen Mittagsschlaf macht, kann das ältere Kind Hörspiele hören und die Mama ausruhen
  • Wenn du das Glück hast, Oma und Opa in der Nähe zu haben, spann sie so oft es geht ein.
  • Täglich Bewegung und Sport tut total gut. Egal ob Joggingrunde, Spaziergang oder kleine Wanderung.
  • Ich weiß, fällt vielen schwer, aber das Chaos ignorieren (lernen).
  • Eine Mama hat den Newsletter von Casablitzblanka empfohlen, um schnell Ordnung in die Bude zu bekommen.
  • Kleinen Tischkalender anschaffen und alle Termine eintragen. Gute Organisation spart Nerven.
  • Mittagessen vorkochen und einfrieren.

Wahnsinn, die Liste, oder? Wenn Mütter (und Väter) ihre Ideen teilen, kommen Inhalte für ein ganzes Buch zusammen. Ich werde in zwei Wochen zu einer dreiwöchige Kur ohne Kinder aufbrechen und da sicher eine ganze Menge weitere Tipps kennenlernen, mitnehmen und dir dann berichten. Das Leben mit Kindern kann wirklich anstrengend sein und da ist es umso wichtiger, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ich hoffe sehr, du kannst mindestens eine Idee verwerten. Wenn dir noch mehr einfällt, schreib mir doch gerne in die Kommentare. Gemeinsam sind wir ganz schön stark!

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Und vielleicht hast du Lust, auch mal in die Müttersprechstunde zu kommen? Ich freue mich auf dich!

Letzte Woche habe ich sehr an mir gezweifelt. Ich bin nicht in der Lage und ich habe auch nicht die Nerven, drei Kinder zu betreuen. Morgens schon beim Aufstehen graute mir vor all dem, was da kommen sollte. Und abends ging ich mit großem Kummer und Rückenschmerzen ins Bett. Immer wieder hämmerte mir eine Frage im Kopf herum: wie machen das denn all die anderen Eltern? Haben sie ein Geheimrezept? Stärkere Nerven? Superkräfte? Oder war ich einfach nicht dazu in der Lage, eine gute Mutter zu sein?

Morgen des Grauens

Bei uns kommt gerade alles zusammen: Oskar hat mit seinen zwei Jahren einen sehr starken Willen. Vom Zähneputzen übers Anziehen, vom Wickeln übers Schuhe aussuchen, alles ist ein einziger Kampf und eigentlich nur mit sehr viel Geduld und Ruhe zu bewältigen. Alles ganz normal, ich weiß; da muss ein kleiner Mann üben, groß zu werden. Dann habe ich da ein Schulkind, das auch völlig normal ist. Es zieht sich ganz normal an, nämlich sehr, sehr langsam. Dabei hat es tausend Dinge im Kopf, nur nicht die Schule. Das Shirt ist falsch rum, die Hose offen. Zähne putzen hat es trotz hundertfacher Aufforderung vergessen. Das Töchterlein reiht sich ein in die Riege völlig normaler kleiner Mädchen. Es möchte keine schwarze Matschhose anziehen und es ist ihr egal, dass wir das teure Ding gebraucht und für einen super Preis bekommen haben. Sie trägt kein Schwarz, da kann ich mich auf den Kopf stellen.

Ich mag nicht mehr

Nachmittags haben alle drei dann auch noch die Suppe einstimmig für eklig erklärt, die ich mit viel Liebe und Kürbis gekocht habe. Aber welches Kind mag schon Kürbis? Alles in allem ein ganz normaler Tag mit Kindern, die sich so verhalten wie es Kinder tun. Und trotzdem war es für mich schlimm. Schlimm deshalb, weil ich mir Mühe gegeben hatte, endlich vernünftige Matschsachen für Luise zu besorgen, die wasserdicht sind. Schlimm, weil ich morgens unter Zeitdruck nicht die Nerven habe, einem Kleinkind zehn Geschichten von Bobo zu erzählen, nur damit es sich die Zähne putzen lässt. Und ich hatte absolut keine Lust mehr, einem Schulkind alles hundert Mal sagen zu müssen.

Ich war fertig mit den Nerven und vor allem so müde – müde vom Mamasein. Die Tür war zu, alle Kinder aus dem Haus und mir war nur noch danach, mich auf den Boden zu setzen und zu heulen. Wieso war ich so durch mit allem? Konnten andere Eltern all das normale Theater mit den Kindern besser ab? Warum hörte ich nie die Nachbarinnen brüllen, sondern nur mein Gekeife, das durch die Gasse hallte?

Mütter-Support in der Sprechstunde

In der Müttersprechstunde auf meinem Instagram-Kanal erzählte ich wenig später von den Fragen, die ich mir stellte. Dort hat sich eine kleine Runde etabliert, in der ich vormittags live ein paar Dinge bespreche, die uns Eltern betreffen. Das Finanzprojekt #MamasUndMoneten von Sophie und mir, Mamasein im Allgemeinen, Gleichberechtigung oder sonstiges, was mir so durch den Kopf geht. Und heute erzählte ich mal ein wenig Privates von mir, und dass mir da so einiges über den Kopf wächst.

Die Reaktionen auf mein Geständnis waren zahlreich und selten habe ich so viele Nachrichten bekommen. Immer war der Inhalt ähnlich: Ganz genau wie ich hatten so viele Frauen manchmal von allem zu viel. Eine Mutter schrieb, dass sie manchmal in der Küche sitzt und weint, weil ihr der Alltag mit ihren drei Mädchen so zusetzt. Eine andere berichtete, dass sie nie so fix und fertig ist wie nach einem ganzen Tag alleine mit den Kindern. Wieder eine andere berichtete mir, ihr würden die gleichen Fragen wie mir durch den Kopf gehen und sie frage sich, ob sie in der Lage ist, eine gute Mutter zu sein.

Auch wenn mir all die anderen Mütter so leid taten wie ich mir manchmal selber, war ich irgendwie erleichtert. Ich war nicht alleine mit diesem Gefühl! Es waren sogar die meisten, die hin und wieder dachten wie ich, ihre dicken Tiefs durchstehen mussten und stark an sich zweifelten. Dabei war auch die Anzahl der Kinder völlig egal. Allen Müttern , ob mit ein, zwei oder mehr Kindern, geht es ab und an mal so, nichts mit immerwährendem Bilderbuch und heiler Welt. Und irgendwie ist das ja auch klar! Wir ziehen Kinder groß, kleine Menschen mit eigenem Kopf. Wir erziehen modern, das bedeutet, wir zwingen ihnen nicht unseren Willen auf, sondern wir nehmen sie ernst und sprechen viel mit ihnen. Wir verzichten selbstverständlich auf Gewalt, auch wenn uns ehrlich gesagt manchmal vor Wut nach einem Klaps auf den Po wäre. Und die Kinder üben ihren Willen. Sollen sie auch, aber das kostet alles ihre und unsere Kraft. Kinder mit Geduld, Spucke und Liebe groß zu ziehen ist anstrengend. Ich habe in meinem ganzen Leben auch noch nie etwas Anstrengenderes gemacht, als ein wütendes Kleinkind davon zu überzeugen, doch jetzt mit mir von der Tagesmutter nach Hause zu gehen, weil dort die Tochter sitzt, die ebenso wütend ist und gerade das Inventar des Wohnzimmers zerlegt (es gab keinen Nachtisch oder nicht den richtigen oder was weiß ich, was der Grund dafür war…). Danach hätte ich mich für drei Stunden aufs Bett legen können, um an die Decke zu starren, so alle war ich. Aber ich musste meinem Großen bei den Hausaufgaben helfen, die er heute besonders doof fand…

Lasst uns darüber reden

Ich habe mal wieder viel gelernt durch den Austausch mit anderen Müttern! Wir müssen ehrlich darüber sprechen, was uns als Eltern auf dem Herzen liegt. Wir alle zweifeln mal an uns, wir alle halten uns ab und zu für schlechte Väter oder Mütter. Aber alleine, dass wir darüber nachdenken, macht uns zu besseren Eltern. Wir machen alle Fehler, sind ungeduldig und motzen unsere Kinder an, denn wir sind alle Menschen, die jeden Tag ganz schön viel leisten. Wenn wir über diese Zweifel sprechen und zugeben, dass wir diese Fehler machen, dann werden wir alle erleichtert sein. Denken wir nicht alle mal daran wie schön es wäre, den Eltern-Job für ein paar Tage an den Nagel hängen zu dürfen und einfach nur an uns selbst zu denken?

Ich habe neulich sogar in einer Doku, die ich um Fernsehen sah, eine Nonne um ihr Leben beneidet, das sagt ja schon alles. Es geht anderen wie mir, auch andere Mütter und Väter stoßen an ihre Grenzen, auch andere Mamas sitzen mal in der Küche, weinen vor Erschöpfung und möchten gerne ihren Alltag tauschen. Das ist alles ganz normal. Lasst uns darüber sprechen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid. Und jede Mutter weiß, dass nach so einer Zeit, in der einem jeder Tag wie eine einzige Aneinanderreihung von Hürden aus Trotzanfällen, Streit und Diskussionen vorkommt, wieder eine Zeit kommt, die sich anfühlt wie Zuckerwatte: Mamas, die tanzen, Kinder, die lachen und eine Familie, die Hand in Hand durchs Leben geht.

Bleib fröhlich und denk daran: wir sind alle unperfekt,

deine Laura

Wie Mädchen alles erreichen

(Buchrezension/Gewinnspiel) Frauen können alles erreichen? Naja, ich weiß nicht so recht. Irgendwie stoßen wir doch immer wieder an eine gläserne Decke, vor allem im Berufsleben. Und wir kümmern uns um alles und jeden. Daran sind wir auch ein wenig selber schuld. Ich bin mir sicher, dass es in unseren Köpfen tief verwurzelt ist, dass sich Mama eben um die Kinder kümmert und Papa die Kohle ranbringt, darum ist der Kampf gegen diese Rollenbilder ja auch so schwer. Aber mal ehrlich, manchmal denken wir Mütter auch, dass unser Essen gesünder ist als das von Papa, wir das Patent auf die richtige Erziehung haben und unser Kuchen am Kindergeburtstag der schönste sein soll. Ich will damit sagen: Frauen haben und machen es sich schwer.

Mädchen-Support

Aber es wird besser, da bin ich mir sicher. Es gibt heute so viele Väter, die zuhause anpacken, die sich um Kinder kümmern und sich nicht nur als Versorger sehen. Es gibt haufenweise tolle Frauen, die Vorbilder sind und ihre Stimme erheben gegen Diskriminierung und Gender Pay Gap. Und es gibt Mütter wie uns, die alles geben, damit unsere Jungs und Mädchen nicht in die Geschlechterfalle tappen. Natürlich müssen wir unsere kleinen Jungen genauso unterstützen, in diesem Text soll es aber um unsere Mädchen gehen. Deshalb schreibe ich mal fünf Dinge für mein Räubermädchen auf, die ich ihr auf den Weg geben will. Meine Geheimnisse sozusagen, die ich als Frau erlebt, erfahren oder gelernt habe.

1. Denk niemals, du kannst das nicht!

Wenn ich mir eine Bohrmaschine anschaue oder eine Excel-Tabelle, denke ich als erstes: ich schaff das nicht! Dabei ist das totaler Quatsch. Oft sind uns die Dinge einfach unbekannt, weil wir uns auch nie damit beschäftigen wollten. Aber mit Interesse, Willen und Mut schaffen wir so ziemlich alles. Ich habe mit viel Mühe und Spucke neulich mein erstes Tischlein gebaut und werde dir demnächst zeigen, wie das geht. Und in dieses blöde Excel-Programm fuchse ich mich rein, komme was wolle. Am Ende sind wir so stolz, dass wir es geschafft haben. Also rede dir niemals ein, du kannst das nicht, weil dieser Bereich scheinbar eine Männer-Domäne ist.

2. Lass dir nicht einreden, dass du zickig bist

Schlimm, ganz schlimm finde ich diese Shirts, auf denen „Kleine Zicke“ oder sowas steht. Ich habe sie dir nie angezogen und werde es auch nicht tun. Manche Menschen denken nämlich, dass Frauen zickig sind, bloß weil sie den Mund aufmachen. Sie hätten lieber Frauen, die sich nicht beschweren, nicht laut sind und deren erster Charakterzug SANFTMÜTIG lautet. Beschwer dich, wenn dir etwas nicht passt, mach den Mund auf gegen Ungerechtigkeiten, jammere rum, wenn du etwas doof findest und überleg dir als nächstes, wie es besser geht. Aber lass dir NIEMALS sagen, du bist zickig.

3. Keine Angst vor Fehlern

Mach Fehler und lerne daraus, das ist das Beste, was du machen kannst. Ein Leben, in dem alles prima läuft, ist langweilig. Betrachte deine Fehler, denke über den Grund für dein Scheitern nach und mach es das nächste Mal anders. So wird alles stetig immer besser. Darum ist auch eine fehlerlose Schullaufbahn oder eine Beziehung, in der sich die Menschen nie streiten, nicht wünschenswert. Konflikte gehören zum Leben dazu wie Fehler, aus denen wir lernen. Also hab keine Angst vorm Scheitern, denn wer das Scheitern scheut, fängt nie an und kann auch nie gewinnen.

4. Lass dich niemals von anderen Frauen verunsichern

Frauen sind so eine Spezie, das wirst du schnell lernen. Sie sind wunderbar und toll, keine Frage. Aber sie sind auch ziemlich unsicher. Sie fragen sich dauernd, ob der eigene Weg der richtige ist und zweifeln an sich selbst, dass es innerlich kracht. Manchmal behelfen sie sich dann damit, dass sie den Weg der Frau neben sich in Frage stellen, ihren Way of life bemängeln und kritisieren. Das hilft ihr dann wiederum, ihren Weg besser und wieder schöner zu finden. Ist ziemlich fies, ich weiß. Darum verrate ich es dir hier. Wenn dir also eine andere Frau an den Karren fährt, lächele still und denke dir, dass sie sich vielleicht selbst gerade nicht so sicher ist. Mach alles so, wie es dir gefällt und lass dich auf Stutenbissigkeit nicht ein.

5. Such dir einen tollen Mann

Ich weiß, das wird dir gelingen. Denn witzigerweise suchen sich Frauen Männer, die ihren eigenen Vätern ähneln. Du hast den besten Varer der Welt, darum mache ich mir keine Sorgen. Dennoch folgenden Ratschlag: Finger weg von Männern, die sich nicht wirklich für dein Wesen und dein Inneres interessieren. Finger weg von Männern, die nicht immer respektvoll mit dir umgehen. Finger weg von Männern, die Kinder wollen und dann nicht mithelfen, weil Wickeln und Baden Frauensache ist. Dein Vater pfeift auf die Meinung anderer, bezieht sein Selbstwertgefühl nur aus sich als Mensch heraus, behandelt Alle um sich herum respektvoll und ist dazu noch lustig und klug. Übrigens freuen wir uns genauso, wenn du dir eine Frau suchst. Das ist in diesem Zusammenhang völlig wurscht.

Buchempfehlung: An mein Rebel Girl

Und damit meine Luise noch mehr tolle Lebensweisheiten erfährt, lese ich jeden Abend mit ihr in dem wunderbaren Büchlein „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck (Affiliate Link). Sie hat das Buch auch für ihr Mädchen geschrieben.

Mädchen können alles erreichen, was sie sich nur erträumen. Aber nicht, indem sie die kleinen, stillen Mäuschen sind, zu denen die Welt sie manchmal machen möchte. Dr. Sybille Beck ist selbst Mutter zweier Töchter und wünscht sich, wie wahrscheinlich alle Eltern, dass ihre Kinder zu starken, freien und unabhängigen Frauen heranwachsen.

Gewinnspiel

Und du kannst hier ein Exemplar gewinnen. Verrate mir doch einfach per Kommentar, was du deinem Kind auf den Weg geben möchtest. Das darf auch gerne deinem Sohn gelten!

  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Textes und endet am 30.09.2018 um 23:59 Uhr.
  • Anschließend wird der Gewinner / die Gewinnerin einen Tag nach Ende des Gewinnspiels per Losverfahren ermittelt und per Mail vom Gewinn benachrichtigt.
  • Teilnehmen dürfen alle Personen, die über 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen
  • Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass du mir im Falle eines Gewinns deine Adresse mitteilst. Deine Adresse gebe ich zum Versand an den Verlag weitern und wird  anschließend gelöscht.
  • Der Gewinn besteht aus dem Buch „An mein Rebel Girl“ von Sybille Beck
  • Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Blein fröhlich und unperfekt und komm doch mal in meiner Müttersprechstunde vorbei. Einfach die Instagram-App auf deinem Smartphone runterladen, dich registrieren und nach HeuteistMusikLaura suchen. Ich freu mich auf dich!

Gib mir ein leichtes Schwert für meine schwere Hand…

…eins das führt, wenn ich folge und folgt, wenn ich führe
Ein leichtes Schwert
Für meine müde Hand

So heißt es im Lied „Ein leichtes Schwert“ von Judith Holofernes. Ein leichtes Schwert, das hätte ich jetzt auch gerne. Es gibt so Tage, da möchte ich mich am liebsten auf den Boden legen und streiken. Alles wird mir zu viel, die To-Dos wachsen mir über den Kopf. Gestern war Schulstart und als hätte das nicht gereicht, wurde ein Kind magenkrank. Also startete der Montag nicht nur mit frühem Aufstehen und Frühstück machen (die Milch ist zu heiß * bäääh, wieso schmierst du mir Leberwurst aufs Brot? * bin viel zu müde zum Essen), sondern auch mit einer Notfall-Aktion: Im Kindergarten Bescheid geben, Tee kochen, Wärmflasche erhitzen und im Kopf die Termine des Tages durchgehen.

Ehrlich gesagt hatte ich schon um halb neun Uhr am Morgen die Nase voll. In meinem Kopf spukte eine ellenlange Liste mit Erledigungen. Das Schulkind braucht noch neue Stifte und ein kariertes Heft in Klaviatur Nummer 22, Pakete müssen zur Post, Logopädie-Stunden organisieren werden. Diese Woche muss ich einen Kuchen für die neuen Erstklässler backen, außerdem ein Geburtstagsgeschenk für die Party von Jimmys Freund besorgen und endlich, endlich die Steuererklärung machen.  Achso, da fällt mir ein – ich muss unbedingt gucken, ob die Kinder wetterfeste Schuhe für den Herbst haben. Hat eigentlich einer geschaut, ob Oskar und Luise aktuelle Wechselklamotten im Kindergarten und bei der Tagesmutter haben? Natürlich nicht.

Mental Load – ein Frauenproblem?

Über diese Dinge, an die vor allem Frauen denken müssen, schrieb Barbara Vorsamer diese Woche im SZ-Newsletter:

„In den meisten Familien, selbst bei denen, die sich die Arbeit selbst einigermaßen gerecht aufteilen, bleibt die Verantwortung an der Mutter hängen. Sie schreibt die Einkaufszettel und To-do-Listen und sie erinnert ihren Mann auch – unter Umständen mehrfach – an die noch zu erledigenden Aufgaben. Mental Load nennt man diese Denkarbeit, und sie ist anstrengend, ermüdend und unsichtbar.“

Außerdem weist sie auf den Text von Patricia, alias das Nuf hin, die erst vor kurzem über Mental Load schrieb und damit nicht nur einen Stein ins Rollen brachte, sondern auch aufzeigte, welche unsichtbare Arbeit hinter dem Familien-Magagement steckt. Patricia schreibt:

„Im Grunde sagt der Begriff (Mental Load) nichts anderes als dass es neben den sichtbaren Aufgaben im Alltagsleben sehr, sehr viele unsichtbare Aufgaben gibt, die nie explizit genannt werden, dennoch alle so nebenher identifiziert, bedacht, geplant und dann erledigt werden.“

Die Familien-Managerin

Ich finde diese Angelegenheit deshalb so wichtig, weil sie aufzeigt, was es bedeutet, eine Familie zu managen. So hat das mal diese Frau in einem Staubsauger-Werbevideo genannt. Tatsächlich ist die Organisation unseres Familienlebens ein Fulltime-Job, der wenn es gut läuft, um 20 Uhr endet. Ich selbst habe, und das ist ein großes Glück, einen tollen Partner, der mich sehr unterstützt. Anton hat nicht nur einen Ganztagsjob mit all seinen Ansprüchen zu erledigen, sondern kümmert sich morgens und abends um all das, was hier zuhause mit Haushalt und Kindern so anfällt – leider bis heute keine Selbstverständlichkeit.

Aber eines belastet mich dennoch sehr. Immer bin es ICH, die alle Dinge ins Rollen bringen muss. Ich muss delegieren, ich muss unsere Projekte vorantreiben. Ich muss anstoßen, dass wir uns endlich um die Steuer kümmern, das alte Babybett verkaufen, unsere Unterlagen sortieren oder einen Urlaub planen. Wenn ich nicht neun Bälle gleichzeitig in der Luft halte, die stellvertretend stehen für Job, Kinder, Kinderbetreuung, Schule, Haushalt, Termine, Freizeit, Gesundheit und Geschenke, sich stattdessen keiner kümmert, dann habe ich hier den Salat. Dann geht keiner mit Oskar zur Kinderarztvorsorge, dann ist die Tante beleidigt, weil wir den Geburtstag vergessen haben, dann gehts im nächsten Sommer nicht in den Urlaub und Jimmy steht auf der Party ohne Geschenk da. Auch das bedeutet Stress für mich und der ist fast noch schlimmer.

Endloslisten

Ich wünsche mir manchmal eine gute Fee, die mir die Organisation aus den Händen nimmt. Eine Art persönliche Assistentin, die mir morgens einen Zettel mit Aufgaben vorlegt. Die arbeite ich ab, denn die Tätigkeiten und Arbeit als solche scheue ich nicht. Aber die Denkarbeit macht mich so kaputt. Es gibt Abende, da liege ich neben meinem (ich möchte es noch einmal betonen: wunderbaren und hilfsbereiten und fleißigen) Anton und beneide ihn darum, dass er die Augen schließt und zwei Sekunden später ins Reich der Träume fliegt. Ich selbst schließe die Augen und da ratttert die Liste los. Ich notiere noch ins Handy, dass die Tagesmutter nächste Woche Urlaub hat und wir DRINGEND Klopapier kaufen müssen. Die Matschhose von Luise hat ein Loch, aber morgen soll es regnen, so ein Mist. Ach, und jetzt habe ich tatsächlich vergessen, eine Tafel Schokolade für die Nachbarin zu besorgen, die während des Urlaubs die Pflanzen gegossen hat. Und ist da nicht noch mein eigener Beruf mit all seinen Erledigungen?

Tagsüber denke ich dann an meine Trello-Listen, meine To-Dos im Kalender und die Aufgaben in Slack, die auf mich warten. Dazu kommen die Whats-App-Gruppen aus Kindergarten, Fußballverein und Flötentruppe. Das Krasse ist: obwohl ich scheinbar gut organisiert bin, geht mir dauernd eine Sache durch die Lappen. „Ist doch nicht schlimm, bleib locker“ meint Anton, als ich für das Turn-Sommerfest nichts gebacken habe. „Wäre schön, wenn wir nächstes Jahr mehr Kuchenbeiträge hätten!“ erreicht mich eine Woche später eine Whats-App Nachricht der Turnlehrerin. Kann man drüber stehen, sollte man auch. Fällt mir dennoch schwer – ein altes Frauenleiden.

Warum sind Mütter immer so gestresst? Die Frage kann ich so langsam nicht mehr hören. Ich weiß, warum. Und ich finde, sie hat etwas mit dem Mental Load zu tun. Eine Lösung habe ich auch nicht. Weißt du eine?

Hier ist übrigens ein Text von Beatrice Confuss zum Thema und hier ein Text von Konsti von Grosse Koepfe.

Bleib fröhlich und unperfekt,

deine Laura

Noch mehr zum Thema Mental Load? Dann schau mal auf meinem Instagram-Kanal, was die Schwabenmütter dazu sagen!

Drei Kinder habe ich in meinem Leben bekommen. Die Schwangerschaften, die Geburt und die Zeit danach gehören zu den emotionalsten meines Lebens. Gut überstanden habe ich sie vor allem mit Hilfe von Anton. Er war da für mich, wenn ich mal wieder unter Heißhungerattacken und schlechter Laune litt. Er war in den Stunden da, als ich Schmerzen hatte, die mich fast wahnsinnig werden ließen. Und er war da, wenn ich trotz duftendem Säuglingsglück nur noch heulen wollte.

Meine emotionalsten Momente mit Hebammen

Aber da waren noch mehr Personen, ohne die ich das alles nicht so gut hätte meistern können: meine Hebammen. Sobald ich das Video von Pampers sehe, bin ich ziemlich gerührt. Das geht mir bei vielen Videos so, die Geburten zeigen, aber in diesem wird mir irgendwie klar, wie sehr auch ich von der Hilfe vieler wunderbarer Frauen profitierte. Ich erinnere mich ganz besonders an ein paar Situationen. Da war Miriam, die meinen ersten Rückbildungskurs nach Jimmys Geburt leitete. Sie hatte lange Dreadlocks und weite Pluderhosen und ich erwartete, dass sie wie gewohnt das Lied vom Stillen und Dauertragen des Säuglings singen würde. Ich war zu diesem Zeitpunkt völlig fertig von meinem neuen Leben. Das Baby schrie, ich tat nichts anderes als es zu stillen und herum zu tragen, wie ich es in den Vorbereitungskursen gelernt hatte. Aber Miriam sagte etwas, das mich überraschte und zu Tränen rührte. „Wisst ihr was, ihr leistet so viel mit den Babys. Ihr seid sicher völlig fertig, müde und genervt vom Zuhause bleiben. Macht es doch so: Pumpt einmal die Woche Milch ab oder kauft euch Milchpulver im Drogeriemarkt, drückt Baby und Flasche eurem Mann in die Hand und geht für zwei Stunden raus. Ihr braucht den Abstand!“

Quelle: Pampers.de

Ohne Hebamme völlig verunsichert

Ich hätte Miri in den Arm fallen können, weil sie so viel Last von mir nahm. Sie wusste, dass die erste Zeit mit Baby nicht immer nur rosig ist, sie ahnte, dass Mamas manchmal am liebsten wieder alleine sein wollen und sie hatte kein Problem damit, dem Baby ein Fläschchen zu geben. Weißt du, heute hätte ich damit sowieso kein Problem. Aber damals war ich völlig verunsichert und dachte, einfach mal das Haus zu verlassen, das würde eine gute Mutter nicht tun. Diesen scheinbar unbedeutenden Moment, diese Worte von Miri in diesem Kurs am Mittwochmorgen, das werde ich nie vergessen.

Wie mir Hebammen bei der Geburt halfen

Und es gab noch so viele Momente mehr. Bei der Geburt meiner Tochter hatte ich den Luxus, dass mich eine erfahrene Hebamme und eine Hebamme in Ausbildung begleiteten. Sie waren so lieb und ruhig, alle beide. Sie trösteten mich und machten mir Mut, dass ich das schon alles schaffen würde. Sie ließen Wasser für ein warmes Bad ein, sie machten Scherze mit Anton und streichelten mir über den Kopf, wenn ich das Gefühl hatte, es wäre nun aber genug mit diesen ätzenden Wehen.

Besonders in Erinnerung blieb mir diese zauberhafte sanfte Frau, Anja hieß sie, die meine dritte Geburt begleitete. Sie wusste, dass ich Erfahrungen hatte und nicht allzu viel Hilfe während der ersten Stunden brauchen würde. Sie ließ mich lange alles so machen, wie ich wollte. Sie war wie ein Engel, der die ganze Zeit über mir schwebte, aber mich in Ruhe ließ. Am Ende habe ich ihre Hilfe dann wieder sehr nötig gebraucht. Bei allen drei Geburten habe ich in den heißen Phasen Anton vergessen und mich wie eine verzweifelte Wahnsinnige an die Hebamme gewandt. Trotz schrecklicher Schmerzen konnte ich jedes Mal auf ihr Namensschild blicken und sie um Hilfe anflehen. Alle drei Hebammen haben jedes Mal gewusst, dass ich das schaffen würde und haben meine Hand gehalten, mir Mut zugerufen oder mich beruhigt. Ohne Anton im Hintergrund und ohne sie hätte ich nicht so stark sein können, das weiß ich genau.

Quelle: Pampers.de

Danke an alle Hebammen

Das emotionale Video von Pampers lässt diese Momente noch einmal aufleben, geht dir das auch so? Ich fühle mich sofort zurückversetzt in den Moment der Geburt und weiß genau, wie dankbar ich den Hebammen für ihre Hilfe sein kann. Hebammen sind da, um uns Mut zu machen und uns Frauen zu unterstützen. Wenn wir Angst haben vor dem, was kommt. Wenn wir tausend Fragen stellen, weil wir eine Geburt noch nie erlebt haben. Wenn wir nicht mehr können im Wochenbett und nur noch heulen. Und während der Geburt, wenn sie sich im richtigen Zeitpunkt zurückziehen und dann wieder da sind, um unsere Hand zu halten. Ohne Hebamme wäre ich alleine gewesen, schutz- und hilflos. Dafür möchte ich Danke sagen!

Und deine Erlebnisse?

Ging dir das mit deinen Hebammen genauso? Hattest du bestimmte Momente, in denen sie dir besonders viel Kraft gegeben haben? Und fühlst du dich auch an deine eigenen Geburtserfahrungen erinnert, wenn du das Video siehst? Was dabei zu bedenken ist: Hebammen haben es nicht einfach. Vor allem die teueren Versicherungen machen vielen von ihnen Sorgen und so manche kann deshalb ihren Beruf nicht mehr wie gewünscht ausüben. Aber was machen wir nur, wenn uns Hebammen nicht mehr begleiten? Ich freue mich auf eine Diskussion mit dir und bin gespannt auf deine Erfahrungen.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Quelle: Pampers.de

Frauen und Finanzen

Sophie vom Blog Kinder haben und glücklich leben hat neulich einen ersten Beitrag über ihre Finanzplanung gebracht, dem weitere folgen sollen. Sie hat erzählt, dass sie sich endlich mal mit dem Thema Geld auseinander setzen möchte. Bisher hat sie sich davor gedrückt, nun aber wird sich das ändern, denn sie will langfristig Verantwortung für sich und die Familie übernehmen. Gehts dir da wie mir? Hast du dir auch noch nie so richtig Gedanken über die finanzielle Zukunft gemacht, etwa an deine Rente gedacht?  Sie schreibt, dass ihr Geld eigentlich nicht so wichtig ist. Unterschreibe ich gleich mit. Sie gibt aber auch zu bedenken, dass es da zwei Punkte gibt, die in diesem Zusammenhang für sie aber doch sehr  wichtig sind:

  1. Generelle finanzielle Sicherheit
  2. Meine persönliche finanzielle Unabhängigkeit

Sie schreibt: „Denn ganz so naiv, zu denken, dass mein aktuelles Leben als Teilzeit-Mutti schon nicht so schlimme Auswirkungen haben wird, ganz so blöd bin ich ja nicht. Und trotzdem habe ich bisher immer Ausreden gefunden, mich nicht mit meinen Finanzen zu beschäftigen.“

Wie recht sie hat…

Ich habe mich in Sophies Text so gut wiedererkannt und war beeindruckt, wie sie nun an die Sache rangeht. Daher habe ich ihr gleich geschrieben und wir werden da nun eine gemeinsames Projekt draus machen. Ziel ist es nicht nur, in unsere eigenen Finanzen etwas Ordnung reinzubringen, sondern auch dir ein paar Tipps zu geben. Denn ich möchte mal provokativ formulieren, dass sehr viele Frauen (ich eingeschlossen) tatsächlich viel zu naiv an die Sache rangehen. Sie heiraten und machen sich dabei Gedanken um Tischdeko und Kleid, nicht aber um das liebe Geld. Zugewinnausgleich, Unterhalt und Erbrecht sind halt nicht die Highlights, die wir uns aus einer Ehe versprechen. Wenn dann aber was schief geht, haben wir keine Ahnung und gucken dumm aus der Wäsche (hallo Laura, ja, genau, du bist gemeint!) Schwierig wird es aber auch für die Eltern, die nicht verheiratet sind und keinen Partnervetrag gemacht haben.

Die Ehe hält. Was, wenn nicht?

Natürlich bleiben Anton und ich für immer zusammen, ist ja klar. Aber die Scheidungsraten und eventuelle Schicksalsschläge sprechen dafür, sich zumindest mal mit dem Risiko auseinander zu setzen. „Auf das Beste hoffen, auf das Schlechteste vorbereitet sein“, das Zitat stammt aus dem Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) von Helma Sick und Renate Schmidt und fasst ganz gut zusammen, wie ich die Sache angehen möchte.

Zurück zu Sophie! Sie schreibt:

„Ich könnte jetzt also weiter dabei zusehen, wie mein geliebter Gatte als Angestellter bequem in die gesetzliche Rente und in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlt und nebenbei noch eine stattliche Summe riestert, während ich als Selbstständige von der Hand in den Mund lebe. Ich kann aber auch einfach endlich dafür sorgen, dass wir uns finanziell fairer aufstellen und von unserem gemeinsamen Geld auch für mein Alter vorsorgen.“

Miese Mütter-Rente

Ganz schön gruselig, denn manchmal denke ich, Sophie schreibt über mich. Auch mein geliebter Gatte arbeitet seit acht Jahren Vollzeit, zahlt in seine gesetzliche Rente ein und wir riestern auch beide. Er natürlich viel mehr als ich, denn ich bin wie Sophie selbstständig, habe nach der Geburt der Kinder ein Jahr Elternzeit genommen und die restlichen Jahre halbtags gearbeitet. So wie es aussieht, werden wir damit den gesellschaftlichen Schnitt stärken, der besagt: Frauen verfügen im Alter durchschnittlich über eine Rente von 576 Euro, Männer dagegen über 994 Euro (westdeutsche Bundesländer, Quelle: Doku „Frauen in der Rentenfalle“).

Sophie jedenfalls steigt jetzt voll in das Thema ein und erklärt ihre Ziele:

  • sie möchte einen Notgroschen anlegen
  • für die eigene Rente sorgen
  • sie möchte finanzielle Freiheit, das bedeutet, dass sie und ihr Mann nicht 40 h arbeiten wollen
  • für die Kinder vorsorgen
  • nachhaltig konsumieren und sich mal was Schönes leisten
  • Geld für Urlaub sparen

Meine Pläne

Und jetzt zu mir. Ich finde es nicht ganz einfach, hier so viel über unsere Finanzen preiszugeben. Aber indem Sophie und ich darüber berichten, stoßen wir vielleicht viele unserer LeserInnen zum Nachdenken an. Denn ich bin mir sicher, dass viele von ihnen genau wie wir bisher ein wenig blauäugig durchs Leben gegangen sind.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

An meine Rente habe ich noch keinen Gedanken verschwendet (ich, die Sorglose), allerdings denke ich viel darüber nach, wie Anton und ich es besser schaffen können, Familie und Beruf zu vereinbaren. Mein großer Traum ist, dass wir beide in naher Zukunft, wenn alle Kinder in der Schule sind, 75% arbeiten und uns Haushalt und Job teilen. Um solche Pläne schmieden zu können, müssen wir uns aber um unsere Finanzen kümmern. Können wir uns das leisten? Wie hoch muss unser monatliches gemeinsames Einkommen sein? Wie hoch sind unser fixen Ausgaben, wie hoch ist unser Notgroschen? Daher möchte ich mich nun mit Anton zusammensetzen und eine genaue Aufstellung machen. Wo können wir sparen, was brauchen wir dringend? Was bleibt unterm Strich für uns und was sind wir bereit, an Materiellem einzusparen, um mehr Zeit für uns zu haben?

Rente

Mein erster Gedanke war die Deutsche Rentenversicherung. Bisher war das für mich ein Verein, der mir ab und zu Briefe schrieb, die ich ordentlich abgeheftet habe, ohne sie richtig zu lesen. Das soll sich ändern. Ich werde mich mit der gesetzlichen Rentenversicherung auseinandersetzen und habe für Oktober einen Termin vereinbart. Hier möchte ich mich beraten lassen. Wie hoch wird meine Rente voraussichtlich sein, wenn ich weitermache wie bisher? Was hat es mich gekostet, in Elternzeit zu gehen und danach halb- anstatt ganztags zu arbeiten? Und dann werde ich mit Anton einen Plan aushecken, wie wir meine Rentenlücke auffüllen. Sparen wir und zahlen was für mich ein? Sorgen wir noch privat vor? Wir haben einen Wohnriestervertrag, den ich bisher sehr stiefmütterlich behandelt habe. Ehrlich gesagt war ich auch immer zu bequem, mich mit dieser Thematik zu befassen. Was mir die Bankberater erzählt haben, habe ich auch nur so halb verstanden. Also arbeite ich mich gemeinsam mit Sophie auch mal in diese Sache ein.

Lebensversicherung

Was passiert denn, wenn einem von uns was passiert? Wenn einer alleine mit den Kindern dasteht, ist das schon schlimm genug. Wenn dann auch noch das Geld knapp wird, ist es doppelt grausam. Wie könnten wir für den Fall Vorkehrungen treffen, der hoffentlich NIEMALS eintritt?

Und nun möchte ich dich einladen, mitzumachen. Sophie und ich werden all unsere Recherche und die neuen Infos hier verbloggen, damit viele Frauen (und Männder) davon profitieren können. Vor allem aber möchte ich dich anregen, wie es Sophie bei mir und vielen anderen getan hat. Wir sollten vor allem im Sinne der Gleichberechtigung unseren Mut zusammennehmen und uns den Dingen stellen. Das größte Armutsrisiko in Deutschland ist, eine Frau zu sein, wusstest du das? Frauen sind im Alter oft arm, Tendenz steigend.

In Deutschland läuft etwas schief

Im Übrigen gibt es auch viele gesellschaftliche und politische Ungerechtigkeiten. Auch darüber sollten wir uns informieren und dagegen angehen. Die von mir sehr bewunderte Rita Süßmuth sagte in der Reportage „Frauen in der Rentenfalle“: Frauen, seid ungeduldig!

Diese Reportage möchte ich dir im Übrigen sehr ans Herz legen: schau sie dir an, trink am besten dazu einen guten Schluck, denn der Inhalt ist sehr schockierend. Wenn du mehr über das olle, veraltete und blöde System des Ehegattensplittings lesen möchtest, das laut Renate Schmidt und Rita Süßmuth nur noch besteht, weil ein männliches und konservatives Bollwerk in der Politik darauf besteht, schau mal auf den Text der genialen Juramama.

So ein Quatsch,  das Ehegattensplitting

Wusstest du zum Beispiel, dass dir der deutsche Staat mit dem Ehegattensplitting aus ökonomischer Sicht ans Herz legt, möglichst viel weniger als dein Mann zu verdienen (wir können das natürlich auch geschlechtlich umkehren), weil sich das steuerlich richtig dolle rechnet? Wenn ihr euch aber scheiden lasst, sagt dir der Deutsche Staat: Ätschbätsch, leider gibt es seit neuestem kein lebenslanges Unterhaltsrecht mehr. Hättest du mal lieber vorgesorgt und dich um einen anständigen Job gekümmert? Ja gehts denn noch? Wie passt das denn zusammen? Renate Schmidt erklärt dir jedenfalls in der Reportage sehr genau, wie sehr das alles auf den Köpfen der Frauen ausgetragen wird.

Ich freue mich, wenn du dabei bist. Egal, ob du voll oder halbtags arbeitest oder aber zuhause bei den Kindern bist. Wir sind noch jung genug, um das Steuer rumzureißen und dem Tiger ins Auge zu sehen. Raus aus der (teilweise) selbst verschuldeten Unmündigkeit und rein in die Thematik. Sophie und ich nehmen dich mit, sodass wir am Ende den Finanz-Ordner zufrieden schließen können, weil wir ein wichtiges Thema abgehakt haben. Ich bin sehr für Feminismus, denn ich möchte vor allem, dass meine Tochter später mal die gleichen Rechte (aber auch Pflichten) hat, wie ihr Mann.

In eigener Sache: ich möchte eines klar stellen, weil mir hier ab und zu vorgeworfen wird, ich propagiere hier mein Lebensmodell, also als Mutter arbeiten zu gehen: eine Frau, die sich bewusst dafür entscheidet, zuhause bei den Kindern zu bleiben, sich aber gleichzeitig um die Finanzen kümmert und sich Verluste in der Rente von ihrem Partner ausgleichen lässt, ist allemal ein Stück weiter und in meinen Augen mehr Feministin als eine Mutter, die viel arbeitet, aber sich vor dem Thema Finanzen und Rente drückt. Also, ran an die Moneten.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

Du möchtest zum Thema lesen? Dann empfehle ich dir das Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Affiliate Link) von Helma Sick und Renate Schmidt. Außerdem spannend ist die Seite von der Geldfrau (Werbung, da Verlinkung), die wir demnächst interviewen werden. Und auch Madame Moneypenny (Werbung, da Verlinkung) beschäftigt sich mit dem Thema Frauen&Finanzen.

Und auf meinem Instagram-Kanal diskutieren wir gemeinsam in den Live-Storys. Ich freu mich, dich dort wiederzutreffen.